[ Autoren der Single-Generation ] [ News ] [ Homepage ]

 
       
   

Frank Naumann: Solo in die Jahre kommen

 
       
     
       
   
  • Aktuellster Beitrag
  •  
           
       

    Frank Naumann in seiner eigenen Schreibe

     
           
       
    • NAUMANN, Frank (1998): Small Talk.
      Die Kunst der leichten Konversation,
      in: EGONet Nr.8

    • NAUMANN, Frank (1999): Solo mit Siebzig.
      Wenn Singles älter werden,
      in: EGONet Nr.1

     
           
           
       

    Solo in die Jahre kommen (1997).
    Auch Singles werden älter
    (z. Zeit nicht im Buchhandel erhältlich)

    Reinbek: Rowohlt

     
       
         
     

    Klappentext

    "Es gibt Städte in der Bundesrepublik, in denen statistisch gesehen jeder zweite Haushalt ein so genannter »Single-Haushalt« ist. Die Tendenz zum »Alleinleben« scheint ungebrochen. Der Autor untersucht dieses Phänomen, wobei er insbesondere das Älterwerden und das Altsein thematisiert."

    Inhaltsverzeichnis

    Vorwort

    1. Einführung: Singles - ein Chor von Solisten

    Allein leben - vom Schicksalsschlag zum frei gewählten Lebensstil
    Als Single älter werden - Fluch oder Glücksfall?

    2. Selbst bestimmte Unabhängigkeit - ein neues Lebensideal

    Die Familie - ein Auslaufmodell?
    Immer Ärger mit der Liebe
    Risikofaktor Autonomie
    Die Single-Gesellschaft und ihr Jugendkult

    3. Mein Ich ist mein Kosmos - auf der Suche nach dem individuellen Lebensstil

    Die Wohnung - Spiegel der Seele
    Freunde - Garant gegen die Einsamkeit
    Eigene Kinder - Restfamilie, Freund, Altersversicherung
    Haustiere - die zuverlässigeren Partner
    Der Beruf - Geldquelle und Lebenssinn
    Computerkommunikation - Kontakte ohne Verpflichtungen
    Hobbys - Selbstverwirklichung oder Kampf gegen Langeweile?
    Outfit und Fitness - die hohe Kunst de Selbstdarstellung

    4. Altern im Alleingang - kein Grund zur Panik!

    Wie zerronnen, so gewonnen
    Langlebigkeit - Der Wettkampf um die Jahre
    Meine Leistungskraft ist mein Produkt

    5. Gesundheit und Krankheit

    Der Mythos vom hilflosen Ende
    Die Biologie des Alterns
    Gesundheit und Alter - ein Widerspruch?
    Ich laufe, also bin ich

    6. Kontakt und Kommunikation

    Vom Ich zum Du: Wege aus der Einsamkeit
    Kleine Kontaktschule für Ältere
    Vom Smalltalk zum intimen Geflüster: die wichtigsten Kommunikationsregeln

    7.  Beziehungslust - Beziehungsfrust

    Partnerschaft im Alter: der Spagat zwischen Bindung und Eigenständigkeit
    Einander kennen lernen
    Neue Liebe, neues Leben
    Aus zweimal Ich mach einmal Wir: Zusammenziehen oder nicht?
    Die erste Krise: Konfliktmanagement
    Wenn es nicht geht: die faire Trennung
    Wieder frei: Über den Umgang mit Einsamkeit

    8. Single im Alter - eine Lebensmodell mit Zukunft

     
         
     
           
       

    Beiträge von single-generation.de zum Thema

    Allein lebende Frauen und Männer in den alten Bundesländern - Mythen und Fakten

    Das neue Ethos der Einsamen - Teil 1+2: Gesellschaftlicher Wandel und das neue Bild der Einsamkeit

    Das neue Ethos der Einsamen - Teil 3+4: Leistungen und Grenzen der neuen Ratgeberliteratur

     
           
       

    Das einsame Sterben in der Debatte

    KLÜVER, Reymer (2000): Requiem für Nummer 16098.
    Immer mehr Leichen kommen unter die Erde, ohne dass Angehörige Notiz davon nehmen - Geistliche wollen darüber nicht einfach Gras wachsen lassen,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 25.11.

    Menschen in Pflege- oder Altenheimen erscheinen in keiner Statistik zur Single-Gesellschaft. Viel wird über "Bindungslose" geschrieben, aber man sucht sie in Einpersonenhaushalten, statt in den Anstaltshaushalten oder unter den Obdachlosen. Diese Ausgesonderten gelten nicht einmal mehr als "Singles"...

    Im Glossar werden die Begriffe "Alleinlebende (Einpersonenhaushalt)" und "Anstaltshaushalt" erklärt.

    KORFMANN, Hans W. (2002): Fabers Erkenntnis, Frau Müller betreffend.
    Die wahre Geschichte einer merkwürdigen Wohngemeinschaft,
    in: Frankfurter Rundschau v. 17.05.

    "Die viel wichtigere Frage ist: »Welche Einschränkung in Ihrem Leben sind Sie bereit, für den Aufbau einer eigenen Familie hinzunehmen?« Hätte die Elterngeneration und mit ihnen die Politik das Thema Nachwuchs nicht tabuisiert, würde sie diesen jungen karriere-orientierten Kinderlosen das Schreckensszenario ihres Alters vor Augen führen".

    Was VAN LIER hier im Rheinischen Merkur vom 16.05.2002 gefordert hat, das setzt KORFMANN in anderer Weise um. Er erzählt die Geschichte eines Vierzigjährigen, der tagelang neben einer toten, älteren Mitbewohnerin lebte:

    "»Wir waren artverwandt, die Frau Müller und ich«, sagt Faber und nickt. »Das wurde mir bei ihrem Tod schlagartig bewusst!«
                Und da bekam Faber es plötzlich mit der Angst zu tun. Er begann in Panik, seine Wohnung aufzuräumen. Warf Dinge fort, von denen er sich 14 Jahre nicht hatte trennen können. Und Faber blieb plötzlich stehen im Schulhof. Er, der Einzelgänger, er, der aus der neugierigen Kleinstadt in die Anonymität der Großstadt geflüchtet war. Blieb stehen, um sich zu unterhalten. Mit der Frau vom Schülerladen, mit den chaotischen Mietern aus der WG im ersten Stock, sogar mit dem Hausmeister Kalle ist er ins Gespräch gekommen. Faber hatte eine Erkenntnis.
                Drei Männer und eine Frau gehen über eine Wiese in Pankow. Sie wohnen alle im selben Haus, aber sie haben nie viel miteinander zu tun gehabt. Nachher werden sie sich zum ersten Mal gemeinsam an einen Tisch setzen, zum Leichenschmaus."

    SCHMITT, Peter-Philipps (2004): Einsam bis in den Tod.
    Immer mehr Menschen werden "zwangsbeigesetzt", weil sich keine Angehörigen finden,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 08.05.

    Die FAZ berichtet über vereinsamte Tote ohne Angehörige, die den Kommunen teuer kommen. Ein Hamburger Pastor sieht darin ein typisches Problem der anonymen Großstadt.

    HANDEL, Stephan (2004): Letzte Vorgänge.
    Eine Frau stirbt, und niemand ist da, der sie beerdigt - immer öfter müssen die Behörden handeln, wenn der Tag des Todes kommt,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 25.06.

    "Am Ende ihres Lebens war eine Fremde bei Elisabeth B., sonst niemand - der Mann schon lange tot, keine Kinder, keine Verwandten",

    schildert HANDEL das Schicksal einer Alleinstehenden am Ende ihrer Tage, um anschließend auf die Lage in München und in anderen deutschen Städten einzugehen:

    "Etwa 800 Fälle kommen pro Jahr herein, in gut 400 davon sind die Ahnen-Fahnder erfolgreich und finden Nachgeborene. In Hamburg dagegen gab es vor sechs Jahren 380 »Bestattungen von Amts wegen«. Im vergangenen Jahr waren es mehr als zweimal so viele. In Köln und Berlin haben sich die Zahlen ebenfalls verdoppelt".

    FRAUNE, Burkhard (2004): Einsam mitten in der Stadt.
    Die Letzte Zeit des Lebens: Vergessen und isoliert. Viele Menschen sterben unbemerkt. Ihr Zahl wird steigen, fürchten Rechtsmediziner und Sozialforscher,
    in: Rheinischer Merkur Nr.33 v. 12.08.

    HUSMANN, Nils (2007): Und wer trauert?
    Stell dir vor, es ist deine Beerdigung, und niemand geht hin. Das geschieht oft: Wer am Ende seines Lebens ganz allein war, der ist auch allein, wenn er begraben wird. In Hamburg nehmen sich zwei Seelsorger der vergessenen Toten an,
    in: Chrismon, Nr.2, Februar

    BAUER, Wolfgang (2007): Der Tote von nebenan.
    Ein Mann liegt 15 Monate lang tot in einer Wohnung in Stuttgart. Kein Mensch vermisst ihn. Focus ging auf Spurensuche nach einem Vergessenen. Wer war Julian Calek?
    in: Focus Nr.30 v. 23.07.

    BÄRTELS, Gabriele (2007): Die letzte Lebenszeit.
    Der Weg in den Tod ist einsam. Sechs Geschichten,
    in: Magazin der Berliner Zeitung v. 24.11.

    BELWE, Andreas (2009): Die Zukunft des Sterbens: Wo und wie werden wir ewig ruhn?
    Veränderte Lebensformen bringen auch andere Formen des Sterbens hervor - und damit einen anderen, pragmatischen Umgang mit dem eigenen Tod. Wo es keine Bindungen mehr an Orte und Menschen gibt, muss das eigene Ende selbstverantwortlich bereits zu Lebzeiten gestaltet werden,
    in: Psychologie Heute,
    Januar

    EPPELSHEIM, Philip (2009): Was bleibt.
    Eine Frau stirbt einsam in ihrer Wohnung. In den Schränken Akten und Urkunden - die Zeugen eines Lebens,
    in:
    Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 10.05.

    HEINRICH, Andreas (2012): Rezepte gegen die Einsamkeit.
    Allein im Alter unter vielen. Einsam im Hochhaus. Oder gar tot und unentdeckt, nach Jahren erst gefunden – wie jüngst der Fall in Hagen. Einzelfälle oder doch mehr?
    in:
    WAZ Online v. 21.05.

    GEO-Titelgeschichte: Der Nachbar

    EBERLE, Ute (2012): Guter Nachbar, böser Nachbar.
    Die Psychologie der ungewollten Nähe,
    in:
    GEO, August

    "In Tübingen (...) starb 2010 ein 72-jähriger Mann in seiner Wohnung, der bis dahin zehn Jahre lang für seine bettlägerige Frau gesorgt hatte. Der Frau gelang es nicht Hilfe zu rufen. Eine Woche dauerte es, bis Nachbarn bemerkten, dass sie den Mann länger nicht gesehen hatten. Als Polizisten in die Wohnung eindrangen, fanden sie die 82-Jährige tot, vermutlich verdurstet",

    erzählt EBERLE. Gewöhnlich wurden in der Vergangenheit solche Geschichten erzählt:

    "Rentnerin lag vier Wochen tot in ihrer Hochhauswohnung! Erst als Nachbarn auf den Geruch aufmerksam wurden, brach die Polizei die Tür auf."

    Dieses Beispiel stammt aus dem Ratgeber Solo in die Jahre kommen von Frank NAUMANN, der vor 15 Jahren erschien und seiner Zeit weit voraus war, denn dort hieß es:

    "Das kann Ihnen auch im Ehestand passieren. Nach fünfzig Jahren glücklicher Ehe stirbt Ihr Partner, und plötzlich stehen Sie allein da. Kaum Freunde, die Sie trösten, da Sie beide sich immer selbst genug waren. Die Kinder leben weit entfernt und stecken gerade in der Midlife-Krise. Für überlebende Partner steigt das Todesrisiko in den ersten Monaten nach der Verwitwung dramatisch an. Wenn es Sie jetzt erwischt, bleiben Sie ebenso unbemerkt wie die einsame Oma, die schon seit Jahren mit niemandem mehr ein Wort gesprochen hat."

    Frank NAUMANN setzte auf Freunde, modern gesprochen: soziale Netzwerke, als Helfer in der Not, EBERLE zeigt dagegen auf wie wichtig gute Nachbarschaft sein kann, denn:

    Wir haben das "Gefühl, dass wir ohnehin keine Wahl haben: wenn Familien schrumpfen, die globalisierte Arbeitswelt die Reste verstreut und die Sozialleistungen schwinden, ist der Nachbar oft der Einzige, der noch vor Ort ist, wenn Not am Mann herrscht."

    Nicht nur alarmistische Nostalgiker wie Frank SCHIRRMACHER, die mit rührseligen Geschichten vom Donner-Pass das Zurück zur althergebrachten Familie als Allheilmittel betrachten, übersehen, dass heutzutage die multilokale Mehrgenerationenfamilie die weit verbreiteste Lebensform ist. Und immer mehr ältere Paare leben getrennt zusammen (living apart together).

    Für Forscher wie Daniel ALDRICH ist die  Nachbarschaft bei der Bewältigung von Naturkatastrophen am hilfreichsten.

    EBERLE beschreibt die neuen Nachbarschaftshilfe, die z.B. durch Wohnprojekte, Tauschbörsen oder mittels Internet (nirio.com, allenachbarn.de) entstehen.

    Neu:
    ROTH, Jenni (2012): Der Tod bringt das Geschäft.
    Ein alleinstehender Mann stirbt. Er ist Ende Siebzig und hinterlässt weder Verwandte noch Freunde. Um die vielen Formalitäten, die nun erledigt werden müssen, kümmern sich Menschen, denen der Verstorbene nie begegnet ist. Eine Geschichte über das Ende,
    in:
    Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 24.11.

    "In Deutschland gibt es immer mehr alte Menschen. Drei Millionen Deutsche sind älter als 80 Jahre, 2040 sollen es neun Millionen sein. 90 Prozent dieser Senioren leben in Privathaushalten. Der Schluss: Es gibt auch immer mehr alte Menschen, die allein leben",

    behauptet Jenni ROTH. Tatsächliche hat die Zahl der über 65jährigen Alleinlebenden in den letzten Jahren abgenommen. Insbesondere die hohe Zahl der weiblichen Alleinlebenden ist zurückgegangen. Dagegen hat die wesentlich niedrigere Zahl der männlichen Alleinlebenden zugenommen.

     
           
       

    weiterführende Links

     
           
         
           
       
     
       

    Bitte beachten Sie:
    single-generation.de ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten

     
       
     
         
       
     
       
    © 2002 - 2017
    Bernd Kittlaus
    webmaster@single-generation.de Erstellt: 07. November 2002
    Update: 30. Januar 2017