"Ein trauriger Schelmenroman, eine
Passionsgeschichte in zwölf Stationen, ein moderner
Entwicklungsroman, bei dessen Lektüre wir nicht
wissen, ob wir lachen oder weinen sollen. Fritze ist
ein Mensch, der sich in der Gesellschaft nicht mit
einem bürgerlichen Beruf oder einer künstlerischen
Karriere zu verwirklichen sucht, sondern sein Talent
in einer Reihe von dubiosen Abenteuern wegwirft.
Denn er entwickelt lieber größenwahnsinnige
Phantasien und Lebensentwürfe, die allesamt zum
Scheitern verurteilt sind. Im Osten aufgewachsen,
kommt er noch als Kind in die junge Bundesrepublik.
Seine Abenteuer im Wirtschaftswunderland ergeben
eine Geschichte mißglückter Anpassung, verfehlter
Glücksansprüche und verqueren Widerstands. Egal,
welche Rolle er spielt, ob er manierierter
Schriftsteller ist, genialer Fußballer, abgefeimter
Drogenhändler oder erfolgreicher Versicherungsagent,
immer nimmt er das Maul zu voll, immer stimmt
irgendwas nicht, immer geht etwas schief."
Pressestimmen
"Friedmar Apel lehrt in Bielefeld
Germanistik, rezensiert für eine große Tageszeitung
und weiß, wie gute Literatur aussieht. Etwa so:
Nicht zu lang (180 Seiten), übersichtlich gegliedert
(zwölf Kapitel) und durch einen Anspruch geadelt:
die Mentalitätsgeschichte der Bundesrepublik als
Erziehungsroman zu erzählen."
(Florian Felix Weyh im
DeutschlandRadio vom 06.08.2003)
"Mit seinen Kapitelüberschriften aus der Requisite
des epischen Theaters erinnert »Das Buch Fritze« an
einen anderen großen Passionsroman über ein
lebenshungriges Energiebündel: Fritze leidet an
derselben gutmütigen Hybris wie Franz Biberkopf aus
Alfred Döblins »Berlin Alexanderplatz«. Irgendwann
geht Fritze in Fetzen durch die Stadt und ist
überzogen mit Pusteln und Schwären. Er ist ein
moderner Hiob, doch hat er keinen Gott, der seine
skurrilen Gebete erhört."
(Stephan Maus in der Süddeutschen
Zeitung vom 01.09.2003)