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Georg Klein: Die Entsorgung der singlefreundlichen Bonner Republik

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 1953 in Augsburg geboren
    • 1998 Roman "Libidissi"
    • 1999 Erzählband "Anrufung des Blinden Fisches"
    • 2001 Roman "Barbar Rosa"
    • 2002 Erzählband "Von den Deutschen"
    • 2007 Roman "Sünde, Güte, Blitz"
    • 2010 Roman "Roman unserer Kindheit"
 
       
   
  • Aktuellster Beitrag
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    Georg Klein in seiner eigenen Schreibe

     
       

    KLEIN, Georg (2001): Weniger Licht!
    Auf der Suche nach dem verlorenen Originalgefühl - oder: Warum ich kein junger Schriftsteller sein möchte,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 24.02.

    KLEIN, Georg (2001): Das englische Exil.
    Heimatkunde (19): Heimatlos sind wir, wo wir radebrechend ins Leere tasten. Im Raum der deutschen Sprache,
    in:
    Frankfurter Rundschau v. 16.05.

    Der Shooting Star der deutschen Literaturszene Georg KLEIN macht sich Gedanken über die Deutschen und ihren neuesten Weg zum "Volk ohne Raum":

    "Am Strand von Fuerteventura (...) haben meine Frau, unsere Söhne und ich (...) deutsche Heimatvertriebene kennengelernt: Ein kinderloses Ehepaar Mitte Sechzig, beide Zahnärzte im Ruhestand, die fast das ganze Jahr auf den Kanaren verbringen. (...) Sie seien beide als Kinder mit demselben Treck aus Ostpreußen geflohen. Die Erinnerungen an Ihre Geburtsstadt Königsberg sei nur schwach, um so deutlicher aber habe sich die Abneigung, ja Feindseligkeit eingeprägt, mit der die süddeutschen Einheimischen die Flüchtlingsfamilien aufgenommen hätten (...). Wir Kurzzeiturlauber waren uns nicht ganz sicher, wieso diese beiden schwäbischen Ostpreußen, warum diese deutschen Zahnärzte im Exil so beklemmend rührend auf uns wirkten (...) Und als ich die beiden, an unserem Abreisetag, noch einmal im Kreis von Landsleuten in einem Café sitzen sah und laut Deutsch sprechen hörte, kam mir plötzlich die alte angstschwangere Nazi-Phrase vom 'Volk ohne Raum' in den Sinn. Wie viele moderne Völker und Völkchen sind wir Deutsche dabei, ein Volk ohne Raum zu werden. Immer mehr Menschen bedeutet es wenig, wo sie ihre Mutter geboren hat, wohin sie die Wechselfälle der Ausbildung und des Erwerbslebens bis jetzt geführt haben und noch führen werden (...). Welchen Raum kann ein Heimatverlorener noch verlieren? (...) Er sucht, ob er es sich eingesteht oder nicht, einen TV-Kanal, auf dem Deutsch gesprochen wird (...). Heimat hat heute, wer noch eine Sprache sein eigen nennt, die eine ganze Welt fassen kann. Heimatlos sind wir, wo wir radebrechend ins Leere tasten (...). Wer Sprachraum aufgibt, wer eine Tür seiner Muttersprache nach der anderen zuwirft, als wollte er bestimmte Zimmer nie mehr betreten, der treibt sich selbst ins Exil."

    Während in der heutigen Zeitgeist-Debatte Deutschland als ein "Raum ohne Volk" thematisiert wird, dreht KLEIN quasi den Spieß um. Jeder kann sich selbst seinen Reim darauf machen, was KLEIN damit sagen möchte...

    Was es heißt, wenn die Deutschen in Deutschland ein "Volk ohne Raum" werden:
    Sterben die Deutschen aus? - Die Rhetorik des Aussterbens

    Martin Hecht: Heimat für die Neue Mitte oder das Single-Dasein als Heimatlosigkeit

    KLEIN, Georg (2002): Die nahen Toten.
    Schriftstellertreffen. Ein Beitrag für Elmau,
    in: Freitag Nr.21 v. 17.05.

    KLEIN berichtet vom Schriftstellertreffen auf Schloß Elmau

    KLEIN, Georg (2002): Der starke Leser.
    Über den Ehrl-König-Rummel,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 05.07.

    KLEIN, Georg (2002): Todtenweis.
    Eine Ehe-Erzählung,
    in: Frankfurter Rundschau v. 14.09.

    KLEIN, Georg (2007): In den Gehäusen unserer Zukunft.
    Die Zukunft von gestern (8): Wenn die Verelendung kommt - Harry Harrisons Roman "Make Room! Make Room!",
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 18.05.

    "Kann man von einem Einzelnen ernstlich verlangen, dass er sich mehr als um sein Glück um die Zukunft der Menschheit sorgt? Der Roman «Make Room! Make Room!» von Harry Harrison erschien 1969, drei Jahre nach der amerikanischen Originalausgabe, unter dem Titel «New York 1999» auf Deutsch. Das New York, das der Held, der Kriminalbeamte Andy Rusch, durchstreift, beherbergt 35 Millionen Einwohner, die durch eine rigide Staatsmacht mit synthetischen Lebensmitteln obskurer Herkunft und knapp bemessenen Wasserrationen am Leben erhalten werden. Rusch teilt sich ein Einzimmerappartement mit dem alten Solomon Kahn. Die extreme Wohnungsknappheit hat den Greis und den jungen Polizisten zusammengebracht, und im Kampf um die Bewältigung des von Mangel und Widrigkeiten bestimmten Daseins sind sie Freunde auf engstem Raum geworden. (...).
                
    (...).
    Wer die Leinwand-Adaption mit Edward G. Robinson und Charlton Heston kennt, die unter dem Titel «
    Soylent Green» ein Klassiker des Science- Fiction-Films geworden ist, weiss, wie die erbärmliche Bude der beiden zugleich ein schützendes Gehäuse, ja sogar eine Art Glückskammer darstellen kann. Im Buch wie im Film versammelt das Appartement auf rührend nostalgische Weise nicht nur ramponierte Überbleibsel der reichen früheren Jahrzehnte, sondern es ist dazu der Ort, wo Freundschaft, Vertrauen und Humor eine letzte Zuflucht gefunden haben.

                 Draussen aber tobt die neue Zeit", meint der Schriftsteller Georg KLEIN

    KLEIN, Georg (2007): Anmut und Mut der Jugend,
    in: Frankfurter Rundschau v. 16.06.

    Die FR beginnt eine Sommer-Serie über die Jugend. Der Schriftsteller Georg KLEIN macht den Anfang:

    "Zum Jungsein gehört das Vermögen, sich die kommende Lebenszeit als etwas lustvoll Ungewisses imaginieren zu können. Diese Lust darf auch Angstlust sein. Der eigentümliche Mut, mit dem die Jungen in die Zukunft blinzeln können, wird nicht dadurch geschmälert, dass sie an manchen Tagen auf recht weichen Knien und meist ohne jeden klaren Plan durch die Landschaft der Gegenwart stapfen. Der Mut der Jugend muss ohne hinreichende Erfahrung auskommen, und so ist sein Vorwärts der Kühnheit oft näher als der Tapferkeit.
                 Man muss nur vergleichen, wie hierzulande der Erwachsene in der Regel seine Lebensrestzeit ins Auge fasst. Nicht Furcht vor einer ungewissen Zukunft, sondern eine matt fatalistische, manchmal melancholische, nicht selten latent depressive Zukunftsgewissheit kennzeichnet in unseren Breiten die Unjungen."

    KLEIN, Georg (2007): Nacht mit dem Schandwerker. In: Johannes Ullmaier (Hg.) Schicht! Arbeitsreportagen für die Endzeit, Frankfurt a/M: Suhrkamp, S. 238-258

    KLEIN, Georg (2009): Nackt im Kreuzfeuer der Möglichkeiten.
    Sven Hillenkamp zeigt, warum die besten Bedingungen, die Liebe je hatte, ihr zum Verhängnis werden,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 15.10.

    Rezension des Buches Das Ende der Liebe von Sven HILLENKAMP
     
           
       

    Georg Klein im Gespräch

     
       

    N.N: Interview zu Sünde, Güte, Blitz

    Neu:
    TRAHMS, Gisela (2010): "Erinnern ging nicht ohne Schmerz".
    Leipziger Buchmessen-Preisträger Georg Klein: Wenn anderen der Mund offensteht, genießt der Erzähler seine Macht. Der Schriftsteller Georg Klein über Kinderbanden, die Magie von Namen und seinen "Roman unserer Kindheit",
    in: taz.de v. 18.03.

     
           
       

    Roman unserer Kindheit (2010)
    Reinbek:
    Rowohlt Verlag

     
       
         
     

    Klappentext

    "»Erzähl schon!«, sagt sie schließlich, und es klingt merkwürdig dumpf. Der Ältere Bruder aber hebt den Kopf und guckt über die Büsche und Baumspitzen in den weiß betupften Himmel.

    Ein scheinbar ewiger Sommer umfängt Neubaublöcke, amerikanische Kasernen, ein verlassenes Wirtshaus unter uralten Kastanien und die Laubenkolonie, wo die Kinder der Neuen Siedlung sich die großen Ferien vertreiben. Langsam, kaum merklich, sickert das Unheimliche ein: Ein Mord wird angekündigt, dann kommen die Boten, buchstäblich aus einer anderen Welt. Und es sieht aus, als könnten sie zumindest eines der Siedlungskinder auf die Nachtseite dieses Sommers hinüberziehen.

    »Roman unserer Kindheit« ist zugleich ein radikal autobiographisches und magisch-phantastisches Buch, ein Kindheitsroman voll fiebrigem Witz und dunkler Einsicht."

     
         
     
           
       

    Rezensionen

    PERSON, Jutta (2010): Der Exorzist im Bärenfell.
    Wiederholungszwang: Im "Roman unserer Kindheit" will Georg Klein alle Urschrecken bannen,
    in: TAZ v. 13.03.

    KREKELER, Elmar (2010): Imperium des Sommers.
    Georg Klein schreibt einen Kinderbandenabenteuerroman über die frühen Sechziger und ist Mitfavorit für den Preis der Leipziger Buchmesse,
    in:
    Welt v. 14.03.

    STERNBURG, Judith von (2010): Würmchens Sommer,
    in: Frankfurter Rundschau v. 16.03.

    SCHMIDT, Christopher (2010): Sommer, Sonne, Bär.
    Georg Klein erzählt in seinem "Roman unserer Kindheit" schaurig-grandios von den frühen Raubtierjahren des Lebens und dem Bestiarium der Herkunft,
    in: Literaturbeilage der Süddeutschen Zeitung v. 16.03.

    TEUTSCH, Katharina (2010): Wenn die Stollen Trauer tragen.
    Nicht nachfragen, lieber Leser, sonst holt dich der Wespenmann: Der schwarze Magier Georg Klein verhext eine Ruhrpott-Kindheit in einen düsteren, bluttriefenden Sommernachtstraum,
    in: Literaturbeilage der Frankfurter Allgemeinen Zeitung v. 17.03.

     
           
       

    Von den Deutschen (2002)
    Reinbek:
    Rowohlt Verlag

     
       
         
     

    Leseprobe

    "Der Ankauf des Häuschens hatte den finanziellen Spielraum unserer jungen Ehe kühn überschritten. Die Siedlung Todtenweis war damals schon als schick entdeckt, und allerlei betuchtes Volk begann dorthin zu ziehen. Inzwischen sind viele der Erstbesitzer, vor allem die Singles und die kinderlosen Paare, wieder weg, haben verkauft oder vermietet. Auf uns hingegen lastet ein Kredit. Für unsere süßen Kleinen müssen wir draußen in der Welt sauer bezahlen."
     
    (aus: Frankfurter Rundschau vom 14.09.2002)

     
         
     
           
       

    Rezensionen

    KRAUSE, Tilman (2002): So brav sind die Deutschen.
    Georg Klein oder die literarische Wiedergeburt des Nationalgefühls aus dem Geist der U-Kultur,
    in:
    Welt v. 21.09.

    GROß, Thomas (2002): Erzgebirglers Heimatlied.
    Georg Klein erzählt "Von den Deutschen",
    in: Mannheimer Morgen v. 25.09.

    SCHNEIDER, Wolfgang (2002): Der Kanzler isst eine Bratwurst.
    Wie man deutschen Klischees literarischen Mehrwert abgewinnt,
    in: Literaturen, Nr.10, Oktober

    SCHMIDT, Thomas E. (2002): Die archaische Zukunft.
    Georg Klein blickt stoisch wie ein Römer aufs ferne Germanien,
    in: Die ZEIT Nr.41, Literaturbeilage vom 02.10.

    Infos zu: Thomas E. Schmidt - Autor der Single-Generation

    OSTERKAMP, Ernst (2002): Deutsche Denker im dreckigen Dutzend.
    Mit Manier: Georg Kleins Erzählungen,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 08.10.

    MANGOLD, Ijoma (2002): Heimat in schwieriger Zeit.
    Wackere Exilfranken und türkischstämmige Frankfurter.
    In "Von den Deutschen" scheut Georg Klein nicht den deutschen Weg,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 09.10.

    Infos zu: Ijoma Mangold - Autor der Generation Golf

    MELLER, Marius (2002): Der Altkayser und der Kakerlakenkönig.
    "Von den Deutschen": In zwölf Erzählungen zeichnet Georg Klein ein Panoptikum neu- und altdeutscher Art und Unart,
    in: Frankfurter Rundschau v. 09.10.
     
    WEYH, Florian Felix (2002): Auch Ruinen imponieren.
    Georg Kleines neuer Erzählungsband "Von den Deutschen",
    in: Tagesspiegel v. 09.10.

     
       

    Georg Klein im WWW

    http://www.devries-klein.de
     
       

    weiterführende Links

     
         
       
     
       

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    Bernd Kittlaus
    webmaster@single-generation.de Erstellt: 03. Oktober 2002
    Update: 27. März 2015