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Christian Rickens: Die neuen Spießer

 
       
     
       
   
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    Christian Rickens in seiner eigenen Schreibe

     
       

    RICKENS, Christian (2007): Angriff der Spießer.
    Faule Arbeitslose, Jugendliche ohne Werte, Frauen im Gebärstreik - so sieht das Schreckensszenario aus, mit dem uns die neuen Bürgerlichen immer wieder belästigen. Hinter ihren "neuen" Thesen steckt aber nur alter Konservatismus,
    in: Neon, März

    RICKENS, Christian (2007): Der Anti-Methusalem.
    Anfang dieses Jahres verstarb der Volkswirt und Soziologe Karl Otto Hondrich. Sein letztes Werk ist eine lesenswerte Attacke gegen das allgegenwärtige demografische Panikgeschrei,
    in: Manager-Magazin, H.4, April

    Rezension des Buches Weniger sind mehr von Karl Otto HONDRICH.

    RICKENS, Christian (2007): Ohne schlechte Laune träumen.
    Links gegen neoliberal, das heißt viel Staat gegen wenig Staat, niedrige Steuern gegen hohe Steuern, Oskar Lafontaine gegen Hans-Olaf Henkel. Oder gibt es einen linken Neoliberalismus? Und wenn ja, warum nicht?
    in: manager-magazin.de v. 29.08.

    Christian RICKENS war auf einem Kongress der digitalen Bohème, wo über einen linken Neoliberalismus diskutiert wurde. Zum Stichwort Umverteilung fällt ihm u.a. OPASCHOWSKIs Minimex-Modell ein:

    "Stichwort Umverteilung: Wer links ist, bejaht Umverteilung. Man kann sich aber auch als Linker dazu bekennen, dass diese Umverteilung möglichst effizient organisiert werden sollte – und wird sich in dieser Forderung mit jedem Neoliberalen einig wissen. Effizient ist Umverteilung dann, wenn sie die Anreize zu eigener Leistung möglichst wenig verzerrt. Also das genaue Gegenteil vom derzeitigen Sozialversicherungssystem, in dem einseitig der Faktor Arbeit mit Abgaben belegt wird. Und in dem es sich für Arbeitslose vielfach nicht lohnt, eine geringqualifizierte Arbeit anzunehmen, weil ihnen das schmale Gehalt größtenteils wieder vom Hartz-IV-Satz abgezogen würde.
                
    (...).
    Ein linker Neoliberaler müsste also fordern, dass die Umverteilung über das Steuersystem organisiert wird und dass alle Einkommensarten in die Besteuerung einbezogen werden, also auch Kapitaleinkünfte. Faktisch läuft diese Forderung auf eine negative Einkommensteuer hinaus, zum Beispiel in der Form wie sie der Sozialwissenschaftler Horst Opaschowski vor wenigen Tagen in seinem
    Minimex-Modell vorgestellt hat.
    "

    RICKENS, Christian (2008): Linke sollten es einmal mit der Freiheit probieren.
    Christian Rickens erkennt Chancen für ein neues linkes Lebensgefühl. Doch nur, wenn es soziales Gerechtigkeitsempfinden mit dem Erbe des Liberalismus verbindet,
    in: Welt am Sonntag v. 17.08.

    RICKENS, Christian (2008): Lafontaine mit Latte macchiato, bitte!
    Linkssein ist wieder so hip wie ein Pali-Tuch um den Hals. Doch ist das Ausdruck echter Haltung oder bloßer Hype? Christian Rickens nähert sich in seinem neuen Buch "Links" einem Lebensgefühl zwischen Pose, Protest und Piefigkeit. Lesen Sie exklusiv Auszüge,
    in: Spiegel Online v. 19.08.

     
           
       

    Christian Rickens im Gespräch

     
       

    Neu:
    JELLEN, Reinhard (2011): "Überraschend wenig komplett Wahnsinnige".
    Interview mit Christian Rickens über Reiche in Deutschland,
    in: Telepolis v. 08.08.

     
           
       

    Ganz oben (2011).
    Wie Deutschlands Millionäre wirklich leben
    Köln:
    Kiepenheuer & Witsch

     
       
         
     

    Klappentext

    "Wie tickt die deutsche Oberschicht?

    In Deutschland leben rund 800.000 Menschen mit einem Vermögen von mehr als einer Million Euro. Über die Lebenswelt dieser Millionäre ist, jenseits der Klischees, die in Gala oder Bunte kolportiert werden, kaum etwas bekannt. Wie lebt und denkt diese Vermögenselite wirklich? Wie erzieht sie ihre Kinder, wofür gibt sie ihr Geld aus, wie sichert sie ihre gesellschaftliche Stellung und übt ihre politische Macht aus?

    Unzählige Studien beschäftigen sich mit der sogenannten Unterschicht. Doch es gibt kaum Veröffentlichungen über die Oberschicht. Christian Rickens bewegt sich von Berufs wegen in der Welt der Unternehmer, Firmenerben oder Topmanager; bei unzähligen Gelegenheiten hat er der deutschen Oberschicht aufs Maul geschaut. Er nimmt uns mit auf eine Reise durch Fabrikantenvillen und Vorstandsetagen, zu Segelregatten auf die Ostsee oder zu Poloturnieren am Tegernsee.

    Wird die deutsche Oberschicht ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht? Rickens gelangt zu einem differenzierten Urteil: Ja, die reichen Deutschen arbeiten mehr als der Bevölkerungsdurchschnitt, sie engagieren sich häufiger ehrenamtlich. Doch zugleich reflektieren sie erschreckend wenig über ihre Privilegien. Viele Angehörige der Elite begegnen den demokratischen Spielregeln mit großem Misstrauen und beanspruchen ganz selbstverständlich eine bessere Erziehung für ihre Kinder oder den direkten Zugang zu politischen Entscheidungsträgern."

     
         
     
           
       

    Rezensionen

    MÄRZ, Ursula (2011): Eine Klasse für sich.
    Bei den Millionären hierzulande erkennt der Journalist Christian Rickens eine deutliche Tendenz zur Abschottung. Seine Feldstudie "Ganz oben" ist die anschauliche Bestandsaufnahme eines Landes, in dem Arm und Reich immer weiter auseinanderdriften,
    in: DeutschlandRadio v. 13.04.2011

     
           
       

    Links! (2008).
    Comeback eines Lebensgefühls
    Berlin: Ullstein

     
       
         
     

    Klappentext

    "Was ist heute links? Und warum erleben linke Positionen gerade jetzt ein überraschendes Comeback? In seinem neuen Buch liefert Christian Rickens eine erhellende Bestandsaufnahme linker Werte und Ideale. Er entlarvt überholte Denkmuster und plädiert für die Renaissance eines linken Liberalismus.

    Links ist längst wieder in das zeigen nicht nur die Wahlerfolge von Lafontaine&Co. Selbst CDU und FDP haben ihre soziale Seite entdeckt und fordern mehr Gleichheit, mehr Staat, mehr Absicherung. Umfragen zeigen: Immer mehr Bundesbürger bezeichnen sich selbst als links. Und in der Jugendkultur feiern typische Stilelemente der 68er eine glorreiche Rückkehr: Che-Guevara-T-Shirts, Vollbärte und Bundeswehr-Parkas. Rickens analysiert die Ursachen des neuen Linksrucks, hinterfragt ihn aber auch kritisch: Denn viele Positionen, die heute als links daherkommen, stehen im Widerspruch zu zentralen Wertvorstellungen linker Ideologie. Oft geht es weniger um Aufbruchsgeist und Freiheitsdrang als um Angst, Unsicherheit und Besitzstandswahrung. Ein zeitgemäßes linkes Denken hingegen braucht neue Ideen. Christian Rickens sagt, wie sie aussehen könnten."

     
         
     
           
       

    Rezensionen

    BÖLL, Sven (2008): Komm wieder Lebensgefühl.
    Christian Rickens vermisst das Linkssein als freiheitliche Geisteshaltung neu - und entdeckt vernachlässigte Verbindungen zum Liberalismus,
    in: Berliner Republik, Nr.5

    SCHROEDER, Klaus (2008): Plädoyer für einen linken Liberalismus,
    in: DeutschlandRadio v. 24.08.

    STÖHR, Mark (2008): Mehr als nur dagegen sein.
    "Wie lebt man solidarisch, ohne bei den Jungs von Verdi zuarbeiten?", fragt der Wirtschaftjournalist Christian Rickens in seinem Buch "Links!",
    in: Stern v. 27.08.

    FLORIN, Christiane (2008): Links durch die Mitte.
    Der Kapitalismus verliert selbst bei braven Bürgern seine Kreditwürdigkeit. Sachbücher und Salons zeigen sich von der sozialkritischen Seite. Armut ist das Thema der Saison,
    in: Rheinischer Merkur Nr.39 v. 25.09.

    Christiane FLORIN bespricht die Bücher Die Ausgeschlossenen von Heinz BUDE, Aufstand der Unterschicht von Inge KLOEPFER und Links! von Christian RICKENS.

    KIONTKE, Jürgen (2008): Plötzlich sind alle links.
    Während die Linke seit Jahren davon überzeugt ist, dass Gesellschaft, Politik und ­Diskurse immer rechter werden, sieht der Business-Journalist Christian Rickens die Welt mit anderen Augen. Linke Werte stünden überall hoch im Kurs, und noch nie sei die CDU so links gewesen wie unter Angela Merkel,
    in: Jungle World Nr.40 v. 02.10.

    STEINBAUER, Agnes (2008): Zur Sonne,
    in: TAZ v. 02.10.

    MISIK, Robert (2008): Linksliberalismus 2.0.
    Die Linke ist zurück – aber sie ist ängstlich und verzagt - Der deutsche Publizist Christian Rickens will sie zum Zukunftsoptimismus verführen,
    in: Der Standard v. 04.10.

    VIERICH, Thomas Askan (2008): McAbendland ist abgebrannt,
    in: Falter Nr.42 v. 15.10.

    ROTHSCHILD, Thomas (2008): Der Traum von der Gerechtigkeit.
    Regierungserklärung: Neue Bücher über das linke Lebensgefühl und eine linke Politik,
    in: Freitag Nr.42 v. 16.10.

    TOLMEIN, Oliver (2008): Der Abschied vom Sozialstaat Bismarckscher Prägung,
    in: DeutschlandRadio v. 01.12.

    KLOPP, Tina (2009): What's left,
    in: Konkret, Februar

     
           
       

    Die neuen Spießer (2006).
    Von der fatalen Sehnsucht nach einer überholten Gesellschaft
    Berlin: Ullstein

     
       
         
     

    Klappentext

    "Wie spießig sollen wir noch werden?

    Familie, Glaube, Vaterland: Gebetsmühlenhaft posaunen die Vertreter der »Neuen Bürgerlichkeit« ihre konservativen Ansichten und Bedürfnisse ins Land - und niemand hält dagegen. Bis jetzt. Eine fällige Abrechnung.
    Die neuen Spießer sind auf dem Vormarsch. Sie wollen uns erzählen, dass der Zeitgeist konservativ sei und eine Rückkehr zu bürgerlichen Werten und Tugenden zwingend - nur so könne man Deutschlands Niedergang aufhalten. Doch was ist dran an den Thesen der »Neuen Bürgerlichkeit«? Was ist Provokation, was irrationale Schwarzmalerei? Wo irren Schirrmacher, Hahne & Co.?
    Mit analytischer Schärfe und Klarsicht hinterfragt Christian Rickens erstmals die Ideen und Positionen der neubürgerlichen Propheten und räumt mit deren Vorurteilen, Mythen und Denkfehlern auf. Denn in Wahrheit handelt es sich bei dem Phänomen der neuen Spießer um den untauglichen Versuch, die Probleme von heute mit Rezepten von vorgestern zu lösen."

    Inhaltsverzeichnis

    Prolog: Und ich dachte immer, wir wären die Spießer

    1. Die neue Bürgerlichkeit: Karriere eines Begriffs

    Damals in den niedlichen Neunzigern
    Vom Privaten ins Politische
    Im Kopf des gebildeten Spießers
    Freiheit war schon immer verdächtig
    Das System ändern, nicht die Menschen

    2. Der demographische Wandel oder: Hilfe, die Deutschen sterben aus?

    Die Verlockungen der Demographie
    Die Kurzschlüsse des Herwig Birg
    Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?
    Ohne Wachstum ist alles nichts
    Wer ist hier eigentlich egoistisch?

    3. Werteverfall oder: Die Achtundsechziger haben uns zu Egoisten gemacht!

    Rudi ist an allem schuld
    Wertewandel statt Werteverfall
    Was ihr wollt
    Wir hier oben, ihr da unten
    Schluss mit dem Toleranzterror!

    4. Die Unterschicht oder: Wer wirklich Arbeit will, der findet auch welche

    Können wir uns Mitleid nicht mehr leisten?
    Die Verlierer der Globalisierung
    Die mobilen Gewinnen
    Dosenwurst statt Wissensdurst
    Die Angst der Mittelschicht
    Die neuen Leibeigenen
    Wo Werte nicht weiterhelfen

    5. Der Niedergang der Familie oder: alles Schlampen außer Mutti!

    Was Frauen wollen
    Doppelt verdient hält besser
    Zwei Kinder sind genug
    Der Einstein von Neukölln
    Scheiden tut weh - Dableiben auch
    Nationalökonomie oder Nationalcharakter

    6. Der neue Kulturkampf oder: Im Theater ziehen sich immer die Falschen aus!

    Was soll daran Kunst sein?
    Beifall von der falschen Seite
    Kultur im Dienste der Gesellschaft

    7. Die Rückkehr des Patriotismus oder: Hitler war ja gar kein Deutscher

    Das Ende der Spaßbadgesellschaft
    Vorwärts und endlich vergessen
    Hitler als Freak-Unfall
    Hamburg, Hamburg über alles

    8. Die Ausländer oder: Nichts gegen Fremde - aber diese Fremden sind nicht von hier!

    Die brandenburgische Parallelgesellschaft
    Fünf verlorene Jahrzehnte
    Ich wer' Hartz IV!
    Kuschelpädagogen an die Front
    Mein Multikulti-Traum

    9. Der Ökowahn oder: Ein Land durch Mülltrennung gelähmt

    Löst Wachstum das Klimaproblem?
    Ivar ist nicht alles
    Ein Denkmal für den Ökospießer
    Mutti tritt aufs Gas

    10. Wieso, weshalb, warum: Zehn Thesen zur neuen Bürgerlichkeit

    Epilog: Lob der Ikea-Family-Card

     
         
     
           
       

    MISIK, Robert (2006): Trickkiste der bauernschlauen Boulevard-Helden.
    Spießigkeit ist die ultimative Coolness? Unsinn, sagt Christian Rickens in seinem Konter-Pamphlet zur neuen Bürgerlichkeit. Die Schirrmachers & Co verwechseln nur absichtlich Ursache mit Effekt,
    in: TAZ v. 30.12.

    "Dass der bindungslose Individualismus an der demografischen Krise schuld sei - Unsinn, schließlich war der schärfste Einbruch in den Geburtenraten in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts zu verzeichnen und nicht nach dem berühmten Pillenknick. Das heißt nicht, dass es mit klugen Maßnahmen nicht für die Familien erleichtert werden soll, mehr Kinder zu bekommen - zumal es an geschwundener Kinderliebe gewiss nicht liegt. Im Jahr 2002 verbrachten Kinder unter sechs Jahren im Schnitt pro Tag sechs Stunden und fünfzig Minuten bei gemeinsamen Aktivitäten mit Mutti und/oder Vati. Zehn Jahre zuvor waren es nur sechs Stunden und zwei Minuten.
    Gerade weil es die neuen Spießer von Peter Hahne, Matthias Mattusek, Ulf Poschardt, Udo di Fabio bis Frank Schirrmacher so gedreht haben, dass heute oft die Spießigkeit als die neue Coolness erscheint, ist Rickens Konter-Pamphlet erfrischend
    ",

    meint Robert MISIK, der sich zwar als Anwalt einer neuen sozialen Linken versteht, hier aber  eindeutig von RICKENS' Scheinangriff auf die Neu-Bürgerlichen geblendet wird. Zwischen Christian RICKENS' Buch Die neuen Spießer und Ulf POSCHARDTs Einsamkeitsfibel gibt es z.B. mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede. Beide verstehen sich als Anwälte der kaufkraftstarken, kinderlosen Karrierefrau. Sie sind in diesem Sinne Verbündete im F-Klassenkampf von Thea DORN.  Die Spaltung der Gesellschaft verläuft in beiden Konzepten nicht zwischen Eltern und Kinderlosen, sondern zwischen Eliten und Nicht-Eliten. Geringverdienende Singles - ob männlich oder weiblich - spielen in diesem elitären Milieu der neuen Mitte keine Rolle. RICKENS plädiert dafür, eindeutige Gruppen von Reformgewinnern zu schaffen. Dies aber heißt vor allem, dass es viele  Reformverlierer geben wird, die RICKENS mit einer "Grundsicherung auf dem Niveau des Existenzminimums" abspeisen möchte. Pate steht hierfür das Modell des neoliberalen Ökonomen Thomas STRAUBHAAR. Der demografische Wandel kann RICKENS deshalb auch vollkommen egal sein, denn die Rente soll zugunsten der Grundsicherung ganz entfallen:

    "Jenseits der Grundsicherung könnte eine weit weniger regulierte Wirtschaft erblühen als heute - ohne Debatten über Mindestlöhne oder steigende Rentenversicherungsbeiträge",

    verspricht sich RICKENS. Freiheit für die Eliten, endlose Debatten um die gerechte Höhe des Existenzminimums für die Massen, könnte man diese schwarz-grüne Vision auf den Punkt bringen.  Bezeichnenderweise lässt sich die Doppelmoral von RICKENS an Paul KIRCHHOF festmachen. KIRCHHOF ist ein ausgewiesener Singlefeind, der nationalkonservative Positionen vertritt und Kinderlose durch ein Elternwahlrecht zu Menschen zweiter Klasse deklassieren möchte. In diesem Sinne wäre er als Neubürgerlicher zu klassifizieren. RICKENS jedoch will in KIRCHHOF nur einen lupenreinen Neoliberalen sehen, d.h. er blendet seine Positionen zu Kinderlosen konsequenterweise aus, um sich allein auf dessen Steuerkonzept ("Flat tax") zu konzentrieren, das die  Erfolgreichen bevorzugt, also genau das macht, was RICKENS möchte: die Kluft zwischen Arm und Reich schnellstmöglich zu vergrößern. Dass die soziale Ungleichheit in Deutschland zunehmen muss, rechtfertigt RICKENS in einem eigenen Kapitel. In dem lesenswerten Buch Deutschland - eine gespaltene Gesellschaft ist nachzulesen, dass die entscheidende Konfliktlinie nicht zwischen Eltern und Kinderlosen, Jungen und Alten, sondern zwischen Reichen/Eliten und Armen/Massen verläuft. Das Buch von Christian RICKENS macht deutlich, dass die zunehmende soziale Ungleichheit keineswegs nur der Globalisierung anzulasten ist, sondern durch die Mentalitäten der neuen Mitte zusätzlich forciert wird.

    Die Rückkehr der Klassengesellschaft - Oder der lange Abschied von den Individualisierungsverheißungen

    MÄRZ, Ursula (2007): Pamphlet gegen die neue Bürgerlichkeit,
    in: DeutschlandRadio v. 09.01.

    "Rickens gibt sich als aufgeklärter Realist aus und hat in vielen Punkten Recht. Er stellt die Demographiedebatte, das Kernstück der neokonservativen Argumentation, vom Kopf und die Füße, und weist nach, dass die geringe Geburtenrate der Deutschen nicht verwöhnten karrieresüchtigen Akademikerinnen anzulasten ist, die keine Kinder wollen, sondern der Tatsache, dass zeitgenössische Eltern nur noch ein Kind, höchstens zwei wollen. (...).
                 Was an Christian Rickens Polemik (...) irritiert, sind weniger seine Thesen, denn ihre Aufbereitung in der Form eines Buches, dessen flotter, flüchtiger, persönlicher Stil einem Zeitschriftenartikel mit Verfallsdatum angemessener erscheint als einem Sachbuch, das die Bezeichnung verdient. Rickens Buch ist, von seinem Inhalt abgesehen, beispielhaft für die Tendenz des Buchmarktes zur Saisonproduktion, die Meinungen, Trends, Debatten so schnell aufgreift, wie sie sie wieder vergisst
    ",

    meint Ursula MÄRZ, die es ja wissen muss, denn im April letzten Jahres entdeckte sie das kinderarme Milieu:

    "In der Diskussion über den demographischen Wandel in Deutschland wurde zuletzt wiederholt eine allgemeine Kinderarmut beklagt. Dabei ist Kinderlosigkeit vor allem in bestimmten mittelständischen Milieus anzutreffen."

    Im März urteilte MÄRZ noch über SCHIRRMACHERs Saisonprodukt Minimum:

    "Offensichtlich geht es in Frank Schirrmachers neuem Sachbuch um den dramatischen Verlust gesellschaftlicher Bindungs- und Fürsorgekraft durch das Aussterben des Familiarismus. Dieser Gedanke ist nicht neu, er ist auch nicht gerade selten. Aber er ist durchaus wichtig, ja, für die Zukunft unserer Kinder und Kindeskinder höchstwahrscheinlich höchstwichtig. Er sollte durchaus ins allgemeine Bewusstsein eindringen."
                
    Und im Mai des Jahres davor lautete der Befund:
                 "Das wirklich Beunruhigende am rätselhaften Nachwuchsmangel liegt darin, dass er kein Rätsel ist. Er ist evident. Er ist es insofern, als ein Leben ohne Kinder den bewussten und unbewussten Daseinsidealen einer modernen Gesellschaft angemessener ist als ein Leben mit Kindern."

    Nur so stellt man die Demografiedebatte vom Kopf auf die Füße...

    HERZINGER, Richard (2007): Spießer in neuem Gewand.
    Alle Werte verfallen, und schuld sind die Achtundsechziger - dieses Urteil ist fast schon Allgemeingut geworden. Ein junger Autor hält dagegen: Die Moral der liberalen Gesellschaft ist viel besser als ihr Ruf,
    in: Welt am Sonntag v. 14.01.

    HENSCHEL, Gerhard (2007): Sehnsucht nach vorgestern.
    Christian Rickens rechnet ab mit den Vertretern der "neuen Bürgerlichkeit" - für ihn sind sie schlichtweg "Spießer",
    in: Psychologie Heute, Mai

     
       

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    Bernd Kittlaus
    webmaster@single-generation.de Erstellt: 06. Dezember 2006
    Update: 04. April 2015