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- SCHWÄGERL,
Christian (2002): Im Räuberstaat.
Wie die Regierung uns belügt und wie wir uns alles gefallen
lassen,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 15.11.
- Inhalt:
SCHWÄGERL meint, dass mit dem
Abschlußbericht der Enquête-Kommission des
Bundestags "Demografischer Wandel" bereits alles zum
Thema "Umbau des Sozialstaats" gesagt worden sei und resümiert:
"Rot-Grün,
das wird heute im Bundestag zu besichtigen sein, wird zum
Kampfeinsatz gegen die junge Generation. So haben es Schröder und
Fischer auch gewollt. Kurz nach der Wahl haben sie entschieden,
daß in den Apparaten allein ihre Generation das Sagen haben soll.
So machen sie
Generationenpolitik pur, auf Kosten des Gemeinsinns."
- SCHWÄGERL,
Christian (2004): Schockprävention.
Nicht nur Kinder fehlen, sondern auch Demographen,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 27.01.
- Inhalt:
SCHWÄGERL berichtet über eine
bevölkerungspolitischen Offensive:
"Zum Sommersemester 2004 will
Vaupel zusammen mit der Universität das »Rostocker Zentrum zur
Erforschung der Ursachen und Konsequenzen des demographischen
Wandels« gründen. Zum bestehenden Lehrstuhl und den zwei
Honorarprofessuren sollen sukzessive drei ordentliche,
demographisch orientierte Lehrstühle und sechs Juniorprofessuren
hinzukommen (...). Das ist ein gewaltiger Aufschwung für eine
bislang dürr besetzte Disziplin."
- SCHWÄGERL, Christian (2004): Im alten
Land.
Raum ohne Volk: Zwischen Usedom und Fichtelgebirge wird man schon
im Jahr 2020 kaum noch Menschen begegnen,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 23.04.
- SCHWÄGERL, Christian (2004): Alt,
Europa.
Die demographische Lage nach den Neubeitritten,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 14.05.
- Inhalt:
Christian SCHWÄGERL berichtet über ein Seminar des
Berlin-Instituts zum Thema der demografischen Situation in den
osteuropäischen Ländern.
- SCHWÄGERL, Christian (2004): Nicht ohne
meinen Lebensgefährten.
Atmosphärisch ist das sehr belastend: Deutschland schadet der
Wissenschaft mit dem Zuwanderungsgesetz,
in: Frankfurter
Allgemeine Zeitung v. 25.05.
- SCHWÄGERL, Christian (2004): Die leere
Wippe.
Kann und soll der Staat die Entscheidung für Kinder erleichtern?
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 08.09.
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SCHWÄGERL, Christian (2005): Das Umfeld zählt:
Wenn Kinderlose von Kindern träumen,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 12.01.
- Kommentar:
"Einer
Studie des Allensbach-Instituts zufolge sind 47 Prozent der
Kinderlosen, die selbst keine Kinder möchten, seltener als einmal
im Monat mit Kindern zusammen, 53 Prozent der Kinderlosen mit
Kinderwunsch seltener als dreimal im Monat. Daraus wird deutlich,
wie tiefgreifend die Halbierung der Geburtenzahl von 1,4 Millionen
(1964) auf 706.000 Kinder im Jahr 2003 bereits das Alltagsleben
verändert hat".
Die statistische Begründung von
SCHWÄGERL zeigt das Problem unserer neuen
Familienfundamentalisten.
Wer im Westen aufgewachsen ist, für
den galt, dass sich die
Geburtenzahl von 1,065 Millionen (1964) auf 576.468 Kinder im Jahr
1978 fast halbierte. Seitdem ist die Geburtenzahl im Westen
immer höher gewesen.
SCHWÄGERLs Zahlen suggerieren
also eine Vergangenheit, die es so nie gab, sondern sie ist eine
NACHTRÄGLICHE Konstruktion, die für die historische
Bewusstseinsbildung keinerlei Bedeutung haben kann.
Aber was interessiert den
hysterischen Familienkrieger der Popmoderne schon die Realität der
Kinderlosen?
- SCHWÄGERL, Christian (2005): Das
Exodus-Dossier.
Wohin es die akademische Elite zieht: Kinderarmut wird durch
falsche Forschungspolitik gesteigert,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 16.02.
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SCHWÄGERL, Christian (2005): Die Spitzenmütter.
Das Leben junger Akademikerinnen ist noch unverstanden,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 16.03.
- Kommentar:
Nachdem im Feuilleton der FAZ in letzter Zeit das
Feindbild der erwerbstätigen Frau ausgiebig gepflegt wurde (siehe
den Artikel von
Stanley KURTZ und die
Lektionen des Herwig BIRG), verteidigt SCHWÄGERL nun die
Doppel-Karriere-Familie gegen ihre konservativen Feinde und
kurzsichtige ökonomische Interessen.
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SCHWÄGERL, Christian (2005): Haushaltsforschung,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 26.04.
- Inhalt:
Porträt der Direktorin des Max-Planck-Institut für
Entwicklungsbiologie in Tübingen, Christiane NÜSSLEIN-VOLHARD, die
sich für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei
Spitzenwissenschaftlerinnen engagiert.
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SCHWÄGERL, Christian (2005): Kein Wunder.
Im Prenzlauer Berg gibt es so wenig Kinder wie überall,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 27.04.
- Kommentar:
In SCHIRRMACHERs Untergangs-Feuilleton heißt
das Motto von SCHWÄGERL: Don't believe the Hype.
Manchmal sollte man jedoch nicht
einmal das glauben, was im ANGEBLICHEN Qualitätsfeuilleton steht!
SCHWÄGERL ist mit seinem
Don't-believe-the-Hype-Motto übrigens in guter Gesellschaft im
deutschen Pop-Feuilleton von Frankfurter Rundschau bis TAZ.
"Am
Prenzlauer Berg mag es zwar so ausschauen, als seien die Frauen am
fruchtbarsten und die Männer am zeugungswilligsten.
Betrachtet man aber die Zahl der Kinder, die tatsächlich jedes Jahr
pro tausend Frauen im gebärfähigen Alter zwischen fünfzehn und
fünfundvierzig Jahren zur Welt kommen, ändert sich das Bild
dramatisch. Plötzlich sind da nur fünfunddreißig Schreihälse zu
verzeichnen, während es das niedersächsische Cloppenburg immerhin
auf sechsundfünfzig bringt",
verkündet uns der Hohepriester des Popfeuilleton SCHWÄGERL.
Es mag ja sein, dass der
Augenschein manchmal trügt, öfters ist jedoch der Fall zu
beobachten, dass das was zu beweisen wäre die Wahrnehmung trübt!
Dieser Fall trifft offenbar für SCHWÄGERL zu.
SCHWÄGERL verweist auf das
Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung. Dieses Institut
ist so freundlich und vermeldet auf seiner Homepage "Aktuell: Doch
kein Geburtenboom am Prenzlauer Berg".
Aktuell heißt dann aber, es handelt sich
um einen
Newsletter vom 08.12.2004. Dort werden uns dann Zahlen aus dem
Jahr 2003 präsentiert.
Damals wurde der Hype um die Popmütter erstmals in Umlauf gesetzt.
Wir schreiben aber mittlerweile 2005! In zwei Jahren kann sich viel
verändern.
Tatsächlich ist dort der Prenzlauer Berg mit 35
Kinder pro 1000 Frauen im Alter zwischen 15 und 45 Jahren angegeben.
Bei Cloppenburg sind jedoch keine 56, sondern nur 48 Kinder pro 1000
Frauen angegeben.
Lassen wir nun mal die
Frage außer Acht, wie diese Differenz zustande kommt. Vielleicht hat
ja SCHWÄGERL neuere Informationen, die noch nicht veröffentlicht
worden sind (Dagegen spricht, dass sich dann nur der Cloppenburger
Wert verändert hätte).
Wir wollen natürlich nicht
ausschließen, dass SCHWÄGERL hier ganz unschuldig ist. Die
veröffentlichten Zahlen vom Berlin-Institut könnten ja auch falsch
sein.
Eine andere Frage ist jedoch viel
wichtiger: Was will SCHWÄGERL überhaupt beweisen?
Die Frage, ob die
Fruchtbarkeit der Frauen am Prenzlauer Berg höher oder niedriger als
im Rest der Republik ist, diese Frage ist purer Nonsens!
Ein Vergleich der Fruchtbarkeit ist nur
im Vergleich mit anderen Frauenjahrgängen oder mit anderen Milieus
sinnvoll. Beides leistet SCHWÄGERL nicht.
Er könnte es gar nicht, denn die Frauen,
die SCHWÄGERL entzaubern möchte, haben ihren Gebärzyklus noch längst
nicht beendet.
Frühestens in 10 - 15 Jahren ließe sich
sinnvollerweise etwas über die Fruchtbarkeit der Popmütter vom
Prenzlauer Berg sagen - aber selbst das ist eher illusorisch, denn
aufgrund der hohen Mobilität ist es unwahrscheinlich, dass die
Popmütter ihre ganze Fruchtbarkeitsphase am Prenzlauer Berg
verbringen werden bzw. die Popmütterkarawane nicht in neue Quartiere
abwandert.
Das Popmütter-Phänomen wird also auch in
Zukunft für weiteren Deutungsstreit sorgen.
Wer wie SCHWÄGERL in Fragestellungen
geografische und demografische Dimensionen vermischt, der produziert
diese Deutungskontroversen mit.
Was sagen die von SCHWÄGERL
präsentierten Zahlen tatsächlich aus?
SCHWÄGERLs Zahlen sagen nur etwas über
die Fruchtbarkeit in eng begrenzten Gebieten aus. Die Fruchtbarkeit
verändert sich in solchen kleinräumigen Gebieten weniger durch
Zeugen und Gebären (wird von den präsentierten Zahlen nicht einmal
erfasst!!!), sondern durch Zuzug, Wegzug oder Dableiben. Über die
Fruchtbarkeit der Popmütter vom Prenzlauer Berg erfahren wir so
jedenfalls nichts!
Der Artikel ist ein Armutszeugnis
für die deutsche Feuilletonkultur! Wir fordern einen PISA-Test für
Journalisten.
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SCHWÄGERL, Christian (2005): Mehr Kinder! Sofort?
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 11.08.
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SCHWÄGERL, Christian (2005): Demographie-Fieber.
Berlin sucht Gaben für eine Kinderbescherung,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 02.11.
- Kommentar:
Christian SCHWÄGERL leidet am Demographie-Fieber. Das ist eine
sozialpopulistische Krankheit, die darauf beruht, dass in die
Deutschland eine katastrophale Datenlage bezüglich des Ausmaßes der
Kinderlosigkeit besteht, wie sein
FAS-Kollege
SCHWENTKER unlängst belegt hat.
Nur eines ist sicher in
Deutschland:
Das Ausmaß der dauerhaften Kinderlosigkeit
wird von der amtlichen Statistik überschätzt.
Dies ist politisch erwünscht, denn
nur die Politik könnte diesen Missstand beheben. Dass dies nicht
geschieht, bzw. nicht einmal publik gemacht hat, ist der eigentliche
Skandal in dieser Republik.
- Neu:
SCHWÄGERL, Christian (2007): Wunschwirklichkeit,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 23.07.
- Anmerkungen:
Angesichts des
geringen Anstiegs der Geborenenzahlen im 1.
Quartal 2007 lästert Christian SCHWÄGERL, der bereits
im Jahr 2005 gegen den angeblichen
Baby-Boom auf dem Prenzlauer Berg in Berlin polemisierte:
"Dicke
Bäuche überall. Am Frühstückscafé in Schöneberg gehen während eines
einzigen Espresso drei Schwangere vorbei. In Mitte sind Babys in
großer Zahl unter eleganten Businessklamotten versteckt. Den
Schlachtensee umrunden die Kleinen in pränatalen Fitnessgruppen.
Runde Frauen, wohin man auf Berliner Straßen und Wegen blickt - ist
etwa der ersehnte Babyboom da? Seit zehn Jahren geht die Zahl der
Geburten in Deutschland kontinuierlich zurück, seit fünfunddreißig
Jahren schon gibt es mehr Tote als Neugeborene.
(...).
Im ersten Quartal 2007 sind
mehr Kinder zur Welt gekommen als im Vorjahresquartal, die
Bundesfamilienministerin begrüßt die Entwicklung freudig erregt. Die
Sofortreaktion aus dem von-der-Leyenschen Pressestab zeigt aber nur,
wie groß die Verzweiflung ist. Denn die neuen Zahlen können den
optischen Babyboom auf den Straßen Berlins nicht bestätigen".
SCHWÄGERL
hat Recht und Unrecht zugleich.
Die
gerade veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes müssen
keine Trendwende im Geburtenverhalten bedeuten. Andererseits
bedeutet dies aber nicht, dass diese Trendwende nicht bereits
erfolgt ist.
Auch
der Baby-Boom der 1960er wurde nicht vorhergesagt, sondern ein
Baby-Boom kann immer erst im Nachhinein festgestellt werden. Solange
keine exakten Zahlen zu altersspezifischen Fruchtbarkeitsziffern der
gebärfähigen Frauenjahrgänge für einen längeren Zeitraum vorliegen,
sind Trendaussagen fragwürdig.
Erschwerend
kommt in Deutschland hinzu, dass in Deutschland die
Geburtenentwicklung nur unzureichend erhoben wird. Ein
aktueller Aufsatz von Dirk KONIETZKA &
Michaela KREYENFELD deutet darauf hin,
dass - wie bereits seit langem auf single-generation.de zu lesen ist -
die von Bevölkerungswissenschaftlern ermittelte Geburtenrate die
tatsächliche Geburtenentwicklung unterschätzt.
Die
Frage ist also eher, warum kann es sich das Statistische Bundesamt
immer noch erlauben, unsichere Zahlen zu veröffentlichen?
Erst
am 5. Juli wurde das Mikrozensus-Gesetz geändert. Damit
kann nun ab 2008 die Kinderzahl pro Frau und nicht mehr nur die
Kinderzahl pro Frau innerhalb einer bestehenden Ehe erfasst werden.
Wo
aber bleiben die Zahlen, die
inzwischen mit der Erhebung Frauenbefragung zur
Geburtenentwicklung in Deutschland vom Statistischen Bundesamtes
erhoben wurden, und die weiteren Aufschluss über die Kinderzahl der
Frauen in Deutschland geben könnte?
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BARTELS, Gerrit (2005): Demografie und Wirklichkeit.
Lounge- und
Glasglockenatmosphäre, fernab von der Realität: Der Babyboom in
Prenzlauer Berg ist gar keiner, trotz langer Wartezeiten an Schaukeln
und Rutschen. Der Attraktivität des immer teurer werdenden Berliner
Bezirks schadet das aber nicht,
in: TAZ v. 30.04.
- Kommentar:
Anlässlich des
FAZ-Berichts von Christian SCHWÄGERL
widmet sich BARTELS dem "Baby-Boom" vom Prenzlauer Berg.
So ganz nebenbei wird dabei
darauf hingewiesen, dass der Szenebezirk mit den Popmüttern
keineswegs identisch ist mit dem politischen Stadtbezirk, auf den
sich die Daten des Berlin-Instituts beziehen:
"Die
FAZ hat kürzlich, im Sinne ihres auf das Thema
spezialisierten Herausgebers Frank Schirrmacher, die Zahlen genutzt,
leicht hämisch den "demografischen Mythos Prenzlauer Berg" zu
erledigen, und sieht sich in ihrem Alarmismus bezüglich der
Geronto-Gesellschaft bestärkt.
Aber mal abgesehen davon, dass ein Bezirk wie Prenzlauer Berg allein
wohl nichts gegen den Methusalemkomplex ausrichten kann und selbst
euphorischste Medienberichte über das "Kinderparadies Prenzlauer
Berg" dies auch nicht suggerierten, ist es alles andere als ein
Wunder, dass es in Prenzlauer Berg eben kein Demografiewunder gibt.
So endet der Teil des Bezirks, der fälschlicherweise gern als
Szenebezirk bezeichnet wird und für den vermeintlichen Kindersegen
verantwortlich ist, sowieso dort, wo die S-Bahn einen Ring zieht -
dahinter gibt es Straßenzüge und Viertel, die sich hinsichtlich
Architektur und Bevölkerungszusammensetzung von (im übrigen in der
Kinderstatistik noch schlechter abschneidenden) Bezirken wie
Lichtenberg und Marzahn nur wenig unterscheiden."
BARTELS verweist auf einen
TAZ-Bericht vom 21.01.2005 und
bestätigt damit, dass die
Kritik von single-generation.de an den
FAZ-Zahlen berechtigt ist.
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