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Christian Schwägerl: Politik für Spitzenmütter

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 1968 in Weiden (Oberpfalz) geboren
    • Studium der Biologie
    • 2001 - 2007 Mitarbeiter der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
    • 2010 Buch "Menschenzeit"
      Redakteur des Nachrichtenmagazins Der Spiegel
 
       
   
  • Aktuellster Beitrag
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    Christian Schwägerl in seiner eigenen Schreibe

     
       

    SCHWÄGERL, Christian (2002): Der Bio-Zweikampf.
    Fukuyamas Alarmruf: "Das Ende des Menschen" erscheint heute,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 18.05.

    SCHWÄGERL berichtet über die gegensätzlichen Standpunkte des Politikwissenschaftlers Francis FUKUYAMA und des Biomediziners Gregory STOCK, der für eine weitgehende Liberalisierung der Biotechnologien eintritt:

    "Der Kalifornier (...) plädiert für einen Ausstieg aus den Konventionen der Vererbung und des natürlichen Zufalls:
    Ziel ist ein Mensch, dessen Fortpflanzung sich von der Sexualität gelöst hat (...). Selbstverwirklichung ist für Stock ein lusterfülltes biologistisches Projekt (...). Der erste Mensch, der mit Hilfe der Gentechnik hundertfünfzig Jahre alt werden wird, dürfte schon leben, sagt Stock. Der erste Klonmensch werde spätestens in zehn Jahren geboren.

    Die Vision von STOCK ist die Wahlfreiheit:

    "»Das wird (...) eine enorme Vielfalt geben« - das Paar mit der Erbkrankheit Huntington, das gesunde Kinder, das taube Paar, das ein taubes Kind, das Schwulenpaar, das einen kleinen Schwulenklon wolle. Worum es gehe, sei Wahlfreiheit, und diese müsse ein liberaler Staat garantieren".

    SCHWÄGERL, Christian (2002): Im Räuberstaat.
    Wie die Regierung uns belügt und wie wir uns alles gefallen lassen,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 15.11.

    SCHWÄGERL meint, dass mit dem Abschlußbericht der Enquête-Kommission des Bundestags "Demografischer Wandel" bereits alles zum Thema "Umbau des Sozialstaats" gesagt worden sei und resümiert:

    "Rot-Grün, das wird heute im Bundestag zu besichtigen sein, wird zum Kampfeinsatz gegen die junge Generation. So haben es Schröder und Fischer auch gewollt. Kurz nach der Wahl haben sie entschieden, daß in den Apparaten allein ihre Generation das Sagen haben soll. So machen sie Generationenpolitik pur, auf Kosten des Gemeinsinns."

    SCHWÄGERL, Christian (2003): William Novelli. Seniorenlobbyist,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 16.06.

    Feuilleton-Revoluzzer Christian SCHWÄGERL hat eine Lobeshymne auf den Chef der American Association of Retired Persons (AARP) verfasst. In den USA  setzt William D. NOVELLI (Jahrgang 1941) den neoliberalen Traum durch:

    "Die Organisation streitet dafür, daß Menschen bis ins hohe Alter arbeiten dürfen, von keiner Firma nur wegen ihrer Jahre verdrängt, sondern im Gegenteil ständig fortgebildet werden".

    In dieser schönen neuen Arbeitswelt kommt der Zwang zur Erwerbsarbeit aufgrund des Sozialabbaus natürlich nicht vor. Es kommt auch nicht vor, dass es Berufe gibt, die mit höherer Wahrscheinlichkeit der Erwerbsunfähigkeit verbunden sind. Für diese "Pechvögel" bleibt noch die unbezahlte Bürgerarbeit, z.B. um die Finanznot der Kommunen zu beheben, wie das unlängst der Wirtschaftswissenschaftler EEKHOFF in der FAZ vorgeschlagen hat. Für einen Artikel wie ihn SCHWÄGERL hier abliefert, ist das Alter natürlich unwichtig, hier zählt sowieso in erster Linie der Habitus... 

    SCHWÄGERL, Christian (2004): Schockprävention.
    Nicht nur Kinder fehlen, sondern auch Demographen,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 27.01.

    SCHWÄGERL berichtet über eine bevölkerungspolitischen Offensive:

    "Zum Sommersemester 2004 will Vaupel zusammen mit der Universität das »Rostocker Zentrum zur Erforschung der Ursachen und Konsequenzen des demographischen Wandels« gründen. Zum bestehenden Lehrstuhl und den zwei Honorarprofessuren sollen sukzessive drei ordentliche, demographisch orientierte Lehrstühle und sechs Juniorprofessuren hinzukommen (...). Das ist ein gewaltiger Aufschwung für eine bislang dürr besetzte Disziplin."

    SCHWÄGERL, Christian (2004): Im alten Land.
    Raum ohne Volk: Zwischen Usedom und Fichtelgebirge wird man schon im Jahr 2020 kaum noch Menschen begegnen,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 23.04.

    SCHWÄGERL, Christian (2004): Alt, Europa.
    Die demographische Lage nach den Neubeitritten,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 14.05.

    Christian SCHWÄGERL berichtet über ein Seminar des Berlin-Instituts zum Thema der demografischen Situation in den osteuropäischen Ländern.

    SCHWÄGERL, Christian (2004): Nicht ohne meinen Lebensgefährten.
    Atmosphärisch ist das sehr belastend: Deutschland schadet der Wissenschaft mit dem Zuwanderungsgesetz,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 25.05.

    SCHWÄGERL, Christian (2004): Die leere Wippe.
    Kann und soll der Staat die Entscheidung für Kinder erleichtern?
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 08.09.

    SCHWÄGERL verknüpft sein Plädoyer für das einkommensabhängige Elterngeld mit empirischen Daten zum Sinken des Kinderwunsches in Deutschland:

    "Nun (...) gibt es Hinweise auf eine kulturelle Verschiebung. Wie Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für demographische Forschung in Rostock berichten, sinkt Umfragen zufolge in Deutschland und Österreich jener durchschnittliche Kinderwunsch, der sich aus den Antworten vieler Menschen errechnet, unter die Zahl Zwei. (...).
    Die Alarmrufe über den demographischen Wandel haben also bisher nicht gefruchtet, ganz im Gegenteil: Das Ideal einer Familie verändet sich, besonders in der Generation zwischen zwanzig und Mitte Dreißig."

    SCHWÄGERL, Christian (2004): Demographie-Fieber.
    Berlin sucht Gaben für eine Kinderbescherung,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 02.11.

    Christian SCHWÄGERL leidet am Demographie-Fieber. Das ist eine sozialpopulistische Krankheit, die darauf beruht, dass in Deutschland eine katastrophale Datenlage bezüglich des Ausmaßes der Kinderlosigkeit besteht, wie sein FAS-Kollege SCHWENTKER unlängst belegt hat. Nur eines ist sicher in Deutschland: Das Ausmaß der dauerhaften Kinderlosigkeit wird von der amtlichen Statistik überschätzt. Dies ist politisch erwünscht, denn nur die Politik könnte diesen Missstand beheben. Dass dies nicht geschieht, bzw. nicht einmal publik gemacht hat, ist der eigentliche Skandal in dieser Republik.

    SCHWÄGERL, Christian (2005): Das Umfeld zählt:
    Wenn Kinderlose von Kindern träumen,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 12.01.

    "Einer Studie des Allensbach-Instituts zufolge sind 47 Prozent der Kinderlosen, die selbst keine Kinder möchten, seltener als einmal im Monat mit Kindern zusammen, 53 Prozent der Kinderlosen mit Kinderwunsch seltener als dreimal im Monat. Daraus wird deutlich, wie tiefgreifend die Halbierung der Geburtenzahl von 1,4 Millionen (1964) auf 706.000 Kinder im Jahr 2003 bereits das Alltagsleben verändert hat".

    Die statistische Begründung von SCHWÄGERL zeigt das Problem unserer neuen Familienfundamentalisten. Wer im Westen aufgewachsen ist, für den galt, dass sich die Geburtenzahl von 1,065 Millionen (1964) auf 576.468 Kinder im Jahr 1978 fast halbierte. Seitdem ist die Geburtenzahl im Westen immer höher gewesen. SCHWÄGERLs Zahlen suggerieren also eine Vergangenheit, die es so nie gab, sondern sie ist eine NACHTRÄGLICHE Konstruktion, die für die historische Bewusstseinsbildung keinerlei Bedeutung haben kann. Aber was interessiert den hysterischen Familienkrieger der Popmoderne schon die Realität der Kinderlosen?

    SCHWÄGERL, Christian (2005): Das Exodus-Dossier.
    Wohin es die akademische Elite zieht: Kinderarmut wird durch falsche Forschungspolitik gesteigert,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 16.02.

    SCHWÄGERL, Christian (2005): Die Spitzenmütter.
    Das Leben junger Akademikerinnen ist noch unverstanden,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung  v. 16.03.

    Nachdem im Feuilleton der FAZ in letzter Zeit das Feindbild der erwerbstätigen Frau ausgiebig gepflegt wurde (siehe den Artikel von Stanley KURTZ und die Lektionen des Herwig BIRG), verteidigt SCHWÄGERL nun die Doppel-Karriere-Familie gegen ihre konservativen Feinde und kurzsichtige ökonomische Interessen.

    SCHWÄGERL, Christian (2005): Haushaltsforschung,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 26.04.

    Porträt der Direktorin des Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen, Christiane NÜSSLEIN-VOLHARD, die sich für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei Spitzenwissenschaftlerinnen engagiert.

    SCHWÄGERL, Christian (2005): Kein Wunder.
    Im Prenzlauer Berg gibt es so wenig Kinder wie überall,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 27.04.

    In SCHIRRMACHERs Untergangs-Feuilleton heißt das Motto von SCHWÄGERL: Don't believe the Hype. Manchmal sollte man jedoch nicht einmal das glauben, was im ANGEBLICHEN Qualitätsfeuilleton steht! SCHWÄGERL ist mit seinem Don't-believe-the-Hype-Motto übrigens in guter Gesellschaft im deutschen Pop-Feuilleton von Frankfurter Rundschau bis taz.

    "Am Prenzlauer Berg mag es zwar so ausschauen, als seien die Frauen am fruchtbarsten und die Männer am zeugungswilligsten.
    Betrachtet man aber die Zahl der Kinder, die tatsächlich jedes Jahr pro tausend Frauen im gebärfähigen Alter zwischen fünfzehn und fünfundvierzig Jahren zur Welt kommen, ändert sich das Bild dramatisch. Plötzlich sind da nur fünfunddreißig Schreihälse zu verzeichnen, während es das niedersächsische Cloppenburg immerhin auf sechsundfünfzig bringt
    ",

    verkündet uns der Hohepriester des Popfeuilleton SCHWÄGERL. Es mag ja sein, dass der Augenschein manchmal trügt, öfters ist jedoch der Fall zu beobachten, dass das was zu beweisen wäre die Wahrnehmung trübt! Dieser Fall trifft offenbar für SCHWÄGERL zu. SCHWÄGERL verweist auf das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung. Dieses Institut ist so freundlich und vermeldet auf seiner Homepage

    "Aktuell: Doch kein Geburtenboom am Prenzlauer Berg".

    Aktuell heißt dann aber, es handelt sich um einen Newsletter vom 08.12.2004. Dort werden uns dann Zahlen aus dem Jahr 2003 präsentiert. Damals wurde der Hype um die Popmütter erstmals in Umlauf gesetzt. Wir schreiben aber mittlerweile 2005! In zwei Jahren kann sich viel verändern.

    Tatsächlich ist dort der Prenzlauer Berg mit 35 Kinder pro 1000 Frauen im Alter zwischen 15 und 45 Jahren angegeben. Bei Cloppenburg sind jedoch keine 56, sondern nur 48 Kinder pro 1000 Frauen angegeben.

    Lassen wir nun mal die Frage außer Acht, wie diese Differenz zustande kommt. Vielleicht hat ja SCHWÄGERL neuere Informationen, die noch nicht veröffentlicht worden sind (Dagegen spricht, dass sich dann nur der Cloppenburger Wert verändert hätte). Wir wollen natürlich nicht ausschließen, dass SCHWÄGERL hier ganz unschuldig ist. Die veröffentlichten Zahlen vom Berlin-Institut könnten ja auch falsch sein. Eine andere Frage ist jedoch viel wichtiger: Was will SCHWÄGERL überhaupt beweisen?

    Die Frage, ob die Fruchtbarkeit der Frauen im Szeneviertel Prenzlauer Berg höher oder niedriger als im Rest der Republik ist, diese Frage ist purer Nonsens! Ein Vergleich der Fruchtbarkeit ist nur im Vergleich mit anderen Frauenjahrgängen oder mit anderen Milieus sinnvoll. Beides leistet SCHWÄGERL nicht. Er könnte es gar nicht, denn die Frauen, die SCHWÄGERL entzaubern möchte, haben ihren Gebärzyklus noch längst nicht beendet.

    Frühestens in 10 - 15 Jahren ließe sich sinnvollerweise etwas über die Fruchtbarkeit der Popmütter vom Prenzlauer Berg sagen - aber selbst das ist eher illusorisch, denn aufgrund der hohen Mobilität ist es unwahrscheinlich, dass die Popmütter ihre ganze Fruchtbarkeitsphase im Szeneviertel Prenzlauer Berg verbringen werden bzw. die Popmütterkarawane nicht in neue Quartiere abwandert. Das Popmütter-Phänomen wird also auch in Zukunft für weiteren Deutungsstreit sorgen. Wer wie SCHWÄGERL in Fragestellungen geografische und demografische Dimensionen vermischt, der produziert diese Deutungskontroversen mit.

    Was sagen die von SCHWÄGERL präsentierten Zahlen tatsächlich aus? SCHWÄGERLs Zahlen sagen nur etwas über die Fruchtbarkeit in eng begrenzten Gebieten aus. Die Fruchtbarkeit verändert sich in solchen kleinräumigen Gebieten weniger durch Zeugen und Gebären (wird von den präsentierten Zahlen nicht einmal erfasst!!!), sondern durch Zuzug, Wegzug oder Dableiben. Über die Fruchtbarkeit der Popmütter vom Prenzlauer Berg erfahren wir so jedenfalls nichts! Der Artikel ist ein Armutszeugnis für die deutsche Feuilletonkultur! Wir fordern einen PISA-Test für Journalisten.

    SCHWÄGERL, Christian (2005): Selbstzweifel in der Kopfjägerwelt,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 18.05.

    Märchenstunde im FAZ-Feuilleton. Gemäß Christian SCHWÄGERL sind Familienmenschen in der Arbeitswelt angeblich benachteiligt. Tatsächlich gibt es zu diesem Problem kaum Studien, sondern Vorurteile ersetzen diese größtenteils. Fakt ist: Kinderlose Männer haben gegenüber Familienmännern das Nachsehen, wie eine empirische Studie beweist.

    Nicht Kinderlosigkeit also, sondern das Geschlecht und die soziale Herkunft sind die entscheidenden Faktoren, die berufliche Chancengleichheit verhindern.   

    SCHWÄGERL, Christian (2005): Fortpflanzungsmedizin.
    Embryonen im Überschuß,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 30.06.

    Christian SCHWÄGERL berichtet darüber wie die Reproduktionsmediziner die Debatte um den Geburtenrückgang zur Stärkung der eigenen Position nutzen. Das Gesundheitsmodernisierungsgesetz aus dem Jahr 2004 und das Embryonenschutzgesetz von 1991 ist ihnen ein Dorn im Auge. Und sie wissen ungewollt Kinderlose auf ihrer Seite:

    "Zwischen 1,2 Millionen und 1,6 Millionen Paare sind nach Schätzungen (...) ungewollt kinderlos. Daß Kinderlose nun in der demographischen Debatte auch pauschal in die Kritik geraten, belastet diese Menschen zusätzlich."

    SCHWÄGERL beziffert die Erfolgsrate der Reproduktionsmedizin auch in Zahlen:

    "Die Zahl künstlicher Befruchtungen ist von 750 im Jahr 1982 auf 87 000 zwanzig Jahre später gestiegen. Die Erfolgsrate liegt in Deutschland bei rund 21 Prozent. 2002 kamen 18.000 Kinder nach künstlicher Befruchtung zur Welt. Das entspricht nur 2,6 Prozent aller Geburten, doch die Fortpflanzungsmediziner sind der Meinung, daß jedes Kind zählt, für die betroffenen Paar zumal."

    Dabei sieht SCHWÄGERL eine Interessenidentität zwischen Familien- und Sozialpolitikern auf der einen Seite und den Reproduktionsmedizinern auf der anderen Seite. Aber nicht nur die Erfolgsrate soll gesteigert werden, sondern auch die Nebenwirkungen der Behandlung verringert werden. Dazu soll der "Einzelembryotransfer" wie im Ausland erlaubt werden. Dazu wäre eine Änderung des Embryonenschutzgesetzes erforderlich:

    "Maßgebliches Ziel wäre nicht länger der Schutz jeder befruchteten Eizelle, sondern die Verhinderung von Mehrlingsgeburten und die Steigerung der Erfolgsrate."

    Für SCHWÄGERL würde damit die Debatte über die Stammzellforschung verändert werden, weil erstmals in Deutschland überzählige Embryonen entstehen würden. Dass dadurch die Zahl der Abtreibungen in Deutschland sinken würde, erfährt der Leser nur zwischen den Zeilen.

    SCHWÄGERL, Christian (2005): Vorsorgeplan,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 06.07.

    Christian SCHWÄGERL langweilt uns mit Demografieprosa über Mittelphasenmenschentum, bei dem sich ein ordentlicher Schuss Infantilität immer gut macht. Sonntags darf dann, der extra aus München importierte Herr, in der Frankfurter Allgemeine genau jene Mittelphasenmenschen fürstlich bedienen. Die Frankfurter Allgemeine verdient dabei immer...

    SCHWÄGERL, Christian (2005): Mehr Kinder! Sofort?
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 11.08.

    Christian SCHWÄGERL berichtet über den Newsletter des Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung vom 10.08.2005Darin bebildert das Institut zum einen den demografischen Niedergang und zum anderen wird ein letzter Ausweg gewiesen: die Spätgebärenden der 1960er Jahre sollen für einen neuen Babyboom sorgen, also genau jene, die Susanne GASCHKE nicht auf ihrer Rechnung hatteNicht hinterfragt wird jedoch, dass eine Ausnahmesituation wie der Babyboom der 1960er Jahre, als Maßstab dient. Die Geschichte zeigt jedoch, dass bestandserhaltende Geburtenraten seit 1900 nicht die Regel, sondern die Ausnahme sind (Zu einer ausführlichen Kritik an der magischen Zahl 2,1 siehe Karl Otto HONDRICH). Bisher wurde dies nur durch andere Einflüsse kompensiert. Kriege und Völkerwanderungen haben die nationalen Bevölkerungspyramiden mehr deformiert als es die "mangelnde" Fruchtbarkeit je konnte. Wer das vergisst, der wird die jungen Singles überfordern. Unser Land ist nicht kinderfeindlich, sondern kinderlosenfeindlich. Das ist keine gute Ausgangssituation für einen unvoreingenommenen Blick auf die Problemlage.

    SCHWÄGERL, Christian (2005): Gute Kitas öffnen abends,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 25.08.

    SCHWÄGERL, Christian (2005): Demographie-Fieber.
    Berlin sucht Gaben für eine Kinderbescherung,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 02.11.

    Christian SCHWÄGERL leidet am Demographie-Fieber. Das ist eine sozialpopulistische Krankheit, die darauf beruht, dass in  Deutschland eine katastrophale Datenlage bezüglich des Ausmaßes der Kinderlosigkeit besteht, wie sein FAS-Kollege SCHWENTKER unlängst belegt hat. Nur eines ist sicher in Deutschland: Das Ausmaß der dauerhaften Kinderlosigkeit wird von der amtlichen Statistik überschätzt. Dies ist politisch erwünscht, denn nur die Politik könnte diesen Missstand beheben. Dass dies nicht geschieht, bzw. nicht einmal publik gemacht hat, ist der eigentliche Skandal in dieser Republik.

    SCHWÄGERL, Christian (2006): Hauptsache Kinder.
    Betreuung: Kardinal Sterzinsky trifft Ursula von der Leyen,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 10.02.

    "Der Streit um »Rabenmütter« und »Heimchen« neigt sich deutlich seinem Ende zu, meint Christian SCHWÄGERL nach einem Gespräch zwischen Ursula von der Leyen und Vertretern der katholischen Kirche in der Berliner Katholischen Akademie.

    SCHWÄGERL, Christian (2006): Schwundland.
    Ab heute ist es amtlich: Wenn wir nicht teilen, sterben wir aus,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 15.03.

    Christian SCHWÄGERL, bislang FAZ-Beauftragter für Spitzenmütter, wühlt nun ein wenig in der Unterschicht. Mit dem Aussterben und Teilen kann es eigentlich nicht weit her sein, wenn das Feindbild Gewerkschaft bei der FAZ immer noch intakt ist. Ansonsten müsste man sich wahrlich fürchten! Was SCHWÄGERL präsentiert ist allenfalls x-mal Aufgekochtes. Der Geburtenrückgang ist seit Januar absehbar. Das Berlin-Institut hat seine schrumpfenden Regionen auch schon ein Dutzend mal präsentiert. Und auf dem Gebiet der Überfremdung hat Joachim LOTTMANN bereits ganze Arbeit geleistet.

    Will man also nur ein bisschen Werbung für das Buch Minimum des FAZ-Herausgeber SCHIRRMACHER machen?

    SCHWÄGERL, Christian (2006): Frau überholt rechts,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 07.06.

    "Ein gigantisches Frauenbeförderungsprogramm steht bevor, weil auf dem Arbeitsmarkt der Zukunft die Frau als das stärkere Geschlecht dastehen wird. Das Jahr 2010 markiert den Zeitpunkt, zu dem in Deutschland ein Umbruch der demographischen und ökonomischen Verhältnisse anläuft, der tradierte Geschlechterfrontverläufe heillos verwirren wird", meint Christian SCHWÄGERL.

    SCHWÄGERL, Christian (2006): Volkszählung.
    Die blinden Flecken der Zukunftsschau,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 22.06.

    SCHWÄGERL, Christian (2006): Das verschwendete Alter.
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 01.11.

    Christian SCHWÄGERL sieht in der Zunahme der Demenzkranken eine Herausforderung für unsere Gesellschaft:

    "Durch das Altern der geburtenstarken Jahrgänge könnten es im Jahr 2050 drei Millionen Betroffene werden, sofern es weiter keine Therapie gibt - drei Millionen Demente bei einer geschrumpften Bevölkerung, in der besonders der Anteil der Jüngeren, die pflegen und Sozialbeiträge erwirtschaften, deutlich kleiner sein wird als heute. Diese Aussicht macht den Umgang mit Demenzkranken und den Kampf gegen die Krankheit zu einer zentralen Aufgabe unserer Gesellschaft."

    SCHWÄGERL, Christian (2007): Alternsforschung.
    Fadenwurm und Rentenkrieg,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 12.02.

    SCHWÄGERL, Christian (2007): Generation Reagenzglas.
    Die künstliche Befruchtung wird für die Bevölkerungspolitik immer wichtiger,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 04.03.

    Die Generation Reagenzglas ist noch keine 30 Jahre alt und umfasst ca. 3,5 Millionen Menschen, teilt uns Christian SCHWÄGERL anlässlich einer Entscheidung des BVG zur Kostenerstattung bei künstlicher Befruchtung mit.

    "Etwa jeder zweitausendste Bewohner der Erde ist in einer Fertilitätsklinik entstanden. Und jedes 44. Kind, das 2003 in Deutschland zur Welt kam: 16000 von insgesamt 706721 Babys",

    rechnet uns SCHWÄGERL vor, um dann auf den Einbruch der Behandlungszahlen einzugehen:

    "Nur 6000 statt wie zuvor 16000 IVF-Babys wurden 2005 geboren: Dieses Minus machte exakt die Hälfte des sprunghaften Geburtenrückgangs auf 685795 Babys aus. Es war ein neuerlicher Negativrekord."

    SCHWÄGERL weist darauf hin, dass es eine Interessenidentität von Politikern, die das "Ressort Kindermangel und Rentenkrise verantworten", und Lobbyisten der Reproduktionsmedizin gibt, die "Umsatz- und Demographiealarm" miteinander verbinden.

    Statt die Vorzüge der IVF-Behandlung zu preisen, geht SCHWÄGERL jedoch auf die Probleme ein: Verwechslungen von Ei- und Samenzellen, Keimzellenhandel, gesundheitliche Risiken durch Hormonstimulation und Identitätsfragen der "Retortenkinder". Und nicht zuletzt wird die Geschlechtswahl problematisiert. Mit der Utopie der Urzeugung schließt SCHWÄGERL seinen Artikel.  

    SCHWÄGERL, Christian (2007): Linke Xenophobie.
    Gebildete sollen draußen bleiben,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 28.06.

    Christian SCHWÄGERL sieht in der Einwanderung Hochgebildeter eine Notwendigkeit, um dem Down-Breeding entgegen zu wirken:

    "Frau Schavan hat die Demographie auf ihrer Seite: Wo kaum Kinder sind, kann man nur wenige zu Hochqualifizierten machen. Wenn das Bruttosozialprodukt und damit das Sozialsystem aber mit jeder Globusumdrehung stärker von Hochgebildeten abhängt, wird das ein Problem. Während Finanzminister die Schul- und Ausbildungskosten, die mangels Kindern entfallen, für Rente und Soziales verfrühstücken, graust es den Verantwortlichen in Firmen und Hochschulen vor den Folgen. Wenn schon hausgemacht, müsste der Wissensträgernachwuchs aus den Einwanderervierteln wie Hamburg-Veddel oder Köln-Ehrenfeld kommen, der Heimat der heutigen Erstklässler. Bisher zeichnet die Abiturientenquote dort ein anderes Bild.
                 Das ist die skurrilste Seite der neuen linken Xenophobie: Über Jahrzehnte hat man eine Einwanderung in die Sozialsysteme als multikulturelle Bereicherung begrüßt, ohne die Einwanderung der Migrantenkinder in das Bildungssystem zu forcieren."

    SCHWÄGERL, Christian (2007): Wunschwirklichkeit,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 23.07.

    Angesichts des geringen Anstiegs der Geborenenzahlen im 1. Quartal 2007 lästert Christian SCHWÄGERL, der bereits im Jahr 2005 gegen den angeblichen Baby-Boom im Szeneviertel  Prenzlauer Berg in Berlin polemisierte:

    "Dicke Bäuche überall. Am Frühstückscafé in Schöneberg gehen während eines einzigen Espresso drei Schwangere vorbei. In Mitte sind Babys in großer Zahl unter eleganten Businessklamotten versteckt. Den Schlachtensee umrunden die Kleinen in pränatalen Fitnessgruppen. Runde Frauen, wohin man auf Berliner Straßen und Wegen blickt - ist etwa der ersehnte Babyboom da? Seit zehn Jahren geht die Zahl der Geburten in Deutschland kontinuierlich zurück, seit fünfunddreißig Jahren schon gibt es mehr Tote als Neugeborene.
                (...).
    Im ersten Quartal 2007 sind mehr Kinder zur Welt gekommen als im Vorjahresquartal, die Bundesfamilienministerin begrüßt die Entwicklung freudig erregt. Die Sofortreaktion aus dem von-der-Leyenschen Pressestab zeigt aber nur, wie groß die Verzweiflung ist. Denn die neuen Zahlen können den optischen Babyboom auf den Straßen Berlins nicht bestätigen".

    SCHWÄGERL hat Recht und Unrecht zugleich. Die gerade veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes müssen keine Trendwende im Geburtenverhalten bedeuten. Andererseits bedeutet dies aber nicht, dass diese Trendwende nicht bereits erfolgt ist. Auch der Baby-Boom der 1960er wurde nicht vorhergesagt, sondern ein Baby-Boom kann immer erst im Nachhinein festgestellt werden. Solange keine exakten Zahlen zu altersspezifischen Fruchtbarkeitsziffern der gebärfähigen Frauenjahrgänge für einen längeren Zeitraum vorliegen, sind Trendaussagen fragwürdig.

    Erschwerend kommt in Deutschland hinzu, dass in Deutschland die Geburtenentwicklung nur unzureichend erhoben wird. Ein aktueller Aufsatz von Dirk KONIETZKA & Michaela KREYENFELD deutet darauf hin, dass - wie bereits seit langem auf single-generation.de zu lesen ist - die von Bevölkerungswissenschaftlern ermittelte Geburtenrate die tatsächliche Geburtenentwicklung unterschätzt. Die Frage ist also eher, warum kann es sich das Statistische Bundesamt immer noch erlauben, unsichere Zahlen zu veröffentlichen?

    Erst am 5. Juli wurde das Mikrozensus-Gesetz geändert. Damit kann nun ab 2008 die Kinderzahl pro Frau und nicht mehr nur die Kinderzahl pro Frau innerhalb einer bestehenden Ehe erfasst werden. Wo aber bleiben die Zahlen, die inzwischen mit der Erhebung Frauenbefragung zur Geburtenentwicklung in Deutschland vom Statistischen Bundesamtes erhoben wurden, und die weiteren Aufschluss über die Kinderzahl der Frauen in Deutschland geben könnte?

    CICERO-Titelgeschichte: Hurra, wir wachsen!
    Das Demografie-Wunder. Deutschland auf dem Weg zum 100-Millionen-Volk

    RINKE, Andreas & Christian SCHWÄGERL (2013): Die 100-Millionen-Chance.
    Deutschland schrumpft, sagt die Kanzlerin. Alle Politik dreht sich nur darum, mit dem Schwund zu leben. Aber die Zukunft ist längst da. Deutschland wächst: im vergangenen Jahr um 200 000 Menschen. Und das ist erst der Anfang,
    in:
    Cicero, Juni

    Dumm gelaufen! Einen ungünstigeren Zeitpunkt hätte man sich für diese Titelgeschichte nicht aussuchen können. Kurz vor der Veröffentlichung der Zensusdaten zur Bevölkerungsfortschreibung, kommen die Autoren nun mit Zahlen, die längst überholt sind. Wir wachsen. Ja! Aber auf niedrigerem Niveau und das ist gut so!

    "233 000 Hallenser gibt es heute, über 2000 mehr als noch vor vier Jahren,"

    verkünden RINKE & SCHWÄGERL überschwänglich über das Symbol der schrumpfenden Stadt, das nach Willen der Autoren zum Symbol der wachsenden Stadt werden soll. Der Zensus 2011 ergibt dagegen im Vergleich zum Mikrozensus 2011 eine um 3211 niedrigere Einwohnerzahl für Halle. Halle mag gewachsen sein, aber auf niedrigerem Niveau. Und das gilt für ganz Deutschland (Ausnahmen wie Bielefeld bestätigen nur die Regel).

    Berlin z.B. das Gerd NOWAKOWSKI gerade im Tagesspiegel zum zukünftigen 5 Millionen-Ballungsraum stilisiert hat, die Stadt Berlin ist von heute auf morgen um 175.870 Einwohner bzw. 5 % geschrumpft.

    Und es kommt noch schlimmer:

    "Demografische Prognosen sind (...) kein Naturereignis, kein unabwendbares Schicksal. Das gilt selbst für die Geburtenrate, die Hauptursache dafür, dass die deutsche Bevölkerung geschrumpft ist. Von rund einer Million Geburten im Jahr 1970 ist die Zahl auf 663 000 im Jahr 2011 gesunken. Die Gruppe der potenziellen Mütter, also von Frauen zwischen 15 und 49 Jahren, wurde als Folge davon allein seit 2004 um rund eine Million kleiner. Weniger Mütter, weniger Kinder, das liegt auf der Hand, dazu kommt die große Anzahl kinderloser Frauen, die die durchschnittliche Kinderzahl drückt",

    erzählen uns RINKE & SCHWÄGERL. Während sie bei der Lebenserwartung Auswirkungen des Zensus 2011 aufzeigen, bleiben die Auswirkungen des Zensus 2011 auf die Geburtenrate unerwähnt.

    Die Bevölkerungswissenschaftlerin Henriette ENGELHARDT-WÖLFLER von der Universität Bamberg geht von rund 600.000 weniger potenziellen Müttern allein bei den 20 - 40 jährigen Frauen aus. Dies bedeutet, dass die Geburtenrate bereits 2011 über 1,4 (TFR) lag, denn die Zahl der Geburten bleibt unverändert. Wenn weniger gebärfähige Frauen die gleiche Zahl von Kindern geboren haben, dann war zwangsläufig in den vergangenen Jahren die Geburtenrate höher.

    Wie viel, das erfahren wir hoffentlich bald - vorausgesetzt die Öffentlichkeit macht Druck. Denn unsere Presse schläft selig, was den demografischen Wandel betrifft! Oder wie kann es sein, dass dieser wichtige Aspekt des Zensus 2011 sich nicht in Windeseile verbreitet?

    RINKE, Andreas & Christian SCHWÄGERL (2013): Und Deutschland wächst doch.
    Volkszählung und Schrumpfungslogik: Die Ergebnisse des Zensus sagen wenig über die künftige Entwicklung der Bevölkerung aus, aber viel über die demografische Verblendung in Deutschland,
    in:
    Cicero Online v. 01.06.

    Dumm gelaufen! Einen Tag nach der Veröffentlichung der Zensus 2011-Ergebnisse müssen nun RINKE & SCHWÄGERL Missverständnisse ausräumen, die gar nicht entstanden wären, hätten die Autoren mit ihrem Cicero-Artikel die Veröffentlichung der Zensusergebnisse 2011 abgewartet.

    Und warum soll jetzt eigentlich Zensus statt Mikrozensus 2011 richtig sein, wie die Autoren am Ende des Artikels schreiben? Offenbar sind die Autoren ein wenig verwirrt. Ihre Daten, die sie im Cicero veröffentlichten, stammten vom Mikrozensus 2011. Warum soll das nun falsch sein? Nur weil der Zensus 2011 im Gegensatz zum Mikrozensus 2011 niedrigere Zahlen ausweist?

    Interessanter als diese Reaktion, ist das Interview von Marie AMRHEIN mit Norbert F. SCHNEIDER, dem Direktor des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung am Tag der Veröffentlichung der Zensus 2011-Ergebnisse. Erstmals räumt ein Repräsentant des Instituts ein, dass die Geburtenrate bereits jetzt höher liegen könnte als 1,4. Bislang weigerte man sich dort hartnäckig, dies anzuerkennen:

    "Marie Amrhein: James Vaupel, Direktor am Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock, sagt im aktuellen Cicero, er sähe Anzeichen dafür, dass die offiziellen Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung „daneben liegen“.
    Norbert F. Schneider: Bei der Geburtenrate kann das stimmen. Die amtlichen Prognosen gehen auch von der Variante aus, dass die Geburtenrate in zehn Jahren von 1,4 auf 1,6 ansteigt. Dabei liegt sie wahrscheinlich heute schon bei 1,6 Kindern pro Frau. Grund sind unterschiedliche Modelle zur Berechnung von Tempoeffekten.
    Können Sie die erklären?
    Die Vorausberechnungen der amtlichen Statistik rechnen mit der Total Fertility Rate (TFR), der durchschnittlichen Kinderzahl pro Frau je Kalenderjahr. Man geht davon aus, dass sich das Geburtenverhalten der in diesem Jahr 15-jährigen Mädchen in den nächsten dreißig Jahren so entwickelt, wie bei den dreißig Frauenjahrgängen vor ihnen. So ergeben sich die 1,4 Kinder. Wenn die Menschen in den letzten Jahren ihre Kinder aber immer später bekommen haben, dann führt das zu einer systematischen Unterschätzung dieser Zahl."

    Bislang argumentierte man, dass es zwei unterschiedliche Berechnungsarten gäbe, die aber nichts miteinander zu tun hätten, ergo die Geburtenrate TFR die einzig Richtige sei. Auf single-generation.de wurde das immer wieder kritisiert, zuletzt ausführlich im Winterthema vom Oktober 2012.

    Mit dem Zensus 2011, durch den nun auch die Geburtenrate TFR nach oben korrigiert werden muss, lässt sich die bislang verfolgte Linie nicht mehr aufrechterhalten.

    Wie lange dauert es also noch, bis die aktualisierte Geburtenrate verfügbar ist? Warum schläft unsere Presse in dieser Frage selig?

    Neu:
    SCHWÄGERL, Christian (2016): Schicksalsjahre einer Schrumpfbewegung.
    Unsere Gesellschaft wird grauer und bunter: Thomas Straubhaar ruft zu einer Neubesinnung in der Demographie-Debatte auf. Und er macht deutlich, dass nicht alles in Stein gemeißelt ist, was die Statistiker behaupten,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung
    v. 20.04.

     
       

    Christian Schwägerl in der Debatte

     
       

    BARTELS, Gerrit (2005): Demografie und Wirklichkeit.
    Lounge- und Glasglockenatmosphäre, fernab von der Realität: Der Babyboom in Prenzlauer Berg ist gar keiner, trotz langer Wartezeiten an Schaukeln und Rutschen. Der Attraktivität des immer teurer werdenden Berliner Bezirks schadet das aber nicht,
    in: TAZ v. 30.04.

    Anlässlich des FAZ-Berichts von Christian SCHWÄGERL widmet sich BARTELS dem "Baby-Boom" vom Prenzlauer Berg. So ganz nebenbei wird dabei darauf hingewiesen, dass der Szenebezirk mit den Popmüttern keineswegs identisch ist mit dem politischen Stadtbezirk, auf den sich die Daten des Berlin-Instituts beziehen:

    "Die FAZ hat kürzlich, im Sinne ihres auf das Thema spezialisierten Herausgebers Frank Schirrmacher, die Zahlen genutzt, leicht hämisch den "demografischen Mythos Prenzlauer Berg" zu erledigen, und sieht sich in ihrem Alarmismus bezüglich der Geronto-Gesellschaft bestärkt.
    Aber mal abgesehen davon, dass ein Bezirk wie Prenzlauer Berg allein wohl nichts gegen den Methusalemkomplex ausrichten kann und selbst euphorischste Medienberichte über das "Kinderparadies Prenzlauer Berg" dies auch nicht suggerierten, ist es alles andere als ein Wunder, dass es in Prenzlauer Berg eben kein Demografiewunder gibt. So endet der Teil des Bezirks, der fälschlicherweise gern als Szenebezirk bezeichnet wird und für den vermeintlichen Kindersegen verantwortlich ist, sowieso dort, wo die S-Bahn einen Ring zieht - dahinter gibt es Straßenzüge und Viertel, die sich hinsichtlich Architektur und Bevölkerungszusammensetzung von (im übrigen in der Kinderstatistik noch schlechter abschneidenden) Bezirken wie Lichtenberg und Marzahn nur wenig unterscheiden.
    "

    BARTELS verweist auf einen taz-Bericht vom 21.01.2005 und bestätigt damit, dass die Kritik von single-generation.de an den FAZ-Zahlen berechtigt ist.

     
       

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    webmaster@single-generation.de Erstellt: 02. Mai 2005
    Update: 02. Mai 2016