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BUHR, Elke (2001):
Apokalyptische Kaugummis.
Über deutsche Mütter, die Erziehungskatastrophe
und den rhetorischen Kurzschluss,
in:
Frankfurter Rundschau
v. 14.07.
BUHR kritisiert Susanne GASCHKE und ihr neues Buch
Die Erziehungskatastrophe - Kinder brauchen starke Eltern.
Wie dem Soziologen Alexander SCHULLER, der in der FAZ vom
03.07.2001 seine Sichtweise vom Tod der Familie präsentierte,
geht es GASCHKE um eine undifferenzierte Kritik erzieherischer
Praxis:
"Gaschke
konstruiert das Zerrbild einer von linken Laissez-faire-Anhängern
dominierten Gesellschaft - und macht mit dem Gestus absoluter
Provokation auch die berufliche Gleichstellung der Frauen dafür
verantwortlich, dass sich die Lebensbedingungen von Kindern
verschlechtert hätten. 'Vereinbarkeit' von Beruf und Familie zu
fordern, sei eine familienpolitische Selbsttäuschung: Das Wesen
von Beruf und Familie sei es, zueinander in einem antagonistischen
Verhältnis zu stehen, weil beide den ganzen Menschen forderten -
und dieser Mensch, da argumentiert Gaschke ausnahmsweise
realpolitisch, ist nun mal meist weiblich.
Damit
redet Susanne Gaschke - voll berufstätig, ein Kind - genau der
Ideologie von Mutterschaft das Wort, die
Barbara
Vinken - voll berufstätig, ein Kind - in ihrem Buch 'Die deutsche
Mutter' (Piper Verlag) zu demontieren versucht. Wer sich daran
macht, die Ursprünge bestimmter Ideologieformationen aus der
aktuellen 'Erziehungsdebatte' à la Gaschke freizulegen, bekommt
von Barbara Vinken das historische Material dazu."
Obwohl hier BUHR mit
Barbara VINKEN gegen GASCHKE argumentiert, ist
sie auch mit deren Argumentationsweise
nicht einverstanden:
"Schaut man
genau hin, ist der Fluchtpunkt ihrer
historischen Analyse nämlich weniger die
äußerst vernünftige Forderung nach
mehr Ganztagsbetreuung als die
Denunziation der nicht arbeitenden
Mütter, die sich lammfromm dem deutschen
Muttermythos ergäben, anstatt ihre Babys
nach dem dritten Monat den Kinderkrippen
anzuvertrauen (...).
Wer, wie Barbara Vinken, alle anderen
Frauen des falschen Bewusstseins
bezichtigt, wird wahrscheinlich nicht
erreichen, dass sie sich
zusammenschließen, um das zu fordern,
was nötig wäre: Kinderkrippen, in denen
die Kinder wirklich Alice spielen
können. Wer, wie Susanne Gaschke, alle
Topoi apokalyptischer Modernekritik in
einem billigen Achtundsechziger-Bashing
zusammenrührt, wird ,zum Wohle des
Kindes' auch nichts beitragen".
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BUHR, Elke (2001): Was macht
eigentlich der ... Postfeminismus?
in: Frankfurter Rundschau v. 08.08.
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BUHR erzählt
die Geschichte des Feminismus seit den 1970er Jahren im
Schnelldurchlauf. Nach BUHR ist der Postfeminismus in Deutschland
Mitte der 1990er Jahre angekommen. Frauen nannten sich Girlies und Hera LIND schrieb
Superweib. Das
Fazit:
"Der Postfeminismus wollte nichts erfinden; er wollte
genießen. Ein letztes Mal gelang ihm das als Dotcom-Girl, mit
Whirlpool im Keller und den Aktien der eigenen Internet-Firma im
Schrank. Nur ist die jetzt pleite, und die Jobaussichten schlecht
(...).
Der Postfeminismus aber war
letztens mal wieder beim Spiegel.
Sein Bauch wird seitdem immer dicker. Er schult um, auf neue
Mutter."
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BUHR, Elke (2002):
Alle so anders.
Die aktuelle
Familienkampagne der Bundesregierung,
fotografiert von Herlinde Koelbl,
in: Frankfurter Rundschau
v. 24.01.
Familie Deutschland
- Ein Kommentar aus der Perspektive der
Singles
BUHR, Elke
(2002): Im roten Ferrari durch den deutschen
Heimatfilm brausen.
Von Garage, Stau und Tempo:
Allerlei vergnügliche bis kühne Thesen
versammelt Ulf Poschardt in seinem neuen Elaborat
über Sportwagen
in: Frankfurter Rundschau
v. 04.05.
BUHR, Elke (2002): Löcher in den
Konten.
Niemand wird auf ewig siegen - Fehlfarben, die Erfinder des
deutschen Punk, probieren ein Revival,
in: Frankfurter Rundschau v. 30.10.
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Elke BUHR
macht sich Gedanken zur aktuellen Single
Club der schönen
Mütter der
Band Fehlfarben:
"Vielleicht werden
irgendwann die Popgeschichtsschreiber feststellen, dass das
wichtigste Ereignis des deutschen Popjahres 2002 die Entdeckung
der Mutterschaft war. Man wird sich an die Bilder von Charlotte
Roche erinnern, wie sie in ihrer Viva-Sendung Fast Forward mit
kokettem Blinzeln und ausgefeilten Kalauern ihre Videos
anmoderiert, und unterhalb des Blinzelns sitzt das kurze T-Shirt,
und unterhalb des Shirts wölbt sich der schwangere Leib, und mit
dem Kind wächst langsam aber unaufhaltsam die auf den Bauch der
Mutter tätowierte Schlange. Demnach wäre es das eigentliche
historische Verdienst der ehemals wichtigsten deutschen Punkband
Fehlfarben, im Videoclip festgehalten zu haben, wie Charlotte
Roche ihren dicken Bauch plus Kinderwagen über Felder und Wiesen
schiebt und schließlich lachend mit den alten Herren in der Kneipe
am Tisch sitzt."
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BUHR, Elke (2003): Dieser Zustand ist
nicht tanzbar,
in:
Kursbuch H.154 Die
30jährigen, Dezember
BUHR, Elke (2004): Rotieren im Raum.
Feminismus jenseits rascher
Pointen? Leora Tanenbaum, Claudia Quaiser-Pohl, Kirsten Jordan und
Elisabeth Badinter geben schwesterlichen Rat,
in: Literaturbeilage der Frankfurter Rundschau v. 24.03.
BUHR, Elke (2004): Carrie geht nach Hause.
Zum Ende von "Sex & the City",
in: Frankfurter Rundschau v. 14.12.
Popmutter Elke BUHR erläutert nochmals den
Wandel der Serie
Sex and the City, die das
Ende der Single-Ära längst
eingeholt hat. Was bleibt ist deshalb nur Katerstimmung:
"Carrie und Co standen, wie auch
Ally McBeal, für
eine Art postfeministisches Weiblichkeitsmodell: Selbstbewusst,
aber trotzdem sexy, Intelligent und fordernd, aber trotzdem
unvergleichlich weiblich. Doch lässt der Prosecco-Rausch nach,
dann sieht man nur noch einen Haufen diätgedörrter Fashion-Victims".
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BUHR, Elke (2005): Himmelskörper.
Jennifer Lopez versus
Sarah Jessica Parker:
Über die öffentliche Vermessung weiblicher Hinterteile, den Hochmut
der Selbstdisziplinierung und Prinzessinnen-Dramen,
in: Frankfurter Rundschau v. 08.01.
BUHR, Elke (2005): Im Walde.
"Pure Vernunft darf niemals siegen" fordern Tocotronic auf ihrer
neuen CD - und gehen die Blaue Blume pflücken,
in: Frankfurter Rundschau v. 15.01.
Besprechung der CD
Pure Vernunft
darf nicht siegen von Tocotronic.
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Elke BUHR behauptet, dass Popkultur und
Elternschaft unvereinbar seien, denn
Pop macht infantil.
Eine merkwürdige These, denn Popmutter
BUHR ist das beste Gegenbeispiel. Heutzutage ist es modern, dass
ehemalige Partymenschen zum Kreuzzug gegen die Popkultur neigen.
Glaubwürdig ist das jedoch nicht!
Lässt man also einmal diesen
selbstreferentiellen Peter-Pan-Feuilletonismus beiseite, dann
zeigt sich, dass nicht die Popkultur, sondern die gegenwärtige
Gesellschaftsstruktur der Elternschaft widerspricht.
Lange Ausbildungszeiten und ein
blockierter Arbeitsmarkt sind Hemmnisse auf dem Weg zur
gesicherten Familienexistenz (siehe auch
Hans-Peter BLOSSFELD im taz-Interview).
Cliquenstrukturen als Ersatzfamilien
(siehe dazu Ethan
WATTERS' Buch
Urban Tribes) sind in solchen Situationen
möglicherweise überlebenswichtig. |
BUHR, Elke (2005): Hölle & IKEA,
in: Frankfurter Rundschau v. 02.04.
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Elke BUHR stellt erst einmal klar,
dass es in der gegenwärtigen Debatte um den Kindermangel keineswegs
um die Zunahme der Kinderlosigkeit im allgemeinen geht:
"Es
war ja nicht irgendeine Gebärmutter, deren Nicht-Funktion zunächst
beklagt wurde:
Es war das akademisch gebildete Mittelstandsorgan.
Vierzig Prozent aller Akademikerinnen bekommen keine Kinder:
diese
spektakuläre Zahl stimmt zwar nicht, weil sie die vielen
Spätgebärenden nicht erfasst, doch sie hatte beispielsweise entscheidenden Einfluss auf das Konzept des üppigen Erziehungsgeldes
für Gutverdiener. So wird in einer Gesellschaft, in der
Bildungserfolg in absurdem Maße an Herkunft geknüpft ist, das
Kinderkriegen zu einer Frage des Klassenerhalts. Es ist der
gebildete Mittelstand, der um Selbsterhalt strampelt."
Danach rechnet sie -
im
Gegensatz zu ihrer Kollegin MÄRZ
- mit dem
"Hobby-Biologen" SCHIRRMACHER ab:
"Nun
ist eine kinderfeindliche, kinderentwöhnte Gesellschaft wahrlich
kein schöner Ort zum Leben - allerdings wird sie nicht besser, wenn
sie sich deshalb ängstlich hinter ihren Ressentiments und
Klassenschranken verbarrikadiert. Und warum muss man den Umweg über
Biologie und Stammhirn machen, wenn man soziale Probleme beschreiben
will?
Wahrscheinlich, damit man eleganter wieder bei den Frauen landen
kann, denen Schirrmacher schlicht aus biologischen Gründen die
Verantwortung für den Ausweg aus der Malaise zuschiebt."
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Die Gebrüder Andreas und
Stephan LEBERT beschreiben mit ihrer
Anleitung zum
Männlichsein das "eigene
Umfeld und letztlich das eigene Leben. Es ist die akademisch
gebildete, links angehauchte Mittelschicht, die sich in den Typen
wiedererkennen muss", behauptet Popmutter
Elke BUHR aufgrund ihres eigenen Wiedererkennungseffektes.
Der Chefredakteur der Frauenzeitschrift BRIGITTE und sein
Bruder Stephan, der vor zwei Jahren in der ZEIT über nervende Eltern klagte,
haben ihrem Milieu einen Trend zur Verweiblichung attestiert, dem
sie mit einer Erweiterung des alten Männlichkeitsideals entgegen
kommen möchten: Der Mann sollte z.B. nicht warten, bis ihn seine
Frau den Müll ausleeren schickt, sondern von sich aus den Müll
ausleeren! Das fände auch Elke BUHR gut, für die ein
Entwicklungsdefizit des Mannes unübersehbar ist. |
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