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Generation Golf
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Florian Illies:
Ortsgespräch
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Florian Illies bei
single-generation.de
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Aktuellster
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Florian Illies im
Gespräch
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Der neue "Heimatdichter" Florian ILLIES stimmt
Juli ZEHs
Einschätzung bezüglich
Günter GRASS zu. ILLIES meint gar,
dass Tanten und Onkels den großen Intellektuellen als moralische
Instanz ersetzen:
"Kassel:
(...). Hat man in Schlitz eigentlich, haben Sie in Schlitz
eigentlich Günter Grass wahrgenommen? (...). Juli Zeh hat über Grass
und die aktuelle SS-Affäre gesagt, für unsere Generation war der
Mann nie eine moralische Instanz, also kann er jetzt auch nicht
aufhören das zu sein. Sehen Sie das auch so?
Illies:
Für mich war er eine unglaubliche Nervensäge. (...). Aber ich glaube
die moralische Instanz, die er war, das war er wirklich für seine
Generation und nicht mehr für unsere Generation. Unsere Generation
sucht sich ja nach diesen moralischen Instanzen, und vielleicht
beschreibe ich auch deshalb in
»Ortsgespräch« wie Personen in der
Heimat, wie Tanten und Onkels tatsächlich solche moralischen
Instanzen geworden sind, weil man sozusagen diese großen
intellektuellen Köpfe, die die Vorgängergeneration hatte, nicht mehr
zur Verfügung hatte. Deswegen wird Tante Do und Onkel Max zu einer
Art Günter Grass der nächsten Generation."
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Florian ILLIES u. a. über den Buchtitel:
"»Heimat«
ist ein sehr vergleichbares Gefühl wie »Provinz«. Ich habe das Buch
auch deshalb »Ortsgespräch« genannt, weil dieses Wort einen Raum
beschreibt, den es heute kaum noch gibt, der sich aber in der alten
Telefoneinheit des Ortsgespräches spiegelt. Wo man früher gesagt hat,
da darf man ruhig anrufen, das ist nur ein »Ortsgespräch«,
dreiundzwanzig Pfennig nach achtzehn Uhr. Ich finde es aufregend zu
sehen, daß dieses Denken noch existent ist in den Köpfen, zumindest
der Älteren - und zwar, wo immer man hinkommt auf dem Land."
...und
über die Sehnsucht nach Entschleunigung:
"Während
des Schreibens habe ich das kluge Buch »Beschleunigung« des Jenaer
Soziologen Hartmut Rosa gelesen. Rosa beschreibt, wie die
Beschleunigung durch die technischen Möglichkeiten ein Wachstum
erreicht hat, das exponentiell ist. Das kommt nicht explizit in
»Ortsgespräch« vor, hat sich aber in mein Schreiben hineingesogen. Die
Sehnsucht nach Entschleunigung und die gleichzeitige Sehnsucht nach
Beschleunigung.
Die
Menschheit kann nicht gegen die Beschleunigung rebellieren. Das
sei ein naiver Gedanke, sagt Rosa. Und so wird ein Gefühl immer
stärker: die Sehnsucht nach der Entschleunigungsoase. Das kann das
Wochenende auf dem Land sein, das kann auch der Raum außerhalb von
Kommunikation oder abseits des Internetzugangs sein. Ich glaube, daß
dieses Thema auch noch in den nächsten Jahren für jeden einzelnen
lebensprägender werden wird. Denn natürlich gab es Provinz immer, und
es gab auch eine Sehnsucht nach dem Land. Aber sie hatte nicht diese
Dringlichkeit."
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EIDLHUBER, Mia (2006): Jedem seinen Heimatfilm.
Erfolgsautor Florian Illies über Schnauzer, Vogelsberger Bauern,
sein neues Heimatgefühl und sein neues Buch "Ortsgespräch",
in: Der Standard v. 19.08.
KOGELBOOM, Esther & Ulf LIPPITZ (2006): "Ich habe keine Lust mehr zu
spötteln.
Wenn er gefragt wird, woher
er kommt, antwortet Florian Illies: aus Berlin. Das stimmt nicht ganz.
Denn er hat noch einen Koffer im hessischen Schlitz,
in: Tagesspiegel v. 20.08.
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Florian ILLIES versteht sich nicht als
Theoretiker der Provinz:
"Sie
sind nicht der Einzige, der sich mit der Provinz beschäftigt: Sven
Regener hat
»Neue
Vahr Süd«
geschrieben, David Wagner
»Meine
nachtblaue Hose«,
Ingo Schulze
»Simple
Storys«.
Außerdem beschäftigt sich seit Jahren ein Heer von
Kulturwissenschaftlern wie Hermann Bausinger mit dem Heimatbegriff.
Mir
geht es nicht darum, noch eine Debatte über den Heimatbegriff
loszutreten oder die aktuelle um einen persönlichen Beitrag zu
ergänzen. (...). Ich würde mir wünschen, dass
»Ortsgespräch«
beim Leser persönliche Erinnerungsfilme anlaufen läßt, und dass diese
Erinnerungen abseits und unbehelligt von all diesen Diskussionen
existieren dürfen. Es geht mir nicht um eine Theorie der Provinz. Wir
kommen alle irgendwo her, allein darum geht es, um dieses Gefühl. Und
wie man es in Worte fassen kann, die den Leser zum Lachen zu bringen.
Zumindest das gelingt den Kulturwissenschaftlern doch eher selten."
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KREITLING, Holger (2006): Zwischen Hörgenau und Bösgesäß.
In seinem neuen Buch beschreibt Florian Illies seine Heimatstadt
Schlitz als Idylle. Eine Begegnung unter Hessen,
in: Welt v. 21.08.
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Klappentext
"Hat Florian Illies in GENERATION GOLF
seiner Generation einen Namen gegeben, so gibt er in
ORTSGESPRÄCH unserer Heimat ein Gesicht. Mit
scharfsichtigem Blick voller Neugier, Humor und
Empathie enthüllt er die liebenswürdigen
Skurrilitäten der deutschen Provinz. Ziel seiner
Reise ist das Städtchen Schlitz, das sich mit
urwüchsiger Hartnäckigkeit erst dem Kaiser, dann den
Russen und schließlich auch der neuen Zeit
widersetzte eine Reise in die Heimat, von der wir
nicht aufhören können zu träumen. Eingebettet in die
bewaldeten Hügel und sattgrünen Wiesen des Fuldatals
liegt ein schmuckes kleines Städtchen. Es hat einen
stillgelegten Bahnhof, eine Post, ein Heimatmuseum
und die größte Kerze der Welt. Die Kirche ist aus
dem Jahre 812 und die Pizzeria von 1985. Dieser Ort
heißt Schlitz. Er steht exemplarisch für den
schönsten aller Orte: Heimat. Jenen Ort, gegen den
wir uns oft wehren wollen, aber nicht wehren können.
Unsere Verbindung wird gehalten. ORTSGESPRÄCH
erzählt von der Liebe zum Landleben und zu dem
sagenhaften Zwischenreich der deutschen Provinz, von
der Erinnerung an Schwimmbadwiese und
Karnevalssitzung, an den Schreibwarenladen um die
Ecke und die Apfelernte im Herbst. Aber natürlich
geht es nicht nur um die Traumbilder der
Vergangenheit, sondern auch um die Veränderungen der
Gegenwart. Um unheimliche Klassentreffen und »Total
Räumungsverkauf wegen Geschäftsaufgabe«. Darum, wie
Heimat dem Selektionsdruck im global village
manchmal standhält und ihm manchmal umso
hoffnungsloser ausgeliefert ist. Hat er in seinen
letzten Büchern die vergangenen Melodien und Marken
seiner Generation beschrieben und bewahrt, so
bündelt Illies nun die Schrullen und die
Lebensweisheiten, die Landeier und die Helden seines
Heimatlands zu einer mitreißenden Telenovela. In
ORTSGESPRÄCH macht er sich auf den Weg, um eine Welt
fern der City-Tarife und der Starbucks-Kultur für
uns zu erforschen und ein landauf, landab
diskutiertes Thema zu erfassen: die Heimat im
Wandel. Ein nostalgischer, aber nicht verklärter,
ein ironiefunkelnder, aber nicht spöttischer
Reisebericht".
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ILLIES, Florian (2006):
Heimat mit Hindernissen.
Der Eissalon heißt
"Venezia", der Friseur "Salon für die Dame", und wenn um 12
Uhr die Sirene der Feuerwehr heult, gehen alle nach Hause
und essen Linsensuppe: Der Autor des Bestsellers "Generation
Golf" hat ein neues Buch geschrieben und ist dafür an den
Ort zurückgekehrt, an dem unsere Erinnerungen weiterleben,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v.
13.08.
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RUTSCHKY,
Michael (2006): Schau heimwärts, Junge!
O, welche Sehnsucht: Florian Illies erinnert sich an
Schlitz/Oberhessen,
in: Tagesspiegel v. 13.08.
Michael RUTSCHKY ordnet das
Buch "Ortsgespräch" von Florian ILLIES dem literarischen
Genre der Suche nach der verlorenen Zeit zu, das er von
Marcel PROUST über Thomas WOLFE bis zu David WAGNERs
"Die nachtblaue Hose" absteckt.
Selbst
im Vergleich mit seinem Altersgenossen schneidet ILLIES
schlecht ab:
"Florian
Illies erfüllt kein erkennbares Heimweh nach seiner kleinen
Stadt – Kindheit und Jugend sind bei einem Mann von Mitte 30
halt noch nicht richtig vergangen. Und Illies kann oder will
aus dem Einschnitt der Wiedervereinigung anders als David
Wagner nichts machen, obwohl Schlitz damit aus der
Zonenrandlage hinaus ins mittlere Deutschland geriet."
RUTSCHKY
bescheinigt ILLIES stattdessen
einen
"leicht herablassenden, snobistischen Tonfall –
heilfroh, dass er diese kleine Welt verlassen hat und jetzt
in der Metropole nach Glück, Macht und Ruhm jagen darf."
Aber
auch einer theoretischen Durchdringung des Stoffes mangelt
es ILLIES:
"Was
die Kindheits- und Jugenderinnerungen zu evozieren
versäumen, ersetzen keine soziologischen oder historischen
Reflexionen. Zwar fällt einmal der Name Max Webers und ein
andermal derjenige Georg Simmels, und mehrfach möchte Illies
den Unterschied zwischen Stadt und Land, Metropole und
Provinz als den zwischen Moderne und Vormoderne, zeitlicher
Dynamik und konservativem Verharren ins Spiel bringen. Aber
auch dies nur zögernd, witzelnd, ohne argumentative
Spannkraft.
Kolja
Mensing (ebenfalls Jahrgang 1971) hat 2002 in
»Wie komme ich hier
raus?« beschrieben, wie eine Jugend im westlichen
Deutschland aussah, das praktisch nur aus Provinz bestand."
Zum
Schluss greift RUTSCHKY noch auf seinen eigenen
oberhessischen Erfahrungsschatz zurück, um aufzuzeigen, wie
man es hätte besser machen können.
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WAGNER, David (2006): Verdammt zum ewigen Klassentreffen,
Ein Fest für
sentimentale Menschen und eine verwirrende Erfahrung für
alle anderen: Florian Illies wünscht sich in seinem neuen
Buch "Ortsgespräch" in seine oberhessische Heimat Schlitz
zurück, in das Land seiner Tanten und seiner Jugend,
in: Welt am Sonntag v. 13.08.
David WAGNER kann dem
Heimatbuch von Florian ILLIES wenig abgewinnen:
"Der
irritierte Leser fragt sich (...), wenn wieder vom
»aufsteigenden Heimatgefühl« die Rede ist, wie alt der
Mensch, der da schreibt, sich fühlen mag. Sind das die
Erinnerungen von Martin Walser?
(...).
Hallo, Florian Illies, du bist erst 35! Du bist im besten
Mozartalter und musst dich noch nicht an deinem »Nachsommer«
versuchen. Parke deinen Golf doch bitte vor deiner Berliner
Haustür. Da ist die Gegenwart. Schreib dein nächstes Buch
bitte wieder für uns, nicht für die Lesegruppe der
Generation Pflegeheim und deine Tanten, auch wenn sie noch
so bezaubernde Namen tragen. Schreib für uns arme
Mittdreißiger, die verloren durch die Großstadt zappeln."
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LOTTMANN, Joachim (2006): Fulda ist besser.
Nahaufnahme: Florian Illies hat das Porträt seiner
Heimatstadt geschrieben - eine romantische Verklärung der
deutschen Provinz,
in: Spiegel Nr.33 v. 14.08.
"»Ortsgespräch« wird in ganz Deutschland
gelesen werden und zu einer romantischen Rückbesinnung auf
Natur und Heimat führen", prophezeit Poponkel
Joachim LOTTMANN.
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"Florian
Illies geht es weniger um eine objektive Erkundung der ländlichen
Lebenswelten, als darum, die Provinz (...) zum letzten
Rückzugsgebiet (...) zu stilisieren. Angesicht der Allgegenwart von
Email, SMS und Coffee-to-go glaubt er »eine Sehnsucht nach
Entschleunigungsoasen« zu spüren (...).
Vor
dem Hintergrund dieser nicht allzu originellen Überlegungen zu einem
neuen Heimatgefühl zeichnet Illies auf gut zweihundert Seiten das
Porträt einer geradezu grotesk heilen Welt",
meint Kolja MENSING, der mit
"Wie komme ich hier raus?" bereits vor
4 Jahren die Provinz erkundete. Sein ernüchterndes Resümee des Werks
von Florian ILLIES:
"Die
leichte Ironie, die in
»Anleitung zum Unschuldigsein« (2001) zu
spüren war, ist genauso verflogen wie die zarte Melancholie in
»Generation Golf«. »Ortsgespräch« ist einfach nur
Neokonservativismus für Arme. Mehr nicht."
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Neu:
MENSING, Kolja (2006): Generation Heimatfront.
Blühende Wiesen und
Kittelschürzen: In seinem neuen Buch "Ortsgespräch"
unternimmt der Bestsellerautor Florian Illies eine
sentimentale Reise in die deutsche Provinz,
in: TAZ v. 23.08.
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