| |
|
- LÜTZOW, Gunnar (2000): After the
goldrush.
Jetset, Jobs, Schulden: In der Boheme grassiert nun die "Neue
Unlockerheit",
in: TAZ v. 17.01.
- Inhalt:
LÜTZOW hat in Berlin die
"Neue Bitterkeit" (Christiane RÖSINGER)
entdeckt. Sein Fazit:
"Wer
nicht zur Generation der Erben gehört oder es sonstwie verabsäumt,
im Verteilungskampf um Jobs und Occasionen genügend Ellenbogen zu
zeigen, profitiert höchstens vom programmatischen Songtitel des
Hamburger Lidermachers Bernd
Begemann »Berlin war stärker«."
- LÜTZOW, Gunnar (2003): Cool,
in: Frankfurter Rundschau v. 07.08.
- Inhalt:
LÜTZOW kritisiert die touristische
Vermarktung von
Berlin als "Cool Capital":
"Als
Verkaufsargumente müssen dabei die soften Standortfaktoren wie die
Atmosphäre der »avant garde enclave that fosters edgy galleries,
side by side with design and fashion boutiques« herhalten. Doch
gerne wird von den Promotern und Protagonisten des »coolen« Berlin
übersehen, dass die von ihnen strategisch genutzten Freiräume
nicht vom Himmel gefallen sind. Statt dessen wurden sie von genau
den Menschen und
Initiativen mühsam erkämpft, die szenige Neu- und Teilzeitberliner
gerne
als Modernisierungsblockierer abwerten. Sie haben dafür
gesorgt, dass man noch immer innerhalb des Berliner S-Bahn-Rings
Menschen trifft, die auch ohne vorher ausgezahltes Erbe oder
Tagesjob in der Werbebranche schlichtweg nach dem Motto »Prima
leben und sparen« an Projekten feilen, bis sie rund sind.
Übersehen wird auch der latente Zynismus, der in Berlin als Cool
Capital steckt. Cool
entstand als Schule der »postmodernen Stoa« (Ulf Poschardt),
die in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts von marginalisierten
Afroamerikanern nördlich der 110th Street in Manhattan erfunden
wurde, um sich mit einem Panzer aus Eis vor dem Erfrieren zu
schützen. Genau jene harten Lebensbedingungen, unter denen nur
noch diese irgendwo zwischen einer existenziellen Selbstsetzung
und narzisstischer Persönlichkeitsproblematik angesiedelte
Strategie des vorläufigen Überlebens in permanenter Krise bleibt,
werden inzwischen von einem erheblichen Teil der Berliner
Bevölkerung erlitten."
- LÜTZOW, Gunnar (2003): Rettung vor
Bürgern.
Der "New Urbanism" erreicht das Berliner Tacheles-Areal,
in: Frankfurter Rundschau v. 11.11.
- LÜTZOW, Gunnar (2004): Entzwei,
in: Frankfurter Rundschau v. 31.03.
- Inhalt:
LÜTZOW hat sich in
Berlin auf die Spuren
unserer geteilten Gesellschaft begeben:
"Berliner
Nachtleben. Dort, so lässt uns
ein in den Neunzigern durch einen Roman über Beinkleider
aufgefallener Jungliterat wissen, habe er unlängst in der
Umgegend der Jannowitzbrücke ein Praktikum als Türsteher der
ironischen
»Flittchenbar« absolviert. Was nicht sonderlich verwundert,
sehen wir an der Spree inzwischen nicht mehr nur Dachdecker und
ähnliche Baunebengewerbe, sondern auch Rechtsanwälte und Ärzte -
gemeinhin Stützen der Gesellschaft - abstürzen und entzweigehen.
Verwunderlich allerdings ist ein Detail: Der »Stempel«, der den
reibungslosen Wiedereintritt in die Clubatmosphäre gewährleistet,
ist ein Datumsstempel, »meist auf den elften September
eingestellt«.
Jenseits der Frage, wie nachtblau man sein muss, um so etwas zu
bringen, stellen sich zwei weitere: Was eigentlich ist schlimmer:
Die nun bereits
eine Dekade währende Rede von einer ominösen kollektiven
»Spaßgesellschaft« oder die spätestens seit dem elften
September vehementer werdende Forderung nach ihrem Ende? Dass in
den neunziger Jahren irgendwo irgendwer Spaß hatte, wird
schwerlich zu bestreiten sein. Doch wie folgenreich die damals
eingeleitete Atomisierung des Sozialen in bedingungslos
miteinander um Ressourcen konkurrierende Teilgesellschaften sein
wird, lässt sich besonders gut an den Manifesten derer erkennen,
die diesem Phantom nun den Garaus machen wollen, »jenseits der
Ironie« nach wahren Werten suchen"
-
LÜTZOW, Gunnar (2004): Sind Hartz-IV-Demos Luxus?
Unsere Verwöhnkultur. Sinnvolles Reden über
Luxus fängt dann erst an, wenn die Grenze zur Sinnlosigkeit des
Kaufens eindeutig überstiegen wird,
in: TAZ v. 31.08.
- LUETZOW, Gunnar (2004): Draußen,
in: Frankfurter Rundschau v. 25.09.
- LÜTZOW, Gunnar (2004): Montag %%5.
Times Mager,
in: Frankfurter Rundschau v. 11.10.
- Neu:
LÜTZOW, Gunnar (2004): Gut bekocht von Tante Irina.
Eine Existenz im Sinne von Hartz IV ist hart, aber mit russischer
Familie zu überstehen,
in: TAZ v. 12.10.
|
|