| |
|
- OESTREICH,
Heide (2001): Ende des Ernährers.
Mit der neuen Rolle des
Vaters als Erzieher, so eine Studie des
Familienministeriums, fangen die Probleme erst
an,
in: TAZ v. 17.07.
- Inhalt:
Heide OESTREICH bezweifelt
das
vom Spiegel
ausgerufende "Comeback der
Mutter". Die
empirische Studie von
Wassilios FTHENAKIS
spricht nach OESTREICH dagegen. Der
Familienforscher hat ein neues Vaterideal
entdeckt. Nicht mehr der
"Ernährer", d.h. Väter als
Vollzeitkarrieristen mit familiärem
Anhang möchte er sein, sondern
"Erzieher". Die Realität sieht
aber anders aus: Karriereverzicht, hier
als Beantragung von Erziehungsurlaub
definiert, das geht dann doch zu weit.
"Allerdings lehnen auch, und das
dürfte neu sein, die Mütter den
Karriereverzicht zugunsten des Kindes ab.
Eine Renaissance der klassischen
Mutterrolle ist also empirisch nicht zu
belegen", schreibt OESTREICH.
Mütter, die ihre Karriere nicht
aufgeben, sind sogar im Vorteil. Sie
können damit Väter zu einer
egalitäreren Arbeitsteilung zwingen und
können auch im Berufsleben auf mehr
Verständnis hoffen.
- OESTREICH,
Heide (2002): Achtung, Frau am Steuer!
Mit
ihrem Buch "Generation Ally" wurde
Katja Kullmann bislang lediglich als
Trittbrettfahrerin kritisiert. Dabei überbrückt
ihr Bestseller erfolgreich die Kluft zwischen den
Frauengenerationen
in: TAZ v. 03.06.
- Kommentar:
Heide OESTREICH rechnet
mit
Susanne
GASCHKE (ZEIT vom
14.03.2002) und der
Generation
Berlin ab, indem sie
KULLMANNs Bestseller verteidigt:
"Seine
Position sowohl im Generationendiskurs
als auch im feministischen Diskurs
könnte sogar markant sein, würde es in
diesen Gefilden nicht als tendenziell
'seichter Bestseller' gelabelt und
entsprechend ignoriert."
OESTREICH
geht sogar noch weiter:
"Das
Buch füllt das kommunikative Loch, das
zwischen
Alice
Schwarzer und Verona
Feldbusch klafft - auf eine Weise, die in
der nichtfeministischen Öffentlichkeit
angekommen ist. Aus der heilen Welt der
Frauenzeitschriften guckt ein
unglückliches Gesicht. Es zu zeigen ist
heute ein geradezu politischer Akt."
Der
Glücksanspruch des neoliberalen
Ich-Feminismus, der von
KULLMANN aus der
Innenansicht beschrieben wird, gerät mit
der Kinderfrage an seine Grenzen:
"Wo
die gesellschaftlichen Wellen der alten
Frauenbewegung sie nicht mehr tragen,
versagt diese Gruppe. 'Dann mache ich es
doch lieber selber', seufzt Kullmann
über den liegen gebliebenen Haushalt -
genau wie ihre siebtelemanzipierte
Mutter, die ihre Selbstverwirklichung in
den Volkshochschulkurs verlagert hat. Die
Karriere reicht genau bis zum
biologischen Scheitelpunkt, an dem sich
die Kinderfrage stellt. Entscheidet man
sich für Kinder, ist sie mit relativ
hoher Wahrscheinlichkeit beendet. Und
plötzlich sieht das Rollenangebot gar
nicht mehr so attraktiv aus: Luder mit
Geschäftssinn, Karrierefrau ohne Familie
oder Mama mit Halbtagsjob."
-
OESTREICH, Heide (2002): Warum Aschenputtel rückwärts läuft.
Woran liegts
eigenlich, wenn Mütter hierzulande kaum Karriere machen?, fragte die
Friedrich-Ebert-Stiftung. Am Staat mit seiner mangelhaften
Kinderbetreuung? Oder an den Müttern selbst, die das Kind als
bequeme Ausrede entdecken?,
in: TAZ v. 11.11.
-
OESTREICH, Heide (2003): "Wovor haben Sie Angst?"
Gretchen Dutschke wird vor allem als Pressesprecherin ihres toten
Mannes gesehen. Ein Gespräch über Männer & Frauen, ungeliebten
Kinderdienst sowie Ökonomie & Gewalt 1968 und heute,
in: TAZ v. 18.01.
- Kommentar:
Die 68er gelten allgemein als Idealisten bzw.
als Verfechter postmoderner Werte. Tatsächlich muss manches wohl
wesentlich nüchterner betrachtet werden, z.B. die Heiratsfrage:
"Warum haben Sie eigentlich geheiratet? Das
tat man doch gar nicht?
Uns war egal, was die anderen taten und was nicht. Außerdem bekam
man in Berlin Geld, wenn man heiratete. Und wir hatten kein Geld."
-
OESTREICH, Heide (2003): Gender in die Agenda.
Grüne wollen bei Agenda 2010 nachbessern: Anrechnung des
Partnereinkommens für arbeitslose Frauen soll gemildert werden.
Lange Beschäftigung zählt,
in: TAZ v. 24.05.
-
OESTREICH, Heide (2003): Mutti war die Beste!
Im zarten Alter von 50
Jahren dehnt sich die deutsche Familienpolitik von der reinen
Mutti-Förderung erstmals auch auf die Kinder aus. Noch 50 Jahre, und
sie entdeckt auch noch den Vati. Ein Glückwunsch zum heutigen
50sten,
in: TAZ v. 23.10.
- Kommentar:
Damit der nächste PISA-Test besser ausfällt, hat
die TAZ alle 14 westdeutschen Familienminister aufgelistet.
Darunter gab es nur drei Männer, alle CDU-Mitglieder.
-
OESTREICH, Heide (2004): Kluge Mütter wollen Arbeit.
Der Staat subventioniert die Familien grundlegend falsch,
in: TAZ v. 29.04.
-
OESTREICH, Heide (2004): Hoffentlich Allianz-versichert.
Ein winziger Schritt in Richtung familienfreundliches
Deutschland,
in: TAZ v. 02.06.
-
OESTREICH, Heide (2004): Bitte keine Tagesmutter-Ich-AGs.
Die Deutschen haben den Wert des Kindergartens nicht begriffen,
in: TAZ v. 12.07.
-
OESTREICH, Heide (2004): Familienbild mit Hartz.
Der Arbeitsmarkt wirds
schon richten: Die Logik von Hartz IV behandelt Frauen und Männer
gleich, ohne dass sie die Chance haben, sich auch gleich zu
verhalten. Das Ergebnis: Frauen - und Mütter vor allem - werden in
die gute alte Versorgerehe gedrängt. Oder in unsichere Billigjobs,
in: TAZ v. 10.08.
|
|
| |
|
|
|