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Heide Oestreich: Familienpolitik als Frauenpolitik

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 1968 geboren
    • Studium der Politikwissenschaft und Germanistik
    • 2004 Buch "Der Kopftuch-Streit"
    • Redakteurin bei der taz
 
       
   
  • Aktuellster Beitrag
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    Heide Oestreich in ihrer eigenen Schreibe

     
       
    • OESTREICH, Heide (2001): Ende des Ernährers.
      Mit der neuen Rolle des Vaters als Erzieher, so eine Studie des Familienministeriums, fangen die Probleme erst an,
      in: TAZ v. 17.07.
      • Inhalt:
        Heide OESTREICH bezweifelt das vom Spiegel ausgerufende "Comeback der Mutter". Die empirische Studie von Wassilios FTHENAKIS spricht nach OESTREICH dagegen. Der Familienforscher hat ein neues Vaterideal entdeckt. Nicht mehr der "Ernährer", d.h. Väter als Vollzeitkarrieristen mit familiärem Anhang möchte er sein, sondern "Erzieher". Die Realität sieht aber anders aus: Karriereverzicht, hier als Beantragung von Erziehungsurlaub definiert, das geht dann doch zu weit. "Allerdings lehnen auch, und das dürfte neu sein, die Mütter den Karriereverzicht zugunsten des Kindes ab. Eine Renaissance der klassischen Mutterrolle ist also empirisch nicht zu belegen", schreibt OESTREICH. Mütter, die ihre Karriere nicht aufgeben, sind sogar im Vorteil. Sie können damit Väter zu einer egalitäreren Arbeitsteilung zwingen und können auch im Berufsleben auf mehr Verständnis hoffen.
    • OESTREICH, Heide (2002): Achtung, Frau am Steuer!
      Mit ihrem Buch "Generation Ally" wurde Katja Kullmann bislang lediglich als Trittbrettfahrerin kritisiert. Dabei überbrückt ihr Bestseller erfolgreich die Kluft zwischen den Frauengenerationen
      in: TAZ v. 03.06.
      • Kommentar:
        Heide OESTREICH rechnet mit Susanne GASCHKE (ZEIT vom 14.03.2002) und der Generation Berlin ab, indem sie KULLMANNs Bestseller verteidigt:
             
        "Seine Position sowohl im Generationendiskurs als auch im feministischen Diskurs könnte sogar markant sein, würde es in diesen Gefilden nicht als tendenziell 'seichter Bestseller' gelabelt und entsprechend ignoriert."
             
        OESTREICH geht sogar noch weiter:
             
        "Das Buch füllt das kommunikative Loch, das zwischen Alice Schwarzer und Verona Feldbusch klafft - auf eine Weise, die in der nichtfeministischen Öffentlichkeit angekommen ist. Aus der heilen Welt der Frauenzeitschriften guckt ein unglückliches Gesicht. Es zu zeigen ist heute ein geradezu politischer Akt."
             
        Der Glücksanspruch des neoliberalen Ich-Feminismus, der von KULLMANN aus der Innenansicht beschrieben wird, gerät mit der Kinderfrage an seine Grenzen:
             
        "Wo die gesellschaftlichen Wellen der alten Frauenbewegung sie nicht mehr tragen, versagt diese Gruppe. 'Dann mache ich es doch lieber selber', seufzt Kullmann über den liegen gebliebenen Haushalt - genau wie ihre siebtelemanzipierte Mutter, die ihre Selbstverwirklichung in den Volkshochschulkurs verlagert hat. Die Karriere reicht genau bis zum biologischen Scheitelpunkt, an dem sich die Kinderfrage stellt. Entscheidet man sich für Kinder, ist sie mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit beendet. Und plötzlich sieht das Rollenangebot gar nicht mehr so attraktiv aus: Luder mit Geschäftssinn, Karrierefrau ohne Familie oder Mama mit Halbtagsjob."
    • OESTREICH, Heide (2002): Warum Aschenputtel rückwärts läuft.
      Woran liegts eigenlich, wenn Mütter hierzulande kaum Karriere machen?, fragte die Friedrich-Ebert-Stiftung. Am Staat mit seiner mangelhaften Kinderbetreuung? Oder an den Müttern selbst, die das Kind als bequeme Ausrede entdecken?,
      in: TAZ v. 11.11.
    • OESTREICH, Heide (2003): "Wovor haben Sie Angst?"
      Gretchen Dutschke wird vor allem als Pressesprecherin ihres toten Mannes gesehen. Ein Gespräch über Männer & Frauen, ungeliebten Kinderdienst sowie Ökonomie & Gewalt 1968 und heute,
      in: TAZ v. 18.01.
      • Kommentar:
        Die 68er gelten allgemein als Idealisten bzw. als Verfechter postmoderner Werte. Tatsächlich muss manches wohl wesentlich nüchterner betrachtet werden, z.B. die Heiratsfrage:

              
          "Warum haben Sie eigentlich geheiratet? Das tat man doch gar nicht?
        Uns war egal, was die anderen taten und was nicht. Außerdem bekam man in Berlin Geld, wenn man heiratete. Und wir hatten kein Geld."
    • OESTREICH, Heide (2003): Gender in die Agenda.
      Grüne wollen bei Agenda 2010 nachbessern: Anrechnung des Partnereinkommens für arbeitslose Frauen soll gemildert werden. Lange Beschäftigung zählt,
      in: TAZ v. 24.05.
    • OESTREICH, Heide (2003): Mutti war die Beste!
      Im zarten Alter von 50 Jahren dehnt sich die deutsche Familienpolitik von der reinen Mutti-Förderung erstmals auch auf die Kinder aus. Noch 50 Jahre, und sie entdeckt auch noch den Vati. Ein Glückwunsch zum heutigen 50sten,
      in: TAZ v. 23.10.
      • Kommentar:
        Damit der nächste PISA-Test besser ausfällt, hat die TAZ alle 14 westdeutschen Familienminister  aufgelistet. Darunter gab es nur drei Männer, alle CDU-Mitglieder.
    • OESTREICH, Heide (2004): Kluge Mütter wollen Arbeit.
      Der Staat subventioniert die Familien grundlegend falsch,
      in: TAZ v. 29.04.
    • OESTREICH, Heide (2004): Hoffentlich Allianz-versichert.
      Ein winziger Schritt in Richtung familienfreundliches Deutschland,
      in: TAZ v. 02.06.
    • OESTREICH, Heide (2004): Bitte keine Tagesmutter-Ich-AGs.
      Die Deutschen haben den Wert des Kindergartens nicht begriffen,
      in: TAZ v. 12.07.
    • OESTREICH, Heide (2004): Familienbild mit Hartz.
      Der Arbeitsmarkt wirds schon richten: Die Logik von Hartz IV behandelt Frauen und Männer gleich, ohne dass sie die Chance haben, sich auch gleich zu verhalten. Das Ergebnis: Frauen - und Mütter vor allem - werden in die gute alte Versorgerehe gedrängt. Oder in unsichere Billigjobs,
      in: TAZ v. 10.08.
     
           
       

    Der Kopftuch-Streit (2004).
    Das Abendland und ein Quadratmeter Islam
    Frankfurt a/M: Brandes & Apsel

     
       
     
     

    Klappentext

    "Wie unter einem Brennglas bündeln sich im Kopftuch-Streit gesellschaftliche Konflikte. Die muslimische Frau mit Tuch - eine Provokation auf mehreren Ebenen. Staatliche Neutralität, Frauenbilder, »echte« oder »falsche« Toleranz, Integration, Religionsfreiheit, vieles gilt es zu überdenken. Kein Wunder, dass an den Schnittstellen dieser Diskurse die Emotionen hochkochen und die Argumentationslinien quer durch die Parteien und Bewegungen verlaufen.
    Heide Oestreich dokumentiert und diskutiert all diese Positionen gründlich und prüft kritisch deren Argumente. Das Buch spannt den Bogen vom Rechtsstreit der Lehrerin Ludin über die Gesetze der Bundesländer zu den Parteien, von den türkischen Vereinigungen und fundamentalistischen Organisationen bis zu den europäischen Nachbarn, von feministischen Positionen über sozialwissenschaftliche Studien bis hin zur mulitkulturellen Debatte.
    Entstanden ist ein Buch, das den Bemühungen muslimischer Frauen um Anerkennung Respekt zollt und eine reflektierte Politik der Toleranz einfordert."

     
     
     
           
       
    • Rezensionen

    • Neu:
      REUTER, Astrid 2004): Streit um Symbole.
      Dokumentation, Analyse und Plädoyer: Heide Oestreichs Sicht auf den Kopftuch-Streit,
      in: Frankfurter Rundschau v. 17.05.
     
       

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    Bernd Kittlaus
    webmaster@single-generation.de Erstellt: 10. August 2004
    Update: 01. November 2004
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