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Heinrich Wefing: Geht alles gar nicht

 
       
     
       
   
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    Heinrich Wefing in seiner eigenen Schreibe

     
       

    WEFING, Heinrich (2001): Eine Million Wohnungen ohne Interessenten.
    Stirb langsam: Unsere kleine Stadt,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 22.02.

    Heinrich WEFING ist ein Apokalyptiker der neuen Mitte. Anfang der 1980er Jahre textete die Punkband Fehlfarben:

    "Ich schau mich um und seh´ nur Ruinen".

    Das war subkultureller Sound der längst in den Feuilletons der neuen Mitte angekommen ist:

    "Eine Million Wohnungen, für die schlicht die Menschen fehlen (...) ist (...) eine Spätfolge der massiven Deindustrialisierung der ehemaligen DDR - und das notwendige Resultat einer Pluralisierung der Lebensstile. (...)
    In der großen Leere (...) einzig ein ostdeutsches Problem zu sehen wäre freilich naiv. Berlin, die vermeintlich boomende Hauptstadt, verliert Jahr um Jahr an Einwohnern (...).
    Die Grenzen des Wachstums sind längst überschritten, und die prognostizierte Bevölkerungsentwicklung verschärft noch den Imperativ des Weniger.
    Die Stadt der Zukunft in diesem alt werdenden Land ist kein wachsender, wuchernder, kraftstrotzender Kosmos mehr, sondern ein Gebilde, das welkt, schrumpft, vielleicht sogar stirbt. Das ist das Unerhörte, kaum Begreifliche, das hinter den Leerstandszahlen aus dem Osten aufscheint. Entvölkerte Städte hat es in Deutschland zuletzt nach dem Dreißigjährigen Krieg gegeben, Zonen abgestorbener Zivilisation kennen wir nur aus apokalyptischen Visionen wie Andrej Tarkowskis Film »Stalker«. Daß Städte wieder zu Dörfern werden könnten, daß Dörfer mangels Menschen von der Landkarte verschwinden, ist in unserem Denken nicht vorgesehen. Wir alle aber werden es erleben."

    So klingt neodarwinistischer Sound im Anschluss an bevölkerungspolitischen Prognosenzauber. SCHMID/HEIGL/MAI haben im Jahr 2000 ein Buch mit dem Titel Sozialprognose herausgebracht, in dem sie auf eine zutreffende Prognose der Bevölkerungsentwicklung Anfang des Jahrhunderts hinweisen. Man hatte die Bevölkerung im Nachkriegsdeutschland ziemlich genau prognostiziert. Der zweite Weltkrieg war in diesen Berechnungen jedoch nicht enthalten!
    Die verdrängten Zeiten vor 1968 haben eine Explosion der alten allein lebenden Bevölkerung gebracht: Zwischen 1957 und 1969 hat sich die Zahl der allein lebenden Witwen mehr als verdoppelt (Wirtschaft und Statistik 12/1970, S.616).

    Vielleicht wäre es ganz heilsam, wenn man endlich die Debatten der 50er Jahre erforschen würde. Man würde vielleicht feststellen, dass sie unseren heutigen Debatten erstaunlich ähneln. Die Familiengesellschaft benötigt ihre Feinde, damals die Unverheirateten und heute eben die Singles.

    Ein Blick auf die Geburtenstatistik zeigt, dass die Anzahl der Geburten im früheren Bundesgebiet 1999 höher war als in den Jahren 1973 - 1987: Geburtenstatistik der Bundesrepublik 1946-1999

    WEFING, Heinrich (2003): Ein permanentes Solo des Widerstands.
    Wie der Schriftsteller Dave Eggers sich zu Ruhm und San Francisco zur literarischen Wiedergeburt verhilft,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 30.09.

    WEFING, Heinrich (2003): Das große Umkrempeln.
    Ich bin der Arnold aus Kalifornien: Schwarzeneggers Revolution,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 14.08.

    Heinrich WEFING stellt den Wahlkampf in Kalifornien pathetisch in die Tradition des kollektiven Urerlebnis "Goldrausch" und die "Steuerrevolten der späten siebziger Jahre, als der weiße Mittelstand gegen immer höhere Abgaben aufbegehrte. Die organisierten Interessen seien für einen Moment entmachtet beim "Aufstand gegen das Establishment".
    Mit Blick auf die deutschen Verhältnisse und die Sehnsucht neoliberaler Eliten fügt er bedauernd hinzu:

    "Das erhitzte Volk, der ewigen Kompromisse, der gebrochenen Versprechen überdrüssig, steht auf den Barrikaden, wie sich das ja auch in Deutschland einige Professoren, Bürgerkonvente und politikverdrossene Romantiker eträumen. Aber voran stürmen eben nicht ergraute Ordinarien, Pastoren und hohe Bundesrichter",

    sondern ein - den Unmut des Homo Oeconomicus kanalisierender - Terminator Arnold SCHWARZENEGGER. Sozusagen ein Westernheld Ronald REAGAN für die Nuller...

    WEFING, Heinrich (2006): Drei sind besser als zwei.
    Kinderreich: Kommen Großfamilien wieder in Mode?
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 21.01.

    Bereits im Mai letzten Jahres wurde auf single-generation.de unter Hinweis auf das Gutachten Nachhaltige Familienpolitik von Hans BERTRAM darauf hingewiesen, dass der Geburtenrückgang weniger die Konsequenz der Kinderlosigkeit der Akademikerinnen ist, sondern hauptsächlich durch den Rückgang der Dritt- und Viertkinder verursacht wurde. Das ist nun auch im SCHIRRMACHER-Feuilleton angekommen.

    Heinrich WEFING will nun einen Trend zum Drittkind ausmachen. Er stützt sich dabei zum einen auf die Zunahme von "Großfamilien" in seinem persönlichen Umfeld und zum anderen auf Trendscouts in den USA.
    Wann aber ist ein Trend ein Trend?

    "Die langfristige Entwicklung scheint eindeutig: Hatten noch mehr als vierzig Prozent der um 1940 geborenen Frauen drei oder mehr Kinder zur Welt gebracht, bekamen von den Frauen des Jahrgangs 1960 nur noch 17,8 Prozent mehr als zwei Kinder; Tendenz weiter fallend",

    schreibt WEFING zur Situation in Deutschland. Was ist eine solche Aussage wert, wenn in der deutschen Bevölkerungsstatistik nur die Kinder in lebenslangen Ehen gezählt werden? Unsere Bevölkerungswissenschaftler sind überhaupt nicht in der Lage, Auskunft über die genaue Zahl der Kinder einer Frau zu geben. Die höhere Kinderzahl der Französinnen könnte deshalb auch die Folge unterschiedlicher statistischer Erfassungsweisen sein.

    Es ist ein Skandal, dass Deutschland sich eine katastrophal rückständige Sozialstatistik erlaubt und dies von ALLEN politischen Lagern geduldet wird. Solange alle Parteien und Lobbygruppen ein Interesse an der Dramatisierung des Geburtenrückgangs haben, ist hier keine Änderung zu erwarten...

    WEFING, Heinrich (2006): Welcher Stock, bitte?
    Katastrophenverhüter: Andreas Bernard sieht im Fahrstuhl den eigentlichen Ort der Moderne,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 08.12.

    Neu:
    BROST, Marc & Heinrich WEFING (2014): Geht alles gar nicht.
    Dass sich Kinder und Karriere vereinbaren lassen, ist eine Lüge. Zeit für mehr Ehrlichkeit,
    in: Die ZEIT Nr.6 v. 30.01.

     
           
       

    Geht alles gar nicht (2015).
    Warum wir Kinder, Liebe und Karriere nicht vereinbaren können
    (zusammen mit Marc Brost)
    Rowohlt Verlag

     
       
         
     

    Klappentext

    "Kennen Sie das Gefühl, zu wenig Zeit für alles zu haben? Für die Kinder, für den Job, für die Beziehung, für sich selbst? Glauben Sie trotzdem, es sei schon irgendwie hinzubekommen, weil das ja alle behaupten - die anderen Eltern, die Wirtschaft, die Politik? Marc Brost und Heinrich Wefing sagen: Es geht eben nicht. Weder bei den Müttern noch bei den Vätern. Und sie zeigen, warum das so ist. Ein Buch, das mit verbreiteten Illusionen aufräumt und vor allem eines fordert: Ehrlichkeit."

     
         
     
           
       

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    Bernd Kittlaus
    webmaster@single-generation.de Erstellt: 25. April 2015
    Update: 28. August 2015