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Holm Friebe: Das nächste grosse Ding

 
       
     
       
   
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    Holm Friebe in seiner eigenen Schreibe

     
       

    FRIEBE, Holm (1999): German Psycho.
    Die 78er gibt es eigentlich nicht, aber mitunter schreiben sie noch Romane wie "Deutsche Einheit" oder "Alle oder keiner",
    in: Jungle World Nr.48 v. 24.11.

    Joachim Lottmann - Deutsche Einheit

    FRIEBE, Holm/LANDGRAF, Anton/VOGEL, Wolf-Dieter (2000): Beta-Blocker, Version 3.0.
    Start Up - die Apologeten der Internet-Ökonomie treffen sich in Berlin zur großen Konferenz. Die Kritik wird frei Haus mitgeliefert,
    in: Jungle World
    Nr.36 v. 30.08.

    Die Wiederbelebung der Yuppie-Debatte der 80er Jahre

    FRIEBE, Holm (2001): Das Glück der Tür.
    Douglas Adams hat Menschen und Dinge glücklich gemacht. Jetzt ist er gestorben,
    in: Jungle World
    Nr.21 v. 16.05.

    Nachruf auf Douglas ADAMS.

    FRIEBE, Holm (2001): Viele Smarties.
    Trendguru Matthias Horx verkündet das Ende der Ausbeutung,
    in: Jungle World v. 11.07.2001

    Matthias Horx - Smart Capitalism

    FRIEBE, Holm (2001): Weil ich es kann.
    Dave Eggers' "Ein herzzerreißendes Werk von umwerfender Genialität" ist ein umwerfendes Werk von herzzerreißender Genialität,
    in: Jungle World Nr.42 v. 10.10.

    Dave Eggers - Ein herzzereißendes Werk von umwerfender Genialität

    FRIEBE, Holm (2002): Schöne Flecken.
    Douglas Coupland: Beautiful Stains - Fotoprints. Eine Einführung,
    in: Jungle World Nr.36 v. 28.08.

    Douglas Coupland - Generation X

    FRIEBE, Holm (2003) Stars 'r' us,
    in: Kursbuch Nr.154 Die 30jährigen, Dezember

    FRIEBE, Holm (2004): Branding the Revolution.
    Werbung ist keine Besonderheit des Kapitalismus. Über die Linke und ihr Marketing,
    in: Jungle World Nr.18 v. 21.04.

    FRIEBE, Holm (2004): Ein Hauch von Ballermann.
    Das Konzept Stadtstrand war gut, bis es Eventmanagern in die Hände fiel,
    in: Jungle World Nr.34 v. 11.08.

    Holm FRIEBE betrachtet die Stadtstrände aus der Perspektive der Schöner-Arbeiten & Schöner-Leben-Menschen. Das Konzept sei von der Clubkultur-Bohème erfunden und von den wahren Urbanisten (z.B. Freelancer-Lebenskünstler, die ihr Leben jenseits des Normalarbeitsverhältnisses nicht als Selbstausbeutung, sondern als Emanzipation definieren) genutzt worden. Jetzt sei das Stadtstrand-Konzept jedoch zum Massenkonsum verkommen, schreibt FRIEBE.

    Wer da an ästhetische Kritik à la Tristesse Royale denkt, der liegt nicht ganz falsch, aber FRIEBE geht es um den Coolness-Faktor für linkshedonistische Lifestyle-Menschen, deshalb klagt er:

    "Stadtstrände mögen als Projekt der Bohème gestartet sein, heute werden sie zwischen den Polen bourgeoiser Bohème und marginalisierter Mainstream zerrieben wie Muschelkalk.

    FRIEBE, Holm (2004): Der Zeitgeist ist zurück.
    Die achtziger Jahre und Tempo,
    in: Jungle World Nr.51 v. 08.12.

    Holm FRIEBE meldet, dass das Zeitgeistmagazin Tempo zurückkehrt.

    FRIEBE, Holm (2004): Survival of the cheapest.
    Alles für alle für wenig Geld? Mit dem im Phantasma der Konsumentendemokratie verbrieften Versprechen auf klassenlose Gleichheit ist es einstweilen Balsamico,
    in: Jungle World Nr.52 v. 15.12.

    Holm FRIEBE wiederholt hier nochmals für die globale Klasse, was bereits in allen Mitte-Zeitungen zu lesen war:

    "Für Deutschland (...) gilt, dass sich die Polarisierung der Einkommen natürlich auch in einer Polarisierung des Konsums ausdrückt, die langfristig das mittlere Segment ausdünnt. Kein Wunder, dass gerade in diesen Tagen Karstadt und Opel, die beiden Ikonen der Mittelmäßigkeit, in die Krise rutschen".

    FRIEBE, Holm & Kathrin PASSIG (2005): Unterschichtwechsel.
    Das nächste grosse Ding,
    in: Berliner Zeitung  v. 28.07.

    Wer bestimmt den Lifestyle? Die Subkultureliten, wie Diedrich DIEDERICHSEN in der SZ gemäß FRIEBE & PASSIG behauptet, oder die Unterschichten, wie Georg DIEZ in der FAS nahe legt? FRIEBE & PASSIG  sehen nicht im kulturellen Transfer entlang der Statusunterschiede, sondern entlang des Altersunterschieds, genauer von jung zu alt, das Grundprinzip kultureller Evolution:

    "In der Nachfolge von Leslie Fiedlers bahnbrechendem Aufsatz »Cross the Border, Close the Gap« (1969), der die Aufhebung der Trennung von Populär- und Hochkultur anmahnte, erschien kürzlich Steven Johnsons Sachbuch »Everything Bad Is Good For You«, in dem dargelegt wird, wie Computerspiele und U-Kultur nicht zur Verdummung der Jugend, sondern durch ihre immer komplexere Narration zum stetigen Anstieg des durchschnittlichen IQs seit den 50ern geführt haben."

    Nach einem Ausflug in die Achtziger Jahre mit ihren Poppern (deren von FRIEBE beschriebenes Outfit erst in den 90ern durch Christian KRACHT popularisiert wurde), kommt FRIEBE auf die Storys in SZ-Magazin und Stern/NEON zu sprechen, bevor er resümiert:

    "Der neue Konservatismus der jungen Generation ist (...) ein pragmatischer, privatistischer und eskapistischer. Er hat nichts gemein mit dem auf Konfrontation angelegten Programm, das etwa die »konservative Revolution« in Weimar verfolgte und das sich kulturell heruntergebrochen auch bei den originären Poppern noch fand. Während jene mit arrogantem Elitarismus zu provozieren und polarisieren verstanden, sind die »jungen Konservativen« harmoniesüchtig. Der Neo-Popper wäre demnach gar keiner, sondern ein Normalo."

    • FRIEBE, Holm (2005): Schmeißt das Geld weg!
      Kann es so etwas wie eine ironische Firma geben?
      in: konkret Literatur. Sonderheft Kapital und (keine) Arbeit, Nr.30, Oktober 

    • FRIEBE, Holm & Kathrin PASSIG (2005): Der Rattenschwanz.
      Das nächste grosse Ding,
      in: Berliner Zeitung v. 22.12.

    Chris Anderson - The Long Tail
    "Der nomadische Gegenstand der Zukunft ist die Firma",

    schreiben Holm FRIEBE und die frischgebackene Bachmannpreisträgerin Kathrin PASSIG anlässlich eines Wired-Artikels, in dem "Going bedouin" zum aktuellen Trend erhoben wurde:

    "Trend zur Firma (...), die keinen physischen Standort mehr hat und nur noch aus einer Website, Angestellten und deren Kommunikation untereinander besteht".

    FRIEBE, Holm (2006): Wo kommt das alles plötzlich her?
    Ironieverdacht? Verschwörungstheorien? In den vergangenen Tagen konnte man einiges über die Berliner Bachmann-Preisträgerin Kathrin Passig lesen. Vieles war Unsinn. Hier nun ein schonungsloser Offenbarungstext über die wahren Hintergründe der Autorin und das Geschäftsjahr 2006 der ZIA,
    in: zitty v. 06.07.

    Holm FRIEBE schildert die Zentrale Intelligenz Agentur in der Tradition der "Muße-Gesellschaft", die Bernd CAILLOUX in dem Roman Das Geschäftsjahr 1968/69 beschrieben hat:

    "»Jeden Tag gerieten wir aufs neue in kontroverse Debatten und vertieften aufs neue das unendliche Thema von Sinn, Zweck und Zukunft der Muße-Gesellschaft. Mit welchem Anspruch wollten wir demnächst auftreten? Als Künstlergruppe, als elektrische Derwische mit dem Blitz der Erleuchtung durch die Republik ziehen? Oder doch als Firma, als kleines, seine wahren Absichten verschleierndes Unternehmen. Das hörte sich schnöde an. Es musste noch etwas anderes geben.« Ich fühlte mich and ie ZIA erinnert und hatte das Buch zu Weihnachten an alles engeren Mitarbeiter verschenkt. Cailloux schrieb über uns, wenn er schrieb: »Noch immer schwebte mir eine lose Gruppierung, eine Firma im Schwebezustand vor, ein improvisierter, spielerischer Betrieb, ähnlich dem einer Band als der Höchstform für Teams und aus der Lamäng hingeschlackert - eine Firma als Tarnkappe auch bei der Suche nach besseren Lebenszwecken.« Genauso musste es sein. Vielleicht hatte ich es nur selbst noch nicht kapiert."

    Zum Schluss widerspricht FRIEBE noch - als Sprachrohr der digitalen Bohème - der zukünftigen zitty-Chefredakteurin Mercedes BUNZ:

    "Wenn Mercedes Bunz im April in dieser Zeitung unter der Überschrift »Meine Armut kotzt mich an« mehr ökonomischen Druck und kommerzielle Auftraggeber für Berlin einfordert, damit die »urbanen Penner« endlich Haltung annehmen und ans Geldverdienen herangeführt werden, kann ich für die ZIA sagen, dass das Gegenteil richtig war: Halbherzige Brotjobs knicken und sich ganz auf das konzentrieren, was man selbst interessant findet. Es kommt darauf an, wie die Programmierer-Legende Paul Graham im Essay »How to do what you love« auf seiner Website schreibt, wieder mehr zu tun, was man liebt (...). Die digitale Bohème verfügt über die technischen Produktionsmittel, eigene Ideen umzusetzen und davon zu leben."

    Der zitty-Artikel bietet einen Vorgeschmack auf das im September erscheinende Buch Wir nennen es Arbeit von Holm FRIEBE und Sascha LOBO.

    FRIEBE, Holm & Kathrin PASSIG (2006): Das Live-Internet.
    Das nächste grosse Ding,
    in: Berliner Zeitung v. 28.07.

    FRIEBE, Holm & Kathrin PASSIG (2006): Runterschalten.
    Das nächste große Ding,
    in: Berliner Zeitung v. 25.10.

    FRIEBE & PASSIG widmen sich in ihrer heutigen Kolumne dem Downshifting. Als deutsche Galionsfigur erscheint ihnen Werner Tiki KÜSTENMACHER, der gerade zusammen mit seiner Ehefrau den Ratgeber Simplify your love auf den Markt gebracht hat.

    FRIEBE, Holm & Kathrin PASSIG (2007): Kollektivismus.
    Das nächste große Ding,
    in: Berliner Zeitung v. 04.10.

    FRIEBE, Holm & Kathrin PASSIG (2008): Geld für nichts.
    Das nächste grosse Ding,
    in: Berliner Zeitung v. 23.01.

    FRIEBE, Holm & Kathrin PASSIG (2008): Ungeduld.
    Das nächste große Ding,
    in: Berliner Zeitung v. 27.03.

    FRIEBE, Holm & Kathrin PASSIG (2008): Soziale Bewegungen.
    Das nächste grosse Ding,
    in: Berliner Zeitung v. 01.07.

    FRIEBE, Holm (2008): Currywurst mit Blattgold,
    in: Magazin der Berliner Zeitung v. 13.09.

    Holm FRIEBE schreibt über Gentrifizierung und Currywurst am Beispiel Berlin: "»Heißt Gentrifizierung auch, dass ihr endlich aufhört, vor meinen Laden zu pissen?«, fragte unlängst in seinem Schaufenster ein irritierter Galerist im von Gentrifizierung arg betroffenen Kreuzkölln, dem an Kreuzberg grenzenden Zipfel von Neukölln. Den Menschen können wir beruhigen. Bis dahin wird es wohl noch so zwei, drei Jahre dauern.
    Das voll entfaltete Spätstadium der Gentrifizierung ist dagegen in Prenzlauer Berg und Mitte zu besichtigen, inklusive aller unschönen Auswüchse und Dekadenzphänomene. Zu letzteren zählt eindeutig die »Currywurst Gold« mit »22 Karat Blattgold«
    ".

    FRIEBE, Holm & Kathrin PASSIG (2008): Bedrohte Arten.
    Das nächste große Ding,
    in:
    Berliner Zeitung v. 26.11.

    FRIEBE, Holm & Kathrin PASSIG (2009): Krisenkonsum.
    Das nächste grosse Ding,
    in:
    Berliner Zeitung v. 25.02.

    FRIEBE, Holm & Kathrin PASSIG (2009): Digitaler Migrationshintergrund.
    Das nächste grosse Ding,
    in:
    Berliner Zeitung v. 28.03.

    FRIEBE, Holm (2009): Zurück zum menschlichen Maßstab!
    Die Krise stellt die Organisationsform des multinationalen Konzerns in Frage. Zugleich entstehen kleinteiligere Nischenmärkte, die das Potential zu einer humaneren Wirtschaft haben,
    in:
    Jungle World Nr.19 v. 07.05.

    FRIEBE, Holm & Kathrin PASSIG (2009): Politechnik.
    Das nächste grosse Ding,
    in: Berliner Zeitung v. 02.06.

    FRIEBE, Holm & Kathrin PASSIG (2009): Rurbanität.
    Das nächste grosse Ding,
    in: Berliner Zeitung v. 30.06.

    FRIEBE, Holm & Kathrin PASSIG (2009): Pufferzonen.
    Das nächste grosse Ding,
    in: Berliner Zeitung v. 31.07.

    FRIEBE, Holm & Kathrin PASSIG (2009): Mikrotrends.
    Das nächste grosse Ding,
    in: Berliner Zeitung v. 27.08.

    FRIEBE, Holm & Kathrin PASSIG (2009): Metamorphose der Metaphern.
    Das nächste grosse Ding,
    in: Berliner Zeitung v. 25.09.

    FRIEBE, Holm & Kathrin PASSIG (2009): Resilienz.
    Das nächste grosse Ding,
    in: Berliner Zeitung v. 29.10.

    FRIEBE, Holm & Kathrin PASSIG (2009): Datenbasis.
    Das nächste grosse Ding,
    in: Berliner Zeitung v. 02.12.

    FRIEBE, Holm & Kathrin PASSIG (2009): Das neue Hässlich.
    Das nächste grosse Ding,
    in: Berliner Zeitung v. 24.12.

    FRIEBE, Holm & Kathrin PASSIG (2010): Telefonpräsenz.
    Das nächste grosse Ding,
    in: Berliner Zeitung v. 01.02.

    FRIEBE, Holm & Kathrin PASSIG (2010): Gekerbter Datenraum.
    Das nächste grosse Ding,
    in: Berliner Zeitung v. 25.02.

    Neu:
    FRIEBE, Holm (2010): Digitale Boheme revisited.
    Holm Friebe, der zusammen mit Sascha Lobo der digitalen Boheme ihren Namen gab, hält es eigentlich wie die Queen: "Never explain, never complain". Hier stellt er nun doch einige der kursierenden Mißverständisse rund um den Begriff und das neue Arbeitsmodell klar,
    in: Konkret Nr.10, Oktober

    Knochenarbeit - Die netten Jahre sind vorbei (Teil 2). Die Generation Golf in der Jobkrise revisited. Oder: Deutschland schafft sich ab

     
           
       

    Holm Friebe im Gespräch

     
       

    DÖRRE, Stefanie & Britta GEITHE (2008): Holm Friebe und Thomas Ramge über ihr Buch "Marke Eigenbau".
    Immer mehr Menschen machen sich mit kleinen Labels selbstständig und vermarkten ihre Produkte übers Internet. Der tip sprach darüber mit Holm Friebe und Thomas Ramge,
    in: Tip Berlin Nr.20 v. 18.09.

     
           
       

    Marke Eigenbau (2008)
    (zusammen mit Thomas Ramge)
    Frankfurt a/M: Campus

     
       
         
     

    Klappentext

    "Der Aufstand der Massen gegen die Massenproduktion

    Wir erleben den Aufstand des Selbermachens gegen eine anonyme industrielle Massenproduktion. Die Marke Eigenbau verlässt den Hobbykeller und entert die Ladenlokale, Laufstege und das Internet. Wo die listenreiche und verstreute Revolution des Selbermachens zuschlägt, verändert sie die Spielregeln von Arbeit, Produktion und Konsum. Ihre Vorboten sind boomende Webplattformen für Handgemachtes, neue Märkte für hochwertige und ökologische Produkte zu fairen Preisen, die wachsende Open Source-Bewegung und die Renaissance der Manufakturen.

    Holm Friebe und Thomas Ramge belegen anhand vieler Beispiele, warum Masse künftig die Summe der Nischen sein wird, wo die Grenzen zwischen Produzenten und Käufern verschwinden und wie auch Unternehmen von der neuen individualistischen Massenbewegung profitieren können, die dem globalen Kapitalismus eine neue Wendung geben wird.

    Jedes Buch ein handgemachtes Unikat!"

     
         
     
           
       

    Rezensionen

    MÜLLER-LOBECK, Christiane (2008): Bohemiens im Wind der Geschichte.
    Holm Friebe und Thomas Ramge sind so etwas wie Leitfiguren der digitalen Boheme. In "Marke Eigenbau" rufen sie das endgültige Ende der industriellen Massenproduktion aus. Und leiten die Revolution des Selbermachens ein,
    in: Literaturbeilage der TAZ v. 15.10.

     
           
       

    Das nächste grosse Ding (2006)
    (zusammen mit Kathrin Passig)
    Berlin: Verbrecher Verlag  

     
       
         
     

    Klappentext

    "Von der Dynamik und Mechanik des waren- und dienstleistungsförmigen Fortschritts handelt Holm Friebes und Kathrin Passigs monatliche Kolumne »Das nächste große Ding«, die seit Mai 2004 im Feuilleton der Berliner Zeitung erscheint. Dabei geht es nicht zuerst um Märkte, Chancen und Risiken, sondern darum, wie sich unsere soziale, kulturelle und digitale Umwelt dadurch transformiert. Zusammengenommen liefern die zwanzig Kolumnen eine Idee davon, wie der »Krieg um die Wohnung«, die »Wunderbaumisierung«, der »Unterschichtwechsel« oder das „Heimwerk“ das Lebensgefühl zur Mitte der »Nuller Jahre« verändert haben und womöglich in Zukunft verändern werden."

     
         
     
           
       

    Rezensionen

    MIOSGA, Dörte (2006): Das nächste grosse Ding,
    in: Intro Nr.137, April

    SCHEUERMANN, Christoph (2006): Sinnsucher im kapitalistischen Chaos,
    in: Financial Times Deutschland v. 03.05.

     
       

    Die Zentrale Intelligenz Agentur in den Medien

    STAUN, Harald (2006): Und nächstes Jahr den Nobelpreis!
    In Klagenfurt haben sie schon gewonnen: Wie eine Gruppe aus dem Internet den Literaturbetrieb unterwandert,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 02.07.

    Die Kontroverse zwischen Gnostikern und Empathikern, die sich zuerst an der Literaturgeschichte Lichtjahre von Volker WEIDERMANN entzündet hat, geht weiter. Im Mittelpunkt der aktuellen Runde steht die Bachmannpreisträgerin Kathrin PASSIG:

    "Jana Hensel etwa warf Kathrin Passig in der Online-Ausgabe der »Zeit« vor, sie habe keine »Autorenstimme« und tat ihren Text als »Schreibkurs-Arbeit« und »intellektuelle Spielerei« ab. Hensels Kritik ist exemplarisch für die Forderung nach literarischer Wahrhaftigkeit, die Passig gnadenlos torpediert. Mit der Authentizitätspose eines Clemens Meyer etwa hat Passigs Text nicht viel zu tun, es ist ein abgeklärter und zurückhaltender, vor allem aber ist es ein kalkulierter Text."

    STAUN wirkt mit seinem Artikel an dem Generation Golf-Mythos vom Netzwerk Zentrale Intelligenz Agentur (ZIA) mit. Die Agentur gründeten Holm FRIEBE und Kathrin PASSIG im Jahr 2001. Zur Agentur gehört auch der Schriftsteller Wolfgang HERRNDORF.  Die Funktion dieses Netzwerkes schildert STAUN folgendermaßen:

    "Sie ist nur der Schutzschild, hinter (und an) dem eine neue Generation von Autoren arbeitet. Auch sie ist nur eine Tarnung.
              
     Vermutlich können die einzelnen Mitarbeiter schon lange nicht mehr über sie lachen. Und trotzdem fühlen sie sich sehr gut aufgehoben in einer Gemeinschaft, die man heute so gerne Netzwerk nennt, einer flexiblen Gruppe von Autoren und Kreativen, von Halb- und Wahl- und Gesinnungsberlinern, die vielleicht am ehesten das teilen, was man früher bei Suhrkamp und heute bei KiWi eine Kultur nennt: eine gemeinsame Haltung, einen gemeinsamen Stil - oder zumindest die Aversion gegen überholte Schreibweisen, gegen das, was Mitarbeiter Philipp Albers ganz einfach »Erlebnisschrott« nennt."

    DEGENS, Marc (2006): Laufmasche im Netz.
    Grimme-Preis, Bachmann-Preis, Weltherrschaft: Die Zentrale Intelligenz Agentur ist die Kaderschmiede der Off-Kultur,
    in: Tagesspiegel v. 02.07.

    Marc DEGENS erzählt seine Version der Zentrale Intelligenz Agentur-Story: "Der ZIA-Geschäftsführer war Fanzinemacher, betrieb ein winziges Label und übersetzt amerikanische Slacker-Literatur, zu den fünf weiteren Gründern gehören eine Internetkolumnistin und Übersetzerin, zwei Kulturwissenschaftler, ein Grafikdesigner und ein Journalist und Volkswirt. Anfänglich konnte man das Sextett aus Dreißigjährigen leicht mit den von Mercedes Bunz so genannten »Urbanen Pennern« verwechseln: Hierbei handelt es sich um hervorragend ausgebildete Hochschulabsolventen, die, meist alimentiert von den Eltern, rund um die Uhr in Berlins Vorzeigevierteln in leeren Ladenlokalen sitzen und sich laut der Berliner Bohemeband »Britta« bis zum Hals mit Arbeit, die es gar nicht gibt, eindecken. Zwar traf man die ZIA-Leute häufig in der Nähe der Kastanienallee, doch Büroräume besaßen sie keine(...).
              
     Der Weltherrschaft entscheidend näher gekommen ist die ZIA schließlich dank zweier Phänomene. Im Juli 2003 veranstaltete man im Kurvenstar »Die letzte lange Nacht der Popliteratur« zu Ehren Joachim Lottmanns und an diesem Abend erstrahlte zum ersten Mal der Stern des Supatopcheckerbunnys am Berliner Bühnenhimmel. Der kurze Lesungsauftritt begeisterte so nachhaltig, dass (...) einmal im Monat im NBI die von der ZIA realisierten »Berlin Bunny Lectures« (stattfanden). Die unterhaltsame, ebenso kluge wie ironische Themenshow wurde ein Publikumsmagnet und die beiden Bunnies Kultfiguren des kulturellen Off. Die ZIA konnte ihren ersten großen Erfolg verbuchen, auch weil das geschickt gesponnene Netzwerk sich bewährte: In Tageszeitungen interviewten sie einander, bewarben und besprachen die Veranstalter ihre eigenen Attraktionen, die Einladung von Gastexperten führte zu Aufwertung und Ausweitung des eigenen Mitarbeiterpools.
              
     Der zweite wichtige Schritt zur Erlangung der Weltherrschaft war die Inbetriebnahme des Weblogs »Riesenmaschine« im Juni 2005. Der aus dem Umfeld der ZIA hervorgegangene, täglich aktualisierte Blog hat sich der Ästhetik des Alltags und der Technik- und Warenwelt verschrieben. Aufgrund der originellen, äußerst witzigen Beiträge von handverlesenen Autoren wurde »Riesenmaschine« zu einem der beliebtesten Weblogs der Republik und erhielt in diesem Jahr verdientermaßen den angesehenen Grimme-Online-Award. Auch wenn es noch schwer ist, aus einer Internetseite mit rund zehntausend Besuchern pro Tag unmittelbar Gewinn zu schlagen, lohnt sich der Betrieb insbesondere für die beteiligten Autoren: Die Bekanntheit wird gefördert und die Seite kann als Werbeplattform für eigene Veranstaltungen und Bücher genutzt werden.
              
     Letzte Woche nahm ZIA-Gründerin Kathrin Passig mit ihrem dem Vernehmen nach ersten literarischen Text beim Ingeborg-Bachmann-Wettlesen in Klagenfurt teil und gewann den Hauptpreis. (...). Dass Kathrin Passig nebenbei auch noch den per Onlineabstimmung ermittelten Kelag-Publikumspreis gewann, was zwei Jahre vor ihr auch Wolfgang Herrndorf gelang, ist angesichts der großen Internet-Community in ihrem Rücken wenig überraschend. Und schon drängt sich die Frage auf, die auch Musikmanager umtreibt, nachdem immer mehr Bands ihrer Karriere im Internet den ersten Schub geben, ob die Schriftsteller-Stars des elektronischen Zeitalters von den Online-Gesellschaften auserkoren werden. (...).
              
     Auch an dem Aufstieg von Holm Friebes Bruder Jens zum deutschsprachigen Popstar und Kritikerliebling war die ZIA übrigens nicht unbeteiligt."

    FREUND, Wieland (2006): "Weitgehend humorfreie Zone".
    Der Wiener Medienaktivist Konrad Becker über die Macht von Informations-Agenten,
    in: Welt v. 05.07.

    KREKELER, Elmar (2006): Außerbetriebliche Affirmation.
    Wie man intellektuelle Obsessionen geschmeidig macht: Die Klagenfurt-Siegerin Kathrin Passig im Gespräch,
    in: Welt v. 08.07.

     
       

    Weiterführende Links

     
         
       
     
       

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    Bernd Kittlaus
    webmaster@single-generation.de Erstellt: 04. Juli 2006
    Update: 31. Mai 2015