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Jens Bisky: Geboren am 13. August

 
       
     
       
   
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    Jens Bisky in seiner eigenen Schreibe

     
       

    BISKY, Jens (2001): Das Empire in seinem Lauf.
    Michael Hardt und Antonio Negri verkuppeln Marx mit der Postmoderne - Ein enttäuschender Erfolg,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 29.12.

    • Jens BISKY ist enttäuscht über Empire von HARDT & NEGRI.

    BISKY, Jens (2002): Angenehm leer.
    In der demographischen Zeitenwende: Ziellos mobil,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 04.09.

    Es ist nichts als blanker Zynismus, wenn Jens BISKY die Probleme eines strukturschwachen Gebietes - und damit die räumliche Dimension sozialer Ungleichheit - in ein Modell der zukünftigen Entwicklung der Altengesellschaft in Deutschland umdeutet. Dieser Zynismus hat System und ist durchaus kein zufälliger Einzelfall, sondern er ist paradigmatisch für die neue Art den Verteilungskampf zu verfechten. Neue Mythen braucht das Land!
    Das ist das Motto der bevölkerungspolitisch motivierten Sozialpopulisten. Im Jahr 1966 wurde in den USA der Roman Make Room! Make Room! (deutsch: New York 1999) von Harry HARRISON veröffentlicht. Damals war die Bevölkerungsexplosion ein weit verbreitetes Schlagwort und
    HARRISON
    malte sich aus, wie New York im Jahr 1999 aussehen würde. Er beschrieb die Metropole als 40 Millionen-Stadt,
    in der die Menschen wegen Nahrungsmittelknappheit Soylent Green (Menschenfleisch!) verabreicht bekommen.
    Besser bekannt dürfte der Film von Richard FLEISCHER sein: Jahr 2022 ... die überleben wollen (im Original Soylent Green, USA 1973).  Anfang der 70er Jahre musste man die Geschichte bereits ins Jahr 2022 verlegen, um noch glaubwürdig zu erscheinen. Heutzutage reden Bevölkerungswissenschaftler nicht mehr von einer Bevölkerungsexplosion, denn auch die Weltbevölkerung nimmt nicht in dem Maße zu, wie das die Bevölkerungsexperten Mitte der 60er Jahre prognostiziert haben. BISKYs Szenario des leeren Landes wird in 30 Jahren genauso überholt sein wie heutzutage das Science-Fiction-Szenario New York 1999. New York City hatte im Jahr 2001 etwas mehr als 8 Millionen Einwohner. Und das ist gut so!

    Demografische Niedergangsszenarien - Die Konvergenz von Neuer Mitte und Neuer Rechte

    BISKY, Jens (2002): Traumbilder vom Osten in den Farben des Westens.
    Die Jahre, die Ihr nicht kennt, im Land, das Ihr zu kennen meint: Jana Hensel und Wolfgang Engler versuchen, das Leben der Ostdeutschen zu beschreiben,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 09.10.

    BISKY, Jens (2002): Aufstand, Stillstand.
    Wie einst im Herbst, in der DDR: Was soll uns ein neues 1989?
    in: Süddeutsche Zeitung v. 25.11.

    Jens BISKY beschäftigt sich mit den FAZ-Feuilletonrevolutionären:

    "Es ist wohl kein Zufall, dass die revolutionär gefärbten Unmutsbekundungen im juste milieu der Bundesrepublik am lautesten sind. Je größer die sozialen Unterschiede werden, desto mehr geht es ihm an den Kragen. Die kulturelle Dominanz der Mittelschicht, die eine Konstante der bundesrepublikanischen Geschichte schien, geht wohl zu Ende. Um es aufzuhalten, erinnert man sich plötzlich an die Rebellion der kleinen Leute. Die sind allerdings für Freiheit auf die Straße gegangen, und sei es die Freiheit, sich zu bereichern und zu konsumieren, Neues zu erfahren. Das stärkste Motiv der neuen Umstürzler dagegen scheint die Furcht vor dem Abstieg."

    BISKY, Jens (2003): Party in den Ruinen des kalten Krieges.
    Jammerossi und Westzicke: Susanne Leinemann schließt die Kinderzimmertür fest zu,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 27.01.

    Jens BISKY protegiert das "sympathische", aber bislang erfolglose Unternehmen von Susanne LEINEMANN, die mit Aufgewacht. Mauer weg nach Meinung von BISKY ein "Anti-Illies"-Buch geschrieben hat. Der "Selbstgerechtigkeit wie Nostalgie", die er bei den erfolgreichen ostdeutschen Jana HENSEL, Jakob HEIN usw. vorfindet, stellt er den berechtigten Hass auf die DDR und die gleichzeitige Liebe zur ostdeutschen "proletarischen Kultur" als vernünftigen Gefühlsmix gegenüber.

    BISKY, Jens (2003): Zonenkinderlein.
    Neueste deutsche Literatur in der Berliner Volksbühne,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 10.02.

    Jens BISKY räsoniert über den Erfolg der Zonenkinder-Literatur: "Die Standardfloskeln der Literaturkritik, mit denen man das Phänomen vom Halse hätte – pubertär, Schulaufsatz, Schreibübung, belanglos – helfen in Sachen »wilder Osten« nicht recht weiter. Ein Bedürfnis wird hier befriedigt, und die schlimmste aller Vermutungen hat viel Wahrscheinlichkeit für sich: Dass so viele derlei Texte hören und lesen wollen, weil sie schon längst geplant haben, ihre eigene Kindheitsgeschichte aufzuschreiben."

    BISKY, Jens (2003): Der Junggesellendiskurs.
    Generation Pop: Neues vom literarisch-philologischen Komplex,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 14.04.

    Singlefeind und Popliteratur-Hasser Jens BISKY liefert einen SZ-typischen, seniorengerechten Stimmungsbericht vom Festival: "Viel wurde getrunken in den Geschichten – »wir tranken, damit wir uns nachher darüber unterhalten konnten« (Kolja Mensing) –, aber die reichhaltige Welt der Biersorten, die feinste Distinktionen ermöglicht, blieb unbeschrieben. Erstaunlich wenig Musik kam vor, dafür viele Eltern und Freunde. Es hatte während des Symposions Verwunderung darüber gegeben, dass überwiegend Männer bei der Sache waren. Es handele sich nun einmal, so Moritz Baßler, um einen »Junggesellendiskurs«. Es müssen, so eine nahe liegende Vermutung, viele Autoren inzwischen geheiratet oder den inneren Junggesellen anderweitig überwunden haben".

    BISKY, Jens (2003): Wer mit Playmobil gespielt.
    Vom 9.11. bis zum 11.9. im Bademantel: Heute wird "Generation Golf zwei" ausgeliefert,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 10.07.

    Florian Illies für Eilige - Generation Golf zwei

    BISKY, Jens (2003): Sind so kalte Menschen.
    Nörgeln nach Plan: Fünf Feuilletonisten verachten Berlin,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 17.11.

    BISKY rezensiert das Buch Hier spricht Berlin der Kollegen von der Frankfurter Allgemeinen.

    BISKY, Jens (2003): Die Wiederkehr des Revisionismus.
    Das Hamburger Institut für Sozialforschung sucht die neue soziale Frage,
    in: Süddeutsche Zeitung  v. 02.12.

    BISKY berichtet über die Tagung Gibt es eine neue soziale Frage?, die von Heinz BUDE und Berthold VOGEL am Hamburger Institut für Sozialforschung im Rahmen der Reihe Revisionen der Denkweise veranstaltet wurde:

    "Gibt es eine neue soziale Frage, die sich von der vertrauten der Industriegesellschaft unterscheidet? Und wenn ja, mit welchen Begriffen wäre darüber vernünftig zu reden? Ja, es gibt sie, erklärte einleitend Stephan Lessenich (...). Die gute alte soziale Frage beruhte auf der Diagnose, dass es einigen oder vielen zu schlecht ginge, dass es »defizitäre Lebenslagen« gebe. Demgegenüber herrsche heute der Eindruck, dass es vielen zu gut ginge. Heute müssten Verluste verteilt werden. Es gebe ein verbreitetes Ressentiment gegen die Demokratisierung von Wohlfahrt. Freiheit werde vor allem als Freiheit begriffen, die eigenen Marktchancen zu nutzen.
    »Autonomiegewinne der Leute«, etwa das »Glück der faulen Arbeitslosen«, müssten auf ein vernünftiges Maß zurückgeführt werden.
    Der Sozialneid der Mittelschichten richte sich weniger nach oben als nach unten. Dieses Ressentiment, der Ruf nach einer Neujustierung von Pflichten und Rechten werde von der Politik aufgegriffen, verstärkt und kanalisiert. Auf dem Grund der neuen sozialen Frage fänden wir mithin die uralten Gefühle von Neid und Missgunst. Die Sorge angesichts der Freiheiten in der Wohlstandsgesellschaft, der Glaube an die heilende Kraft der Marktzwänge und die Bereitschaft zur autoritären Durchsetzung von Änderungen machten eine Entwicklung in Richtung »zunehmende Unfreiheit« wahrscheinlich.
    "

    BISKY, Jens (2004): Zonensucht.
    Kritik der neuen Ostalgie,
    in: Merkur Nr.658, Februar

    BISKY, Jens (2004): Freiheit statt Wohlstand.
    Abbau Ost: Endlich beginnt die deutsch-deutsche Neiddebatte,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 07.04.

    BISKY, Jens (2004): Abstieg wahrscheinlich.
    Soziologie am Nachmittag des Wohlfahrtsstaates,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 02.09.

    Jens BISKY bespricht einen Artikel von Berthold VOGEL in der Zeitschrift Mittelweg 36 vom August/September 2004. Die Soziologie der Neuen Mitte à la Heinz BUDE, die lange Zeit nur um den "unternehmerischen Einzelnen" kreiste und dann mit dem Niedergang der New Economy die Kategorie der Überflüssigen und damit das Begriffspaar der Inklusion/Exklusion entdeckte, ist nun mit Hartz IV bei den Statusängsten der neuen Mittelschichten angekommen. Berthold VOGEL hat zu diesem Zweck die Begriffe der "sozialen Verwundbarkeit" und des "prekären Wohlstands" fruchtbar gemacht. Damit kann nun der Abschied von der staatlichen Statussicherung, die mit den Hartz-Gesetzen eingeleitet wird, wissenschaftlich begleitet werden. BISKY sieht in dem Beitrag von VOGEL keine Hysterie, sondern ein "überzeugendes Plädoyer für engagierte Gelassenheit". BISKY macht außerdem deutlich, dass sich ein politischer Wandel vollzogen hat. Nicht mehr der ökonomische Neoliberalismus bestimmt unsere Gesellschaft, sondern ein neuer "sozialpolitischer Autoritarismus". Diese Entwicklung hat der Liberale Ralf DAHRENDORF bereits vor längerer Zeit aufgrund der Erfahrungen mit der britischen Politik prognostiziert.

    BISKY, Jens (2005): Mutti steht ihren Mann.
    SZ-Serie: Frauen und Männer: Neueste Ermittlungen im Krisengebiet. Unbegrenzt belastungsfähig, multifunktional: Die Ostfrau,
    in: Süddeutsche Zeitung  v. 12.03.

    Jens BISKY erklärt uns, warum Beziehungen zwischen Ostfrau und Westmann - gegen alle Voraussetzungen - in der Regel gut funktionieren.

    BISKY, Jens (2005): Staatsvergessenheit.
    Das Wachstum ist nicht der Schlüssel zum Gemeinwohl,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 29.03.

    BISKY, Jens (2005): Na, Kapitalismus, wie war ich.
    Immer hip, niemals satisfaktionsfähig: "Wunschlos unglücklich" und "Genial dagegen". Zwei Konsumführer für den Pflasterstrand,
    in: Literaturbeilage der Süddeutschen Zeitung v. 10.05.

    Die Zukunft der Buchkritik gehört dem Image-Designer. Ist Thomas STEINFELD ein traditioneller Image-Designer, der die Identität zwischen Autor und Werk herstellt, so spielt Jens BISKY - entsprechend den Maximen des aktuellen Differenzkapitalismus - einen Image-Designer neuen Typus. Er stellt dem Leser Identitäten bereit, die er sich per Entscheid für oder gegen ein Buch erwirbt. Kenner oder nur Könner, das ist hier die Wahl zwischen dem Wohlfühlbuch Genial dagegen und dem Gebrauchswertbuch Wunschlos unglücklich. Lässt sich der Rezensionskonsument von BISKY verführen, dann hat er seine Lektion gleich zweifach gelernt, denn die Form ist hier der Inhalt.

    Entscheidet man sich für Alexander MESCHNIG & Mathias STUHR, dann hat man sich gleichzeitig für Norbert BOLZ und das Glaubensbekenntnis zum Konsumismus entschieden. Er befindet sich dann in Gesellschaft von Konsumpropheten wie Thomas FRANK und den Ex-Punks HEATH & POTTER. Denn die Moral von der Geschichte: Selbst der kritische Verbraucher bleibt immer noch Konsument.

    Entscheidet man sich dagegen für Genial Dagegen, dann verfängt man sich im "Rebellionsformalismus" der Wohlfühllinken:

    "Sie nimmt, was sie kriegt und schielt dabei nach Prominenz und Aufmerksamkeit wie eine Sechzehnjährige, die gerne Model wäre."

    Möglich aber, dass man sich bei diesen Optionen doch für den abgeklärten Kapitalismus entscheidet:

    "Das Ringen zwischen Kapitallogik und bürgerlichen Interessen, dauert an und solange es nicht endgültig entschieden ist, wird sich der Kapitalismus mit seinen herrlichen Freiheitsgewinnen wie seinen abscheulichen Ausbeutungsmechanismen bester Gesundheit erfreuen. Eine Erlösung durch Katastrophe oder Jenseits wird es so wenig geben wie die Totalisierung".

    So kann nur jemand schreiben, der die Katastrophe schon hinter sich wähnt. Apropos Kenner oder Könner? Lassen Sie sich verführen, dann hat sich die Differenz der Typen aufgelöst...

    BISKY, Jens (2005): Ost gegen West.
    Der große Graben (3). Das Tabu, ängstlich gehütet: Die deutsche Einheit ist gescheitert,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 25.08.

    Jens BISKY geißelt den Transferwahn, der auf dem unerfüllbaren Versprechen von der Angleichung der Lebensverhältnisse beruht. Eine innere Einheit existiere nicht. Der Osten verweigere sich sogar der westlichen Mitte-Presse, weil es im Osten an einem Bürgertum wie in München mangele:

    "Nach der systematischen Entbürgerlichung in der DDR, nach der Ausschaltung der sozialistischen Funktionseliten und der anhaltenden Abwanderung fehlt es im Osten an einem Bürgertum, einem Mittelstand, an Eliten. Der soziale Raum zwischen Familie und Staat ist nur schwach besetzt."

    BISKY fordert deshalb eine Kultur der Ungleichheit und der Unterschiede.

    BISKY, Jens (2006): Zeit für einen Abschied.
    Die "neue Bürgerlichkeit" ist nur ein Lifestyle unter vielen,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 31.01.

    Jens BISKY konfrontiert das Gerede über die neue Bürgerlichkeit von der taz bis zur Jungen Freiheit mit dem liberalen Großbürgertum der Dienstbotengesellschaft. Dagegen erscheint das neue kleinbürgerliche Spießertum von Paul NOLTE bis Udo Di FABIO, das auf Family Values setzt, angesichts der neuen Wirtschaftsordnung als nostalgische Omnipotenzphantasie:

    "Das neubürgerliche Familienbild wird gegen Singles und Schwule, gegen Zeugungsunwillige und Bindungsunfähige entworfen. Dabei war und ist die Entmachtung der Familie ein Werk des Staates. Es ist das letztlich Frivole des Geredes (...), dass hier strukturelle Probleme und Krisen zu Mentalitäts- und Benimmfragen verniedlicht werden."

    BISKY, Jens (2006): Laptops und Cargopants.
    Die Festanstellung hat als Lebensziel ausgedient. Handy und Notebook ermöglichen nicht nur räumliche Flexibilität. Jetzt beschreibt ein Buch die Freiberufler-Romantik der digitalen Bohème,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 24.10.

    "Als Bericht über die Bloggerszene und die Welt der Computerspiele ist das Buch hoch willkommen. Es enthält glänzende Beobachtungen", meint Jens BISKY über das Buch Wir nennen es Arbeit von Holm Friebe & Sascha Lobo.

    BISKY, Jens (2006): Die Hauptstadt des Provisorischen.
    Ewige Baustelle Berlin: Nach der Wende waren die Erwartungen riesig - auch an ein neues Bürgertum. Stattdessen gibt es Brachen und schöne Kulissen für leichtfüßige Tagediebe,
    in: Welt v. 06.11.
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    BISKY, Jens (2008): Ungewollte Gerechtigkeit.
    Eine fulminante Streitschrift gegen das Bildungsprivileg,
    in: Süddeutsche Zeitung  v. 04.02.

    Jens BISKY lobt das Buch "Das Bildungsprivileg" seines Kollegen Bruno PREISENDÖRFER. Kompensatorische Bildung war einst der Begriff, der für die Förderung bildungsferner Schichten stand. Seit jedoch die erfolgreichen Bildungsaufsteiger selber Kinder haben, fürchten sie nichts mehr als die Konkurrenz durch erfolgreiche Aufsteiger aus den Unterschichten. Ulf POSCHARDT steht z.B. mit seinen Pöbeleien gegen die Unterschichten für eine Kanalisation dieser Ängste, die jenen jenseits des eigenen Milieus die Ausbeutung des Sozialstaats vorwirft. PREISENDÖRFER nennt den zentralen Nachteil von Aufsteigern gegenüber den Etablierten:

    "Ein Kind aus nicht-akademischem Haushalt opfert, wenn es sich anschickt, die Gipfel der Bildung zu erklimmen, seiner Zukunft die Herkunft, entfremdet sich mit jedem Schritt von der Familie, von seinem Milieu. Ein Akademikerkind hingegen verbleibt im vertrauten Umfeld. Vieles von dem, was wir Begabung nennen, erweist sich bei näherem Hinsehen als Effekt dieses Vertrautheitsvorschusses."

    Single-generation.de hat diesen Aspekt radikaler ausformuliert: Das postadoleszente Single-Dasein  ist in der Vergangenheit nicht selten die Konsequenz eines Aufstiegsversuchs gewesen. Wer Singles auszugrenzen versucht, der gehört zu den Etablierten, die sich die nachrückende Konkurrenz vom Halse halten will. Aufstrebende Singles wiederum haben in Reaktion darauf versucht ihren Lebensstil positiv umzuwerten. Die Debatte um das Single-Dasein kann nicht ohne diesen Hintergrund verstanden werden. Anhand zweier Karrierefrauen der Generation Golf (Geburtselite vs. Aufsteiger) hat single-generation.de diesen Aspekt exemplarisch aufgezeigt.

    BISKY, Jens (2008): Aufruhr der Uhren.
    Zur rechten Zeit: Uwe Tellkamps großer Roman "Der Turm" erzählt von den sieben letzten Jahren der DDR,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 13.09.

    • Rezension des Romans Der Turm von Uwe TELLKAMP.

    BISKY, Jens (2008): Wir Staatsbedürftigen.
    Kapitalismuskritik: Was nützt Karl Marx in der Krise?
    in:
    Süddeutsche Zeitung v. 08.11.

    Jens BISKY wirbt zum wiederholten Male für das Buch Die Staatsbedürftigkeit der Gesellschaft von Berthold VOGEL, das mehr zum Verständnis des "gewährleistenden und aktivierenden Staat" beitrage. Zur damit verbundenen neuen Moralökonomie ist das Buch Die Neuerfindung des Sozialen von Stephan LESSENICH aufschlussreich.

    BISKY, Jens (2009): Das Phantom, das keines ist.
    Sie wächst heran: Die europäische Öffentlichkeit,
    in:
    Süddeutsche Zeitung v. 29.05.

    BISKY, Jens (2009): Warum uns die Love Parade einst so entzückte.
    Die 90er - ein Schäferspiel des 20. Jahrhunderts? Über eine Parade, die etwas Utopisches an sich hat,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 02.07.

    BISKY, Jens (2009): Die Lücke der Schelte der Linken.
    Die neue Zeitschrift "Fackelkopf" attackiert Jan Fleischhauer,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 04.07.

    Jens BISKY berichtet über den offenen Brief von Bruno PREISENDÖRFER an Jan FLEISCHHAUER, der das Internetprojekt Fackelkopf bekannt machen soll.

    Neu:
    BISKY, Jens (2010): Die Grade unserer Unsicherheit.
    Wer von der Mittelschicht spricht, spricht immer auch von der gewünschten politischen Ordnung,
    in: Süddeutsche Zeitung v.
    10.08.

    Für Jens BISKY ist die Hauptfigur Christine Perlacher aus Hans PLESCHINSKIs Roman Leichtes Licht typisch für die gegenwärtige Mittelschicht-Mentalität, die von Verunsicherung geprägt ist:

    "Erzählt wird die Geschichte der Sozialarbeiterin Christine Perlacher, die zum Urlaub nach Teneriffa aufbricht. Die Frau von Anfang vierzig, die Empfänger von Sozialleistungen kontrolliert, bedarf der Erholung, um das Gift, das die Alltagskämpfe hinterlassen, loszuwerden, wieder Frieden mit ihrer Umgebung zu schließen und das Bewusstsein der eigenen Vortrefflichkeit zurückzugewinnen. All das gelingt auch auf seltsam undramatische Weise."

    BISKY sieht 3 Gründe für diese Verunsicherung: Erstens die Politik der Aktivierung mit ihrer Debatte um den Sozialversicherungsstaat, zweitens einen fehlenden Ort an dem Gesellschaft erfahrbar ist und drittens den Übergang von der Leistungs- zur Erfolgskultur. Sorge bereitet das BISKY nicht, solange die Mittelschicht "den Anspruch auf Fairness und Integration und ein Mindestmaß an Gerechtigkeit" nicht aufgibt.

     
           
       

    Jens Bisky: Porträts und Gespräche

     
       

    OBERLÄNDER, Jan & Steffen MARTUS (2003): "Wer etwas zu sagen hat und halbwegs klar im Kopf ist, der kann auch gut schreiben".
    Interview mit Jens Bisky über das Sich-Kurzfassen, Journalismus als Lifestyle und die Zeitungskrise,
    in:
    lit03.de, Dezember

    AMEND, Christoph (2004): Diese Biskys.
    Familienpolitik. Vater Lothar ist Chef der PDS, Sohn Norbert erfolgreicher Maler, Mutter Almuth war IM – und Sohn Jens hat über all das ein Buch geschrieben. Porträt einer deutschen Familie,
    in: Die ZEIT Nr.40 v. 23.09.

    WELT (2004): "Die DDR war ein Komplettpaket".
    Jens Bisky und Jakob Hein über die DDR, den Mauerfall und Deutschland 15 Jahre danach,
    in: Welt v. 09.11.

     
           
       

    Jens Bisky in der Debatte

     
       

    PIRKER, Werner (2004): Vom Lothar zum Jens,
    in: junge Welt v. 14.08.

    THIEME, Manuela (2004): Geburtsname: Chef.
    Entscheidet die Herkunft über Karriere und Erfolg? Deutschlands Eliteforscher sagt ja. Bemerkungen zu einigen neuen biographischen Erkundungen auf dem Buchmarkt,
    in:
    Das Magazin, Nr.9 September

    Manuela THIEME beschäftigt sich u.a. am Beispiel von Jens BISKY mit dem Zusammenhang von Herkunft und Karriere:

    "»Jens Bisky. Geboren am 13. August. Der Sozialismus und ich« steht auf dem Buchcover. Es geht um Kindheit und Jugend in der DDR, die übliche Meterware, die es seit geraumer Zeit aus vielen Verlagen gibt. (...).
          
      Heute ist er Kulturredakteur der Süddeutschen Zeitung und einer der wenigen Ostdeutschen, die in meinungsführenden Blättern in der Leitartikelliga mitmachen. (...). Auch wenn der Stoff einer Zonenkinderkindheit nun wirklich nicht mehr originär ist, wird sein Rowohlt-Debüt garantiert große Aufmerksamkeit erregen. Denn er ist nun mal der Sohn des PDS-Vorsitzenden Lothar Bisky. Verdammnis muß er nicht fürchten, ob »Bild«-Zeitung oder »Spiegel«, sein Vater hat es im Unterschied zur Restpartei geschafft, als wackerer, gescheiter Sozialist respektiert zu werden.
    Und weil die Medien Prominentengeschichten lieben, werden sie die Frühmemoiren von Bisky jr., Jahrgang 1966, gern auf der Suche nach einer Familiensaga oder wenigstens ein paar unbekannten Konfliktmomenten durchforsten. Die gibt es, wenn überhaupt, nur streng dosiert, dafür kann man es gut und gern als Lehrbuch für eine Jugend nach Plan lesen, wie Jens Bisky selbst textet.

          
      An dem Punkt werden die Erinnerungen vielleicht für einen anderen Mann interessant, der in diesem Herbst wieder als Autor für Furore sorgen will. Michael Hartmann, Professor an der TU Darmstadt, hat sich als Eliteforscher in den letzten zwei Jahren einen Namen gemacht, 2002 erschien bei Campus sein vieldiskutiertes Buch »Der Mythos von den Leistungseliten«. (...). Das Protokoll der weitgehend bruchlosen Bilderbuch-Karriere von Jens Bisky paßt als winzige Miniatur bestens in sein Bild. Wieder ist da einer, der durch seine Herkunft einfach besser vorankam. Hartmann formuliert das nicht als persönlichen Vorwurf, sein großes Thema ist die Elitebildung der Gesellschaft. Wer schafft es nach oben, wer tritt beharrlich mittendrin auf der Stelle, wer bleibt auf der Strecke?"

     
           
       

    Die deutsche Frage (2005).
    Warum die Einheit unser Land gefährdet
    Berlin: Rowohlt

     
       
         
     

    Klappentext

    "Der Nachbau der Bundesrepublik in den neuen Ländern ist misslungen, Deutschland ökonomisch, sozial, politisch und kulturell geteilt. Um dies zu ändern, sind weitere Milliarden versprochen, als müsse es so bleiben: Der Westen zahlt, und der Osten leidet am Tropf. Vereint rennen sie einem Trugbild von Einheit mit gleichen Werten und gleichen Lebensbedingungen hinterher. Zu dieser »inneren Einheit« wird es aber nicht kommen. Im Gegenteil. Jens Bisky zeigt, warum die seit fünfzehn Jahren andauernde Vereinigungskrise das gesamte Land gefährdet: Sie schwächt dessen Wirtschaftskraft, untergräbt das Vertrauen in die Demokratie und schürt dramatische  Verteilungskonflikte, auf die die Deutschen nicht vorbereitet sind: zwischen Ost und West, Jung und Alt, Arm und Reich."

     
         
     
           
       

    Vorabdruck

    BISKY, Jens (2005): Verarmen, vergreisen, verblöden.
    Die Wiedervereinigung hat besonders die Schwächen der deutschen Gesellschaft gestärkt,
    in: Welt v. 15.09.

     
       

    Rezensionen

    BAUREITHEL, Ulrike (2005): Das Leiden des doofen Rests.
    Jens Bisky sorgt sich um Deutschland und bringt die "deutsche Frage" neu aufs Tapet,
    in: WochenZeitung Nr.46 v. 17.11.

     
           
       

    Geboren am 13. August (2004).
    Der Sozialismus und ich
    Berlin: Rowohlt

     
       
         
     

    Klappentext

    "Zum fünften Jahrestag der Errichtung des antifaschistischen Schutzwalls kam am 13. August 1966 im Leipziger Osten ein Kind mit glänzenden Aussichten zur Welt. Seine Schritte waren auf drei Jahrzehnte hin vorgezeichnet, die erforderlichen Mitgliedsausweise bereits vorgedruckt. Es wäre auch alles nach Plan verlaufen, wenn seine Familie nicht so übereifrig sozialistisch und er selber nicht aus Fleisch und Blut gewesen wäre. Jens Bisky hat die DDR auf ungewöhnliche Weise erlebt - in der Pionierrepublik am Werbellinsee, in Ostberliner Schwulenbars und einer sächsischen Offiziershochschule."

     
         
     
           
       

    Rezensionen

    CAMMANN, Alexander (2004): Vom Wir zum Ich.
    Auferstanden aus den Ruinen: Zonenkind Jens Bisky erzählt seine Bildungsgeschichte,
    in: Berliner Zeitung v. 01.10.

    Infos zu: Alexander Cammann - Autor der Generation Golf

    BOYSEN, Jacqueline (2004): Jens Bisky: Geboren am 13. August - Der Sozialismus und ich,
    in: BuchTipp. Sendung des DeutschlandRadio Berlin v. 03.10.

    PLATTHAUS, Andreas (2004): Vom unbezähmbaren Wunsch, "ich" zu sagen.
    Abbau Ost: Die Belebung des DDR-Biographiebaumarkts durch Jens Bisky ist sehr zu begrüßen,
    in: Literaturbeilage der Frankfurter Allgemeinen Zeitung v. 06.10.

    KÜPPER, Mechthild (2004): Eine Totgeburt von Anfang an.
    Jens Bisky schreibt über sein Leben im Sozialismus - und über seine Eltern,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 17.10.

    KÜHNE, Hartmut (2004): Blick hinter die Mauer.
    Den Kommunismus hat er schon mit der Muttermilch eingesogen. Doch später wurden seine Zweifel am SED-Regime immer größer,
    in: Rheinischer Merkur Nr.44 v. 28.10.

    AREND, Ingo (2004): Abschied von einem schlechten Traum.
    Avantgarde der Ernüchterung. Der Berliner Journalist Jens Bisky hat sich seiner Jugend in der DDR eher nüchtern erinnert,
    in: Freitag Nr.45 v. 29.10.

    STRECKER, Nicole (2004): Jens Bisky: Geboren am 13. August,
    in: Büchermarkt. Sendung des DeutschlandRadio v. 08.11.

    HOVEN, Heribert (2004): Zwischen Politik und Selbstfindung.
    Jens Bisky in seiner Autobiografie "Geboren am 13. August",
    in: Litereraturkritik.de, Nr.12, Dezember

    ENSIKAT, David (2005): Bekenntnisse eines Ja-Sagers.
    Jugend nach Plan: Jens Bisky erinnert sich an seine Jahre in der DDR,
    in: Tagesspiegel v. 02.01.

    NEDO, Kito (2005): Abschied vom Sozialismus.
    Jens Bisky: Geboren am 13. August,
    in: fluter.de v. 09.01.

     
       

    Das Buch in der Debatte

    BARTELS, Gerrit (2004): Kennzeichen Nachträglichkeit.
    Bücher, die "Geboren am 13. August" oder "Sommer 1990" heißen, Abrechnungen mit den 68ern, das Schicksal von Widerstandskämpfern in der Nazi-Zeit und deren Witwen in den Fünfzigerjahren: Die deutsche Gegenwartsliteratur erkundet so massiv wie lange nicht die jüngere deutsche Geschichte,
    in: TAZ v. 06.10.

     
       

    Weiterführende Links

     
         
       
     
       

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    Bernd Kittlaus
    webmaster@single-generation.de Erstellt: 29. August 2004
    Update: 13. Juli 2015