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Johanna Adorján:
Die Lebenden und die Toten
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Aktuellster
Beitrag
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Johanna Adorján
in ihrer eigenen Schreibe
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ADORJÁN,
Johanna (2002): Einer gegen alles.
Marburg,
Machos, Makatsch: Matthias Altenburgs Essays,
in: Frankfurter
Allgemeine Zeitung v. 08.03.
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ADORJÁN, Johanna (2004): Die neuen Frauchen.
Mutter, Hausfrau, Pin-up: Die Sehnsucht nach der guten alten Zeit,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 11.01.
- Inhalt:
ADORJÁN über das rückwärtsgewandte Frauenbild
in den Medien:
"Kaum sind die sogenannten »Luder« aus
der Öffentlichkeit verschwunden, treten an ihre Stelle Frauen, wie
man sie seit den fünfziger Jahren nicht mehr gesehen hat. Bieder.
Proper. Unterwürfig. Trotzköpfchen war Punk dagegen. Und die
niedlichen Girlies der frühen Neunziger Ikonen der Emanzipation."
Von "Bachelor" über "Frauentausch" bis
"El, der Millionär" findet sich dieses Frauenbild und der "»Spiegel«
widmet sich in seiner morgen erscheinenden Ausgabe der Rückkehr der
Romantik", klagt ADORJÁN.
"Zur gleichen Zeit erlebt der Mann in
seiner männlichsten Form eine Renaissance", fährt ADORJÁN fort und
verweist dazu auf das neue Magazin "Dummy" und den
Musiktrend Hip-Hop.
- ADORJÁN, Johanna (2004): Sie
und ihr Maple Walnut.
Mit ihrem neuen Roman "Jessica, 30" tut Marlene
Streeruwitz Frauen keinen Gefallen,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 02.05.
- Kommentar:
Klischees! Klischees! Klischees! erregt
sich ADORJÁN. Das Schlimme sind ja nicht die Klischees,
schließlich produziert jeder Journalist tagtäglich
Klischees. Er möchte dann aber wenigstens seine eigenen
Klischees reproduziert sehen, aber STREERUWITZ
reproduziert nicht die FAS-Klischees, sondern die
Klischees von Frauenzeitschriften und Serien wie "Sex and
the City". Bridget Jones-Klone überall.
Nachdem sich ADORJÁN vier
Zeitungsspalten lang erregt hat, zitiert sie aus einem
FALTER-Interview
mit STREERUWITZ:
"Sie habe sich beim Schreiben
»wirklich in eine Dreißigjährige hineingespielt, die 'Woman'
liest, 'Sex and the City' schaut«, sagte Streeruwitz, 53, dem
österreichischen »Falter«. Herausgekommen ist eine Art
Neuauflage des
Klischeefrauen-Bestsellers »Schokolade zum Frühstück«
mit Kunst-Anspruch."
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ADORJÁN, Johanna (2004): Für immer jung und dumm.
Eine 13jährige im Körper einer 30jährigen - was hätte das für ein
spannender Film sein können,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 05.09.
- Kommentar:
Johanna ADORJÁN hat eigentlich keine Lust eine
Filmkritik zu "30 über Nacht" zu schreiben, deshalb schreibt sie
über das Frauenbild in der heutigen Gesellschaft.
Das kommt jedoch ziemlich
moralinsauer daher.
ADORJÁN missgönnt den
Hollywood-Diven ihre jüngeren Männer.
In der traditionellen
Altersstufen-Gesellschaft, die hier
implizit als Maßstab herangezogen wird, erscheinen Serien wie
"Sex and the City" als ein
Sündenfall:
"Ganze Fernsehserien drehen sich
um die Frage, wie Frauen älter werden können, ohne die Würde zu
verlieren. Und wenn man dabei an Carrie Bradshaw denkt, die Heldin
aus »Sex and the City«, die mit Mitte Dreißig in windelkurzen Rücken
und mit grellpink geschminkten Apfelbäckchen durch Manhattan stakst
und deren Gedanken um nichts anderes kreisen als um die Fragen einer
Siebzehnjährigen (bin ich schön genug, bin ich dünn genug, wie finde
ich einen coolen Typen, der auf mich steht?), dann ahnt man: Es ist
etwas gehört schiefgelaufen".
ADORJÁN sieht eine größer
werdende Zeitspanne zwischen dem biologischen Erwachsenwerden und
dem soziokulturellen Erwachsensein als entscheidendes Problem:
"Eine seltsame Welt: Nie waren
Menschen schneller erwachsen als heute (das Durchschnittsalter, in
dem Mädchen zum erstenmal Sex haben, liegt derzeit bei 16 Jahren,
Tendenz immer jünger werdend) - nie konnten sie länger jung bleiben
(das Durchschnittsalter, in dem Frauen ihr erstes Kind bekommen,
liegt derzeit bei 28 Jahren, Tendenz steigend)."
Leider mangelt es ADORJÁN an
einer konsequenten Gesellschaftsanalyse.
Eine
Gesellschaft der Langlebigen hat
zwangsläufig ihre eigenen Gesetzmäßigkeiten, die hier völlig
unberücksichtigt bleiben.
Was bleibt ist lediglich ein
Unbehagen, das sich mit dem Unbehagen von nationalkonservativen
Bevölkerungswissenschaftlern deckt. Unerwähnt bleibt, dass zwar das
Durchschnittsalter des Erstgebäralters (noch) gestiegen ist, aber
bei jüngeren Frauenjahrgängen das Erstgebäralter gesunken ist!
Der international renommierte
Demograf John BONGAARTS geht sogar davon aus, dass in den westlichen
Industrieländern die Geburtenrate unweigerlich steigen muss, weil
der Geburtenaufschub nicht endlos weiter gehen kann. ADORJÁNs
Problem würde sich demnach von selbst erledigen...
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ADORJÁN, Johanna (2005): Der Undurchschaubare.
Keiner spielt Einzelgänger im deutschen Film schöner als er: der
Schauspieler Christoph Bach,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 05.08.
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ADORJÁN, Johanna (2006): Was ist nur mit den Frauen los?
Immer weniger Kinder werden geboren: Was geschehen muß, um die
Deutschen vor dem
Aussterben zu bewahren,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 19.03.
- Inhalt:
Johanna ADORJÁN fordert Schluß mit
dem Nazi-Quatsch:
"»Die Frau hat die Aufgabe,
schön zu sein und Kinder zur Welt zu bringen. Das ist gar nicht so
roh und unmodern, wie es sich anhört, die Vogelfrau putzt sich für
den Mann und brütet für ihn die Eier aus«, das schrieb Goebbels in
sein Tagebuch. Und irgendwie scheint sich
dieses Mutter-Ideal in (west-)deutschen
Köpfen festgesetzt zu haben. Wie oft soll denn noch durch Studien
belegt werden, daß es egal ist, von wem ein Kind liebevoll
aufgezogen wird?"
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Interviews von Johanna
Adorján
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ADJORJAN, Johanna (2003): Diskurs-Dancing.
Wo sind all die grauen Wolken hin: Die Hamburger Band
Blumfeld hat ein neues Album gemacht, ein Sommeralbum,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v.
03.08.
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ADORJÁN, Johanna (2004): Aller Anfang ist schlecht.
Eine E-Mail-Unterhaltung mit
Sibylle Berg, Schriftstellerin, die
von Zürich aus die Welt beim Untergang betrachtet . Und die dagegen
ist,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 07.03.
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Klappentext
"»Dieses Buch erzählt die Geschichte
von Vera und István, die als ungarische Juden den
Holocaust überlebten, 1956 während des Aufstands von
Budapest nach Dänemark flohen und sich 1991 in
Kopenhagen das Leben nahmen. Man fand sie Hand in Hand
in ihrem Bett. Es ist die Geschichte einer
ungewöhnlichen Liebe. Die Geschichte meiner Großeltern.«
Johanna Adorján
Zwei Menschen,
die miteinander alt geworden sind, beschließen, sich
das Leben zu nehmen. Er ist schwer krank, sie will
nicht ohne ihn sein. An einem Sonntag im Herbst 1991
setzen sie ihren Plan in die Tat um. Sie bringen den
Hund weg, räumen die Wohnung auf, machen die Rosen
winterfest, dann sind sie bereit. Hand in Hand gehen
Vera und István in den Tod, es ist das konsequente
Ende einer Liebe, die die ganze übrige Welt
ausschloss, sogar die eigenen Kinder.
Diskret und
liebevoll rekonstruiert Johanna Adorján den Tag des
Selbstmordes ihrer Großeltern, die alles andere waren
als ein gewöhnliches Paar. Sie siezten sich ihr ganzes
Leben, rauchten Kette und sahen umwerfend aus. Und sie
hatten eine Vergangenheit, über die sie nicht
sprachen. Weil sie sich nicht daran erinnern wollten.
Als ungarische Juden hatten sie den Holocaust
überlebt, waren Kommunisten geworden und 1956 während
des Budapester Aufstands außer Landes geflohen. In
Dänemark fingen sie ein neues Leben an und blickten –
scheinbar – nie mehr zurück.
Sechzehn Jahre
nach dem Tod ihrer Großeltern hat sich Johanna Adorján
über das Gebot ihrer Familie hinweggesetzt: »Davon
sprechen wir nicht.« Sie hat sich auf die Suche nach
den blinden Flecken im Leben ihrer Großeltern gemacht
und dabei Dinge herausgefunden, die mehr mit ihr
selbst zu tun haben, als sie geahnt hatte. Vor den
Abgründen der europäischen Geschichte des 20.
Jahrhunderts lässt sie Vera und István wieder
auferstehen: ein faszinierendes Paar, verschroben
elegant, unbequem, exzentrisch. Es ist die traurige
und schöne Geschichte einer großen Liebe, zugleich die
Suche nach der eigenen Geschichte, und dass Johanna
Adorján dafür einen leichten, bisweilen sogar
komischen Ton gefunden hat, ist ihre große Kunst."
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Vorabdruck
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Neu:
KEGEL, Sandra (2009): Das Lied vom
traurigen Sonntag.
Johanna Adorjáns Romandebüt "Eine exklusive Liebe" als Vorabdruck
in der F.A.Z.,
in: Frankfurter
Allgemeine Zeitung v. 14.01.
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Johanna Adorján in der
Debatte
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KALLE,
Matthias (2004): Die Wutlosen.
Vor zehn Jahren wurde der Frauentyp »Girlie« ausgerufen: Frech,
kämpferisch, nicht aufzuhalten. Die Mädchen von heute sind sanft,
nachsichtig und etwas ratlos,
in: Die ZEIT, Nr.52 v. 16.12.
- Inhalt:
Matthias KALLE widmet sich
der Geschichte des Medienphänomens "Girlie" in Deutschland,
die ihren Ausgang bei einer Spiegel-Geschichte von
Marianne WELLERSHOFF aus dem Jahr 1994 nimmt:
"Im Spiegel erscheint damals eine
Geschichte mit der Überschrift Die Bombe von nebenan,
die all das zusammenfasst. Unterzeile: »Sie tragen
Blümchenrock und Kampfstiefel, sie wollen wild und feminin
sein, freizügig und egoistisch; sie nennen sich Mädchen,
Girlies oder Babes – eine neue Generation von jungen Frauen
kämpft für einen neuen Feminismus und lebt ihre eigene
Vorstellung von Weiblichkeit: viel Sex, viel Spaß und kein
verbissener Männerhass.« Die Geschichte schrieb Marianne
Wellershoff, damals 31, sie kam gerade aus den USA zurück,
wo sie beobachtete hatte, dass Mädchen anders auftraten,
aggressiver, sexy, klug, selbstbewusst. Das waren die
Riot-Grrrls, Anhängerinnen des »Girlism« – ein
popkulturelles Phänomen mit eigenen Bands, eigenen
Magazinen, eigenen Comics, eigener Mode. »Es ging um ein
neues feministisches Selbstverständnis«, sagt Wellershoff
heute. »Das resultierte aus den achtziger Jahren, aus dem
Feminismus, der Friedensbewegung, den Kämpfen, die Frauen zu
der Zeit gegen die Männer ausfochten. Anfang der neunziger
Jahre kam dann der Spaß dazu.« Und damit es sich auch nach
Spaß anhörte, klaute Wellershoff den Namen »Girlie« bei
Madonna, die ihre Tournee 1993 »The Girlie-Show« genannt
hatte."
Was ist aus den damaligen Spiegel-Vorzeige-Girlies
geworden? KALLE schreibt dazu:
Wellershoff führte auch ein
Interview mit drei Mädchen, eines war Heike Makatsch, damals
23 und Moderatorin bei Viva. Sie galt als Prototyp des neuen
Mädchenbildes, und mochte schon damals das Wort »Girlie«
nicht, in dem Interview fällt es kein einziges Mal. Heike
Makatsch will heute nicht mehr über diese Zeit reden. Das
zweite Mädchen, Johanna Adorján, damals eine 23-jährige
Studentin und heute Feuilleton-Redakteurin der
Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, auch nicht. Das
dritte Mädchen, Julia Hinrichsen, war damals 27 und
Werbetexterin, und wir konnten sie nicht finden."
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