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Moritz von
Uslar: Waldstein &
Deutschboden
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Aktuellster
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Moritz von Uslar in
seiner eigenen Schreibe
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- USLAR, Moritz von (2010): Die Musik, zu
der wir tanzen werden.
Im
Techno und House ist nach Zeiten der Agonie eine neue
Spielfreude ausgebrochen: Eine Recherche im deutschen Nachtleben,
in: Die ZEIT Nr.39 v. 23.09.
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Moritz von Uslar im
Gespräch
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- ENCKE, Julia (2006): Sex ist das
Ende.
Moritz von Uslar über seinen ersten Roman, über das
Pop-Mißverständnis, Männerfreundschaften und Liebe,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 09.04.
-
MERKEL, Andreas (2006): Poetik der Runtergerocktheit.
Chronist eines Lebens, von dem man irgendwann ab 30
nichts mehr wissen will, von dem man aber nicht loskommt:
ein Treffen mit Moritz von Uslar anlässlich des Erscheinens
seines Romans "Waldstein oder Der Tod des Walter Gieseking
am 6. Juni 2005",
in: TAZ v. 11.04.
- KRON, Norbert (2005): Moritz von
Uslars Abgesang auf den Pop.
Der "100-Fragen-an"-Steller Moritz von Uslar hat einen neuen
Roman geschrieben - sein Titel: "Waldstein oder Der Tod des Walter
Gieseking am 6. Juni 2005",
in: Stilbruch. Sendung des Radio Berlin-Brandenburg v.
27.04.
-
BOLLWAHN, Barbara (2010): "Ich habe versucht, mich ein bisschen dumm
zu stellen".
Selbsterfahrung: Der Berliner Journalist und Autor Moritz von
Uslar hat für sein Buch "Deutschboden" drei Monate in Brandenburg
verbracht - "eine Reise in die denkbar weiteste Ferne". Anstehende
Ost-West-Jahrestage hätten ihn dabei nicht interessiert, sagt er,
in: TAZ v. 09.11.
-
TIMM, Ulrike (2010): "Die finden, es passiert total viel".
Drei Monate in der Kleinstadt: Was ein "teilnehmender Beobachter"
in Brandenburg erlebte,
in: DeutschlandRadio v. 19.11.2010
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Klappentext
"Willkommen in jenem unbekannten
Land, das Deutschland heißt.
Moritz von
Uslar geht in eine Kleinstadt im Osten Deutschlands,
er bleibt drei Monate und kehrt mit dieser großen
Erzählung, einer Geschichte der Gegenwart, die
gleichzeitig Reportage und Abenteuerroman ist,
zurück.
Draußen, vor der Großstadt, wo Hartz IV,
Alkoholismus, Abwanderung und Rechtsradikalismus
angeblich zu Hause sind: Hier beginnt diese
Geschichte. Der Reporter sucht nach einem Ort mit
Boxclub und Kneipe und findet ihn im Landkreis
Oberhavel, gut eine Autostunde nördlich vor Berlin.
Pension Heimat, Franky’s Place, Gaststätte Schröder:
Pils am Tresen, Diktiergerät am Mann. Der Reporter
hört zu, guckt zu, trinkt mit, trainiert mit, labert
mit, und am nächsten Morgen steht er wieder da. Es
erscheinen der Kneipenchef Heiko, der
Geschichtenerzähler Blocky, der tätowierte Punk
Raoul, und damit ist der Zugang eröffnet: zu den
Proben der Band »5 Teeth Less«, zu Grillfesten mit
Deutschlandfahne, zum Abhängen am Kaiser’s-Parkplatz
und an der Aral-Tankstelle – und zum Alltag junger
Männer, die vielleicht keine großartige Zukunft
haben, aber einen ziemlich guten Humor.
Die präzisen Beobachtungen, im Wortlaut
mitgezeichneten Gespräche, die Gags, Sprüche,
Märchen und Blödeleien und die Fülle absurder,
rührender und furchterregender Alltäglichkeiten
entwickeln einen Sog, der den Leser hineinzieht in
das Leben in der ostdeutschen Kleinstadt. Das ist
klassisches und das ist modernes Reportertum.
Moritz von Uslar besitzt den Mut, die Ausdauer und
das Einfühlungsvermögen, um zu zeigen, dass
Wirklichkeit immer jener Ort ist, der jenseits der
Erwartung liegt. In diesem Buch ist Platz für
allerhand Abstrusitäten, bloß für keine
Trostlosigkeit. Deutschboden leuchtet – es ist das
Licht der Tankstelle an der Ausfallstraße nachts um
halb eins."
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Rezensionen
-
FELDHAUS, Timo (2010): Deutsche Söhne. Guck Dich mal um.
Diesen Herbst erscheinen vier Bücher von Autoren der
deutschen Popliteratur. Zwei halten den alten Standort
Berlin-Mitte hoch, zwei handeln von der Kleinstadt, der
Provinz, und den dort lebenden Menschen. Es sind
Heimattexte, die ein langjähriges Coolness-System der
deutschen Gegenwartsliteratur bröckeln lassen,
in: de:bug Nr.146, Oktober
-
HÖBEL, Wolfgang (2010): Wo Deutschlands wilde Kerle wohnen.
Ostprovinz-Reportage "Deutschboden",
in: Spiegel Online v. 02.10.
- POROMBKA, Wiebke (2010):
Nachrichten aus dem wilden Osten.
Moritz von Uslar hat drei Monate in der Brandenburgischen
Provinz verbracht. Sein Bericht überzeugt, weil er nicht
klüger sein will als das Klischee,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 02.10.
-
WEIDERMANN, Volker (2010): Der Lebensschock.
Was sagt die deutsche Literatur heute über unser Land? Manche
Romane benehmen sich wie Sachbücher, mit anderen geht es mitten
hinein ins blühende Brandenburg, in eine ostdeutsche Kindheit,
westdeutsches Seniorenfernsehen und vor allem in die Wahrheit der
Literatur,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 03.10.
-
KREYE, Andrian (2010): Wo die wilden Kerle wohnen.
Drei Monate im Osten - der Schriftsteller und Journalist
Moritz von Uslar hat mit seiner Langzeitreportage
"Deutschboden" eines der besten Bücher über Deutschland nach
der Wiedervereinigung geschrieben,
in: Literaturbeilage Süddeutsche Zeitung v. 05.10.
- ANDRÉ, Michael (2010): It's a
Man's World.
Traditionspflege: Moritz von Uslar liefert mit
"Deutschboden" einen Kneipenroman in der Tradition von
Henscheid & Co. Ein Einordnungsversuch,
in: Freitag Nr.42 v. 21.10.
-
STRUNZ, Christopher (2010): Künstlich vorgeführte
Projektionen,
in: textem.de v. 04.11.
-
PLATH, Jörg (2010): Unter Männern,
in: DeutschlandRadio v. 18.11.2010
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Berichte über Lesungen
-
JANOVSKY, Silke (2010): "Handjemachte Musik aus
Hardrockhausen".
Moritz von Uslar liest in der Galerie Vittorio Manalese.
Seine Helden aus "Deutschboden" spielen Punkrock,
in: Berliner Zeitung v. 11.11.
-
STERNBERG, Jan Philipp (2010): Helden der Kleinstadt.
Ostdeutschland: Der Journalist Moritz von Uslar hat über
das brandenburgische Zehdenick ein subjektives, nicht eben
nettes Buch geschrieben. Nun kehrt er an den Ort seiner
Beobachtung zurück – und wird freundlich empfangen,
in: Rheinischer Merkur Nr.46 v. 18.11.
-
Neu:
WEIDERMANN, Volker (2010): Wir
Leute aus Hardrockhausen.
Moritz von Uslar hat ein Buch über Zehdenick und seine Bewohner
geschrieben. Wie sie das finden, hat er bei seiner Lesung erfahren,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 21.11.
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Das Buch in der Debatte
-
KÄMMERLINGS, Richard (2010): Blühe, deutsches Faserland.
Wo bleibt die Great German Novel? Oder: Wie ich einem Amerikaner
unser Land durch seine Literatur erklären würde,
in: Welt v. 01.10.
- Inhalt:
"Man
kann »Deutschboden« als spätes Sequel zu
»Faserland« lesen: die Hartz-Vier-Sozialstudie als
Poproman. Musik wird darin auch gemacht.
Ein
Roman? Warum nicht? Jedenfalls ein sehr realistischer.
Deutsch? Ostdeutsch zumindest. Groß? Nun ja, auch Zwerge
haben mal klein angefangen. Die Stelle der Great German
Novel kann zur Not für ein paar Wochen damit besetzt werden,
quasi als Urlaubsvertretung",
meint Richard KÄMMERLINGS.
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Klappentext
"Walter
Gieseking muss sich bewegen. Es geht um eine Form
der Lebensbejahung. Zu irgendwas, am besten etwas
Großem, Übergeordneten, muss er doch mal Ja sagen.
Bisher hat er immer prima Nein sagen können. Das
geht jetzt plötzlich nicht mehr. Aus damit. Vorbei.
Walter Gieseking, dreißig Jahre, in Großstädten
aufgewachsen, seit sechs oder sieben Jahren mit
Ellen von Galgern zusammen, ist plötzlich wieder
allein unterwegs und taumelt durch das halbe Jahr,
das ihm vor der Ehe bleibt - auf die es mit seiner
Ex-Freundin Ellen wohl doch hinauslaufen wird. Er
verlässt den gemeinsamen Wochenendsitz Waldstein,
ein Gutshaus in Oberfranken, und fädelt sich mühelos
wieder ein in sein altes Leben in der müden
Hauptstadt Berlin. Freundschaften werden erneuert
oder laufen aus. Die Arbeit wird getan. Bankkonten
laufen wie selbstverständlich leer. Das Problem ist
nicht, dass das Leben so nicht funktioniert. Das
Problem ist, dass es zu gut funktioniert. Alles geht
einfach immer so weiter. Schleichender Niedergang.
Gieseking bewegt sich, er fährt nach München, Ellens
Heimatstadt, um Mädchenluft zu schnuppern. Am Ende
kann Gieseking, seinem berühmten Namensvorbild
folgend, plötzlich Klavier spielen (Beethovens
Klaviersonate Opus 53) und er kehrt nach Waldstein,
den Ort der Natur und der bürgerlichen Zweisamkeit,
zurück."
Pressestimmen
"»Die
unendlichen Möglichkeiten, die es gibt, sind wie ein
vorbei fliegender Schluck Wasser. Es gibt keine. Man
hat die Möglichkeit, sich eine Frau zum Heiraten zu
suchen, Künstler zu werden oder sich einer
terroristischen Vereinigung anzuschließen«, heißt es
im Roman. Der unbedeutende Mann mit dem bedeutenden
Namen hängt am Ende die Wäsche auf. Das war's."
(Julia Encke in der
Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 27.02.2006)
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Rezensionen
- SCHÄFER, Andreas (2006): So
endfertig wie sympathisch.
Der Starjournalist
Moritz von Uslar möchte in seinem ersten Roman "Waldstein"
gern uncool sein, hat aber verlernt, wie das geht,
in: Welt am Sonntag v. 19.02.
- GRATON, Elise (2006):
Heuschnupfen der Hipster.
Moritz von Uslar
erfindet einen Zeitgeist-Journalisten in Berlin-Mitte,
in: Berliner Zeitung v. 27.04.
- Inhalt:
"Gieseking
verkörpert die latent-depressive Stimmung einer
Generation, der nichts neues geboten wird. Trotz bissiger
Kritik scheitern aber seine Versuche, sich über seine
Artgenossen zu erheben.
Die Trennung zwischen »Coolen« und »Uncoolen« existiert
nicht mehr. Wo fast jeder Techno-Musik und Drogen
kennt, Originalität über die Bekleidung beweist und Kritik
übt sowieso, läge Unkonventionalität in biederer
Normalität. Aber das ist doch zu langweilig. Gieseking
spiegelt den Zeitgeist, in dem er selber steckt, so scharf
wieder, dass es schmerzt. Nur die Reflexionen darüber
nerven",
meint GRATON zum Roman "Waldstein" von Moritz von USLAR.
- FUCHS, Oliver
(2006): Tausendmal erlebt, doch es weigerte sich.
Erwachsenwerden jenseits der Dreißíg: Moritz von Uslars
erster Roman schaut verzweifelt liebend auf die
Wirklichkeit,
in: Süddeutsche Zeitung v. 29.04.
- Kommentar:
Wenn ein Popjournalist einem
Pop-Autor das Pop-Etikett nicht umhängen möchte, sondern
verzweifelt um Kopf und Kragen rezensiert, dann ist das
eine der Merkwürdigkeiten des neuen deutschen Adult-Pop.
Was
Blumfelds Album
"Verbotene Früchte" für
die Musik ist, das ist Moritz von USLARs "Waldstein" für
die Popliteratur: Die Wende zum Adult-Pop.
Das
liest sich bei FUCHS dann so:
"Am Ende kehrt Gieseking nach Waldstein
zurück. Es ist der 5. Juni 205. Er staunt, wie grün alles
ist. Wie die Vögel zwitschern und die Hasen hopsen. Jetzt
fließen die Sätze ruhig dahin. Am nächsten Morgen hängt
Gieseking gemeinsam mit Ellen Wäsche auf. Ist das eine
Vision, wie sie Sterbende haben? Oder ist er schon tot?
Nein, vermutlich ist Gieseking bloß erwachsen geworden,
spät, aber hey! Da hat einer seine Sprache verloren und
eine Art von Glück gefunden. Er ist frei."
-
DIEZ, Georg (2006): Die sexuelle Gegenrevolution.
Skizzen der
demografischen Krise: In ihren Romanen laufen Rabea Edel,
Moritz von Uslar und Matthias Keidtel vor der Liebe davon,
in: Die ZEIT Nr.20 v. 11.05.
- Kommentar:
Deutschland hat keine Kinderkrise,
sondern eine Liebeskrise oder gar eine Sexkrise. Dies will
der Empathiker
Georg DIEZ aus 3 Romanen
herausdestilliert haben. Passend zur demografischen Krise
resümiert er deshalb:
"Es
ist (...) nicht damit zu rechnen, dass diese Generation
von Schriftstellern besonders viel für die Sicherung der
Renten tun wird. Ihre Lebensentwürfe sind von Angst und
Vorsicht geprägt und von einer Negativität,
die nichts damit zu tun hat, dass der ganze wunderbare
Irrsinn der Liebe durchaus eine große Jammernummer sein
kann. Die Schnittmuster kommen alle aus jenen imaginären
fünfziger Jahren, durch die wir seit einiger Zeit wanken.
Und das ungeklärte Verhältnis ist, wie praktisch immer in
Deutschland, das zu den eigenen Eltern."
Matthias
KEIDTEL (Jahrgang 1967) und Moritz von USLAR (Jahrgang
1970) stehen ein für den deutschen Mann der Generation
Golf. Der ist entweder ein heinzerhardthaftes
Tantensöhnchen, Marke
Nesthocker, oder ein
frauenverachtender Männerbündler:
"Der
symbolische Tod des Um-die-dreißig-Jährigen kommt an dem
Tag, an dem er sich entscheidet, mit Kind und
Wäscheklammern und all dem alt zu werden: Der Tag, an dem
er sich für die Enge entscheidet, an der er leiden wird,
weil er leiden will.
Das
ist jedenfalls das Männerbild, das sich fügt, wenn man
Matthias Keidtels Antihelden Holm dazu nimmt, der in
vielem das Gegenstück zu Gieseking ist".
Nimmt
man
Felicitas von LOVENBERGs Kritik an
Ulf POSCHARDTs Einsamkeitsfibel
noch hinzu, dann hätte man die drei männlichen Prototypen
komplett, die uns geradewegs in den
demografischen Abgrund
führen werden.
Was
bleibt aber, wenn man diesen Authentizitätsschmarrn der
Empathiker, die zwischen Leben und Roman einen direkten
Zusammenhang konstruieren, durchdringt?
Es ist ja
kein Zufall, dass Moritz von USLAR und die Popliteraten
der Generation Golf Journalisten und Schriftsteller in
Personalunion sind. Von daher gibt es zuallererst einen
Zusammenhang zwischen dem Popjournalismus der urbanen
Feuilletons und den Romanen, der sich am
offensichtlichsten
beim "Urvater" Joachim LOTTMANN kundtut.
Nicht
zwischen demografischem Wandel und Roman besteht also ein
Zusammenhang, sondern zwischen der Debatte um den
demografischen Wandel und dem Roman.
Der
Versuch von DIEZ aus dem Verhalten von Romanfiguren die
deutsche Rentenkrise abzuleiten, mag für Empathiker und
ihre Fangemeinde einleuchtend sein, nur mit der Realität
hat das eben nichts zu tun.
- OBERLÄNDER,
Jan (2006): Lasst uns froh und tapfer sein.
Moritz von Uslar wird erwachsen,
in: Tagesspiegel v. 04.06.
- Inhalt:
Für OBERLÄNDER markiert der Roman
"Waldstein" von Moritz von USLAR einen Wendepunkt der
Popliteratur:
"Uslar,
Jahrgang 1970, ist kein Theoriefreak wie Thomas Meinecke
und kein Großkünstler wie Rainald Goetz, die beide für
unterschiedliche Spielarten von Popliteratur stehen, und
doch aktualisiert sein Romandebüt das Genre. Sein
Schnappschuss deutscher Gegenwart erinnert an Christian
Krachts
»Faserland« (1995), mit dem Unterschied, dass Walter
Gieseking sich im Vergleich zu Krachts snobistischem
Erzähler auch mal ganz grundsätzlich Gedanken macht. Man
wird eben nicht jünger."
- MORITZ, Rainer (2006):
Frauen, die an Flüssen leben.
Paul Ingendaay, Hans-Peter Kunisch, Moritz
von Uslar: Drei Literaturkritiker gehen unter die Romanciers,
in: Welt v. 24.06.
- SCHNEIDER, Wolfgang (2006):
Mit teuren Schuhen lebt sich's besser.
Moritz von Uslar erprobt seine Interviewtechnik im Roman,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 28.09.
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Lesungen
- ENCKE, Julia
(2006): Rhythmus statt Pop.
Waldsteinsonatenhauptsatzform: Moritz von Uslar liest,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 27.02.
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Das Buch in der Debatte
- NARHOLZ, Christoph (2006):
Nach Bernhard.
Über Thomas
Bernhard, seine Kopisten und die Kopisten seiner Kopisten.
Ein Vortrag samt Vorwort,
in: Jungle World Nr.29 v. 19.07.
- Inhalt:
NARHOLZ begibt sich zuerst auf die
Spuren von Thomas BERNHARD, um dann die popliterarischen
Epigonen von Rainald GOETZ bis Moritz von USLAR
vorzustellen:
"Nickels
Buch ist neben Krachts »Faserland« und Stuckrad-Barres
»Soloalbum« (...) das heimliche dritte Gründungsdokument
der damals so genannten »neuen«, irgendwie adeligen,
boulevardesken, jungskrawalligen deutschen Popliteratur
geworden, die sich einen dandyistisch zurechtgeschnöselten
Gutsherrenbernhard natürlich gerne zum Vorbild genommen
hat.
Moritz
von Uslar schließlich hat es zuletzt sogar geschafft,
Bernhard aus der Bernhardkopie von
Rainald Goetz
weiterzukopieren. Sein Roman »Waldstein oder Der Tod des
Walter Gieseking am 6. Juni 2005« stimmt ein besonders
extralässig abgehangenes Weltanschauungsgerede an, das im
Betriebsklima unterschwellig aber trotzdem ungesund
überhitzt, weil Bernhards fröhliche Totalisierungslust,
besänftigt zwar durch die mildernde Intervention von
Goetz, als herausfordernder Übertreibungsdruck weiter auf
dem weichen Text lastet und ihn dazu treibt, glotzäugig
einerseits wirklich jeden Mist ganz besonders beflissen
hoch kompliziert intensiv toll zu finden, und auf der
anderen Seite genauso hingegeben in eine banale Trübsal
versenkt."
- WEHDEKING,
Volker (2007): Lifestyle-Archive und das Wissen um die
Leere: Judith Hermann und Moritz von Uslar. In:
Derselbe: Generationenwechsel: Intermedialität in der
deutschen Gegenwartsliteratur, Berlin: Erich Schmidt
Verlag
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