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Nicole Huber: Kinderfrei

 
       
     
       
   
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    Nicole Huber in ihrer eigenen Schreibe

     
           
       

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    Nicole Huber im Gespräch

     
           
       

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    Kinderfrei (2011).
    Oder warum Menschen ohne Nachwuchs keine Sozialschmarotzer sind
    Herbig Verlag

     
       
         
     

    Klappentext

    "Die deutsche Gesellschaft ist im Großen und Ganzen freiheitlich und tolerant. Nur im Umgang mit Menschen, die keine Kinder haben wollen, hat sie ein Problem. Die Verweigerung gilt als Provokation pur. Denn wer, bitteschön, soll die Rentenkassen füllen, wenn wir uns im Alter zur wohlverdienten Ruhe setzen wollen, wer soll mit seinen Beiträgen das Gesundheitssystem am Laufen halten und wer die deutsche Kultur am Leben? Um den Kollaps abzuwenden, müssen also Kinder her. Und damit die Lust, Eltern zu werden, steigt, werden unermüdlich staatlich finanzierte Anreizmodelle ersonnen, die das Kinderkriegen schmackhaft machen sollen. Das Nachsehen haben die Kinderlosen bzw. Kinderfreien. Sie büßen steuerlich für die nicht erbrachte Leistung und werden vom Rest der Gesellschaft gerne als egoistische Konsumjunkies gebrandmarkt.

    Zu Unrecht, wie Nicole Huber meint. Mit Verve und Scharfsinn hinterfragt sie diese Anti-Kinderlos-Haltung kritisch, offenbart Widersprüchlichkeiten herrlichster Natur und verweist dabei auch auf eine Tatsache, die nicht zu leugnen ist: dass die Menschheit den Planeten Erde an die Grenzen seiner Tragfähigkeit gebracht hat. Gebot der Stunde sollte sein, die nationalen Interessen hintanzustellen, die verkrustete umlagefinanzierte Systemlogik zu überdenken und Mäßigung zu leben. Jedes Kind, das nicht gezeugt wird, ermöglicht einem bereits geborenen ein besseres Leben. Ein feurig-sarkastischen Plädoyer für Kinderfreiheit, das zum Nachdenken anregt.
    "

    Inhaltsverzeichnis

    Einleitung

    1 Artikel 6 GG - ein seltsamer Grundgesetzartikel und seine noch seltsamere Auslegung
    2 Die Kinder-Reichen

    Porträt Sara: Deutschland hinkt in Sachen Feminismus hinterher

    3 Ehrenbürgerschaft für Josef Fritzl?

    Porträt Paul: Vater werden ist keine Leistung

    4 Keine Rente für Eltern behinderter Kinder

    Porträt Jeanne: Ich bin eine Geliebte, keine Mutter

    5 Von der Absurdität des Kinderwahlrechts

    Porträt Inga: Als Autistin habe ich es schwer genug

    6 Heiraten gefährdet ihre Fruchtbarkeit

    Porträt Don Alphonso: (K)eine Stütze der Gesellschaft

    7 Kinderwunsch oder Kinderwahn?

    Portät Phoena: Glücklich kinderfrei

    8 Der Elefant im Wohnzimmer

    Porträt Caro: Wir haben nicht das Recht, andere Arten auszulöschen

    9 Tabu Bevölkerungspolitik

    Porträt Théophile de Giraud: Er feiert die Kinderfreien

    10 Ein Segen für Deutschland

    Porträt Thorsten: Deutschland muss Vorbild sein

    11 Qualität statt Quantität

    Nachwort

    Zitate:

    freiwillige Kinderlosigkeit als abweichende Lebensform

    "Kinderlosigkeit - genauer: freiwillige Kinderlosigkeit - ist eine Lebensform, die von der allgemeinen Akzeptanz der Vielfalt von Lebensentwürfen ausgeschlossen ist. Kinder zu wollen ist ein Muss, und wenn es auf natürlichem Weg nicht klappt, ist man verpflichtet, alles in Anspruch zu nehmen, was die moderne Wissenschaft an Hilfsmitteln so hergibt. Zwar sind die Zeiten, in denen man dem Führer ein Kind schenken musste, zum Glück vorbei, doch auch heutzutage ist Fortpflanzung anscheinend (wieder) eine staatsbürgerliche Pflicht." (2011, S.9)

    Wahrnehmung von Kinderlosen in Öffentlichkeit und Vorurteile im Privaten

    "Kinderlose werden von Medien und Politik je nach Gusto als Verantwortliche für leere Rentenkassen, Werteverfall, das Aussterben des deutschen Volkes oder eine drohende Islamisierung Europas verunglimpft. Im privaten Bereich sind sie aufdringlichen Fragen (»Klappt es nicht oder wollt ihr nicht?«), unverschämten Bemerkungen (»Du liebst deinen Mann wohl nicht, weil du kein Kind von ihm willst«, »So ein egoistisches Leben wie du möchte ich nicht führen müssen«) und mit hellseherischer Gewissheit vorgetragenen düsteren Zukunftsprognosen (»Das wirst du bereuen, wenn du alt und allein bist«) ausgesetzt." (2011, S.8)

    Kinderfreiheit als Gegenkonzept zum Familienfundamentalismus

    "Als »childfree«, also »kinderfrei«, bezeichnen sich Menschen, die aus unterschiedlichsten Gründen keine Kinder wollen, um zum Ausdruck zu bringen, dass sie sich nicht als »less«, also als »weniger« oder »mangelhaft« begreifen, sondern eine freie Entscheidung getroffen haben und mit ihr glücklich sind. Im Gegensatz handelt es sich bei den »childless«, den Kinderlosen, um Menschen, die gerne Kinder hätten, aus irgendeinem Grund aber (noch) nicht haben können - auch wenn die Übergänge fließend sind. Ich würde wünschen, dass sich die Bezeichnung »kinderfrei« auch im Deutschen durchsetzt, und werde in diesem Buch den Anfang machen. Denn ebenso wie etwa »arbeitslos«, »hoffnungslos«, »perspektivlos« drückt auch »kinderlos« einen Mangel aus, der weder objektiv vorliegt (auch wer keine Kinder hat, ist schließlich ein vollwertiger Mensch) noch zwangsläufig als solcher empfunden wird. Und auch wenn pauschal die »Kinderlosigkeit« verdammt wird, so sind es doch in Wahrheit die freiwillig Kinderlosen, die Kinderfreien, gegen die sich die Angriffe richten." (2011, S.11f.)

     
         
     
           
       

    Beiträge von single-generation.de zum Thema

    Kinderlose in der Debatte

    Die Kultur der Kinderlosigkeit in Deutschland: Gewollte Kinderlosigkeit - ein Tabuthema rückt in den Mittelpunkt der politischen Debatte

    Warum der Geburtenrückgang ein Glücksfall für unsere Gesellschaft ist. Oder: Karl Otto Hondrich - Weniger sind mehr

    Generation Kinderlos - Günter Keil & Gisela Bruschek zeigen, dass Kinderlosigkeit in keinem Kausalzusammenhang mit Egoismus, Kinderfeindlichkeit, Karrierefixierung oder Schmarotzertum steht

     
           
       

    Das Buch in der Debatte

    Neu:
    SCHMOLLACK, Simone (2011): Schlichte Antwort auf die K-Frage.
    Nicole Huber nimmt den "Familienfundamentalismus", wie sie es nennt, kritisch unter die Lupe und rechnet vor, was Kinderlose in die Staats- und Sozialkassen einzahlen müssen. Leider wartet sie auch mit Pauschalurteilen und Stammtischparolen auf,
    in: DeutschlandRadio v. 25.09.

    "Im vergangenen Jahr kamen in Deutschland so wenig Kinder zur Welt wie in keinem anderen Land der EU",

    schreibt Simone SCHMOLLACK, weil ihr nicht passt, dass 2010 die Geburtenrate so hoch wie lange nicht war und das Rostocker Max-Planck-Institut für demographische Forschung Anfang des Monats gar beim Geburtenverhalten jüngerer Frauen eine Trendwende erkannt haben will.

    SCHMOLLACK rezensiert nicht das Buch, sondern propagiert lediglich ihre familienpolitische Linie, z.B. die Abschaffung des Ehegattensplittings. In dem Buch von HUBER geht es um die  freiwillige Kinderlosigkeit, während es SCHMOLLACK um die ungewollte Kinderlosigkeit geht:

    "Laut Statistischem Bundesamt waren 2009 rund 39 Prozent aller Frauen zwischen 31 und 35 Jahren kinderlos. Allerdings wollen nur 8 Prozent von ihnen kinderlos bleiben, wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Allensbach herausfand."

    Die Zahlen suggerieren, dass in Deutschland die ungewollte  Kinderlosigkeit bei 31 % liegt. Warum nimmt SCHMOLLACK nicht die Zahlen der 40 - 44Jährigen? Gerade Akademikerinnen sind in Deutschland vielfach Spätgebärende. Wäre dann die Angelegenheit nicht skandalös genug?

    Man könnte die Rezension von SCHMOLLACK in einem einzigen Satz zusammenfassen: Die Probleme freiwillig Kinderloser interessieren mich nicht!

     
           
       

    Kinderfreie in der Debatte

    MÜLLER-LISSNER, Adelheid (2010): Wenn Menschen lieber kinderlos bleiben.
    In der "Childfree"-Bewegung sammeln sich Männer und Frauen ohne Nachwuchs. Einige Frauen sagen, ihnen fehle "Mutterinstinkt",
    in: Tagesspiegel v. 04.10.

    Familienpolitiker warten seit Jahren vergeblich, dass endlich einmal ein Kinderfreier in Deutschland gesichtet wird. Sehnsüchtig blickt man deshalb über den großen Teich nach Amerika. Dort gibt es wenigstens eine Childfree-Bewegung.

    MÜLLER-LISSNER macht sogar Werbung für den Kauf von Kinderfrei-T-Shirts. Dummerweise ist Malcolm McLAREN bereits tot und Vivienne WESTWOOD zu beschäftigt, um die Werbetrommel zu rühren. Wer heute mit einem Kinderfrei-T-Shirt in Deutschland rumläuft, der könnte es weit bringen. Jede Talk-Show würde sich um das begehrte Objekt reißen. Leichter könnte man in Deutschland nicht berühmt werden. Claus HIPP, der in seinem neuen Buch für ein Familienwahlrecht wirbt, würde die Angelegenheit bestimmt sponsern und auch der Politikwissenschaftler Claus LEGGEWIE würde sich darüber ungemein freuen.

    Also sofort ein T-Shirt kaufen, dann müssten die Journalisten nicht immer mich anmailen, ob ich ich ihnen nicht jemanden vermitteln könnte. Schließlich benötigt Deutschland mehr mutige Unternehmensgründer. Unternehmen Kinderfrei, das wäre noch eine erfolgreiche Marktlücke. Sollten sich keine lebenslang Kinderfreien finden, könnten auch Mütter, deren Kinder das Hotel Mama verlassen haben, die Sache managen. Schließlich werden die ja meistens auch darunter gezählt.

    MÜLLER-LISSNER weist auch noch auf ein Buch von Laura S. SCOTT hin: Two is enough. Ein Blog zum Thema gibt es auch.

     
           
       

    Weiterführende Links

     
           
         
           
       
     
       

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    Bernd Kittlaus
    webmaster@single-generation.de Erstellt: 26. September 2011
    Update: 16. April 2017