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Nils Minkmar: Mit dem Kopf durch die Welt

 
       
     
       
   
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    Nils Minkmar in seiner eigenen Schreibe

     
       

    MINKMAR, Nils (2001): 304 Seiten Helmut.
    Frank Goosen sucht die alte Bundesrepublik und findet den Alltag eines Universitäts-Helden,
    in: Die ZEIT Nr.13 v. 22.03.

    Frank Goosen - Liegen lernen

    MINKMAR, Nils (2001): Was kommt nach der Coolness?
    Nick Hornby läßt linksliberalen Sprüchen Taten folgen,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 29.08.

    Nick Hornby - How to be good

    MINKMAR, Nils (2003): Weh mir, wo nehm ich, wenn es Winter ist, die Blumen?
    Wo man auch hinsieht - müde Gestalten. Ob Musik, Kino oder Fernsehen: In der Kultur erlebt die Depression ihre Renaissance,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 30.11.

    MINKMAR sieht in der Depression u. a. eine Krankheit der Eliten:

    "Depression (ist), bei allem Zweifeln und Grübeln, kein subkulturelles, sie ist durchaus ein Elitenphänomen."

    Prominente Frauen, an seiner Seite schreiben mittlerweile Bücher darüber. Jedoch gilt:

    "If your're depressed, you're not depressed".

    Der Sozialpsychologe Martin SELIGMAN bezeichnet dagegen die Depression als Extremfall des Pessimismus.

    MINKMAR, Nils (2004): Paradies der Angestellten.
    Wer arbeitet, sagt der französische Bestseller "Bonjour Paresse", ist blöd. Im Büro soll man sich amüsieren,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 17.10.

    Corinne Maier - Bonjour Paresse

    MINKMAR, Nils (2005): Wo sind die Radwege, Mr. President?
    Der "Dritte Weg" des SPD-Vordenkers Hans-Peter Bartels: Toast, Eltern und erstklassige Haushaltsgeräte,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 22.05.

    MINKMAR über das Buch Victory-Kapitalismus und das Familienbild von Hans-Peter BARTELS:

    "»Zwei Eltern, Verbindlichkeit, lebenslange Sorge - das wäre nicht wenig«. Das wäre sogar viel, und weil  man sich dann fragt, was das mit dem Thema des Buchs zu tun hat, nimmt Bartels folgende Kurve: Das sei eben »das Gegenmodell zum flexiblen Menschen aus dem modischen, kapitalismusverträglichen Ich-Universum«. Die CDU kann es sich also abschminken, die Ehe in Deutschland unter Strafe stellen zu wollen.
          
      Deutschland, Ehe und Familie (...) - Bartels ist dafür."

    MINKMAR, Nils (2005): Die Rückkehr der Linken.
    Der Neoliberalismus weiß auf die wichtigsten Fragen keine Antworten. Die Zeit ist reif für neue Ideen,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 12.06.

    MINKMAR, Nils (2006): Lesen macht dumm.
    Paul Nolte riskiert keinen Gedanken, schreibt aber trotzdem ein Buch: "Riskante Moderne",
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 26.02.

    Nils MINKMARs Rezension des Buches Riskante Moderne von Paul NOLTE ist ein 100 %iger Verriss:

    "Paul Noltes neues Buch heißt (ein Mix aus Habermas und Beck) »Riskante Moderne«; das vorige hieß (ein Mix aus Illies und Miegel) »Generation Reform«. Nolte benutzt gerne den Begriff des Risikos und meint damit (...) immer das Risiko des anderen. Ein intellektuelles Risiko vermeidet er unter allen Umständen."

    Beispielhaft für die intellektuelle Risikoscheu von NOLTE sind dessen Ausführungen zur "Single-Gesellschaft":

    "Manchmal schreibt Nolte einfach irgend etwas hin. An anderer Stelle geht es um die Familienvorstellungen der Parteien. Da hießt es dann, Sozialdemokraten und Grünen seien »eher als Fürsprecher der bindungslosen Singlegesellschaft bekannt gewesen« - und würden nun aber Familie »wieder« wertschätzen. Er braucht dieses erste Moment nur, um irgendwie ein historisches Verlaufsmuster konstruieren zu können. Bloß: Es ist falsch. Zu keinem einzigen Zeitpunkt sind SPD und Grüne als Fürsprecher einer bindungslosen Singlegesellschaft aufgetreten. Keine deutsche Partei ist das, denn es widerspricht dem Gedanken einer jeden Partei. (...). Es stimmt weder soziologisch noch milieutheoretisch: Viele Sozialdemokraten kommen aus kinderreichen Familien, und Grüne wachsen bekanntlich in Wohngemeinschaften."

    MINKMAR, Nils (2006): Couscous für die Terroristen.
    Bettina Röhl hat ein kluges und kitschfreies Buch über ihre Eltern Ulrike Meinhof und Klaus Rainer Röhl geschrieben,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 19.03.

    Bettina Röhl - So macht Kommunismus Spaß!

    MINKMAR, Nils (2006): Was ist nur mit den Männern los?
    Die beste Ausbildung, die friedlichste Erziehung, kein Tag im Leben ohne drei Mahlzeiten - der deutsche Mann um die Vierzig könnte alles erreichen. Warum tut er es dann nicht?
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 02.04.

    MINKMAR, Nils (2006): Joachim Lottmann - Zombie Nation,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 02.04.

    MINKMAR hält LOTTMANNs neuestes Machwerk für eine

    "Studie über die gestörte Beziehung zwischen der Wirklichkeit und ihrer Beschreibbarkeit".

    LOTTMANN verstehe sich als Vertreter einer "visionären Gemeinschaft" im Gegensatz zu einer "realitätsverhafteten Gemeinschaft". Zu deutsch: Wenn uns z.B. Frank SCHIRRMACHER bezüglich des demographischen Wandels ganz dreist anlügt, dann tut er es zum Wohle der Nation (also zum Wohle der Ich-zuletzt-Elite). Genauso wie MATUSSEK und LOTTMANN, der mit seiner "Jugend von heute" dieses Prinzip bereits ausgiebig demonstriert hat. Kurz gesagt: Der Zweck heiligt jegliches Mittel!

    MINKMAR, Nils (2006): Licht an!
    Wie denkt man etwas Neues?
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 09.04.

    Nils MINKMAR liefert gleich noch die Rechtfertigung zu PETERSDORFF nach:

    "Geisteswissenschaften haben einen fatalen Hang dazu, die Geltung eines (wie Sartre gesagt hätte) »Geistes der Ernsthaftigkeit« zu reklamieren; und darum wird ihr Wirkungskreis von Jahr zu Jahr kleiner. Heute wird für diese reduzierte, aber privilegierte Wirkungszone der Begriff der Gnosis vorgeschlagen. Mit diesen Begriffen und Kategorisierungen (und als Höhepunkt muß hier der Begriff von der »sprachbezogenen Literatur« gelten, die der Gnostiker von der rauchzeichen- oder signalflaggengestützten unterscheidet) kann man auf immer überschaubarerem Raum den Wissenschafts- und Literaturbetrieb organisieren. Neue Einsichten gewinnt man damit nicht."

    Sicherlich, als Mitglied einer visionären Gemeinschaft oder als Kirchgänger, reicht es aus, der Auslegung des Meisters andächtig zu lauschen. Wenn die Empirie jedoch nicht mehr Grundlage einer Debatte ist, dann könnten wir doch gleich zum Märchenonkel gehen, das wäre ehrlicher!

    MINKMAR, Nils (2007): Und, wann haben Sie Ihre erste Milliarde?
    Wohlstand und Erfüllung, das waren einmal die bürgerlichen Lebensziele. Wer heute aber jung ist, gut ausgebildet und ehrgeizig, hat die Chance, richtig reich zu werden, superreich sogar. Was kein Glück sein muss,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 05.08.

    Nils MINKMAR schreibt über die fragmentierte Gesellschaft, in der sich die Eliten aus ihrer Verantwortung verabschiedet haben:

    "Nach Japan und den Vereinigten Staaten leben in Deutschland die meisten reichen Menschen, und wie dort entwickeln sich auch die Reichen zu einer eigenen Zwei-Klassen-Gesellschaft: Einmal die klassisch Wohlhabenden (...); und dann die Superreichen
                (...).
    Ordentlich Kohle machen, das wird zum Mantra der frustierten Eliten (...). Hass und nicht das Streben nach Glück waren sein wahrer Antrieb.

                (...).
    Eine Autorin, die vor solch einer Entwicklung, vor dem Abhauen der Superreichen und solcher, die es werden wollen, warnt, ist die amerikanischen Kolumnistin Peggy Noonan. Bereits vor anderthalb Jahren veröffentlichte sie einen düsteren Text über den »Separatfrieden«, den die amerikanischen Eliten mit einem vermutlich unguten Schicksal schließen: »Ich hege den Verdacht, dass die Geschichte, auch die großen historischen Romane der Zukunft, zurückblicken und zu dem Schluss kommen werden, dass viele aus unseren Eliten beschlossen haben, einfach ihr Leben zu leben, während sie auf das nächste große Kapitel des Schreckens warten. (...).« Hier schreibt keine Attac-Aktivistin: Frau Noonan war in jungen Jahren Reagans Redenschreiberin und arbeitet, wenn sie nicht gerade die Republikaner berät, heute für das »Wall Street Journal«. Das ist vielleicht die letzte Ecke, aus der Kritik an der Einstellung der ökonomischen und politischen Eliten noch wirksam und möglich ist."

    MINKMAR plädiert, angesichts der Tatsache, dass in Deutschland der Anteil des Vermögens, der im vergangenen Jahr durch Arbeitseinkommen erzielt wurde, von 72 auf 62 Prozent gefallen ist, für ein Umdenken, das jedoch mehr als vage formuliert ist:

    "es ist nun dringend erforderlich, sich für das Geld und seine vielen Besitzer einen angemessenen Platz ind er Gesellschaft auszudenken, statt deren Ausstiegsmöglichkeiten zu bejubeln. Denn reich sein macht dann am meisten Spaß, wenn das Land, in dem man lebt, nicht arm ist".

    MINKMAR, Nils (2010): Lesen ist nicht genug.
    Thilo Sarrazins "Deutschland schafft sich ab" ist ein klassischer Bildungsroman: Mittelbegabter, fauler Junge entdeckt die Literatur und rettet sich selbst. Jetzt verachtet er alle, die nicht so geworden sind wie er,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 19.09.

    Nils MINKMAR, ein Angehöriger der Generation Golf, liest Thilo SARRAZINs Sachbuch als Autobiographie bzw. als Bildungsroman. MINKMAR erklärt SARRAZINs Motive aus dessen Lebenslauf. Dies ist jedoch zu kurz gegriffen. Die SPD, speziell die Verfechter des Geistes der Agenda 2010, atmen den Geist der SARRAZINs. Es handelt sich bei SARRAZIN also nicht um einen Einzelfall, sondern um ein ganzes Milieu, das sich der einstigen politischen Basis entfremdet hat und dadurch das Spaltprodukt Linke erst ermöglicht hat. Die Integration ist sozusagen bereits vor längerer Zeit innerparteilich gescheitert. Jetzt erleben wir die daraus resultierende Radikalisierung. Der Parteienforscher Franz WALTER hat dieses Milieu treffend bereits 2003 charakterisiert.

    MINKMAR, Nils (2010): Man muss gehen, bevor es kracht.
    Florian Illies nimmt Abschied vom Journalismus. Was sagt uns das über den Zustand des deutschen Feuilletons?
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 19.12.

    Neu:
    MINKMAR, Nils (2013): Kinderwunder nebenan.
    Warum bekommen Frauen im belgischen Eupen und Malmedy mehr Babys als ihre deutschen Nachbarinnen? Eine Studie zeigt, dass die Entscheidung für oder gegen Nachwuchs von ganz handfesten Faktoren abhängt,
    in:
    Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 12.12.

    "Die gut ausgebildeten Frauen bekamen in Belgien genau so viele Kinder wie die weniger gut ausgebildeten, während in Deutschland die Anzahl der Kinder mit steigendem Bildungsgrad der Mutter drastisch sinkt",

    behauptet Nils MINKMAR, obwohl der Mikrozensus 2012 längst gezeigt hat, dass dies nicht der Fall ist. Das Märchen vom engen Zusammenhang zwischen Kinderzahl und Bildungsniveau hält sich hartnäckig, obwohl Studienfachwahl und Berufswahl entscheidender sind als das Bildungsniveau.

    Verschwiegen wird, dass auch bei den deutschsprachigen Belgiern die Kinderlosigkeit höher war als bei den französischsprachigen Belgiern:

    "Obwohl die Gesamtgeburtenrate unter den deutschsprachigen Belgierinnen ähnlich hoch wie in den anderen Teilen Belgiens ist, blieb ein höherer Anteil kinderlos. So haben von den 1955 bis 1959 in Belgien geborenen deutschsprachigen Frauen 16,6 Prozent keine Kinder bekommen, von den französischsprachigen Belgiern (Bewohner Brüssels ausgeschlossen) aber nur 14,0 Prozent. In Westdeutschland waren es 19,2 Prozent",

    heißt es in der Pressemeldung des MPIDR. Dies deutet darauf hin, dass Sozialschmarotzer-Kampagnen gegen Kinderlose kontraproduktiv sind. Darauf deutet auch eine Studie von Daniel LOIS zu sozialer Ansteckung beim Übergang zur Elternschaft hin, die den Einfluss von sozialem Druck auf kinderlose Paare untersuchte:

    "Kinderlose Paare, bei denen die Frau das dritte Lebensjahrzehnt erreicht, sind (...) verstärkt einem direkten sozialen Druck vonseiten der Interaktionspartner ausgesetzt, die selbst bereits Eltern sind. Nehmen Netzwerkpersonen nachhaltige Lebensstildivergenzen zwischen sich und Ego wahr, werden folglich explizite Versuche unternommen, Konformität herzustellen. Die Äußerung offener Verhaltenserwartungen erweist sich nach den vorliegenden Ergebnissen aber als kontraproduktiv, da Paare, die diesen Erwartungen ausgesetzt sind, eine verringerte Übergangsrate zur Erstelternschaft aufweisen." (Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 2013, Heft 3, S.419)

    Erklärungen hierfür wären gemäß LOIS "Trotz" (Reaktanz) oder Selektionseffekte.

     
           
       

    Nils Minkmar im Gespräch

     
       
    • fehlt noch
     
           
       

    Mit dem Kopf durch die Welt (2009).
    Ganz persönliche Geschichten aus der Normalität
    Frankfurt a/M: Fischer

     
       
         
     

    Klappentext

    "Wer 1530 gestorben und ein Jahrhundert später wieder auferstanden wäre, hätte die Welt problemlos wiedererkannt an den wesentlichen Strukturen hatte sich nichts verändert. Heute würden wir schon nach einem Jahrzehnt nichts mehr verstehen, so schnell fliegen uns die Gewissheiten und neuen Erkenntnisse um die Ohren.

    Wenn es ein Schlagwort für unsere Epoche gibt, dann ist es wohl: die Unvorhersagbarkeit. Unsere Lebensläufe, aber auch unser Alltag, unsere Lebenswelt sind voll von überraschenden Ereignissen. Keiner hat den Islamismus kommen sehen, noch heute gibt es auf ihn keine Antwort. Google hat in zehn Jahren mindestens ebenso viel für die Demokratisierung des Wissens getan wie sozialdemokratische Volksbildungspolitik in hundertfünfzig Jahren. Und die SMS ist zum privaten wie politischen Leitmedium geworden.

    Weil Standardwerke die Welt nicht mehr erklären können, ergründet Nils Minkmar in zum Teil ganz persönlichen, so witzigen wie ernsthaften Geschichten die modernen Kerngebiete des Normalen: Politik, Kunst, Religion, Tod und das Leben im Großraumwagen."

     
         
     
           
       
    • Rezensionen

    GORKOW, Alexander (2009): Steak Montaigne.
    Nils Minkmars Erforschung einer durchgedrehten Gegenwart,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 28.03.

    KNIPPHALS, Dirk (2009): Dudweilers weite Horizonte.
    Der Journalist Nils Minkmar macht sich auf, die veränderte Normalität zu durchleuchten: "Mit dem Kopf durch die Welt",
    in: TAZ v. 18.04.

    "Was zum Beispiel im Spiegel unter Essay steht, sind meist nur ums Ichsagen literarisch aufgehübschte Leitartikel, stets um fünf vor zwölf geschrieben. Und bei den Essays im Zeit-Feuilleton wusste man zuletzt immer schon, was rauskommt - auf irgendeine Form von Neoliberalismuskritik lief es immer heraus.
                
     Es fehlt also hier und da das Spielerische. Insofern freut man sich, wenn sich mal wieder ein Autor aufmacht, die Form des Essays ein bisschen zu erneuern - und damit in der Öffentlichkeit sogar durchkommt. Bei Nils Minkmar ist das so.
    (...).
                
     »Personal essays« nennt Nils Minkmar selbst diese Texte oder »ganz persönliche Geschichten aus der Normalität«. In Wirklichkeit sind es genausogut Versuche, den Essay mit den Mitteln des Features und der Reportage zu erneuern",

    meint Dirk KNIPPHALS zum Buch Mit dem Kopf durch die Wand von Nils MINKMAR.

    PFOHLMANN, Oliver (2009): Klebt gut,
    in: Frankfurter Rundschau v. 11.05.

    KUENHEIM, Haug von (2009): X-mal Deutschland.
    Nils Minkmar hat eine feine, essayistische Momentaufnahme unserer Zeit gemacht,
    in:
    Die ZEIT Nr.23 v. 28.05.

    BARTELS, Gerrit (2009): Essen ist das halbe Leben.
    Wozu ist man eigentlich auf der Welt? Nils Minkmar erzählt in seinem Essayband persönliche Geschichten aus der Normalität,
    in: Tagesspiegel v. 10.06.

    LICHTENBERGER, Lutz (2009): Paradies mit Postleitzahl.
    Unbedingt lesenswert: Nils Minkmar erzählt aus den Kerngebieten des Normalen,
    in: Berliner
    Zeitung v. 06.08.

     
           
       

    Schaut auf diese Stadt (2007).
    Neue Geschichten aus dem barbarischen Berlin
    (zusammen mit
    Georg Diez, Peter Richter, Claudius Seidl und Anne Zielke)

    Köln:
    Kiepenheuer & Witsch

     
       
         
     

    Klappentext

    "Berlin ist und bleibt eine Zumutung. Die Kassen sind leer, der Bürgermeister findet die Stadt trotzdem sexy, und was sich so Bohème nennt, ist in Wirklichkeit nur ein immerwährendes Praktikum. Klar, alles schaut auf diese Stadt: Schon weil Berlin nicht auf sich selbst aufpassen kann. Neue Geschichten aus Berlin, unserer barbarischen Hauptstadt.

    Im Sommer 2003 erschien »Hier spricht Berlin«: Die Berliner empörten sich, der Rest amüsierte sich über die kleinen, bösen Geschichten aus dem Alltag der sogenannten Hauptstadt – die Aufmerksamkeit war groß, der Erfolg war es auch.

    Seither sind drei Jahre vergangen, in denen viel geschehen ist und es immer noch so vieles gibt, worüber mit Berlin dringend mal gesprochen werden muss: Das Leben, Leiden und die Lächerlichkeit der Bundespolitiker zum Beispiel. Den regierenden Bürgermeister und seine Freunde. Den Mietmarkt und seine immer tieferen Abgründe. Das Geld, das manchmal zu Besuch kommt in die Bohème, und plötzlich kriegen auch linksradikale Künstler ganz leuchtende Augen. Die Wolfskinder vom Prenzlauer Berg, die direkt aus ihren Käffern ins große Jugenddorf Berlin ziehen und das für die Großstadt halten. Den Untergang der Dörfer Charlottenburg und Wilmersdorf. Die sogenannte Neue Bürgerlichkeit. Die Kampfradler. Die lokale Presse, die sich an Lokalchauvinismus von niemandem überbieten lässt.

    In kleinen Geschichten, in welchen es nicht groß um Meinung und Reflexion geht, sondern um Empirie und Anschauung, begegnen die Autoren diesem Berlin, diesem barbarischen Ort. Nur gut, dass sie sich dabei die gute Laune nicht verderben lassen. Denn gute Laune ist auch eine Form des Widerstands – gegen Berlin."

     
         
     
           
         
           
       

    Hier spricht Berlin (2003).
    Geschichten aus einer barbarischen Stadt
    (zusammen mit
    Georg Diez, Peter Richter, Claudius Seidl und Anne Zielke)

    Köln:
    Kiepenheuer & Witsch

     
       
         
     

    Klappentext

    "Kurze und grausame Geschichten, aus dem Leben derer, die neu sind in Berlin. Geschichten von Menschen, die nach Berlin gekommen sind, weil es sich so ergeben hat. Sie sind nicht nach Berlin gezogen, weil da die Hauptstadt war oder der Hype oder die Hoffnung auf eine Abwechslung. Sie sind nach Berlin geworfen worden. Und genauso fühlt sich die Stadt jetzt an: böse und barbarisch.
    Sie erzählen von Erfahrungen, die man nur in Berlin machen kann, dem einzigen Ort in Deutschland, wo man sich manchmal nach Sibirien sehnt. Sie erzählen von Menschen, denen man nur in Berlin begegnen kann: jede Menge Schnauze, nirgendwo Manieren, und wenn da ein Herz ist, ist es gut versteckt.
    Und sie sind trotzdem immer wieder bereit, der Stadt und ihren Bewohnern eine Chance zu geben: auf Partys, im Taxi, beim Einkaufen. Jeder Satz ist ein Versöhnungsangebot. Und jedes dieser Angebote wird von Berlin umgehend zurückgewiesen.
    Warum, das ist die große Frage dieses Buchs, warum geht es hier nicht so zivilisiert zu wie in Hamburg oder München. Und warum nicht so großstädtisch wie in London oder New York. Berlins Antwort: Keine Ahnung.
    Warum das alles nun aufschreiben? Es muss einfach sein. Man muss aufschreiben, was einem in Berlin alles geschieht, weil man sich am Ende sonst noch daran gewöhnt.
    "

     
         
     
           
       

    MOHR, Reinhard (2003): Sibirien an der Spree.
    In ihrem Buch-Pamphlet lassen fünf Autoren ihrem Hauptstadt-Hass freien Lauf: "Hier spricht Berlin" nennen sie die "Geschichten aus einer barbarischen Stadt",
    in: Spiegel Nr.34 v. 18.08.

    Reinhard MOHR verteidigt Berlin gegen seine Hasser und ihre Tristesse Royale:

    "Sie träumten vom vollkommenen Glück des Lebens. Doch leider lebten sie in Berlin.
    So schrieben sie, fünf tapfere Feuilletonisten der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung« (»FAS«) die rein beruflich und also schicksalhaft aus München, Saarbrücken und Dresden in die deutsche Hauptstadt »zwangsumgesiedelt« wurden, ein bitterböses Buch".

    MOHR sieht einen Zusammenhang zwischen dem Hype, den die Berliner Seiten der FAZ herbeischreiben mussten und der enttäuschten Rache der Autoren.
              
    Er betont jedoch, dass sich die Dresdner Autoren Peter RICHTER und Anne ZIELKE wohltuend davon abheben.

    MATTHIES, Bernd (2003): Die Hauptstadt der Barbarben.
    Wie verschreckte Intellektuelle aus München, Dresden und Saarbrücken das Meckern lernten und endlich zu echten Berlinern wurden, 
    in: Tagesspiegel v. 20.08.

    MATTHIES hält sich bei der Rezension von "Hier spricht Berlin" an die Vorgaben von Reinhard MOHR:

    "Berlin ist (...) jener Ort, in dem Sichtweisen und Vorurteile aus östlicher und westlicher Richtung so unversöhnlich zusammenstoßen wie Spreewaldgurken und Olivenöl extra vergine. Und so kommt es, dass die nahe liegende Kritik am Geschnösel der Autoren (West) gleich sehr hübsch selbstironisch aufgefangen wird durch Sottisen der Autoren (Ost), die das Prinzip begriffen haben: »Da hocken sie nun traurig in viel zu großen Altbauwohnungen mit viel zu niedrigen Lebenshaltungskosten«, schreibt Peter Richter über die neuen Kollegen im schnieken Büro in Mitte, »sie wollen Berlin ein bisschen mehr wie München machen, und sie fangen da an, wo es besonders weh tut.»"

    NUTT, Harry (2003): Fremdeln am Görlie.
    "Hier spricht Berlin" lautet der Titel eines Leitfadens von Journalisten für Berlin-Hasser - aber was sagt es?
    in: Frankfurter Rundschau v. 22.08.

    BÜSCHER, Wolfgang (2003): Eine barbarische Stadt? Nicht barbarisch genug!
    Zwischenrufe zu einem neuen Berlin-Hasser-Buch von Westrepublikanern, die es in die Hauptstadt verschlug,
    in: Welt v. 25.08.

    OSTWALD, Susanne (2003): Schaut auf diese Stadt.
    Berlin in zwei neuen Büchern - einmal geliebt, einmal gehasst,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 03.09.

    BARTELS, Gerrit (2003): Hier spricht die "FAS" aus Berlin.
    Dies ist Prenzlauer Berg und nicht München oder Münster: Der Berlin-Reader "Hier spricht Berlin - Geschichten aus einer barbarischen Stadt",
    in: TAZ v. 15.11.

    BISKY, Jens (2003): Sind so kalte Menschen.
    Nörgeln nach Plan: Fünf Feuilletonisten verachten Berlin,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 17.11.

    Infos zu: Jens Bisky - Autor der Generation Golf

    BEYME, Evelyne vom (2003): Rachesentiments der Zwangsversetzten.
    "Hier spricht Berlin - Geschichten aus einer barbarischen Stadt",
    in: Literaturkritik.de, Nr.12, Dezember

     
       

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    Bernd Kittlaus
    webmaster@single-generation.de Erstellt: 05. März 2006
    Update: 17. Mai 2015