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Peter Richter: Blühende Landschaften

 
       
     
       
   
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    Peter Richter in seiner eigenen Schreibe

     
       
    • RICHTER, Peter (2001): Die Postmoderne als Kaffeekränzchen.
      Die Beschleunigung aller Lebensbereiche ist empirisch leider nicht nachzuweisen,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 11.01.
    • RICHTER, Peter (2001): Vom Chic des Speckgürtel-Eigenheims.
      Permanente Umwertung durch die Medien. Wohnvarianten, die heute noch verpönt sind, können morgen schon als Trendsetter fungieren. Bekenntnisse zu Betonbauten,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 18.04.
    • RICHTER, Peter (2002): Die armen kleinen Gehirne.
      Was Kinder in der DDR so alles erdulden mußten, will Jana Hensel wissen,
      in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 05.11.
    • RICHTER, Peter (2003): Durchschmidt,
      in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 24.08.
      • Inhalt:
        Peter RICHTER über The Smiths:

              
           "Christian Kracht las neulich in Berlin seine Reisegeschichten aus der F.A.S. und spielte dazu die Smiths. Neuerdings hört man sie häufiger auch im Radio, und inzwischen gibt es ihr Lied »How Soon Is Now?« sogar von Tatu, den beiden Hysterikerinnen aus Moskau, die damals noch keine wehrlosen Menschen, sondern maximal die Kacheln ihrer sowjetischen Kreißsäle angeschrien haben, zu dem Zeitpunkt, als die Smiths sich auflösten - und übrigens die DDR gleich mit!
        Je mehr ich nämlich darüber nachdenke, was diese Renaissance nun eigentlich bedeuten mag, und wo jetzt plötzlich diese Lust and er Depression wieder herkommt, desto mehr fällt mir auf, wie treffend die Smiths im Grunde die Atmosphäre und das Lebensgefühl in der späten DDR vertont haben: die vor sich hin bröckelnde Melancholie".
    • RICHTER, Peter (2004): Milch ist Mord, Genosse!
      Man muß in den Westen gehen, damit man zum Ossi wird. Von Dresden nach Hamburg, zum Beispiel. Diese Woche erscheint Peter Richters Heimatkundebuch "Blühende Landschaften". Ein Auszug,
      in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 29.02.
    • RICHTER, Peter (2004): Frohen Osten!
      Entvölkerte Städte, einstürzende Platen und Brücken, über die niemand geht: Die ehemalige DDR als ästhetische und künstlerische Herausforderung,
      in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 11.04.
    • RICHTER, Peter (2004): Hundert Bilder Einsamkeit.
      Edward Hopper in London: Ist der amerikanische Ikonenmaler in Wahrheit der letzte Held er europäischen Romantik?
      in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 11.04.
      • Inhalt:
        Für RICHTER sind HOPPERs Großstadtmenschen nicht spätbürgerlich einsam, sondern frühbürgerlich erwartungsfroh:

              
          "»Nighthawks« (...), das WG-Postermotiv für alle, denen Che Guevara zu extrovertiert, zu wenig henrymillerhaft ist. (...). Das Bild ist heute vor allem eine Inkunabel für massenhaft reproduzierte Einsamkeit", erklärt uns RICHTER erst einmal.
              
          Indem er jedoch nicht die üblichen Bilder, sondern HOPPERs "Fensterphlegmatiker" in den Mittelpunkt der Betrachtung rückt, gelingt ihm die Neuinterpretation von HOPPERs Werk:
              
          "Eine Frau und ein Mann beziehungslos auf einem Bett, daneben ein aufgeschlagenes Buch. (...). (Aus) dieser Perspektive sind die entrückten Posen von Hoppers Fensterphlegmatikern dankenswerter weise mal keine Folge böser gesellschaftlicher Entfremdungsmechanismen, sondern umgedreht, freiwillig aufgesuchte Temperamentszustände von innerer Einkehr, von Sammlung und Blicken ins Wesentliche (...). Dann sind Hoppers Fensterbilder plötzlich keine spätbürgerlich-kritischen mehr, sondern so frühbürgerlich erwartungsfroh wie bei den barocken Holländern."
    • RICHTER, Peter (2004): Nobelpreis, ich komme!
      Thomas Brussig, der Meister es kleinen Witzes, will Großschriftsteller werden,
      in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 26.09.
    • Inhalt:
      Peter RICHTER u.a. über das Enzyklopädische des  Romans "Wie es leuchtet" von Thomas BRUSSIG:

            
        "Ob die eigenen Erfahrungen einigermaßen gültig zwischen diesen Buchdeckeln abgelegt sind - wie in einer Akte, falls ja, danach irgendwie auch als geschlossen betrachten müßte. Man ist ja in der Regel sehr eifersüchtig mit seinen Erinnerungen. Aber in diesem Punkt kann Brussig am Ende wirklich kein Vorwurf gemacht werden. Unwahrscheinlich, daß irgendetwas fehlt. Im Gegenteil. Zwischen A wie Abhauen und Z wie Zwitter (...) ist sogar Platz für Exkurse".
    • RICHTER, Peter (2006): Schlauer Wohnen.
      Erst kam das Aus für die Blümchenbordüre, dann war das Bad der Star im Haus. Heute übernehmen Sensoren das Denken daheim. Über den Wahnwitz moderner Einrichtung,
      in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 01.10.
     
           
       

    Peter Richter im Gespräch

     
       
    • MINKMAR, Nils (2004): Muß Deutschland wandern, baden oder pendeln?
      Die Bestseller-Autoren Gabor Steingart und Peter Richter im Streitgespräch über die kulturelle und wirtschaftliche Lage des Landes,
      in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 16.05.
      • Inhalt:
        Peter RICHTER sieht die Wessis in der Identitätskrise, während die Ossis nun jenes Verhalten kopieren, das die Wessis ihnen nach dem Mauerfall vorgelebt haben:

              
          "Das Gefühl der wirtschaftlichen Dominanz gegenüber dem Osten, das ein wichtiger Teil der westdeutschen Identität war, geht gerade verloren. Dafür hat sich kulturelle Arroganz längst weiter in den Osten verlagert. Dem westdeutschen Hungerleider, der früher wenigstens im Osten einen »auf dicke Hose« machen konnte, entspricht heute der Arbeitslose aus Dresden-Prohlis, der jetzt im tschechischen Dubi im »Nachtclub Diana« sitzt und dort den in mehrfacher Hinsicht präpotenten Schwerstverdiener spielt. Ich frage mich, ob so etwas wirklich ausschließlich irrsinnig ist oder nicht auch ein für beide Seiten ganz einträgliches Tauschgeschäft: Überlegenheitsdünkel gegen Kohle. Eigentlich haben ja alle was davon gehabt."
              
          Gabor STEINGART dagegen möchte in Deutschland eine große Völkerwanderung entfachen:
              
          "Lassen Sie doch die Leute wandern, die Welt ist voll von Menschen, die wandern. Ich halte es für eine sehr provinzielle Vorstellung, daß alle immer am gleichen Ort wohnen sollen. Zumal, selbst wenn sie es wollen, es wird nicht funktionieren".
    • Neu:
      VILLACHICA, Jeannette (2006): Bürotürme machen wahnsinnig.
      Es herrscht Einrichtungsterror: Peter Richter sagt warum,
      in: Stuttgarter Zeitung v. 09.12.
      • Inhalt:
        Peter RICHTER u.a. über die Doppelmoral der Besserverdienenden:

                     "Unten auf der Straße haben sie es gerne authentisch: einen türkischen Imbiss, gerne auch ein paar tätowierte Kumpels, die man grüßen kann. Selbst wohnen sie aber in sanierten Wohnungen unterm Dach."
     
           
       

    Deutsches Haus (2006).
    Eine Einrichtungsfibel
    München: Goldmann

     
       
     
     

    Klappentext

    "LEBST DU NOCH, ODER WOHNST DU SCHÖN?

    Zeig mir wie Du wohnst, und ich sag Dir, wer Du bist : Noch nie war das Zuhause ein derart wichtiger Teil der Selbstinszenierung, und noch nie gab es so viele Ratgeber, die einem dabei hineinreden wollen. Wie wir wohnen ist alles andere als unsere Privatangelegenheit. Im Gegenteil: Nichts spiegelt die Lage des Landes und die Lebenslügen seiner Bewohner zuverlässiger als die Einrichtungen der Deutschen. Es sind die öffentlichsten Bühnen, die es gibt. Und was da aufgeführt wird, sind absurde Dramen und groteske Komödien. Man weiß nicht, ob man lachen oder weinen soll, wenn man Peter Richter bei seiner Besichtigung des deutschen Wohnwahnsinns folgt. Denn den Kampf um seine Individualität kämpft jeder für sich, aber es stellen sich allen die gleichen Fragen: Kinderklinik oder ganzheitliche Geburtshütte? Miete oder Eigentum? Bis hin zu: Urne, Sarg oder Mausoleum? Die Wohnung als Weltanschauung: eine Besichtigung der deutschen Wohnwelten und Einrichtungsexzesse klug, pointiert und komisch!"

     
     
     
           
       
    • Rezensionen

    • KUHLMEY, Astrid (2006): Wie wir wohnen,
      in: DeutschlandRadio v. 16.10.
    • MATZIG, Gerhard (2006): Der reine Wohnsinn.
      Peter Richters Einrichtungsfibel "Deutsches Haus",
      in: Literaturbeilage der Süddeutschen Zeitung v. 21.11.
     
           
       

    Blühende Landschaften (2004).
    Eine Heimatkunde
    München: Goldmann

     
       
     
     

    Klappentext

    "Alle haben es ja jetzt mit dem Osten, vor allem die im Westen. Strenggenommen ist Deutschland erst in den Neunzigern in die beiden Teile zerfallen. Deshalb ist es jetzt mal gut mit den Freundlichkeiten. Wenn schon die Landschaften nicht blühen, dann wenigstens die Vorbehalte. Peter Richter versuchte in dieser Zeit, ein Westdeutscher zu werden. Dabei wurde er zu dem Ostdeutschen, der er vorher unmöglich gewesen sein konnte. Aus dem Tal der Ahnungslosen in die vielleicht selbstgewisseste Stadt der BRD: Hamburg. Er landete in Harburg, und es sah aus wie Halle-Neustadt. Nur dass die Zimmer so viel kosteten wie in Dresden ganze Straßenzüge. Ist nun eigentlich die BRD oder die DDR größer geworden? Wirtschaftlich und politisch prägt zwar (noch) der Westen das wieder vereinigte Land,  habituell aber zunehmend der Osten. Mit scharfem Witz häkelt der vom Westen erfundene Ostler seine Geschichten ein in die sogenannte große Geschichte und verteilt seine Ressentiments in alle Richtungen. Denn für milde Nostalgie besteht kein Anlass. Dafür entdeckt er zuviel Unrat in den blinden Winkeln der Westens und in den Erinnerungslücken des Ostens."

    Pressestimmen

    "Was Richter stinkt, ist der selbstbezügliche Verfeinerungsirrsinn einer abgeschotteten, langweiligen und von sich selber gelangweilten Gesellschaft. Um diese Geschichte zu erzählen, kommt ihm die Ost-West-Folie gerade recht."
    (Kito Nedo im Fluter vom 15.03.2004)

    "»Mein Name ist Peter Richter, ich bin 30 Jahre alt, und ja, ich habe fast alles von den Böhsen Onkelz« (...). Reflexhaft fragt man sich, was denn das für jemand ist, der so schaurige Musik hört und dies als wilde Pose auch noch feiert. Und schon sitzt man in der Falle."
    (Julia Enke in der Süddeutschen Zeitung vom 12.03.2004)

    "Vorrangig entsteht der Lesespaß durch die Herz erleichternde Großfressigkeit eines mutig-gewordenen Zonendödels mit losem Mundwerk und lockerem Hirn, eines Sachsen noch dazu, der ungefragt das Wort ergrabscht hat und sich nicht beeilt, das zu sagen, was hübige, drübige und sonstige Interesseheuchler hören wollen, sondern mit hoher Wahrscheinlichkeit und für den Preis welcher Wahrheit auch immer das nächst erreichbare Gegenteil. Er darf das, denn er macht kein Hehl aus diesem Prinzip, ebenso wenig wie daraus, dass er das Prinzip von den Böhsen Onkelz abgeguckt hat (...), woraus zu lernen sei: »Selbstmitleid unplugged führt zu nichts. Man muss die Aversionen, Attitüden, Posen und Vorurteile nicht nur so pfleglich und liebevoll behandeln wie eine E-Gitarre, man muss sie endlich auch mal in den Verstärker einstöpseln.«"
    (Ulrich Seidler in der Berliner Zeitung vom 13.04.2004)

     
     
     
           
         
       
    • Peter Richter in der Debatte

      • MÄRZ, Ursula (2004): Tach, ich schau mal hin.
        Latent anarchisch: Kolumnismus als Stil, Gattung und Denkart,
        in: Frankfurter Rundschau v. 28.05.
        • Inhalt:
          Ursula MÄRZ beschäftigt sich mit dem Kolumnismus:

                
            "Peter Richters subjektiver cross-over-Realismus ist ein Musterbeispiel für einen gewollt gelockerten Schreib-, Denk- und Unordnungsstil, der im vergangenen Jahrzehnt an publizistischer Bedeutung gewann und wie kaum ein anderer Stil das gesellschaftliche und ästhetische Empfinden der Gegenwart ausdrückt. Nennen wir ihn Kolumnismus."
                
            MÄRZ sieht im Kolumnismus den Ausdruck des gegenwärtigen Zeitgeistes:
                
            "die Konjunktur dieser Literatur ist zeitsymptomatisch. Sie ist der beste, unmittelbarste Ausdruck einer Gesellschaft, die sich in erster Linie als offene Werkstatt begreift, die sich als Ganzes aus den Augen und über den improvisatorischen Reformismus hinaus den Sinn für eine verbindlich entworfene Gestalt ihrer selbst verloren hat. (...). Kurzum: Der kolumnistische Stil ist die Botschaft einer nicht identitätsschwachen Gesellschaft."
     
       

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    Bernd Kittlaus
    webmaster@single-generation.de Erstellt: 12. März 2004
    Update: 22. November 2007
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