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STEINBERGER, Petra (2002): Auszeit.
"Generation 9/11": Vom Leben und Sterben eines
Begriffs,
in: Süddeutsche Zeitung v.
04.01.
STEINBERGER bezieht sich in
ihrem Beitrag auf Barbara KANTROWITZ & Keith NAUGHTON, die in
der Newsweek vom 12. November über die "Generation
9-11" berichtet haben.
Diese "Generation Y", wie sie von
Douglas COUPLAND
genannt wurde, soll durch die Terroranschläge zur neuen
Ernsthaftigkeit bzw. zum Idealbild der Kommunitaristen
konvertiert sein.
Wertkonservative wie
David BROOKS,
der im Jahr 2000 den "Bourgeois Bohemiens" mit seinem Buch
Bobos in
Paradise ein Denkmal gesetzt
hat, haben eifrig an diesem neuen Bild der amerikanischen
Jugend gebastelt.
STEINBERGER hat jedoch
ihre Zweifel an dieser Kehrtwende. Aus diesem Grunde ist sie
auch skeptisch gegenüber dem
britischen Wirtschaftsmagazin Economist,
das
"gerade die 'Bridget-Jones-Ökonomie'
ausgerufen (hat); deren Erfolg beruhe auf der
Bedürfnisbefriedigung der jungen Singles, welche große
Städte bevölkern und kulturell wie wirtschaftlich so
einflussreich seien wie nie zuvor."
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STEINBERGER, Petra (2002): Dürrer Ast sucht das Feuer.
Krieg und Gewalt: Was
der Männerüberschuss in Asien bewirkt,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 22.06.
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"Dürre Äste" nennen die
Chinesen ihre "überschüssigen" Junggesellen, "die nie im Leben
die Chance erhalten werden, sich fortzupflanzen" schreibt
STEINBERGER. |
STEINBERGER referiert die Thesen von
Philip LONGMAN,
die dieser in seinem Buch
The Empty
Cradle dargelegt hat.
Galt in den 70er Jahren die
Bevölkerungsexplosion als Horrorszenario, so wird nun die
Bevölkerungsimplosion zum neuen Horrorszenario
aufgebauscht.
STEINBERGER zitiert den
chinesischen Demografen Xiao-chun QIAO, der für alle
Apokalyptiker die Formel von der 4-2-1-Gesellschaft
gefunden hat:
"Gesellschaft, in der ein Kind zwei Eltern
und vier Großeltern versorgen muss".
Die Drohung vom Zulauf für
Familienfundamentalisten kann uns nicht schrecken, denn
für deren Erstarken hat Ulrich BECK schon gesorgt! |
STEINBERGER, Petra (2005):
Frauen gegen Männer.
Der große
Graben (6). Wo ist Alice Schwarzer oder:
Der Markt wird es nicht richten - Was das Geschlecht angeht, steht man
das ganze Leben nur auf einer Seite. Das macht ein bisschen
intolerant. Die Fronten sind klar: Der Mann geht arbeiten, die Frau
bekommt die Kinder. Oder?
in: Süddeutsche Zeitung v. 06.09.
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STEINBERGER behauptet,
Frauen hätten mehr Empathie als Männer. Das muss bezweifelt
werden!
Die
Autorin beschäftigt sich nicht mit Frauen, sondern mit
erwerbstätigen Frauen im mittleren Lebensalter. In erster
Linie geht es hier um Mutterschaft, aber nicht wirklich: im
Mittelpunkt steht das Gebärpotential. Weder junge, noch ältere
Frauen sind für STEINBERGER ein Thema. Die
Geschlechterfrage muss sich der Leser deshalb selbständig
erarbeiten, indem er z.B. die Artikel von
Gerhard MATZIG und STEINBERGER
vergleicht. Beide beschäftigen sich mit der Reproduktion. |
"Phillip
Longmans Schrift zum »Patriarchat«, das ist Frank
Schirrmachers Manifest »Minimum«, wenn man ihr dessen
Optimismus nimmt, was die Potenzen der Frau betrifft",
erläutert Petra STEINBERGER anlässlich eines
Artikels von LONGMAN, den Leser von
single-generation.de längst kennen.
Die Schlagzeile der SZ führt wie immer völlig in
die Irre. Kinderlosigkeit ist höchstens für die
Mitte-Presse und den Familienfundamentalismus das Problem.
Die entscheidende Konfliktlinie verläuft dagegen zwischen
Kinderarmen und Kinderreichen.
STEINBERGER hofft auf den Kapitalismus als Retter des
Feminismus:
"der Markt verlangt
nach mehr weiblicher Arbeitskraft, als dies mit der
traditionellen Mutterrolle verträglich ist".
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STEINBERGER, Petra
(2006): Vorstadt als Lebensform.
Mit 50 Jahren feiert das amerikanische Interstate-System seine
Vollendung - oder sein Ende,
in: Süddeutsche Zeitung v. 11.12.
"Im
Kampf der Visionen hat die Eisenhower'sche der Mobilität und
Verteidigungskraft bis heute die Mumford'sche von der
dichtgebauten, lebenswerten Metropole weit hinter sich
gelassen",
bedauert STEINBERGER. |
STEINBERGER, Petra
(2009): Operation mit brutalen Entscheidungen.
Ein Bericht der UN zum "Tag der
Bevölkerung" macht klar, dass die
"demographische Bombe"
der Überbevölkerung keineswegs entschärft ist,
in: Süddeutsche Zeitung v. 11.07.
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"Ob (...)
Überbevölkerung tatsächlich
existiert, ist nicht ganz klar. Dass es benutzt wurde, um ganz
andere Interessen durchzusetzen, ist sicher", meint Petra
STEINBERGER. |
Steinberger, Petra (2009): Ganz schön traurig.
In 40 Jahren haben sich die Frauen im Westen
eine immer bessere Position erkämpft. Trotzdem werden sie immer
unglücklicher,
in: Süddeutsche Zeitung v. 10.10.
STEINBERGER, Petra (2009): Die Liebeslüge.
Patchwork ist die Herausforderung, aus
getrennten Familien neue Familien zu machen. Doch das vermeintliche
Modell der Zukunft fordert viel mehr Opfer als gedacht,
in: Süddeutsche Zeitung v. 24.12.
Neu:
STEINBERGER,
Petra (2011): Endstation Jugend.
Die finanziellen Ressourcen werden knapp. Das macht Alte und
Junge zu erbitterten Konkurrenten. Wenn sie den Generationenvertrag
aufkündigen, verspielen die Babyboomer die Zukunft ihrer Kinder,
in: Süddeutsche Zeitung v. 15.01.2011
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Petra STEINBERGER, Angehörige der Generation Golf schreibt
anlässlich der ZDF-Dystopie
2030 -
Aufstand der Jungen über die Babyboomer, die sie als
zwischen 1945 und 1967 Geborene beschreibt:
"Der
Generationenvertrag, der die Grundlage des modernen
Wohlfahrtsstaates bildet, wird gerade von jener Generation
gebrochen, die im Jahr 2030 die Mehrheit der Alten stellen wird."
STEINBERGER zählt sich zur
Minderheit der Idealisten, was die unausgesprochene
Selbststilisierung dieser Klage über ihre Generation ist. Ich, die
Idealistin, gegen Euch die Massen, das ist die liebste Pose
unserer Medienklasse.
STEINBERGER
will Anzeichen für diesen Bruch des Generationenvertrags finden.
Da wird der Kampf der bildungsfernen Schichten in den Pariser
Banlieues kurzerhand mit dem Streik der Studenten in
Großbritannien zusammengefasst zur jungen Generation, obwohl beide
Phänomene eher auf den gesellschaftlichen Gegensatz von arm und
reich verweisen.
Ausgerechnet
Frankreich, das mit einer bestandserhaltenden Geburtenrate von 2,1
als unumschränktes Vorbild der Demografen gilt, soll als Beispiel
des Interessengegensatzes von geburtenstarken und -schwachen
Altersgruppen dienen? Das Beispiel zeigt eher, dass den
Generationenkämpfern jedes Mittel Recht ist, um ihren Standpunkt
zu rechtfertigen - auch wenn es noch so absurd ist.
STEINBERGER
konstruiert eine europäische bzw. sogar westliche
Babyboomer-Generation. Tatsächlich unterscheiden sich die
Babyboomer-Generationen in den verschiedenen Nationalstaaten
beträchtlich. Die
deutsche Babyboomer-Generation ist im
Vergleich zu den USA
oder Japan ein Babyboomer-Generatiönchen.
Seriöse Forscher definieren die deutschen Babyboomer als 1959
- 1968 Geborene.
Die
vor 1950 Geborenen waren in Deutschland ähnlich schwach besetzt
wie die Anfang der 1970er Jahre Geborenen. Selbst die Anfang der
1990er Jahre Geborenen erreichten fast noch die Stärke der um 1945
Geborenen (mehr
hier).
Das
so genannte Altersbeben, auf das STEINBERGER und ihr nicht
genanntes Vorbild Frank SCHIRRMACHER abzielt, verläuft in den USA
und Japan ungleich stärker.
Ausgerechnet
der aus der Politik geflüchtete Populist Roland KOCH ist
STEINBERGERs Gewährsmann für die Macht der Alten. Wenn dem so
wäre, warum ist dann KOCH abgetreten? Wohl doch eher, weil er aufs
falsche Pferd gesetzt hat.
Ein
weiterer Gewährsmann ist der 1976 geborene Wissenschaftler Harald
WIKOSZEWSKI, auf den vor allem die in der Krise steckende SPD
setzt. Das Gespenst des Generationenkrieges vernachlässigt
mindestens zwei Aspekte:
1)
Wenn man vom Generationenvertrag spricht, dann ist zwischen
öffentlichem und privatem Generationenvertrag zu unterscheiden.
Vom privaten Generationenvertrag profitiert die junge Generation
als so genannte Erbengeneration. In den nächsten Jahrzehnten
werden hohe Vermögenswerte vererbt, die vor allem den jungen
Eliten zu Gute kommen.
Von
dieser sozialen Ungleichheit wird abgelenkt, um stattdessen einen
Generationenkrieg zu postulieren, der sich um die öffentlichen
Transfers von Jung zu Alt rankt, aber die umgekehrten Transfers
von Alt zu Jung vernachlässigt.
2)
Der nächste blinde Fleck: Das Konstrukt der
Wohlfahrtsgenerationen, das hinter dem Begriff der Babyboomer
steckt, behauptet Gewinner- und Verlierergenerationen. Einer
empirischen Untersuchung halten diese Behauptungen jedoch nicht
stand. In dem Konstrukt wird zudem die vorhandene Infrastruktur
von Verkehr, Telekommunikation, Krankenhäuser usw. vernachlässigt,
also Vermögenswerte, die den Jungen hinterlassen werden. Das
Konstrukt Wohlfahrtsgeneration stützt sich lediglich auf
den engen Bereich der Sozialversicherungen und nicht auf den
Wohlfahrtsstaat im Ganzen.
Die
Politikwissenschaftlerin Christina MAY hat die
Generation als Argument ländervergleichend für den Bereich
der Rentenversicherung untersucht,
der ja Anfang des Jahrtausend hart umkämpft war. Sie kritisiert
insbesondere Wissenschaftler wie
Heinz BUDE, denen sie Eigeninteressen unterstellt, die wenig
mit der gesellschaftlichen Wirklichkeit zu tun haben.
Wenn
man den Wohlstandsstaat -
so wie Berthold VOGEL im Buch Wohlstandskonflikte - im
weiteren Sinne betrachtet, dann kommen ganz andere
Gewinnergenerationen in den Blick. Dann steht die Generation
Golf plötzlich gar nicht mehr so schlecht da, sondern es
werden die
Aufstiegschancen sichtbar, die der Umbau vom sorgenden zum
gewährleistenden Staat bietet.
Petra
STEINBERGER betreibt Interessenpolitik für ihre Generation, das
ist ihr gutes Recht. Nur wer einen Generationenkrieg herbei
schreibt, der darf sich nicht wundern, wenn die Konflikte außer
Kontrolle geraten. Wer heute andere an den Pranger stellt, der
könnte morgen schon selbst am Pranger stehen.
In
den jetzt anstehenden Reformen um Gesundheitswesen und
Pflegeversicherung geht es nicht in erster Linie um den
Generationenvertrag, sondern um einen zukunftsträchtigen Markt für
die Anbieter von Dienstleistungen und Produkten. Wer nur vom Bruch
des Generationenvertrages redet, der möchte diesen Aspekt der
Profitinteressen ausklammern.
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