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Sonja Zekri: Deutschland extrem

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 1967 in Dortmund geboren
    • Studium der Geschichte und Slawistik
    • 2004 Mitherausgeberin von "Deutschland extrem"
    • Feuilleton-Redakteurin der Süddeutschen Zeitung
 
       
   
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    Sonja Zekri in ihrer eigenen Schreibe

     
       

    ZEKRI, Sonja (2002): Stadt, Land, Flucht.
    Nach den Promis gehen die Klempner: Der Exodus aus Deutschland hat schon begonnen,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 13.11.

    Im Greisenblatt wird wieder über die Vergreisung gejammert:

    "Es geht kein Ruck durch dieses Land, nicht mal ein Zittern. Dafür kennen inzwischen schon Kinder die Litanei vom Untergang: Dass Vergreisung, Arbeitslosigkeit in Permanenz, Rentenhölle und Krankenkassendebakel unseren ganzen schönen Wohlstand in naher Zukunft auf den Lebensstandard von Guinea Bisau drücken und dass wir wieder Rilke lesen sollten, der da schrieb: »Wer spricht von siegen, überstehen ist alles.«"

    Depression auf der ganzen Linie...

    ZEKRI, Sonja (2004): In der Herrenumkleidekabine.
    Warum das Jahrhundert der Frau wohl auf sich warten lässt,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 16.07.

    "Kann es sich eine vergreisende Gesellschaft mit schwächelnden Beitragszahlern und wachsendem Fachkräftebedarf wirklich leisten, ganze Kohorten von teuer qualifizierten Frauen zu ignorieren? fragt Sonja ZEKRI und beantwortet sich die Frage mit Untersuchungsergebnissen von Sonja BISCHOFF. Die bessere Bildung der Frauen zahlt sich nicht aus, weil sie die falschen Fächer studieren und später weniger Überstunden machen. Das Kind als Karrierebremse wird ins Reich der Mythen verwiesen und stattdessen die Vorurteile der Männer und der Chefinnen als Haupthindernis hervorgehoben.

    RAULFF, Ulrich/SCHMIDT, Christopher/ZEKRI, Sonja (2004): Politik der falschen Fünfziger.
    Vom Junggesellen bis zum Leichtmatrosen: Die Sprache der goldenen Adenauer-Jahre kehrt zurück - ein Glossar,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 06.08.

    Die greisenhafte SZ hätte gerne die 50er Jahre zurück, weswegen sie Begriffe wie den Junggesellen für ein Glossar aus der Mottenkiste holt. Gerechtfertigt wird das mit Verweis auf die Lokalzeitung Münchner Merkur. Warum jetzt von der Mitte-Presse (SZ bis Spiegel) die 50er Jahre zum Vorbild erhoben werden, das erfährt man dagegen aus dem Glossar der Gegenwart...

    ZEKRI, Sonja (2005): Die netten Jahre sind vorbei.
    Nach dreißig Jahren Emanzipation stellen moderne Paare fest: Der kleine Unterschied ist größer, als sie dachten,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 22.01.

    Sonja ZEKRI eröffnet mit ihrem Beitrag die neue SZ-Serie Frauen und Männer: Neueste Ermittlungen im Krisengebiet.

    "In jüngster Zeit werden Partnerschaften wieder verstärkt unter präriewühlmaushaften Maßstäben betrachtet. Wie Mann und Frau zueinander finden, nach welchen Regeln sie zusammen leben und woran sie scheitern – diese Fragen werden nach Jahrzehnten fein ziselierter soziologischer Debatten, nach Frauenliteratur und Männerstudien, nach Carrie Bradshaw und Gleichstellungsauflagen zusehends als evolutionäre Unausweichlichkeiten diskutiert: Alles Natur, alles schon festgelegt in irgendeinem Gen-Krümel, wer jagt, wer sammelt, wer Geld ranschafft, wer wen abschleppt",

    beschreibt ZEKRI den postfeministischen Paradigmenwechsel von Gender (soziale Rolle) zum Sex (biologische Rolle). Aus dieser Sicht wird Joschka FISCHER zur gesellschaftlichen Norm erhoben: serielle Monogamie.

    Mit Verweis auf die Schweizer Weltwoche wird das Patriarchat als zählebiger dargestellt als es sich die Feministinnen erwartet hatten. Eines sei jedoch für Postfeministinnen anders geworden:

    "Im Zeitalter einer ausgeklügelten Beziehungsbewirtschaftung ist es schwerer geworden, Ausreden zu finden.
    Wer in seiner Partnerschaft unglücklich ist, sollte es mal mit Online-Therapie versuchen. Wer einsam ist, muss sich beim Speed Dating eben mehr anstrengen. Früher konnten Frauen auf stete Unterdrückung verweisen. Heute wirkt dieser Opfergestus so zeitgemäß wie Stricken im Bundestag.
    "

    Nach Meinung von ZEKRI hat der Streit um den Vaterschaftstest die bislang verdeckten, neuen Geschlechterkämpfe ans Tageslicht gebracht: zum einen das Problem der weiblichen Untreue und zum anderen die Tatsache, dass Alleinerziehen kein Familienideal ist.

    ZEKRI, Sonja (2005): Tausend Tage unterwegs.
    Aufzeichnungen einer Wochenend-Pendlerin. Montage sind Mitchum-Tage. Oder: München vs Berlin - ein Leben zwischen zwei Welten,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 06.08.

    Sonja ZEKRI schreibt über Berufliche Mobilität und Lebensform:

    "Ein Kneipenabend in Berlin. Der Freund eines Freundes sagt: »Du lebst in München und in Berlin? Phantastisch! Zwei so großartige Städte!« Drei Biere lang setze ich ihm auseinander, dass er der größten Mobilitätslegende seit dem Ponyexpress aufgesessen ist; dass mir Berlin fremd wird, ohne dass mir München näher kommt; dass jedes Konzert, jedes Fest stattfindet, wenn ich gerade in der anderen Stadt bin; dass ich überhaupt nur arbeite, damit ich zwei Wohnungen bezahlen kann, also Geld verdiene, um mir das Geldverdienen leisten zu können; kurz, dass ich jeden Baumwollsklaven um seine Sesshaftigkeit beneide."

    Karin Freymeyer & Manfred Otzelberger - In der Ferne so nah. Lust und Last der Wochenendbeziehungen

    ZEKRI, Sonja (2006): Die Ware Liebe.
    Das Liebesprojekt 2006: Kontaktbörsen, Profiling, Coaching, Streitseminar. Wie ausgerechnet die vermeintlich selbstbestimmten Internet-Nutzer ihre Partnerwahl fremden Dienstleistern überlassen
    in: Süddeutsche Zeitung v. 15.03.

    Sonja ZEKRI ist - wie Elke BUHR - sichtlich genervt von SCHIRRMACHERs Minimum-Pamphlet, das sie als "Reproduktions-Enzyklika" und als "Kittelschürzenphantasien" beschimpft. Erst danach kommt sie zu ihrem eigentlichen Thema. Da wird der Ratgeber-Markt durchforstet und die Single-Börsen inspiziert. Außerdem hat sie die Soziologin Ruth LIMMER und den Mannheimer Psychologen Jürgen SCHMIDT, der für eine Single-Börse einen Marktwerttest entworfen hat,  befragt.

    ZEKRI, Sonja (2006): Lob der Gottlosigkeit.
    Halleluja! Plötzlich wollen alle wieder glauben. Man erlebt den konservativen Rollback und Bestseller-Triumphe, die sich unmöglich verknarzten Unionswählern allein verdanken können. Das bisschen Beistand von oben ist chic und en vogue - als sei Religion jemals ein angemessenes Mittel gewesen, die Welt besser zu machen,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 22.07.

    "Religion ist ein Beweis für die Schwäche des Menschen, kein Argument für die Existenz Gottes. Und dass die Renaissance des Glaubens die Welt zu einem schöneren Ort gemacht hat, wird im Ernst niemand behaupten. Religion rechtfertigt den islamistischen Terror, den militärischen Messianismus im Weißen Haus und ein paar andere unschöne Entwicklungen, und dass es oft gar nicht um den einen oder anderen Gott geht, sondern um politische Zwecke, ändert nichts daran, dass der Glauben vielen Konflikten gute Argumente liefert. Religionen sind Erfindungen des Menschen. Sie spiegeln wider, wie wir gerne wären, nicht, wie wir sind. Die meisten Religionen enthalten Appelle für ein friedliches Miteinander, die wenigsten wirken dabei friedensstiftend. Wie jedes andere soziale Distinktionsmerkmal, wie Klassen oder Ethnien, ist auch der Glaube nur so integrativ wie jene, die ihn tragen", meint Sonja ZEKRI.

    Neu:
    ZEKRI, Sonja (2008): Liebesprojekt 2006.
    Betreutes Flirten für Emotional-Greenhorns,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 15.03.

     
           
       

    Deutschland extrem (2004).
    Reisen in eine unbekannte Republik
    (zusammen mit
    Alex Rühle)

    München: C. H. Beck

     
       
         
     

    Klappentext

    "Wer sind wir? Und wo sind wir es besonders? – Von sehr deutschen Rekorden
    Für dieses Buch haben sich 17 Autoren aufgemacht, um Deutschlands Extreme zu suchen"

     
         
     
           
       

    Die Beiträge der SZ- Serie "Deutschland extrem"

    LEWITSCHAROFF, Sibylle (2002): Mainmücken und Lüsterweibchen.
    Wo die meisten Frauen wohnen: Würzburg. Deutschland extrem Teil 1,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 24.08.

    Sibylle LEWITSCHAROFFs Fazit: "Der Frauenüberschuss ist ein Fall frei von Problemen". Gesucht hat sie den Überschuss unter den älteren Frauen. 1000 Nonnen; eine Frau, die seit kurzem Würzburg regiert und zwei Stiftungen beruhigen die Autorin:

    "Juliusspital und Bürgerspital sind Stiftungen, die selbst Weinberge besitzen, mit deren Erlös Alte und Kranke gepflegt werden. Sie haben riesige Gasträume, sehr schöne Innenhöfe, und sind als Alterssitze begehrt, nicht zuletzt, weil jedem Alten täglich ein Glas Wein aus eigener Bocksbeutelflasche kredenzt wird. Kein Wunder, dass Frauen, die ja sowieso älter als Männer werden, bei dieser zuvorkommenden Behandlung mit dem Sterben aufhören."

    BRUSSIG, Thomas (2002): Die Treppe war zu steil für den Sarg.
    Deutschland extrem (4): Vor allem nicht stehen bleiben - Zwickau will nicht gerade die älteste, aber die lebendigste Stadt sein,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 23.09.

    DÜFFEL, John von (2002): Seebären im Trockendock.
    Deutschland extrem (5): Bremen: Eine Lebensform zwischen Seefahrt und Seemannsmission,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 14.10.

    OHNEMUS, Günter (2002): Das Klopfen, das auf eine Antwort wartet.
    Deutschland extrem (6): Über Marcel Prost, die Einsamkeit und Schwabing, das die größte Dichte an Singles und Psychotherapeuten hat,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 21.10.

    "München-Schwabing, hat die größte Dichte an Singles und Psychotherapeuten. Singles bedürfen anscheinend erhöhter psychotherapeutischer Zuwendung. (...).
    Ich war einigermaßen überrascht, als ich von dieser Statistik hörte, weil – mit zwei Ausnahmen – alle Leute in meiner Umgebung, die schon einmal in psychotherapeutischer Behandlung waren, nicht alleine leben",

    schreibt Günter OHNEMUS. Er begeht damit den üblichen Fehlschluss eines gesunden Menschenverstandes! Erstens leben in Schwabing in erster Linie Yuppies, zweitens sind Single-Haushalte nicht identisch mit Partnerlosen und drittens: warum sollen nicht Therapeuten die Alleinlebenden sein und die Therapierten aus den umliegenden Quartieren kommen?

    Da es keine diesbezüglichen empirischen Untersuchungen gibt, darf weiterhin spekuliert werden. Fehlschlüsse wie jene von OHNEMUS sind ein Indiz dafür, dass die Sozialpopulisten in unserem Lande das Bild der Singles in der Öffentlichkeit bestimmen. 

    MOSEBACH, Martin (2003): Tätiges Warten.
    Deutschland extrem (11): Am vornehmsten Wasserhäuschen der Stadt Frankfurt lässt der Winterwind allen Zank zu Raureif erstarren,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 15.03.

    PEHNT, Annette (2003): Poppiger Früchtetee.
    Deutschland extrem (12): Altena, die älteste Jugendherberge Deutschlands,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 18.03.

    KOPETZKY, Steffen (2003): Im Baumarkt der Lust.
    Deutschland extrem (13): Ein Besuch im Kölner "Pascha", dem größten Bordell der Republik,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 03.04.

    FUCHS, Oliver (2003): Du, die Pfanne ist voll.
    Deutschland extrem (16): Die längste Bratwurst der Republik wird in Sulzfeld produziert,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 03.06.

     
       

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    Bernd Kittlaus
    webmaster@single-generation.de Erstellt: 10. August 2004
    Update: 20. Juli 2015