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Thea Dorn : Die Brut

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 1970 in Offenbach geboren
    • Studium der Philosophie und Theaterwissenschaft
    • 1994 Krimidebüt "Berliner Aufklärung"
    • 1996 Frankfurt-Krimi "Ringkampf"
    • 1999 Berlin-Krimi "Die Hirnkönigin"
    • 2004 Berlin-Krimi "Die Brut"
    • 2006 Buch "Die neue F-Klasse"
    • lebt als freie Autorin in Berlin
 
       
   
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    Thea Dorn in ihrer eigenen Schreibe

     
       
    • DORN, Thea (2000): Deutschland, Leiche, Mutter.
      Montags links oben. Thea Dorn über die Angst der Deutschen vorm eigenen Aussterben,
      in: Tagesspiegel v. 30.10.
    • DORN, Thea (2005): Das Beta-Tier.
      Warum nicht nur die Löwen aus der zweiten Reihe so gefährlich sind. Eine Weltfabel aus Südafrika,
      in: Welt v. 08.01.
    • Neu:
      DORN, Thea (2005): Nie wieder Nutella.
      Leicht polemische Betrachtungen anläßlich zweier neuer Bücher von Claudius Seidl und Desirée Nick über das Leben jenseits der 40,
      in: Welt v. 26.03.
      • Inhalt:
        Thea DORN erzählt noch einmal die Story von der "Generation Golf" nach. Claudius SEIDL zählt sie zur "erweiterten Generation Golf" und seinem Buch "schöne junge welt" kann sie deshalb wenig abgewinnen:

                  
         "Es ist aufschlußreich, daß Seidl immer wieder auf die fünfziger und frühen sechziger Jahre, die Blütezeit des Spießbürgertums, zurückgreift, wenn er die »Angemessenheit« des heutigen Verhaltens beurteilen will. Seine eigene These, daß die früheren »Biographie-Baupläne« so völlig obsolet geworden seien, widerlegt er damit selbst. Denn der erzspießbürgerliche Biographie-Bauplan »Bis Ende 20 darfst du hirnlos Party machen, dann suchst du dir einen anständigen Beruf, dann gründest du Familie samt Eigenheim« wird vom Autor - und, ich fürchte, von meiner gesamten Generation - nie in Frage gestellt."
                  
         SEIDLs Buch stellt sie das Buch "Gibt es ein Leben nach vierzig?" von Désirée NICK, Jahrgang 1960, Entertainerin, Kabarettistin, allein erziehende Mutter, gegenüber. Dieser "Überlebensratgeber für die Single-Frau in der zweiten Lebenshälfte" zeigt für DORN, dass es für die Frau über 40 mittlerweile ein "Leben" gibt:
                  
         "Fürchtet Seidl, auf dem »Meer der Möglichkeiten«, wie er es frei nach Kierkegaard nennt, irgendwann unterzugehen, sagt die Nick: Großartig, daß ich endlich auch auf dieses Meer hinaus darf. Und: Mit 40 weiß ich so viel mehr vom Leben, daß ich auf diesem Meer ein besserer Kapitän bin als je zuvor. Diese Dimension fehlt bei Seidl auf gespenstische Weise."
                  
         Thea DORN endet mit mit einem Aufruf an ihre Geschlechtsgenossinnen:
                  
         "Kurz vor Schluß seines Essays formuliert Seidl den Verdacht, »daß der Preis dafür, daß die Zeit bei uns kaum Spuren hinterläßt, damit bezahlt wird, daß wir kaum Spuren in der Zeit hinterlassen«, und variiert damit die alte antiliberale Ideologie, daß der (Spieß-)Bürger von Zeit zu Zeit durch große Katastrophen, besser noch: Kriege, wachgerüttelt werden muß.
                  
         Ich dagegen sage: Wir leben in einer Zeit, in der meine Generation endlich den Weg aus dem Kinderzimmer herausfinden muß, ohne darauf zu warten, daß sie einer durchs Stahlgewitter schickt. Alfred North Whitehead, britischer Philosoph und Mathematiker im vergangenen Jahrhundert, definierte Jugend als »das Leben, das noch von keiner Tragödie betroffen wurde«. Wir hatten nine/eleven, sind konfrontiert mit einen wachsenden, aggressiv-tödlichen Haß auf die westlichen Lebensformen, haben über fünf Millionen Arbeitslose im eigenen Land und eine offensichtlich überforderte Regierung - ist das nicht Tragödie genug (...)? Hören wir endlich auf, das Meer der Möglichkeiten als Planschbecken mißzuverstehen, laßt uns seine Herausforderung, lebenslang rudern, steuern und den Horizont suchen zu müssen, endlich annehmen. Und wenn die Jungs weiter auf das große Feuer warten wollen, das sie aus ihren Party-Nußschalen herausglüht, dann müssen eben die Frauen ran, die keine Angst haben und wissen, was sie diesem Meer verdanken. Es ist nicht nur die Auswahl zwischen Prada oder Gucci."
     
           
       

    Thea Dorn: Porträts und Gespräche

     
       
    • WARNHOLD, Birgit (2004): Pinguine sind die besseren Menschen.
      Es gibt Neues von Thea Dorn. Ein Porträt,
      in: Welt v. 27.02.
    • NEUMANN, Olaf (2004): Aufstieg und Fall einer Karrierefrau.
      Interview mit Krimiautorin Thea Dorn über ihren Roman "Die Brut",
      in: Nürnberger Nachrichten v. 04.03.
      • Inhalt:
        "
        Sie selbst haben keine Kinder. Wie versetzt man sich da in die Psyche einer Frau, die gleichzeitig Karriere und Mutterschaft bewältigen muss?

                  
         Dorn: Zuerst einmal habe ich bergeweise Schwangerschaftsratgeber gelesen. In diesen empfohlenen Bestsellern findet zum Teil eine unglaubliche Gehirnwäsche statt. Ein Hort schlimmster Vorurteile, Klischees und Verlogenheiten. Mein Manuskript habe ich auch verschiedenen Müttern gezeigt. Die fanden alle, dass an der Geschichte sehr viel Wahres dran ist. Am Ende war ich mir sicherer denn je: Niemals will ich Kinder haben!"
    • GÖRTZ, Franz Josef (2004): Der Gesang der Hirnkönigin.
      In Thea Dorns Krimis wird stets raffiniert gemordet. Diesmal bleibt die Leiche verschwunden. Denn die Autorin sagt nicht alles, was sie weiß. Das ist ihre Kunst,
      in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 14.03.
     
           
       

    Die Brut (2004)
    München: Goldmann Manhattan

     
       
     
     

    Klappentext

    "Tessa Simon steht ganz oben: schön und erfolgreich, das Leben fest im Griff. Und sie hat alles: den Traumjob als Talk-Show-Moderatorin, die Titelgeschichten in Lifestyle-Magazinen, und die Liebe ihres Lebens ist noch ganz frisch. Ein Kind passt da ausgezeichnet ins Bild. Auch wenn das Mutterglück nicht frei von Schönheitsfehlern ist – Baby Victor schreit Tag und Nacht, der Vater ist weniger enthusiastisch als versprochen, und ein kleiner Quotenknick macht die Produzenten nervös – steckt Tessa das, wie gewohnt, kompetent und souverän weg. Als Victor allerdings von der Dachterrasse stürzt, vielleicht sogar durch ihre Schuld, droht ihr Leben von einer Schmutzkampagne der Boulevardpresse zerstört zu werden. Doch so leicht lässt Tessa sich von dem hart erkämpften Platz im Rampenlicht nicht verdrängen. Nach einer kurzen Zeit der Verzweiflung trifft sie eine folgenschwere Entscheidung ..."

    Pressestimmen

    "»Kinderkriegen als Lifestyle-Frage« ist nicht Thea Dorns Sache.
    Doch der Seitenhieb auf den Baby-Chic ist eher ein Nebeneffekt. Im Grunde geht es um etwas anderes: den gesellschaftlichen Zwang zur Mutterliebe. Dass kinderliebe Mütter zurzeit besonders hoch im Kurs stehen, weil die kleinen Strampler von heute als Beitragszahler für morgen dringend benötigt werden, ist nur die gesellschaftspolitische Seite des Phänomens. Die ethische reicht tiefer und ist zeitlos: Mutterliebe ist ein Gesetz, ungeschrieben, also noch nicht einmal justiziabel. Sie gehört sich einfach. Eine einfache Sache ist sie trotzdem nicht immer, denn phonstarkes Geplärre morgens um drei Uhr kann schon mal die Nerven strapazieren. »Der Grat zwischen ,ich liebe mein Kind' und ,ich schmeiß' es zum Fenster raus' ist verdammt schmal«, sagt Thea Dorn, die sich mit ihrem neuen Buch auf genau dieses Terrain begibt."
    (Birgit Warnhold in der Welt vom 27.02.2004)

    "Mit bösartigem Vergnügen am blankpolierten Klischee beschreibt Thea Dorn Loft, Leben und Lieben einer Fernseh-Stella als kalte Hölle der Verlogenheit, in der es kein richtiges Leben gibt, aber auch kein falsches mehr. "
    (Friedmar Apel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 16.04.2004)

    "In Thea Dorns Romanen haben wir es mit jener postfeministischen Generation zu tun, für die Geschlechterdifferenzen keine Rolle spielen (...).
    Dorns Frauen sind pragmatisch bis zur Selbstaufgabe, es geht ihnen nicht um bloße Gleichberechtigung, sondern um Superfrauenwerdung. Kinderkriegen ist da nur eines der vielen Mitteln, Oberwasser zu bekommen."
    (Verena Mayer in der Süddeutschen Zeitung vom 27.04.2004)

     
     
     
           
         
         
       

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    © 2002-2006
    Bernd Kittlaus
    webmaster@single-generation.de Erstellt: 17. Mai 2004
    Update: 04. Oktober 2006
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