"»Arbeitslosigkeit, das ist so
etwas wie Zwangsbeschneidung oder Schwindsucht oder
Räumungsklage. Sie betrifft Ungebildete, Leute
ohne Abschluss oder Hauptschulabgänger vielleicht,
dann noch Leute am Fließband oder Gastarbeiter. Aber
sie betrifft nicht mich und auch niemanden, den ich
kenne.«
So denkt auch Marnie Hilchenbach, die Heldin in Tine
Wittlers neuem Roman Parallelwelt, jedenfalls bevor
sie aus dem Arbeitsparadies vertrieben wird und hart
in der Wirklichkeit aufschlägt."
Pressestimmen
"»Parallelwelt«
heißt dieser Roman von Tine Wittler, der im
weitesten Sinne zu der zweiten Welle der so
genannten Generationenbücher gehört, die in diesem
Jahr die Buchhandlungen geflutet hat. Genau wie
Florian Illies in »Generation Golf zwei«, Matthias
Kalle in »Verzichten auf« oder Volker Marquardt in
seiner Abhandlung über »Das Wissen der 35-Jährigen«
beschreibt Tine Wittler in ihrem Roman einen Moment
der Ernüchterung, der zwar nicht eine ganze
Generation, sicherlich aber ein bestimmtes Milieu
kennzeichnet. Es geht um diejenigen jungen und
jüngeren Menschen, die schon mit Mitte zwanzig eine
beachtliche Praktikantenkarriere und mehrere
Auslandsaufenthalte hinter sich hatten, in
Internet-Start-ups, Medienhäusern und Werbeagenturen
als Grafikdesigner, Onlineredakteure oder
Produktmanager jede Menge unbezahlte Überstunden
gemacht haben, die sich »jung, elastisch und trendy«
fühlten und jetzt, nach dem Zusammenbruch des Neuen
Marktes und der allgemein schlechten
Wirtschaftslage, plötzlich in der Wirklichkeit
beziehungsweise auf dem Arbeitsamt im Büro ihres
überforderten Sachbearbeiters angelangt sind."
(Kolja Mensing in der TAZ vom
29.11.2003)