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Uwe Tellkamp: Der Eisvogel, der Turm und die Schwebebahn

 
       
     
       
   
  • Aktuellster Beitrag
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    Uwe Tellkamp in seiner eigenen Schreibe

     
       

    TELLKAMP, Uwe (2005): Der Eisvogel.
    Aus einem noch unveröffentlichten Roman des diesjährigen Bachmannpreisträgers Uwe Tellkamp,
    in: Welt v. 03.07.

    TELLKAMP, Uwe (2008): Kunst muss zu weit gehen.
    Dankesrede für den Uwe-Johnson-Preis,
    in: Welt v. 27.09.

     
           
       

    Uwe Tellkamp im Gespräch

     
       

    KREKELER, Elmar (2005): "Die Jungen müssen wieder fighten".
    Von der Befehlsverweigerung zum Bachmann-Preis: Ein Gespräch mit Uwe Tellkamp,
    in: Welt v. 13.08.

    PLATTHAUS, Andreas (2008): Zeitverschiebung.
    Wer wissen will, auf welchen Wegen die Wirklichkeit in die Literatur gelangt, muss mit Uwe Tellkamp durch das Dresdner Villenviertel Weißer Hirsch,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 04.10.

    BARTELS, Gerrit (2008): "Vielleicht bin ich ein giftiger Lurch".
    Zur Buchmesse: Der Schriftsteller Uwe Tellkamp im Interview mit dem Tagesspiegel über das DDR-Bürgertum, den Arztberuf und sein Problem mit der Ironie,
    in: Tagesspiegel v. 13.10.

    FÜHRER, Susanne (2008): Tellkamp: Marketing-Maschinerie hat meinem Buch geholfen.
    Gespräch mit dem Buchpreisträger Uwe Tellkamp,
    in: DeutschlandRadio v. 14.10.

    KRAUSE, Tilman (2008): Die Kraft, zu widerstehen.
    Uwe Tellkamp, Autor, Arzt und Buchpreisträger 2008, hat mit "Der Turm" den ultimativen Roman über die DDR geschrieben - und eine Hommage an das Bildungsbürgertum,
    in: Welt v. 15.10.

     
           
       

    Der Turm (2005)
    Frankfurt a/M: Suhrkamp

     
       
         
     

    Klappentext

    "Hausmusik, Lektüre, intellektueller Austausch: Das Dresdner Villenviertel, vom real existierenden Sozialismus längst mit Verfallsgrau überzogen, schottet sich ab. Resigniert, aber humorvoll kommentiert man den Niedergang eines Gesellschaftssystems, in dem Bildungsbürger eigentlich nicht vorgesehen sind. Anne und Richard Hoffmann, sie Krankenschwester, er Chirurg, stehen im Konflikt zwischen Anpassung und Aufbegehren: Kann man den Zumutungen des Systems in der Nische, der »süßen Krankheit Gestern« der Dresdner Nostalgie entfliehen wie Richards Cousin Niklas Tietze - oder ist der Zeitpunkt gekommen, die Ausreise zu wählen? Christian, ihr ältester Sohn, der Medizin studieren will, bekommt die Härte des Systems in der NVA zu spüren. Sein Weg scheint als Strafgefangener am Ofen eines Chemiewerks zu enden. Sein Onkel Meno Rohde steht zwischen den Welten: Als Kind der »roten Aristokratie« im Moskauer Exil hat er Zugang zum seltsamen Bezirk »Ostrom«, wo die Nomenklatura residiert, die Lebensläufe der Menschen verwaltet werden und deutsches demokratisches Recht gesprochen wird."

     
         
     
           
       

    Rezensionen

    BISKY, Jens (2008): Aufruhr der Uhren.
    Zur rechten Zeit: Uwe Tellkamps großer Roman "Der Turm" erzählt von den sieben letzten Jahren der DDR,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 13.09.

    Infos zu: Jens Bisky - Autor der Generation Golf

    KREKELER, Elmar (2008): Die süße Krankheit Gestern.
    Uwe Tellkamp entfaltet in seinem Roman "Der Turm" ein grandioses Panorama vom Untergang der DDR im Dresdner Bildungsbürgertum,
    in: Welt v. 13.09.

    ENKE, Julia (2008): Das geheime Land.
    Uwe Tellkamps erstaunliches Epos "Der Turm" über den Untergang der DDR,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 14.09.

    OPITZ, Michael (2008): Verloren in der Fülle der Ereignisse,
    in: DeutschlandRadio v. 16.09.

    HILLGRUBER, Katrin (2008): Zeit der Bürger.
    Uwe Tellkamps Epochenroman "Der Turm" über die letzten Jahre der DDR,
    in: Tagesspiegel v. 17.09.

    BÖTTIGER, Helmut (2008): Weißer Hirsch, schwarzer Schimmel.
    Tellkamps klassischer Bildungsroman über die DDR erzählt meisterlich aus einer stillgelegten Zeit: »Der Turm«,
    in: Die ZEIT Nr.39 v. 17.09.

    BARTMANN, Christoph (2008): Das Land einfrieren.
    Der Chronist und Zeuge des Absterbens der DDR ist von nun an Uwe Tellkamp. Sein Wenderoman "Der Turm": ein gewaltiges Gesellschaftspanorama,
    in: Die Presse v. 20.09.

    PLATTHAUS, Andreas (2008): Die Zeit ist des Teufels.
    Hoch über Dresden erhielt sich unter prekären Umständen mitten im Sozialismus eine Bildungsbürgerwelt: Uwe Tellkamps monumentaler Roman "Der Turm" erzählt vom Untergang der DDR,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 20.09.

    JÄHNER, Harald (2008): Noch einmal Platz nehmen in der DDR.
    Uwe Tellkamps Roman "Der Turm" über die letzten Jahre eines versunkenen Landes,
    in: Berliner Zeitung v. 22.09.

    LANGNER, Beatrix (2008): Utopie, zeitgeschwärzt.
    Erzählte Geschichte in Uwe Tellkamps Turmgesellschaft,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 11.10.

    KNIPPHALS, Dirk (2008): Fremd war selbst.
    "Der Turm" von Uwe Tellkamp ist mehr als der große Wenderoman, auf den so lange gewartet wurde. Es geht um die Neuerfindung eines gründlichen, genauen, sozusagen nachhaltigen und dafür ruhig gelegentlich auch etwas umständlichen Erzählens,
    in: Literaturbeilage der TAZ v. 15.10.

    FRANK, Sabine (2008): Ein Märchen aus den uralten Zeiten,
    in: Falter Nr.42 v. 15.10.

    BRAUN, Michael (2008): Sächsischer Zauberberg.
    Epos: Uwe Tellkamp liefert mit seinem tausendseitigen Werk „Der Turm“ den lang erhofften deutschen Wende-Roman. Er schreibt gegen die ostalgische Verklärung an,
    in: Rheinischer Merkur Nr.42 v. 16.10.

    NENTWICH, Andreas (2008): Ein Blauwal von einem Roman.
    Warum Uwe Tellkamps Panorama der untergehenden DDR nicht allein durch seinen Umfang imponiert und nur mit einem Wort zutreffend zu kennzeichnen ist: Meisterwerk,
    in: Literaturen, November

     
       

    Das Buch in der Debatte

    KRAUSE, Tilman (2008): Kraftreservoir Ost.
    Der Erfolg von Uwe Tellkamps preisgekröntem Roman "Der Turm" sollte endlich die Aufmerksamkeit auf das kulturelle und historische Potenzial der neuen Bundesländer lenken,
    in:
    Welt v. 27.10.

    SEIBT, Gustav (2008): Das reiche Leben in den Villen des Klassenfeinds.
    Auf Platz eins der Bestsellerliste: Uwe Tellkamps Roman "Der Turm" wird zum Volksbuch - ein Erklärungsversuch,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 25.10.

    Neu:
    SCHRÖPFER, Robert (2008): Die Missgünstigen.
    Dresden tut sich schwer mit Uwe Tellkamp und seinem preisgekrönten Wenderoman "Der Turm",
    in:
    Tagesspiegel v. 13.11.

     
           
       

    Der Eisvogel (2005)
    Berlin: Rowohlt

     
       
         
     

    Klappentext

    "Wiggo Ritter, ein junger Mann mit denkbar besten Voraussetzungen für eine Traumkarriere, ist ins Abseits geraten. Dem Vater, einem erfolgreichen Bankier, wollte er nicht nacheifern, und seine akademische Laufbahn als Philosoph ist gescheitert, weil er keine Kompromisse eingehen kann. Einsam, arbeitslos, doch mit ungebrochenem Stolz fristet er zwischen skurrilen Jobs und so seltenen wie flüchtigen Liebschaften ein Schattendasein. Unverhofft fällt Licht in dieses Dunkel, als Wiggo den charismatischen Geschwistern Mauritz und Manuela begegnet: zwei perfekt getarnten Terroristen, Mitgliedern einer konservativen Organisation, die eine neue Elite inthronisieren will. Ihnen scheint Wiggo, der nichts mehr zu verlieren hat, der ideale Verbündete zu sein. Doch dann verliebt sich dieser Außenseiter ausgerechnet in Manuela - und gefährdet damit nicht allein die gesamte Organisation, sondern vor allem sich selbst?"

    Pressestimmen

    "»Der Eisvogel« ist das erste ernst zu nehmende rechte Buch der jüngeren deutschen Literatur, das in einer ursprünglichen Abscheu vor dem »Morbus 68« wurzelt."
    (Gregor Dotzauer im Tagesspiegel vom 16. 03.2005)

    "Das Thema (...) ist die Suche nach der Gegenwart, die sich selbst verloren geht in »Verderben, Untergang, Zusammenbrüchen, Verzweiflungstaten, Gewalttaten, Entlassungen, Streitereien«. Losgerissen von einer besseren Vergangenheit und abgerissen von einer verheißungsvolleren Zukunft verharrt sie in einem tranceartigen Zustand, aus dem nur Bombenlärm sie wieder aufschrecken kann.
    Betont wird der zeitliche Stillstand durch die mythischen Versatzstücke, die in die Handlung eingesprengt sind und für die stellvertretend der titelgebende Eisvogel steht. In ihn wird in einer griechischen Sage ein menschliches Paar aufgrund seiner Überheblichkeit verwandelt. Im Roman ist der Vogel »das Wappentier einer stolzen und stillen, im Hintergrund wirkenden Gilde miteinander verbundener Menschen«. Er steht für eine Hybris des Geistes, die im Terrorismus mündet."
    (Uta Baiküfner in der Berliner Zeitung vom 17.03.2004)

    "Die Hauptfigur Wiggo Ritter, aus reichem Hause, ist ein gescheiterter Philosoph, sein größtes Feindbild: der schäbige 68er-Professor. Dieser fordert die Reaktion heraus. Wiggo gerät in den Kältestrom einer unverkennbar deutschen Führernatur, sie heißt Mauritz Kaltmeister und leitet einen geheimnisvollen Zirkel, der sich »Wiedergeburt« nennt (...). In der »Wiedergeburt« geht es um eine intellektuelle Elite. Es geht darum, die öde Konsensdemokratie, das laue Mittelmaß, die Verkommenheit der Sitten hinwegzufegen und eine Art Kastengesellschaft von Geistesaristokraten zu errichten. (...). Die »Wiedergeburt« muss natürlich scheitern. Aber es hallt in diesem Roman noch etwas davon nach, das Ernst Jünger in den Intellektuellenzirkeln der DDR einen Kultstatus verlieh."
    (Helmut Böttiger in der Zeit vom 17.03.2005)

    "Der furiose Roman (...) ist (...) intelligent und raffiniert erzählt. Das heißt: es wird (...) mehrstimmig ein ganzes Problemfeld und -bündel inszeniert: Einsamkeit, intellektuelle Ohnmacht, sexuelles Begehren, »domestic problems«, Autoritätskonflikte und eine gewaltige Portion (groß-)bürgerlichen Selbsthasses eben, der die Protagonisten nach dem suchen lässt, was (...) Georg Lukács, als »schnelle Heldentat« des Revolutionärs gerühmt hat."
    (Werner Jung im Freitag vom 18.03.2005)

    "Mit der exemplarischen Schilderung eines immer größer werdenden akademischen Proletariats, für das trotz bester Ausbildung einfach kein Bedarf mehr ist, beißt Tellkamp (...) auf einen bloß liegenden Nerv"
    (Sonja Eismann im Intro, April 2005)

    "Es ist ein Revolutionsroman von Rechts. Ein Buch voller Pathos. Und Ernsthaftigkeit. Und ohne Ironie. Ein Buch, in dem es um alles geht. Um einen Mord unter Freunden. Um das Deutschland von heute. Um eine radikale gesellschaftliche Wende, um das Ende der Demokratie. Um die Sehnsucht nach einer neuen Elite. Sehnsucht nach einem Krieg. Sehnsucht nach einer neuen Kunst. Nach Pathos. Nach einer neuen Literatur. nach einem ganz neuen Leben."
    (Volker Weidermann in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 10.04.2005)

    "Uwe Tellkamp (...) hat in Sachen konservative Sehnsucht in diesem Frühjahr den Vogel abgeschossen, den »Eisvogel« nämlich, wie sein Roman heißt.
    Er erzählt die Geschichte eines Wohlstandsjungen mit Vaterkomplex. (...) Untergründig beschwört der Roman eine geraunte, ästhetisch verklausulierte Reaktion, die an die »konservative Revolution« der Weimarer Zeit denken lässt und riecht nicht zu knapp nach der Umkleide eines gewollten Herrenreiters."
    (Julia Encke in der Süddeutschen Zeitung vom 19.04.2005)

    "Weil (...) alle konkreten Versuche, eine »andere Gesellschaft« jenseits der erdrückenden Macht des Faktischen zu denken, inzwischen als naive Träumerei gelten (oder historisch schlicht gescheitert sind), scheint als Utopie (...) nur eine inhaltsleere Widerstandshaltung übrigzubleiben, die sich leicht mit einer Sehnsucht nach Tat und einem Romantizismus der Revolte verbinden kann. Das ist dann auch für eine konservative Zivilisationskritik anschlußfähig, wie man etwa an dem neuen Roman »Der Eisvogel« von Uwe Tellkamp ablesen kann":
    (Richard Kämmerlings in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 09.05.2005)

    "Tellkamps Roman ist ein mutiges, unbequemes und hochbrisantes Buch, weil es die politische Verblendung, in die sein Held gerät, glaubhaft und nachvollziehbar werden lässt. Es zeigt, dass man der Gefahr von rechts kaum wirksam entgegnen kann, wenn man sie vornehmlich an randalierenden Skinheads manifest macht. Das Psychogramm jenes Verführten, das Tellkamp hier in seiner ganzen Komplexität aufzeichnet, wirkt einer solchen Bagatellisierung entgegen. Er hat sich an ein Thema herangewagt, um das die Belletristik einen grossen Bogen macht: das Problem der Selbstfindung in einer von Krisen geschüttelten Gesellschaft. Wiggo ist ein Zukurzgekommener, der seine Zeit hasst, weil er sich von ihr nicht ernst genommen und anerkannt fühlt."
    (Hans Christian Kosler in der Neuen Zürcher Zeitung vom 31.05.2005)

     
         
     
           
       

    Rezensionen

    DOTZAUER, Gregor (2005): Töte, was du liebst.
    Sehnsucht nach einer konservativen Revolution: Uwe Tellkamps Roman "Der Eisvogel",
    in: Tagesspiegel v. 16.03.

  • Gregor DOTZAUER sieht in dem Roman Der Eisvogel eine neue Ernsthaftigkeit, die auf Restauration hinausläuft:

    "»Der Eisvogel« ist das Plädoyer für eine konservative Revolution, und zwar für eine, wie sie Hugo von Hofmannsthal 1927 in seiner Münchner Rede über »Das Schrifttum als geistigen Raum der Nation« forderte, lange bevor der Begriff von der Neuen Rechten politisch okkupiert wurde.
    (...).
    Durch die Nervenbahnen (von Tellkamps) (...) Prosa kriecht die Kälte von Ernst Jünger, der preußische Romantizismus von Ernst von Salomon, aber eben auch die Magie von Friedo Lampe.
    »Der Eisvogel« ist das erste ernst zu nehmende rechte Buch der jüngeren deutschen Literatur, das in einer ursprünglichen Abscheu vor dem »Morbus 68« wurzelt. Wahrscheinlich braucht man wie Tellkamp auch zwanzig Jahre DDR im Rücken, um diesen Ekel so ungehindert zu empfinden. Nicht zuletzt das unterscheidet den Roman von jenem
    Elitismus, der linksadornitisch sozialisierte Autoren wie Botho Strauß zu Einsprüchen gegen das »herunterdemokratisierte« Bewusstsein getrieben hat (...). Deshalb führt »Der Eisvogel« aber auch nicht weiter. Denn es ist eins, auf dem existenziellen Ernst des Schreibens und Denkens zu beharren. Und es ist etwas anderes, dabei eine Wahl zwischen Pathos und Ironie zu fordern. Dafür ist es nicht nur historisch zu spät. Beides sind Darstellungsformen – auch der letzten Dinge. Tellkamp klammert sich an den Gestus. Das läuft hinaus auf schiere Restauration.
    "

  • KRUMBHOLZ, Martin (2005): Es lebe die Tat. Oder nicht?
    Uwe Tellkamp will ran an die rechtselitären Herrenmenschenattitüden,
    in: Literaturbeilage der Frankfurter Rundschau v. 16.03.

    BARTELS, Gerrit (2005): Im Schaum der Erinnerung.
    Der Bachmannpreisträger Uwe Tellkamp verhebt sich mit seinem verschmockten Roman "Der Eisvogel" und sorgt für die große Enttäuschung dieses Bücherfrühlings,
    in: TAZ v. 17.03.

    BEIKÜFNER, Uta (2005): Wappentier des Terrors.
    Der Eisvogel von Uwe Tellkamp ist für den Leipziger Bücherpreis nominiert,
    in: Berliner Zeitung v. 17.03.

    BÖTTIGER, Helmut (2005): Deutsche Wut und rechter Terror.
    Uwe Tellkamp zwiespältiger Elite-Thriller "Der Eisvogel",
    in: Literaturbeilage der ZEIT Nr.12 v. 17.03.

    Infos zu: Helmut Böttiger - Autor der Single-Generation

    KRAFT, Thomas (2005): Wirrkopf wider Willen.
    Uwe Tellkamps zweites Buch führt in die Abgründe des Genialen,
    in: Rheinischer Merkur Nr.11 v. 17.03.

    MANGOLD, Ijoma (2005): Nie wieder Kaltakquise!
    Wie man die Bundesrepublik auf eine heiße Herdplatte setzt: Uwe Tellkampfs großartiger Roman "Der Eisvogel",
    in: Süddeutsche Zeitung v. 17.03.

    • Während Thomas ASSHEUER vor kurzem die bundesrepublikanischen Weltsichten in jene der Melancholiker und der Tragiker unterschieden hat, so scheiden sich bei Ijoma MANGOLD die Geister daran, ob es gegenwärtig bei den Reformen ein Erkenntnis- oder ein Umsetzungsproblem gibt. Die Akteure der Organisation "Wiedergeburt" in TELLKAMPs Roman Der Eisvogel neigen jedenfalls zu letzterer Sicht. MANGOLD ist der Ansicht, dass - falls parlamentarische Reformen keinen Erfolg bringen - Radikalkuren irrsinniger ausfallen könnten. In TELLKAMPs Gesellschaftspanorama sieht MANGOLD deshalb ein realistisches Szenario:

      "Es hat das alles etwas von einem auf den Hund gekommenen Geheimen Deutschland, klingt ein bisschen nach Stefan George, ein bisschen nach Carl Schmitt. Ein Kasten- und Ständestaat schwebt den Mitgliedern der Organisation vor. Aber sie sind weder Alt- noch Neonazis. Ihre historische Orientierungsgröße scheinen viel eher die Männer und Frauen des 20. Juli zu sein, bei denen sich auch Vaterlandsliebe, ein hoher Moralkodex, deutsche Kunstreligion und eine Neigung zu autoritären Staatsentwürfen verbunden hatten.
            
        Mit diesem so großartig halluzinierten wie glaubwürdig gezeichneten Gesellschaftspanorama hat (...) Uwe Tellkampf (...) eine geistige Topographie entworfen, die nicht mehr die der alten Bundesrepublik ist."

    JUNG, Werner (2005): Ein eiskalter Engel.
    Revolutionär. Der neue Roman des Klagenfurt-Preisträgers Uwe Tellkamp - "Der Eisvogel",
    in: Freitag Nr.11 v. 18.03.

    KREKELER, Elmar (2005): Zurück zum hohen Ton.
    Uwe Tellkamps Roman "Der Eisvogel" ist ein deutscher Gesellschafts-Thriller,
    in: Welt v. 19.03.

    BARTMANN, Christoph (2005): Terror.
    Soldaten, Nomaden, Monaden,
    in: Die Presse v. 25.03.

    GROMBACHER, Welf (2005): Ein skeptischer Störenfried.
    In seinem neuen Roman "Der Eisvogel" seziert Arzt und Autor Uwe Tellkamp Geschwüre der Gegenwart: Depression, Mißtrauen und Leere. Seine Figuren suchen ihren Ausweg im Terrorismus,
    in: Wochenendmagazin des Hamburger Abendblatt v. 26.03.

    AUFFERMANN, Verena (2005): Die Dämonen kehren zurück.
    Wie der Bachmann-Preisträger zwei empörte junge Männer gegen den Rest der Welt antreten lässt und einen demokratiefeindlichen Polit-Thriller produziert,
    in: Literaturen Nr.4, April

    • AUFFERMANN sieht TELLKAMPs Roman Der Eisvogel in der Tradition der Futuristen:

      "Die ästhetische Rückendeckung holt sich Uwe Tellkamp nicht von den Zehn Geboten, sondern aus Filippo Tommaso Marinettis »Furturistischem Manifest«.
      (...).
      1910 waren den radikalen Futuristen um Marinetti die Plüsch-Monarchien zuwider, die Welt zu lahm und still, das Leben insgesamt zu satt und blöd. Marinetti & Friends wollten Tempo, ratternde Maschinen statt Museen und Krieg statt Frieden. Ihre martialischen Papierwünsche gingen grausam in Erfüllung."

      AUFFERMANNs Resümee:

      "Uwe Tellkamp wollte einen subversiven Polit-Thriller schreiben, durchsetzt mit demokratiefeindlichen Gedanken. Herausgekommen ist eine Feier des Selbstmitleids und der Selbstüberschätzung, gedacht als Antwort auf den sich selbst auffressenden Kapitalismus. (...) Uwe Tellkamp ist ein begabter Fuchs: Er riskiert viel, sein »Eisvogel« birgt politischen Zündstoff - und nachlässige Sprachbilder."

    EISMANN, Sonja (2005): Uwe Tellkamp - Der Eisvogel,
    in: Intro, Nr.126, April

    WEIDERMANN, Volker (2005): Neues Deutschland.
    Die Sehnsucht nach Pathos und heiligem Ernst: Der Schriftsteller Uwe Tellkamp will keinen Spaß verstehen,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 10.04.

    Infos zu: Volker Weidermann - Autor der Generation Golf

    KOSLER, Hans Christian (2005): Zyniker bauen keine Kathedralen.
    "Der Eisvogel" - Uwe Tellkamps brisanter Roman über Rechtsradikale,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 31.05.

     
       

    Der Roman in der Debatte

    ENCKE, Julia (2005): Es herrenmenschelt.
    Junge deutsche Autoren flirten mit einem abgestandenen Konservatismus, der vor allem eines will: die Distanz zum Pöbel und den Nutzern des öffentlichen Nahverkehrs. Also zu uns,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 19.04.

    MALZAHN, Claus Christian (2005): Ost-Literaten.
    Republikflucht der Romanciers,
    in: Spiegel Online v. 03.05.

    • MALZAHN zieht  Parallelen zwischen Ernst JÜNGER und Uwe TELLKAMP:

      "Uwe Tellkamps Roman »Der Eisvogel« ist der bisher frontalste literarische Angriff auf eine demokratische deutsche Verfassung, seit Ernst Jünger 1932 mit seinem Buch »Der Arbeiter« ein Werk vorlegte, in dem die fragile Ordnung seiner Zeit beiseite gefegt und die Fundamente einer neuen Gesellschaft gelegt werden sollen. Bis heute streiten die Gelehrten darüber, ob Jünger damit dem Nationalsozialismus intellektuelle Schützenhilfe gab."

    KÄMMERLINGS, Richard (20059: Eisvögel der Revolution.
    Die Zeichen stehen auf Sturm: Über die neue Lust am Aufstand,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 09.05.

    Infos zu: Richard Kämmerlings - Autor der Generation Golf
     
       

    Der Debütroman "Der Hecht, die Träume und das Portugiesische Café" in der Debatte

    • WEIDERMANN, Volker (2009): Als der Turm noch ein Türmchen war.
      Der Nationalpreisträger Uwe Tellkamp warnt die Welt vor seinem Romandebüt. Er weiß, warum,
      in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 07.06.

     
       

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    Bernd Kittlaus
    webmaster@single-generation.de Erstellt: 17. März 2005
    Update: 15. Oktober 2011