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Uwe Tellkamp:
Der Eisvogel, der Turm und die Schwebebahn
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Aktuellster
Beitrag
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Uwe Tellkamp in seiner
eigenen Schreibe
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TELLKAMP, Uwe (2005): Der Eisvogel.
Aus einem noch unveröffentlichten Roman des diesjährigen
Bachmannpreisträgers Uwe Tellkamp,
in: Welt v. 03.07.
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Uwe Tellkamp im
Gespräch
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PLATTHAUS, Andreas (2008): Zeitverschiebung.
Wer wissen will, auf welchen Wegen die Wirklichkeit in die
Literatur gelangt, muss mit Uwe Tellkamp durch das Dresdner
Villenviertel Weißer Hirsch,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 04.10.
BARTELS, Gerrit (2008): "Vielleicht bin ich ein giftiger Lurch".
Zur Buchmesse: Der Schriftsteller Uwe Tellkamp im Interview mit
dem Tagesspiegel über das DDR-Bürgertum, den Arztberuf und sein
Problem mit der Ironie,
in: Tagesspiegel v. 13.10.
KRAUSE, Tilman (2008): Die Kraft, zu widerstehen.
Uwe Tellkamp, Autor, Arzt und Buchpreisträger 2008, hat mit "Der
Turm" den ultimativen Roman über die DDR geschrieben - und eine
Hommage an das Bildungsbürgertum,
in: Welt v. 15.10.
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Klappentext
"Hausmusik, Lektüre,
intellektueller Austausch: Das Dresdner
Villenviertel, vom real existierenden Sozialismus
längst mit Verfallsgrau überzogen, schottet sich ab.
Resigniert, aber humorvoll kommentiert man den
Niedergang eines Gesellschaftssystems, in dem
Bildungsbürger eigentlich nicht vorgesehen sind.
Anne und Richard Hoffmann, sie Krankenschwester, er
Chirurg, stehen im Konflikt zwischen Anpassung und
Aufbegehren: Kann man den Zumutungen des Systems in
der Nische, der »süßen Krankheit Gestern« der
Dresdner Nostalgie entfliehen wie Richards Cousin
Niklas Tietze - oder ist der Zeitpunkt gekommen, die
Ausreise zu wählen? Christian, ihr ältester Sohn,
der Medizin studieren will, bekommt die Härte des
Systems in der NVA zu spüren. Sein Weg scheint als
Strafgefangener am Ofen eines Chemiewerks zu enden.
Sein Onkel Meno Rohde steht zwischen den Welten: Als
Kind der »roten Aristokratie« im Moskauer Exil hat
er Zugang zum seltsamen Bezirk »Ostrom«, wo die
Nomenklatura residiert, die Lebensläufe der Menschen
verwaltet werden und deutsches demokratisches Recht
gesprochen wird."
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Rezensionen
BISKY, Jens (2008): Aufruhr
der Uhren.
Zur rechten Zeit: Uwe Tellkamps großer Roman "Der Turm"
erzählt von den sieben letzten Jahren der DDR,
in: Süddeutsche Zeitung v. 13.09.
Infos zu:
Jens Bisky - Autor der Generation
Golf
KREKELER, Elmar (2008): Die süße Krankheit Gestern.
Uwe Tellkamp entfaltet in seinem Roman "Der Turm" ein
grandioses Panorama vom Untergang der DDR im Dresdner
Bildungsbürgertum,
in: Welt v. 13.09.
ENKE, Julia (2008): Das geheime Land.
Uwe Tellkamps erstaunliches Epos "Der Turm" über den
Untergang der DDR,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v.
14.09.
HILLGRUBER, Katrin (2008): Zeit der Bürger.
Uwe Tellkamps Epochenroman "Der Turm" über die letzten
Jahre der DDR,
in: Tagesspiegel v. 17.09.
BÖTTIGER, Helmut (2008): Weißer Hirsch, schwarzer Schimmel.
Tellkamps klassischer Bildungsroman über die DDR erzählt
meisterlich aus einer stillgelegten Zeit: »Der Turm«,
in: Die ZEIT Nr.39 v. 17.09.
BARTMANN, Christoph (2008): Das Land einfrieren.
Der Chronist und Zeuge des Absterbens der DDR ist von nun
an Uwe Tellkamp. Sein Wenderoman "Der Turm": ein gewaltiges
Gesellschaftspanorama,
in: Die Presse v. 20.09.
PLATTHAUS, Andreas (2008): Die Zeit ist des Teufels.
Hoch über Dresden erhielt sich unter prekären Umständen
mitten im Sozialismus eine Bildungsbürgerwelt: Uwe Tellkamps
monumentaler Roman "Der Turm" erzählt vom Untergang der DDR,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 20.09.
KNIPPHALS, Dirk (2008): Fremd war selbst.
"Der Turm" von Uwe Tellkamp ist mehr als der große
Wenderoman, auf den so lange gewartet wurde. Es geht um die
Neuerfindung eines gründlichen, genauen, sozusagen
nachhaltigen und dafür ruhig gelegentlich auch etwas
umständlichen Erzählens,
in: Literaturbeilage der TAZ v. 15.10.
BRAUN, Michael (2008): Sächsischer Zauberberg.
Epos: Uwe Tellkamp liefert mit seinem tausendseitigen
Werk „Der Turm“ den lang erhofften deutschen Wende-Roman. Er
schreibt gegen die ostalgische Verklärung an,
in: Rheinischer Merkur Nr.42 v. 16.10.
NENTWICH, Andreas (2008): Ein
Blauwal von einem Roman.
Warum Uwe Tellkamps Panorama der untergehenden DDR nicht
allein durch seinen Umfang imponiert und nur mit einem Wort
zutreffend zu kennzeichnen ist: Meisterwerk,
in: Literaturen, November
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Das Buch in der Debatte
KRAUSE, Tilman (2008): Kraftreservoir Ost.
Der Erfolg von Uwe Tellkamps preisgekröntem Roman "Der
Turm" sollte endlich die Aufmerksamkeit auf das kulturelle
und historische Potenzial der neuen Bundesländer lenken,
in: Welt v. 27.10.
SEIBT, Gustav
(2008): Das reiche Leben in den Villen des Klassenfeinds.
Auf Platz eins der Bestsellerliste: Uwe Tellkamps Roman
"Der Turm" wird zum Volksbuch - ein Erklärungsversuch,
in: Süddeutsche Zeitung v. 25.10.
Neu:
SCHRÖPFER, Robert (2008): Die Missgünstigen.
Dresden tut sich schwer mit Uwe Tellkamp und seinem preisgekrönten
Wenderoman "Der Turm",
in:
Tagesspiegel v. 13.11.
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Klappentext
"Wiggo Ritter, ein junger Mann mit
denkbar besten Voraussetzungen für eine
Traumkarriere, ist ins Abseits geraten. Dem Vater,
einem erfolgreichen Bankier, wollte er nicht
nacheifern, und seine akademische Laufbahn als
Philosoph ist gescheitert, weil er keine Kompromisse
eingehen kann. Einsam, arbeitslos, doch mit
ungebrochenem Stolz fristet er zwischen skurrilen
Jobs und so seltenen wie flüchtigen Liebschaften ein
Schattendasein. Unverhofft fällt Licht in dieses
Dunkel, als Wiggo den charismatischen Geschwistern
Mauritz und Manuela begegnet: zwei perfekt getarnten
Terroristen, Mitgliedern einer konservativen
Organisation, die eine neue Elite inthronisieren
will. Ihnen scheint Wiggo, der nichts mehr zu
verlieren hat, der ideale Verbündete zu sein. Doch
dann verliebt sich dieser Außenseiter ausgerechnet
in Manuela - und gefährdet damit nicht allein die
gesamte Organisation, sondern vor allem sich
selbst?"
Pressestimmen
"»Der
Eisvogel« ist das erste ernst zu nehmende rechte
Buch der jüngeren deutschen Literatur, das in einer
ursprünglichen Abscheu vor dem »Morbus 68« wurzelt."
(Gregor Dotzauer im Tagesspiegel
vom 16. 03.2005)
"Das Thema
(...) ist die Suche nach der Gegenwart, die sich
selbst verloren geht in »Verderben, Untergang,
Zusammenbrüchen, Verzweiflungstaten, Gewalttaten,
Entlassungen, Streitereien«. Losgerissen von einer
besseren Vergangenheit und abgerissen von einer
verheißungsvolleren Zukunft verharrt sie in einem
tranceartigen Zustand, aus dem nur Bombenlärm sie
wieder aufschrecken kann.
Betont wird der zeitliche Stillstand durch die
mythischen Versatzstücke, die in die Handlung
eingesprengt sind und für die stellvertretend der
titelgebende Eisvogel steht. In ihn wird in einer
griechischen Sage ein menschliches Paar aufgrund
seiner Überheblichkeit verwandelt. Im Roman ist der
Vogel »das Wappentier einer stolzen und stillen, im
Hintergrund wirkenden Gilde miteinander verbundener
Menschen«. Er steht für eine Hybris des Geistes, die
im Terrorismus mündet."
(Uta Baiküfner in der Berliner
Zeitung vom 17.03.2004)
"Die
Hauptfigur Wiggo Ritter, aus reichem Hause, ist ein
gescheiterter Philosoph, sein größtes Feindbild: der
schäbige 68er-Professor. Dieser fordert die Reaktion
heraus. Wiggo gerät in den Kältestrom einer
unverkennbar deutschen Führernatur, sie heißt
Mauritz Kaltmeister und leitet einen geheimnisvollen
Zirkel, der sich »Wiedergeburt« nennt (...). In der
»Wiedergeburt« geht es um eine intellektuelle Elite.
Es geht darum, die öde Konsensdemokratie, das laue
Mittelmaß, die Verkommenheit der Sitten
hinwegzufegen und eine Art Kastengesellschaft von
Geistesaristokraten zu errichten. (...). Die
»Wiedergeburt« muss natürlich scheitern. Aber es
hallt in diesem Roman noch etwas davon nach, das
Ernst Jünger in den Intellektuellenzirkeln der DDR
einen Kultstatus verlieh."
(Helmut Böttiger in der Zeit vom
17.03.2005)
"Der
furiose Roman (...) ist (...) intelligent und
raffiniert erzählt. Das heißt: es wird (...)
mehrstimmig ein ganzes Problemfeld und -bündel
inszeniert: Einsamkeit, intellektuelle Ohnmacht,
sexuelles Begehren, »domestic problems«,
Autoritätskonflikte und eine gewaltige Portion (groß-)bürgerlichen
Selbsthasses eben, der die Protagonisten nach dem
suchen lässt, was (...) Georg Lukács, als »schnelle
Heldentat« des Revolutionärs gerühmt hat."
(Werner Jung im Freitag vom
18.03.2005)
"Mit der
exemplarischen Schilderung eines immer größer
werdenden akademischen Proletariats, für das trotz
bester Ausbildung einfach kein Bedarf mehr ist,
beißt Tellkamp (...) auf einen bloß liegenden Nerv"
(Sonja Eismann im Intro, April
2005)
"Es ist ein
Revolutionsroman von Rechts. Ein Buch voller Pathos.
Und Ernsthaftigkeit. Und ohne Ironie. Ein Buch, in
dem es um alles geht. Um einen Mord unter Freunden.
Um das Deutschland von heute. Um eine radikale
gesellschaftliche Wende, um das Ende der Demokratie.
Um die Sehnsucht nach einer neuen Elite. Sehnsucht
nach einem Krieg. Sehnsucht nach einer neuen Kunst.
Nach Pathos. Nach einer neuen Literatur. nach einem
ganz neuen Leben."
(Volker Weidermann in der
Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom
10.04.2005)
"Uwe Tellkamp
(...) hat in Sachen konservative Sehnsucht in diesem
Frühjahr den Vogel abgeschossen, den »Eisvogel«
nämlich, wie sein Roman heißt.
Er erzählt die Geschichte eines Wohlstandsjungen mit
Vaterkomplex. (...) Untergründig beschwört der Roman
eine geraunte, ästhetisch verklausulierte Reaktion,
die an die »konservative Revolution« der Weimarer
Zeit denken lässt und riecht nicht zu knapp nach der
Umkleide eines gewollten Herrenreiters."
(Julia Encke in der Süddeutschen
Zeitung vom 19.04.2005)
"Weil
(...) alle konkreten Versuche, eine »andere
Gesellschaft« jenseits der erdrückenden Macht des
Faktischen zu denken, inzwischen als naive Träumerei
gelten (oder historisch schlicht gescheitert sind),
scheint als Utopie (...) nur eine inhaltsleere
Widerstandshaltung übrigzubleiben, die sich leicht
mit einer Sehnsucht nach Tat und einem Romantizismus
der Revolte verbinden kann. Das ist dann auch für
eine konservative Zivilisationskritik anschlußfähig,
wie man etwa an dem neuen Roman »Der Eisvogel« von
Uwe Tellkamp ablesen kann":
(Richard Kämmerlings in der
Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 09.05.2005)
"Tellkamps
Roman ist ein mutiges, unbequemes und hochbrisantes
Buch, weil es die politische Verblendung, in die
sein Held gerät, glaubhaft und nachvollziehbar
werden lässt. Es zeigt, dass man der Gefahr von
rechts kaum wirksam entgegnen kann, wenn man sie
vornehmlich an randalierenden Skinheads manifest
macht. Das Psychogramm jenes Verführten, das
Tellkamp hier in seiner ganzen Komplexität
aufzeichnet, wirkt einer solchen Bagatellisierung
entgegen. Er hat sich an ein Thema herangewagt, um
das die Belletristik einen grossen Bogen macht: das
Problem der Selbstfindung in einer von Krisen
geschüttelten Gesellschaft. Wiggo ist ein
Zukurzgekommener, der seine Zeit hasst, weil er sich
von ihr nicht ernst genommen und anerkannt fühlt."
(Hans Christian Kosler in der
Neuen Zürcher Zeitung vom 31.05.2005)
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Rezensionen
DOTZAUER, Gregor (2005):
Töte, was du liebst.
Sehnsucht nach einer konservativen Revolution: Uwe
Tellkamps Roman "Der Eisvogel",
in: Tagesspiegel v. 16.03.
Gregor DOTZAUER sieht in dem Roman
Der
Eisvogel eine neue Ernsthaftigkeit, die auf Restauration
hinausläuft:
"»Der
Eisvogel« ist das Plädoyer für eine konservative Revolution,
und zwar für eine, wie sie Hugo von Hofmannsthal 1927 in
seiner Münchner Rede über »Das Schrifttum als geistigen Raum
der Nation« forderte, lange bevor der Begriff von der Neuen
Rechten politisch okkupiert wurde.
(...).
Durch die Nervenbahnen
(von Tellkamps) (...) Prosa kriecht die Kälte von Ernst
Jünger, der preußische Romantizismus von Ernst von Salomon,
aber eben auch die Magie von Friedo Lampe.
»Der Eisvogel« ist das erste ernst zu nehmende rechte Buch
der jüngeren deutschen Literatur, das in einer
ursprünglichen Abscheu vor dem »Morbus 68« wurzelt.
Wahrscheinlich braucht man wie Tellkamp auch zwanzig Jahre
DDR im Rücken, um diesen Ekel so ungehindert zu empfinden.
Nicht zuletzt das unterscheidet den Roman von jenem
Elitismus, der
linksadornitisch sozialisierte Autoren wie Botho Strauß
zu Einsprüchen gegen das »herunterdemokratisierte«
Bewusstsein getrieben hat (...). Deshalb führt »Der
Eisvogel« aber auch nicht weiter. Denn es ist eins, auf dem
existenziellen Ernst des Schreibens und Denkens zu beharren.
Und es ist etwas anderes, dabei eine
Wahl
zwischen Pathos und Ironie zu fordern.
Dafür
ist es nicht nur historisch zu spät. Beides sind
Darstellungsformen – auch der letzten Dinge. Tellkamp
klammert sich an den Gestus. Das läuft hinaus auf schiere
Restauration."
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KRUMBHOLZ, Martin (2005): Es
lebe die Tat. Oder nicht?
Uwe Tellkamp will ran an die rechtselitären
Herrenmenschenattitüden,
in: Literaturbeilage der Frankfurter Rundschau v.
16.03.
BARTELS, Gerrit (2005): Im Schaum der Erinnerung.
Der
Bachmannpreisträger Uwe Tellkamp verhebt sich mit seinem
verschmockten Roman "Der Eisvogel" und sorgt für die große
Enttäuschung dieses Bücherfrühlings,
in: TAZ v. 17.03.
BEIKÜFNER, Uta (2005):
Wappentier des Terrors.
Der Eisvogel von Uwe Tellkamp ist für den Leipziger
Bücherpreis nominiert,
in: Berliner Zeitung v. 17.03.
Infos zu:
Helmut Böttiger -
Autor der Single-Generation
KRAFT, Thomas (2005):
Wirrkopf wider Willen.
Uwe Tellkamps zweites Buch führt in die Abgründe des
Genialen,
in: Rheinischer Merkur Nr.11 v. 17.03.
MANGOLD, Ijoma (2005): Nie wieder Kaltakquise!
Wie man die Bundesrepublik auf eine heiße Herdplatte
setzt: Uwe Tellkampfs großartiger Roman "Der Eisvogel",
in: Süddeutsche Zeitung v. 17.03.
-
Während
Thomas ASSHEUER vor
kurzem die bundesrepublikanischen Weltsichten in jene der
Melancholiker und der Tragiker unterschieden hat, so scheiden sich bei
Ijoma MANGOLD die Geister
daran, ob es gegenwärtig bei den Reformen ein Erkenntnis-
oder ein Umsetzungsproblem gibt.
Die Akteure der
Organisation "Wiedergeburt" in TELLKAMPs Roman
Der Eisvogel
neigen jedenfalls zu letzterer Sicht. MANGOLD ist der
Ansicht, dass - falls parlamentarische Reformen keinen
Erfolg bringen - Radikalkuren irrsinniger ausfallen
könnten. In TELLKAMPs Gesellschaftspanorama sieht MANGOLD
deshalb ein realistisches Szenario:
"Es hat das alles etwas von
einem auf den Hund gekommenen Geheimen Deutschland, klingt
ein bisschen nach Stefan George, ein bisschen nach Carl
Schmitt. Ein Kasten- und Ständestaat schwebt den
Mitgliedern der Organisation vor. Aber sie sind weder Alt-
noch Neonazis. Ihre historische Orientierungsgröße
scheinen viel eher die Männer und Frauen des 20. Juli zu
sein, bei denen sich auch Vaterlandsliebe, ein hoher
Moralkodex, deutsche Kunstreligion und eine Neigung zu
autoritären Staatsentwürfen verbunden hatten.
Mit diesem so großartig
halluzinierten wie glaubwürdig gezeichneten
Gesellschaftspanorama hat (...) Uwe Tellkampf (...) eine
geistige Topographie entworfen, die nicht mehr die der
alten Bundesrepublik ist."
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JUNG, Werner (2005): Ein eiskalter Engel.
Revolutionär. Der neue Roman des Klagenfurt-Preisträgers
Uwe Tellkamp - "Der Eisvogel",
in: Freitag Nr.11 v. 18.03.
KREKELER, Elmar (2005): Zurück zum hohen Ton.
Uwe Tellkamps Roman "Der Eisvogel" ist ein deutscher
Gesellschafts-Thriller,
in: Welt v. 19.03.
BARTMANN, Christoph (2005): Terror.
Soldaten, Nomaden, Monaden,
in: Die Presse v. 25.03.
GROMBACHER, Welf (2005): Ein skeptischer Störenfried.
In seinem neuen Roman "Der Eisvogel" seziert Arzt und
Autor Uwe Tellkamp Geschwüre der Gegenwart: Depression,
Mißtrauen und Leere. Seine Figuren suchen ihren Ausweg im
Terrorismus,
in: Wochenendmagazin des Hamburger Abendblatt v.
26.03.
AUFFERMANN, Verena (2005):
Die Dämonen kehren zurück.
Wie der Bachmann-Preisträger zwei empörte junge Männer
gegen den Rest der Welt antreten lässt und einen
demokratiefeindlichen Polit-Thriller produziert,
in: Literaturen Nr.4, April
-
AUFFERMANN sieht TELLKAMPs Roman
Der Eisvogel in der
Tradition der Futuristen:
"Die ästhetische Rückendeckung
holt sich Uwe Tellkamp nicht von den Zehn Geboten, sondern
aus Filippo Tommaso Marinettis »Furturistischem Manifest«.
(...).
1910 waren den radikalen Futuristen um Marinetti die
Plüsch-Monarchien zuwider, die Welt zu lahm und still, das
Leben insgesamt zu satt und blöd. Marinetti & Friends
wollten Tempo, ratternde Maschinen statt Museen und Krieg
statt Frieden. Ihre martialischen Papierwünsche gingen
grausam in Erfüllung."
AUFFERMANNs Resümee:
"Uwe Tellkamp wollte einen
subversiven Polit-Thriller schreiben, durchsetzt mit
demokratiefeindlichen Gedanken. Herausgekommen ist eine
Feier des Selbstmitleids und der Selbstüberschätzung,
gedacht als Antwort auf den sich selbst auffressenden
Kapitalismus. (...) Uwe Tellkamp ist ein begabter Fuchs:
Er riskiert viel, sein »Eisvogel« birgt politischen
Zündstoff - und nachlässige Sprachbilder."
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EISMANN, Sonja (2005): Uwe Tellkamp - Der Eisvogel,
in: Intro, Nr.126, April
WEIDERMANN, Volker (2005): Neues Deutschland.
Die Sehnsucht nach Pathos und heiligem Ernst: Der
Schriftsteller Uwe Tellkamp will keinen Spaß verstehen,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v.
10.04.
Infos zu:
Volker Weidermann - Autor
der Generation Golf
KOSLER, Hans
Christian (2005): Zyniker bauen keine Kathedralen.
"Der Eisvogel" - Uwe Tellkamps brisanter Roman über
Rechtsradikale,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 31.05.
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Der Roman in der Debatte
ENCKE, Julia (2005): Es herrenmenschelt.
Junge deutsche Autoren
flirten mit einem abgestandenen Konservatismus, der vor allem eines
will: die Distanz zum Pöbel und den Nutzern des öffentlichen
Nahverkehrs. Also zu uns,
in: Süddeutsche Zeitung v. 19.04.
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MALZAHN zieht Parallelen zwischen Ernst
JÜNGER und Uwe TELLKAMP:
"Uwe
Tellkamps Roman »Der
Eisvogel« ist
der bisher frontalste literarische Angriff auf eine demokratische
deutsche Verfassung, seit Ernst Jünger 1932 mit seinem Buch »Der
Arbeiter« ein Werk vorlegte, in dem die fragile Ordnung seiner
Zeit beiseite gefegt und die Fundamente einer neuen Gesellschaft
gelegt werden sollen. Bis heute streiten die Gelehrten darüber, ob
Jünger damit dem Nationalsozialismus intellektuelle Schützenhilfe
gab."
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KÄMMERLINGS,
Richard (20059: Eisvögel der Revolution.
Die Zeichen stehen auf Sturm: Über die neue Lust am Aufstand,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 09.05.
Infos zu:
Richard
Kämmerlings - Autor der Generation Golf
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WEIDERMANN, Volker (2009):
Als der Turm noch ein Türmchen war.
Der Nationalpreisträger Uwe Tellkamp warnt die Welt vor
seinem Romandebüt. Er weiß, warum,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 07.06.
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