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SCHLAFFER, Hannelore (2000): Wie
schmerzt das Grau die Leber.
Immer ein Bild voraus: Ralf Rothmanns Gedichte,
in:
Frankfurter
Allgemeine Zeitung v. 28.10.
Ralf Rothmann - Gebet in Ruinen
SCHLAFFER, Hannelore (2002): Vater,
Mutter, Kind und Mitgift.
Jack Goodys
Soziographie der Kleinfamilie will zeigen, wie sich Verwandtschafts-
und Besitzverhältnisse seit jeher gegenseitig bedingen,
in: Frankfurter Rundschau v. 24.08.
SCHLAFFER, Hannelore (2002):
Halluzination Weib.
Mela Hartwig porträtiert ihre Zeit, Männer inklusive,
in: Frankfurter Rundschau v. 09.10.
Mela Hartwig - Das
Weib ist ein Nichts
SCHLAFFER, Hannelore (2002): Venus und
Hygieia.
Die Entgrenzung als Eingrenzung - kleiner Versuch über Sex,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 02.11.
SCHLAFFER, Hannelore (2002): Oversexed.
Die neue Sachlichkeit in der Liebe,
in: Politische Feuilleton. Sendung des DeutschlandRadio
v. 18.12.
Michel Houellebecq als Leitfigur
oder die Debatte um die sexuelle Revolution
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Im Gegensatz zur
SZ-Serie
reduziert SCHLAFFER die Altersbilder nicht auf ihren
demografischen Aspekt der Alterslast, sondern zeigt die
(männliche) Linie des würdevollen Alters auf:
"Was beim Adeligen der Vorrang von
Geburt und Tradition der Familie macht, die ihn, ob klug, ob dumm,
über die Normalität erheben, erreicht der Bürger durch seine
Biographie, die je länger, umso aristokratischer wirkt. Nachdem
der Adel weitgehend entmachtet worden ist, schafft sich das
Bürgertum im 19. Jahrhundert seinen eigenen Adel im grossen alten
Mann. Die Biographie wird zur Lieblingslektüre, weil sie immer
aufs Neue Nobilitierungen vornimmt. Von Goethe bis zu Churchill,
Adenauer und de Gaulle reicht die Epoche der Altersaristokratie.
Im «Tod des Tizian» fasst Hofmannsthal die Verklärung der
Altersschönheit in Poesie. Nicht nur der neunzigjährige Tizian ist
schön, alles, was er erblickt, verwandelt sich in Schönheit. Mit
dieser Altersschönheit inspiriert er die Jugend und lebt so in ihr
auf ewig:
Die aber wie der Meister sind, die gehen, Und Schönheit wird
und Sinn, wohin sie sehen."
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SCHLAFFER, Hannelore (2003): Dauer der
Vergänglichkeit.
Eine kleine Betrachtung über die "Nicht-Farbe" Grau,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 19.06.
SCHLAFFER, Hannelore (2003): Vollendung im
Leichenschmaus.
Todesangst und Lebenshunger. Das eine ist die Umkehr des anderen,
in: Frankfurter Rundschau v. 17.05.
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Die Kulturpessimistin SCHLAFFER widmet sich
den jungen Alten:
"Der Eintritt ins Alter, gerade weil
er an die Pensionierung gebunden ist, beginnt mit einer
Erleichterung, und diese setzt sich um in eine Beweglichkeit, wie
sie eigentlich nur für die blühende Jugend vorgesehen ist. Der
Lebensmut, ja -übermut der Alten, ihr Konsumvergnügen, ihre
Reiselust, ihr sportlicher Elan fordern den Spott der Jungen
heraus, die sich zu Recht durch diese falsche Frische schlecht
kopiert sehen. Von Todesahnung also bei diesen jungen Alten keine
Spur!
Und dennoch ist dieser Lebenshunger die Kompensation der
Todesangst."
SCHLAFFER
übernimmt unkritisch die gesellschaftliche Definition des Alters
durch den Arbeitsmarkt und die damit verbundene Sozialpolitik. Auf
den Gedanken, dass unsere Gesellschaft auf die Herausforderung
durch die Alten nicht eingestellt ist, kann SCHLAFFER deshalb gar
nicht erst kommen. |
SCHLAFFER, Hannelore (2003): Im Alter wird der Spleen zur Pflicht.
Viele Senioren genießen heute ein Leben, das in früheren
Jahrhunderten nur der Aristokratie vergönnt war,
in: Die ZEIT Nr. 28 v. 03.07.
SCHLAFFER, Hannelore (2003):
Die unwürdige Greisin.
Den Inbegriff von Lebensglück stellt das Paar "alternder
Mann mit junger Frau" dar,
in: Frankfurter Rundschau v. 19.08.
SCHLAFFER, Hannelore (2004): Ehret die Männer.
Denn aus der Mottenkiste ihrer verflossenen Moden entsteigt die
neue Frau: Noch immer domestiziert, aber ohne es zu wissen,
in: ZEIT Nr.6 v. 29.01.
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"Das
Einverständnis der Frauen mit den heiratslustigen Alten beweist
einen bedenklichen Verfall des weiblichen Reflexionsniveaus. In
den sechziger Jahren hätte man den Pascha erkannt, der seine Macht
genießt. Unter dem
Schein der
erotischen Befreiung, einem Programm der Achtundsechziger,
entscheiden nun die Männer das Treiben auf dem Liebesmarkt zu
ihren Gunsten. Die Achtundsechziger-Frauen, selbst alt geworden,
schweigen, um dem Vorwurf des Neides zu entgehen.
Sein Gegenbild erscheint dem heiratslustigen Bonvivant in der
Reklame: der junge Mann mit dem Baby auf dem Arm. Er wirbt für
Windeln so gut wie für Mineralwasser und gibt den Frauen das
Vertrauen, dass Männer nichts lieber sind als treue Familienväter.
Das Kleinkind ist der
neueste Verführer auf Werbeplakaten. Es verlockt alle, die
Eltern werden wollen und alle, die um ihre Renten fürchten. Es
spricht so unmittelbar das Herz an wie ein schöner Busen und trägt
doch nicht den Protest verstimmter Suffragetten ein. Ihre
Empfindlichkeit wird geschont – ihr Erfolg allerdings zugleich
zunichte gemacht! Unübersehbar lockt der Kinderblick die Frauen
zurück ins
Haus. Mit
Vergünstigungen hilft ihnen der Staat, die Doppelung von Beruf
und Mutterglück zu balancieren, und bringt sie auf dem
Arbeitsmarkt, gerade wenn er so kritisch ist wie eben jetzt,
ins Hintertreffen.
Die beiden Rollen, die den Frauen heute vorgeführt werden, die der
Ehefrau an der
Seite eines erfolgreichen Mannes und die der
glücklichen Mutter, rufen sie ins Haus zurück. Das Problem der
Arbeitslosigkeit wäre zu lösen, wenn sie bereit wären, diesem
Ideal zu folgen. Warum also sollten die Inszenierungen der
Männlichkeit nicht insgeheim diesen Zweck verfolgen? Ökonomische
Krisen treffen die Schwächeren zuerst. Dass die Männer immer noch
wollen, dass sie die Stärkeren sind, beweisen sie auf dem
Motorrad, auf dem Heiratsmarkt und im trauten Heim",
behauptet Hannelore SCHLAFFER. |
SCHLAFFER, Hannelore (2004): Die emanzipierte Frau
...entsteigt der Mottenkiste des Mannes,
in: Politisches Feuilleton. Sendung des
DeutschlandRadio v. 06.03.
SCHLAFFER, Hannelore (2004):
Die Erotik des Wirtschaftswunders.
Martin Walsers Roman "Ehen in Philippsburg",
in: Süddeutsche Zeitung v. 15.05.
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Hannelore SCHLAFFER u. a.
über das Verhältnis der Leser zur Romanwelt der Ehen in
Philippsburg:
"1957 (...) führte
Martin Walser den
Bürgern in ihren niedrigen Neubauwohnungen jene große Welt
vor, von der sie nur träumen konnten, von der sie aber in
Zukunft abhängig sein sollen."
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SCHLAFFER, Hannelore (2004): Trautes
Werkstattgespräch.
Übersprungene Moderne: Helmut Böttigers Literaturgeschichte,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 30.11.
Helmut Böttiger - Nach
den Utopien
SCHLAFFER, Hannelore (2004):
Flickmusterkollektion.
Jugend spielt Avantgarde: Die neueste Mode,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 21.12.
SCHLAFFER, Hannelore (2005): Die Frau als
Dummerchen.
Erziehung zum Masochismus - Text und Bild in der Modezeitschrift,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 29.08.
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Verbittert stellt Hannelore SCHLAFFER fest,
dass sich die jungen Frauen mit älteren Herren einlassen:
"Das
Einverständnis der Frauen mit den heiratslustigen Männern beweist
einen bedenklichen Verfall des weiblichen Reflexionsniveaus. In
den siebziger Jahren hätte man den Pascha erkannt, der seine Macht
genießt. Unter dem Schein der erotischen Befreiung, einem Programm
der Achtundsechziger, entscheiden nun die Männer, und vor allem
die alten Achtundsechziger das Treiben auf dem Liebesmarkt zu
ihren Gunsten. Die achtundsechziger Frauen, selbst alt geworden,
schweigen, um dem Vorwurf des Neides zu entgehen."
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SCHLAFFER, Hannelore (2005): Ihr
Auftritt!
Angela Merkel als
Idealtypus der deutschen Politikerin - oder: Von den Vorzügen des
schlechten Geschmacks,
in: Frankfurter Rundschau v. 09.09.
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Hannelore SCHLAFFER echauffiert sich
darüber, dass Politikerinnen nicht ihre Weiblichkeit, sondern ihre
Mütterlichkeit betonen:
"Die
deutsche Politikerin ist eine Frau, bei deren erstem Anblick der
männlichen Betrachter beruhigt feststellt, dass sie als Frau nicht
in Frage kommt. Weder mit Männern noch mit der Macht scheint sie
zu kokettieren, ihre Weiblichkeit ist zu mütterlicher Behäbigkeit
ausgereift, kurz: die deutsche Politikerin stellt die Landesmutter
vor. Mitnichten wählt sie die Erscheinung einer Autorität, einer
Führungspersönlichkeit und am aller wenigsten die einer Frau mit
Sexappeal."
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SCHLAFFER, Hannelore (2006): Das
Girlie von heute trägt Runzeln, kein Pickel.
Für Zeitschriftenmacher sind Frauen entweder jung oder alt, aber
nie erwachsen: Die neuen Blätter für die reifen Jahrgänge,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 17.02.
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Hannelore SCHLAFFER betrachtet die neuen
Zeitschriften für die Frauen ab 40 aus der Perspektive der
berufstätigen Frau.
Ihr
Urteil ist vernichtend, denn das weibliche Leben geht in
Frauenzeitschriften von der gebärfähigen Jugend unmittelbar in die
Randfigur der Seniorin über. Für
SCHLAFFER ist dagegen die berufstätige Frau vom biologischen Alter
weniger abhängig als die Familienfrau:
"Biologisch
bedingte Altersunterschiede, wie sei in der Familie deutlich
wurden und noch werden - gebären, nähren, sich nach den
ausgeflogenen Jungen verzehren, Enkel belehren - spielen für
berufstätige Frauen kaum eine Rolle. Der Beruf verlang der älteren
Frau dasselbe ab wie der jungen. Eine Frau, die den Beruf hinter
sich hat, hat über Jahre hinweg ihrem Bewußtsein Alterslosigkeit
so gut eingeschrieben wie der Mann."
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SCHLAFFER, Hannelore (2006): Zaghafte Amazonen.
In der Mode haben Mädchen
immer noch das Nachsehen: Ihre Garderobe ist ein schwacher Abklatsch
der Jungen-Klamotten. Und ihre Coolness ist nur geborgt,
in: Die ZEIT Nr.17 v. 20.04.
SCHLAFFER,
Hannelore (2006): Sie sehen Kunst, doch sei sehen auch sich selbst.
Kunst und Mode - oder: Warum Seniorinnen so gern Kunstgeschichte
studieren,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 07.10.
SCHLAFFER, Hannelore (2007): Nicht dümmlich lächeln.
Alice Schwarzers Streitlust ist neu erwacht: In der Krise der
Emanzipation schreibt sie ein neues Buch. Nur die Kassiererinnen hat
sie vergessen,
in: Süddeutsche Zeitung v. 11.06.
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"Alice Schwarzer sieht den eigentlichen Zweck der
Kampagne für mehr Kinder nicht darin, die Renten zu sichern. In
der Hoffnung auf diese finanzielle Lösung des Altersproblems
entdeckt Schwarzer vielmehr die Absicht, die Emanzipation
rückgängig zu machen, die Frauen aus dem Berufsleben wieder
heraus- und in den Haushalt zurückzulocken. (...).
Auf das Vertrauen ihrer Geschlechtsgenossinnen hoffend, verschenkt
Alice Schwarzer dann aber manch wichtiges Argument für ihre These.
Polemik, so mag sie sich gesagt haben, wird durch Argumente nur
belastet. Deshalb verzichtet sie zum Beispiel auf die Beobachtung,
dass gerade jetzt, da angeblich die rettende Lösung zur
Finanzierung der Renten durch mehr Kinder gefunden sei, nur noch
davon geredet wird, woher denn für diese Kinder, die späteren
Geldgeber, das Geld herkommen sollte, wie ihre Erziehung, ihre
Versorgung zu bezahlen seien.
Auch jene eindeutig emanzipationsfeindlichen Artikel, die zu
Beginn der Kampagne für mehr Kinder in Zeitungen erschienen gegen
die intellektuellen Frauen, die oft keine Kinder haben und also
ihre Pflicht für die Gesellschaft zugunsten persönlicher Erfolge
versäumten, erwähnt Alice Schwarzer mit keinem Wort - vielleicht
weil dieser Angriff vor allem von der FAZ ausging, der Zeitung,
die nun das Buch Schwarzers vorab druckte. Es mag der schlaue
Entschluss einer erfahrenen Taktikerin gewesen sein: lieber ein
Argument preisgeben für die Chance, von einem breiten Publikum
gelesen zu werden!",
meint Hannelore SCHLAFFER zum Buch
Die Antwort von Alice
SCHWARZER, das sich an die aufstiegsorientierte Frau aus der
Mittelschicht richtet.
SCHLAFFER beklagt, dass SCHWARZER weiterhin im Ton des
70er-Jahre-Feminismus schreibt und dadurch Frauen unter 40 nicht
anzusprechen vermag. |
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