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Kurzbiographie
- 1952 in
Versmold (Westfalen) geboren
- 1998 Erzählung "Der
Verlorene"
- 2002 Roman
"Der irdische Amor"
- 2010 Roman
"Grunewaldsee"
- Professor am Deutschen
Literaturinstitut der Universität Leipzig
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Hans-Ulrich Treichel in
seiner eigenen Schreibe
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- TREICHEL, Hans-Ulrich (2001): Der
Lastenausgleich.
Heimatkunde (8): Vom Hoffen und Warten in
Ostwestfalen,
in: Frankfurter Rundschau
v. 25.01.
-
TREICHEL, Hans-Ulrich (2004): Das Mädchen mit der Geige.
Die Demografie-Katastrophe
kommt. Und was machen die Kinderlosen? Melancholisch werden? Bücher
lesen? Der Schriftsteller Hans-Ulrich Treichel geht in sich,
in: Welt v. 29.05.
- Kommentar:
TREICHEL erzählt die autobiografische
Geschichte vom kinderwunschlosen Mann, dem im Laufe seines Lebens
der Kinderwunsch begegnet.
Für die sozialwissenschaftliche
Literatur, die sich eher mit dem weiblichen Kinderwunsch
beschäftigt, ist dies ein untypischer Fall.
Deutlich wird aber auch das
Problem der statistischen Erfassbarkeit des Vaters: "Externe Papis"
wie TREICHEL sie nennt, kommen in keiner Bevölkerungsstatistik vor.
Ein Vater, der sein Kind kaum sehen
muss, aber mit der Mutter - möglichst noch verheiratet -
zusammenwohnt, gilt der amtlichen Bevölkerungsstatistik als der
einzig richtige Vater. Er ist sozusagen der Zählvater!
TREICHEL beichtet sein
kinderfernes Leben wie
Benjamin von Stuckrad-Barre seine
Drogenkarriere beichtet.
Es ist voraussehbar, dass TREICHEL
Schule machen wird. Die Ökonomie der Aufmerksamkeit gebietet dies.
"Es gibt (...) nicht allzu viele literarische Texte über männliche
Kinderlosigkeit", schreibt TREICHEL. Dies stimmt nur in jenem Sinne,
in dem neuerdings über Kinderlosigkeit gesprochen werden soll: als
Bekenntnis zur gewollten oder ungewollten Kinderlosigkeit, auf das
die "Kinderlosigkeitsscham" zu folgen hat.
TREICHELs Bekenntnisse folgen dem
traditionellen Defizitansatz der Kinderlosigkeit: Scham, Schmerz und
Melancholie sind die Folgen des versagten Kindes. Gewollte
Kinderlosigkeit ist dann nur noch als Verdrängung zu begreifen. Die
Legitimation persönlicher Kinderlosigkeit mittels gesellschaftlicher
oder politischer Argumente ist in dieser Perspektive blanke
Lebenslüge.
Die Hinterfragung der
bevölkerungspolitischen Debatte ist deshalb TREICHELs Sache nicht.
Die "Single"-Gesellschaft wird als Realität und nicht als mediales
und wissenschaftliches Gesellschaftsbild diskutierbar.
Es gibt zu wenig Kinder in Deutschland!
ist der unverrückbare Bezugspunkt dieser deutschen Erzählung.
-
TREICHEL, Hans-Ulrich (2004): Kinderlosigkeit,
in: Kursbuch 156 Kinder, Kinder, Juni
-
TREICHEL, Hans-Ulrich (2005): Die Gottesanbeterin,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 19.02.
- Inhalt:
In der NZZ-Reihe "Das Tier und wir" widmet
sich der Schriftsteller Hans-Ulrich TREICHEL der Gottesanbeterin:
"Kein
Lieblingstier also, aber ein Insekt, über das sich nicht nur (...)
wissenschaftlich forschen, sondern auch philosophisch reflektieren
lässt, um in dem kannibalischen Tier sowohl eine destruktive
Disposition menschlicher Triebhaftigkeit im Allgemeinen als auch
eine Figur der «femme démoniaque» (Roger Caillois) im Besonderen zu
entdecken. Und darum eignet sich das arme Tier, das für das alles im
Grunde ja gar nichts kann, auch ganz hervorragend als Wappentier für
Menschen und vor allem Männer, die sich vor Frauen fürchten. Vor
allem vor solchen mit spirituellen Interessen."
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Hans-Ulrich Treichel im
Gespräch
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Klappentext
"Paul liebt
Berlin, vor allem Westberlin, sofern man Westberlin
lieben kann, wenn man in einer dunklen
Hinterhofwohnung in Kreuzberg lebt. Und er liebt
Maria, die Spanierin mit den graugrünen Augen und
der Motorradjacke. Die beiden lernen sich in Málaga
kennen, wo er als Sprachlehrer jobbt, während er auf
eine Referendariatsstelle wartet. Maria, die
angehende Ärztin, wird für ihn zur Liebe seines
Lebens, und doch muß er sie bald verlassen: Sie ist
verheiratet und erwartet ein Kind. Aber bei seinem
Abschied aus Spanien ruft sie ihm nach: »Permanecemos
juntos!« - »Wir bleiben zusammen!« Marias
Versprechen soll kein leeres bleiben: Sie sehen sich
wieder, in Deutschland. Von der Lobby des Münchner
Hotels Vier Jahreszeiten aus brechen sie auf zu
einer Reise, die freilich nur einen halben Tag
dauert ...
Auf einem
olivenbestandenen Grundstück hoch über dem Meer in
Südspanien und an den mit Hunde-Urin verseuchten
Stränden rund um den Grunewaldsee verwickelt
Bestsellerautor Hans-Ulrich Treichel seinen Helden
in eine Liebesgeschichte, wie sie nur dieser Meister
der heiteren Melancholie und des lakonischen Spotts
erzählen kann: voller Abstürze und in höchstem Maß
vergnüglich."
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Klappentext
"Als Albert
der schönen Elena begegnet, ist es um ihn geschehen.
Ist sie die Frau seines Lebens, die er schon immer
gesucht hat, und wird sie, nicht ganz frei und doch
zu haben, seiner nach wochenlangem Zögern endlich
vorgebrachten Einladung zu einem Spaziergang folgen?
Auf einer Parkbank im Berliner Tiergarten passiert
es dann: Sie kommen sich näher, die Italienerin und
der so norddeutsche Student der Kunstgeschichte, und
sie werden ein Paar. Doch eines Tages bekennt Elena,
zurück in ihre Heimat zu wollen, um dort den Traum
von der Selbständigkeit zu realisieren. Ende des
Glücks? Nein. Albert geht mit, man kann, denkt er,
auch in sardischer Einsamkeit über Caravaggio
forschen.
Dort aber, in Carbonia, einem tristen
Bergarbeiterstädtchen, dreht sich der Wind, der die
junge Liebe soeben noch entfacht hat. Aus der
melancholischen Barkellnerin ist die nun beinahe
lebensfrohe Besitzerin eines Kosmetikstudios
geworden, und Albert, der im Hinterzimmer des Salons
ein eher karges Dasein fristet, beginnt von Berlin
und den blaugrünen Augen einer Kieler
Geologiestudentin zu träumen, die ihm am Strand
begegnet ist.
Nach einer letzten Nacht verabschieden sich Elena
und Albert. Doch bevor er sie verläßt und sich auf
den Weg zum Busbahnhof von Carbonia macht,
versprechen sie sich ein baldiges Wiedersehen und
wissen doch: Ihr beider Traum war wohl zu schön, um
wahr zu werden."
Pressestimmen
"Botho Strauß
hatte einmal in der frühen Erzählung Die Widmung
einen »Vernichtungstrottel« auftreten lassen, einen
Zwangsneurotiker, auch eine komische Figur, der
aber, selbst bei den kleinsten Ungeschicklichkeiten,
stets mit dem höchsten Risiko zu kämpfen hatte,
nämlich um seine Existenz. Treichels Helden (...)
kämpfen nicht einmal mit ihrem Ungeschick. Sie
stellen es nur aus, zum Vergnügen des Betrachters.
(...) Albert ist ein Don Juan, aber nur in seiner
Fantasie. Fast jede Frau findet er anziehend. Fast
keine lässt sich von ihm ausziehen."
(Martin Lüdke in der ZEIT v.
29.08.2002)
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Rezensionen
- GRACK, Günther (2002): Ein
offenes Geheimnis.
Kunstgeschichte und Gynäkologie: Hans-Ulrich Treichels
"Der irdische Amor",
in: Tagesspiegel v. 24.07.
- HARTWIG, Ina
(2002): Das Geschlechtsleben der Wilden.
Albert angewandt auf Caravaggio: Hans-Ulrich Treichel hat
eine famose, sehr irdische Sexualkomödie geschrieben,
in: Frankfurter
Rundschau
v. 27.07.
- KRAUSE, Tilman (2002): Immer
neue Vergeblichkeiten.
Hans-Ulrich Treichel erzählt hochkomisch von einem, der
auszog, der Kunst und der Liebe zu leben,
in: Welt v. 03.08.
- MAIDT-ZINKE, Kristina (2002):
Wenn du bedürftig bist, sinken deine Chancen.
In "Der irdische Amor" lässt Hans-Ulrich Treichel seinen
Antihelden ein kratzfreies Körpergefühl suchen,
in: Süddeutsche Zeitung v. 06.08.
-
LÜDKE, Martin (2002): Die Entdeckung der Anus-Vulva-Achse.
Hans-Ulrich Treichels gehobener Unterhaltunsroman über
den akademischen Trottel,
in: Die ZEIT Nr.36 v. 29.08.
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