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Heinz
Bude: Der Namensgeber
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Heinz
Bude in seiner eigenen Schreibe
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BUDE, Heinz (1994): So
groß sind wir gar nicht.
Zwischen Nation und
Gesellschaft: Wie die Bundesrepublik neu erfunden
werden müßte,
in:
Frankfurter
Allgemeine Zeitung v.
29.01.
BUDE, Heinz (1998):
Die ironische Nation.
Am Ende einer deutschen
Epoche der Selbstbezüglichkeit,
in:
Frankfurter
Rundschau v. 18.04.
BUDE, Heinz (1998):
Generation Berlin.
In Vorbereitung auf die neue
Republik,
in:
Frankfurter
Allgemeine Zeitung v.
18.06.
BUDE,
Heinz (1999): Was ist die Generation Berlin?
Gesucht
wird eine Haltung jenseits von Formschwäche und
Identitätswahn,
in:
Die
Berliner Republik, Nr.1
BUDE, Heinz (2000):
Generationen im 20. Jahrhundert.
Historische Einschnitte,
ideologische Kehrtwendungen, innere
Widersprüche,
in:
Merkur,
Heft 7, Juli
BUDE, Heinz (2001):
Stadt der Füchse.
Berlin wird kein Zentrum,
sondern Perspektive der "dritten
Republik" sein.
Gekürzter Vorabdruck aus dem Ende dieser Woche
im Berliner Merve Verlag erscheinenden Band:
Heinz Bude, Generation Berlin,
in:
Frankfurter
Rundschau v. 21.03.
BUDE,
Heinz (2001): Es regiert die Lust am Moment.
Was
aber wäre, wenn der Kanzler Edmund Stoiber
hieße? Ein Gedankenexperiment mit zwei
Lebensläufen,
in:
Tagesspiegel
v. 09.06.
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BUDE
kritisiert hier eine spezielle Ausrichtung der Soziologie,
die jedoch gerade für Singles mit
Vorteilen verbunden ist.
[
mehr zum Thema
] |
BUDE,
Heinz (2002): Die normative Kraft des Physischen.
Die
Soziologie hat ausgedient. Sie taugt nicht mehr
zur Erklärung des Gen- und Computerzeitalters.
Fragen nach dem Anfang des Lebens und der
Herkunft des Geistes können nur die
Biowissenschaften beantworten,
in: Tagesspiegel
v. 05.01.
|
Der Tagesspiegel hat
den Text von der NZZ vom 15.12.2001
übernommen. |
BUDE, Heinz (2002): An
der roten Ampel.
Ausblick auf den Herbst: Die
SPD nach Schröder,
in:
Süddeutsche
Zeitung v. 26.04.
BUDE, Heinz (2002):
Ihr Helden und wir Leute.
Augstein und Unseld sind tot. Die Generation der heute
40-Jährigen trauert um sie - und auch ein wenig um sich selbst. Denn
die Jungen bringen keine unverwechselbaren Biografien mehr hervor,
in: Tagesspiegel v. 20.11.
Neue Weinerlichkeit und Heroisierung
kennzeichnen den Nachruf des Generation-Berlin-Frontkämpfers auf
den Deutschen Herbst 2002.
Der Selbstunternehmer Heinz
BUDE bringt sich gegen die 68er-Generation in Stellung, indem er
die Kriegsteilnehmer in gute Soldaten wie Helmut SCHMIDT, Rudolf
AUGSTEIN,
Siegfried UNSELD
sowie Reinhard MOHN ( = Annahme der innerstaatlichen
Kriegserklärung) und böse Flakhelfer wie
Hans Magnus ENZENSBERGER,
Hans-Dietrich GENSCHER,
Niklas LUHMANN
und Peter BÖNISCH ( = BRD als historisches Abbruchunternehmen)
auseinanderdividiert.
Dies gipfelt im Fluch
der Schicksalslosigkeit,
die er seiner Generation
verordnet:
"Von niemandem von uns wird man
sagen können: »Er war unser Held«. Wir haben unsere Positionen,
pflegen unsere Aversionen und probieren unsere Sachen. Aber schon
wird über uns gesagt, dass wir zwar smart, energisch und
selbstkritisch sein könnten, aber dass man jeden einzelnen von uns
auch wegdenken kann. Das ist die Grund der Trauer, die uns heute
befällt: Was Augstein, Unseld und die anderen uns voraushaben, ist
ein Schicksal, das man nicht beiseite schieben kann."
Sein
Generationsgenosse
Gustav SEIBT hat dagegen das Schicksal seiner Generation
entdeckt, das der nun vaterlose BUDE nirgends erblicken kann. |
BUDE,
Heinz (2003): Koloss auf tönernen Füßen.
Der Sozialstaat lebt von der Solidaritätsbereitschaft der
Mittelklassen. Wo sie verloren geht, schwindet die Legitimation.
Doch noch ist keine Gruppierung in Sicht, die sozialmoralische
Verpflichtungen in Deutschland neu begründen könnte,
in: Berliner Republik, H.5, S.23-26
BUDE, Heinz (2004):
Falsches Reformgerede.
Worin Köhler und Westerwelle sich irren,
in: Süddeutsche Zeitung v. 29.06.
Der Soziologe Heinz BUDE versucht sein
Projekt der
Generation Berlin, das einen irreparablen Bruch
zwischen der Bonner und der Berliner Republik herbeisehnt, gegen
die restaurativen Reformversionen von Guido WESTERWELLE und Horst
KÖHLER zu behaupten.
BUDE wirft KÖHLER einen
Globalisierungsimperativ vor, der die schöne neue Welt der
Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft beschwört, aber einzig
dem Niedriglohnsektor das Wort redet.
BUDE setzt dem
misanthropen, neoliberalen Untergangsdiskurs das
Vorbild
Deutschland (Detlef GÜRTLER) entgegen. Er betont die Stärken
des industriellen Kerns (Werkzeugmaschinenbau und
Automobilindustrie) und fordert eine
"Ermöglichung einer starken
Dienstleistungsökonomie jenseits von Backshops und Mediamärkten".
Der demografische
Wandel und der High-Tech-Kapitalismus soll das gegenwärtige
Arbeitsmarktproblem der hochqualifizierten Überflüssigen lösen:
"Nur da sind die
Arbeitsplätze zu schaffen für jene, die, nachdem die Arbeitsmärkte
aufgrund des Bevölkerungsschwunds leergefegt sein werden, keine
Position in den Wachstumsbereichen unserer Wirtschaft finden
können."
Man muss hier wohl von
einer Agenda 2050 sprechen, denn die Hoffnung auf eine Entlastung
der Arbeitsmärkte ist seit den 70er Jahren der beständigste Mythos
unserer Arbeitsgesellschaft.
Der
Bevölkerungsschwund wird sich jedoch als Schimäre erweisen.
Ein neuer
Generationenkompromiss, der auf eine Verlängerung der
Lebensarbeitszeit hinausläuft, soll die zukünftige
Hochproduktivität gewährleisten,
denn die nächste Revolution soll wieder
einmal in den Betrieben stattfinden,
"wo es zwischen Alten und
Jungen zu einer Neubestimmung des Verhältnisses zwischen
gewachsener Berufserfahrung und neuem Verwendungswissen kommt."
Die Abrechnung mit
WESTERWELLE ist eigentlich eine Abrechnung mit dem Aufbauimperativ
der Bonner Republik, dem gemäß BUDE in der Berliner Republik die
motivationale Grundlage abhanden gekommen ist. Dazu bemüht BUDE
sein
Generationenmodell.
Er unterscheidet zwischen
den Desillusionierten der 50er Jahre mit ihrer
postheroischen Flakhelfer-Lebensweise
und den düpierten Muttersöhnchen der 90er Jahre, die in
Zeiten der New
Economy, den Mund ein wenig zu voll genommen haben und nun in
der "Ideologie- und Utopielosigkeit" zu versinken drohen.
BUDE erkennt einen
Orientierungsbedarf, den die Reformideen von KÖHLER und
WESTERWELLE nicht decken können. Die Folge ist politische und
soziale Apathie.
Ob BUDE mit seinen
utopischen Vorschlägen einer Gesellschaft der Lebensunternehmer
jedoch das Erfolgserlebnis verschaffen kann, das sich die neuen
Desillusionierten ersehen, das bleibt fraglich.
Eines ist jedoch
sicher: Eine enttäuschte
Generation Golf im Wartestand
wartet mittlerweile sehnsüchtig auf den Führer... |
BUDE, Heinz (2004): Schwarze Löcher.
Zum Thema des Soziologentags: Ungleichheit,
in: Süddeutsche Zeitung v. 04.10.
BUDE hält eine verspätete Grabrede auf
Ulrich BECKs Individualisierungsthese:
"Die Formel von heute kann man bei Max
Weber finden: Während stabile und sichere Zeiten die ständische
Gliederung verdecken, schieben Zeiten von Wechsel und Wandel die
nackte Klassenlage in den Vordergrund. Wenn der Wohlstand
gesichert ist und der Fahrstuhl sich für alle nach oben bewegt,
dreht sich das gesellschaftliche Spiel um die »feinen
Unterschiede« des Lebensstils. Wird aber der Wohlstand prekär
(...), dann besinnen sich die Leute auf die basalen Instinkte der
sozialen Abgrenzung."
An Pisa und Hartz IV
demonstriert Heinz BUDE die veränderte Situation. Als neue Mitte definiert BUDE "die
Gewinner der Bildungsreformen der sechziger und siebziger Jahre",
die Statuspolitik als Sozialpolitik versteht und sich deshalb vom
sozialstaatlichen Versprechen enttäuscht und vom Steuerstaat
übervorteilt sieht. Den Schlüssel für eine Chancenpolitik
sieht BUDE - im Einklang mit der neuen Mitte - in einer
allgemeinen und hochwertigen Kinderbetreuung im Vorschulalter.
Problematisch ist jedoch, dass in den
alten Bundesländern eine
familialistische Tradition und im Osten eine etatistische
Tradition besteht. Nichtsdestotrotz gilt für BUDE:
"Am Ende geht es um das Verständnis
der Familie als »Keimzelle« für die moralische Konstruktion
unserer gesellschaftlichen Wirklichkeit."
Mit HARTZ IV verbindet BUDE
einen Paradigmenwechsel, nichts weniger als eine Abkehr vom
Pluralismus der Bonner Republik:
"Nicht mehr der individuell erworbene
Status, sondern die allgemeine Bedürftigkeit soll jetzt der
Maßstab für den legitimen Anteil des einzelnen am Sozialeigentum
aller sein. Damit steht plötzlich eine ganze plurale Welt (...)
zur Disposition. Das Risiko des durchschnittlichen Abweichlers ist
enorm gewachsen, weil er sich im Zweifelsfall in die Hände eines
»Fallmanagers« begeben muss, der nach nirgendwo existierenden
Normalitätsunterstellungen darüber befindet, ob man legitimer
Bittsteller, ein unbesorgter Schmarotzer oder ein bedauernswerter
Verlierer ist. Das könnte das wirkliche Ende der
»nivellierten Mittelstandsgesellschaft« sein".
BUDE plädiert für eine neue
Soziologie der Ungleichheit, die sich dem prekären Wohlstand und
der biografischen Verwundbarkeit widmet.Eine solche Soziologie der neuen Mitte
hat
Berthold VOGEL vor kurzem in BUDEs Hauszeitschrift
Mittelweg 36 vorgestellt.
Für BUDE vollzieht sich gegenwärtig ein Wandel von einer
"Kultur der Wahl" wie sie von Ulrich BECK popularisiert wurde,
zu einer "Kultur des Zufalls".
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BUDE, Heinz (2005): Glück in der Politik.
Im Leben vieler
Jugendlicher ist das Politische so wichtig wie lange nicht mehr –
und spielt sich fast nur noch jenseits der Parteien ab,
in: Die ZEIT Nr.2 v. 05.01.
Heinz BUDE hofft - im Interesse seiner
bislang farblos gebliebenen Generation Berlin - auf die Wiederkehr
des Politischen, die er für die ZEIT schon einmal bei den
stilbildenden Gruppen in Deutschland erblickt hat.
"Gutgebildete, aber noch nicht
Gutsituierte" sind seine Hoffnungsträger:
"Gemeinsam ist ihnen die Abkehr von
der wattierten Empfindsamkeit der
Generation Golf".
Drei Motive des politischen
Engagements unterscheidet BUDE in seinem Beitrag:
Zum einen die
Politik der ersten Person, die durch die Spontis und die
Alternativbewegung gesellschaftsfähig gemacht wurde und jetzt in
der Tradition von ATTAC weiterlebt. Politik als Erlebnis motiviert
den Spaßpolitiker dieses Typs.
Den Karrierepolitiker neuen Typs hat
BUDE bei den Nicht-Regierungsorganisationen entdeckt:
"Wer in den NGOs aktiv werden will,
sollte in Oxford Außenpolitik, in Mannheim Finanzpolitik, in Paris
Technikpolitik und in Florenz Rechtspolitik studieren."
BUDE setzt bei seiner neuen
Ernsthaftigkeit aber weder auf den Spaßpolitiker, noch auf den
Karrieristen, sondern auf die politische Werteelite.
Im Zeichen eines Kampfes um
gesellschaftliche Werte erhofft sich BUDE eine Repolitisierung.
Mit dem amerikanischen Ironiker
Richard RORTY, dem universalistischen Pathetiker HABERMAS und dem
Kommunitaristen Michael WALZER nennt BUDE drei Protagonisten
dieser Wertepolitik. |
BUDE, Heinz (2005):
Der Condottiere.
Endlich passiert etwas: Mit
seinem Neuwahlen-Coup erweist sich Gerhard Schröder als Schüler
Machiavellis - und als politischer Virtuose,
in: Süddeutsche Zeitung v. 24.05.
Der Soziologe Heinz BUDE beschreibt, was bei
ihm und seinesgleichen der Schröder-Coup ausgelöst hat:
"Der
machiavellistische Moment bezeichnet den Spielraum des Möglichen
in einer von
Phantasmen des Niedergangs und der Zwangsläufigkeit geprägten
Zeit. Das Land hat plötzlich die Wahl und allein schon dadurch
wird Energie entbunden und Bewegung ermöglicht."
Nimmt man BUDEs
Pessimismus aus seinem Buch
Generation Berlin, dann scheint
sich hier ein Stimmungshoch anzudeuten, aber was resultiert
daraus? Neubeginn? Nein! BUDE fordert mehr Neokonservatismus à la
Generation Berlin für die Zukunft:
"Abkehr
von der
Politik eines geistig-moralischen Projekts. Da ist nichts mehr
zu verteidigen gegen einen drohenden
konservativen Roll-back
in Begriffen von Nation, Familie und Glaube.
Das kulturelle und moralischen
Kapital einer Kulturrevolution der sechziger und siebziger Jahre,
das bei den großen gesellschaftlichen
Fragen von Ehe und Familie, von Bildung und Erziehung und von
Krieg und Frieden in der Vergangenheit der jetzigen Koalition
erfolgreich eingesetzt worden ist, hat sich verbraucht."
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Für Heinz BUDE führt an einem
autoritären Staat,
der mit Sanktionen einen Niedriglohnsektor für die Nicht-Eliten
durchsetzt, kein Weg vorbei.
Die Reduktion der
Wählerschaft bis zum Machtverlust der Mitte lässt sich verhindern.
BUDE verweist hier auf die Erfolge in Großbritannien und Schweden.
Das Marketing - eine neu sozialdemokratische Erzählung - ist hierbei
ausschlaggebend.
Der Gefühlslinken
von Andrea NAHLES bis zu GYSI/LAFONTAINE erteilt BUDE damit eine
klare Absage. |
BUDE, Heinz (2005): Keine Ausreden
mehr.
Eine große Koalition zwänge zu klaren Positionen,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 25.09.
BUDE, Heinz (2005): Die Gefahr ist unsere Rettung.
Den müden, larmoyanten Gesellschaften des Westens stehen harte
Zeiten bevor. Noch haben sie die Wirklichkeit nicht richtig ins Auge
gefasst, da zeigt Meinhard Miegel, wie sie aus ihrer Schwäche eine
Stärke machen können. In seiner Diagnose unserer "Epochenwende"
entpuppt sich der harte Realist des sozialen Wettbewerbs als Moralist
einer menschlichen Gesellschaft,
in: Literaturbeilage der Süddeutschen Zeitung v. 18.10.
BUDE, Heinz (2006): Die
Überlegenheit des Schülersoldaten.
Warum uns Günter Grass zeigt, wo wir herkommen - und deshalb ein
würdiger Nobelpreisträger aus Deutschland ist,
in: Süddeutsche Zeitung v. 16.08.
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Der Soziologe Heinz BUDE, Klassensprecher
der
Generation Berlin,
der bereits im Jahr 1987 der Flakhelfer-Generation das Buch
"Deutsche Karrieren"
gewidmet hat, stellt die Einzigartigkeit der Generation Günter
GRASS heraus, gegenüber der die Erfahrungs- und Erlebnisdefizite
der nachfolgenden Generationen 68er ff. sichtbar werden.
[mehr] |
Neu:
BUDE, Heinz (2006): Politik des Bauchs.
Wie das Biologische das Soziale unterwandert. Zum deutschen
Soziologenkongress in Kassel,
in: Süddeutsche Zeitung v. 07.10.
Im Jahr 2004 hatte der Deutsche
Soziologentag die Soziale Ungleichheit zum Thema. Obwohl damals
die neue Klassengesellschaft in aller Munde war, blieb die
Soziologie im Abseits.
Ulrich BECK beklagte seitdem des Öfteren
die fehlende gesellschaftliche Relevanz. Der
Soziologe Heinz BUDE, einer der Mitveranstalter des am Montag
beginnenden
33. Deutschen Soziologentags
zum Thema Die Natur der Gesellschaft, möchte nun alles
besser machen. BUDE
konstatiert, dass die Soziologie bei der Erklärung sozialer
Phänomene an Attraktivität eingebüßt hat, weil heute niemand mehr
glaubt, dass die
"Probleme, die heute die Art und Weise unseres
Zusammenlebens herausfordern, durch gesellschaftliche Maßnahmen
gelöst werden können".
Die
Lebenswissenschaften, zu denen er die Hirnphysiologie, die
Entwicklungsbiologie und die Demographie zählt, haben der
Soziologie den Rang abgelaufen.
Als Beispiel nennt Heinz
BUDE den so genannten "youth bulge", der in Deutschland zuerst von
Gunnar HEINSOHN und in letzter Zeit von
Frank SCHIRRMACHER und
Peter SLOTERDIJK popularisiert wurde:
"Das
hat natürlich mit sozialstrukturellen Platzierungsmechanismen und
sozialökonomischen Chancenverteilungen zu tun, aber der Grund des
Auftretens dieser neuen als gefährlich angesehenen Gruppe ist
zunächst demographischer Natur. Sie erscheinen als viele, die
stören."
Damit
erkennt BUDE die Demographie als neue Leitwissenschaft an und
weist der Soziologie die Nebenrolle zu.
Als
weiteres Beispiel führt BUDE das Problem der Zunahme von
Übergewichtigen an, das auch im neuen Buch
Kochende
Leidenschaft
des französischen Soziologen Jean-Claude KAUFMANN
eine wichtige Rolle spielt. KAUFMANN stellt das Problem in den
Zusammenhang mit dem Aufkommen des individuellen Essers. Sowohl
BUDE als auch KAUFMANN deuten das Phänomen im Zusammenhang mit der
Reproduktion sozialer Ungleichheit. Als
drittes Problem führt BUDE die Zunahme der Älteren an, die mit
einer "Invasion der Gehilfen" einhergehe.
Wer sich für das Thema
Demografie aus soziologischer Sicht interessiert, der findet
einige interessante Veranstaltungen. Aus
der Sicht von single-generation.de sind die Veranstaltungen mit
Karl Otto HONDRICH ("Der Fall der
Geburtenrate – ein Fall für Darwin, Luhmann oder Frau Minister von
der Leyen?" und "Wendebedarf? Die soziologische Theorieentwicklung
zwischen 'Natural' und 'Cultural Turn") und
Christian SCHMITT ("Fertilitätsentwicklung
in Europa – die Rolle der Familien- und Sozialpolitik")
empfehlenswert. Rechtzeitig
vor Beginn des Soziologentags sind zwei interessante Bücher zum
Thema erschienen: zum einen der von Stephan LESSENICH & Frank
NULLMEIER herausgegebene Band
Deutschland - eine gespaltene
Gesellschaft
und zum anderen ein von Peter A. BERGER & Heike KAHLERT
herausgegebenes Buch mit dem Titel
Der demographische Wandel. |
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Heinz
Bude im Gespräch
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BUDE, Heinz
& Harry NUTT (1994): Falten, Glatze, Bauch.
Heinz Bude und Harry Nutt im
Gespräch über "Lebensalter",
Popkultur und die Geschichte der Bundesrepublik,
in:
Frankfurter
Rundschau v. 31.12.
MONATH, Hans (1998): Ab in
die Berliner Republik!
Deutschland steckt tief im
wirtschaftlichen und sozialen Wandel. Doch die
Politik tut sich schwer mit neuen Antworten.
Darum wird es Zeit, dass die Verantwortlichen in
Bonn endlich ihre Siebensuchen packen,
in:
Deutsches
Allgemeines Sonntagsblatt
Nr. 46 v. 13.11.
DÜRR, Tobias (1999):
Von Machern und Halbstarken.
Die Bundesrepublik und ihre
Generationen,
in:
Die
ZEIT Nr. 21 v. 21.05.
MONATH, Hans (1999):
Hat sich die SPD durch ihren Erfolg überflüssig
gemacht?
Heinz Bude hat den
Generationenwechsel in Politik und Gesellschaft
zu seinem Thema gemacht. Die Berliner Republik,
so sagt der Soziologe voraus, werde anderen
politischen Leitbildern folgen als die Bonner
Republik, die ein 'Pufferstaat' zwischen dem
Nationalsozialismus und dem Künftigen gewesen
sein. Der Berliner Bude, der am Hamburger
Institut für Sozialforschung arbeitet, wirkt
auch in die Politik hinein: Eine Gruppe jüngerer
SPD-Bundestagsabgeordneter nannte ihre kürzlich
gegründete Zeitschrift 'Generation Berlin'.
Heinz Bundes jüngstes Buch heißt 'Die ironische
Nation',
in:
Tagesspiegel
v. 07.12.
AMEND, Christoph &
Stephan LEBERT (2002): "Stoiber beraten? Klar,
wenn's ums Land geht".
Heinz Bude, Vordenker der "Berliner Republik", glaubte an Gerhard
Schröder. Und an diese Stadt. Jetzt ist er wieder einen Schritt
weiter. Er sagt: Berlin muss wie Washington werden,
in: Tagesspiegel v.
01.09.
"Im Grunde ahnen alle
nach 1960 Geborenen, dass es für sie nicht mehr hinhaut. Was ist
also für uns Sicherheit? Ich glaube, dass die Familie das dritte,
große Thema ist. Eltern machen doch längst die positive Erfahrung,
dass sie ihren Lebensstandard nur halten können, wenn der Opa und
die Oma ihnen etwas zusteckt, 1000 Euro mal so nebenbei, weil sie ja
genug haben. Das ist wirklich etwas Stabilisierendes, darauf
verlässt man sich – und nicht auf die Riester-Rente",
sagt Heinz BUDE im Interview. Damit
knüpft er an die Erkenntnisse des Altersforschers
Martin KOHLI an, der die
innerfamilialen
Transferzahlungen zwischen den
Haushalten der Kinderlosen und den Familienhaushalten in einer groß angelegten Studie
untersucht hat. |
ILLIES, Florian
&
Inge KLOEPFER (2002): "Wir
brauchen keine Stars".
Der Soziologe Heinz Bude über das Scheitern von Middelhoff, Sommer
& Co. und warum der Wohlfahrtsstaat sich dramatisch verändert,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 22.12.
Katzenjammer in der Weltverbesserungsecke!
Das bleibende Verdienst der
Generation Golf
sieht Heinz BUDE in der
"Idee der Unschuld des Erfolgs."
Eine
Neidtheorie liefert BUDE ebenfalls:
"Wovon wir in Westdeutschland nach 1945 gelebt haben, das
war das Wunder über die ausgebliebene Katastrophe". Aber dieses
Gefühl ist nun hin und "deshalb bindet uns nichts mehr. Das ist der Gund dafür, daß jetzt
der Neid ausbricht".
Die Tatsache, dass sich die mittleren
Generationen NORMALERWEISE in der Familienphase befinden, möchte
BUDE als "Rückbesinnung auf die Familie" und damit als DIE BESONDERE
LEISTUNG der Generation Golf vermarkten! Der Abbau des Sozialstaats
wird in diesem Zusammenhang dann noch zur heroischen Tat stilisiert.
In der
"sich abzeichnenden Umstellung des sozialen Sicherungssystems
von individuell zugerechnetem Transfereinkommen auf Institutionen
für Kinderbetreuung und Familienstützung"
sieht BUDE deshalb eine
Revolution.
Da ist es dann auch nicht mehr
weit zum Schulterschluss mit
Friedrich MERZ
und dessen Plädoyer für eine Leitkultur. In Wahrheit geht es hier
nur um eine Leidkultur! |
UNFRIED, Peter & Jan FEDDERSEN (2004): "Und dann wird Merkel
Kanzlerin".
Die Krise von Rot-Grün ist
offensichtlich, die Unterstützung für ihre Reformpolitik erodiert.
Die Deutschen wollen ihre Ruhe. Erleben wir nun die Renaissance
alter Familienwerte? Werden wir alle konservativ, wie Heinz Bude,
Soziologe am Hamburger Institut für Sozialforschung, behauptet? Ein
Gespräch über linke Horrorszenarien und die Nöte einer visionären
Sozialpolitik,
in: TAZ v. 28.02.
Heinz BUDE, der in Zeiten der New Economy
den Lebensunternehmer als unternehmerischen Einzelnen zum Pionier
der Berliner Republik stilisiert hat, macht nun eine 180 Grad
Kehrtwende und propagiert einen
neuen Familienfundamentalismus
der Neuen Mitte.
Konsequent wird dabei jedoch das ursprüngliche
Projekt weiter verfolgt: Es geht um den Kampf der Eliten gegen
die Nicht-Eliten. Der Sozialstaat soll zukünftig vor allem für
die Besserverdienenden da sein. Kern dieser Umfunktionierung
ist eine neue Sozialpolitik:
"Wollen
wir, zum Beispiel, dass die berühmten staatlichen
Transferzahlungen vor allem an Individuen gehen, oder wollen wir
damit eine Ökologie von Institutionen schaffen, die die Familie
unterstützen. Also: Kitas etwa oder Ganztagsschulen. Wenn man dies
bejaht, hätte dies natürlich die Folge, dass die Sozialhilfe
reduziert werden muss. Das ist überhaupt keine Frage: Wenn wir die
Ökologie der Kinderbetreuung verbessern bei der gegenwärtigen
staatlichen Finanzlage, führt das zwangsläufig zur Reduktion von
Individualtransfers, das geht überhaupt nicht anders. Also unser
Denken über die Bedeutung der Familie hat durchaus harte
Konsequenzen."
Dies ist eine
ernstzunehmende
Kampfansage an alle Elternlosen,
denen auch noch der letzte sozialstaatliche Rückhalt entzogen
werden soll.
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Heinz BUDE erzählt
Stephan
SCHLAK & Alexander CAMANN u.a. von seines
K-Gruppen-Vergangenheit in den 70er Jahren:
"Die
Welt: In den Siebzigern kommen Sie nach West-Berlin. Es war
die hohe Zeit der Kapital-Schulungskurse und politischen Sekten.
Unter welche Fahne haben Sie sich gestellt?
Bude:
Ich habe in Berlin dieses ganze Kapital-Kurs-Wesen mitgemacht. In
Tübingen war ich der Gruppe internationaler Trotzkisten beigetreten.
Und die Trotzkisten waren ja immer schon die FDP der Linken, von wo
aus sich das Spektrum gut sortieren ließ. DKPisten rieche ich bis
heute auf zehn Meter - wovon es gerade in der publizistischen Welt
Westdeutschlands verdammt viele gibt. Die waren schon damals
indiskutabel: Leute, die mit glühenden Augen Pablo Neruda lasen oder
Peter Weiss' Ȁsthetik des
Widerstandes«. Um Himmels Willen! Wenn Weiss, dann das
Auschwitz-Stück oder die frühen Sachen, aber doch nicht die Ästhetik
des Widerstandes und diese linke Erbauungsliteratur. Bei den
Maoisten waren die Mädchen zwar immer sehr nett - aber insgesamt
waren die mir wegen ihres pietistischen Eifers ebenfalls suspekt."
Bei
Frank
SCHIRRMACHER sieht BUDE Gemeinsamkeiten:
"Die
Welt: Falls 1990 das linke
Lafontaine-Achtundsechziger-Projekt an die Macht gekommen wäre,
hätte es dann den heute vielfach beschriebenen Generationenkampf -
ältere Achtundsechziger versus jüngere Bürgerliche - nicht viel
früher und dann in viel schärferer Form gegeben?
Bude:
Das glaube ich so nicht.
Der Generationenstreit ist ja nicht ausgefallen. Es gibt einige
Gemeinsamkeiten zwischen mir und der ganzen Entwicklung, für die
etwa Frank Schirrmacher steht. Ihn würde ich in gewisser Weise auch
für meine Generation in Anspruch nehmen, obwohl er etwas jünger ist.
Ich habe mich in vielem mit ihm durchaus auf einer Linie gefühlt,
und es gab ja auch Kontakte. Das Gemeinsame bestand in einer
gewissen Haltung des Mißtrauens gegenüber den 68ern, die einerseits
einen überzogenen Universalismus verinnerlicht hatten, der unfähig
war, zu realisieren, was passiert; andererseits einen Kritizismus
pflegten, der zu nichts nutze ist."
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Heinz Bude in der Debatte
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CHARIM,
Isolde
(2005):
Abwehr der Gefühlslinken.
Ist die Mehrheit links der
Mitte nur ein Phantasma? Dagegen wird jedenfalls der "Sachverstand" in
Stellung gebracht,
in: TAZ v. 04.10.
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Klappentext
"In der Generation
Berlin sieht Heinz Bude eine neue
intellektuelle Haltung verkörpert, die ein
Gefühl von Jetztzeit vermittelt. Nach der
Kälte der Weimarer, der Skepsis der
Flakhelfer- und der Kritik der
Achtundsechziger-Generation, schickt sie sich
an, ein Ideal des 'unternehmerischen
einzelnen' zu definieren. Während die
Achtundsechziger in Gestalt von Rot/Grün auf
der Vorderbühne ihre zweite Chance
wahrnehmen, halten sich auf der Hinterbühne
die Agenten der Generation Berlin bereit.
Ihre Nüchternheit kennt keine Position
außerhalb des Spiels von Macht, Wissen und
Geld.
Noch ist nicht ausgemacht, ob sie diesem
Spiel neue Regeln geben wird, um eine
experimentelle Politik gemischter
Zuständigkeiten und vorläufiger Versuche
durchzusetzen. Jedenfalls 'probiert sie schon
jetzt eine Haltung jenseits von Formschwäche
und Identitätswahn'."
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GASCHKE,
Susanne (2001):
Kommt jetzt die
Generation Kassel?
Der
Soziologe Heinz Bude ist nett. Aber
verdrossen. Die von ihm erfundene
Generation Berlin entwickelt
sich nicht zu seiner Zufriedenheit,
in:
Berliner
Republik Nr.3
Infos
zu:
Susanne
Gaschke - Autorin der
Generation Berlin
NOLTE,
Paul (2001): Heinz Bude: Generation
Berlin,
in:
Literaturen
Nr.6, Juni
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Paul NOLTE sieht im
Buch "Generation Berlin" von Heinz BUDE den Auftrag
zur Reform an sich und seine Generation:
"»Generation Berlin«:
mit diesem Schlagwort bezeichnet Bude die um
1960/1965 Georenen, die letzten Kinder der alten
Bundesrepublik. (...). Von ihnen, von ihrem
intellektuellen Gestus der Nüchternheit hält Bude
viel; sie sollen zu den eigentlichen Gestaltern der
Berliner Republik werden. (...).
Gesellschaftsveränderung
stünde nicht mehr auf der Agenda? Wieder falsch,
denn wir sind inzwischen mitten in einer
längst überfälligen Renaissance der
Gesellschaftspolitik, und es sind die 30- bis
40-Jährigen, die sagen »Reformen - ja, bitte!«
Die Anstöße, die Heinz Bude gibt, müssen deshalb
weitergedacht werden."
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LUETZOW,
Gunnar (2001): "Generation
Berlin".
Frische Munition
für die Faulheitsdebatte,
in:
Spiegel
Online v. 14.06.
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Klappentext
"Was ist übriggeblieben
von der westdeutschen Studentenbewegung der
späten sechziger Jahre? Heinz Bude nimmt ein
Vierteljahrhundert später die Generation in
den Blick, der der gesellschaftliche Aufbruch
jener Zeit zugeschrieben wird. 1968 waren die
Jahrgänge 1938 bis 1948 zwischen zwanzig und
dreißig Jahre alt. Heute befinden sich die
Fünfzigjährigen in der Prominenzphase ihres
Lebenslaufs. Nach dem Abtritt der
'skeptischen Generation' hat die 68er
Generation im Verhältnis der Generationen
die Führungsrolle übernommen. Die einstigen
Rebellinnen und Rebellen der
Wohlstandsgesellschaft verkörpern heute die
Autorität und den Charme der neuen
Bundesrepublik. Von welchen Einsichten und
Überzeugungen lassen sie sich leiten? In
welchen Lebensmodellen drücken sich ihre
Erfahrungsbilanzen aus? Welche Praktiken der
Freiheit sind aus jenen Prozessen der
Befreiung hervorgegangen? Im Zentrum der
Untersuchung stehen sechs Porträts von
Angehörigen der 68er Generation: drei Frauen
und drei Männer, alle Stichwortgeber ihrer
Generation. Ein Verleger und eine prominente
Feministin, ein individualisierter
Bewegungsunternehmer und eine
Fernsehredakteurin, ein Professor für
Gesellschaftstheorie und eine Politikerin der
Grünen liefern Stoff für das Gesamtbild
einer Generation, die zur Erfolgsgeschichte
der alten Bundesrepublik gehört."
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LAU,
Jörg (1995): Ein hermeneutischer
Wegelagerer.
Der Bildungsroman
einer Generation, die wie keine andere
mit der Macht der Eltern beschäftigt war
- der Berliner Soziologe Heinz Bude legt
seine psychohistorischen Untersuchungen
über das Altern der Achtundsechziger
vor,
in:
TAZ
v. 27.05.
Infos zu:
Jörg
Lau - Autor der Single-Generation
DIRSCHAUER,
Johannes (1995): Sprung aus der
biologischen Dunkelhaft.
So klug wie
aggressiv: Heinz Budes Buch von den
Mitgliedern der 68er Generation,
in:
Süddeutsche
Zeitung v. 17.06.
NEVERMANN,
Knut (1995): Porträts vor fehlendem
Hintergrund.
Psychohistorisches
Patchwork: Heinz Bude über das Altern
der 68er Generation,
in:
Frankfurter
Rundschau v. 02.09.
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Klappentext
"Noch sind die Flakhelfer
an der Macht. Die zwischen 1926 und 1930
Geborenen waren die 'letzten Helden des
Führers'. Als Jugendliche haben sie erlebt,
wie Deutschland zusammenbrach und der
Faschismus besiegt wurde. Heute sind viele
gesellschaftliche Führungspositionen in der
Bundesrepublik von Angehörigen dieser
Generation besetzt. Die Untersuchung von
Heinz Bude konzentriert sich auf die sozialen
Aufsteiger aus der Flakhelfer-Generation. In
ihrem Leben verdichtet sich persönliche und
gesellschaftliche Geschichte: Sie haben mit
dem kollektiven Aufbau der Bundesrepublik
nach Krieg und Faschismus einen persönlichen
Aufstieg vollzogen. Sie bilden die Spitze der
Generation derer, die das 'Modell
Deutschland' nach 1945 mitaufgebaut haben.
Gefragt wird nach den Lebenskonstruktionen
des Aufstiegs. Welche Spuren hat der Riß von
1945 in ihrem Leben hinterlassen? Wie haben
sie den Wiederaufstieg der Bundesrepublik
erlebt und wie haben sie sich daran
beteiligt? Wie verstehen sie sich nun als
normative Repräsentanten dieser
Gesellschaft?"
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