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Einführung
in die Generationendebatte ]
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Jana Hensel:
Wir Wessis aus Ostdeutschland
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Aktuellster
Beitrag
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Jana Hensel
in ihrer eigenen Schreibe
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- HENSEL, Jana
(2003): Krieger im Nebel.
Da war nichts. Der Aufstand aus östlicher Sicht,
in: Tagesspiegel v. 16.06.
- HENSEL, Jana (2003): Proben für den
großen Krach.
Mit Demonstrationen und Streiks wehren sich Deutschlands
Studenten gegen gekürzte Bildungsetats und geplante Studiengebühren
- und werden dafür von Politikern und Öffentlichkeit belobigt. Bei
vielen Protestierenden hat sich enormer Zorn angestaut,
in: Spiegel Nr.51 v. 15.12.
-
BEYER, Susanne & HENSEL, Jana (2004): Die romantische Utopie.
In einer von wirtschaftlichen Sorgen und Zukunftsangst geprägten
Gegenwart arbeiten Werbung und Kulturindustrie emsig an der
Rekonstruktion des Romantischen: Von Liebe redeten die Menschen
lange nur ironisch - nun ist sie das Zauberwort der Stunde,
in: Spiegel Nr.3 v. 12.01.
- Kommentar:
"Die postmoderne Kultur habe den Zusammenbruch von
übergreifenden, lebenslangen, romantischen Liebesentwürfen
bewirkt, so Illouz, »und sie in die kürzere und wiederholbare Form
der Affäre komprimiert«" zitieren die Autorinnen aus "Der Konsum der Romantik".
Was hier als postmoderne Kultur
beschrieben wird, das hat der
Soziologe
Niklas LUHMANN in "Liebe als Passion" noch positiv als das
französische Entlastungs-Modell der Ehe herausgearbeitet. Von
Susanne GASCHKE wurde das dann als
"Rebellion im
Reihenhaus" für die Generation Berlin propagiert.
Bei BEYER & HENSEL geht dagegen der
Niedergang der Ehe
mit der Affärenkultur einher.
Das
Konkurrenzmodell dazu nennt sich serielle Monogamie: wenn die
Liebe endet, dann endet auch die Ehe oder die Paarbeziehung.
Affären sind in diesem
Modell - idealtypisch - nicht vorgesehen.
Im SPIEGEL-Artikel werden diese
unterschiedlichen Vorstellungen nicht deutlich, weswegen eine
Ursachenanalyse scheitern muss.
Stattdessen wird der Zeitgeist herbei
geschrieben. 200 Jahre Romantik, da wird es doch wieder einmal
Zeit für eine
"Wiederverzauberung der entzauberten Welt" im Geiste von
NOVALIS, TIECK und der Gebrüder SCHLEGEL. In Werbung und Kino
finden die Autorinnen Anzeichen dafür.
Die Sehnsucht nach Romantik wird auch
mit veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen erklärt:
"Die Hoffnung auf die
Verheißungen der Globalisierung
ist häufig der konkreten
Angst um den eigenen Arbeitsplatz gewichen; im Gebälk des
lange Zeit so
bequemen
Sozialstaats knarzt es bedenklich, und die
Träume der
New Economy sind schnöde zerplatzt.
Da ist Romantik (...) willkommener Seelenbalsam."
Wenn dies stimmen sollte, dann hätte
der SPIEGEL als Teil der Kulturindustrie jedoch einen gewissen
Anteil an dieser "Rekonstruktion der Romantik".
-
HENSEL, Jana & Elisabeth RAETHER (2008): Warum wir gegen
Buchhalter-Feminismus sind.
Alice Schwarzer bekam den Ludwig-Börne-Preis - und warf in ihrer
Dankesrede den "Neue deutsche Mädchen“-Autorinnen "Wellness-Feminismus“
vor. Auf sueddeutsche.de antworten die Attackierten,
in: sueddeutsche.de v. 06.05.
- Inhalt:
"Wir
schreiben über unsere Mütter und davon, dass wir Scheidungskinder
sind, eines aus Ost und eines aus West. Wir sind mit dem Scheitern
der Familie in ihrer herkömmlichen Bauart groß geworden. Wir
suchen nach neuen, tauglichen Formen, und deshalb kann
Frauenpolitik für uns nur Familienpolitik sein",
meinen HENSEL & RAETHER.
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Jana Hensel:
Porträts und Gespräche
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- SAARBRÜCKER ZEITUNG (2002): Die ersten
Wessis aus dem Osten.
Die 26-jährige Jana Hensel über ihr Buch "Zonenkinder",
in: Saarbrücker Zeitung v. 02.11.
-
GUTSCH, Jochen-Martin (2002): Man begibt sich in so eine Art
Erinnerungsrausch.
Jana Hensel hat ein Porträt der Generation von Mittzwanzigern
geschrieben, die im Osten ihre Kindheit erlebten und dann im Westen
ihre Jugend,
in: Berliner Zeitung v. 09.11.
-
LEINEMANN, Susanne & Antje SCHMELCHER (2002): Generation Trabant.
Angekommen im neuen Deutschland? "Zonenkinder im Gespräch,
in: Welt v. 09.11.
-
IDE, Robert (2003): Die Wahrheit auf dem Platz.
Jana Hensel aus Leipzig wollte die nächste Steffi Graf werden.
Heute schreibt sie Bestseller - und ihre Heimat wird vielleicht
Olympia-Stadt. Spaziergang mit einem Zonenkind,
in: Tagesspiegel v. 27.04.
-
WEINLEIN, Alexander (2009): "Wo bleibt meine Erinnerung?"
Die Autorin beschreibt in ihrem neuen Buch »Achtung Zone« die
Auswirkungen der Deutschen Einheit auf die Menschen in Ostdeutschland,
in: Das Parlament Nr.42-43 v. 12.10.
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Achtung Zone (2009)
Warum wir Ostdeutschen anders bleiben sollten
München:
Piper
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Rezensionen
- SCHÄDLICH, Susanne (2009): Der alte Sound.
Jana Hensel rechnet mit der Wende ab,
in: Die ZEIT Nr.41 v. 01.10.
-
BALZER, Vladimir (2009): Gefühltes Wissen.
Die Autorin Jana Hensel versucht in einer Fortsetzung der
"Zonenkinder" zu erklären, warum die Ostdeutschen erst nach der
friedlichen Revolution zu sich selbst fanden. Sie scheitert
grandios,
in: DeutschlandRadio v. 06.10.
-
BÖKER, Carmen (2009): Wenn das Papier nur so tut.
Warum sollen Ostdeutsche denn anders bleiben? Jana Hensel hat in
"Achtung Zone" jedenfalls keine Antwort darauf zu bieten,
in: Berliner Zeitung v. 14.10.
- MEINHOF, Renate (2009): Unter
Trübsalsklößen.
Jana Hensel will, dass die Ossis bleiben, wie sie scheinen,
in: Süddeutsche Zeitung v. 24.10.
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Neu:
LAY, Conrad (2009): Doppelter Utopieverlust,
in: DeutschlandRadio v. 09.11.
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Klappentext
"Zwei Frauen um die 30 ärgern sich über
die Selbstinszenierung des »Emma«-Feminismus, der so
alt ist wie sie. Und sie beginnen, über ihr eigenes
Leben Auskunft zu geben. Über ihren Aufbruch von Ost
und West in die Großstadt, über ihre Herkunft, über
Freundschaft, Liebe, Sex und Affären, über Jobs,
Geld und Karrieren, über alte und neue deutsche
Männer.
Selten war
eine Generation der 30-Jährigen so frei, sich selbst
neu zu erfinden, wie in der Nachwendezeit - was Lust
und Last zugleich bedeutet. Wer sind sie also, die
neuen deutschen Mädchen, was ist ihnen wichtig und
was egal? Wovon träumen sie? Woher nehmen sie ihren
Mut und ihre Vitalität, und wie sollen ihre Männer
sein? Jana Hensel und Elisabeth Raether erzählen
davon mit radikaler Offenheit - in einem Buch für
junge Frauen, junge Männer und auch deren Eltern."
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Rezensionen
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STEPHAN, Cora (2008): Anlagen zum Kultbuch,
in: DeutschlandRadio v. 30.03.
-
FLORIN, Christiane (2008): Ach, wie niedlich! Die Mädchenplage.
Neuer Feminismus: Gemeinsam sind wir schwach: Fünf weibliche
Schreibkräfte stemmen zwei Bücher,
in: Rheinischer Merkur Nr.14 v. 03.04.
-
SCHUSTER, Katrin (2008): Dann doch lieber Alice Schwarzer,
in: Berliner Zeitung v. 10.04.
-
PERSON, Jutta (2008): Mein Freund ist immer so gefasst.
Jana Hensel und Elisabeth Raether attackieren mit ihrem Buch
"Neue deutsche Mädchen" Alice Schwarzer. Ist das nun der neue
Feminismus?
in: Süddeutsche Zeitung v. 23.04.
-
HORST, Ernst (2008): Neue Mädchen, alte Muttis.
Man muss nicht alles ergründen wollen,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 25.04.
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Rezensionen
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SELG, Olaf (2004): Ostzonenerinnerungsbrockentunmanchmalweh.
Jana Hensel hat den Versuch gewagt, ihre Ost-West-Sozialisation
in verständliche Worte zu fassen. Dies hat eine kontroverse
Diskussion ausgelöst, deren wesentliche Stimmen von Tom Kraushaar in
einem Begleitbuch herausgegeben wurden. Beide Bücher erhellen sich
gegenseitig,
in: Satt.org v. 12.07.
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Klappentext
"Jana Hensel war dreizehn, als die
Mauer fiel. Von einem Tag auf den anderen war ihre
Kindheit zu Ende. Timurtrupp, Milchgeldkassierer,
Korbine Früchtchen oder die »Trommel«: Die
vertrauten Dinge des DDR-Alltags verschwanden
gleichsam über Nacht - und ein Abenteuer begann.
Plötzlich war überall Westen, die Grenze offen, die
Geschichte auch. Von der Freiheit erwischt, machte
sich eine ganze Generation daran, das veränderte
Land neu zu erkunden"
Pressestimmen
"Jana Hensel hat den Kindern der Zone,
der ersten gesamtdeutschen Generation, schon jetzt
ein kleines Denkmal gesetzt"
(Reinhard Mohr im Spiegel vom
07.10.2002)
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Rezensionen
- BISKY, Jens
(2002): Traumbilder vom Osten in den Farben des Westens.
Die Jahre, die Ihr nicht kennt, im Land, das Ihr zu
kennen meint: Jana Hensel und
Wolfgang
Engler versuchen, das Leben der Ostdeutschen zu
beschreiben,
in: Süddeutsche Zeitung v. 09.10.
- SCHRÖDER, Martin Z. (2002):
Die DDR war gar nicht lustig.
Eine Gesellschaft verpasst ihren Generationenkonflikt und
könnte doch die Avantgarde sein,
in: Literaturen Nr.11, November
- RICHTER, Peter (2002): Die armen kleinen
Gehirne.
Was Kinder in der DDR so alles erdulden mußten, will Jana Hensel
wissen,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 05.11.
-
LÜHE, Marion (2002): Oden auf den Goldbroiler.
Mag auch die DDR historisch erledigt sein, in den Herzen mancher
Jungliteraten ist sie wieder auferstanden,
in: Rheinischer Merkur Nr.45 v. 07.11.
-
AREND, Ingo (2002): Der Setzkasten der Erinnerung.
Fetischcharakter. Jana Hensel hat Sehnsucht nach dem Warenparadies
DDR,
in: Freitag Nr.46 v. 08.11.
-
BRANDT, Jan (2002): Mit der Krise steigt die Sehnsucht.
Die ostdeutsche Bestsellerautorin Jana Hensel hat sich
auf die Suche nach einer real existierenden Kindheit
gemacht. Ihr Buch "Zonenkinder" erfindet keine Generation
Trabbi, sondern markiert die kulturelle Angleichung zwischen
Ost und West,
in: TAZ v. 26.11.
-
FREUNDEL, Natascha (2004): Wir gehen ins Museum.
Jana Hensel trommelt die Zonenkinder zusammen,
in: Berliner Zeitung v. 02.12.
- GEER, Nadja (2002): DDR-Safari.
Jana Hensel schwärmt vom braven Osten,
in: Die ZEIT Nr.51 Literaturbeilage v. 12.12.
- Inhalt:
GEER findet das Buch lapidar nur etwas
beunruhigt sie:
"Dass
es »Rolli«, »Flitzi« und »Schnapp« nicht mehr gibt, kann man
nicht ernsthaft bedauern. Aber dass eine Tochter ihre
fortysomething-Eltern für pflegebedürftig erklärt, weil
sich das Weltbild zwischenzeitlich um 180 Grad gedreht hat,
ist ein Problem."
- SCHÄFER, Frank (2003): Leben und
Leiden am Rand.
Anmerkungen zur Beziehung zwischen Pop und Provinz,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 23.01.
- Inhalt:
Frank SCHÄFER
vermeldet einen Sieg:
"So
jedenfalls könnte man den sich beinahe zu einer
literarischen Mode auswachsenden Erfolg der «Zonenkinder»
deuten. Jana Hensel, die das hübsche Etikett mit ihrem
gleichnamigen Erinnerungsbuch geprägt hat, aber auch die
hart an der eigenen Biographie entlang schreibenden Autoren
Jakob Hein,
André Kubiczek, Jochen
Schmidt, Falko Hennig, Andreas Gläser oder Jana Simon sind
Abkömmlinge der einstigen Grossprovinz DDR. Und es entbehrt
nicht einer gewissen Ironie bzw. beweist einmal mehr die
Dialektik der Geschichte, dass ausgerechnet diese
Ostprovinzler sich an die Spitze der sich eine Zeit lang
doch sehr weltmännisch-mondän gerierenden, mittlerweile
etwas abgewirtschafteten Popliteratur setzten."
Ansonsten
geht es um das Buch "Wie
komme ich hier raus?" von Kolja MENSING und
"Lovers Club" von HOLLAND-MORITZ
- SOMMER, Gerlinde (2003):
"Zonenkinder": Eine Abrechnung zwischen Aufbruch und
Verlust,
in: Thüringische Landeszeitung v. 08.02.
- Kommentar:
Gerlinde SOMMER ärgert den Spiegel und lobt
Jana HENSEL:
"»Zonenkinder« ist lesenswert.
Und die Frage, ob das Buch in die Kategorie »Generation Golf«
gehört, beantwortet sich von selbst."
- BÖTTIGER, Helmut (2003): Spiel
doch mit den Zonenkindern,
in: Tagesspiegel v. 23.02.
- Inhalt:
Helmut BÖTTIGER beschreibt
die anschwellende Zonenkinder-Literatur:
"Thomas
Brussigs »Helden wie wir«
hatte bei allem Klamauk durchaus auch noch satirische Züge.
Spätestens
Leander Haußmanns
»Sonnenallee«-Verfilmung
machte dann jedoch das allgemeine Menschenrecht auf eine
unbeschwerte Jugend kenntlich. Der Osten war nicht nur rot,
er war vor allem auch immer jung. Und diese Erkenntnis brach
sich in den letzten zwei Jahren literarisch breitflächig
Bahn. Viele von denen, die 1989 mitten in der Pubertät
erwischt wurden, führen jetzt in ihren Debüts und frühen
Schriften die DDR als bunte Spielwiese vor. Die
Materialsammlung
»Zonenkinder«
von Jana Hensel hat die Marktlücke am effektivsten besetzt:
Good-Bye, Lenin!"
-
HOLTZ, Melanie (2003): Generation Trabi.
Jana Hensel über die Aufstiegskinder aus dem Nirgendwo,
in: Literaturkritik.de, Nr.11, November
- JUNG, Thomas (2003): Phantomschmerz beim
Ausverkauf der Erinnerung.
Jana Hensels "Zonenkinder" und der rasche Abschied von der
Vergangenheit,
in: die horen, H.3,
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Das Buch in der Debatte
- Inhalt:
Reinhard MOHR,
der in den 90er Jahren selbst ein Generationenporträt entwarf,
beschäftigt sich mit den Generation @-Buch von Jana HENSEL und dem
Generation Golf-Buch "Aufgewacht. Mauer weg" von Susanne
LEINEMANN und stellt beide in die Nachfolge von Florian ILLIES'
Bestseller "Generation Golf". Diese Generation beschreibt er als
jene
"Kinder
von 1968, die in den vermeintlich coolen Achtzigern aufwuchsen und
für Madonna schwärmten statt für Marcuse. Ihr Rudi Dutschke hieß
Thomas Gottschalk, und ihr »Teach-in« war die »Saalwette« bei
»Wetten, dass...?«"
Bei
Susanne LEINEMANN missfällt MOHR der Versuch der Politisierung ihrer
Generation:
"sie
versucht (...) das historische Ereignis zu politisieren, neudeutsch,
zu »branden«: »1989 könnte unser Label sein, unsere Marke, die uns
als Generation unverwechselbar macht«".
Das
Verhältnis der jüngeren HENSEL zur Generation Golf sieht MOHR im
Schnittpunkt mehrer Linien:
"Sie
gehört zur Generation der Mittzwanziger, die (...) den
erbarmungslosen Markenkampf der etwas älteren »Generation Golf«
(...) doppelt verpasst: Sie war zu jung und zu östlich.
Doch es gibt eine verblüffende Parallele (...) der starke Hang (...)
zur Warenästhetik und den feinen Unterschieden".
MOHR stimmt HENSELs Generationenbild zu: "Wir sind die ersten Wessis
aus Ostdeutschland" und lobt ihr Buch:
"Jana
HENSEL hat den Kindern der Zone, der ersten gesamtdeutschen
Generation, schon jetzt ein kleines Denkmal gesetzt".
-
MESSMER, Susanne (2002): Unsere schönen Projektionen.
Warum tanzen viele junge ostdeutsche Autoren vor uns
Westdeutschen plötzlich herum wie die Indianer beim Powwow-Tanz? Und
warum finden wir sie dabei auch noch so exotisch? Über die
Möglichkeit, selbst vorgeführt zu werden in unserem seltsamen
Begehren nach dem Osten als dem ganz Anderen,
in: TAZ v. 07.12.
- LANGELÜDDECKE, Ines (2003): Gehen und
bleiben,
in: Merkur, Januar
- Inhalt:
LANGELÜDDECKE, Jahrgang 1976, auf der Suche nach der
richtigen Zugehörigkeit:
"Bin ich Ossi, Wessi, Wossi - oder etwa
ein Ost-West-Zwitter wie Jana Hensel in ihrem Buch Zonenkinder
schreibt? (Gern wäre ich natürlich Avantgarde, wie
Wolfgang
Engler behauptet, der anscheinend große Hoffnungen auf die
Bewohner meines Landstriches setzt.)
-
HACKER, Doja (2003): "Ich bin aber nicht traurig".
Im Westen umschwärmt, im Osten beschimpft: Die junge Leipzigerin
Jana Hensel hat mit ihren Kindheitserinnerungen "Zonenkinder" einen
Riesenerfolg - und überraschende Schwierigkeiten,
in: Spiegel Nr.2 v. 06.01.
- Kommentar:
Am 07.10.2002 hat Reinhard MOHR hier
Jana Hensels "Zonenkinder" gelobt.
Jetzt berichtet HACKER über die
zwiespältige Aufnahme des Buches bei den Ossis und den Wessis. HACKER
geht auf die Verrisse von Jens BISKY (SZ), Martin Z. SCHRÖDER
(Literaturen), Ingo AREND (Freitag) und Peter RICHTER (FAZ) ein.
Rahmenhandlung ist ein Porträt von Kai BIERMANN, das in der
Stuttgarter Zeitung erscheinen soll.
Im Mittelpunkt steht das kollektive
WIR, das Jana HENSEL zum Vorwurf gemacht wird: "So schnell (...) hat
noch kein Hippie seinem Gegenüber das Du aufgedrängt wie dieses Buch
dem Leser das Wir" zitiert HACKER den FAZ-Kritiker.
Erklärt werden soll das von Alexander
FESTs These, dass sich der individualisierte Westen über
Gemeinsamkeiten freue, während der Osten - vom Kollektivieren
gebrandmarkt - Verallgemeinerungen ablehne.
Ausgerechnet das
Buch "Generation Golf" von Florian
ILLIES soll diese These stützen. Offenbar vergisst das Feuilleton
schnell, denn das WIR von ILLIES wurde von den westdeutschen Kritikern
keineswegs einhellig begrüßt und
Katja KULLMANNs "Generation Ally" wurde ihr WIR ebenfalls um die
Ohren gehauen. Aber das interessierte niemand, nicht einmal den
SPIEGEL, der nun Jana HENSEL, die sich als Fan von
Fernbeziehungen outet, unter seine schützenden Fittiche nimmt.
-
BIERMANN, Kai (2003): Herzlich willkommen bei der Generation
Wartburg.
Ein Kind der Zone, kokett, aber nicht hilflos: wie die
Schriftstellerin Jana Hensel nach den Resten ihrer ostdeutschen
Identität sucht,
in: Stuttgarter Zeitung v. 08.01.
- Kommentar:
Der SPIEGEL hat kräftig
Werbung für Kai BIERMANN gemacht.
-
HODONYI, Robert (2003): Unbehagen mit dem Wir.
Jana Hensel las aus "Zonenkinder" - und in Dresden prallten die
Wahrnehmungen der Wendezeit aufeinander,
in: TAZ v. 04.02.
- Kommentar:
HODONYI greift in seinem Artikel das
SPIEGEL-Theorem von Doja HACKER auf.
Während dort jedoch der
Ost-West-Konflikt in den Vordergrund gerückt wurde, ist HODONYI dem
innerostdeutschen Generationenkonflikt nachgegangen.
- SCHNEIDER, Carsten (2003): Wir
Zonenkinder.
"Zonenkinder", geschrieben von Jana Hensel, ist ein Buch über die
Erfahrungen und Gefühle einer besonderen Generation, die mit dem
Ende der DDR 1989 entstand,
in: Thüringer Allgemeine v. 07.02.
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-
Die Zonenkinder-Generation in der Debatte
-
WEDEL, Judith (2002): Ick wär' so gern ein Zonenkind.
Verwöhnte Westgören (2),
in: Freitag Nr.1 v. 27.12.
-
ALEXANDER, Robin (2003): Die vergoldete Zonenjugend.
Sie sind jung. Sie sind erfolgreich. Sie treffen sich in einem
Schwimmbad ohne Wasser: Die Generation 89 ist da. Na ja,
in: TAZ v. 31.10.
-
BARTSCH, Michael (2004): "Im Osten entsteht vielleicht eine radikale
Jugendbewegung", sagt. Lutz Niethammer.
Die "Zonenkinder" waren zu jung, um das Ende der DDR als
Befreiung zu erleben. Nun suchen sie nach Orientierung,
in: TAZ v. 10.01.
- Inhalt:
Der Historiker und Soziologe Lutz NIETHAMMER
sieht mit den um 1980 Geborenen, der - nach Jana HENSELs
Bestseller benannten "Zonenkinder" -Generation - , eine Generation
mit radikalem Potenzial heranwachsen:
"Jene,
die noch in ihrer Pubertät alle Repressionen und Mängel der DDR
erlebt haben und beim Mauerfall mindestens 15 Jahre alt waren,
haben in aller Regel ja die Wende genossen und die neuen
Möglichkeiten genutzt. Es geht um die Jüngeren, die keinen reifen
Systemvergleich anstellen können. Sie haben eine geschützte
Kindheitswelt verloren und sind in eine Welt von lauter Zumutungen
hineingeworfen worden. Ihre Eltern konnten nicht mehr richtig
Eltern sein, weil sie selber überlastet waren mit Verlustprozessen
in der neuen Freiheit. Wenn sie nun verstärkt die Sinnfrage
stellen, erscheint der Westen als unbefriedigend und ohne
Tiefgang."
NIETHAMMER unterscheidet drei
generationsspezifische Typen:
"Sinnsucher,
Ordnungssucher und Gemeinschaftssucher. Die Sinnsucher wollen
nicht erwachsen werden. Sie
wohnen lange zu Hause, fahren nicht nach dem Westen, sondern
nach Rumänien, experimentieren mit fernöstlichen Religionen,
machen Projekte in Kuba, nehmen nur zögernd oder ziellos eine
Ausbildung auf. Sie glauben nicht an einen Ordnungssinn. Der Sinn
muss dagegen entwickelt werden und wird oft nur in der Nische
gefunden. Die Ordnungssucher haben wir bisher hauptsächlich bei
jungen Männern gefunden. Sie gehen im Grunde auch von einer
Verwilderungserfahrung aus, insbesondere, wenn sie eine behütete
Kindheit in der DDR hatten. Sie finden nun z. B. in ihrer
Bundeswehrzeit eine neue Ganzheitsmaschine, die ihnen
institutionellen Schutz gibt und wo sie als Ostdeutsche nicht
diskriminiert werden. Auch die rechte Szene, um die es nur
scheinbar stiller geworden ist, bietet ein Potenzial für die
Ordnungssucher. Die Gemeinschaftssucher liegen irgendwo
dazwischen."
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