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Jana Hensel: Wir Wessis aus Ostdeutschland

 
       
     
       
   
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    Jana Hensel in ihrer eigenen Schreibe

     
       

    HENSEL, Jana (2003): Krieger im Nebel.
    Da war nichts. Der Aufstand aus östlicher Sicht,
    in: Tagesspiegel v. 16.06.

    HENSEL, Jana (2003): Proben für den großen Krach.
    Mit Demonstrationen und Streiks wehren sich Deutschlands Studenten gegen gekürzte Bildungsetats und geplante Studiengebühren - und werden dafür von Politikern und Öffentlichkeit belobigt. Bei vielen Protestierenden hat sich enormer Zorn angestaut,
    in: Spiegel Nr.51 v. 15.12.

    "Sie beerdigen die Generation der 68er, ohne es zu bemerken", schreibt HENSEL über die protestierenden Studenten. Die Studierenden sind keine Rebellen, sondern Lernwillige - die Elite von morgen, wie HENSEL im Anschluss an den Politikwissenschaftler Franz WALTER schreibt. Der Taxifahrer mit Universitätsabschluss, das ist für diese Generation das Schreckgespenst.

    BEYER, Susanne & HENSEL, Jana (2004): Die romantische Utopie.
    In einer von wirtschaftlichen Sorgen und Zukunftsangst geprägten Gegenwart arbeiten Werbung und Kulturindustrie emsig an der Rekonstruktion des Romantischen: Von Liebe redeten die Menschen lange nur ironisch - nun ist sie das Zauberwort der Stunde,
    in: Spiegel Nr.3 v. 12.01.

    "Die postmoderne Kultur habe den Zusammenbruch von übergreifenden, lebenslangen, romantischen Liebesentwürfen bewirkt, so Illouz, »und sie in die kürzere und wiederholbare Form der Affäre komprimiert«"

    zitieren die Autorinnen aus Der Konsum der Romantik. Was hier als postmoderne Kultur beschrieben wird, das hat der Soziologe Niklas LUHMANN in Liebe als Passion noch positiv als das französische Entlastungs-Modell der Ehe herausgearbeitet. Von Susanne GASCHKE wurde das dann als "Rebellion im Reihenhaus" für die Generation Berlin propagiert. Bei BEYER & HENSEL geht dagegen der Niedergang der Ehe mit der Affärenkultur einher. Das Konkurrenzmodell dazu nennt sich serielle Monogamie: wenn die Liebe endet, dann endet auch die Ehe oder die Paarbeziehung. Affären sind in diesem Modell - idealtypisch - nicht vorgesehen. Im Spiegel-Artikel werden diese unterschiedlichen Vorstellungen nicht deutlich, weswegen eine Ursachenanalyse scheitern muss. Stattdessen wird der Zeitgeist herbei geschrieben. 200 Jahre Romantik, da wird es doch wieder einmal Zeit für eine "Wiederverzauberung der entzauberten Welt" im Geiste von NOVALIS, TIECK und der Gebrüder SCHLEGEL. In Werbung und Kino finden die Autorinnen Anzeichen dafür. Die Sehnsucht nach Romantik wird auch mit veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen erklärt:

    "Die Hoffnung auf die Verheißungen der Globalisierung ist häufig der konkreten Angst um den eigenen Arbeitsplatz gewichen; im Gebälk des lange Zeit so bequemen Sozialstaats knarzt es bedenklich, und die Träume der New Economy sind schnöde zerplatzt.
    Da ist Romantik (...) willkommener Seelenbalsam."

    Wenn dies stimmen sollte, dann hätte der Spiegel als Teil der Kulturindustrie jedoch einen gewissen Anteil an dieser "Rekonstruktion der Romantik".

    HENSEL, Jana (2004): Paar für Paar zur Einheit.
    Wie steht es um das Liebesleben zwischen Ost und West im Jahre 15 der deutschen Einheit?
    in: Die ZEIT Nr.45 v. 28.10.

    "Ostmädchen sind angesagt. Sie verleihen dem westdeutschen Zeitgeist mehr Tiefgang, Menschlichkeit und Verbindlichkeit",

    behauptet Jana HENSEL und holt sich dafür Beistand bei Ulf POSCHARDT, während Peter RICHTERs Blühende Landschaften die Flirttipps für Ostfrauen liefern.

    HENSEL, Jana (2005): Schön schwach.
    ZEIT-Thema: Der Erfolg der Emanzipation ist ein Märchen. In Zeitschriften und Büchern für Frauen wird ein Rollenverständnis von vorgestern propagiert. Eine Anklage,
    in: Die ZEIT Nr.10 v. 03.03.

    "Der Feminismus hierzulande ist in den letzten zehn Jahren zu seiner eigenen, steinernen Erfolgsgeschichte geworden. (...). Man blickt in die bunten Bilder der Frauenmagazine wie in einen großen, leeren Kleiderschrank, in dem nichts hängt außer dem Hochzeitskleid aus den noch glücklichen Fünfzigern und der alte Sommermantel der Emanzipation. Ansonsten gähnt Leere.
    »Projekt große Liebe! – Raus aus den alten Mustern! Neue Strategien, um jetzt wirklich den Richtigen zu finden«. Das ist nur eine von ziemlich wahllos zusammengesuchten Headlines der Woman, Cosmopolitan, Elle, Glamour, Brigitte, Brigitte Kultur und Young Miss (sieben von 85 deutschen Frauentiteln) aus dem letzten Monat (...).
    Der Mann bildet den natürlichen Kulminationspunkt allen physischen und psychischen Bestrebens. Sind wir, wider Erwarten, nicht mehr Single, droht uns täglich sein Abgang
    ", klagt Jana HENSEL unversöhnt.

    HENSEL, Jana (2006): In Schmutz und Dreck Dinge finden, die leuchten.
    Von wegen neue Bürgerlichkeit: Die deutsche Literatur begibt sich in die sozialen Randzonen und entdeckt die Helden der Unterschicht,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 12.04.

    Dank Paul NOLTE gibt es nun nicht nur Unterschichten-TV, sondern Jana HENSEL kann nun auch die Unterschichten-Literatur präsentieren. Gemäß dem Diktum der Empathiker hat der Autor mit seiner Biografie die Authentizität des Werks zu bezeugen.

    "Diese Autoren kennen die Wirklichkeit, sie sind mit ihr reifer geworden",

    lobt HENSEL das Unterschichten-Autoren-Personal von Clemens MEYER bis Claudia KLISCHAT. Offenbar hilft es ungemein, das Leipziger Literaturinstitut besucht zu haben, um mit

    "klaren, authentischen Blick auf die Verhältnisse in den sozialen Randlagen der Gesellschaft"

    überzeugen zu können. Merkwürdig ist eigentlich nur, dass HENSEL krampfhaft versucht, einen Gegensatz zwischen Unterschicht und neuer Bürgerlichkeit zu konstruieren. Dabei liegt es doch auf der Hand: ohne die neue Bürgerlichkeit gäbe es diese neue Unterschicht gar nicht...   

    HENSEL, Jana & Elisabeth RAETHER (2008): Warum wir gegen Buchhalter-Feminismus sind.
    Alice Schwarzer bekam den Ludwig-Börne-Preis - und warf in ihrer Dankesrede den "Neue deutsche Mädchen“-Autorinnen "Wellness-Feminismus“ vor. Auf sueddeutsche.de antworten die Attackierten,
    in: sueddeutsche.de v. 06.05.

    "Wir schreiben über unsere Mütter und davon, dass wir Scheidungskinder sind, eines aus Ost und eines aus West. Wir sind mit dem Scheitern der Familie in ihrer herkömmlichen Bauart groß geworden. Wir suchen nach neuen, tauglichen Formen, und deshalb kann Frauenpolitik für uns nur Familienpolitik sein", meinen HENSEL & RAETHER.

    Zeit-Magazin: Ich werde immer für mich da sein.
    Die Selbstinszenierung der modernen Väter

    HENSEL, Jana (2009): Vater Morgana.
    Der moderne Papa nimmt Elternzeit, wickelt, kocht Brei und redet gern darüber wie Cem Özdemir. Aber nach ein paar Wochen ist er wieder verschwunden,
    in: ZEIT-Magazin Nr.1 v. 30.12.

    HENSEL, Jana (2010): Falsche Freunde.
    Ursprünglich war ich zu der Buchpremiere von Axolotl Roadkill gegangen, um meine – bitte lachen Sie jetzt nicht – Plagiatsvorwürfe höchstpersönlich vorzutragen,
    in: Die ZEIT Nr.9 v. 25.02.

    HENSEL, Jana (2010): Wir sind anders.
    Warum die Wirklichkeit des Ostens es so selten in die Medien und also in den Westen schafft,
    in: Die ZEIT Nr.39 v. 23.09.

    ZEITmagazin-Titelgeschichte: Wir lieben unsere Kinder.
    Aber wir hassen unser Leben

    HENSEL, Jana (2010): Unglück im Glück.
    Familie: Warum moderne Eltern hin und her gerissen sind zwischen Lifestyle und dem wahren Leben,
    in: ZEITmagazin Nr.51 v. 16.12.

    • Neu:
      HENSEL, Jana (2011): Die Wütenden.
      Facebook, Liebe per SMS und tägliche Horrorszenarien – ergibt das noch Sinn? Die jungen wütenden Autoren finden sich mit den bekannten Antworten nicht ab,
      in: Freitag Nr.40 v. 06.10.
     
           
       

    Jana Hensel: Porträts und Gespräche

     
       

    SAARBRÜCKER ZEITUNG (2002): Die ersten Wessis aus dem Osten.
    Die 26-jährige Jana Hensel über ihr Buch "Zonenkinder",
    in: Saarbrücker Zeitung v. 02.11.

    GUTSCH, Jochen-Martin (2002): Man begibt sich in so eine Art Erinnerungsrausch.
    Jana Hensel hat ein Porträt der Generation von Mittzwanzigern geschrieben, die im Osten ihre Kindheit erlebten und dann im Westen ihre Jugend,
    in: Berliner Zeitung v. 09.11.

    LEINEMANN, Susanne & Antje SCHMELCHER (2002): Generation Trabant.
    Angekommen im neuen Deutschland? "Zonenkinder im Gespräch,
    in: Welt v. 09.11.

    Gespräch mit Julia SCHOCH, Jakob HEIN, André KUBICZEK und Jana HENSEL über Pop und die Welt...

    IDE, Robert (2003): Die Wahrheit auf dem Platz.
    Jana Hensel aus Leipzig wollte die nächste Steffi Graf werden. Heute schreibt sie Bestseller - und ihre Heimat wird vielleicht Olympia-Stadt. Spaziergang mit einem Zonenkind,
    in: Tagesspiegel v. 27.04.

    WEINLEIN, Alexander (2009): "Wo bleibt meine Erinnerung?"
    Die Autorin beschreibt in ihrem neuen Buch »Achtung Zone« die Auswirkungen der Deutschen Einheit auf die Menschen in Ostdeutschland,
    in: Das Parlament Nr.42-43 v. 12.10.

     
           
       

    Jana Hensel in der Debatte

     
       

    ZEH, Juli (2005): "Lieber Wellness als Karriere? Dann lassen wir sie doch".
    Emanzipation Antworten I.
    In der ZEIT vom 3. März schrieb Jana Hensel, der Erfolg der Emanzipation sei »ein Märchen«, Frauenzeitschriften propagierten ein gestriges Rollenbild. Die Schriftstellerin Juli Zeh sieht das anders,
    in: Die ZEIT Nr.12 v. 17.03.

    HOFFMANN, Sandra (2005): "Ein bisschen Wellness glättet manchen Ellbogen".
    Emanzipation Antworten II.
    In der ZEIT vom 3. März schrieb Jana Hensel, der Erfolg der Emanzipation sei »ein Märchen«, Frauenzeitschriften propagierten ein gestriges Rollenbild. Auch die Schriftstellerin Sandra Hoffmann sieht das anders,
    in: Die ZEIT Nr.12 v. 17.03.

     
           
       

    Achtung Zone (2009)
    Warum wir Ostdeutschen anders bleiben sollten
    München: Piper

     
       
         
     

    Klappentext

    "In diesem Jahr wird allüberall der Geist der Einheit beschworen. Das Land müsse endlich wirklich eins werden, und das heißt vor allem: gleich. Das ist falsch, hält Jana Hensel dagegen: Ostdeutsche und Westdeutsche sind nicht gleich. Sie beschreibt die Ostdeutschen nicht als defizitäre Westdeutsche, als diejenigen, die es noch nicht auf den Standard der übrigen Bundesrepublik geschafft haben. Vielmehr sagt sie: Die Ostdeutschen haben nicht nur vor 1989, sondern auch danach anders gelebt, haben andere Erfahrungen gemacht, eine andere Geschichte gehabt. Daraus haben sie eine eigene Identität gewonnen. Diese Identität gilt es zu beschreiben. Sie ist keine Gefahr für die Einheit, sondern eine Bereicherung Deutschlands"

     
         
     
           
       

    Rezensionen

    SCHÄDLICH, Susanne (2009): Der alte Sound.
    Jana Hensel rechnet mit der Wende ab,
    in: Die ZEIT Nr.41 v. 01.10.

    BALZER, Vladimir (2009): Gefühltes Wissen.
    Die Autorin Jana Hensel versucht in einer Fortsetzung der "Zonenkinder" zu erklären, warum die Ostdeutschen erst nach der friedlichen Revolution zu sich selbst fanden. Sie scheitert grandios,
    in: DeutschlandRadio v. 06.10.

    BÖKER, Carmen (2009): Wenn das Papier nur so tut.
    Warum sollen Ostdeutsche denn anders bleiben? Jana Hensel hat in "Achtung Zone" jedenfalls keine Antwort darauf zu bieten,
    in: Berliner Zeitung v. 14.10.

    MEINHOF, Renate (2009): Unter Trübsalsklößen.
    Jana Hensel will, dass die Ossis bleiben, wie sie scheinen,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 24.10.

    LAY, Conrad (2009): Doppelter Utopieverlust,
    in: DeutschlandRadio v. 09.11.

     
           
       

    Neue deutsche Mädchen (2008)
    (zusammen mit Elisabeth Raether)
    Reinbek: Rowohlt

     
       
         
     

    Klappentext

    "Zwei Frauen um die 30 ärgern sich über die Selbstinszenierung des »Emma«-Feminismus, der so alt ist wie sie. Und sie beginnen, über ihr eigenes Leben Auskunft zu geben. Über ihren Aufbruch von Ost und West in die Großstadt, über ihre Herkunft, über Freundschaft, Liebe, Sex und Affären, über Jobs, Geld und Karrieren, über alte und neue deutsche Männer.

    Selten war eine Generation der 30-Jährigen so frei, sich selbst neu zu erfinden, wie in der Nachwendezeit - was Lust und Last zugleich bedeutet. Wer sind sie also, die neuen deutschen Mädchen, was ist ihnen wichtig und was egal? Wovon träumen sie? Woher nehmen sie ihren Mut und ihre Vitalität, und wie sollen ihre Männer sein? Jana Hensel und Elisabeth Raether erzählen davon mit radikaler Offenheit - in einem Buch für junge Frauen, junge Männer und auch deren Eltern."

     
         
     
           
       

    Rezensionen

    STEPHAN, Cora (2008): Anlagen zum Kultbuch,
    in: DeutschlandRadio v. 30.03.

    FLORIN, Christiane (2008): Ach, wie niedlich! Die Mädchenplage.
    Neuer Feminismus: Gemeinsam sind wir schwach: Fünf weibliche Schreibkräfte stemmen zwei Bücher,
    in: Rheinischer Merkur Nr.14 v. 03.04.

    SCHUSTER, Katrin (2008): Dann doch lieber Alice Schwarzer,
    in: Berliner Zeitung v. 10.04.

    PERSON, Jutta (2008): Mein Freund ist immer so gefasst.
    Jana Hensel und Elisabeth Raether attackieren mit ihrem Buch "Neue deutsche Mädchen" Alice Schwarzer. Ist das nun der neue Feminismus?
    in: Süddeutsche Zeitung v. 23.04.

    HORST, Ernst (2008): Neue Mädchen, alte Muttis.
    Man muss nicht alles ergründen wollen,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 25.04.

    FLAMM, Stefanie (2008): Abrechnung mit Alice.
    Der Feminismus à la Schwarzer ist tot, behaupten Jana Hensel und Elisabeth Raether, es leben "Neue deutsche Mädchen!" Wen sie damit meinen, bleibt ihr Geheimnis,
    in: Die ZEIT Nr.19 v. 30.04.

    GÜNTNER, Joachim (2008): Männer fallen als Gegner aus.
    Der neue Feminismus hadert mit dem alten und verzichtet auf den Geschlechterkampf,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 23.05.

    KESSLER, Judith (2008): Neue Mädchen.
    Feminismus 2008: Jana Hensel und Elisabeth Raether zum überfälligen Generationswechsel,
    in: Frankfurter Rundschau v. 03.06.

    SCHMIDT, Nicole (2008): Alte Gefühle, vermeintlich neue Ideen.
    Die "neuen deutschen Mädchen" Jana Hensel und Elisabeth Raether sind in Wahrheit unsichere junge Frauen ohne Geschichtsbewusstsein,
    in: Literaturkritik, Juli

     
           
       

    Tom Kraushaar (Herausgeber):
    Die Zonenkinder und wir (2004)
    Die Geschichte eines Phänomens
    Reinbek: Rowohlt

     
       
         
     

    Klappentext

    "Jana Hensels Buch »Zonenkinder«: Ist es die Wiederentdeckung einer vergessenen Jugend und eines verlorenen Landes? Oder ist es ein Dokument skrupelloser West-Anpassung? Verklärender Ostalgie? Kritiker, Leser und die Autorin selbst äußern sich zum Phänomen »Zonenkinder« und zu einer neuen Generation zwischen Ost und West.

     
         
     
           
       

    Rezensionen

    SELG, Olaf (2004): Ostzonenerinnerungsbrockentunmanchmalweh.
    Jana Hensel hat den Versuch gewagt, ihre Ost-West-Sozialisation in verständliche Worte zu fassen. Dies hat eine kontroverse Diskussion ausgelöst, deren wesentliche Stimmen von Tom Kraushaar in einem Begleitbuch herausgegeben wurden. Beide Bücher erhellen sich gegenseitig,
    in: Satt.org v. 12.07.

     
           
       

    Zonenkinder (2002)
    Reinbek: Rowohlt

     
       
         
     

    Klappentext

    "Jana Hensel war dreizehn, als die Mauer fiel. Von einem Tag auf den anderen war ihre Kindheit zu Ende. Timurtrupp, Milchgeldkassierer, Korbine Früchtchen oder die »Trommel«: Die vertrauten Dinge des DDR-Alltags verschwanden gleichsam über Nacht - und ein Abenteuer begann. Plötzlich war überall Westen, die Grenze offen, die Geschichte auch. Von der Freiheit erwischt, machte sich eine ganze Generation daran, das veränderte Land neu zu erkunden"

     
         
     
           
       

    Rezensionen

    RICHTER, Steffen (2002): Ein Gefühl von Wir,
    in: Tagesspiegel v. 15.09.

    PFISTER, Eva (2002): Der Zukunft zugewandt.
    Jana Hensel berichtet von der Anpassung der "Zonenkinder",
    in: Stuttgarter Zeitung v. 08.01.

    BISKY, Jens (2002): Traumbilder vom Osten in den Farben des Westens.
    Die Jahre, die Ihr nicht kennt, im Land, das Ihr zu kennen meint: Jana Hensel und Wolfgang Engler versuchen, das Leben der Ostdeutschen zu beschreiben,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 09.10.

    Infos zu: Jens Bisky - Autor der Generation Golf

    SCHRÖDER, Martin Z. (2002): Die DDR war gar nicht lustig.
    Eine Gesellschaft verpasst ihren Generationenkonflikt und könnte doch die Avantgarde sein,
    in: Literaturen Nr.11, November

    RICHTER, Peter (2002): Die armen kleinen Gehirne.
    Was Kinder in der DDR so alles erdulden mußten, will Jana Hensel wissen,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 05.11.

    Infos zu: Peter Richter - Autor der Generation Golf

    LÜHE, Marion (2002): Oden auf den Goldbroiler.
    Mag auch die DDR historisch erledigt sein, in den Herzen mancher Jungliteraten ist sie wieder auferstanden,
    in: Rheinischer Merkur Nr.45 v. 07.11.

    LÜHE begutachtet die Bücher von Jana HENSEL ("Zonenkinder"), Susanne LEINEMANN ("Aufgewacht. Mauer weg") und Wolfgang ENGLER ("Die Ostdeutschen als Avantgarde")

    AREND, Ingo (2002): Der Setzkasten der Erinnerung.
    Fetischcharakter. Jana Hensel hat Sehnsucht nach dem Warenparadies DDR,
    in: Freitag Nr.46 v. 08.11.

    BRANDT, Jan (2002): Mit der Krise steigt die Sehnsucht.
    Die ostdeutsche Bestsellerautorin Jana Hensel hat sich auf die Suche nach einer real existierenden Kindheit gemacht. Ihr Buch "Zonenkinder" erfindet keine Generation Trabbi, sondern markiert die kulturelle Angleichung zwischen Ost und West,
    in: TAZ v. 26.11.

    FREUNDEL, Natascha (2004): Wir gehen ins Museum.
    Jana Hensel trommelt die Zonenkinder zusammen,
    in: Berliner Zeitung v. 02.12.

    GEER, Nadja (2002): DDR-Safari.
    Jana Hensel schwärmt vom braven Osten,
    in: Die ZEIT Nr.51 Literaturbeilage v. 12.12.

    GEER findet das Buch lapidar nur etwas beunruhigt sie:

    "Dass es »Rolli«, »Flitzi« und »Schnapp« nicht mehr gibt, kann man nicht ernsthaft bedauern. Aber dass eine Tochter ihre fortysomething-Eltern für pflegebedürftig erklärt, weil sich das Weltbild zwischenzeitlich um 180 Grad gedreht hat, ist ein Problem."

    SCHÄFER, Frank (2003): Leben und Leiden am Rand.
    Anmerkungen zur Beziehung zwischen Pop und Provinz,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 23.01.

    Frank SCHÄFER vermeldet einen Sieg:

    "So jedenfalls könnte man den sich beinahe zu einer literarischen Mode auswachsenden Erfolg der «Zonenkinder» deuten. Jana Hensel, die das hübsche Etikett mit ihrem gleichnamigen Erinnerungsbuch geprägt hat, aber auch die hart an der eigenen Biographie entlang schreibenden Autoren Jakob Hein, André Kubiczek, Jochen Schmidt, Falko Hennig, Andreas Gläser oder Jana Simon sind Abkömmlinge der einstigen Grossprovinz DDR. Und es entbehrt nicht einer gewissen Ironie bzw. beweist einmal mehr die Dialektik der Geschichte, dass ausgerechnet diese Ostprovinzler sich an die Spitze der sich eine Zeit lang doch sehr weltmännisch-mondän gerierenden, mittlerweile etwas abgewirtschafteten Popliteratur setzten."

    Ansonsten geht es um das Buch Wie komme ich hier raus?  von Kolja MENSING und Lovers Club von HOLLAND-MORITZ.

    SOMMER, Gerlinde (2003): "Zonenkinder": Eine Abrechnung zwischen Aufbruch und Verlust,
    in: Thüringische Landeszeitung v. 08.02.

    Gerlinde SOMMER ärgert den Spiegel und lobt Jana HENSEL:

    "»Zonenkinder« ist lesenswert. Und die Frage, ob das Buch in die Kategorie »Generation Golf« gehört, beantwortet sich von selbst."

    BÖTTIGER, Helmut (2003): Spiel doch mit den Zonenkindern,
    in: Tagesspiegel v. 23.02.

    Helmut BÖTTIGER beschreibt die anschwellende Zonenkinder-Literatur:

    "Thomas Brussigs »Helden wie wir« hatte bei allem Klamauk durchaus auch noch satirische Züge. Spätestens Leander Haußmanns  »Sonnenallee«-Verfilmung machte dann jedoch das allgemeine Menschenrecht auf eine unbeschwerte Jugend kenntlich. Der Osten war nicht nur rot, er war vor allem auch immer jung. Und diese Erkenntnis brach sich in den letzten zwei Jahren literarisch breitflächig Bahn. Viele von denen, die 1989 mitten in der Pubertät erwischt wurden, führen jetzt in ihren Debüts und frühen Schriften die DDR als bunte Spielwiese vor. Die Materialsammlung »Zonenkinder« von Jana Hensel hat die Marktlücke am effektivsten besetzt: Good-Bye, Lenin!"

    HOLTZ, Melanie (2003): Generation Trabi.
    Jana Hensel über die Aufstiegskinder aus dem Nirgendwo,
    in: Literaturkritik.de, Nr.11, November

    JUNG, Thomas (2003): Phantomschmerz beim Ausverkauf der Erinnerung.
    Jana Hensels "Zonenkinder" und der rasche Abschied von der Vergangenheit,
    in: die horen, H.3,

     
       

    Das Buch in der Debatte

    PILZ, Michael (2002): Generation Zone.
    Zum Tag der deutschen Einheit: Der Osten ist ein Sehnsuchtsort der Neuen Heimatlosen,
    in: Welt v. 02.10.

    MOHR, Reinhard (2002): Jenseits von Schkopau.
    In ihrem Debüt "Zonenkinder" schreibt Jana Hensel die Biografie ihrer "zwittrigen" Generation - ein Höhepunkt in der Menge der Lebensbilder auf der Buchmesse,
    in: Spiegel Nr.41 v. 07.10.

    Reinhard MOHR, der in den 1990er Jahren selbst ein Generationenporträt entwarf, beschäftigt sich mit den Generation @-Buch von Jana HENSEL und dem Generation Golf-Buch Aufgewacht. Mauer weg von Susanne LEINEMANN und stellt beide in die Nachfolge von Florian ILLIES' Bestseller Generation Golf. Diese Generation beschreibt er als jene

    "Kinder von 1968, die in den vermeintlich coolen Achtzigern aufwuchsen und für Madonna schwärmten statt für Marcuse. Ihr Rudi Dutschke hieß Thomas Gottschalk, und ihr »Teach-in« war die »Saalwette« bei »Wetten, dass...?«"

    Bei Susanne LEINEMANN missfällt MOHR der Versuch der Politisierung ihrer Generation:

    "sie versucht (...) das historische Ereignis zu politisieren, neudeutsch, zu »branden«: »1989 könnte unser Label sein, unsere Marke, die uns als Generation unverwechselbar macht«".

    Das Verhältnis der jüngeren HENSEL zur Generation Golf sieht MOHR im Schnittpunkt mehrer Linien:

    "Sie gehört zur Generation der Mittzwanziger, die (...) den erbarmungslosen Markenkampf der etwas älteren »Generation Golf« (...) doppelt verpasst: Sie war zu jung und zu östlich.
    Doch es gibt eine verblüffende Parallele (...) der starke Hang (...) zur Warenästhetik und den feinen Unterschieden".

    MOHR stimmt HENSELs Generationenbild zu: "Wir sind die ersten Wessis aus Ostdeutschland" und lobt ihr Buch:

    "Jana HENSEL hat den Kindern der Zone, der ersten gesamtdeutschen Generation, schon jetzt ein kleines Denkmal gesetzt".

    MESSMER, Susanne (2002): Unsere schönen Projektionen.
    Warum tanzen viele junge ostdeutsche Autoren vor uns Westdeutschen plötzlich herum wie die Indianer beim Powwow-Tanz? Und warum finden wir sie dabei auch noch so exotisch? Über die Möglichkeit, selbst vorgeführt zu werden in unserem seltsamen Begehren nach dem Osten als dem ganz Anderen,
    in: TAZ v. 07.12.

    LANGELÜDDECKE, Ines (2003): Gehen und bleiben,
    in: Merkur, Januar

    LANGELÜDDECKE, Jahrgang 1976, auf der Suche nach der richtigen Zugehörigkeit:

    "Bin ich Ossi, Wessi, Wossi - oder etwa ein Ost-West-Zwitter wie Jana Hensel in ihrem Buch Zonenkinder schreibt? (Gern wäre ich natürlich Avantgarde, wie Wolfgang Engler behauptet, der anscheinend große Hoffnungen auf die Bewohner meines Landstriches setzt.)

    HACKER, Doja (2003): "Ich bin aber nicht traurig".
    Im Westen umschwärmt, im Osten beschimpft: Die junge Leipzigerin Jana Hensel hat mit ihren Kindheitserinnerungen "Zonenkinder" einen Riesenerfolg - und überraschende Schwierigkeiten,
    in: Spiegel Nr.2 v. 06.01.

    Am 07.10.2002 hat Reinhard MOHR hier Jana Hensels  "Zonenkinder" gelobt. Jetzt berichtet HACKER über die zwiespältige Aufnahme des Buches bei den Ossis und den Wessis. HACKER geht auf die Verrisse von Jens BISKY (SZ), Martin Z. SCHRÖDER (Literaturen), Ingo AREND (Freitag) und Peter RICHTER (FAZ) ein. Rahmenhandlung ist ein Porträt von Kai BIERMANN, das in der Stuttgarter Zeitung erscheinen soll. Im Mittelpunkt steht das kollektive WIR, das Jana HENSEL zum Vorwurf gemacht wird:

    "So schnell (...) hat noch kein Hippie seinem Gegenüber das Du aufgedrängt wie dieses Buch dem Leser das Wir"

    zitiert HACKER den FAZ-Kritiker. Erklärt werden soll das von Alexander FESTs These, dass sich der individualisierte Westen über Gemeinsamkeiten freue, während der Osten -  vom Kollektivieren gebrandmarkt - Verallgemeinerungen ablehne. Ausgerechnet das Buch Generation Golf von Florian ILLIES soll diese These stützen. Offenbar vergisst das Feuilleton schnell, denn das WIR von ILLIES wurde von den westdeutschen Kritikern keineswegs einhellig begrüßt und Katja KULLMANNs Generation Ally wurde ihr WIR ebenfalls um die Ohren gehauen. Aber das interessierte niemand, nicht einmal den Spiegel, der nun Jana HENSEL, die sich als Fan von Fernbeziehungen outet, unter seine schützenden Fittiche nimmt.

    BIERMANN, Kai (2003): Herzlich willkommen bei der Generation Wartburg.
    Ein Kind der Zone, kokett, aber nicht hilflos: wie die Schriftstellerin Jana Hensel nach den Resten ihrer ostdeutschen Identität sucht,
    in: Stuttgarter Zeitung v. 08.01.

    HODONYI, Robert (2003): Unbehagen mit dem Wir.
    Jana Hensel las aus "Zonenkinder" - und in Dresden prallten die Wahrnehmungen der Wendezeit aufeinander,
    in: TAZ v. 04.02.

    HODONYI greift in seinem Artikel die Spiegel-These von Doja HACKER auf. Während dort jedoch der Ost-West-Konflikt in den Vordergrund gerückt wurde, ist HODONYI dem innerostdeutschen Generationenkonflikt nachgegangen.

    SCHNEIDER, Carsten (2003): Wir Zonenkinder.
    "Zonenkinder", geschrieben von Jana Hensel, ist ein Buch über die Erfahrungen und Gefühle einer besonderen Generation, die mit dem Ende der DDR 1989 entstand,
    in: Thüringer Allgemeine v. 07.02.

     
       

    Die Zonenkinder-Generation in der Debatte

    WEDEL, Judith (2002): Ick wär' so gern ein Zonenkind.
    Verwöhnte Westgören (2),
    in: Freitag Nr.1 v. 27.12.

    ALEXANDER, Robin (2003): Die vergoldete Zonenjugend.
    Sie sind jung. Sie sind erfolgreich. Sie treffen sich in einem Schwimmbad ohne Wasser: Die Generation 89 ist da. Na ja,
    in: TAZ v. 31.10.

    BARTSCH, Michael (2004): "Im Osten entsteht vielleicht eine radikale Jugendbewegung", sagt. Lutz Niethammer.
    Die "Zonenkinder" waren zu jung, um das Ende der DDR als Befreiung zu erleben. Nun suchen sie nach Orientierung,
    in: TAZ v. 10.01.

    Der Historiker und Soziologe Lutz NIETHAMMER sieht mit den um 1980 Geborenen, der - nach Jana HENSELs Bestseller benannten "Zonenkinder" -Generation - , eine Generation mit radikalem Potenzial heranwachsen:

    "Jene, die noch in ihrer Pubertät alle Repressionen und Mängel der DDR erlebt haben und beim Mauerfall mindestens 15 Jahre alt waren, haben in aller Regel ja die Wende genossen und die neuen Möglichkeiten genutzt. Es geht um die Jüngeren, die keinen reifen Systemvergleich anstellen können. Sie haben eine geschützte Kindheitswelt verloren und sind in eine Welt von lauter Zumutungen hineingeworfen worden. Ihre Eltern konnten nicht mehr richtig Eltern sein, weil sie selber überlastet waren mit Verlustprozessen in der neuen Freiheit. Wenn sie nun verstärkt die Sinnfrage stellen, erscheint der Westen als unbefriedigend und ohne Tiefgang."

    NIETHAMMER unterscheidet drei generationsspezifische Typen:

    "Sinnsucher, Ordnungssucher und Gemeinschaftssucher. Die Sinnsucher wollen nicht erwachsen werden. Sie wohnen lange zu Hause, fahren nicht nach dem Westen, sondern nach Rumänien, experimentieren mit fernöstlichen Religionen, machen Projekte in Kuba, nehmen nur zögernd oder ziellos eine Ausbildung auf. Sie glauben nicht an einen Ordnungssinn. Der Sinn muss dagegen entwickelt werden und wird oft nur in der Nische gefunden. Die Ordnungssucher haben wir bisher hauptsächlich bei jungen Männern gefunden. Sie gehen im Grunde auch von einer Verwilderungserfahrung aus, insbesondere, wenn sie eine behütete Kindheit in der DDR hatten. Sie finden nun z. B. in ihrer Bundeswehrzeit eine neue Ganzheitsmaschine, die ihnen institutionellen Schutz gibt und wo sie als Ostdeutsche nicht diskriminiert werden. Auch die rechte Szene, um die es nur scheinbar stiller geworden ist, bietet ein Potenzial für die Ordnungssucher. Die Gemeinschaftssucher liegen irgendwo dazwischen."

     
       

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    Update: 01. Juni 2015