"»Die Geschichte meiner
Trennung von Antonia begann damit, daß ich
sie kennenlernte.« Lapidar und
selbstironisch erzählt Benjamin von seiner
Liebe zur »Klassefrau« Antonia. Ende der
60er Jahre beginnen die beiden Schauspieler
gegen den »autoritären Geist« des
deutschen Theaters aufzubegehren und folgen
schließlich der Aufforderung eines Freundes,
nach Berlin zu kommen, »um die Revolution zu
machen«. Sie versuchen, »die Welt zu
verändern, indem sie sich selbst
verändern«, und geraten in den Sog des
Ideals vom »neuen Menschen«, der ohne
Eifersucht und Besitzansprüche zu sein hat.
Die Parole der Studentenbewegung »Wer einmal
mit derselben pennt, gehört schon zum
Establishment« stellt Benjamin, der seine
enge Beziehung zu Antonia retten will, vor
größere Probleme als die Frage nach dem
richtigen politischen Bewußtsein."
Zitate aus "Der
Falsche"
"Wir wollten nur gemeinsam
an ein Theater gehen, um (...) unsere Liebe
nicht aufs Spiel zu setzen. Meine Erfahrung
mit Judith K. hatte mir gereicht: Läßt man
die große Liebe seines Lebens ans Theater in
einer anderen Stadt, dann geht sie todsicher
mit Lars Hermann ins Bett. Oder mit Liz
Brighton."
"Antonia und ich steckten
uns falsche Ringe an und gaben uns als
verheiratet aus, damit die Hausbesitzerin
nicht glaubte, wir wollten eine Kommune
gründen. Alle Vermieter fürchteten damals,
die Mieter wollten Kommunen gründen und
darin Sex machen, anstatt Ehen zu gründen
und darin Sex zu machen."
"Du definierst dich
schon wieder über sie, dachte ich,
indem ich eine Formel der Frauenbewegung auf
mich anwandte, eben noch warst du auf dem
besten Wege, ein eigenes Ich zu werden und deine
eigene Sache zu finden, da kommt Antonia
und du gibst alles wieder auf. Ich versuchte
allerdings ein bißchen was von meinem
neugewonnenen Selbstbewußtsein zu
bewahren."