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Joachim Lottmann: Ein Single zuerst in Köln, dann im Berliner Vereinigungsrausch und dann ...

 
       
     
       
     
       
   

Joachim Lottmann in seiner eigenen Schreibe

 
   
  • LOTTMANN, Joachim (2003): Meine Abenteuer in der Wirklichkeit.
    "Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sollten zufällige sein - ich lachte nicht schlecht": Joachim Lottmann lieferte 1987 mit "Mai, Juni, Juli" die Blaupause für die Popliteratur. Nun erscheint der lange vergriffene Roman neu. Der Autor erinnert sich,
    in: TAZ v. 26.02.
    • Inhalt:
      Joachim LOTTMANN beherrscht die hohe Kunst der Selbstvermarktung:
            
        "Als später Christian Kracht mit einer Kopie von »Mai, Juni, Juli« triumphal als Begründer der deutschen Popliteratur gefeiert wurde, rief er mich mit belegter Stimme an; ich glaube, er hatte geweint. Worin also bestand die Wirkung?
      Von Anfang an bestand der Trick darin, sich so extrem eng und hyperreal an die Wirklichkeit zu halten, dass jeder dachte, es sei einfach nicht wahr. Dieses beschriebene Leben war zu gut, zu aufregend, zu sexy, als dass es wahr sein konnte. Die Leser selbst lebten in öde ausgehandelten »Zweierbeziehungen« und vertaten ihre Zeit mit den Praktikabilitäten des Alltags. Sie holten für ihre Freundin ein Schrankeinlege-Set von Ikea ab, bis der Tag vertan war.
      Doch dann lasen sie »Mai, Juni, Juli« und rissen die Augen auf: Dort stand ihr Ikea-Besuch, aber als funkensprühender LSD-Trip. Alles stimmte, auch das allerkleinste Detail, das machte die Leute fast fertig. »Sehen lernen«, sagte der damals noch junge Bazon Brock dazu. »Hören lernen«, fügte ich hinzu".
  • LOTTMANN, Joachim (2003): Nichts als die Wahrheit.
    Ob Goethe, Goetz oder Biller: Literatur ist am besten, wenn sie nah an der Wirklichkeit ist. Wenn sie aus Liebe entsteht oder aus Wut im Bauch. Ein Plädoyer für Maxim Billers verbotenen Roman "Esra",
    in: TAZ v. 05.07.
  • LOTTMANN, Joachim (2003): Weil es Liebe ist.
    Joachim Lottmann erfindet Blumfeld neu,
    in: Jungle World Nr.36 v. 27.08.
    • Kommentar:
      LOTTMANN erzählt von Blumfeld, wie üblich spielt auch hier LOTTMANN selber die einzige Hauptrolle:

            
        "Ich hatte Blumfeld-Gründer Jochen Distelmeyer zusammen mit Bernd Begemann 1984 in Bad Salzuflen kennengelernt und war mit ihm seitdem befreundet. Die meisten Songtexte hatte er selbst geschrieben, nur ›Testament der Angst‹, der Titelsong einer gleichnamigen CD, stammte von mir."
  • LOTTMANN, Joachim (2003): Mein Leben mit Stuckrad-Barre.
    Alle mal herhören. Letzte Durchsage: joachim lottmann erklärt die Popliteratur,
    in: Jungle World Nr.30 v. 16.07.
    • Kommentar:
      "Warum erkennt man nicht, dass »Soloalbum« einer der zehn besten Romane der Bundesrepublik ist?
      ", fragt sich Joachim LOTTMANN, um dann eine Hymne auf Benjamin von STUCKRAD-BARRE zu singen (Bereits Katharina RUTSCHKY im MERKUR und die SPEX im April 2003 haben ihn - jetzt nach dem Ende der Popliteratur - verteidigt!):
            
        "Sein Ritt durch die Medien war gut durchdacht und genau so, wie ich es mir von einem politisch bewussten Menschen, ja, einem Marxisten immer gewünscht hatte. Er war nicht ein Opfer der Medien, also der Umstände, des Systems, des Kapitalismus et cetera, sondern ein Benutzer und bewusstseinsstiftender Entlarver desselben. Wo er hinkam, kannte er die ungeschriebenen Gesetze und setzte sie gnadenlos um. Woher er sie kannte? Durchs Hinschauen! Der Mann hat eben mit seinem Fernseher wirklich gearbeitet, anstatt sich berieseln zu lassen. Seine Mittel: Übertreibung, Beschleunigung, Ästhetisierung. Seine Lehrer: Schlingensief, Harald Schmidt, J.D. Salinger. Natürlich auch Kracht und Lottmann. Sein Busenfreund Rainald (»Irre«) hat ihn dagegen ästhetisch eher behindert. »Soloalbum« ist das eine und einzige Buch, das jeder Mensch schreiben kann und meiner Ansicht nach auch sollte (nach Baum pflanzen und Kind kriegen). Jeder trägt eben ein gutes Buch in sich. Danach erst beginnen die Second-Order-Erfahrungen, das Ausgedachte, die Literatur, also der Krampf."
  • LOTTMANN, Joachim (2004): 50 Jahre Rock 'n' Elend.
    Ein halbes Jahrhundert Jugendkultur kann man feiern. Man kann damit aber auch nichts zu tun haben wollen. So wie joachim lottmann,
    in: Jungle World Nr.19 v. 28.04.
  • LOTTMANN, Joachim (2004): Die Jugend von heute.
    Auszüge aus dem gleichnamigen Roman, 
    in: Jungle World Nr.40 v. 22.09.
  • LOTTMANN, Joachim (2004): Im Zoo mit dem Phantom.
    "Sophie Dannenberg" ist die meistdiskutierte neue Schriftstellerin des Jahres. Ihr Roman "Das bleiche Herz der Revolution" hat die alten 68er empört und die Literaturkritik wachgerüttelt: Wer steckt hinter dem Pseudonym? Ist die Frau, die als Sophie Dannenberg auftritt, womöglich nur eine Schauspielerin? Ein Fall für ihren Kollegen Joachim Lottmann, Spzialist für den diffusen Bereich zwischen Dichtung und Wahrheit,
    in: TAZ v. 13.11.
    • Kommentar:
      Wer spricht, wenn DANNENBERG zitiert wird? Und vor allem: Wer gehört überhaupt zu den 68ern?

            
        "Alles was sie taten, war auf Zerstörung ausgerichtet. Auch auf die Zerstörung persönlicher Bindungen. Idealbild war die Gruppe. Alle persönlichen Differenzierungen wurden unterdrückt. Identität aber ist nichts anderes als Differenzierung. So waren die Alt-68er gegen jegliche Identität an sich! Das Ideal war der egalisierte, gleichgeschaltete Mensch, der nicht mehr denkt! Pflichtlektüre damals war Horst-Eberhard Richters Buch »Die Gruppe«. Bis heute ist dieser Mensch dafür nicht zur Rechenschaft gezogen worden! Er läuft noch immer frei herum, mitten unter uns, wie ein ganz normaler ehrenwerter Mitbürger!".
            
        RICHTER gehört zur Kriegsgeneration, also eher in die Kategorie "Ersatzvater" der 68er-Generation.
            
        Die DANNENBERG-LOTTMANNsche 68er-Konstruktion ähnelt frappiert der NOLTEschen "Generation Reform" - keiner weiß so genau wer dazu gehört...
  • LOTTMANN, Joachim (2005): Der bessere Dylan.
    Maxim Biller singt jetzt auch. Und siehe da: Der Mann ist ein Popgott,
    in: Jungle World Nr.2 v. 12.01.
  • LOTTMANN, Joachim (2005): "In former times, they have been lions".
    Unser Gesellschaftsreporter Joachim Lottmann berichtet von der Jubiläumsveranstaltung "25 Jahre Grüne" in der Berliner Kulturbrauerei. Joschka Fischer fehlte, dafür waren andere Promis und jede Menge Graue Panther da: Die Grünen sind längst Teil des Methusalem-Komplotts,
    in: TAZ v. 31.01.
    • Kommentar:
      Während die Grünen noch immer so tun, als ob sie nicht zum Establishment gehörten und ihre Klientel-Politik als Sache der sozialen Gerechtigkeit darstellen, kennt LOTTMANN keinerlei Zurückhaltung, sondern sagt was Sache ist:

            
        "Ich gebe zu, auf keiner der vielen Foren, Rückblicke, Debatten, Empfänge und Partys gab es etwas Unerwartetes und Spontanes oder gar Lebendiges. Nicht einmal als eine Rednerin (Manuela Rottmann) etwas ungeschickt fragte: »Sollen wir etwa Politik für die neuen Familien am Kollwitzplatz machen, die Bioprodukte kaufen und ihre Kinder in die Waldorfschule schicken?!«, gab es kein lautes, kräftiges, vielstimmiges »Jaaa!«. Und doch ist es so: Für genau diese Leute sitzen die Grünen in der Regierung. Und das ist gut so."
 
       
   

Joachim Lottmann: Porträts und Gespräche

 
     
       
   

Joachim Lottmann: Die letzte lange Nacht der Popliteratur im Berliner "Kurvenstar"

 
     
       
   

Die Jugend von heute (2004)
Köln: Kiepenheuer & Witsch

 
   
 
 

Klappentext

"Schon Sokrates klagte über die Jugend in Athen, sie sei auch nicht mehr das, was sie früher einmal gewesen war. Derlei rentnerhaftes Genörgel ist Joachim Lottmanns Sache nicht. Onkel Lojo, der Ich-Erzähler seines Romans, feiert das Neue: Gestern ist doof, heute ist klasse, morgen ist Ecstasy. Das gilt auch für die jungen Leute um seinen Neffen Severin, eben die Jugend von heute. Als erster Erwachsener lebt der Erzähler unter ihnen, und damit im Herz unserer Kultur, die eine Jugendkultur ist. Er erforscht ihre Rituale, vergleicht diese neueste deutsche Jugend mit ihren Vorgängern, hört ihre Musik, besucht ihre Partys, nimmt ihre Drogen, schwärmt für ihre Frauen und versucht unter Einsatz seines Lebens, diese Herrscher von morgen zu verstehen.

»Mai, Juni, Juli« war der Roman der ausgehenden 80er Jahre: eine wütende und großkotzige Abrechnung mit der nicht enden wollenden deutschen Nachkriegsliteratur (...).
»Die Jugend von heute« ist der Roman des beginnenden 21. Jahrhunderts: ein Dokument der Zeit nach dem Börsen-Boom, der Medienblase, der Spaßgesellschaft und so, dazu eine Achterbahnfahrt der Gefühle und das Protokoll eines hemmungslosen Höllentrips."

Lottmann über Lottmann

"Ich bin ein soziophober Autist, der nur mit Hilfe eines Mediums kommunizieren kann - und mein Medium sind Frauen. Außerdem nimmt mir Heiraten die Verlustangst. Ich denke beim kleinsten Streit: »Jetzt ist die Beziehung zu Ende!« In der Ehe kann man mit Messern aufeinander losgehen und bleibt trotzdem verheiratet".
(Stern Online, 27.10.2004)

Pressestimmen

"Wenn es ein Pendant zu Houellebecq in Deutschland gibt, ohne dessen gesamten Weltekel gleich mitzuschultern, dann ist es Lottmann. Dabei ist sein Roman ein schwereloser Tanz durch die Luft. Eine Warterei in der Disco, auf den Dealer, aufs Leben, darauf, dass etwas passiert. Ein wundervolles Buch über das Nichts."
(Matthias Matussek im Spiegel vom 04.10.2004)

"Immer wieder bekämpft der Protagonist den »Antisexismus« des Neffen, der endlich eine Freundin finden und erwachsen werden soll: »So wie er war seine ganze verdammte Generation.«
(Thomas Lindemann in der Welt am Sonntag vom 24.10.2004)"

"Hier ist die unbekümmerte Spaßgesellschaft noch unverbrüchlich am Werk – mit von der prinzipiellen Perspektivlosigkeit ihres Tuns natürlich schon verschatteter Stimmung. Und einem Problem: »Die von mir so bewunderte und engagierte Jugend von heute war vollkommen krank. Und zwar in einem Ausmaß, das noch keiner vor mir erkannt hatte. Mehr noch: Definierte man Jugend als die Zeit nach der Kindheit und vor der Berufstätigkeit, so gab es seit den 90er Jahren gar keine Jugend mehr. Keiner erreichte mehr postpubertäre Reife. Ich war der letzte lebende Teenager.« Und ein bisschen prägnanter: »Unsere Kultur, also die Jugendkultur, war erkenntnisimmun. Alle Körper waren knackig, und alle Gesichter waren die von Kindern.« Eine Jugend also, die gar nicht richtig Jugend ist, metrosexuell durch ihre endlose Party stolpert, und vor allem: niemals endet. Eine Horrorvorstellung."
(Ulrich Rüdenauer im Tagesspiegel vom 23.11.2004)

"Jolo kann nicht verstehen, warum die 13- bis 19-jährigen Scheidungskinder der vaterlosen Gesellschaft den ganzen Tag pornografische HipHop-Videos und die MTV-Sexvermittlungssendung »Dismissed« schauen, dann aber lieber die ganze Nacht »schwul herumlabern« statt zu bohnern. Der im Gedankengut der 68er sozialisierte Icherzähler beobachtet besorgt, dass sich der Exzess der Jungmenschen auf einen fast kindlichen Hedonismus beschränkt. Sein Blick an der nicht mehr geilen Jugend schrammt haarscharf am Altherrenvoyeurismus vorbei, der sich den Ritualen der beobachteten Jugend staunend und mit großer Sympathie nähert."
(Matthias Dusini im Falter vom 15.12.2004)

 
 
 
       
     
   
  • Rezensionen

    • MATUSSEK, Matthias (2004): Lotse für den Onkel.
      Popliterat Joachim Lottmann lässt sich in das Horrorszenario des Berliner Nachtlebens fallen,
      in: Spiegel Nr.41 v. 04.10.
    • SEIDL, Claudius (2004): Jugend ohne Sex.
      Ein Manifest gegen die Wirklichkeit: Joachim Lottmanns Roman "Die Jungend von heute",
      in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 17.10.
    • KRAFT, Thomas (2004): In der Kuschelecke,
      in: Rheinischer Merkur Nr.45 v. 04.11.
    • KRAFT, Thomas (2004): Die Jugend vom Alter aus gesehen.
      Joachim Lottmanns "endkrasser" Romanversuch,
      in: Financial Times Deutschland v. 05.11.
    • RÜDENAUER, Ulrich (2004): Endkrass.
      Warum man Berlin nicht entkommt: Joachim Lottmann huldigt in seinem Roman der „Jugend von heute“,
      in: Tagesspiegel v. 23.11.
    • SCHÄFER, Frank (2004): Die ewigen Nächte.
      Joachim Lottmann ist der Jugend von heute hart auf den Fersen,
      in: junge Welt v. 29.11.
    • DUSINI, Matthias (2004): Joachim Lottmann: Die Jugend von heute,
      in: Falter Nr.51 v. 15.12.
    • SPIEGEL, Hubert (2004): Die letzten Teenager.
      Was Joachim Lottmann und Sophie Dannenberg verbindet,
      in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 18.12.
    • Inhalt:
      SPIEGEL listet erst einmal die Generationenlabels auf, die in den letzten Jahren ins Rennen um die Nachfolge der 68er geworfen worden sind. Sein Fazit:

            
        "Zur Zeit ist das Generationenschlachtfeld des Literaturbetriebs wie leergefegt. Nur an den Rändern lungern noch der Achtundsechziger und der Popliterat herum".
            
        Beide werden sich nach Meinung von SPIEGEL immer ähnlicher, wobei der 68er den Vorteil hätte, dass ihn die Renegaten immer wieder ins Gespräch bringen würden, während die Popliteratur sich höchstens auf die Väter der Popliteratur zurückbesinnen könnten.
            
        Voilà, damit ist SPIEGEL endlich bei Joachim LOTTMANN angelangt. Dessen Buch "Die Jugend von heute" ist für SPIEGEL ein Indiz für die drohende "Veronkelung" der Popliteratur:
            
        "Man muß nicht nach Entenhausen blicken, um zu wissen, daß der Onkel in der Literatur oft eine eher lächerliche Figur abgibt.
            
        Wo Machtfülle und Patriarchenwürde des Vaters Vernichtungswünsche und Tötungsphantasien der Nachgeborenen auslösen, wird der Onkel in der Regel als tendenziell gleichrangig betrachtet."
            
        Onkel Jolo, das Alter Ego des Autors LOTTMANN im Roman um die Jugend von heute, treibt zum einen ein ethnologisches Interesse in die Clubs von Berlin und München und andererseits die Sorge um seinen Neffen Elias, der nicht zum Sex, sondern nur zum Kuscheln vordringt (hier kehrt der Softie, d.h. ein typisches 78er-Produkt, als Vorwurf an die nachfolgende Generation wider!).
            
        Elias steht jedoch nur stellvertretend für die Krankheit der Jugend von heute, oder wie es Jolo ausdrückt:
            
        "Definierte man die Jugend als die Zeit nach der Kindheit und vor der Berufstätigkeit, so gab es seit den 90er Jahren gar keine Jugend mehr. keiner erreichte mehr die postpubertäre Reife, ich war der letzte lebende Teenager."
            
        Hieß es bei Günter FRANZEN "Vor den Müttern sterben die Söhne", so heißt es bei SPIEGEL nun "Vor den Onkeln sterben die Neffen". Damit wären wir endlich bei dem derzeit beliebtesten Sujet: der vaterlosen Gesellschaft.
            
        SPIEGEL spitzt das Romanthema außerdem feuilletondebattengerecht zu, wenn er erstens Homosexualität (Metrosexualität) als abweichendes Verhalten problematisiert und zweitens den türkischen Macho einerseits als sexuell zielstrebiger, aber brutal beschreibt.
            
        Opfer in dieser  ungleichen Männerkonkurrenz (der Deutsche steht angesichts des türkischen Barbaren von vorneherein auf verlorenem Posten) ist die postfeministische Frau der Generation Ally, die SPIEGEL bei LOTTMANN mit der Figur "Hase" identifiziert.
            
        Onkel Jolo würde Hase gerne mit Elias verkuppeln, aber da ist deren Erziehung vor. SPIEGEL zieht hier eine Verbindung zur Kommune I des Rainer LANGHANS, womit wir bei DANNENBERGs Roman "Das bleiche Herz der Revolution" sind, für den sich SPIEGEL zwar nicht begeistern kann, der aber die Folie für das Grundproblem der Jugend im Zeitalter der Demografiepolitik abgibt.
            
        Hase ist für SPIEGEL identisch mit Kitty, die Protagonistin und das Alter Ego von Sophie DANNENBERG.
            
        Damit ist auch der Zusammenhang zwischen LOTTMANN und DANNENBERG hergestellt. SPIEGEL unkt zum Schluss:
            
        "Wenn Lottmann, angeblich Jahrgang 1956, und Dannenberg, angeblich 1971, identisch sind, dann hat die Generation, der sie beide angehören, zwar noch keinen Namen, aber vermutlich ein Problem. Nicht nur, was den Nachwuchs betrifft."
    • SYDOW, Sandra (2005): Joachim Lottmann - Die Jugend von heute,
      in: de:bug.de v. 04.01.
    • CONRADS, Martin (2005): Onkel forscht.
      Joachim Lottmann: Die Jugend von heute,
      in: fluter.de v. 13.02.
      • Inhalt:
        CONRADS geht näher auf den Blumfeld-Song "Die Jugend von heute" aus dem Album "Jenseits von Jedem" ein.
    • Neu:
      STOCK, Ulrich (2005): Der letzte lebende Teenager.
      Was lässt sich sagen über die Jugend von heute?
      Joachim Lottmann begibt sich unterhaltsam auf literarische Spurensuche,
      in: Die ZEIT Nr.8 v. 17.02.
 
   
  • Das Buch in der Debatte

 
       
   

Mai, Juni, Juli (2003).
(Erstveröffentlichung 1987)

Köln: Kiepenheuer & Witsch

 
   
 
 

Klappentext

"Soll er eher etwas Autobiographisches schreiben oder doch lieber einen DDR-Roman? Der namenlose Ich-Erzähler aus »Mai, Juni, Juli« streift durch eine deutsche Metropole, es ist Mitte der 80er Jahre und alle reden von Pop, Sex und Seele. Er will ein »großer Schriftsteller« werden, aber noch kommt er schlecht aus dem Bett und leidet an Depressionen. Es vergehen Wochen, Monate, und schon wieder ist ein Tag verloren, weil er kein Schreibmaschinenpapier zur Hand hat. Doch immerhin weiß er, was alles nicht vorkommen darf: keine verdammt gute Literatur, keine Monomanie, keine Exzesse, kein Tiefgang, keine geschmäcklerische Yuppie-Schreibe."

Pressestimmen

"Dieser Roman war der Anfang, der Anfang von vielem, großem, schönem, lebensgenauem, was in den neunziger Jahren zu erleben und zu lesen war, war der Anfang von einer Zeit, in der »Schriftsteller grade bei der des Barbarentums verdächtigten Generation um die dreißig wieder als erstrebenswerter Beruf galt«, wie Willi Winkler einmal schrieb. War der Anfang vom neuen, schönen, großen Lebensschreiben."
(Volker Weidermann in der FAS vom 17.03.2002)

"Die Momentaufnahme trifft recht genau die Zeit, in der in Deutschland im Umfeld von Zeitschriften wie Elaste, Tempo und vor allem der Kölner Spex das Schreiben über und mit Pop geprobt wurde. Die Texte zeigen, was geschieht, wenn sich Erfahrung in die zweite Bedeutungsebene verzieht. Es herrschen Oberflächenreize statt Sinnsuche, und dem hohen Ton der moralischen 60er und friedensbewegten 70er begegnet Lottmann mit unbeschwerten Unkorrektheiten und Provokationen. Offenbar hat man das damals für baren Inhalt genommen, statt als genervte Reaktion auf die gut gefühlten Mainstreamdiskurse und faulen Zeichenverbote der Zeit interpretiert."
(Markus Schneider in der Berliner Zeitung vom 14.07.2002)

 
 
 
       
   
  • Rezensionen

    • WEIDERMANN, Volker (2002): Joachim Lottmann: Mai, Juni, Juli.
      1987 - Ein Buch rennt nach draußen,
      in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 17.03.
    • NEDO, Kito (2003): Zurück zu den 80ern.
      Joachim Lottmann: Mai, Juni, Juli,
      in: Fluter, April
    • KARNIK, Olaf (2003): Diedrich Diederichsen - Sexbeat & Joachim Lottmann - Mai, Juni, Juli,
      in: Büchermarkt. Sendung des DeutschlandRadio v. 23.05.
      • Inhalt:
        Olaf KARNIK bespricht ausführlich die Wiederveröffentlichungen von Diedrich DIEDERICHSENs "Sexbeat" und Jochen LOTTMANNs "Mai, Juni, Juli", die er in einen Zusammenhang mit dem erfolgreichen Doku-Roman "Verschwende deine Jugend" von Jürgen TEIPEL bringt.

              
          KARNIK konfrontiert LOTTMANNs Aussagen im TAZ-Interview und eine Lobeshymne in der FAS mit Aussagen der damaligen SPEX-Redakteurin Clara DRECHSLER:
              
          "Also, als revolutionär habe ich das damals eigentlich nicht empfunden. Neu war an diesem Roman eigentlich nur – Lottmann war das Neue. Und dass man Lottmann noch ertragen konnte. So gesehen hatte er da eine gewisse Rückendeckung von uns aus, natürlich auch gegen die Leute, denen dann plötzlich aufgefallen ist, dass es überhaupt keine richtige Literatur ist und so weiter. Das heißt, er hat sich kurzzeitig die richtigen Feinde gemacht, gegen die man ihn dann verteidigen musste – an und für sich hätte sich sonst wahrscheinlich nie jemand die Mühe gemacht."
              
          Die Gemeinsamkeit und den Unterschied von DIEDERICHSEN und LOTTMANN beschreibt KARNIK folgendermaßen:
              
          "Joachim Lottmann und Diedrich Diederichsen haben den damals durch Bohèmia wehenden Zeitgeist auf den Begriff gebracht - Diederichsen eher kritisch, analytisch, historisierend; Lottmann eher affirmativ, erzählerisch, protokollierend."
    • SCHNEIDER, Markus (2003): Vom Zeitgeist genervt.
      Erinnerungen an Pop: Joachim Lottmanns "Mai, Juni, Juli" aus dem Jahr 1987,
      in: Berliner Zeitung v. 14.07.
 
       
   

Deutsche Einheit (1999).
Ein historischer Roman aus dem Jahr 1995
Zürich: Haffmans
(Diana-Taschenbuchausgabe:
Heyne Verlag, 2001)

 
   
 
 

Klappentext

"Nach zehn Jahren deutscher Einheit endlich der Schlüsselroman dazu! In einem Berlin, das vor Aufbruchstimmung birst, trifft unser Erzähler auf viele bekannte und unbekannte Helden der Gegenwart. »Die Literatur ist tot, aber wir leben«, sagt uns der Autor im Vorwort. Und »Am Anfang war das Wort. Am Ende dieses Buch.«"

Pressestimmen

"Im Jahre 1995 zieht ein nicht mehr ganz junger Mann nach Berlin. Dort soll er für eine Zeitung arbeiten. Doch bevor er auch nur einen Artikel für die immerhin 2000 Mark Vorschuss abgeliefert hat, ist der Roman zu Ende. Joachim Lottmann nämlich, der hier eben nicht nur als Autor, sondern auch als Held und Ich-Erzähler fungiert, ist in erster Linie daran interessiert, Berlin an sich auszuprobieren. Die Ergebnisse dieses Selbstversuchs werden dem Leser chronologisch mitgeteilt"
(Joachim Feldmann in Freitag vom 05.11.1999)

"Lottmann, respektive »Lottmann«. Ausgerüstet mit einem Stipendium, das ihm Freunde zugeschanzt haben, ist er nach Berlin gekommen (...).
Als literarischer Hasardeur und intellektueller Stuntman stürzt er sich in die Berliner Kulturszene, mit dem festen Vorsatz, aufzumischen und anzuecken. Den unausgesprochenen Generationenvertrag der 78er hat er zur erklärten Kampfansage gewendet. Stattdessen macht er sich an jüngere Jahrgänge heran, die in seinen Augen sexuell - die Kellnerin Maren Born aus Marzahn - und literarisch - Christian Kracht! Douglas Coupland!! Bret Easton Ellis!!! - mehr zu bieten haben."
(Holm Friebe in der Jungle World vom 24.11.1999)

 
 
 
       
     
   
  • Das Buch in der Debatte

    • DRÜGH, Heinz J. (2001): Verhandlungen mit der Massenkultur - Die neueste Literatur(-wissenschaft) und die soziale Realität,
      in:
      Internationales Archiv für Sozialgeschichte der Deutschen Literatur, 26. Band, 2. Heft, S.173-200
 
   

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webmaster@single-generation.de Erstellt: 26. Juni 2002
Stand: 27. August 2009