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HACHMEISTER, Lutz (2001): Die Phantome
der Humor-Analysten.
Lutz Hachmeister
über Erfindung und Untergang der Spaßgesellschaft,
in: Tagesspiegel
v. 07.04
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HACHMEISTER, Lutz (2002): Eine Elite ohne Bewusstsein.
In Zeiten der Medienkrise erweist sich das Personal der Branche als
kopflos. Zu sehr sind die selbstgefälligen Damen und "Herren
Journalisten" aus der Nach-68-Generation in politische und ökonomische
Machtinteressen eingebunden,
in: TAZ v. 16.11.
- Kommentar:
Eine überfällige und noch viel zu harmlose
Abrechnung mit dem selbstgefälligen
Neue-Mitte-Betroffenheitsjournalismus:
"Gängige Bilder von
Journalisten als unstete Gesellen, rasende Reporter, verkappte
Sozialrevolutionäre oder auch als Schreibknechte im Dienst des
kapitalistischen Systems verzerren die Wirklichkeit - Journalisten
sind in ihrer Weltsicht und Kommentierung eher darauf aus, den
eigenen Status in der gehobenen
Mittelschicht oder als
bourgeois bohemian zu wahren, als dass sie in irgendeiner
Weise aus dem Rahmen der formierten Wohlstandsgesellschaft
heraus fielen."
HACHMEISTER
beschreibt die "Elitepublizistik" als
eine Publizistik, die "politisch-publizistische Lager simuliert und
fügt abschließend hinzu:
"Fraglich ist auch,
ob der wohlig im spätbürgerlichen Zentrismus eingerichtete
Prestige-Journalismus die Entfremdung breiter Bevölkerungsschichten
von den formaldemokratischen Ritualen überhaupt mitbekommt. Seit
geraumer Zeit scheinen ihm selbstbezügliche Feuilleton-Scharmützel
und medienwirtschaftliche Positionskämpfe wichtiger als die
nüchterne Bestandsaufnahme der gesellschaftlichen Realität."
Da
Lutz HACHMEISTER selber zur Elitepublizistik der Neuen Mitte
zählt, muss natürlich gefragt werden, ob dieser Artikel nicht auch
Teil der beklagten selbstreferentiellen Feuilleton-Scharmützel ist
und deshalb nur einer Neupositionierung des "Neue-Mitte-Regierungsblatts"
TAZ dient.
- Neu:
HACHMEISTER, Lutz (2003): Der Meta-Experte.
Banken und Medien,
in: Süddeutsche Zeitung v. 04.03.
- Kommentar:
Die Medien - speziell die Wirtschaftspresse -
geraten aufgrund ihrer Komplizenschaft mit der New Economy selbst in
den Abwärtsstrudel.
HACHMEISTER fordert deshalb
ein Großreinemachen und fängt gleich selber damit an.
Norbert WALTER -
dem Prediger des marktradikalen Neoliberalismus - wirft er vor, dass
sein Arbeitgeber die Deutsche Bank, selber vom Neoliberalismus
nichts wissen möchte:
"Der Staat soll dann in die
Bresche springen, wenn sich Kreditnehmer als zahlungsunfähig
erweisen. Im Klartext: Die Steuerbürger sollen das Management-Risiko
der Großbanken minimieren, die mit Gewinneinbrüchen zu kämpfen
haben. Die Deutsche Bank hatte das Motto ihres leitenden Volkswirts
einfach umgedreht: Mehr Staat, weniger Markt".
Die Rolle von Experten
in der Mediengesellschaft beschreibt HACHMEISTER folgendermaßen:
"Kommentierende Experten sind
in Medien immer beliebt, wenn provokante Statements gefragt sind,
die der Journalist selbst nicht abgeben möchte – oder aber als
externe Bestätiger für eine redaktionell vorgefasste Meinung. Solche
Bekundungen werden problematisch, wenn sich der vorgeblich
unabhängige Kommentator selbst als eindeutiger Interessenvertreter
oder Klientelpolitiker erweist".
Während HACHMEISTER - im
Interesse der unglaubwürdig gewordenen Neue-Mitte-Medien - noch mit
der Aufarbeitung der Komplizenschaft von Medien und Ökonomie
beschäftigt ist, existiert inzwischen eine Komplizenschaft zwischen Medien und Politik,
die im anbrechenden Zeitalter des politischen Neoliberalismus
bedeutender ist.
In Frankreich wurde
gerade von zwei Journalisten ein Skandal bei der angesehenen,
"unabhängigen" Tageszeitung Le Monde publik gemacht. Bei uns
steht so etwas noch aus.
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