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- SIEMONS, Mark (1997):
Angestelltenkultur.
Einblicke in eine allzu vertraute Lebenswelt,
in: Neue Rundschau H.3 Die Liebe zu den feinen
Unterschieden
- SIEMONS, Mark (1999): Gebt uns ein
Leitbild,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung
v. 29.11.
- SIEMONS, Mark (2001): Das lebende
T-Shirt.
Böse neue Markenwelt: Der Antikapitalismus wird
unironisch,
in: Frankfurter
Allgemeine Zeitung v. 05.06.
- Inhalt:
SIEMONS beschäftigt
sich mit dem Genre der Marken- und
Werbekritik, zu denen er Autoren wie
Frédéric
Beigbeder,
Naomi KLEIN oder die
Band
Blumfeld zählt:
"Das Neue ist (...) eine
Entscheidung: die Aufkündigung jenes
einverständigen Blinzelns, das sich im
Umgang mit Werbung und Marketing
eingebürgert hat." Die
Gemeinsamkeit besteht in einem
"Überdruß an allzu subtilen
Distinktionen (...). Man strebt wieder
eindeutige Gut/Böse-, Freund/Feind-,
Wir/Ihr-Unterscheidungen an (...): Das
Bewußtsein der eigenen
sozioökonomischen Verstrickung hält
offenbar nicht mehr vom Willen zur
Fundamentalkritik ab. Und die Resonanz
darauf in der etablierten Kulturwelt ist,
allen performativen Widersprüchen zum
Trotz, gewaltig (...).
Das Selbstbewußtsein (...) beruht offensichtlich (...)
auf einer sozialen Tatsache: dem globalen Gemeinschaftsgefühl".
SIEMONS
gesteht der neuen Unversöhnlichkeit sogar einen rationalen Kern
zu:
"die Entlarvung eines
Selbstbetrugs. Es ist eben eine Illusion, von der Einbindung in
ein instrumentelles Abhängigkeitsgeflecht, wie es das Markensystem
darstellt, einen Zugewinn an Freiheit zu erwarten. Die pure
Selbstachtung gebietet es, damit zu brechen."
Den
blinden Fleck der Sehnsucht nach der "wirklichen Wirklichkeit"
einer solchen Kritik sieht SIEMONS im Fehlen "einer eigenen Idee
von sozialer Wirklichkeit"
- SIEMONS,
Mark (2001): Mitten im Kampf: Kann die Kultur noch überwirklich
sein?
In Kampfzeiten: Steht der Kultur eine neue
Politisierung bevor?
in: Frankfurter
Allgemeine Zeitung v. 16.10.
- PAOLI, Guillaume/RICHTER,
Peter/SIEMONS, Mark/STAUN, Harald/SEIDL, Claudius (2002): An allen
Tagen sollst du ruhn!
Der ewige Sonntag als Chance und Utopie: Thesen
zur Kultur der arbeitslosen Gesellschaft,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
v. 20.01.
- FAZ (2002): Ein paar Kapitel von der
Oberfläche.
Wo Popjournalismus ist, wächst das Rettende auch: Fünf
Feuilletonisten, an die man sich halten kann,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 28.09.
- SIEMONS, Mark (2002): Heinrich von
Kleist.
Abfall für alle,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 28.09.
-
SIEMONS, Mark (2003): Kann denn Kunst Entfremdung sein?
Jenseits der Ironie: Wie der Club der polnischen Versager lernte,
der Berliner Subkultur zu trotzen,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 18.02.
- Kommentar:
Mark SIEMONS berichtet über den
"Club der
polnischen Versager" und den "Terror der Vollkommenheit", mit
dem die Erfolgsmenschen der Marktgesellschaft unsere Gesellschaft
verändern.
Dazu
gehören auch die neuen Helden, die
Amelie von HEYDEBRECK in der FAS vorgestellt hat.
Dem
"Club der polnischen Versager" geht es dagegen um einen anderen
Begriff des Versagens, der in Polen Tradition hat.
In
der
Berliner Zeitung vom 04.01.2003 haben Leszek OSWIECIMSKI
und Adam GUSOWSKI über diesen "Nieudacznik" (polnischer Begriff für
Versager), dem man eigentlich helfen sollte, gesprochen:
"Es
gibt Platz für viele Menschentypen, aber die Welt, wie sie jetzt
aufgebaut ist, gibt nur einer bestimmten Sorte Mensch die
Möglichkeit, sich zu realisieren. Die anderen sind nicht generell
Versager, sondern nur in einer bestimmten Welt, in einer bestimmten
Zeit".
- SIEMONS, Mark (2003): Partei des
Willens.
Agenda SPD: Vom zweiten Godesberg zur permanenten Reform,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 12.05.
- Inhalt:
Mark SIEMONS hat das Kanzlerinterview im
Tagesspiegel vom 11.05. gelesen. Er beschreibt die SPD-interne
Debatte um die Agenda 2010 als eine defensive Symbolpolitik.
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SIEMONS, Mark (2003): Der real existierende Rentner,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 21.10.
-
SIEMONS, Mark (2004): Eingegliedert.
Unmittelbar zum Staat: Der Mensch nach Hartz IV,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 29.07.
- Kommentar:
Einen Tag nach der
JW-Debatte beschäftigt sich auch
Mark SIEMONS mit den Konsequenzen der Hartz-Reform für die
privaten Lebensformen:
"Ökonomisch
eigenverantwortlich betrachtet, zahlt es sich da für
Langzeitarbeitslose und solche, die es werden können, nicht mehr
aus, anders als im Augenblick und allein zu leben. (...).
Alles Geld, das in einer »Bedarfsgemeinschaft« von Eltern,
Kindern, Gatten oder Lebensgefährten verdient wird, geht von dem
eigenen Anspruch ab. So kommen Ehen, Partnerschaften, Groß- und
Kleinfamilien, Patchworkverhältnisse aller Art auf den Prüfstand:
Ist es wirklich notwendig, weiterhin zusammenzuleben? (...).
Das Familienmodell zahlt sich nur (...) aus, wenn noch kleine
Kinder im Spiel sind. (...).
Hartz IV fördert die zeitliche und räumliche Zersplitterung der
Gesellschaft. Seine Zielvorstellung ist die Monade (...).
Der Menschentypus, den Hartz IV favorisiert, ist der
Einzelkämpfer, der alle Brücken hinter sich abgebrochen hat und
weiter fortlaufend abbricht. Er wohnt allein in einer günstigen
Zweizimmerwohnung, trifft sich, um emotionale Löcher zu vermeiden,
regelmäßig mit Freunden".
Mark SIEMONS befürchtet also,
dass sich das Modell, das
Sarah SCHMIDT für weibliche
Singles skizziert hat, verallgemeinert.
Diesen Vereinfachungen liegt
die
Ulrich BECKsche Vorstellung von der
"vollmobilen Single-Gesellschaft" zugrunde.
Deren Popularität verdankte
sich bereits in den 90er Jahren einem ganz anders gearteten
Kampf der Lebensstile.
- SIEMONS, Mark (2004): Ende der
Vogelperspektive.
Im ökonomisierten Leben geht es um Interessen statt Ideen,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 13.09.
- Inhalt:
SIEMONS verabschiedet die "Blüten des Überbaus", d.h. die so
genannte Postmoderne:
"Mit einem Male sieht sich die Mittelschicht um jene
Polsterungsgarantie gebracht, die ihnen das abgeklärte Räsonieren im
gesamtstaatlichen Interesse bisher ermöglicht hatte", stellt SIEMONS
fest.
Grundlage der Postmoderne ist für den Autor die
Angestelltenkultur der
"nivellierten Mittelstandsgesellschaft"
(SCHELSKY), die im Osten jedoch nie richtig angekommen ist, weshalb
der Osten die Avantgarde des Hartz-Protestes ist:
"Bisher konnten sich auch Arbeitslose in gewisser Weise als
Angestellte der großen Firma Bundesrepublik vorkommen (...); heute
müssen sich auch Angestellte als potentielle Arbeitslose fühlen, die
jederzeit aus der gewohnten Lebensmodell herausfallen können.
Im Osten aber war die bundesrepublikanische Angestellten-Abstraktion
ohnehin nie ganz heimisch geworden, und deshalb kommt der Protest dort
auch früher als andernorts."
In der Sicht von SIEMONS sieht sich vor allem die Mittelschicht vom
Statusverlust bedroht. Auf diese Bedrohungsgefühle reagiert inzwischen
auch die Soziologie der Neuen Mitte à la
Heinz BUDE, so z.B. der hoch gelobte
Essay von
Berthold VOGEL.
SIEMONS erhofft sich vom neuen
Existentialismus eine solidarischere Gesellschaft, bei der jedoch die
Postmoderne auf der Strecke bleiben wird.
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Neu:
SIEMONS, Mark (2004): Systemfehler.
Die kinderarme Gesellschaft: Eine Berliner Debatte,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 13.11.
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