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- ALTMEYER,
Martin (2000): Den Betrachter insgeheim
betrachten.
Das Selbst im Spiegel des
Anderen - eine Neuinterpretation des Narzissmus,
in: Frankfurter
Rundschau v. 05.12.
- Kommentar:
ALTMEYER gibt einen
Überblick über die Verwendungsweisen
des Narzissmusbegriffs seit den 70er
Jahren.
[ mehr zum
Thema ]
- ALTMEYER,
Martin (2000): Big Mother.
Inszenierungen des Selbst im interaktiven
Fernsehen,
in: Frankfurter Rundschau
v. 27.12.
- ALTMEYER,
Martin (2001): Moral, Gewalt, Joschka.
Die 68er reflektieren ihre
politische Sozialisation,
in: Frankfurter
Rundschau v. 23.01.
- ALTMEYER,
Martin (2001): Geschichte, Mythos, Psychodynamik.
Deutungsmuster in der 68er-Debatte
in: Kommune,
März
- ALTMEYER,
Martin (2001): Von Monica zu Joschka.
Ein hysterisches
Skandalmuster wird importiert,
in: Frankfurter
Rundschau v. 08.03.
- ALTMEYER,
Martin (2001): Das trockene Bett des Rubikon.
Über Rahmenbedingungen und
Grenzen der neuen Biopolitik,
in: Frankfurter
Rundschau v. 28.05.
- ALTMEYER,
Martin (2002): Videor ergo sum!
Vortrag
bei den 52. Lindauer Psychotherapiewochen am
15.04.
- ALTMEYER,
Martin (2002): Ego und Alter ego.
Narzissmus im Subtext der
neuesten Literaturdebatte,
in: Frankfurter
Rundschau v. 03.07.
- Inhalt:
Martin ALTMEYER
betrachtet den Literaturbetrieb als
symbiotisches Verhältnis von
Schriftsteller und Kritiker. Als
Beispiele dienen ihm John UPDIKE
("Bech in Bedrängnis"), Martin
WALSER ("Tod eines Kritikers")
und Bodo KIRCHHOFF:
"Im
Sog der medialen Skandalisierung verkauft
sich Schundroman glänzend.
Die Erstauflagen sind bereits vergriffen
(...). Alle sind verletzt, keiner ist
gestorben; auf dem zeitgenössischen
Markt der Eitelkeiten ist offenbar für
viele Platz. Die Wunden am Selbst
gezeigt, die Aufmerksamkeit des Publikums
geweckt, das geheime Ziel der
Inszenierung erreicht: Im unbewussten
Zusammenspiel von Ego und Alter Ego ist
der gemeinsame Ruhm gemehrt und wieder
ein Stück Unsterblichkeit erworben
worden. Videor ergo sum - die
narzisstische Kollusion hat
funktioniert."
-
ALTMEYER, Martin (2003): Ausschluss, Entwürdigung, Missachtung.
Die gesellschaftliche Desintegration ist das Kernproblem der
deutschen Innenpolitik
in: Kommune, März
- Kommentar:
Martin ALTMEYER, der bisher für die
Frankfurter Rundschau publizierte, lobt die Frankfurter Konkurrenz:
"Wer hätte gedacht, dass die
versammelte Presse über Wochen den zivilen Ungehorsam gegen eine
demokratisch gewählte Bundesregierung schüren, dass in Deutschland
die »vierte«
Gewalt unter Führung des FAZ-Feuilletons einmal unisono
zur Rebellion (oder doch nur, wie man dem beißenden Spott ihrer
eigenen Sonntagszeitung entnehmen kann, zur
»Salonrebellion«?) gegen die dritte aufrufen würde? Als ob der
Staatsnotstand ausgebrochen wäre, wurde auf der einen Seite gezielt
eine Stimmung der Rebellion geschürt und unverhohlen die Machtfrage
gestellt – aber scharf wurden auch die wirklichen Defizite der
Koalitionspolitik umrissen".
Die einzig wirkliche Sorge des
neoliberalen, schwarz-grüne Optionen fordernden ALTMEYER ist, dass
die "deutsche Theaterlandschaft, einzigartig in der Welt, bedroht
ist". Dafür wird schon mal die "soziale Desintegration" an die Wand
gemalt. Statt das Subventions-Theater anzutasten, soll das Fantasma
Sozialstaat fallen.
Der Feind der linken Neoliberalen
ist deshalb nicht die Neue Rechte, sondern die traditionelle Linke à
la Pierre BOURDIEU.
Wie wär's damit: ALTMEYER könnte
ein paar Euro mehr für sein Theaterabo bezahlen. Das würde weder
seine Sozialintegration gefährden, noch müsste er die Exklusion der
Geringverdiener bemühen.
- Neu:
ALTMEYER, Martin (2005): Na, wie bin ich?
Früher hatten wir Neurosen,
die in all ihrer Zwanghaftigkeit letztlich auch unser Selbst
konstituierten. Heute haben wir keine solchen Störungen mehr - aber
auch keine wirkliche Identität. Ein Fortschritt?
in: TAZ v. 09.04.
- Inhalt:
In einem Streifzug durch die historischen,
psychoanalytisch inspirierten Diskurse des 20. Jahrhunderts werden
von Martin ALTMEYER die populären Sozialcharakter-Typologien
erwähnt, die mittlerweile ein Update durch die Debatte um die
Mediengesellschaft erfahren haben:
"Die
Zeiten ändern sich - und mit ihnen die Diskurse und Zeitdiagnosen.
Hatten in den 40er-Jahren Wilhelm Reich, Adorno und Horkheimer den
faschismusanfälligen »autoritären Charakter« entdeckt, übernahm in
den 70ern die konsumanfällige »narzisstische Persönlichkeit« die
Rolle des vorherrschenden Sozialcharakters: Als
»neuer
Sozialisationstyp« (Thomas Ziehe) hatte der orale Flipper den
analen Scheißer abgelöst.
Kaum eine Generation später sind statt Selbstbezogenheit und
Vereinzelung Begriffe wie Interaktion, Vernetzung, Medialisierung
zu zeitdiagnostischen Schlüsselwörtern geworden. Und im
Dauerdiskurs über Individuum und Gesellschaft zeichnet sich der
nächste Paradigmenwechsel ab: Das Subjekt löse sich auf in den
virtuellen Welten der Mediengesellschaft."
ALTMEYER kommt zu dem
Schluss, dass nicht mehr Sex, sondern Identität das Hauptproblem
Nr.1 ist:
"Epidemiologische
Untersuchungen zur mentalen Verfassung westlicher Gesellschaften
stimmen darin überein, dass im Verlauf des 20. Jahrhunderts eine
epochale Verschiebung in den psychopathologischen Störungsmustern
stattgefunden hat. Selbstwert- und Bindungsprobleme,
diffuse Ängste und
depressive Verstimmungen, Süchte und Perversionen, so genannte
Borderline-Persönlichkeitsstrukturen und narzisstische Störungen
haben zugenommen. (...). Entsprechende Zeitdiagnosen, ob
psychoanalytischer, sozialwissenschaftlicher,
entwicklungspsychologischer, sexualmedizinischer oder
familiensoziologischer Provenienz teilen einen Kernbefund: Nicht
mehr Sexualität, Identität ist nun das seelische Hauptproblem."
ALTMEYER diskutiert
anschließend die Ansätze von
Reimut REICHE,
Alain EHRENBERG und
Georg FRANCK, um am Schluss zu seiner vielfach
vorgetragenen These zu gelangen, dass der Mensch auf
intersubjektive Anerkennung angewiesen sei.
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