[ Autoren der Single-Generation ] [ News ] [ Suche ] [ Homepage ]

 
       
   

Matthias Altenburg: Modernisierungsverlierer

 
       
     
       
     
       
   

Matthias Altenburg in seiner eigenen Schreibe

 
   
  • ALTENBURG, Matthias (1992): Kampf den Flaneuren,
    in: Spiegel v. 12.10.
    • Inhalt:
      Matthias ALTENBURG fordert eine neue deutsche Literatur, die sich am Erfolg der US-amerikanischen Autoren orientiert:

            
         "Wenn es (...) stimmt, daß immer mehr Leute immer weniger bereit sind, das sogenannte gute Buch zu lesen (sondern statt dessen Sex-Ratgeber, Lebenshilfe-Fibeln und Esoterikwichs), warum zum Teufel setzt die Literatur dann nicht alles daran, sich erneut auf ihre alte Weise unentbehrlich zu machen? (...).
      Warum gehen unsere Autoren nicht endlich bei T. Coraghessan Boyle in die Schule, bei Truman Capote und dem riesigen Cormac McCarthy, bei Tobias Wolff und meineshalben sogar bei Tom Wolfe, und natürlich bei jener dicken Mama, die wir uns angewöhnt haben, »das Leben« zu nennen?
      (...).
      Weil sie dann nicht mehr schlendern dürften, sondern Wirklichkeit raffen müßten. Weil sie sich wieder an jene dirty places begeben müßten, wo Bisse und Küsse so schwer zu unterscheiden sind und wo nicht schon alles durch einen ästhetischen Kodex gezähmt ist."

            
         Der Artikel wurde 1998 in dem Band "Maulhelden und Königskinder" nachgedruckt.
  • ALTENBURG, Matthias (1999): Wo bleibt das "Angaschemang"?
    Günter Grass und die Folgen: Der Schriftsteller Matthias Altenburg über die Debattier-Müdigkeit seiner Autorengeneration,
    in: Die Woche v. 15.10.
  • eine Konzertkritik zu Michel Houellebecq:
    ALTENBURG, Matthias (2000): Verzweiflung für den Mainstream.
    Ausweitung der Marktzone: Der Romancier singt jetzt auch. Und gar nicht schlecht,
    in: Tagesspiegel v. 27.10
  • ALTENBURG, Matthias (2001): Die Juno-Zigarette,
    Teil 12 der Serie "Das war die BRD",
    in: Süddeutsche Zeitung v. 08.03.
  • ALTENBURG, Matthias (2001): Die Partisanen der Liebe kommen.
    Gegen die Allmacht der Warenwelt: Woche-Kolumnist Matthias Altenburg über das Skandalbuch des Franzosen Frédéric Beigbeder,
    in: Die Woche Nr.19 v. 04.05.
  • ALTENBURG, Matthias (2002): Jetzt geht's wieder los.
    Frühling ist wie Pop: Man kann ihm kaum entkommen. Eine Abrechnung mit einer penetranten Jahreszeit,
    in:
    Die ZEIT Nr.15 vom 04.04.
    • Kommentar:
      ALTENBURG hat sich die Rezension von Johanna ADORJÁN in der FAZ vom 08.03.2002 zu Herzen genommen:
            
         "weil ich sowieso EINER GEGEN ALLES bin, sage ich einfach, wie Molly Bloom am Ende ihres langen Monologs: Ja, ich will, ja. Frühlingniedermachen. Immer. Gerne." Und warum? "Der Frühling macht die Einsamen einsamer und die Trauernden trauriger."
  • ALTENBURG, Matthias (2002): Die Rückkehr der "German Angst".
    Die Brutalität von Erfurt hat uns die Sprache verschlagen. Doch ändern wird sie nichts,
    in: Die ZEIT Nr.20 v. 08.05.
  • ALTENBURG, Matthias (2002): Kein Rotwild in der Stadt.
    Matthias Altenburg fährt mit dem Mountainbike durch Frankfurt,
    in: Journal Frankfurt Nr.10 v. 10.05.
  • ALTENBURG, Matthias (2003): Geisterbahn,
    in: Frankfurter Rundschau v. 23.10.
  • ALTENBURG, Matthias (2005): Die Freiheit der wenigen.
    Von den großen Zielen der französischen Revolution ist nur ein bürgerlicher Wert übrig geblieben: das Geld,
    in: Frankfurter Rundschau v. 15.10.
    • Inhalt:
      Für Matthias ALTENBURG beruht der Erfolg von Udo Di FABIOs Buch "Die Kultur der Freiheit" vor allem auf dem Fehlen von ernstzunehmenden Gegenspielern:

                
      "Di Fabios Buch (...) ist ein Lamento. Erst weint es den suspendierten Tugenden des Bürgertums nach, dann will es sie wieder herbei plädieren. Herausgekommen ist nicht mehr als ein reichlich verschwitzter Leitfaden für den denkfaulen Spießer. Die alten Werte werden aufgewärmt, und so schmecken sie dann auch. Mit evangelikalem Eifer fordert er eine Rückbesinnung auf Liebe, Intimität, Kinder, Familie und Achtung vor dem Alter - Ein Wanderprediger Angela Merkels, der das Dekor für die müden Sonntagvormittage auf den Parteitagen liefert.
                
      Di Fabio hat nicht mehr zu bieten als alle kecken Mucker des deutschen Idealismus seit zweihundert Jahren. Dennoch hat sein Traktat ein heftiges Flügelschlagen im politischen Feuilleton ausgelöst, was einzig darauf hindeutet, dass auch unter den vermeintlichen Gegnern eine profunde Ratlosigkeit herrscht."
 
       
   

Matthias Altenburg im Gespräch

 
     
       
   

Ein allzu schönes Mädchen (2004)
Köln: Kiepenheuer & Witsch

 
   
 
 

Klappentext

"Im Frankfurter Stadtwald werden die grauenhaft zugerichteten Leichen zweier junger Männer gefunden. Hauptkommissar Robert Marthaler wird mit der Aufklärung dieses schwierigen Falls betraut. Die grausamen Morde machen dem bedächtigen Mann zu schaffen, denn alle Spuren weisen auf eine Frau als Täterin hin.
Und dann gerät auch Marthalers Privatleben aus den Fugen, denn seine neue Mitbewohnerin stellt eine ernsthafte Versuchung für den eigenwilligen Junggesellen dar"

Pressestimmen

"Ein guter Kriminalroman ist immer auch das Soziogramm einer Zeit und einer Region. Hier kriegen wir einen farbenfrohen Einblick in die Frankfurter Gegenwart, in die schrille Mischung aus Ebbelwoi und Großbanken, Spießertum und Weltläufigkeit, politischem Gezerre und sozialer Verkommenheit."
(Ulrich Greiner in der Zeit vom 25.03.2004)

 
 
 
       
     
       
   

Irgendwie alles Sex (2002)
Köln: Kiepenheuer & Witsch

 
   
 
 

Klappentext

"In diesem Buch geht es um die Lebens- und Liebespraktiken der Deutschen. Und um die Macken und Moden unseres Geisteslebens. »Die Deutschen sind doof. Sie finden Heike Makatsch sexy und halten Robert Schneider für einen Dichter.« – Während die »Generation Golf« vor dem eigenen Spiegelbild gähnt, macht Matthias Altenburg ernst. Seine »Storys zur Lage« sind Anschläge auf den Zeitgeist"

Pressestimmen

"Natürlich hat Altenburg mit seiner Kritik oft recht, und das ist das eigentlich Ärgerliche."
(Johanna Adorján in der FAZ vom 08.03.2002)

 
 
 
       
   
  • Rezensionen

    • ADORJÁN, Johanna (2002): Einer gegen alles.
      Marburg, Machos, Makatsch: Matthias Altenburgs Essays,
      in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 08.03.
    • FALCKE, Eberhard (2002): Matthias Altenburg: Irgendwie alles Sex,
      in:
      Divertimento, Sendung des NDR Radio 3 v. 08.04.
    • MAIDT-ZINKE, Kristina (2002): Die Kettensägensau.
      Matthias Altenburg schwingt Trümmerbirnen gegen Miederwaren,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 22.04.
    • SCHRÖDER, Christoph (2002): Richtig schön hassen.
      Matthias Altenburg über "Die Unberührten", Reich-Ranicki, Marburg und Anderes,
      in: Frankfurter Rundschau v. 29.04.
 
       
   

Landschaft mit Wölfen (1997)
Köln: Kiepenheuer & Witsch
(Dtv-Taschenbuchausgabe 1999)

 
   
 
 

Klappentext

"Er wird von den Frauen geliebt und verlassen, er wird von den Kindern verlacht und von Nonnen getröstet; er ist ein innerlich amoklaufender Flaneur, der nach Nähe giert und sie nicht ertragen kann.
»Landschaft mit Wölfen«, das sind sieben heiße Julitage im Leben von Neuhaus, dem Helden in Matthias Altenburgs neuem Roman. Neuhaus ist ein gebildeter Streuner auf der Suche nach Schönheit. Er führt Fremde durch Frankfurt und treibt doch selbst wie ein Fremder durch diese Stadt, in der das Glück nur an den Rändern zu finden ist.
Neuhaus streift mit der Schäferhündin Saba durch das Viertel, geht auf Partys und zum Boxkampf, schaut in alle Fenster und mustert seine Umgebung wie ein hellwacher Gott seine verkommene Schöpfung: Eine Welt, die aussieht, als warte sie auf Erlösung.
Mit seiner klaren Sprache bringt Matthias Altenburg einen Ton in die neue deutsche Literatur, der am ehesten an die Songs von Tom Waits und an die Filme von Jim Jarmusch erinnert."

Pressestimmen

"Der Befund konservativer Kulturkritik, wonach der Kapitalismus seiner »geistigen Natur nach eine Sintflut der Äußerlichkeit« sei, spiegelt sich in (...) Zeugnissen westdeutscher Phänomenologie im milden Herbstlicht einer leidenschaftslosen Verzweiflung. Die Heroen der spätkapitalistischen Vereinsamung leben ohne Arbeit, ohne Frau und Kind, allein mit ihren Haustieren, stehen dumm vor Hertie rum, würden (wie der Held in Matthias Altenburgs Roman »Landschaft mit Wölfen«) aus Langeweile gerne ein Massaker begehen und »denken und fühlen wie alle«. »Wenn man es recht bedenkt«, sinniert Altenburgs depressiver Jedermann, »ist das Leben gar nicht so unangenehm. Je weniger Gedanken man sich macht, desto angenehmer ist es.« Von der Sintflut der Äußerlichkeiten ist inzwischen zwar nur noch eine dürftige Pfütze übriggeblieben, doch in der watet der Held der westlichen Welt schicksalsergeben hin und her, als wär's das große, weite Meer. Einen Ausgang aus der geschlossenen Anstalt Spätkapitalismus gibt es nicht; der Westmensch weiß am Jahrhundertwende, was er tut, wenn er sich's in Mittelmaß und Melancholie mit einer letzten Cola-Dose bequem macht - er tut nichts."
(Irisch Radisch in der ZEIT vom 17.10.1997)

"In seinem Roman Landschaft mit Wölfen (1997) lässt er seinen Helden an der Hässlichkeit der Mitmenschen und Brutalität der Welt verzweifeln. Der junge Mann geht an einem heißem Sommertag durch Frankfurt. Er lädt sich so lange mit schwarzen Fantasien auf, bis nur noch der verbale Amok bleibt. Mit einer bis an den Rand voll getankten Sprachvernichtungsmaschine donnerte Altenburg mitten hinein ins Justemilieu der halbseidenen Neureichen, der grün angehauchten Partyschickeria und der links aufgeklärten Konsumenten."
(Ulrich Greiner in der Zeit vom 25.03.2004)

 
 
 
       
     
   
  • Rezensionen

    • SCHÄFER, Thomas (1997): Voller Rotz.
      Noch'n Narziß: Matthias Altenburg,
      in: Tagesspiegel v. 27.08.
    • SPRING, Stefan (1997): Alles zum Heulen schön.
      Im stillen Inferno der Metropole: Neuhaus lebt vor sich hin, kultiviert seine Haßliebe zur Welt, und eines Tages beginnt er Amok zu laufen,
      in: Rheinischer Merkur Nr.34
    • WINKLER, Ron (1997): 3 Uhr 35 am Ende des Jahrhunderts.
      Matthias Altenburg gelingt in "Landschaft mit Wölfen" der Versuch der Annäherung an die Single-Gesellschaft,
      in: carpe.com
 
   
  • Das Buch in der Debatte

    • RADISCH, Iris (1997): Der Herbst des Quatschocento,
      in: Die ZEIT v. 17.10.
 
   

weiterführende Links

 
     
   
 
   

Bitte beachten Sie:
single-generation.de ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten

 
   
 
     
   
 
   
© 2002-2006
Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 18. Dezember 2000
Stand: 01. März 2006
Counter Zugriffe seit
dem 03.Juni 2002