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Matthias
Politycki: Und immer lockt das Weib
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Matthias
Politycki in seiner eigenen Schreibe
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- POLITYCKI, Matthias
(1997): Kalbfleisch mit Reis!
Die literarische Ästhetik
der 78er-Generation,
in: Schreibheft,
50, S.3-9
- POLITYCKI, Matthias
(1997): Das Gequake von satten Fröschen.
Die Generation der
Vierzigjährigen und ihre Angst vor der
Verantwortung,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 30.08.
- POLITYCKI,
Matthias (1998): Pop-Ereignis, Trostbüchlein,
Tertiärliteratur.
Der
große Merkheft-Roman der Bundesrepublik liegt
jetzt in 156 Folgen vor,
in: Frankfurter
Rundschau v. 25.11.
- POLITYCKI, Matthias
(1999): Die Unverwässerlichen,
in: TAZ
v. 16.03.
- POLITYCKI, Matthias
(2000): Der amerikanische Holzweg.
Am Anfang vom Ende einer
deutschsprachigen Literatur,
in: Frankfurter
Rundschau v. 18.03.
- POLITYCKI, Matthias
(2000): Das Medium ist die Massage,
in: TAZ v.
25.05.
- POLITYCKI,
Matthias (2001): Simplifizierer und
Schubladianer.
Es
schlägt die Stunde des erhobenen Zeigefingers:
Brauchen wir nach dem 11. September wirklich eine
andere deutsche Literatur? Wer die Lufthoheit
über den deutschen Ernst anstrebt, kann auch
gleich den Freigeist zur bedrohten Art erklären
in: TAZ
v. 27.10.
- Inhalt:
Matthias POLITYCKI
beschäftigt sich mit jenen, die das Ende
der Spaßgesellschaft ausgerufen haben.
Er versucht seine "Neue deutsche
Lesbarkeit" gegen die
"Spaßliteratur" der
Popliteraten abzugrenzen, um einerseits
das "Ende der
Popliteratur" zu
begrüssen, andererseits jedoch der
Forderung "Irony is
over" eine Absage
zu erteilen, denn: Ironie ist
"vielleicht die sublimierteste Form
des Leidens an der Welt (...), die
luftigste, spielerisch leichteste
Zustandsform der Schwermut!".
Seine Prophezeiung: "die Zukunft des
Romans, ums einmal nassforsch zu
formulieren, wird humoristisch sein oder
sie wird nicht sein."
- POLITYCKI,
Matthias (2002): Tor der Tränen.
Fußball und höhere
Gerechtigkeit,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 06.05.
-
POLITYCKI, Matthias (2004): Jungs..., es gibt Arbeit!
Abschied von der Dauerjugend: Die Schriftsteller der mittleren
Generation brauchen ein politisches Standbein,
in: Tagesspiegel v. 22.07.
- Kommentar:
Der - in letzter Zeit dahindümpelnde -
Tagesspiegel möchte offenbar die diesjährige feuilletonistische
Sommerloch-Debatte lostreten.
Matthias POLITYCKI - gestählt von der
diesjährigen
Klausur auf Schloß Elmau
(offensichtlich das bessere Neuhardenberg der Schriftsteller) -,
fordert nun den Ruck im Land des Intellektuellen-Vakuums und
der Diktatur des Proletariats (sozusagen das
Gequake von satten Fröschen, Teil
2). Eingangs schildert POLITYCKI seine missliche Lage:
"Zähneknirschend
hatte ich mich daran gewöhnt, daß es nicht nur in der Lyrik, nicht
nur in der Literatur insgesamt und den Künsten, sondern auch im
Fußball, in den Medien, der Wirtschaft, und last not least
natürlich der Politik mit Volldampf Richtung Mittelmaß ging (...).
Deutschland wird zur Zeit in allen Disziplinen gedemütigt, als
Insasse Deutschlands lebt man halbgeduckt voran, mit der
Gewissheit, dass es selbst nach der nächsten Wahl nicht besser
werden wird. Gibt es eigentlich noch irgendetwas, das mich
herausreißen kann aus dieser grundsätzlichen Untergangsstimmung,
gibt es irgendetwas in unserem Land oder wenigstens unserem
Literaturbetrieb, das zur Hoffnung zwingt?"
Bei so viel
Desaster gibt es jetzt endlich die
Generation Reform.
Wir haben fertig
mit den
Zaungästen der 78er-Generation und den
"Schlappschwanzeuropäern".
Die
neue Werteelite ist geboren zur
intellektuellen Führung:
"Niemand
anderer als die Bedenkenträger par excellence, die Schriftsteller,
sind meiner Meinung nach nun gefordert, sich ins Allgemeine-Ganze
zurückzubegeben, raus aus ihren Biotopen, rein ins Offene des
gesellschaftlichen Gesprächs. (...). Ein Autor ist für mich nicht
nur durch seine Bücher, sondern auch durch seinen Standpunkt
definiert, das Recht auf ein radikal individualistisches Leben
bedingt auch die Pflicht zur Anteilnahme am Allgemeinen.
Nicht dass ich mir eine Handvoll neuer »Großintellektueller«
wünsche, die bei näherem Hinsehen allenfalls noch als Scheinriesen
Respekt erheischen! Was unsere niedergehende Gesellschaft
bräuchte, wäre eine Vielzahl an Autoren mittlerer Jahre, die nicht
an der Verlängerung ihrer Pubertät bis ins Rentenalter arbeiten,
sondern mit dem bewussten Abschied von ihrer Dauerjugendlichkeit
bereit sind, ihr reales Alter und damit die Pflichten eines
Erwachsenen anzunehmen: soziale Verantwortung jenseits der eigenen
Werkabfolge. Politisch engagierte Literatur, das wäre mir ein
Gräuel; politisch engagierte Autoren hingegen, ein Netzwerk freier
Radikaler, die unbestechlich und ungebeten überall dort ihre
Meinung einbringen, wo man das Wort Integrität nicht mal mehr
fehlerfrei buchstabieren kann, das täte not."
Die Generation
Reform drängt es nun mächtig in die Schlüsselpositionen der Macht,
notfalls durch eine Revolution der Eliten in der Endphase der
Demokratie:
"Wer
in seinem Herzen Demokrat ist, der muss nun schleunigst
undemokratisch denken, nicht von der Mitte, sondern vom Rand der
Gesellschaft her, der muss Minderheiten wieder an die Macht
bringen, zum Wohle dessen, was dann vielleicht mal wieder in eine
echte Demokratie übergehen könnte. Mittlerweile nämlich sind wir
auch im größer gewordnen Deutschland fällig, und als überzeugtem
78er gefällt mir die Niederschrift dieses Satzes überhaupt nicht,
fällig für eine neue gesellschaftliche Revolution. Diesmal
allerdings für eine elitäre, jenseits des alten Lagerdenkens und
angezettelt nicht etwa bloß von einer Task Force im
Beckenbauer-Format, sondern im Sinne von Platons Konzept einer
Herrschaft der Besten. Andernfalls wird unsere, die Schuld der
plusminus Vierzigjährigen, nicht mehr wiedergutzumachen sein."
War das nun der
ersehnte Weckruf an die neuen Bildungsbürger? Nur eines scheint
festzustehen: Jedes Volk bekommt die Eliten, die es verdient...
-
POLITYCKI, Matthias u.a. (2005): Was soll der Roman?
in: Die ZEIT Nr.26 v. 23.06.
- Kommentar:
Die 78er-Generation ist immer gut für eine
Sommerloch-Debatte.
Oberlehrer Tilman KRAUSE hat in
der
Welt vom 21.06.2005 mit dem Titel "Alle Jahre wieder" die
Einführung zur heutigen ZEIT-Debatte geschrieben.
Das Trainingslager dieser
wertkonservativen Truppe um Matthias POLITYCKI, die gerne die
Gruppe 47 ablösen möchte, heißt Schloss Elmau,
wie es sich für stilvolles Verarmen gehört...
Die Zeit liefert gleich noch -
in typischer 68er-Manier Marke kritisches Bewusstsein - ein paar
Statements von Juli ZEH,
Hans-Ulrich TREICHEL,
Andreas MEIER und
Uwe TELLKAMP mit.
Das nächste Sommerloch kommt
bestimmt und dann sind auch die 78er wieder da, genauso wie die
lästigen Mücken...
- Neu:
POLITYCKI, Matthias (2005): Weißer Mann - was nun?
Wer die Wahl am 18.
September gewinnt, ist völlig irrelevant. Denn im globalen
Wettstreit droht der westlichen Kultur sowieso der Untergang. Ein
Nachruf zu Lebzeiten,
in: Die ZEIT Nr.36 v. 01.09.
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Matthias
Politycki im Gespräch
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- WEBER, Antje und R.
HAMMERTHALER (1997): Von Fröschen und Frauen,
in: Süddeutsche Zeitung
v. 23.08.
- Interview mit Matthias
Politycki und Andrea Brown
- KRAUSE,
Tilman (1998): Nicht alles Deutsche ist schwer
verdaulich,
in: Welt
v. 30.12.
- KNIPPHALS, Dirk
(2000): Man muss mehr geben als Wörter,
in: TAZ v.
22.02.
- LENZ,
Daniel & Eric PÜTZ (2000): Wir wollen doch
alle Ravioli,
in: Freitag
Nr.11 v. 10.03.
- GIESECKE,
Gerald (2000): Das war's. Rückblick auf zwei
Jahre "Novel in Progress", in: Literaturkritik.de,
April
- RACK,
Jochen (2001): Schriftsteller im Gespräch - Dr.
Matthias Politycki,
in:
Alpha Forum. Sendung des
Bayerischen Fernsehen vom
14.05.
-
HEISE, Katrin (2005): "Ohne den Mief der 68er".
Matthias Politycki über die Aufgaben der Literatur,
in: DeutschlandRadio v. 24.06.
- Inhalt:
Matthias POLITYCKI will die
Thesen zum "Relevanten
Realismus" nicht als Manifest, sondern nur als
Positionspapier verstanden wissen:
"Wir haben kein Manifest geschrieben.
Wir haben ein Positionspapier geschrieben, um uns vorzubereiten auf
unser Treffen und das haben wir vorgetragen, dort auf Schloss Elmau
und dann wurde auch hitzig diskutiert und genau so war es auch
gemeint. Es ist nicht ganz unbezeichnend für den Journalismus, dass
sofort eigentlich hinter unserem Rücken ein Manifest draus gemacht
wird. Das kriegt eine ganz andere Aura. Das kommt dann so daher, als
sei es schon überall wasserdicht. Das kann es nicht sein, denn wir
sind vier sehr unterschiedliche Menschen, die auch nicht mehr ganz
jung sind, sondern in der Mitte des Lebens stehen, die raufen sich
nicht so schnell zusammen und schon gar nicht in jedem Detail.
Deswegen, mir ist wohler, wenn Sie sagen, es ist ein
Positionspapier, was jetzt nicht heißen soll, dass ich klemmen will,
ich stehe zu der Position. Nur das Wort Manifest hat so eine Aura,
die gefällt mir nicht ganz."
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- Kommentar
(04.05.2002):
Die
Single-Generation soll eine Zwischengeneration
sein, die es zu nichts gebracht hat und die
entweder zu spät (für die 68er Revolte) oder zu
früh gekommen sei. Z.B. für den Punk wie
BÖTTIGER meint.
Er sollte sich
TEIPELs
Buch "Verschwende deine
Jugend" zur Hand nehmen und die
Biografien studieren, um sich vom Gegenteil zu
überzeugen.
KRAUSE möchte
dagegen den Literaten der Single-Generation SEINE
Mission schmackhaft machen:
Sie haben sich noch den literarischen Kanon erarbeitet und sind doch
schon durch die Schule der Popkultur gegangen. Sie sind
gleichermaßen zu Hause im bürgerlichen Zeitalter und in der Spaßgesellschaft. Damit sind sie
geradezu prädestiniert, letztere glaubwürdig zu
kritisieren. Und daraus wiederum könnten sie
eine große Mission ableiten: eben diese
Spaßgesellschaft zu überwinden helfen."
Die Leistungen der
Single-Generation lassen sich wohl erst in zehn
oder zwanzig Jahren richtig beurteilen.
Aber bereits
heutzutage werden unterschiedliche
"Generationenstile" konstruiert. Z.B.
hat die Soziologin
Gabriele KLEIN
("Electronic Vibration") in einem
Tages-Anzeiger-Interview vom 06.08.1999 folgende
generationelle Körpermodelle unterschieden:
"Es gibt drei
Generationen, die 68er, die 78er und die 89er,
die nicht nur verschiedene Entwürfe von
Wirklichkeit haben, sondern auch verschiedene
Körpermodelle »leben«. Für die 68er war das
der »politische Körper«, das heisst, sie
verstanden den Körper, die »freie
Sexualität«, als verbunden mit dem politischen
Kampf, zu dem die Befreiung sich funktional
verhielt. Ganz anders die 78er-Generation, die
den Diskurs über den »Naturkörper« geführt
hat, Stichworte: Ökologie, Laientanzbewegung,
alternative Wohnformen. Das war fast eine Art
Lebensreformbewegung, die das Politische darin
suchte, die »wahre Natur« des Körpers wieder
zu finden. Die 89er sind, grob gesagt,
diejenigen, die eine Art von Kunstkörper
formulieren. Der Körper ist in diesem
Verständnis Rohstoff, den es zu kultivieren
gilt, den man nicht nur bearbeiten darf, sondern
bearbeiten muss. Das können sehr massive
Eingriffe sein: Tattoos, Piercing."
Nur eines scheint
gewiss: Die Generationendebatte wird
weitergeführt werden...
- BÖTTIGER,
Helmut (2002): Die bleierne Teilzeit.
Versager
unter sich: Die Generation der 78er leckt ihre
Wunden. Ein Klassentreffen auf Schloss Elmau,
in: Tagesspiegel
v. 04.05.
- KRAUSE,
Tilman (2002): Lost Generation.
Die
deutsche Literatur steht im Moment,
oberflächlich betrachtet, auch ohne die 78er
glänzend da,
in: Welt v. 04.05.
- MELLER,
Marius (2002): Gruppe 2001.
Immer noch "Ohne Titel"
einer großen Zukunft entgegen: Das zweite
Elmauer Treffen zur Gegenwartsliteratur,
in: Frankfurter Rundschau
v. 03.05.
- AREND,
Ingo (2002): Auf eigenen Füßen.
Zwischen
Ironie und Pathos. Zwei Schriftstellertreffen auf
Schloss Elmau,
in: Freitag
Nr.21 v. 17.05.
- KLEIN,
Georg (2002): Die nahen Toten.
Schriftstellertreffen.
Ein Beitrag für Elmau,
in: Freitag
Nr.21 v. 17.05.
- SCHINDHELM,
Michael (2002): Vor dem Gesetz.
Schriftstellertreffen.
Ein Beitrag für Elmau,
in: Freitag
Nr.21 v. 17.05.
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Klappentext
"Matthias
Politycki, durch seine letzten Romane bekannt
geworden als Chronist der
bundesrepublikanischen Alltags- und
Liebesgeschichte, bricht auf zu neuen Ufern:
Er erzählt von fernen Ländern, von
unvertrauten Orten, die mal Mongolei, mal
Uganda, mal Statesboro, mal World's End
heißen, oder von heimatlichen Regionen, die
wir zu kennen glauben. Seine Figuren suchen
das große Erstaunen, jenseits aller
touristischen Trampelpfade, und werden mit
kleinen oder großen Schrecknissen
konfrontiert. Sie erleben, wie ein Thunfisch
zu Tode gebracht wird, wie sich Callgirls und
Literaturwissenschaftler auf wundersame Weise
in Sofia begegnen oder wie das Tanken
irgendwo in Amerika zur existenziellen
Katastrophe wird.
'Das Schweigen am andern Ende des Rüssels'
versammelt siebzehn Geschichten, die subtil
miteinander verwoben sind. Alle kulminieren
sie, ungeachtet ihrer exotischen
Schauplätze, in einem Moment der Stille, in
einer Sekunde des zeitlosen Verstummens, sei
es über die Absurdität, sei es über die
Brutalität des Geschehens.
Zweimal acht Erzählungen über 'Buddhas
goldnen Schließmuskel', 'Sonnenbaden in
Sibirien' oder den 'Mann, der ein Bär war' -
und in ihrer Mitte der 'Tag eines
Schriftstellers', ein Text über das Sterben,
über Todesstunden, wie er in der
Gegenwartsliteratur nicht seinesgleichen hat."
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Rezensionen
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Rezensionen
- WEBER, Antje
(2000): Die Farbe der neunziger.
Matthias Politycki
beschreibt im neuen Roman das München
des vergangenen Jahrzehnts,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 23.02.
- PÜTZ,
Tonia (2000): Verflixte Leidenschaft,
in: Stern
Nr.9 v. 24.02.
- AREND,
Ingo (2000): Die Bedingung der
Möglichkeit.
Leistungsfähige
Kompromissästhetik,
in: Freitag
Nr.9 v. 25.02.
- BAUER, Michael
(2000): Das World Wide We(i)b,
in: Focus
Nr.10 v. 04.03.
- BÄSSMANN,
Joachim (2000): Nichts Neues aus Kalau,
in: Welt
v. 09.03.
- MAIDT-ZINKE,
Kristina (2000): Am Nasenring durch einen
Sommer und einen Herbst,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung
v. 18.03.
- LINDEN, Thomas
(2000): Geplagter Mann von vierzig
Jahren,
in: Kölnische
Rundschau v. 21.03.
- MARX,
Friedhelm (2000): Lockende Augen,
in: Kölner
Stadt-Anzeiger v.
21.03.
- RATHJEN,
Friedhelm (2000): Vom einsamen
Männerrock,
in: Frankfurter
Rundschau v. 22.03.
- SCHAEFER,
Thomas (2000): Fastfreundinnen und
Schnattertanten.
Matthias Politycki
erzählt von der Liebe mit vierzig,
in: Tagesspiegel
v. 22.03.
- ALBRECHT,
Jörg (2000): Subtile
Ulricht-Wickert-Prosa, in:
Die ZEIT
Nr.13 v. 23.03.
- NICKEL, Gunther
(2000): Vierzig verweht,
in: Welt
v. 25.03.
- GIESECKE,
Gerald (2000): Das war's vom Daten-Paten.
Ein Rückblick auf zwei Jahre
"Marietta" bei aspekte.online,
in: Literaturkritik.de,
April
- HAGESTEDT,
Lutz (2000): Meide die Frau.
Matthias Polityckis
Umwege zu Marietta,
in: Literaturkritik.de,
April
- POLITYCKI,
Matthias (2000): Ungefähr 718 Worte
vorab (und 75 sehr vorab).
Vorrede zur CD-Rom
"Marietta",
in: Literaturkritik.de,
April
- SCHLAWENZ,
Viktor (2000): Novel in Progress.
Matthias Polityckis
Roman "Ein Mann von vierzig
Jahren" entstand im Internet,
in: Literaturkrtik,
April
- BUNDI,
Markus (2000): Politiycki: Ein Mann von
vierzig Jahren,
in: Wiener Zeitung
v. 07.04.
- HALTER,
Martin (2000): Der Klappentexter und
seine Phraschendreschmaschine,
in: Tages-Anzeiger
v. 20.04.
- LUTZ, Stefan
(2000): Pubertieren ist so schön,
in: Berliner
Illustrierte Zeitung, Beilage der
Berliner Morgenpost
v. 23.04.
- KOSLER, Hans
Christian (2000): "Steh auf und
geh!",
in: Die Woche
Nr.18 v. 28.04.
- ZEYRINGER,
Klaus (2000): Lesefrust.
Die mühsame
Ironie-Pose des Matthias Politycki,
in: Der
Standard v. 13.05.
- MAZENAUER,
Beat (2000): Ein Restromantiker,
in: Der Landbote
v. 30.05.
- SKASA,
Michael (2000): Zur Sache, Schwätzchen,
in: Spiegel
Nr.38 v. 18.09.
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Klappentext
"»Müssen wir uns
etwa dafür entschuldigen, daß wir uns nicht länger
kleinhalten lassen als 'jüngere deutsche Literatur'?
sondern daß wir spätestens mit den Produktionen der
90er Jahre - mag man sie nun als Neue Deutsche
Lesbarkeit, Neue Äußerlichkeit, Postmoderne,
78er-Literatur oder als was immer zusammenfassen –
daß wir Teil geworden sind der deutschen Literatur?»
»Literatur muß sein wie Rockmusik«, bodennah und von
großer Wucht wie ein Song, wenn er gut ist. Matthias
Politycki war einer der ersten, die diesen Anspruch
an die Literatur gestellt haben, und in erfrischend
deutlichen Worten hat er dabei auch gleich einige
heilige Feuilleton-Kühe geschlachtet.
Dringend empfahl er, sich von den verkopften
Nachfolgern der Moderne zu verabschieden: Literatur
solle Vergnügen bereiten, weite Teile der deutschen
Nachkriegsliteratur gehörten eigentlich in eine
geräumige Mottenkiste gestopft. Doch Achtung! Zu den
blinden Liebhabern der Unterhaltung in der Literatur
darf Politycki nicht gerechnet werden. Sein Credo
lautet vielmehr: »Form ist Wollust« wie etwa bei
Rimbaud, der jedem Vokal eine eigene Klangfarbe
verlieb, oder bei den Stilisten Benn und Nietzsche,
von deren Artistik Politycki nachhaltig beeindruckt
ist. Bei diesen Autoren hält sich Politycki gerne
auf, sie verehrt er, als ob sie schon die Rockmusik
in die Literatur hineingetragen hätten, und eines
wird deutlich, wenn er die Vorzüge ihrer Werke
beschreibt:
Er befindet sich auf der Suche nach neuen
Traditionen. Aber ihm geht es ja nicht nur um
Literatur: Er möchte die Generation, der er selber
angehört, die 78er, aus ihren gut gepolsterten
Schmollwinkeln her ausscheuchen und sie dazu
anstacheln, sich endlich gegen die 68er und 89er zu
behaupten. Als ihr Vorreiter hat Matthias Politycki
diese Aufsätze geschrieben, die wieder für gehörigen
Wirbel sorgen werden."
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Zitat:
Die Mission der
78er
"»Die
Tugend der Orientierungslosigkeit« heißt ein Buch,
das dieser Tage erscheint: Hinter den Autorennamen
Johannes Goebel und Christoph Clermont verbirgt sich
eine »New Sign Werteagentur«, die sich - so die
Selbstdarstellung - »intensiv mit den Lebens- und
Wertewelten der 18- bis 35jährigen« beschäftigt: und
im wesentlichen zu dem Ergebnis gekommen ist, daß
etwas, was man gemeinhin als Defizit empfindet -
Orientierungslosigkeit - (...) als »Tugend«, als
Generationen-Ausweis reklamiert wird. (...).
Moment! Kennen wir das alles nicht längst (...)?
Doch haben wir unsre Zweifel an all dem vorgegebnen
Orientierungs-Sinn je ähnlich siegessicher
artikuliert (...) - in deutlicher Abgrenzung von all
den Strukturalisten und Sinnstiftern - auch einmal
selbst auf den Begriff gebracht und aus der
Not (dem Zerfall von Strukturen und der damit
einhergehenden Zwangsindividualisierung) eine
»Tugend«, gar ein Generationskriterium gemacht?
Nein, das haben wir versäumt, und deshalb geistern
wir allenfalls als Trittbrettfahrer der 68er durch
die Feuilletons: als »78er«, wie sie Reinhard Mohr
in seinem Buch »Zaungäste. Die Generation, die nach
der Revolte kam« definiert hat - bereits der Titel
zeigt, wie rohrkrepierermäßig überflüssig diese 78er
eigentlich sind.
Sind? Oder vielleicht waren? (...).
Konkret gesagt: Mit 15 oder 25 ließ sich - im
Windschatten unsrer Überväter, die sich um alles
kümmerten - prächtig Drauflosprivatisieren; nun
aber, da die Überväter ersichtlich satt und matt
geworden sind, nun aber, da sich keiner mehr so
recht um diese »Gesellschaft« kümmern will; wer
könnte da den heute Fünfzehnjährigen
Windschatten bieten? Saturiererte Sesselfurzer und
programmatische Eckensteher, wie sie den Großteil
der 78er-Generation auszumachen scheinen, jedenfalls
nicht; und während wir weiterwursteln in unsrem
höchst privaten Lebensfahrplan, ziehen andre -
jüngere - mit einem erschreckenden Willen zur
Orientierungslosigkeit an uns vorbei.
Und? Ist das etwa zu bedauern?
Ja, das ist es, denn wir betrügen uns damit um eine
Aufgabe - und um das Glück, das darin liegen könnte,
sich ihrer auf halbwegs ehrenvolle Weise zu
entledigen."
(aus: Das Gequake von satten
Fröschen. Die Generation der Vierzigjährigen und
ihre Angst vor der Verantwortung, S.13ff.)
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Rezensionen
- GRÖTKER,
Ralf (1998): Zunächst das mit den
Schlipsen artikulieren.
Matthias Politycki
im Literarischen Colloqium,
in: Berliner
Zeitung v. 26.08.
- KRAUSE,
Tilman (1998): Die 78er: Nur Maulhelden
und Königskinder?,
in: Welt
v. 04.09.
- SCHLÖSSER,
Hermann (1998): Politycki: Die Farbe der
Vokale.
Von der Literatur,
den 78ern und dem Gequake satter
Frösche,
in: Wiener
Zeitung v. 22.10.
- BISKY,
Jens (1998): Betriebsfest oder Der geile
Drang aufs große Ganze.
Neues von der
Debatte über die Gegenwartsliteratur,
in: Berliner
Zeitung v. 21.11.
- RATHNOW,
Thomas (1998): Das Ende des Abgesangs.
Jahrelang wurde die
Krise der neuen deutschen Literatur
proklamiert. Inzwischen hat sich der Wind
gedreht,
in: Tagesspiegel
v. 05.12.
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Klappentext
"Sie müssen
von jeder Generation immer wieder neu erzählt
werden, die Liebesgeschichten, und zwar dringend.
Zum Beispiel die von Gregor Schattschneider, dem
17jährigen »Vollromantiker«, der die blonde Kristina
aus der Foto-AG anhimmelt und nicht wahrhaben will,
daß die ganze Kleinstadt in das Mädchen mit der
blitzenden Zahnspange verliebt ist. Oder die des
Teilzeitstudenten Schattschneider in Wien, der sich
lieber in Teufels Küche begibt, als der in jeder
Hinsicht entwaffnend direkten Tania zuzugeben, wie
sehr er sie mag, nein: liebt, nein: viel mehr noch.
Oder die des Mittdreißigers Schattschneider in
Stuttgart, der die schöne, deneuve-hafte Katarina
verehrt und bewundert, aber das Begehren verlernt,
sobald das Zusammenleben mit ihr das Gewohnte, das
Gewöhnliche geworden ist.
Gemeinsam ist den drei Liebesgeschichten nur eines:
sie gehen noch übler aus als von Schattschneider
befürchtet. In schönstem Selbstbetrug schreibt er
sie um, seine Katastrophen, und wir, die Leser,
durchschauen seinen Arbeitstitel Weiberroman
nicht nur als Maskerade, sondern merken sehr bald,
was Schattschneider nicht bemerken wollte oder
konnte: wie sehr sich dieser Selbstverhinderer vor
seinem Glück versteckt, wie sehr er gelebt und
geliebt hat, trotz allem.
Schattschneiders Geschichte ist, von ihm ganz und
gar unbeabsichtigt, immer auch Zeitgeschichte und
erzählt - mal staunend, mal ironisch - von
Ostpolitik bis Mauerfall, von Schlaghosen bis
Kefir-Diät, von dem, was uns umgetrieben hat in den
»goldenen« 70er und 80er Jahren, Darüber hinaus
lesen wir seine Aufzeichnungen mit dreifachem
Vergnügen: als Buch der Liebesumwege, als Hommage an
drei Frauen und als Roman einer Epoche, in dem die
Stimmungen und Moden, die Musik, die Illusionen und
Aufbrüche zum Greifen nah sind."
|
Pressestimmen
"Kristina, Tania, Katharina heißt das
weibliche Triptychon eines Männerromas, Lengerich, Wien,
Stuttgart sind die Kulissen auf dem Altarbild der siebziger
und achtziger Jahre. Und »Weiberroman«
nennt sich das Sittengemälde einer Generation, die nun
endlich in Amt, Recht und Würden gesetzt werden soll - und
das nicht zuletzt in aesthetics. Matthis Polititycki,
ihr Apologet, nennt sie »die 78er«.
Die deutsche Literatur hat einen neuen Helden. Er heißt
Gregor Schattschneider und ist kraft seines Schöpfers der
Phänotyp jenes Jahrgangs, der bisher als »Generation ohne
Eigenschaften« durchging, nun aber als »Missing link
zwischen 68ern und 89ern« firmieren soll. Der Soziologe
Reinhard Mohr hat die »Generation, die nach der Revolte kam«
schon 1992 auf den Begriff gebracht. (...).
»Eingeklemmt zwischen verlorenen Illusionen und bedrohlichen
Aussichten«, war diese Schicksalsgemeinschaft der heute etwa
Vierzigjährigen für die marxistisch gestählte
Selbstgewißheit der Achtundsechziger zu jung und für das
markengepolsterte Feeling der
Schampus-und-Cashmere-Generation zu alt - jener Altersgruppe
mithin, der die Gnade der späten Geburt und der Epochenbruch
zum 89er-Etikett verhalten. In Christian Krachts
Yuppie-Roman »Faserland« kam sie zu ersten literarischen
Ehren."
(Andrea Köhler in der Neuen Zürcher
Zeitung vom 24.01.1998)
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Rezensionen
- AUFFERMANN,
Verena (1997): Akrobat der Erinnerung,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 19.07.
- MOSS, Maria
(1997): Wahrheit mit Fußnoten,
in: Berliner
Morgenpost v.
21.09.
- SCHÜTTE,
Stefanie (1997): Der Antiheld ohne
Illusion und Orientierung,
in: Schweriner
Volkszeitung v.
29.09.
- HALTER,
Martin (1997): Verweigerung grosser
Gesten,
in: Tages-Anzeiger
v. 13.10.
- RADISCH, Iris
(1997): Der Herbst des Quatschocento,
in: Die ZEIT
v. 17.10.
- HAGESTEDT,
Lutz (1997): Verpasste Bekenntnisse,
in: Rheinischer
Merkur Nr.44 v.
05.11.
- HAGESTEDT,
Lutz (1997): Vergiß die Peitsche nicht,
in: Hagestedt.de
- STEINERT,
Hajo (1997): Matthias Politycki: Weiberroman,
in: DeutschlandRadio,
Sendung "Büchermarkt"
- KÖHLER,
Andrea (1998): Seasons in the sun.
Matthias Polityckis
"Weiberroman" und die junge
deutsche Literatur,
in: Neue Zürcher Zeitung
v. 24.01.
- KLEIS,
Constanze (1998): Echte Kerle, klasse
Weiber...,
in: Berliner
Morgenpost v.
21.06.
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Matthias Politycki im WWW
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weiterführende
Links
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