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Max Goldt: Das Elend der Welt als Dorn im Auge des Ästheten

 
       
     
       
   
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    Max Goldt in seiner eigenen Schreibe

     
       
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    Max Goldt im Gespräch

     
       
    • Neu:
      NÜCHTERN, Klaus (2006): "Schnittblumen sind camp".
      Der Frühling ist da, und Max Goldt liest wieder in Wien. Ein jahreszeitlich angemessenes Gespräch über Butterblumen und Bügelwäsche, über Blumfeld und Bücher,
      in: Falter v. 17.05.
      • Inhalt:
        Der Schriftsteller Max GOLDT lässt weder an Moritz von USLAR ("Waldstein") noch an Blumfeld ("Jenseits von jedem" und "Verbotene Früchte") ein gutes Haar:

                  
         "Zurzeit versuchen mir viele Leute einzureden, dass Moritz von Uslar den »state of the art« des deutschen Erzählens repräsentiert; ich werde da gleich misstrauisch – womöglich aber zu Unrecht. Können Sie mir da vielleicht etwas Orientierung geben?
                  
         Kann ich leider nicht. Als Autor ist man ja dazu aufgerufen und auserlesen, den Stand der Kunst selbst zu bestimmen. Man steht inmitten von Leben, im Zentrum der Gegenwart und macht sich zur Aufgabe, diese so kunstreich wie möglich in Worte zu setzen. Ich hatte gerade drei Wochen lang Rohrleger in der Wohnung, und ich glaube, es ist besser, selbst mit Rohrlegern zu reden als zu lesen, was ein Zeitgenosse über Rohrleger schreibt. Ich neige der Auffassung zu, dass ein Schriftsteller keine lebenden Kollegen braucht, außer zum Plaudern am Biertisch natürlich, das ist ja immer nett, ein wenig zu tratschen. Viel mehr lernen aber kann man von den Alten, es muss ja nicht unbedingt Goethe sein (...).
                  
         Lassen wir Ihre Kollegenschaft aus und kommen zur Musik. In den Submilieus, zwischen denen ich mich bewege, tobt gerade eine Debatte, ob die Hamburger V-Pulli-Band Blumfeld präsenil-privatistischen Pfadfinderpop produziert oder nach wie vor das Beste ist, was die deutschsprachige Jugendmusik im letzten Dezennium hervorgebracht hat. Haben Sie eventuell dazu eine Meinung?
                  
         Nein, die neue Platte habe ich noch nicht gehört. Bei der letzten hatte ich den Eindruck, dass die Musiker unfrei sind, sehr eingeengt, verzagt und ängstlich, dass sie sich darauf angewiesen fühlten, durch Reduktionismus beeindrucken zu müssen, obwohl sie möglicherweise mehr könnten. Verängstigte Künstler sind aber nichts, was mich beeindruckt."
     
           
       

    Wenn man einen weißen Anzug anhat (2002).
    Reinbek: Rowohlt Verlag

     
       
     
     

    Klappentext

    "Das neue Buch von Max Goldt ist so neu wie noch kein Buch von Max Goldt zuvor: unvorabgedruckt nämlich und der Form nach, anders als sonst, nicht eine Sammlung von Kolumnen oder Essays, Grotesken, Scherzi oder Betrachtungen, sondern ein Tagebuch. Es beginnt im September 2001 und zieht sich noch ein Weilchen ins Jahr 2002 hinein, wobei der Autor die Gelegenheit ergreift (endlich!), über alles zu berichten, was sein Leben und seinen Alltag ausmacht: Kommentarwichsmaschinen, Funken von Restanstand, Eugenie Marlitt, jene talentvolle Autorin »zaghaft frauenemanzipatorischer Gesellschaftsromane des 19. Jahrhunderts«"

    Pressestimmen zum Tagebuch

    "der Humor ist für Goldt nur ein Beleg, dass im unentwegten Mitlachen über alle möglichen Witze der Sinn abhanden gekommen ist, warum gelacht wird. Dabei gibt es gute Gründe, denn »wer Humor hat, hat Distanz zu sich selbst, kann sich von weitem sehen, ist dadurch vor Wut und Hass zwar nicht gefeit, wird aber nicht von ihnen aufgefressen.« Das ist eine schöne, sehr menschenfreundliche Formel, mit der man auf die Lagerkämpfe der Spaßgesellschaft und ihrer Feinde verzichten kann."
    (Harald Fricke in der TAZ vom 09.10.2002)

     
     
     
           
       
    • Rezensionen

      • ILLIES, Florian (2002): Auf weisen Sohlen und hohen Absätzen.
        Klofußumpuschelungsfluch: Max Goldt schreibt ein seltsames Tagebuch,
        in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 08.10.
      • FRICKE, Harald (2002): Flecken auf dem Teppich.
        "Wenn man einen weißen Anzug anhat": Max Goldt hat Tagebuch geführt und sorgt sich darin um die Manieren der Menschen",
        in: TAZ v. 09.10.
      • RÜDENAUER, Ulrich (2002): Ornament und Versprechen.
        Max Goldts Tagebuch "Wenn man einen weißen Anzug anhat",
        in: Tagesspiegel v.09.10.
     
         
       

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    Bernd Kittlaus
    webmaster@single-generation.de Erstellt: 09. Oktober 2002
    Update: 16. Mai 2006
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