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Maxim
Biller: Der Punk-Intellektuelle
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Maxim
Biller in seiner eigenen Schreibe
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- BILLER, Maxim
(1991): Soviel Sinnlichkeit wie der Stadtplan von Kiel,
in: Weltwoche v. 25.07.
- Inhalt:
BILLER behauptet zuerst einmal den Niedergang
der deutschen Gegenwartsliteratur:
"Es
gibt keine Literatur mehr. Das, was heute in Deutschland so heißt,
wird von niemandem gekauft und gelesen, außer von Lektoren und
Rezensenten, den Autoren selbst und einigen letzten, versprengten
Bildungsbürgern. Die deutsche Literatur dieser Jahre und Tage ist
eine Literatur der peinlichen, aber allessagenden Minimalauflagen
(...) Es ist eine Literatur, (...) die nur mehr auf den Seiten der
Feuilletons und Kulturspalten stattfindet."
Die
Ursachen beschreibt BILLER als Folge der Erfahrungsarmut des Lebens
der
78er-Generation:
"Noch
nie gab es eine Schriftstellergeneration, die (...) ein derart
ereignis- und konfliktloses Dasein geführt hätte wie die unsere.
Noch nie waren die Probleme eines Jahrgangs so belanglos und
entrückt von allem wahrhaft Existentiellen. Uns bewegen doch
höchstens mal ein paar Liebesprobleme oder eine völlig abstruse,
abstrakte Angst (...). Aus diesem Stoff lassen sich keine
Epochenromane und Gesellschaftsepen basteln."
Zuletzt
bietet sich BILLER mit seiner Ausnahmebiografie als Vorbild für
eine, am Realismus des Journalismus geschulte, deutsche Literatur
jenseits der "Akademikerprosa" an:
"Es hat nichts mit
Selbstüberschätzung zu tun, (...) wenn ich sage, daß ich selbst es
(...) etwas besser gehabt habe. Meine Familie stammt aus Rusßland
und aus der Tschechoslowakei, (...) und ich hatte das stoffspendende
Grlück, daß wir nach dem Prager Frühling nach Deutschland
emigrierten. Wieviel mehr biographisches Material kann ein Autor
verlangen in einer Zeit, in der seine Kollegen mit sechzehn ein
bißchen Haschisch rauchen, mit achtzehn Abitur machen, für ein Jahr
nach Paris gehen, dann in Heidelberg oder München Germanistik
studieren und schließlich einen »Prosatext« schreiben, der nur aus
Zitaten von Lacan und Baudrillard besteht und dessen schwer
auszumachender Held mit sechzehn ein bißchen Haschisch raucht, mit
achtzehn Abitur macht und dann für ein Jahr nach Paris geht."
Der
Artikel wurde 1998 in dem Band
"Maulhelden und
Königskinder" nachgedruckt.
- BILLER, Maxim (2000):
Feige das Land, schlapp die Literatur.
Über die Schwierigkeit beim
Sagen der Wahrheit,
in: Die
ZEIT Nr.16 v. 13.04.
- BILLER, Maxim
(2001): Der Joint.
SZ-Serie: Das war die BRD
(23),
in: Süddeutsche
Zeitung v. 31.05.
- BILLER, Maxim (2007): Sieben Versuche
zu lieben.
Eine Short Story von Maxim Biller,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 11.03.
-
BILLER, Maxim (2009): Deutsche deprimierende Republik.
Die BRD war cool, die DDR war grau. Zwanzig Jahre nach dem Fall der
Mauer ist die ganze Republik ossifiziert. Wie können wir wieder zu den
vernünftigen Leuten werden, die wir waren?
in: Frankfurter
Allgemeine Sonntagszeitung v. 22.03.
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Maxim
Biller: Porträts und Gespräche
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- BIELMEIER,
Josef (1999): Schriftsteller im Gespräche -
Maxim Biller,
in:
Alpha-Forum. Sendung des
Bayerischen Fernsehens v.
11.10.
- BAX, Daniel
(2001): "Man darf auch mich
beleidigen".
Hart, aber ungerecht: Der
Schriftsteller und Kolumnist Maxim Biller über
Alltagsethnologie und Polemik, den Unterschied
zwischen Snobismus und Zivilisation, über Juden,
Türken und Deutsche sowie die Literatur des
Fremden in der Fremde,
in:
TAZ v. 16.06.
- KRUMBHOLZ,
Martin (2002): Reden wir über Ästhetik.
Ein Besuch bei dem
Schriftsteller Maxim Biller,
in: Neue
Zürcher Zeitung v. 15.01.
- ZAIMOGLU,
Feridun (2002): Gerechtigkeit für Maxim Biller.
Der
Schriftsteller Feridun Zaimoglu porträtiert den
begabtesten Polemiker Deutschlands,
in: Welt
v. 16.02.
-
LAPPIN, Elena (2002): Mein Bruder, der Biller.
Der Autor Maxim Biller ist eine Reizfigur. Kaum jemand versteht
ihn so gut wie seine Schwester. Ein Erklärungsversuch,
in: Die ZEIT Nr.41 v. 02.10.
- MICHALZIK, Peter (2004):
Rada, Elena und Maxim: Neues aus Billerbü.
Dichtung statt Wahrheit - Reden und Schweigen in einer
Schriftstellerfamilie,
in: Frankfurter Rundschau v. 26.02.
- RUTSCHKY, Michael (2004): Bruder
Geduldig.
Von den "Tempojahren" zu
den "Bernsteintagen": Portrait des Schriftstellers Maxim Biller als
nicht mehr so zorniger Mann
in: Tagesspiegel v. 07.06.
- Inhalt:
Michael RUTSCHKY fängt bei den
Tempojahren an, um BILLER vorzustellen:
"Wenn
man sich umhört, findet man einige, die ihn nicht leiden mögen. Das
hängt mit den »Tempo»-Jahren zusammen, seiner journalistischen
Arbeit für diese Zeitgeistzeitschrift der Achtziger, vor allem mit
der Hasskolumne (...).
Wer die »Tempojahre« nachliest, findet den Autor
oft ganz ohne Hass und mit sorgsamen Beobachtungen und
Einschätzungen beschäftigt (...). Der Schriftsteller präsentierte
sich überzeugend als Journalist – ein amerikanisches Modell, das der
deutschen Literaturgeschichte unvertraut war – und anhaltend
erstrebenswert erscheint: Eben starteten wieder einmal mehrere
einheimische Versionen des vorbildlichen »New Yorker«.
Lustig ist beim Nachlesen der »Tempojahre«,
wie Maxim Biller bei seinen scharfen Urteilen Treffer neben Luschen
setzt. So erkennt er gleich richtig, dass der kommende
Hollywood-Star Mickey Rourke ein rechter Fatzke ist, was dessen
weitere Karriere bekräftigte; bei
Harald Schmidt dagegen lag Maxim Biller völlig daneben. Das ist
halt das Risiko des Journalisten, dass er jetzt, im Augenblick
behaupten muss, er kenne die ganze Geschichte. Die sich aber morgen
ganz anders entwickelt haben wird."
-
ADORJAN, Johanna (2007): "Wer über uns spricht, redet über sich
selbst".
Juden haben Humor, Israelis nicht. Da sind sich die jüdischen
Schriftsteller Maxim Biller (Deutschland) und Etgar Keret (Israel)
einig. Ein Gespräch über bewaffnete Frauen, Machos und das Bild von
Israel in der Welt,
in: NEON, März
- WILDERMANN, Patrick (2008): "Ich
langweile mich zu Tode in diesem Land".
Maxim Biller im Gespräch,
in: Galore Nr.38, April
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Max
Biller in der Debatte
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- SCHÖNFELD
(2000): Schlappschwänze und Feiglinge.
In Tutzing kamen junge
Dichter der Pop-Fraktion zusammen, um sich vom
Hass-Experten Maxim Biller beschimpfen zu lassen,
in: Stern
Nr.15 v. 06.04.
- MAYER, Verena (2003): Im Hassen wie
im Lieben groß.
Er sei nur seiner inneren Stimme gefolgt, sagt er, er habe "ein
schönes und trauriges Lied singen" wollen. Das Lied ist Maxim
Billers neuer Roman. Der darf nicht erscheinen, hat nun ein Gericht
entschieden. Weil der Schriftsteller das Leben seiner einstigen
Geliebten darin öffentlich macht,
in: Tagesspiegel v. 25.04.
- Kommentar:
MAYER erzählt BILLERs Lieblingstrauma:
Wie
die 80er Jahre mich aus den Fängen der 70er Jahre befreiten.
Michael
RUTSCHKY könnte man als den Ersatzvater dieser
"Erfahrungshunger"-Geschädigten
bezeichnen. Von Jochen SCHIMMANG
bis Stephan WACKWITZ reicht das
Spektrum dieser Lebensromane.
Während
letztere im "Merkur" ihre Heimat gefunden haben, gehörte BILLER zu
den "Tempo"-Machern. Auf den ersten Blick mag man zwischen
diesen beiden Zeitschriften keinen Zusammenhang sehen, aber immerhin
durfte Katharina RUTSCHKY
im "Merkur" vor nicht allzu langer Zeit die Popliteratur (und damit
den Popjournalismus) verteidigen.
Der
Anti-Pop des
Puppie BILLER wäre ohne
diesen Pop gar nicht denkbar.
-
Neu:
MÜLLER, Lothar (2009): Die neuen Leiden der Jammer-Wessis.
Ein Schlappschwanz klagt an: Maxim Biller predigt gegen Ossis,
in: Süddeutsche Zeitung
v. 24.03.
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Klappentext
"Unsere
Kindheit ist das Paradies, das wir alle eines Tages
verlassen müssen. Mit großer Zärtlichkeit und Wehmut
erzählt Maxim Biller von diesem Ort, an dem alles
begann und an den wir nie zurückkehren werden.
Sehnsucht durchweht diese schönen, zarten
Geschichten – aber auch von verlorenen Illusionen
ist in ihnen die Rede und von Hoffnungen, die nie
vergehen.
Da ist der achtjährige David, der den Einmarsch der
russischen Panzer in seine tschechische Heimat als
große, betörende Show erlebt; da ist Henry, der sich
als Sohn eines jüdischen Gangsters in München seine
heile Jugend erst erfinden muss; da ist Jossi,
dessen Bruder als halbes Kind freiwillig in den
Yom-Kippur-Krieg zieht und im Feuer der eigenen
Leute stirbt. Sie alle wissen, dass die Zeit, die
hinter ihnen liegt, für immer vorbei ist, und
trotzdem können sie nicht aufhören, in ihr zu leben."
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BARTELS, Gerrit (2004): Frühling in Prag.
Es gibt ein Leben nach
"Esra": Maxim Biller beweist sich mit seinem neuen Erzählband
"Bernsteintage" als echter Meister der literarischen Kurzform
in: TAZ v. 28.02.
-
ISENSCHMID, Andreas (2004): Luzienbader Elegie.
Ein fast neuer Maxim Biller,
in: Die ZEIT Nr.12 v. 11.03.
- APEL,
Friedmar (2004): Mit etwas Glück kann die Seele den Leib ertragen.
Das Insekt im Bernstein: Maxim Billers Erzählungen von einer
jüdischen Kindheit in Prag,
in: Literaturbeilage der Frankfurter Allgemeinen Zeitung v.
24.03.
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Klappentext
"Maxim Biller
hat einen Liebesroman geschrieben, wie es ihn lange
nicht mehr gegeben hat – den Roman von Adam und
Esra, die zusammen das Glück suchen, es fast finden
und ihre Liebe auch dann nicht verraten, als sie
ihnen für immer zu entgleiten droht.
Warum lieben die Menschen von heute so sehr die
Liebe? Ist sie die letzte Utopie, die wir noch
haben? Adam, der junge Schriftsteller, kann sich ein
Leben ohne Esra nicht mehr vorstellen. Doch Esra
zögert, und je mehr sie zögert, desto größer wird
seine Leidenschaft für sie. Ohne Esra, denkt Adam,
ist mein Leben verloren und der Boden, auf dem ich
stehe, trägt mich nicht mehr. Aber was denkt Esra?
In einer einfachen, virtuosen Sprache nimmt uns
Maxim Biller in eine Welt mit, in der Gefühle wieder
so wichtig sind wie Gedanken, in der Zuneigung und
Vertrauen zu einem Geliebten etwas ersetzen sollen,
woran viele zu lange und zu blind geglaubt haben:
Die Glücklichmachung des Menschen durch die richtige
politische und gesellschaftliche Ideologie. Dieses
Buch ist kein Zufall, in ihm klingt der Herzschlag
unserer Zeit."
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Rezensionen
-
SOJITRAWALLA, Shirin (2003): Maxim Biller: Esra
in: Büchermarkt. Sendung des DeutschlandRadio v.
23.02.
- Kommentar:
SOJITRAWALLA stellt den neuen Roman "Esra" von Maxim
BILLER vor. Darin spielen auch die Nachkommen von Sabbatai
Zwi eine Rolle.
Stephan WACKWITZ hat vor kurzem im
Merkur einen Zusammenhang
zwischen diesem messianischen Sabbatai-Kult und der
Studentenbewegung der 70er Jahre gezogen.
Beides ist für
Stephan WACKWITZ
Ausdruck eines "kollektiven Jugendirreseins", das vom
Urchristentum bis zur Studentenbewegung reicht.
WACKWITZ
fühlt sich als Opfer des Jugendirreseins und kommt deshalb
zu einer wenig schmeichelhaften Einschätzung auch der
Popkultur:
"Sabbatais
Psychose wurde weder geheilt noch verdrängt, sondern zum
sichtbaren Zeichen der Auserwähltheit, Gesalbtheit und
Erlösungskraft umgearbeitet. Das Verhältnis zwischen
Nathan und seinem Heiland erinnert an die
Dialektik von Hipster und Hip-Intellektuellen in den
Popbands der siebziger Jahre, und vor allem eben an die
Heiligsprechung des Jugendirreseins durch Herbert
Marcuse".
Was
hätte aus WACKWITZ alles werden können, wenn er nicht
Opfer des Jugendirreseins geworden wäre:
"Daß
ich als Sohn einer in den fünfziger Jahren nicht ganz
unbekannten Modezeichnerin naturgemäß die modisch bewußten,
ästhetisch einfallsreichen und stilistisch avancierten
meiner Generationsgenossinnen bewunderte und infolgedessen
gerade ihnen, mit denen ich vielleicht hätte glücklich
werden können, besonders aggressiv, theoriebewehrt und
schüchtern aus dem Weg ging, nehme ich dem
Kulturindustrie-Kapitel der
Dialektik der Aufklärung heute noch besonders übel".
Mode
& Verzweiflung eben...
-
HACKER, Doja (2003): 200 Seiten Zärtlichkeit.
Maxim Biller schildert in seinem neuen Roman das Protokoll einer
scheiternden Beziehung - und kokettiert mit dem autobiografischen
Gehalt des Buchs,
in: Spiegel Nr.10 v. 01.03.
- KÄMMERLINGS, Richard (2003): Halbe
Hemden, frisch gestärkt.
Mit offener Brust dem Stier entgegen: Maxim Billers neuer Roman
"Esra" packt die Liebe bei den Hörnern,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 01.03.
- Inhalt:
"Billers düsteres, schmerzhaftes, doch radikal
aufrichtiges Buch Esra zeigt unsere Gegenwart mit ihren Viertelbeziehungen
und Halbfamilien als erlösungsbedürftige Welt, in der die Liebe
manchmal aus dem jensetis kommt und allzuoft dahin zurückkehrt",
lobt
KÄMMERLINGS.
-
WITTSTOCK, Uwe (2003): Wir müssen draußen bleiben.
Maxim Biller schreibt mit "Esra" einen altmeisterlichen und doch
zeitgenössischen Liebesroman,
in: Welt v. 01.03.
-
BAX, Daniel & Kolja MENSING (2003): Ein Schriftsteller wird privat.
Maxim Billers neuer Roman "Esra" darf vom Verlag nicht weiter
ausgeliefert werden,
in: TAZ v. 07.03.
-
GOGOS, Manuel (2003): Das Ende der Blutsbande.
Meine Tochter, deine Mutter - und unsere gemeinsamen Probleme:
Maxim Billers neuer Roman "Esra" erzählt von der neuen Unordnung der
Liebe,
in: TAZ v. 07.03.
- MICHALZIK, Peter (2003): die Freiheit
(zu) verletzen.
Maxim Billers bewegender Roman "Esra" handelt von der Liebe und
deren Vergeblichkeit - und musste jetzt vom Markt genommen werden,
in: Frankfurter Rundschau v. 08.03.
- BARTMANN, Christoph (2003): Partisan
des Unglücks.
Das Buch "Esra" kokettiert mit dem Wahren,
in: Süddeutsche Zeitung v. 13.03.
-
JESSEN,
Jens (2003): Schlüssel ohne Roman,
in: Die ZEIT Nr.12 v. 13.03.
- DIECKMANN,
Dorothea (2003): Schlüssellochroman.
Maxim Biller besichtigt das wahre Leben,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 19.03.
- KUNISCH,
Hans-Peter (2003): Midlife-Liebe.
"Esra", der neue Roman von Maxim Biller, ist ein
Reihenhaus aus Beziehungskisten. Der quasselselige Habitus,
in den Menschen um die vierzig in Sachen Liebe oft geraten,
ist sein Thema,
in: Weltwoche Nr.12 v. 20.03.
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Das Buch in der Debatte
- DOTZAUER,
Gregor (2003): Liebe und Verrat.
Einstweilige Verfügung einer Titelfigur: Maxim Billers
neuer Roman "Esra" wird zum juristischen Streitfall,
in: Tagesspiegel v. 07.03.
- JÄHNER,
Harald (2003): Liebe vor Gericht,
in: Berliner Zeitung v. 07.03.
-
JESSEN, Jens (2003): Schlüssel ohne Roman,
in: Die ZEIT Nr.12 v. 13.03.
- BODROZIC, Marica (2003): Die
Freiheit macht den Leser.
Liebeserklärung für Maxim Billers "Esra",
in: Süddeutsche Zeitung v. 12.04.
- KÄMMERLINGS, Richard (2003):
Kunstperson.
Schlüsselfrage: Was den Fall Maxim Biller kompliziert
macht,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 22.04.
-
FREUND, Wieland (2003): Zweierlei Unglück,
in: Welt v. 23.04.
-
MÜHLBAUER, Peter (2003): Das Literaturgericht.
Maxim Billers Skandalroman "Esra" bleibt bis auf weiteres ein
Sammlerstück,
in: Telepolis v. 24.04.
-
MICHALZIK, Peter (2003):
Fälle, Fallen.
Zum Verbot von "Esra",
in: Frankfurter Rundschau v. 25.04.
- Inhalt:
MICHALZIK spekuliert über die Gründe für das Verbot des
Romans:
"Das
Münchner Landgericht will nur den Ernst sehen. Eine
Begründung (...) liegt noch nicht vor. Aber in der
Verhandlung hat sich das Gericht der Meinung von Jens Jessen
angeschlossen, die er (...) in der Zeit vertreten hat".
Weiter
malt er die Konsequenzen der Argumentation aus:
"Merkwürdig
an der Entscheidung ist nicht nur, dass das Gericht Esra
unterstellt, kein Roman zu sein; das allein könnte ein
Verbot nicht begründen. Dazu muss eine schwerwiegende
Persönlichkeitsverletzung kommen, die das Gericht durch
Intimszenen gegeben sieht. Diese Szenen müssten aber
tatsächlich so stattgefunden haben. Wie man sich hier die
Beweisführung vorstellt, wie man verhindern will, dass sie
die Intimsphäre aller Beteiligten verletzten würde, ist
schleierhaft. Man würde auch noch das Gerichtsverfahren
unweigerlich zu einem der TV-Formate machen, die den
Richtern (und Feuilletonisten) die Sinne verwirrt haben und
die sie Biller als Vorlage unterstellen".
-
LOTTMANN, Joachim (2003): Nichts als die Wahrheit.
Ob Goethe, Goetz oder Biller: Literatur ist am besten,
wenn sie nah an der Wirklichkeit ist. Wenn sie aus Liebe
entsteht oder aus Wut im Bauch. Ein Plädoyer für Maxim
Billers verbotenen Roman "Esra",
in: TAZ v. 05.07.
- Inhalt:
Joachim LOTTMANN verteidigt Maxim
BILLERs Roman "Esra" u.a. mit dem Text "Subito" von Rainald GOETZ:
"Der berühmteste
Bachmanntext aller Zeiten ist
»Subito« von Rainald Goetz.
Es geht dort um Diedrich Diederichsen, der da »Neger Negersen« heißt
und in der Hamburger NDW-Bar Subito verkehrt, die auch im Text so
heißt. Goetz schneidet sich beim Lesen die Stirn auf. Das dürfte er
auch heute noch ungestraft tun. Den Text dürfte er nicht mehr
vortragen"
-
OSWALD, Georg M. (2003): Wie man Romane verbietet.
Maxim Billers "Esra" erneut vor Gericht,
in: Süddeutsche Zeitung v. 09.07.
-
BAX, Daniel (2003): Eine verhängnisvolle Affäre.
Bücher vor Gericht: Heute wird in München über das
weitere Verbot von Maxim Billers Roman "Esra" entschieden,
in: TAZ v. 23.07.
- KÄMMERLINGS, Richard (2003):
Angeschwärzt,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 24.07.
-
MANGOLD, Ijoma (2003): Schwabing
wird geschwärzt.
Im Verfügungsverfahren gegen Maxim Billers Roman "Esra"
gibt es ein sibyllinisches Urteil,
in: Süddeutsche Zeitung v. 24.07.
- GÜNTNER, Joachim (2003):
Überraschendes Urteil.
Verfügung gegen "Esra" aufgehoben,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 24.07.
-
KNIPPHALS, Dirk (2003): Literatur ohne Liebe.
Maxim Biller verboten,
in: TAZ v. 16.10.
-
BAX, Daniel (2003): Die Heimtücke im Detail.
Nichts Neues in München: Maxim Billers Roman "Esra"
bleibt verboten. Und die Branche rätselt über die
Konsequenzen. Denn inzwischen hat das Verbot über den
Einzelfall hinaus Bedeutung erlangt,
in: TAZ v. 16.10.
-
ENCKE, Julia (2003): Zu nah am Leben.
Immer öfter werden Bücher wegen der Verletzung von
Persönlichkeitsrechten verboten,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 16.10.
-
MANGOLD, Ijoma (2003): Aufsehen erregen.
Verleger im Zwiespalt,
in: Süddeutsche Zeitung v. 16.10.
-
MANGOLD, Ijoma (2003): "Romane erzählen erfundene
Geschichten".
Der Verleger Helge Malchow sieht durch das "Esra"-Ureil
seine Arbeit gefährdet,
in: Süddeutsche Zeitung v. 16.10.
-
MANGOLD, Ijoma (2003): "In das lebende Fleisch schneiden".
Der Anwalt Wolfgang von Nostitz wirft Maxim Biller die
Verletzung von Menschenrechten vor,
in: Süddeutsche Zeitung v. 16.10.
-
ZIELCKE, Andreas (2003): Der öffentliche Akt.
Was das Verbot von Maxim Billers "Esra" verrät,
in: Süddeutsche Zeitung v. 16.10.
- LUFT, Hans (2004):
Wem gehört der Text?
Und wieso ist Mischen jetzt strengstens verboten? Die
neuen Schwierigkeiten des Lebens mit der Literatur,
in: Frankfurter Rundschau v. 26.02.
-
SZ (2006): Freiheit, die wir meinen.
Ein Aufruf von Schriftstellern für Billers "Esra",
in: Süddeutsche Zeitung v. 24.07.
- Die
Liste der unterzeichnenden Autoren:
"Herbert Achternbusch, Adriana Altaras, Christian Ankowitsch, Jakob
Arjouni, Heinz-Ludwig Arnold, Jakob Augstein,
Imran Ayata, Stefan
Bachmann, Rufus Beck, Iris Berben, Sibylle Berg, Senta Berger, Marcel
Beyer, Günter Blamberger, Marica Bodrozic, Luc Bondy, Jörg Bong, Henryk M.
Broder, Micha Brumlik, Jörg Bundschuh, Else Buschheuer, Neco Celik, Peter
Demetz, Eva Demski, Helmut Dietl, Jutta Ditfurth, Christian Döring, Dieter
Dorn, Freimut Duve, Jenny Erpenbeck, Michael Farin, Wolfgang Ferchl,
Michel Friedman, Werner Fritsch, Peter Glaser,
Günter Grass, Axel Hacke,
Nikolaus Hansen, Miklos Haraszti,· Jakob Hein, Felicitas Hoppe,
Elfriede
Jelinek, Michael Jürgs, Barbara Kalender,
Wladimir Kaminer, Daniel Keel,
Gina Kehayoff, Daniel Kehlmann, Birgit Kempker, Armin Kratzert, Helmut
Krausser, Andrian Kreye, Michael Krüger,
Michael Kumpfmüller, Shermin
Langhoff, Elena Lappin, Georg Lentz, Dani Levy, Charles Lewinsky,
Joachim Lottmann, Bernd F. Lunkewitz,
Thomas Meinecke, Eva Menasse, Robert Menasse,
Klaus Modick, Ivan Nagel, Albert Ostermaier, Thomas Ostermeier,
Georg M.
Oswald, Volker Panzer, Armin Petras, Elisabeth Plessen, Minka Pradelski,
Fritz J. Raddatz, llma Rakusa, Elisabeth Ruge, Rüdiger Safranski, Frank
Schätzing, Denis Scheck, Roland Schimmelpfennig, Robert Schindel,
Christoph Schlingensief,· Eckhart Schmidt, Ingo Schulze, Jörg Schröder,
Susanne Schüssler, Tilman Spengler,
Benjamin v. Stuckrad-Barre,
Uwe Timm,
Helge Timmerberg, Anne Tismer, Idil Üner, Joachim Unseld,
Moritz von
Uslar, Günter Wallraff, Rainer Weiss, Joseph von Westphalen, Alexander
Wewerka, Michael Wolffsohn, Peter Zadek, Feridun Zaimoglu,
Juli Zeh."
-
SPIEGEL, Hubert (2006): Gebt uns Freiheit,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 24.07.
-
KEHLMANN, Daniel (2006): Ein Autor wird vernichtet,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 24.07.
-
BARTELS, Gerrit (2006): Gegen den Ruin der Literatur,
in: TAZ v. 24.07.
- VOGEL, Sabine (2006):
Schadensersatz für Esra,
in: Berliner Zeitung v. 25.07.
-
HARTWIG, Ina (2006):
Solidarität mit Maxim Biller.
Wessen Schmerz?
in: Frankfurter Rundschau v. 25.07.
-
KÄMMERLINGS, Richard (2007): Der Rechtsstreit um Billers
"Esra".
Kann Dichtung dem Leben schaden?
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 05.01.
-
SPIEGEL, Hubert (2007): Das "Esra"-Verbot.
Kunst gegen Leben,
in: faz.net v. 12.10.
-
RATH, Christian (2008): Der Preis der Authentizität.
Tiefschlag für Maxim Biller: Wegen seines Romans "Esra"
muss der Schriftsteller jetzt 50.000 Euro Schmerzensgeld
zahlen. Gleichzeitig betont das Verfassungsgericht aber die
Freiheit der Literatur,
in: TAZ v. 14.02.
-
BAX, Daniel (2008): Der Preis der Borderline-Literatur.
Maxim Biller muss seiner Exfreundin ein Schmerzensgeld
zahlen,
in: TAZ v. 14.02.
-
KÄMMERLINGS, Richard (2008): Schmerzensgeld für "Esra".
Ein beängstigendes Urteil mit beruhigendem Detail,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 14.02.
-
ZIELCKE, Andreas (2008): Ein naheliegendes Fehlurteil.
Dass der Autor und der Verleger des Romans "Esra" 50 000
Euro Schmerzensgeld an Maxim Billers Ex-Freundin zahlen
sollen, ist absolut unangemessen,
in: Süddeutsche Zeitung v. 14.02.
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BARTELS, Gerrit (2008): Gespalten.
Bundesgerichtshof lehnt neue Klage gegen „Esra“ ab,
in: Tagesspiegel v. 11.06.
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Deutschbuch
(2001)
München:
Deutscher Taschenbuchverlag
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Zitate aus "Die
Tempojahre"
"wir haben im
vergangenen Jahrzehnt unsere Kräfte damit
vergeudet, uns auf die vorherige
Jugendgeneration einzuschießen, auf die
Hippies und dogmatischen K-Grüppler und
Sozialarbeiter, und haben auf diese Weise den
alten Idioten (...) das Terrain der
entscheidenden, großen Debatten kampflos
überlassen."
(aus: Maxim Biller
"Alte Idioten, junge Idioten",
S.85)
"Der
Popintellektuelle weiß nichts und er erlebt
nichts, nicht einmal demonstrieren tut er: Er
hört nur Musik. Und hier schließt sich
der Kreis zu den Hipstern, die (...) etwas
für die damalige Zeit Neues und Rebellisches
fanden (...). Wandten sich die Beats gegen
die »squares«,
die Spießer, so sind ihre Schüler,
Nachfolger und Enkel heute selbst nichts
anderes als »squares« (...) - sie
reproduzieren lediglich alte
Verhaltensweisen, die einst rebellisch und
ein bißchen weise waren, heute aber nichts
anderes als bequem, gewöhnlich und stereotyp
sind - spießig eben. Und also wurden sie
Werbetexter."
(aus: Maxim Biller "Die
Beat-Story", S.96f.)
"Es sind keine
existentiellen Dinge, die uns bewegen. Nicht
Diktatoren unterdrücken uns, sondern
Liberale. Jede Generation führt die
Revolutionen, die sie verdient. Hipstertum
hat mit Umsturzgedanken nichts zu tun,
sondern ausschließlich mit Langeweile."
(aus: Maxim Biller "Der
letzte Hipster", S.176)
"Ich hielt mich
abseits, kein Angreifer, kein Verteidiger.
Doch ich wußte, wen ich haßte: Diese
70er-Jahre-Apo-Klonen"
(aus: Maxim Biller
"Mein »68«", S.207)
"67 fing es an,
heute ist es noch immer genauso: Pop bildet
das geistige, seelische und vor allem
kulturelle Epizentrum des modernen Teen Twens
(...). Das Problem sind nicht die Führer -
das Problem sind die Folgsamen. Die nicht nur
den Idolen nacheifern, sondern darüber
hinaus (...) nichts zulassen außer dem, was
die Stars der Szene ihnen vorschreiben.
Das also ist Pop, und daß Pop soweit kam,
ist die Schuld der Hippies. Viel
lächerlicher ist aber noch ein weiteres
Hippie-Erbe: Die Revolte gegen die
vorangegangene Jugend-Generation (...).
Wer uninspiriert ablehnt, ablehnt, ablehnt,
ist ein Bourgeois, ein Hippie eben"
(aus: Maxim Biller "Der
ewige Hippie", S.227f.)
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