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Michel Houellebecq: Die Möglichkeit einer Insel

 
       
   

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Michel Houellebecq im Gespräch

 
   

BOURMEAU, Sylvain (2005): Aufgetaucht in Andalusien.
Michel Houellebecq ist wieder da. Nach drei Jahren spricht er wieder: Über Mercedes-Fahren, das Ende der Religionen und seinen neuen Roman,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 08.05.

BORMEAU schreibt u.a. über Michel HOUELLEBECQs neuen Roman La possiblité d'une ile (Die Möglichkeit einer Insel), der im Herbst in Frankreich und fast zeitgleich in Deutschland erscheint:

"Seit anderthalb Jahren wohnt er in Spanien, in der Nähe von Almería. Vor wenigen Wochen hat er dort seinen vierten Roman (...) fertiggeschrieben. Alle dachten immer, er wohne an der Westküste Irlands (...). Aber in Wahrheit war er am anderen Ende des Kontinents, in Andalusien, und blickte hinüber nach Afrika."

JOCKS, Heinz-Norbert (2005): Die Gesetze der Gleichgültigkeit.
Der vierte Roman von Frankreichs meist- dis­kutiertem Autor Michel Houellebecq sorgte bereits vor Erscheinen für den erwarteten Skandal,
in: Der Standard v. 30.08.

Literaturen-Titelgeschichte: Der Neue Mensch.
Klonen mit Michel Houellebecq

HARMS, Ingeborg (2005): Ein übellauniger Prophet des Klon-Zeitalters.
Michel Houellebecqs neuer Roman ist eine Ausweitung der Kampfzone von Sex und Konsum in eine schöne neue Retorten-Welt der Zukunft. Bericht von einem hoffnungslos entgleisenden Zwiegespräch in Paris,
in:
Literaturen Nr.9, September

Ingeborg HARMS greift auf die bewährten Stilmittel des New Journalismus zurück, um die Begegnung mit Michel HOUELLEBECQ in den Griff zu bekommen:

"Einer Kollegin von der »Times« erklärte er, er würde auf Fragen nur unter der Bedingung antworten, dass sie mit ihm schlafe. Vor solchen Avancen fühle ich mich sicher, denn ich bin über vierzig und war nie der Nymphentyp, mit dem das Multitalent seine softpornografischen Filme besetzt. Aber vielleicht führt gerade das zu Komplikationen?"

 
       
   

Die Möglichkeit einer Insel (2005)
Köln: DuMont

 
   
     
 

Klappentext

"Der Mensch ist verschwunden. Und mit ihm der Kult um Sex und Fun und ewige Jugend. Geblieben ist nichts als Ekel, Einsamkeit und Langeweile. Der Mensch ist für das Glück und dessen Voraussetzung, die bedingungslose Liebe, nicht geschaffen. Angesichts der unerträglich schmerzvollen Erfahrung des Alters nimmt der Mensch freiwillig Abschied von sich. Und nach der Klimakatastrophe bleiben vom Menschengeschlecht nur archaisch lebende Wilde zurück.
Nur der Neo-Mensch hat überlebt – geklont und unsterblich. Aber alle menschlichen Regungen wie Lachen und Weinen, Güte, Mitleid und Treue sind ihm zu unergründlichen Geheimnissen geworden. Daniel24 ist ein Neo-Mensch der vierundzwanzigsten Generation, der auf seinen genetischen Prototyp Daniel1 und dessen Lebensbericht zurückblickt. Dieser Daniel1 war ein Mensch unserer Gegenwart: Als Komiker auf der Bühne, in Film und Fernsehshows trat er als zynisch-scharfer Beobachter einer Gesellschaft auf, die längst alle Tabus gebrochen hatte. Aber sein Leben mit Isabelle, umgeben von Glamour und Geld, vermochte das Altern nicht aufzuheben. Der Bericht aus der Zeit seines Prototyps ermöglicht es Daniel24, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Zeiten, seiner, die in der Zukunft liegt, und unserer selbstzerstörerischen Gegenwartsgesellschaft zu begreifen. Für die war vor allem »der moralische Schmerz des Alterns« unerträglich geworden. Ist der Gesellschaftsentwurf dieses Neo-Menschen der alten Gattung wirklich überlegen?
Schließlich macht sich Marie23, angestoßen durch die Berichte von Marie1, auf den Weg, um auf einer Insel eine neue Gesellschaftsform zu suchen, wo sich jenseits von altem Menschsein und Neo-Menschsein die Individuen in Liebe, Fürsorge und Geborgenheit begegnen. Wohin führt ihre verheißungsvolle Suche?"

 
     
 
       
   

Auszüge aus dem Buch

MAX (2005): Michel Houellebecq, das gnadenlose Genie.
Kein Autor seziert so unbarmherzig den ewigen Machtkampf um Sex und Glück wie der französische Starautor Michel Houellebecq. Seine Bücher sind literarische Meilensteine, die weltweit gefeiert werden. MAX bringt exklusiv Auszüge aus Houellebecqs neuem Roman "Die Möglichkeit einer Insel",
in: Max, September

 
   

Rezensionen

NICKEL, Eckhart (2005): Die Hölle ist die Einsamkeit zu zweit.
Ein Schrei nach Romantik und Liebe: Der neue Roman von Michel Houellebecq, in dem eine neue Gattung von gefühllosen Menschen in die Vergangenheit zurückblickt, ist ein Märchen aus dem Jahr 4005 und eine zutiefst traurige Utopie von heute,
in: Welt am Sonntag v. 21.08.

WEIDERMANN, Volker (2005): Das letzte Tabu.
Michel Houellebecqs neuer Roman erzählt von Sex, Autos und Klonen - vor allem aber vom Unglück des Älterwerdens,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 21.08.

Ist Volker WEIDERMANN inzwischen Angestellter bei Daimler-Chrysler? Oder was soll die penetrante Mercedes-Werbung in dieser Rezension? WEIDERMANN bedient neben der Autoindustrie noch die Antifemministen, die sich über willige Frauen bei HOUELLEBECQ freuen dürfen (Feministinnen werden sich entsprechend mokieren). Das Fazit von WEIDERMANN zum öden Zweitaufguss der Elementarteilchen lautet:

"Roman über das Unglück des Alterns. Neben allen Thesen vom Ende der Religionen und dem Traum vom neuen Menschen, von Nietzsche und vom Ende der Liebe ist es vor allem anderen dies: ein Buch der Angst. In seinen Visionen wird in naher Zukunft eine Selbstmordwelle durch die Welt gehen, der die meisten Frauen über vierzig und die Männer über fünfzig zum Opfer fallen. Die Lücke zwischen dem totalen Körperkult der Gesellschaft und der Unmöglichkeit der Liebe ist für keinen mehr zu schließen."

LEICK, Romain (2005): Harry Potter für Erwachsene,
in: Spiegel Nr.34 v. 22.08.

Der Spiegel bedankt sich für eines der wenigen Vorausexemplare des Buches mit einer wohlwollenden Kritik:

"Seine Kritiker - in Wahrheit meist neidvolle, hasserfüllte Verfolger - erliegen einem konsternierenden Missverständnis: Nur weil Houellebecq mit aufreizender Flachheit eine flache, sich zu Grunde richtende Welt beschreibt, ist das Ergebnis nicht selbst flach und hohl. Sein Sujet ist der moderne Trash, der alle Lebensbereiche der Spaßgesellschaft durchdringt; aber der Roman ist deswegen nicht auch Trash.
          
»Die Möglichkeit einer Insel« ist die Begegnung von Naturalismus und Science-Fiction."

STEINFELD, Thomas (2005): Der Narr verlässt die Kampfzone.
Am Ende: Michel Houellebecq und sein Roman "Die Möglichkeit einer Insel",
in: Süddeutsche Zeitung v. 24.08.

HOUELLEBECQs deutscher Imagedesigner, Thomas STEINFELD, erklärt uns zuerst, dass zur Authentizität des Clowns das Scheitern gehört, und dann verhilft er ihm zum Scheitern:

"Die große Schwäche dieses Romans: er ist ein Lamento, ein einziges großes Dokument der Wehleidigkeit (...). Diesem Lamento ist der wüste Zorn gewichen, der Michel Houellebecqs frühe Romane auszeichnete, der Wille zum Skandal, der wütende Aufstand gegen die Normalität, das Korrekte und den radikalen Individualismus, der in der sexuellen Freizügigkeit den letzten Rest individueller Würde der freien Marktwirtschaft überantwortete.
          Rückblickend betrachtet, ist diese verzweifelte Wut Stück für Stück, Buch für Buch aus dem Werk von Michel Houellebecq verschwunden (...). Das Aufbegehren gegen eine gigantische, so politische wie soziale Zumutung ist fort, und damit die Dringlichkeit, das Fahrige, Disparate und doch unglaublich Insistierende, das (...) Ausdruck einer Gemeinsamkeit war zwischen dem, was er als Schicksal empfand, und dem, was diese Gesellschaft als ihr Los erkannte."

Selbstreferenziell, fasst STEINFELD nochmals das Dilemma zusammen:

"An die Stelle des Aufbegehrens ist in »Die Möglichkeit einer Insel« die Science-Fiction getreten. Das ist problematisch, denn der Leser spürt die Absicht in diesem Gestus von »eines Tages werden wir auf diese Welt als auf eine einzige Katastrophe zurückblicken«."

DOTZAUER, Gregor (2005): Sag niemals Nietzsche.
Nachrichten aus der geklonten Zukunft: Michel Houellebecqs Roman "Die Möglichkeit einer Insel",
in:
Tagesspiegel v. 25.08.

"Wer etwas mitzuteilen hat, soll Leitartikel schreiben, Manifeste an Türen nageln, oder, wenn es sein muss, eine Partei gründen. Aber er braucht nicht Romane zu schreiben, mit Figuren, die nur Hüllen von Meinungen sind. Er soll lieber gleich Essays verfassen, wie Houellebecq selbst es glänzend versteht. (...) Was das Literarische an seinen Büchern ausmacht, bleibt offen. Und was dessen Anschein erweckt, ist eine öde, unrhythmische, aus den Schlacken des 19. Jahrhunderts bestehende Beschreibungsprosa", kritisiert Gregor DOTZAUER.

MEISTER, Martina (2005): Der dreiundzwanzigste Klon.
Vom Olymp direkt in die Abendnachrichten: Michel Houellebecqs neuer Roman "Die Möglichkeit einer Insel",
in:
Frankfurter Rundschau v. 25.08.

Martina MEISTER kennt keine Gnade:

"Es geht, kurz gesagt, um die Abschaffung der Menschheit. Um einen Roman, getaucht abwechselnd in das grelle Licht Spaniens, das fahle der Endzeit, bevölkert von Clowns und Klonen, von Neomenschen und Neandertalern, ein Buch, das von der Unmöglichkeit der Liebe handelt, von Sex und Sekten, eine moderne Version der biblischen Apokalypse des Buches Daniel, an das schon die Kapitelüberschriften erinnern, angesiedelt irgendwo auf der Grenze zwischen Science Fiction, philosophischer Erzählung und porno chic. Was Houellebecq vorab als sein wichtigstes Buch angekündigt hat, ist sein schwächstes. Ein erneuter Aufguss seiner Themen, zusammengequirlt nicht unter dem Druck des Leids, sondern unter dem eines bereits eingestrichenen Honorars."

Was MEISTER nicht erwähnt: Houellebecq ist nicht nur kinderfeindlich, sondern kinderlosenfeindlich.

KRAUSE, Tilman (2005): Bald ist alles vorbei.
Der französische Autor Michel Houellebecq gibt sich in seinem neuen Roman grenzenlos pessimistisch,
in: Welt v. 26.08.

Für Tilman KRAUSE sind Autor Michel Houellebecq und Romanfigur Daniel1-25 identisch:

"Unumwunden kann sich Michel Houellebecq jetzt zu erkennen geben als das, was er ist und wohl von Anfang an auch war: ein frustrierter Sexmaniac, der seinen Selbstekel in Kulturkritik ummünzt.
          
(...).
»Ich war unerlöst« lautet sein letztes Wort. Das ist die Absage an all jene Hoffnungen, auf welche die Helden in Houellebecqs früheren Büchern noch blickten. Was bleibt, sind Leere und Einsamkeit, will uns der Dichter sagen. Nichts, aber auch gar nichts in diesem Buch verleitet uns dazu, diesen Befund auf irgend jemand anderen zu beziehen als auf ihn selbst."

SCHNEIDER, Wolfgang (2005): Klon-Roman.
Michel Houellebecq: "Die Möglichkeit einer Insel",
in: DeutschlandRadio v. 26.08.

Wolfgang SCHNEIDER macht darauf aufmerksam, dass HOUELLEBECQs Protagonist im neuen Roman kein unbedeutender Angestellter mehr ist, sondern zur Medienelite gehört:

"Hauptfigur Daniel 1 leidet am Leben und am Sexmangel wie bisher noch jeder Protagonist dieses Autors. Allerdings handelt es sich bei ihm nicht um einen kleinen Angestellten und gebeutelten Durchschnittsmenschen, wie es die Antihelden von »Ausweitung der Kampfzone« und »Elementarteilchen« waren, jener beiden Romane, mit denen Houellebecq zum Skandal umwittersten Autor Europas wurde.
          
Daniel 1 ist, wie inzwischen Houellebecq selbst, ein bestbezahlter Star"

SCHNEIDER sieht HOUELLEBECQ in der Tradition eines BALZAC:

"Die intelligente Durchdringung gesellschaftlicher Erosionsphänomene macht Houellebecq zum Balzac einer verkommenen Gegenwart."

BARTELS, Gerrit (2005): Der Hofnarr zweifelt wieder.
Kein Kampf mehr, kein Aufbegehren, keine Erektion, alles Biologie: Aus den katastrophischen Auswirkungen des Alters wird in Michel Houellebecqs neuem Roman "Die Möglichkeit einer Insel" wieder die ganz große Abrechnung. Übertroffen nur von der Heftigkeit seiner Kritiker in Frankreich,
in: TAZ v. 27.08.

ENCKE, Julia (2005): Im Lolita-Universum.
Sehnsucht als Provokation: Michel Houellebecqs neuer Roman,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 27.08.

Julia ENKE findet den leidenschaftlichen Romantiker HOUELLEBECQ anrührend. Ihr Resümee: "Daniel (erkennt), zwei Frauen geliebt zu haben, von denen die eine nichts für Lust, die andere nichts für Liebe übrig gehabt hatte, zwei getrennte Wesen. Beides zusammen wäre Leben gewesen. Doch ist es dafür zu spät."

LAUX, Thomas (2005): Der verbesserte Affe und die leere Zukunft.
Michel Houellebecqs Klon-Roman "Die Möglichkeit einer Insel"
in: Neue Zürcher Zeitung v. 27.08.

Thomas LAUX stellt HOUELLEBECQs Ausführungen zu den "childfree zones" in einen anderen Zusammenhang wie SIMON, was Rückschlüsse auf die unterschiedlichen Zielgruppen der Zeitungen zulässt:

"Warum sich noch vermehren? Daniel 1 empfindet Ekel angesichts aller Kreatürlichkeit - deutlich ein Houellebecqscher Topos - und beklatscht die Einführung von «child-free zones» für alle, die Babygeschrei, Gesabber und den Anblick schmutziger Windeln satt haben. Stattdessen verschafft er sich via Internet den sexuellen Kommunikationsersatz mit Frauen, die ihm all das zeigen, was er sehen will. Willkommen also in der selbstreferenziellen Single- Masturbationsgesellschaft. Gewiss: Über diese wird heute bereits geklagt; aber hier erscheint alles doch noch einen perversen Kick antisozialer und solipsistischer."

RADISCH, Iris (2005): Der geklonte Roman.
Michel Houellebecq will sich mit seinem Opus magnum zum Untergang des Abendlandes selbst überbieten und scheitert gründlich,
in: Die ZEIT Nr.36 v. 01.09.

Iris RADISCH rechnet mit Michel HOUELLEBECQs Roman ab: "Der neue Roman (...) lässt keine Missverständnisse aufkommen. Er fügt dem bekannten provokativen Themenbausatz der bisherigen – Einsamkeit, Sexbesessenheit, vergebliche Suche nach Liebe, Kinderhass, Altenhass, Menschenpark-Fantasien – nichts mehr hinzu. Er perpetuiert auch den bekannten, extrem entspannten, anspruchslosen, irgendwie abwaschbaren Berichtsstil, der hier allerdings in den so genannten obszönen Passagen merkwürdig onkelhafte Töne anschlägt (»geile Miezen« haben »tolle Kurven«). Er mäht die schönen Frauen, wie gehabt, beizeiten nieder und quatscht traurig weiter – Elisabeth Bronfen würde sagen: »nur über ihre Leiche«. Er heischt wieder dezent nach Mitleid für seinen Helden und verteidigt desperadohaft dessen pornografisch inspiriertes Weltbild (»Es ließ sich nur noch schwer verheimlichen, dass das eigentliche Ziel der Menschen ausschließlich sexueller Natur war«). Mit anderen Worten: Ihn schmerzt wie üblich die Verödung der Welt, die zu nicht geringen Teilen ein Ergebnis seiner eigenen öden biologistischen Ansichten ist. Weit und breit nichts als Koketterie mit intellektueller Pornografie und dem Leid an ihr. Alles beim Alten. Der neue Roman ist ein Klon seiner Vorgänger."

RITZENHOFEN, Medard (2005): Die Klone des Clowns.
Lizenz zum Seichten und Obszönen: Frankreichs Skandalautor Michel Houellebecq veranstaltet einen weiteren Medienrummel,
in: Rheinischer Merkur Nr.35 v. 01.09.

Neu:
GOETZ, Rainald (2005): Michel Houellebecq - Das Elend der Liebe.
Die Zeit sprach von "fundamentalistischem Phallokratismus", die FAZ von „aufdringlicher Schamlosigkeit". Der neue Roman von Michel Houellebecq, "Die Möglichkeit einer Insel", polarisiert. Auch der Schriftsteller Rainald Goetz hat ihn gelesen – enthusiasmiert,
in: Cicero Nr.10, Oktober

 
   

Das Buch und der Literaturbetrieb in der Debatte

BARTELS, Gerrit (2005): Bessere Stapel klingt gut.
Michel Houellebecq, Philip Roth, J. M. Coetzee, Jonathan Safran Foer und viele andere große Namen mehr: Im Juli beginnt der Bücherherbst, und der diesjährige verspricht ein hochwertiger zu werden,
in: TAZ v. 02.07.

BARTELS hat das Herbstprogramm der Verlage studiert und gibt einen kleinen Vorgeschmack.

WIDMER, Thomas (2005): Bonjour Happiness.
Bei Michel Houellebecq reimt sich Buch auf rotes Tuch. Diesen Franzosen zu schmähen, ist einfacher, als vom Barhocker zu fallen. In der nächsten Woche kommt sein neuer Roman heraus – und hier: neun Gründe, die für den Mann und sein Werk sprechen,
in:
Weltwoche Nr.33 v. 18.08.

PORNSCHLEGEL, Clemens (2005): Ausweidung der Krampfzone.
Der neue Roman von Houellebecq ist noch gar nicht erschienen und wird trotzdem in Frankreich schon grandios verrissen,
in: Süddeutsche Zeitung Online v. 22.08.

SIMON, Anne-Catherine (2005): Zurück in der Kampfzone.
Literatur und Erregung. Michel Houellebecqs neuer Roman "Die Möglichkeit einer Insel" erscheint am 31. August
in: Die Presse v. 24.08.

Anne-Catherine SIMON widmet sich dem Topos, der HOUELLEBECQ die Sympathie der Familienfundamentalisten einbringen könnte:

"Der Traum vom Filmemachen verfolgt Houellebecq seit den Siebzigerjahren. Auch sein neuer Romanheld Daniel1 schreibt ein Drehbuch: »In der ersten Viertelstunde des Films sah man, wie Babyschädel durch Schüsse unentwegt explodierten.« Die Täter: »ein straff organisiertes Netz von Kindermördern, die sich von Thesen aus der Szene der Fundamentalökologisten anregen ließen«. Daniels Filmprojekt wird abgelehnt, der Grund dafür »konnte nur darin liegen, dass es noch gewisse Tabus gab (in diesem Fall den Kindermord). Wenn es ein Tabu gab, konnte das nur bedeuten, dass tatsächlich ein Problem bestand.«
          Worin es sich zeigt, erfährt man auch: »Im Laufe jener Jahre waren in Florida die ersten childfree zones eingeführt worden, luxuriöse Anwesen für Menschen um die Dreißig ohne Komplexe. Zum ersten Mal erklärten junge Leute öffentlich, dass sie nicht den Wunsch hatten, den Ärger und die Last, die mit dem Großziehen von Sprößlingen verbunden war, zu ertragen.« Houellebecq ist überzeugt, dass die Entwicklungen, die er beschreibt, tatsächlich stattfinden werden. »Also muss man darüber sprechen.«".

Gleichzeitig zeigt das Beispiel HOUELLEBECQs Dilemma: er ist auf seinem katholischen Auge blind. Statt nach Florida, sollte nach Rom geschaut werden. Dort existiert die erste kinderfreie Weltmacht...

ZITZMANN, Marc (2005): Der Betrieb frisst die Literatur.
So viel Houellebecq war noch nie - Reaktionen aus Frankreich,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 27.08.

Marc ZITZMANN beschäftigt sich mit dem Wirbel um HOUELLEBECQ. In Frankreich sind im Vorfeld der Romanveröffentlichung gleich 3 Bücher und ein Sonderheft zu HOUELLEBECQ erschienen. Eric NAULLEAU ("Au secours, Houellebecq revient!"), Fernando ARRABAL ("Houellebecq") und Denis DEMONPION ("Houellebecq, enquête (non autorisée) sur un phénomène") und das Sonderheft des Pariser Wochenmagazins Le Inrockuptibles, von ZITZMANN als "Bibel der Pariser Zeitgeistlichkeit" bezeichnet,  werden erwähnt.

PATERNO, Wolfgang & Robert TREICHLER (2005): Schöner neuer Weltuntergang.
Der Schriftsteller Michel Houellebecq sorgt mit jedem neuen Roman zuverlässig für Aufregung, auch mit seinem jüngsten, „Die Möglichkeit einer Insel“. Warum verstört der Franzose Kritik und Leser so nachhaltig?
in:
Profil Nr.35 v. 29.08.

 
   

Houellebecq und das Buch in der französischen Debatte

DUFAY, François (2005): Edition: Opération Houellebecq.
Le 31 août, « La possibilité d'une île », de Michel Houellebecq, sera mis en vente (éd. Fayard). La parution d'un livre de l'auteur des « Particules élémentaires » et de « Plateforme » est toujours l'objet d'un plan médiatique hors du commun. Démonstration,
in: Le Point v. 18.08.

MARTIN, Daniel (2005): Houellebecq malgré lui,
in: Express v. 22.08.

Das Express-Dossier berichtet über die nicht autorisierte Biografie von Denis DEMONPION, der Michel HOUELLEBECQ u. a. die Fälschung seines Geburtsdatums vorwirft. Der Express veröffentlicht unter der Überschrift Bonnes feuilles Auszüge aus der Biografie. Bereits in der Woche zuvor hat Olivier Le NAIR über HOUELLEBECQ und das neue Buch ("Houellebecq fait so clone") berichtet.

NOUVEL OBSERVATEUR (2005) Le choc Houellebecq.
Très attendu, le roman de l’écrivain à succès et à scandale, «la Possibilité d’une île» (sortie le 31 août), est l’événement de la rentrée littéraire,
in: Nouvel Observateur Nr.2129 v. 25.08.

 
   

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Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 04. Juli 2005
Stand: 14. Mai 2015