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Michel
Houellebecq: Der Essayist
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Michel Houellebecq bei
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Klappentext
"Als im Jahr
2000 ›Die Welt als Supermarkt‹ erschien, stellte der
Tages-Anzeiger fest: »Den wahren Houellebecq trifft
man in seinem Essayband. Der vermeintliche Nihilist
und Zyniker analysiert darin die halbe Gegenwart.«
Nun folgt endlich ein neuer Band mit Aufsätzen und
Interviews. Vielen seiner Bewunderer gelten die
Essays als sein eigentliches Hauptwerk: Houellebecq
pur, die Essenz seines Schaffens. Hier offenbart er
erneut die Qualitäten eines großen Erzählers, der
Subjektivität und Allgemeingültigkeit auf fesselnde
Weise vermengt. Uns tritt ein Autor entgegen, der
auf der Höhe seiner Fähigkeiten das tut, was er wie
wenige beherrscht: Er formt Expeditionen ins Herz
der Gesellschaft zu messerscharfen Analysen des
Zeitgeists, die mal lakonisch, mal mit unerwarteter
Wärme, aber immer aufrichtig und unbestechlich
geschrieben sind. Die skurrile Tragikomödie, die wir
alle miteinander auf der Bühne des absurden
Menschheitstheaters aufführen, hat einen
schonungslosen Rezensenten gefunden. Denn was Michel
Houellebecq hier betreibt, ist keine Sozial- oder
Kulturkritik – es ist nicht weniger als Weltkritik."
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Rezensionen
SCHNEIDER, Wolfgang (2010): Die Feststellung als Provokation.
Michel Houellebecq ist einer der radikalen und
provozierenden Romanciers unserer Zeit, sein Werk
"Elementarteilchen" ein moderner Klassiker. Nun erscheint ein
neuer Band des Essayisten Houellebecq, der von Kennern sogar
mehr geschätzt wird als der Romanautor,
in: DeutschlandRadio v. 26.10.
-
"Houellebecq positioniert sich gegen
Baudrillard und
Bourdieu,
gegen Sartre und Beauvoir, verachtet die Psychologie; für
ihn ist die Biologie die Leitwissenschaft",
meint Wolfgang SCHNEIDER
zur Marke Houellebecq, die im neuen Essayband präsentiert
wird. |
WALDINGER, Ingeborg (2010): "Natürlich lasse ich mich klonen".
Michel Houellebecqs "Neue Interventionen" sind von tief-schwarzer
Ironie und Koketterie durchzogen,
in: Wiener Zeitung v. 06.11.
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Klappentext
"Zum ersten
Mal übersetzt liegt dieses frühe Manifest von Michel
Houellebecq über die poetische Existenz vor.
Lebendig bleiben ist eine persönliche Meditation
über das Leid in all seinen Formen, die uns das
Leben zufügt. Lebendig bleiben schreibt von den
Verletzungen des Lebens, aus denen Literatur
entsteht. »Das Leben ist eine Serie von nicht
zerstörungsfreien Tests. Im Leben scheitern, aber
knapp scheitern. Und leiden, immer leiden. Sie
müssen lernen, den Schmerz mit jeder einzelnen Pore
zu empfinden.«"
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Rezensionen
FEDERMAIR,
Leopold (2006): Den Schmerz zurückgeben.
Michel Houellebecq, die Sprache des Ressentiments und der
Stil eines stillosen Autors,
in:
Volltext Nr.2, April/Mai
-
Leopold FEDERMAIR, Übersetzer
des Buches Die Ausweitung der Kampfzone, bespricht das Buch
Lebendig bleiben, das der DuMont Verlag 15 Jahre nach seiner
Erstveröffentlichung heraus bringt:
"»Die
Welt ist ein entfaltetes Leiden.« Mit diesem Satz beginnt
Houellebecqs Lebendig bleiben, ein poetisches Manifest
aus der frühen Schaffenszeit des Autors, erstmals 1991
veröffentlicht. (...).
Das Houellebecq'sche Leiden hat unüberwindlichen Charakter, es
gehört zu condition humaine - ein Grund, weshalb man
Houellebecq mit Recht in die Nähe der existentialistischen
Autoren gerückt hat. (...) Houellebecqs Ausdrucksform
suggeriert, dass das metaphysische Unbehagen des Menschen aufs
engste mit seinen physischen, also biologischen
Voraussetzungen verbunden ist. Das wichtigste Scharnier
zwischen beiden Bereichen ist die Sexualität und die mit ihr
verbundene Zwischenmenschlichkeit, im Glücksfall: die Liebe."
FEDERMAIR
sieht auch Verbindungen zu den deutschen Frühromantikern:
"Setzt
man voraus, dass es ihm um Heilung zu tun ist und nicht um
Zerstörung und Selbstzerstörung, dann besteht Houellebecqs
Methode aus einer Serie von Schocks, die den ganzen Körper -
den individuellen und den Gesellschaftskörper - erschüttern
sollen. Die Gesamtheit dieser Erschütterungen ergäbe eine
Revolution, eine Religion oder Mythologie für (post)moderne
Zeiten, wie sie schon die deutschen Frühromantiker suchten."
Des
Weiteren sieht FEDERMAIR den Poeten HOUELLEBECQ als Rächer:
"Michel
Houellebecq gibt den Schmerz, den er als Kind und Jugendlicher
erfahren hat, an die Gesellschaft - an ihre mächtigen
Vertreter, nicht an die Schwachen - zurück. Das kann man als
Rache bezeichnen."
Zum
Schluss geht FEDERMAIR noch auf das Erfolgsprinzip der
Simplicity und den
Messianismus ein:
"Könnte
Houellebecq nicht als Messias einspringen? Ein
whiskytrinkender, kettenrauchender, Snoopy-Sätze absondernder
Erlöser? Ein bisschen kokettiert er mit dieser Rolle, die ihm
die Ironie seiner Intelligenz verwehrt."
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Klappentext
"Michel
Houellebecq setzt sich in diesem Buch mit dem
amerikanischen Kultautor der fantastischen Literatur
auseinander: H. P. Lovecraft. Houellebecq analysiert
die Außenseiterstellung des Romanciers und stößt auf
die Quellen seines Rassismus."
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Rezensionen
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Der DuMont Verlag hat HOUELLEBECQs
erstes Buch H.P.
Lovecraft. Contre le monde, contre la vie (deutsch: Gegen die Welt,
gegen das Leben) nachgereicht. KALKA
wirft
HOUELLEBECQ vor, dass dieser ein Bild von LOVECRAFT entwirft,
das zwar nicht LOVECRAFT gerecht wird, aber zu HOUELLEBECQs
Strategie der Realismuskritik passt:
"Der
von Lovecraft in seinen Briefen obsessiv attackierte «Realismus» im
Amerika jener Jahre war eigentlich eine moderat avantgardistische
Strömung, deren Vertreter gegen das epigonale Kunstgewerbe des
neoromantischen Erzählens und gegen den Feine-Leute-Ton standen.
Wenn Lovecraft aber «Realismus» sagt, meint er wahllos (...)
Autoren, die ihm unsympathisch sind wegen ihres Interesses an
Sexualität, Alltäglichkeit und an den konkreten Verwicklungen
unseres komischen und erbärmlichen Lebens."
Gemeinsamkeiten
zwischen LOVECRAFT und HOUELLEBECQ sieht KALKA in ihrer gemeinsamen
Verachtung der Psychoanalyse und einer trotzigen Überschreiung
der
"Traumatisierung
inniger Liebe zum Leben".
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JÄGER, Lorenz (2002): Fanfare für den Schund der steilsten
Sorte.
Michel Houellebecq über H. P. Lovecraft,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 08.10.
HANDKE, Sebastian (2002): Greifbare Feindseligkeit.
"Gegen die Welt, gegen das Leben": Michel Houellebecq hat
bereits Anfang der Neunzigerjahre eine Liebeserklärung an H.
P. Lovecraft verfasst. Der biografische Essay ist nun auf
Deutsch erschienen,
in: TAZ v. 29.10.
KUNISCH, Hans-Peter (2002): Wir ertragen keine zusätzliche
Minute Realismus mehr.
Michel Houellebecqs erstes Buch ist eine Biografie, ein
Manifest und fast ein Roman: In "Gegen die Welt, gegen das
Leben" bekennt er sich zu H. P. Lovecraft,
in: Süddeutsche Zeitung v. 31.10.
-
KUNISCH weist darauf hin, dass sich
HOUELLBECQ zwar als Kämpfer gegen den Realismus sieht,
andererseits aber seinerseits zum Protagonist eines "neuen
Realismus" in der europäischen Literatur geworden ist:
"Norbert
Niemann hat ihn einmal von
Michael Kumpfmüllers
Realismus der vorgefundenen Medienbilder wie von
Stuckrad- Barres
Life-Style-Realismus abgegrenzt und Houellebecq zu Recht den
Part eines »Realismus der Entzauberung« zugedacht.
Tatsächlich gibt ja gerade Houellebecqs literarischer
Bestseller
»Elementarteilchen«, strukturell eine Weiterentwicklung
des romantischen Reflexionsromans, das Beispiel eines
mitleidlos-nüchternen, »realistischen« Blicks auf
Gefühlswelt wie Lebensverhältnisse seiner Hauptfiguren, ihre
Sex-Verfallenheit, ihre Unfähigkeit zur Liebe."
In
der Neuauflage des Realismus sieht KUNISCH einen
"Beitrag zur »Erkenntnis der Welt«", der den
"innerlichkeits- und gedankenverliebten Literaturen
Frankreichs und Deutschlands schon einigen frischen Wind
zugeführt" hat. |
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Klappentext
"Wenn Michel Houellebecq einer
Polemik den Titel
»Jacques Prévert ist ein Arschloch« gibt, blitzt die
Provokation seiner Romane unmittelbar auf. Doch
seine gesammelten Essays zeigen den Autor der
»Elementarteilchen« von einer persönlicheren Seite
und mit unerwartetem Humor, der dem Pessimismus
seiner Prosa zu widersprechen scheint."
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Rezensionen
RUTHNER,
Clemens (1999): Sexuelle
Konterrevolution,
in:
Der Standard v.
25.09.
GILZMER,
Mechtild (1999): Der Sieg der Materie
über den Geist,
in:
Freitag Nr. 41 v. 08.10.
FESSMANN,
Meike (1999): Die Quantentheorie der
Liebe und des Hasses,
in:
Der Tagesspiegel v. 13.10.
Infos zu:
Meike Fessmann - Autorin der
Single-Generation
KUNISCH,
Hans-Peter (1999): Die erwünschte
Emotion,
in:
Süddeutsche
Zeitung v. 28.10.
JÄHNER,
Harald (1999): Das Ich als Bankier der
Sexualität,
in:
Berliner Zeitung v. 27.11.
MODICK, Klaus
(2001): Medien, Spielleiter und anderes
Allzumenschliches,
in:
TAZ
v. 30.01.
ORTHEIL,
Hanns-Josef (2001): Amerikanische
Polaroids - Die Welt als Supermarkt.
Warum
Michel Houellebecq als der etwas ältere
und klügere Bruder von Douglas Coupland
gelten kann,
in:
Welt
v. 10.02.
Infos
zu:
Douglas
Coupland - Autor der
Single-Generation
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