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Rainer Langhans:
Von der Berliner Kommune zum Münchner Single mit Harem
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Rainer Langhans in
seiner eigenen Schreibe
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Rainer Langhans: Porträts
und Gespräche
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RITTER, Christa (2000): "Das ist eine
utopische Situation".
"Big Brother" ist
eine konsequente Fortsetzung von '68, meint Rainer Langhans, Begründer
der Kommune 1 - Gespräch,
in: Welt v. 06.11.
- Inhalt:
Der Kommunarde
Rainer Langhans entdeckt junge Singles als Zielgruppe für eine
Neuauflage der Eigentlichkeit, die in der Öffentlichkeit und nicht
im Privaten stattfinden soll.
- Kommentar:
COSMOPOLITAN
hat den Typ der "virtuellen WG" als zukunftsweisende Wohnform im
Novemberheft vergessen. Die vernetzte Single-Gesellschaft - das
wäre doch ein schöner SPIEGEL-Titel (fürs Frühjahr vormerken, denn
dann ist wieder der Single angesagt).
LANGHANS ähnelt
HOUELLEBECQ. Beide hoffen den Neuen Menschen technisch herstellen
zu können. HOUELLEBECQ klont einfach einen neuen Menschen und
LANGHANS vernetzt den alten. Die Zukunft gehört den Ingenieuren
und nicht der Frau. Außerdem liegen sie beide mit der "Neuen
Eigentlichkeit" im Trend.
- NOLTE, Barbara (2003): Im Harem ist die
Hölle los.
Sie liegen Matratze an Matratze, der ehemalige Kommunarde Rainer
Langhans und seine fünf Gefährtinnen. Das Fernsehen ist jeden Abend
dabei. Im echten Leben ist das anders: Da wohnt jeder allein, die
Frauen mögen sich nicht besonders. Und die freie Liebe? Von wegen
freie Liebe,
in: Tagesspiegel v. 29.03.
-
WINKLER, Willi (2004): Rainer Langhans über Frauen,
in: Süddeutsche Zeitung v. 17.01.
- Inhalt:
Rainer Langhans u.a. über die
Spaßgesellschaft:
"Spaßgesellschaft,
das sind doch wir. Die Jungen haben’s in den Genen: Musik, Drogen,
Suche nach neuen Medien, Ich-AGs, nach Innen schauen statt nach
Außen, Veränderungen herbeiführen zu wollen – das ist bis in die
Ästhetik hinein Kommune."
-
MIKA, Bascha (2004): "Trau keinem unter dreißig".
Das Best-of-der-taz-Veranstaltung in der Heinrich-Böll-Stiftung,
in: TAZ v. 07.08.
-
HILDEBRANDT, Antje (2006): "Sie hat im Haushalt keinen
Finger gerührt".
Rainer Langhans über seine einstige Geliebte Uschi
Obermaier, das wilde Leben in der Kommune I und Versuche,
die 68er-Bewegung zu verfilmen,
in: Welt v. 20.06.
- Inhalt:
Rainer LANGHANS u.a. über die
Verfilmung der Lebensgeschichte von
Uschi OBERMAIER:
"WELT:
Wurmt es Sie, daß der erste Kinofilm über die 68er-Bewegung
die Geschichte ausgerechnet aus ihrem Blickwinkel
beschreibt?
Langhans: Der weibliche
Blickwinkel könnte spannend sein. Nach der Lektüre des
Drehbuchentwurfes fürchte ich allerdings, daß der Film die
Botschaft transportiert: Da ist eine tolle Frau, die sich
nicht verändert. Männer haben sie immer nur gestört. Sie
läßt sie tot oder halbtot am Wegesrand liegen."
- Neu:
RUHLAND, Michael (2007): "Große Sexgöttin? Pustekuchen!"
Dem Ex-Kommunarden Rainer Langhans macht es schwer zu schaffen,
dass Uschi Obermaier ihn wohl nicht so unwiderstehlich fand wie er
sich selbst. Ein Gespräch über "Das wilde Leben",
in: Süddeutsche Zeitung v.
22.01.
- Inhalt:
Rainer LANGHANS u.a. über die sexuelle
Revolution, die Kommune und seine Beziehung zu Uschi OBERMAIER:
"SZ:
Kommune 1 stand stellvertretend für sexuelle Revolution. Uschi
Obermaier bezeichnet Sie als verklemmten Typen. Ärgert sie das?
Langhans: Ich habe gerade den
Film gesehen, dieses
von mir gezeichnete Bild beschäftigt mich schon sehr. Hat sie wirklich
nichts empfunden dabei, so dass sie hinterher sagen kann, das war bloß
verklemmtes Zeug? Oder will sie das im Nachhinein nicht mehr
wahrhaben? Ich weiß es nicht. Wenn ich ihre Biografie lese und den
Film sehe, muss ich mich fragen, ob das alles meine Einbildung war."
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Rainer Langhans in
der Debatte
"Zum ersten Mal
werden Rudi Dutschkes Tagebücher vollständig
veröffentlicht. Sie dokumentieren das geistige
Innenleben einer der aufregendsten Persönlichkeiten
der Nachkriegszeit. Der Wortführer der
Außerparlamentarischen Opposition und Mitbegründer
der Grünen erweist sich in seinen Tagebüchern als
ein kritischer und selbstkritischer Denker von
außerordentlicher Originalität.
Rudi Dutschke war einer der originellsten
politischen Köpfe der Bundesrepublik. Er kämpfte für
eine sozialistische Revolution in Westdeutschland
und gegen den Spätstalinismus in Osteuropa. Er
gehörte zu den wenigen Linken, die die deutsche
Einheit forderten. Er war das Idol einer Generation,
die den Wohlstandsmief wie die Verdrängung des
Nationalsozialismus in Frage stellte. Als er im
Dezember 1979 an den Folgen des Attentats vom April
1968 starb, hinterließ er politisch eine Lücke, die
nicht mehr geschlossen werden konnte.
Rudi Dutschkes Tagebücher, die bisher nur in
Auszügen bekannt waren, werden in diesem Band zum
ersten Mal vollständig veröffentlicht. Sie
offenbaren einen hellen Verstand und einen sensiblen
Geist. Dutschke beobachtet aufmerksam, manchmal
aufgeregt die Ereignisse seiner Zeit. Er
protokolliert die Angstattacken, die dem Attentat
folgen. Er schildert, wie er sich müht, seiner Rolle
als Mann, Ehemann und Vater gerecht zu werden. Die
Tagebücher dokumentieren Zweifel und Ratlosigkeit
und ebenso seine unbeirrbare Überzeugung, dass die
Gesellschaft radikal verändert werden muss, damit
der Mensch ein Mensch sein kann."
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Rainer Langhans in der
Debatte
- RITTER, Christa (2000): Üben.
Neid und Eifersucht loswerden und noch immer viele Träume
mehr,
in: TAZ v. 12.08.
-
SCHÜMANN, Helmut (2003):
Hinter deutschen Türen.
Hier lebte die Kommune 1, die berühmteste
Wohngemeinschaft des Landes. Doch die Geschichte des Hauses
am Stuttgarter Platz beginnt früher. Sie endet mit einem
kubanischen Mieter namens Casanova,
in: Tagesspiegel v. 06.04.
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- BENDER, Silke (2003): Big
Brother für Intellektuelle.
Wie kann man/frau glücklich leben? Was ist Sex? Warum die
ständige Eifersucht? Heute fällt die erste Klappe für eine
Reality-Show der besonderen Art. Ex-Kommunarde Rainer
Langhans und sein Harem aus fünf Frauen gehen für TV Berlin
in den Fernseh-Container. Sie wollen die deutschen
"Osbournes" werden,
in: Tagesspiegel v. 23.02.
-
WERNER, Hendrik (2003): Auf zu einem neuen Höhepunkt des
Intimitäts-Terrors.
Big Brother für Intellektuelle: Rainer Langhans war mit
seinen Gefährtinnen im Container,
in: Welt v. 04.03.
- RÜHLE, Alex (2003): das
kommuneistische Manifest.
Zwischen K1 und WG. Rainer Langhans geht mit seinen
Frauen in den Container,
in: Süddeutsche Zeitung v. 13.03.
- Kommentar:
"Rainer Langhans wohnte eine kurze Zeit in
meiner Wohngemeinschaft. Ich lernte ihn als ziemlich
neurotisch kennen. Er hatte Probleme mit seiner Freundin,
von denen ich gar nichts wissen wollte. Dann, mit der K 1,
war seine Neurose in der Öffentlichkeit. Es war der
Aufstand der Geschädigten, die ihre Misere
veröffentlichten. Darin lag der Skandal, die Peinlichkeit
für uns rationale Funktionäre des SDS. Diese
Selbstenblößung entblößte auch uns (...).
Denn indem die ersten Kommunarden so schamlos ihr »Selbst«
entblößten, ihre sexuellen Schwierigkeiten öffentlich
machten, ihre bürgerliche Herkunft, ihr Probleme mit den
Eltern zugänglich machten, trafen sie die bürgerlichen
Normen an einer viel empfindlicheren Stelle als an einer
längst obsolet gewordenen Sexualmoral. Sie verrieten ihre
Familiengeschichte, sie verrieten ihre Privatheit. Vor
allem aber kehrten sie das Verhältnis von stark und
schwach um (...). Nicht der intellektuell gewappnete
Politfunktionär hat etwas zu sagen, sondern der, der
Schwierigkeiten hat".
Das hat der 68er
Politfunktionär Klaus HARTUNG 1984 geschrieben ("Die
Psychoanalyse der Küchenarbeit", in: The Roaring
Sixties. Der Aufbruch in eine neue Zeit, Berlin:
Elefanten Press) und Alex RÜHLE macht sich diese
SDS-Position mit Begriffen wie "Horrorkommune" und
"Innerlichkeitsterror der WG-Kultur" zu eigen.
Bei HARTUNG
wird noch sichtbar, warum "Narzissmus" das beliebteste
Schimpfwort der 68er-Politikfraktionen wurde. Ironie des
Schicksals: Das Schimpfwort richtet sich nun auch gegen
die damaligen Politfunktionäre!
- WINTERBAUER, Stefan (2003):
Matratzen-Ball.
Die Harems-Soap des Rainer Langhans in den deutschen
Sendern eines Baulöwen,
in: Süddeutsche Zeitung v. 14.03.
- BENDER, Silke (2003): Hosen
runter und Kamera drauf.
Ein 68er-Kommunarde und seine Entourage breiten im
Container ihr geistiges Gepäck aus,
in: SonntagsZeitung v. 16.03.
- KOHSE, Petra (2003): Ozzy für
Betroffene.
Rainer Langhans, Gründer der Kommune 1, präsentiert sich
und seinen "Harem" als Big-Brother-Variante,
in: Frankfurter Rundschau v. 17.03.
- Inhalt:
Petra KOHSE gibt einen Vorgeschmack auf Kommendes:
"Ab kommenden
Freitag wird man sehen, wie sich im pausenlosen Kontakt in
einer 70 Quadratmeter großen Vierzimmerwohnung ohne
Kontakt zur Außenwelt ihre Unterschiedlichkeit konturiert.
Die Gemeinsamkeiten werden in den Porträts jetzt schon
deutlich.
Die Leere und
überwiegende Weiße der Wohnungen. (...). Wie sie auf der
Suche sind. Wie sie, die Frauen, aber auch einsam sind.
Wie sie die Selbstständigkeit kultivieren wollen, die
Frauen nur entwickeln, wenn sie alleine leben. Wie sie
darunter leiden und trotzdem daran festhalten, wie sie
allein stehen, aber nicht beziehungslos sind".
- SICHTERMANN, Barbara (2003):
Sex, Lüge, Video.
Rainer Langhans und sein Harem sind auf TV.Berlin zu
besichtigen,
in: Tagesspiegel v. 18.03.
- Inhalt:
Barbara SICHTERMANN
darf auch ihren Kommentar zum TV-Harem abgeben:
"1968 hat
seine Botschaft nicht nur in den Wind geschrieben, es hat
zwischen den Jahren Zeitbomben versteckt, die jederzeit
explodieren können. Zumindest im Fernsehen. Die alten
Sehnsüchte nach freier Liebe, nach Sex mit mehr als einer
(oder einem), nach Promiskuität ohne Eifersucht, zur Not
auch mit, sind sie ganz begraben? Kein Mensch wird mit
einer Neigung zum Verzicht geboren. Vielmehr als
Wunschpaket: alles für mich. Und manche werden so auch
alt. Zum Beispiel Rainer Langhans".
- KOHSE, Petra (2003): Die
historische Notwendigkeit, anderen die Schokolade
wegzuessen.
Jener Aspekt der 68er-Bewegung, der siegreich gewesen
ist: Rückblick auf das Kommunarden-Projekt im
Big-Brother-Format,
in: Frankfurter Rundschau v. 02.04.
- Inhalt:
Petra KOHSE über die Sucht nach dem
Harem:
"Gerade im Gegenteil war es
der radikale Unterschied zum Bestehenden, der einen
regelmäßig einschalten ließ.
Während Privatheit im Fernsehen üblicherweise ohne eine
Entsprechung zur (...) Wirklichkeit stattfindet, bilden
die »Kommune«-Szenen ein authentisches, weil prinzipiell
an der öffentlichen Äußerung orientiertes und sich selbst
andauernd reflektierendes Zusammenleben ab. Die
Getty-Langhans-Ritter-Streubel-Werner-Winkelmann-Kommune
hat (...) für die Dauer der Ausstrahlung dieser Sendungen
gewissermaßen im Richtigen gelebt. So konträr der
fortgesetzte Glauben dieser Gruppe an ein hierarchieloses
Zusammenleben der Geschlechter zur aktuellen Tendenz in
der Gesellschaft ist und als wie offenkundig unwahr er
sich ja auch in ihren eigenen Verhältnissen manifestiert -
fernsehdramaturgisch ist das wirksam. Ebenso Rainers
regressive Rechthaberei. Dass er etwa, wenn er anderen die
Schokolade wegisst, nicht sagt, tut mir Leid, mir war so,
sondern das Anderendiescholoadewegessen umstandslos zur
historischen Notwendigkeit erklärt, galoppiert jedem
Realität simulierenden Dialogbuch meilenweit voran".
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