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Kurzbiographie
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1963 geboren
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Kfz-Lehre, Studium der Physik
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1999 Debütroman
"Icks"
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2000 Roman "Gold"
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2006 Erzählband "Berliner
Stille"
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2011 Roman "Die
Entdeckung des Lichts"
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2012 Buch
"Das entehrte Geschlecht"
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lebt in Bielefeld und Berlin
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Ralf Bönt in seiner
eigenen Schreibe
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BÖNT, Ralf (2001): Die
Wrangler.
Teil 27 der Serie
"Das war die BRD",
in:
Süddeutsche Zeitung v.
28.06.
BÖNT, Ralf (2002): Poppige Krawatten.
Verluste auf beiden Seiten der Kompromisse. Die Grünen sind
Exilanten im eigenen Land,
in: Freitag Nr.,14 v. 18.03.
BÖNT, Ralf (2002): Was die Generationen verbindet.
Vorschlag zur Güte: Kann man bitte über Rente und
Generationengerechtigkeit reden, ohne auf jeden Prozentpunkt hinterm
Komma zu achten? Jedenfalls sind die Zielvorgaben der heute
Vierzigjährigen weniger materiell dominiert als die ihrer Eltern,
in: TAZ v. 27.11.
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Endlich einmal kein avanciertes Nörgeln!
Ralf BÖNT vertritt stattdessen vehement die postmaterialistischen
Werte der
"78er-Generation"
(in deren Prä-Reinhard-MOHR-Phase)
und entwirft eine Vision vom besseren Leben
der
Family-Gentrifier in den urbanen Altbauten. Gleichzeitig handelt es sich
um eine Absage an die
Niedergangsszenarien der Suburbaniten. Wer die
Nutzlosigkeit des
Erwachsenwerdens produktiv verarbeitet hat, der ist endgültig
verloren für jede "Revolution im
Reihenhaus" (GASCHKE), der lässt sich auch nicht vom
"Kampfbegriff Generationengerechtigkeit" beeindrucken. Die Kritik von
Gustav SEIBT
an den Babyboomern der 60er Jahre lässt BÖNT deshalb elegant ins
Leere laufen. Für die
70jährigen Flakhelfer wählt er den Begriff
"Marshallplan-Generation" und erwidert:
"Die
(...) fühllos Gescholtenen stehen einer Extrapolation der
Rentenbeiträge für das Jahr 2040 oder 2050 aber nicht nur aus
Gründen des anderen Empfindens von Zeitmaßstäben ganz teilnahmslos
gegenüber. Sie kommen gar nicht auf die Idee ihrer Eltern, ihre
Zeit isoliert auf sich zu beziehen. Oder hat man je Klage von
ihnen gehört, dass die Gleichung des Marshallplans seit dem Ende
des Sozialismus gar nicht mehr gilt? Dass ausgerechnet jetzt, wo
man eigentlich selbst Kinder zu erziehen hätte, die deutsche
Einheit zusammen mit den Schulden aus vierzig Jahren Aufbau
abzuzahlen sei, vom Preis der Systemschwäche Überproduktivität zu
schweigen? Oder darüber, dass die oberen Etagen der
Kleinfamilienhäuser in Nürnberg, Augsburg und Oldenburg leer
stehen, zum Erhalt der von niemandem benötigten Bausubstanz
geheizt werden und die nächste Explosion der Mieten bevorsteht?
Dass sie nicht nur in Berlin, dem größten Sanierungsgebiet
Europas, mühselig Altbauten sanieren, in denen die Geschichte
erzählbar wird, statt, was viel billiger wäre, abermals alles
abzureißen, Neubauten hinzustellen und den Rest des Lebens mit
einem Kater zu verbringen, weil keiner mehr weiß, was gestern war?
Zum Glück nicht.
Einerseits wäre es lächerlich.
Andererseits sind gerade die
Babyboomer weder mit jener Potenz zum Jammern ausgestattet, mit
der ihre Eltern noch heute dauernd über sie herfallen, noch mit
einer Bettelhand.
Im Windschatten von 1968 ist es nicht nur
die Sanierung von Altstädten und anderer Altlasten beider
deutscher Nachkriegsstaaten, die sie trägt.
Darüber hinaus füllt sie die
kulturelle Lücke, in der sie aufwuchs, mit Leben, und das ist für
die Zukunft des Landes von weit größerer Bedeutung als ein paar
Ziffern vor oder hinter dem Komma des Rentenbeitrages."
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BÖNT, Ralf (2006): Nur die Liebe bleibt.
Überlegungen zum Zustand der
Gefühle, angesichts von Religionshype, Hasspredigern wie
Houellebecq und betäubenden Kondomen - nebst der Frage, warum der
Sex trotz Aufklärung noch immer eine schwache Stelle ist,
in: TAZ v. 01.07.
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Der Schriftsteller Ralf
BÖNT beschäftigt sich mit der Angst des Mannes vor dem Eros in
der
Männerliteratur von Max
FRISCH ("Homo Faber") bis zu Michel HOUELLEBECQ ("Ausweitung
der Kampfzone").
Sein Resümee:
"derzeit
mangelt es vor allem an richtigen Kerlen, die sich als
liebende Wesen verstehen könnten, und die Moderne, sie
schwächelt eben mal wieder. Deshalb klingt die Soziologin
Dagmar Herzog so überzeugend, wenn sie erneutes Unbehagen in
der Kultur diagnostiziert und feststellt, was heute wieder
viel eher Realität ist: Make war, not love."
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BÖNT, Ralf (2009): Flucht vor zu viel Erzählung.
Krankheit ist eine Zumutung auch
für den Gesunden und auf eine perfide Weise sogar gerade für ihn.
Sie macht ihm Angst. Sie schränkt ihn ein, sie setzt ihn in den
Stand der Hilflosigkeit, gegen den er bald rebelliert.
Anmerkungen zur Debatte um die Krebsbücher von Christoph
Schlingensief und Georg Diez,
in: Perlentaucher v. 13.09.
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BÖNT, Ralf (2010): Die religiöse Rückkopplung.
Debatte: Wissen ist mühsam, aber den
Schlüssel zum islamischen Extremismus hat die Konfliktforschung.
Ein Essay über den Missbrauch des Religiösen nach dem 11.
September 2001,
in: TAZ v. 04.03.
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BÖNT, Ralf (2010): Zeiten ändern dich.
Emanzipation: Kristina Schröders Kritik
am Feminismus alter Schule ist richtig. Alice Schwarzers offener
Brief an die Ministerin zeugt von ihrer Verblendung,
in: TAZ v. 12.11.
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BÖNT,
Ralf (2011): Im Krieg mit sich selbst.
Es hat noch nie so weh getan, im Recht gewesen zu sein.
Über die natürlichen Grenzen unserer Intelligenz,
in: Berliner Zeitung v. 15.03.
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BÖNT, Ralf (2012): Mann, mach doch mal zart.
Die
Lebenserwartung deutscher Männer liegt fünf Jahre unter der von
Frauen. Weil sie nicht auf ihre Gesundheit achten, glaubt
Schriftsteller Ralf Bönt . Er propagiert ein neues Bild vom Mann.
Und wirbt für mehr Gefühl,
in: Welt am Sonntag v. 26.02.
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Ralf BÖNT widerspricht den
Schmerzensmänner-Thesen
von Nina PAUER und weist stattdessen u. a. auf die
allein lebenden Männer als Indikator des männlichen
Niederganges hin:
"Die
Zahl allein lebender Männer in Deutschland ist rasant
angestiegen, allein zwischen 1996 und 2006 um 36
Prozent. Frauen leben allein, weil sie Witwen sind, Männer,
weil sie ledig sind. Ihre Lebenserwartung ist noch geringer
als die der Männer in einer Partnerschaft. Das verwundert
nicht. Es gibt Männer, die zur Physiotherapie gehen, um
einmal angefasst zu werden. Manche mögen übervolle Busse
oder stehen gern im Gedränge von Diskotheken, weil sie dann
Körperkontakt haben können. Das mögen Extremfälle sein, aber
generell steht der Mann nicht im Mittelpunkt, wie man
jahrzehntelang in feministischer Fixierung auf
repräsentative Positionen behauptet hat."
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BÖNT, Ralf (2012): Das entehrte Geschlecht
Der Mann ist
nicht mehr zeitgemäß: Der Publizist Ralf Bönt plädiert für
eine neue Gleichberechtigung,
in: Tagesspiegel v. 26.02.
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Ralf Bönt im Gespräch
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SCHOLL, Joachim (2012): "Wir sollten unsere Männlichkeit ernst
nehmen".
Schriftsteller
Ralf Bönt über heutige Rollenverständnisse,
in:
DeutschlandRadio v. 06.03.
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Das entehrte
Geschlecht (2012).
Ein notwendiges Manifest für den Mann
Pantheon
Verlag
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Klappentext
"Die Krise der Männlichkeit
Ralf Bönt hat sich vorgenommen, die
Rolle des modernen Mannes zu hinterfragen, zu
untergraben, auseinanderzunehmen. Unser Bild vom
Mann werden wir uns nach Lektüre dieses Buchs ganz
neu zusammensetzen müssen. Bönts Buch ist ein längst
überfälliges Plädoyer für echte Gleichberechtigung
jenseits von Diffamierungen, Klischees und
Schuldzuweisungen. Der Feminismus hat als
revolutionäre Bewegung unsere Gesellschaft
verändert. Er forderte die Gleichberechtigung der
Frauen und hat zweifelsohne viel erreicht. Aber
jetzt ist er in der Sackgasse. Ohne einen Beitrag
der Männer kann sein Ziel nicht erreicht werden. Es
ist daher höchste Zeit, dass Männer über sich
nachdenken und ihre eigenen Ansprüche an eine
antisexistische Gesellschaft formulieren. Wenn sie
endlich reden und wir endlich zuhören, erfahren wir,
dass Männer im Alter bedauern, zu wenig Zeit mit
ihren Kindern verbracht zu haben. Sie haben sich zu
stark über ihre Arbeitsleistung verstanden und zu
wenig auf sich geachtet. Nun wollen sie sorgsamer
mit sich selbst umgehen, fordern das Recht auf ein
karrierefreies Leben, das Recht auf Krankheit, das
Recht auf eine geehrte Sexualität jenseits von
Diffamierung und Kapitalisierung. Männer sollen die
Möglichkeit haben, das Leben zu wählen, das sie sich
wünschen, statt sich in allen Kontexten aufs reine
Funktionieren reduzieren zu lassen. Mit einem
untrüglichen Blick für Details und großem Respekt
für die historische Leistung des Feminismus seziert
Ralf Bönt die unbefriedigende Lage, in der sich
Männer und Frauen momentan befinden. Kompromisslos
verlangt er die Befreiung des Mannes aus seinem
engen Selbstverständnis und immer gleichen
Lebensentwurf."
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Rezensionen
RÜTHER, Tobias
(2012): Männer, werdet weich!
Maskulin sein
heißt, falsch zu leben und früh zu sterben. Der Schriftsteller
Ralf Böhnt fordert die Männer auf, sich aus der
selbstverschuldeten Unmündigkeit zu befreien. Ein Weckruf,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 26.02.
JÄHNER, Harald (2012): Wir müssen über Gewalt gegen Männer
reden.
Gleichberechtigung: Ralf Bönt hat unter dem Titel "Das
entehrte Geschlecht" ein "Notwendiges Manifest für den Mann"
geschrieben. In dem Buch fordert er zu einer echten
Gleichberechtigung von Mann und Frau auf und kritisiert, dass
keine neuen Bilder für den Mann zugelassen werden,
in:
Berliner Zeitung v.
03.04.
BIERMANN, Pieke (2012): Ganz traditionelle Stiesel.
Schade
eigentlich: Fast alle Szenen, Fakten und Argumentationen in
Bönts Buch sind Plots aus einseitigem Blick, Auslassungen und
apodiktischer Behauptung. Und so konterkarieren sie das
erklärte Ziel des Autors: Eine neue, positive "Mannesehre",
in: DeutschlandRadio
v. 09.04.
Neu:
KULLMANN, Katja
(2012): Was ist bloß mit den Babyboomer-Männern los?
Das entehrte
Geschlecht: Sie sitzen an den Schalthebeln, an denen
unterschiedliche Frauen- und Männergehälter budgetiert werden
- Jetzt schreiben sie auch noch "Manifeste" und beschweren
sich über ihre "Entehrung",
in: Der Standard v. 14.04.
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Katja KULLMANN empfindet das
Buch des Babyboomers Ralf BÖNT als Zumutung und hofft auf die
jüngeren Männer:
"Die Antwort auf diesen
breitbeinig vorgebrachten Anwurf ist schnell gefunden: Wir
warten darauf, dass dein Nachfolger, dein schönerer,
schlauerer, großzügigerer, wahrhaftigerer, stärkerer kleiner
Bruder alsbald die Volljährigkeit erreicht."
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Das Buch in der
Debatte
WIDDER, Jonathan (2012): Der Penis ist keine Waffe.
Geschlechterrollen: Lieber Schmerzensmann oder Macho? Keiner von
beiden!, schreibt der Schriftsteller Ralf Bönt in seinem Manifest
für den modernen Mann,
in:
ZEIT Online v. 06.03.
FESSMANN, Meike (2012): Wofür Männer und Frauen gemeinsam kämpfen
sollten.
Neoliberales
Zeitalter: Feministinnen und Anti-Feministen haben die falschen
Feindbilder. Beide Geschlechter sollten gemeinsam dafür streiten,
dass sich Beruf und Familie vereinbaren lassen und das Privatleben
nicht weiter verkümmert,
in:
Tagesspiegel v. 11.03.
SOBOCZYNSKI, Adam (2012): Lasst mich mit eurem Geschlecht in Ruhe!
Warum uns das
Gerede von weiblicher und männlicher Befindlichkeit verdummt,
in:
ZEIT Nr.12 v. 15.03.
REENTS, Edo (2012): Das Ich als Unverschämtheit.
Autorschaft:
Erst kamen sie uns mit ihren Krankheiten und Familienangelegenheiten,
jetzt mit ihrem Geschlecht und ihrer Sexualität - über die neuere
Autoren-Angewohnheit, "ich" zu sagen,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung
v. 15.03.
HAGER, Angelika (2012): In der Hitze des Geschlechts.
Eine zornige
Männerbewegung tritt auf den Plan: Während junge Frauen den Mann zur
Jammerfigur ausrufen, macht sich eine neue, zornige Männerbewegung
stark. Angelika Hager über eine Debatte, die etwas von einer
grausamen Zeitreise hat,
in: Profil Nr.13 v. 02.04.
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Angelika HAGER referiert nochmals die deutsche Debatte um
den neuen Mann, die von Nina PAUER angestossen wurde, und die Männerbewegung, zu
der Ralf BÖNT mit dem Buch
Das entehrte Geschlecht ein weiteres Manifest
beigetragen hat.
Am Ende wird die
Geschlechterfrage dann jedoch als wenig zukunftsweisend
abgetan:
"In der Hitze des Gefechts
haben Männer wie Frauen aber vergessen, dass die
gesellschaftliche Realität längst andere Prioritäten setzt.
Angesichts der verschärften Wirtschaftslage und eines in die
Knie gehenden Mittelstands wird der Geschlechterkrampf von
einem neuen Klassenkampf verdrängt werden."
Dazu passt auch die
Titelgeschichte über angeblich ungleiche Löhne:
die Gender-Gap wird als Mythos entlarvt.
Ist man in Österreich etwa
schon weiter als in Deutschland, wo
unsere Jammereliten
immer noch die nivellierte Mittelstandsgesellschaft
(Schlagworte: Individualisierung, Optionsvielfalt)
weiterträumen, während längst die neue Klassengesellschaft
Normalität ist?
Was HAGER jedoch übersieht:
In Deutschland wird die Männerbewegung vom Männerüberschuss
bzw. Ungleichheiten auf dem Heiratsmarkt befeuert. Bislang
wird das noch in Machwerken wie
Not am Mann als ostdeutsches Problem verharmlost und
auf eine Gefahr des Rechtsradikalismus verkürzt. Tatsächlich
ist das Problem jedoch ein Kernelement der neuen
Klassengesellschaft: auf der einen Seite die schöne neue Welt
der Doppel-Karriere-Paaren/-Familien und auf der anderen Seite
das Elend der zunehmenden Partnerlosigkeit im
Niedriglohnsektor und unter Hartz IV-Empfängern, um nur die
extremen Gegensätze zu nennen.
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Pressestimmen
"Jüngste
Kreation der Generationenküche war die »Generation Berlin«,
jene Truppe »undogmatischer Pragmatiker«, die die Hamburger
ZEIT erfunden hat. In chicen amerikanischen Bagellokalen in
der mondänen Berliner Mitte kauen sie der Berliner Republik
tabulos die neuen intellektuellen Stichworte vor.
Man würde dem 1964 geborenen Schriftsteller Ralf Bönt
Unrecht und schweres Leid antun, wenn man seinen
klitzekleinen Debütroman Icks nun zum Antibild dieser
Generation aufmotzen würde. Obwohl die Welt des arbeitslosen
Akademikers mit Kind und Hang zur Bohème, die er darin
beschreibt, der Realität der ominösen Generation Berlin
vermutlich näher kommt als das Hamburger Lichtbild. Bei Bönt
wabern keine Gründerzeitmythen. Zäh fließt der Teig der
ereignislosen Perspektivlosigkeit. Aus der ostwestfälischen
Provinz kommt sein Alter-Ego namens Icks in die angebliche
Kulturmetropole, nachdem er, wie sein Erfinder Bönt, eine
Karriere als Naturwissenschaftler hingeworfen hat. Hier tobt
angeblich das Leben. Doch er mäandert nur zwischen
Arbeitsamt, befristeten Stellen, nutzlosen Kontakten und
vagen Projekten hin und her, haust in einer furchtbaren
Wohnung, steht auf dem Weg ins Theater theatralisch auf
zugigen U-Bahnhöfen und möchte endlich, endlich sein Leben
verschwenden. Der ganz normale Alltag des intellektuellen
Proletariats also. Kein Bagel, nirgends."
(Ingo Arend im Freitag vom 26.03.1999)
"Ralf
Bönt hat (...) mit Icks einen Roman geschrieben, der
von Berlin aus vor allem die westdeutsche Provinz im Blick
hat, genauer gesagt, die ostwestfälische. »Dr.-Oetker-Stadt«
Bielefeld. Hier ist Bönts Held Icks groß geworden (...) und
hierhier kehrt er im Sommer 1996 zum ersten Mal nach zehn
Jahren wieder zurück.
Eigentlich bildet sich Icks ein, »komplett abgeschlossen« zu
haben mit dieser Stadt und seiner Geschichte zu ihr (...).
So einfach aber (...) ist es dann doch nicht. Die
Vergangenheit hört nie auf, die Provinz steckt weiter in
Geist und Seele, selbst wenn man wie Icks schon 33 Jahre alt
ist und in Berlin seine zweite Heimat gefunden hat.
Und so sitzt Icks in einem Flieger nach New York (...) und
erzählt seinem Sitznachbarn wasserfallartig seine alten und
neuen Lebensgeschichten. Von seinen Eltern in ihrem
Reihenhäuschen, von ihrer Verständnislosigkeit (...).
Dauernd betont er die Nutzlosigkeit des Erwachsenwerdens,
den Überdruß am irgendwie überflüssigen Erfolgsstreben der
eigenen Generation: Icks ist promovierter Physiker, versucht
sich jetzt aber eher erfolglos als Theaterregisseur.
Ein später Slacker, ein Scheiterer, der seinen Haß weder
loswird noch durchschaut. Der aber - er hat eine Frau und
ein zweijähriges Kind - bald wieder einen Brotberuf annehmen
und auch ein Haus bauen wird. Abstreifen kann man das eigene
Selbst, den Schleim, dem man entstammt, eben doch nie, auch
nicht in Berlin. Insofern hat Bönt eine Art Berlinroman
geschrieben, schließlich sind es die vielen Ickse mit ihren
unaufgeräumten Biografien, die am lautesten Großstadt
schreien und die Metropole herbeischreiben."
(Gerrit Bartels in den Kieler
Nachrichten vom 18.05.1999)
"Icks:
Ein Name, der an Schluckauf denken läßt oder auch an Douglas
Coplands "Generation X". Er ist promovierter Physiker · und
arbeitslos. Statt zur Naturwissenschaft fühlt er sich zum
Theater hingezogen. Regisseur, das wäre der richtige Beruf!
Doch einstweilen schlägt er sich mit befristeten Stellen und
vagen Projekten durch. Leitmotivisch spricht er vom "leeren
Dickicht", das sein Leben ist.
(...)
Kommt hier das Lebensgefühl einer Generation zum Ausdruck,
die man heute gerne als intellektuelles Proletariat
bezeichnet · hochgebildet, aber ohne Arbeit und ohne
Sicherheit und ohne Perspektive? Als treffendes Spiegelbild
jener Mittdreißiger, an denen kein gesellschaftlicher Bedarf
besteht und die umgekehrt sich auch nicht um
gesellschaftliche Belange kümmern, wurde der Roman von
einigen Kritikern bereits gefeiert."
(Wenzel Müller in der Wiener Zeitung
vom 11.06.1999)
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Rezensionen
AREND, Ingo (1999): Generation dazwischen.
Regen im Herzen. In seinem Debütroman "Icks" gelingt es
dem Berliner Schriftsteller Ralf Bönt, die Sprache für eine
Generation zwischen allen Stühlen zu finden,
in: Freitag Nr.13 v. 26.03.
BARTELS, Gerrit (1999): Die Vergangenheit hört niemals auf.
Roman zwischen Berlin und Bielefeld: "Icks" von Ralf Bönt,
in: Kieler Nachrichten v. 18.05.
MÜLLER, Wenzel (1999): Dauernde Abschweifung,
in: Wiener Zeitung v. 11.06.
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