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Reinhard
Mohr: Die Zaungäste
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Reinhard
Mohr in seiner eigenen Schreibe
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- MOHR, Reinhard (1994):
Das Ganze ist das Unklare.
Diedrich Diederichsens
"Freiheit macht arm",
in: Frankfurter
Rundschau v. 08.02.
- MOHR,
Reinhard (1999): Von der Revolte zur Denkstarre.
Was
heißt links sein heute? Zehn Jahre nach dem Fall
der Mauer ist die deutsche Linke marginalisiert
und hält sich immer noch an den Wegweisern von
gestern fest - der Schlaf der Vernunft blockiert
die eigene Zukunft,
in:
Spiegel
Nr.48 v. 29.11.
-
BRODER, Hendryk M. & Reinhard MOHR
(1999): Die faselnden Fünf,
in:
Spiegel Nr. 49 v.
06.12.
- MOHR, Reinhard (2000):
Entzauberung von rechts.
Sprachlos
stehen die linken Intellektuellen vor der
Selbstdemontage der CDU: Löst sich jetzt auch
der ideologische Katechismus der Konservativen
auf?
in:
Spiegel Nr.5 v. 31.01.
- MOHR,
Reinhard (2000): Freiheit - kaum auszuhalten.
Der Single ist das höchst
entwickelte Wesen der Geschichte. Zwischen Glanz
und Elend: Sein Leben vereint alle Widersprüche
des Seins. Ein Lagebericht,
in:
SpiegelNr. 10 v. 06.03.
- MOHR,
Reinhard (2000): Der totale Spaß.
Ob
"Big Brother" oder
"Insel-Duell": Immer schriller
gebärdet sich die neue deutsche Spaßkultur.
Geht das Volk ohne Witz nun tabulos ins
Lach-Millennium? Droht flächendeckender
Schwachsinn, oder geht es um die Befreiung von
alter Humorlosigkeit?
in:
Spiegel
Nr.23 v. 05.06
- MOHR,
Reinhard (2001): Zorn auf die roten Jahre.
Die
Polemik gegen die militante Vergangenheit von
Joschka Fischer wird zum Strafgericht über eine
ganze Generation: Die Revolte von 1968, so
konservative Kritiker, war ein einziger
monströser Irrtum. Wird dem Mythos vom
berechtigten Aufruhr der Linken der Garaus
gemacht?
in:
Spiegel
Nr.4 v. 22.01.
-
SCHNIBBEN, Cordt & Reinhard MOHR (2001): Vorwärts und nicht
vergessen.
Der eine war Schüler in Bremen, der andere Student in Frankfurt.
Zwei SPIEGEL-Redakteure beschreiben ihre Zeit in den politischen
Gruppen der 68er-Revolte und deren Zerfall in den siebziger Jahren,
in:
Spiegel
Nr.5 v. 29.01.
- MOHR,
Reinhard (2001): "Verdammt, ich will
leben".
Der
"Rote Kalender" von 1977 - ein
persönlicher Bericht,
in:
Spiegel
Nr.5 v. 29.01.
- MOHR,
Reinhard (2001): Zimt-Ravioli in der Turboküche
Die
neue Elite des Informationszeitalters hat sich
etabliert: "Bourgeoise Bohemiens" nennt
sie der amerikanische Autor David Brooks, eine
aparte Lebensstil-Mixtur aus Protest und
Karriere, Subkultur und Mainstream. Die
"Bobos" sind überall - auch in
Deutschland,
in:
Spiegel Nr.13 v. 26.03.
- MOHR,
Reinhard (2001): Süßer Wahn des Augenblicks.
War die Revolte von 1968 nur
ein "Spukschloss"? In seiner Studie
"Das rote Jahrzehnt", durch die Debatte
um Joschka Fischers Vergangenheit hochaktuelle,
zieht der Autor Gerd Koenen eine bittere Bilanz
der Jahre 1967 bis 1977,
in:
Spiegel
Nr.16 v. 14.04.
-
MOHR, Reinhard (2002): Jenseits von Schkopau.
In ihrem Debüt "Zonenkinder" schreibt Jana Hensel die Biografie
ihrer "zwittrigen" Generation - ein Höhepunkt in der Menge der
Lebensbilder auf der Buchmesse,
in: Spiegel Nr.41 v. 07.10.
- Inhalt:
Reinhard MOHR
beschäftigt sich mit den
Generation @-Buch von Jana HENSEL und dem
Generation Golf-Buch "Aufgewacht. Mauer weg" von Susanne
LEINEMANN und stellt beide in die Nachfolge von
Florian ILLIES'
Bestseller "Generation Golf".
Diese Generation beschreibt er als
jene "Kinder
von 1968, die in den vermeintlich coolen Achtzigern aufwuchsen und
für Madonna schwärmten statt für Marcuse. Ihr
Rudi Dutschke hieß
Thomas Gotschalk, und ihr »Teach-in« war die »Saalwette« bei
»Wetten, dass...?«"
Bei
Susanne LEINEMANN missfällt MOHR der Versuch der Politisierung ihrer
Generation:
"sie
versucht (...) das historische Ereignis zu politisieren, neudeutsch,
zu »branden«: »1989 könnte unser Label sein, unsere Marke, die uns
als Generation unverwechselbar macht«".
Das
Verhältnis der jüngeren HENSEL zur Generation Golf sieht MOHR im
Schnittpunkt mehrer Linien:
"Sie
gehört zur Generation der Mittzwanziger, die (...) den
erbarmungslosen Markenkampf der etwas älteren »Generation Golf«
(...) doppelt verpasst: Sie war zu jung und zu östlich.
Doch es gibt eine verblüffende Parallele (...) der starke Hang (...)
zur Warenästhetik und den feinen Unterschieden".
MOHR stimmt HENSELs Generationenbild zu: "Wir sind die ersten Wessis
aus Ostdeutschland" und lobt ihr Buch:
"Jana
HENSEL hat den Kindern der Zone, der ersten gesamtdeutschen
Generation, schon jetzt ein kleines Denkmal gesetzt".
-
MOHR, Reinhard (2002): Also sprach Jedediah.
Mit seinem Buch über das "Elend der Ironie" erregt der junge
amerikanische Autor Jedediah Purdy nun auch in Deutschland Aufsehen.
Doch so treffend die Kritik am zynischen Kult der Oberfläche ist -
zum politischen Diskurs steuert Purdy kaum mehr als guten Willen
bei,
in:
Spiegel
Nr.46 v. 11.11.
- Kommentar:
Der Spiegel glänzt mit Einfallslosigkeit und
übernimmt einfach den Titel vom Harper's Magazine, um über PURDY
zu spotten.
MOHR beherrscht die Kunst des
Zaungasts. Er bleibt von der Spassgesellschaft genauso weit
entfernt wie von der Neuen Ernsthaftigkeit eines
Jedediah PURDY.
Ein Mann tut was ein
Mann tun muss, er geht seinen dritten Weg!
-
FRIEDRICH, Julia & Reinhard MOHR
(2002): Aufstand vor dem Kühlschrank.
Depressive Unruhe sucht die krisengeplagte Schröder-Republik
heim: Künstler und andere Intellektuelle Sympathisanten von Rot-Grün
bekunden ihre Enttäuschung oder rufen gar zur Revolte auf. Sturm im
Wasserglass oder Mobilisierung der Zivilgesellschaft?
in:
Spiegel
Nr.48 v. 25.11.
- Kommentar:
FRIEDRICH & MOHR geben sich kämpferisch:
"Neue
Mitte strikes back!" ist ihr Motto, denn die Welle der Kritik der
Feuilleton-Revoluzzer hat nach Meinung der Autoren "politisch wie
intellektuell Substanz". Diese Substanz heißt
Wolfgang KRAUSHAAR,
Cora STEPHAN,
Michael MIERSCH und Peter SCHNEIDER.
Im Kern also die ehemalige
Frankfurter Sponti-Clique, die früher Pflasterstrände phantasierte
und es sich mittlerweile bobomäßig in der Neuen Mitte gemütlich
gemacht hat.
Diese Bobokratie
sieht inzwischen zu Recht ihren ruhigen Lebensabend gestört.
-
MOHR, Reinhard u.a. (2003):
Nobel statt Nabel.
In den Zeiten der Krise, des Pisa-Schocks und um sich greifender
Verlotterung ist eine neue Bürgerlichkeit gefragt. Das Einhalten von
Regeln, das Leben mit althergebrachten Tugenden und Ritualen wird
wichtiger,
in: Spiegel Nr.28 v. 07.07.
-
MOHR, Reinhard (2005): Adieu Rot-Grün!
Sie hatten sieben Jahre Zeit, den Reformstau aufzulösen. Es ging
um Innovation und Gerechtigkeit, aber geblieben sind vor allem
Desorientierung und Ratlosigkeit. Eine Generation tritt ab, der
Zeitgeist dreht sich,
in: Stern Nr.23 v. 02.06.
-
MOHR, Reinhard (2005): Vorher Klagen, nachher Klagen.
Der deutsche Wähler ist grundsätzlich enttäuscht -
natürlich besonders von Politikern. Ein Psychogramm,
in: Welt v. 15.09.
- Neu:
MOHR, Reinhard (2007): Als Vati über Mutti rollte.
Verführt Feminismus Frauen zur Kinderlosigkeit? Ignoriert er die
nackten Tatsachen der Biologie? Ist er ungeil und männerfeindlich?
Das "F-Wort", eine neue Essay-Sammlung, gibt Antworten. Reinhard
Mohr erinnert sich wie es war, als Männergewalt plötzlich beim
Gucken anfing,
in: Spiegel Online v. 08.05.
- Anmerkungen:
Moderne Männergeschichten der
Single-Generation beginnen heute mit dem Bekenntnis: Als ich einmal
Softie war...
"Ich war eher schüchtern als djangohaft,
und keineswegs reduzierte ich blonde Frauen auf ihre äußere
Erscheinung. Schon auf dem Kinderspielplatz hatte ich Freundinnen,
mit denen man tolle Sandburgen bauen konnte. Die
Gender-Mainstreaming-Experten von heute wären stolz auf mich
gewesen", klopft sich MOHR selber auf die Schulter. Verbale
Aufgeschlossenheit bei weitgehender Verhaltensstarre, lautete
dagegen Mitte der 80er die Diagnose, die fälschlicherweise gerne dem
Soziologen Ulrich BECK zugeschrieben wird.
Der Weg vom geläuterten Softie
zum
Individualisierungsoptimisten
Reinhard MOHR vollzog sich seit den
80er Jahren, also irgendwo zwischen
"Zaungast" und
"Generation Z":
"Wie Schneider gehörte auch ich
(ohne Flusenpulli) zeitweise zu diesen tragikomischen
Frauenverstehern, und ich erinnere mich noch, dass es mir irgendwann
zu dämmern begann:
Beziehungsdiskussionen, Selbstkritik
und argumentative Vernunft, so wichtig sie sind, bestimmen das Leben
nicht alleine. Schon gar nicht das Verhältnis zwischen Männern und
Frauen, das jahrelang unter dem verkrampft pseudosoziologischen
Begriff der »Verkehrsformen« abgehandelt wurde.
Und so begannen in den achtziger Jahren die Mühen der Ebene, die
Entfaltung der Dialektik der Emanzipation.
(...).
Bei mir jedenfalls hat sich die feministische Zumutung, die mich vor
dreißig Jahren durchaus noch irritiert und verunsichert hat, in ein,
wie es aussieht, lebenslanges Laboratorium verwandelt, dessen
Ergebnisse ich, versteht sich, natürlich ganz alleine ausbaden
muss."
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Reinhard
Mohr im Gespräch
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- HOYER, Lutz
(1993): Zaungäste - die Generation danach.
Der Autor Reinhard Mohr
beschäftigt sich mit den zehn Jahre Jüngeren,
in: Berliner
Zeitung v. 08.04.
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Klappentext
"Sie waren zu jung für die Revolte von
1968 und zu alt für die Gründung von Internet-Cafés
- die so genannten 78er - die Generation der
»Zaungäste« -, kleine Brüder und Schwestern der
berühmten 68er. Dafür hatten die 78er etwas, was
keine Generation zuvor für sich in Anspruch nahm:
die ewige Jugendlichkeit: Forever young war ihr
Motto. Ob in der Uni oder in der Wohngemeinschaft -
es wurde endlos diskutiert, herumexperimentiert und
vom glücklichen Leben geträumt. Irgendwann wurden
sie dennoch Chefredakteure, Staatsminister und
Starjuristen...
Nun aber droht den erfolgreichen Berufsjugendlichen
von einst der existenzielle Schock - das dramatische
Herausfallen aus der werberelevanten Zielgruppe der
14- bis 49-Jährigen. Stets verdrängt, kommt es nun
mit irritierender Macht: das Älterwerden zwischen
Prostata-Vorsorge und Rentenloch. Ein neues
Lebensgefühl. Eine Unverschämtheit. Eine Zumutung!"
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Inhaltsverzeichnis
Generation Z oder Von der Zumutung, älter zu werden.
Vorwort
1. Sind das etwa meine Hände? Menetekel des
Älterwerdens
2. Der Bikini des Begehrens: Vom Geschlechterkampf
nach vierzig
3. Der Single: Die 1-Mann-Kommune der Generation Z
4. Ein ganz neues Zeitgefühl: Zukunft war gestern
5. Das Leben frisst alle Theorie. Autobiographie als
Philosophie der frühreifen Altersweisheit
6. Von der Revolte ins Rentenloch: Die 78er als
Augenzeugen der Zeitgeschichte
Wir, Gott und die Welt: Wer nun, was nun?
Ein Nachwort
Zitate:
Die Generation Z
als Motor der Individualisierung
"Gerade die 78er, die lebenskulturellen
Kriegsgewinnler der Revolte von 1968, haben unter
dem ideologischen Deckmantel der »Politik in der
ersten Person« den Prozess der Individualisierung
derart vorangetrieben, dass ihnen die spontane
Freiheit des Willens hier und da zu Kopf gestiegen
ist." (S.63).
Bekenntnis eines
modernen Hagestolz
Ich kann da nur für mich sprechen, aber ich
versuche, beklagenswerterweise, immer noch, dem
allerletzten Ernst der Lage auszuweichen, so lange
es geht. Bis auf den heutigen Tag bin ich meiner
Verantwortung gegenüber der Schöpfung, der
Gesellschaft und der gesetzlichen Rentenversicherung
nicht ausreichend nachgekommen. Ich habe immer noch
kein Kind gezeugt, kein Haus gebaut, und auch die
Ehe habe ich gemieden wie der Teufel das Weihwasser
- selbst dann noch, als sie, irgendwann in den
frühen neunziger Jahren, auch in jenen Kreisen als
cooles Abenteuer wieder entdeckt wurde, die sie
vorher als spießige Achse des Bösen verächtlich
gemacht hatten.
Möglichkeiten zum bürgerlichen Sündenfall hatte es
gegeben, doch immer war es entweder zu früh oder zu
spät, passte etwas hier oder dort nicht zusammen,
waren die Zweifel zu groß und die Liebe zu klein.
Die Angst vor der bedrohlichen Endgültigkeit der
eigenen Wünsche war immer wieder stärker als die
Sehnsucht nach ihrer Erfüllung". (S.63f.)
Die Frauen der
Generation Z und das Elend der Männer
"Gerade die Geschlechtsgenossinnen der Generation Z
(..) möchten das Niveau ihrer gewonnenen Ansprüche
und Freiheiten ungern aufgeben. Da wird die eigene
Biographie schon mal zum akuten Hindernis bei der
Partnersuche.
(...).
Gerade die Generation Z, deren Leitmotiv die offene
und emotionale Diskussion über alles und jedes war,
hat es sich in den vollends aufgeklärten
Schützengräben des Geschlechterkampfes bequem
gemacht und betreibt in Liebesdingen weithin eine
subtile Präventionsstrategie aus aktiver
Gefahrenabwehr und vorbeugender Risikominimierung.
Ein aparter Stellungskrieg. Wer sich zuerst bewegt,
so lautet die unausgesprochene Regel, hat schon
verloren. Eine organisierte Kampfansage ans
ungeplante Unglück."
Vom WG-Sponti zum
Single-Bobo
"Nach der Abspaltung utopischer Ambitionen und
revolutionärer Energien avancierte ein vitaler
Perfektionismus zur neuen Ersatzreligion. Nun sollte
es einem ganz einfach nur noch gut gehen.
(...).
Die Erfahrungen mit dem Leben zwischen Hochbett,
Uni-VV und Flokati-Teppich waren äußerst nützlich
für diese neue Lebensphase, denn ein Großteil der
Generation Z begab sich auf den Weg der »bourgeoisen
Bohemiens« - jener »Bobos«, wie sie der
amerikanische David Brooks porträtiert hat: »Genies
der Lebensläufe«, die aus alten, unüberbrückbar
scheinenden Widersprüchen neue Wirklichkeiten
fabrizieren." (S.103)
Das Single-Dasein
als Schönwetter-Lebensform
"Der kranke Alleinleidende lebt exterritorial, er
ist ein doppelt Vertriebener. Denn sein Reich, das
bunte Beziehungsgeflecht der unbegrenzten Freiheit,
existiert nur jenseits von Viren und Bakterien.
Schon dauerhaft schlechte Laune schränkt den
üblichen Bewegungsspielraum empfindlich ein. Dem
Single geht es nur gut, wenn es ihm gut geht. Der
Pflegefall ist ausgeschlossen." (S.108)
Pressestimmen
"Liest
sich (...) wie die Kontaktanzeige des deutschen
Muster-Schwiegersohns auf einer
Heiratsmarkt-Website. Und irgendwann merkt der
geneigte Leser, dass dieses Buch letztlich insgesamt
ein Bewerbungsschreiben an die besten Töchter des
Landes ist. Seht her, ein Mohr: Geläuterter Hippie,
längst zu Hause in den urbanen Dschungeln der
Stadtmitten, Multitasking-Experte, Freigeist und
Konfigurator des guten Lebens. Auf den Schlag weg zu
heiraten."
(Peter Felixberger in change X vom
20.08.2003)
"In
Stil und Verarbeitung erinnert das Mohrsche Produkt
insgesamt eher an einen Opel Astra. Und in dem will
man nun wirklich nicht gesehen werden."
(Hanna Leitgeb in den Literaturen
vom September 2003)
"Extremist ist der Ich-Erzähler nur noch in der
Beurteilung von Roger Willemsen und schlechtem Wein.
Intensiver essen, bewußter genießen, lautet der
Imperativ."
(Gustav Falke in der Frankfurter
Allgemeinen Zeitung v. 08.09.)
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Beitrag von
single-generation.de zum Thema
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Rezensionen
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FELIXBERGER, Peter (2003): Zorro statt Zero!
Generation Z - das neue Buch von Reinhard Mohr,
in: change X v. 20.08.
- Kommentar:
FELIXBERGER - 5 Jahre jünger und kein
Single - sieht Parallelen zu MOHR, aber auch Differenzen:
"Die
Ich-, Wir- und Weltfindung ist gerade zu einer neuen Mission
aufgebrochen. Leider ist sie riskant, gefährlich und
bisweilen existenzbedrohlich.
Kurzum: Anstatt wie Mohr die »nächsten 30 Jahre das Leben zu
genießen, Weisheit zu verbreiten und Glück zu teilen« wird
ein anderer Teil der Generation Z das Leben herausfordern,
Weisheit zertrümmern und Unglück ausbalancieren. Das klingt
unverbesserlich, ist aber die einzige
»Lebensoptimierungsstrategie« in der anbrechenden
Angst-Ära des
Überall-immer-Weniger."
-
KORBES, Karl (2003): Keine Macht dem Altern.
Gesellschaftsporträt. Die Nach-68er kommen in die Jahre.
Und wollen es nicht wahrhaben.
Die 78er Generation wollte kaum mehr als nur "forever young"
sein. Nun spart sie für die Riester-Rente. Kommt jetzt der
späte Katzenjammer?
in: Rheinischer Merkur Nr.36 v. 28.08.
- Kommentar:
Karl KORBES schreibt aus der
Perspektive der Generation Z, da kommt keinerlei Widerspruch
auf, sondern alles wird abgenickt und sogar noch verdoppelt:
"»Was
wollten wir doch hoch hinaus«, meinte neulich ein
Zwölfender-Prachtexemplar, Kaliber 78, in einer unterkühlten
Kreuzberger Szenekneipe im 90er Technostil nach dem elften
Jägermeister zu seiner jungen Freundin: »Wir waren das
Gipfelkreuz. Nur der Berg hat leider dazu gefehlt.«"
-
MIERSCH, Michael (2003): Trost für alte Kämpfer.
Was macht ein männlicher, heterosexueller Metropolensingle mit
linksradikaler Sozialisation und Szenelebenslauf, wenn die Schläfen
grau, die Lesebrille fällig und der Bauchansatz unübersehbar werden?
Reinhard Mohr hat versucht, diese Frage ehrlich zu beantworten. In
"Generation Z" beschreibt er das Dilemma einer ganzen Generation, die
vom Altern kalt erwischt wurde,
in: Weltwoche Nr.35 v. 28.08.
- Kommentar:
Michael MIERSCH hat gerade
selbst eine Lebensbeichte abgelegt, in der er sich über die
Karrierelinke mokiert hat. Also ist Trost nötiger denn je...
-
STEIN, Hannes (2003): Die Sanduhr läuft.
Reinhard Mohr ist auf der schattigen Seite der 40
angekommen,
in: Welt v. 30.08.
- Inhalt:
Aus dem Jahr 3003 kommt STEIN "Generation
Z" wie ein "schriftliches Zeugnis aus der späten
Single-Epoche" vor.
- LEITGEB, Hanna (2003):
Reinhard Mohr: Generation Z,
in: Literaturen, Nr.9, September
-
FALKE, Gustav (2003): Mein Hühnercurry Nr.133.
Triebhaft: Reinhard Mohr sieht einer Generation beim
Altern zu,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 08.09.
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Klappentext
"Sie ist unübersehbar,
aber man kennt sie nicht: die Generation
derer, die heute ca. 33 bis 39 Lebensjahre
zählen. In der öffentlichen Meinung ist sie
merkwürdig profillos geblieben. Und doch hat
sie einen eigenen Charakter. Auch wenn der
Zeitgeist die Generation der »78er«
behandelt, als sei sie durch den Rost der
Geschichte gefallen - im Jahr 2000 wird sie
die Geschicke der Bundesrepublik entscheidend
mitgestalten"
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Inhaltsverzeichnis
Prolog
1. Von
der befreienden Gewalt zur zivilen Gesellschaft
2. Das
Individuum löst sich vom Kollektiv
3. Vom
Teach-In zur Talkshow
4.
Häutungen: Geschlechterverhältnisse
5. Von
der Utopie zur Karriere
6. Wie
die Ökologie zur Großmacht wurde
7. Von
der Kulturindustrie zur simulierten Welt
8. Die
Zyniker: Im Zirkel der Selbstrechtfertigung
Epilog
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Rezensionen
- ULRICH, Bernd (1992): Wie das
warme Messer durch die Butter.
Reinhard Mohr entlarvt in seinem jüngsten Essay die
Generation der 78er, eine Generation mit zu vielen
Eigenschaften und zu wenigen Erfahrungen,
in: TAZ v. 01.09.
- Inhalt:
"Wenn man sich für die Potentiale der
Generation interessiert, die, wenn die Geschichte sie nicht
einfach überspringt, die Republik ins neue Jahrtausend
führen wird, muß man mehr leisten als die Kritik des Futons
am Hochbett. Keine angemessene Würdigung finden bei Mohr
zwei Sieger der 78er, die die Gesellschaft heute teuer zu
stehen kommen.
Zum einen der
Triumph der Abzockermentalität. (...).
Sie waren die erste Generation, die aufgrund virulenter
Staatsfeindlichkeit keine Hemmungen beim Abzocken des
sozialliberal expandierenden Wohlfahrtsstaates hatte
(...). Sie lassen sich vom
Staat alimentieren und bilden die zähe Masse bei vielen
Alternativprojekten, von der taz bis zu den Grünen.
(...).
Zum anderen das
Singletum.
Die
78er sind die ersten, bei denen das »strukturell«
verschwenderische Singleleben massenweise von der
Lebensphase zur Lebensform wurde.
Die Hälfte der Haushalte in den Großstädten sind
Single-Haushalte. Der gesellschaftlich prägendste Teil
davon sind die 78er. Sie üben - sozial und räumlich
flexibel, wie sie sind - einen enormen Konkurrenzdruck auf
dem Arbeitsmarkt aus und fühlen sich dabei immer als
potentielle Opfer, weil sie ja allein sein", kritisiert
Bernd ULRICH.
- ZAHLMANN,
Christel (1992): Lauter arme Schweine.
Reinhard Mohr über
seine Generation: "Zaungäste",
in: Frankfurter
Rundschau v. 30.09.
- STEGERS, Rudolf (1993): Wir
Achtundsiebziger oder Aus guter alter Zeit,
in: Der Alltag, Heft 62, Februar
- Inhalt:
"Auch das Porträt der Achtundsiebziger hat
ein Vorbild. Bei den Insidern steht der Bestseller
Von der Nutzlosigkeit,
erwachsen zu werden seit 1985 auf dem Ikea-Regal.
Damals trösteten Georg Heinzen und Uwe Koch - deren sanftes
Ich mit Reinhard Mohr das Geburtsjahr 1955 teilt -
ihre so stolze wie bange Leserschaft durch das Einvernehmen
der Ausweglosigkeit. Bloß die Umschlagzeichnung eines
Gummibärchens vor dem Platzen seiner Puppe ließ hoffen.
Mittlerweile haben die Achtundsiebziger sich entlarvt: als
passionierte Zyniker, die Mühe haben, das Hier und Jetzt
ihres Daseins vor Aggression und Depression zu schützen",
meint STEGERS zum Buch Zaungäste von Reinhard MOHR.
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