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Roger
Willemsen: Deutschlandreise -
unterwegs in der Spaßgesellschaft
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Aktuellster
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Roger Willemsen in seiner
eigenen Schreibe
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- WILLEMSEN,
Roger (1992): Fahrtwind beim Umblättern,
in: Spiegel v. 21.12.
- Inhalt:
Roger WILLEMSEN beschreibt die Folgen des
Wertewandels für den Büchermarkt:
"Während
der Studentenbewegung, spätestens mit dem Beginn der siebziger
Jahre, jener merkwürdigen Scheidelinie in der Erfolgsgeschichte der
deutschen Nachkriegsliteratur, erlosch jeder Glaube an irgendeine
Pflicht zur Lektüre. Das geschah, nebenbei bemerkt, unter dem nahezu
einhelligen Beifall der Schriftsteller. Seither gilt auf kulturellem
Gebiet strikte Freiwilligkeit - von extremen Daseinsformen wie
Schule und Studium einmal abgesehen. Gelesen wird, was gefällt und
nicht, was Lehrer, Germanisten oder Rezensenten dekretieren. (...).
Das Interesse für die Literatur ist keine Bringschuld der Leser
- mit diesem Faktum muß rechnen, wer Bücher schreibt. Den Autoren
bleibt also nichts anderes übrig, als das Interesse des Publikums
für ihre Arbeit zu gewinnen."
Aus
diesen veränderten Bedingungen des Lesens resultiert für WILLEMSEN
die Forderung den Hedonismus der Leser in bildungsbürgerlichen
Strategien ("ein E für ein U vormachen") einzubeziehen, auch gegen
die Widerstände der hiesige Tradition des uneinsichtigen
Bildungsbürgertums:
"Wer (...) hierzulande fordert,
Literatur solle Vergnügen machen, darf mit sofortigem und
wortreichem Widerspruch rechnen: Er könne die Literatur doch nicht,
wird man ihm entgegenhalten, vorm Untergang in die
Bedeutungslosigkeit retten, indem er sie in Trivialitäten ersäufe."
Der
Artikel wurde 1998 in dem Band
"Maulhelden und
Königskinder" nachgedruckt.
- WILLEMSEN, Roger (2000): Der
Alden-Schuh,
Teil 2 der Serie "Das
war die BRD",
in:
Süddeutsche Zeitung v.
04.12.
- WILLEMSEN, Roger (2002): Schießen Sie
auf die Feuilletonisten!
Elite-Dünkel hier, Label-Faschismus dort - dabei geht es längst
um mehr als um den Krieg der Alten gegen Pop,
in: Süddeutsche Zeitung v. 31.08.
- Kommentar:
WILLEMSEN erklärt den
Unterschied zwischen E-
und U-Kultur für nichtig, nur um seinen eigenen Unterschied
zwischen E- und U-Kultur auf sich selbst maßzuschneidern:
"Hier geht es
nicht nur um die Schießübungen eines späten Halbstarken (Anm.d.V.:
hier ist MRR gemeint) im Pantheon, es geht im größeren Maßstab
auch längst nicht mehr um Pop- oder Geheimratsjournalismus, nicht
um den engeren oder weiteren Kulturbegriff.
Es geht nun um Relevanz und ihre Selbstbehauptung gegen eine
zeittypische, von kommerziellen Interessen wie von Ressentiment
geleitete Geist-Feindlichkeit".
- WILLEMSEN, Roger (2002): Cannabis im
Treibhaus.
Früher hatte hier nur das Große Bedeutung: Jetzt hat Bonn seine
Zukunft hinter sich gebracht und kann endlich lässig sein,
in: Süddeutsche Zeitung v. 10.09.
- WILLEMSEN, Roger (2003): Canetti an
Roger Willemsen.
Briefe aus dem 20. Jahrhundert III,
in: Süddeutsche Zeitung v. 18.01.
-
Neu:
WILLEMSEN, Roger (2003): Der Einzig Wahre.
Serie über große Journalisten (XXIII) - Karl Kraus: Ironischer
Meister, Idealist, Medienkritiker und einsamer Monomane,
in: Süddeutsche Zeitung v. 10.03.
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Klappentext
"Wochenlang reiste Roger Willemsen im
Sommer 2001 und im Frühjahr 2002 durch Deutschland
und berichtet von seiner Entdeckungsfahrt, die kreuz
und quer von Kap Arkona bis nach Konstanz, von Bonn
nach Berlin, von Oberstdorf nach Rostock führte. Aus
seinen Beobachtungen, Begegnungen und Erfahrungen
entwirft er ein facettenreiches Deutschlandbild, in
dem wir uns selbst wiederfinden können. Ob an den
Graffiti in der Rostocker Uni, bei Schachspielern an
der Brücke von Remagen, auf dem Parkplatz am
Kreidefelsen von Rügen, bei einer Abitursfeier in
Bonn oder im Umkleideraum eines Supermarkts in
Mönchengladbach - Willemsen sucht nicht die große
politische Sensation oder die rührende persönliche
Geschichte; er sucht etwas, das man schwer findet,
weil es perfekt getarnt ist, es liegt nämlich
überall offen da - die Normalität.
Mit der unersättlichen Neugier des Forschers und dem
vorurteilslosen Blick des Ethnologen notiert er, was
dieses seltsame Land ihm darbietet - an Leben, an
Städten, an Redensarten, Gewohnheiten,
Werbesprüchen, an zu persönlichem Schicksal
geronnener Geschichte, an Vergeblichkeiten und
kleinen Triumphen. Aus der Summe all dieser
Einzelteile setzt Roger Willemsen etwas zusammen,
das nicht mehr und nicht weniger ist als das mentale
Polaroid einer ganzen Nation."
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Roger Willemsen in der Debatte
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RIPPLINGER, Stefan (2002): Neunundneunzig Kulturkritikerwitze.
Die offene Spaßgesellschaft und ihre Feinde,
in: Jungle World Nr.44 v. 23.10.
- Inhalt:
RIPPLINGER beschäftigt sich mit den Feinden und
falschen Freunden der Spaßgesellschaft.
Ein entscheidender Tag
ist für RIPPLINGER der 29. November 1996: "an diesem Tag erschien
im Protestantenrundbrief Die Zeit Löfflers ernüchternder Eassy
'Die Spaß-Generation hat sich müde gespielt' (...). Seit diesem
Tag fordern die deutschen Bischöfe, Prof. Sloterdijk und Dr.
Willemsen ein Ende des Spaßes, gehen aber keineswegs mit gutem
Beispiel voran."
- HUISSELING, Mark van (2002):
Jane Birkin über Coolness, wilde Nächte mit Serge Gainsbourg und das
Leben danach,
in: Berliner Zeitung v. 07.12.
- Kommentar:
Wirkungsvoller als eine "bevölkerungsbewusste"
Familienpolitik scheint offensichtlich die Popmusik zu sein:
"Der
Journalist Roger Willemsen vermutet, die halbe Generation Golf sei
zu »Je t’aime«
gezeugt worden.
Deshalb bin ich stolz darauf.
Das Stück wurde kürzlich zum »Sexiest Song« aller Zeiten gewählt."
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