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Rudi Dutschke: Vater, Ehemann und Studentenführer

 
       
     
       
     
       
   

Jeder hat sein Leben ganz zu leben (2003).
Die Tagebücher 1963 - 1979
(herausgegeben von Gretchen Dutschke)

Köln: Kiepenheuer & Witsch

 
   
 
 

Klappentext

"Zum ersten Mal werden Rudi Dutschkes Tagebücher vollständig veröffentlicht. Sie dokumentieren das geistige Innenleben einer der aufregendsten Persönlichkeiten der Nachkriegszeit. Der Wortführer der Außerparlamentarischen Opposition und Mitbegründer der Grünen erweist sich in seinen Tagebüchern als ein kritischer und selbstkritischer Denker von außerordentlicher Originalität.
Rudi Dutschke war einer der originellsten politischen Köpfe der Bundesrepublik. Er kämpfte für eine sozialistische Revolution in Westdeutschland und gegen den Spätstalinismus in Osteuropa. Er gehörte zu den wenigen Linken, die die deutsche Einheit forderten. Er war das Idol einer Generation, die den Wohlstandsmief wie die Verdrängung des Nationalsozialismus in Frage stellte. Als er im Dezember 1979 an den Folgen des Attentats vom April 1968 starb, hinterließ er politisch eine Lücke, die nicht mehr geschlossen werden konnte.
Rudi Dutschkes Tagebücher, die bisher nur in Auszügen bekannt waren, werden in diesem Band zum ersten Mal vollständig veröffentlicht. Sie offenbaren einen hellen Verstand und einen sensiblen Geist. Dutschke beobachtet aufmerksam, manchmal aufgeregt die Ereignisse seiner Zeit. Er protokolliert die Angstattacken, die dem Attentat folgen. Er schildert, wie er sich müht, seiner Rolle als Mann, Ehemann und Vater gerecht zu werden. Die Tagebücher dokumentieren Zweifel und Ratlosigkeit und ebenso seine unbeirrbare Überzeugung, dass die Gesellschaft radikal verändert werden muss, damit der Mensch ein Mensch sein kann."
 

Pressestimmen

"Immer wieder macht er irgendwo einen Hoffnungsschimmer aus. Aber am Ende bleiben ihm als Garanten für eine bessere Zukunft nur seine beiden Kinder Hosea und Polly, deren Entwicklung er getreulich dokumentiert. Die Selbstverständlichkeit, mit der er als Revolutionär zugleich Familienvater war und sein wollte, hat bestimmt dazu beigetragen, dass er »der Gute« wurde."
(Barbara Sichtermann in der Frankfurter Rundschau vom 21.03.2003)

 
 
 
       
   
  • Rezensionen

    • HIEBER, Jochen (2003): Schuften im keuchenden Morgenland der Erde.
      Rudi Dutschke, Star der Studentenbewegung, entfaltet in seinen Tagebüchern jene Leidenschaft für den Weltlauf, die Jürgen Busches Achtundsechziger vermissen lassen,
      in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 18.03.
    • RADDATZ, Fritz (2003): Der gehetzte Revolutionär.
      Rudi Dutschkes Tagebücher sind vor allem eines: Ein Dokument des Scheiterns,
      in: Die ZEIT Nr.13 v. 20.03.
    • SICHTERMANN, Barbara (2003): Immer wieder ein Hoffnungsschimmer irgendwo.
      "Jeder hat sein Leben ganz zu leben" - Rudi Dutschkes Tagebücher geben Aufschluss, warum er "der Gute" war,
      in: Frankfurter Rundschau v. 21.03.
    • HALTER, Hans (2003): Im fernen Reich der Freiheit.
      Rudi Dutschke, Heros und Opfer der 68er Revolte, führte heimlich Tagebuch - über Gott, die Liebe und die Grünen. Nach dem Attentat hat ihn die Angst nie mehr verlassen,
      in: Spiegel Nr.14 v. 31.03.
    • TERKESSIDIS, Mark (2003): Bloß kein "Rückfall in die alte Scheiße".
      Warum der frühe Tod des Studentenführers eine praktisch orientierte Kritik am Kommunismus in Deutschland verhinderte,
      in: Literaturen, April
    • WACKWITZ, Stephan (2003): Geheime Signale kindlicher Gesten.
      Das Innenleben eines Gründervaters unserer Republik: Die Tagebücher Rudi Dutschkes sind ein berührendes Dokument. Sie sind as Arbeitsjournal eines unermüdlich lesenden Intellektuellen. Rudi erweist sich zudem als Genie der Freundschaft,
      in: TAZ v. 09.04.
      • Kommentar:
        Stephan WACKWITZ wandelt auf den Spuren von Michael RUTSCHKY ("Lebensromane") und beschreibt die Passung zwischen der vaterlosen 68er-Generation und dem Studentenführer Rudi DUTSCHKE:

              
          "Es ist (...) kein Zufall, dass Rudi Dutschke - die charismatischste und sympathischste Führergestalt der von diesem Familienroman bewegten Studenten - vor allem durch die kindlichen Züge in seiner medialen Selbstdarstellung und autobiografischen Selbststilisierung gewirkt hat und heute noch wirkt. Der bubenhafte Vorname; die rebellenhaft herausgewachsene Konfirmandenfrisur; der Ringelpullover. Man muss in der nun erschienenen (...) Ausgabe von Rudi Dutschkes Tagebüchern und autobiografischen Aufzeichnungen noch einmal die Bilder betrachten, um zu wissen, auf welche Weise, aber auch in welchen emotionalen Tiefen dieser Mann seine Generation gerührt hat: das Kinderglück im Gesicht des Studentenführers, wie er auf dem legendären Vietnamkongress im Februar 1968 neben seinem Freund Gaston Salvatore (unglaublich gut aussehende junge Männer der eine wie der andere) lachend die Fäuste hochhebt, als habe die E-Jugend des FC Luckenwalde gerade ein Tor geschossen".
              
          Stephan WACKWITZ schwärmt Zeile für Zeile von der "authentischen, nie kitschig oder phony wirkenden, vielleicht wirklich fast jesuanischen oder franziskanischen Kindlichkeit, Unschuld und Vertrauensseligkeit Rudi Dutschkes".
    • HOFFMANN, Rainer (2003): "Ich bin immer sehr unruhig".
      Bruchstücke einer Biographie - Rudi Dutschkes Tagebücher,
      in: Neue Zürcher Zeitung v. 31.05.
    • BÜHRER, Werner (2004): Außenparlamentarische Fehler.
      Rudi Dutschke kam am Ende zur Erkenntnis, eine radikale Partei müsse das Land verändern,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 02.07.
 
     
   

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Update: 24. Dezember 2004
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