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Ursula & Stephan
Lebert: Heiraten in Zeiten der wilden Ehe
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Kurzbiographien
- Ursula Lebert
- Stephan Lebert
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Aktuellster
Beitrag
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Stephan Lebert in seiner eigenen Schreibe
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- LEBERT, Stephan (2002): "Mehr hätte
ich aus meinem Leben nicht machen können".
München 2002. Die Kinder sind längst aus dem Haus, die Gubischs -
inzwischen Großeltern - haben es zu bescheidenem Wohlstand gebracht.
Trotzdem trägt Joseph neben seiner Arbeit noch jeden Morgen
Zeitungen aus,
in: Brigitte Nr.19 v. 04.09.
- Neu:
LEBERT, Stephan (2005): Widerworte - Nervende Eltern.
Vorige Woche kritisierte Bernd Ulrich die kinderlosen Akademiker
- hier antwortet einer von ihnen,
in: Die ZEIT Nr.9 v. 24.02.
- Inhalt:
Stephan LEBERT sieht mit der
Mitte der 80er Jahre einsetzenden Debatte um
die neue Mütterlichkeit den Beginn einer Wende zum
Schlechteren.
Damals bekam die "Generation
der nach innen gekehrten Egozentriker" Kinder.
LEBERT sieht damit einen
zunehmenden Verlust der selbstverständlichen Elternschaft
einhergehen.
Mit dem Auftritt der so
genannten Neuen Väter hat das Spektakel des Klagekonzerts der
Eltern einen neuen Höhepunkt erreicht:
"viel
(wird) geredet von den neuen Vätern, wie einfühlsam sie seien, wie
anders als ihre Väter. Es gibt eine Zahl, mit der sich diese
Eigenthese überprüfen lässt, und zwar die Zahl der berufstätigen
Männer, die einen Vaterschaftsurlaub antreten. Die Zahl liegt
unter drei Prozent und bleibt seit Jahren konstant. (Aber etwa 80
Prozent dieser drei Prozent schreiben ein Buch über diese Zeit.)"
LEBERT sieht im Klagekonzert
der Eltern einen Grund dafür, dass Kinderlose auf keinen Fall
Eltern werden möchten:
"Kinder
haben keine Lobby, heißt es. Eigentlich wären die Eltern die
geeigneten Leute dafür. Doch sie versagen völlig. Dabei wäre jeder
Lobbyist froh, könnte er, um die Sprache der Wirtschaft zu
benutzen, für so ein wunderbares Produkt werben. Was könnten
Eltern für lustige, anrührende, begeisternde Geschichten erzählen.
Sie müssten dafür aber für einen Moment sich selbst vergessen.
Kollege Bernd Ulrich hat vergangene Woche in der ZEIT
geschrieben, die Kinderlosen würden vor allem wegen diffuser
Lebensangst keine Kinder bekommen. Da ist sicher was dran. Aber
noch größer ist eine andere Furcht: die vor den Eltern. Sie
möchten nicht werden wie sie."
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Interviews von Stephan
Lebert
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LEBERT, Stephan & Tanja
STELZER (2001): "Jetzt kämpfen Mütter gegen Mütter".
Wie geht's der deutschen Frau? Gar nicht so
gut, sagt Anne Volk. Aber sie hat ein paar Tipps: Redet
nicht mit Euren Töchtern über Sex. Und haltet Euch an die
Raucher,
in: Tagesspiegel v. 11.08.
- Inhalt:
Interview mit Anne VOLK, der langjährigen Chefredakteurin
und jetzigen Herausgeberin der Frauenzeitschrift Brigitte:
"Es
ist von den neuen Müttern die Rede.
Diese Mütter sind nur die eine Fraktion, da hat sich etwas
verändert, es gibt nicht mehr diese Grundsolidarität der
Gleichaltrigen. Da sind diese Frauen, die ihr Muttersein
wie in den 50er, 60er Jahren leben, die bekommen zwei,
drei, vier Kinder, und dann gibt es die Mütter, die weiter
einen Beruf haben und Karriere machen wollen. Früher gab
es Streit zwischen Mutter und Tochter über die
Frauenrolle, jetzt zanken sich Mütter und Mütter. Es ist
der Angriff der Übermütter, die den Berufstätigen
vorwerfen, dass sie ihre Kinder vernachlässigen. Das ist
schon gewaltig.
Auf welche Seite schlägt sich die "Brigitte"?
Wir haben eher die Haltung, dass man einen Beruf ein Leben
lang machen soll, mit Kinderpause oder ohne. Wir würden
nie sagen, dass man nicht mit Kindern zu Hause bleiben
darf. Aber eine Frau sollte wissen: Eine Ehe ist keine
Versicherung mehr."
LEBERT,
Stephan & Tanja STELZER (2002):
"Manchmal bin ich nudelfertig".
Wie
funktioniert eine glückliche Beziehung - und wie
rettet man sie? Therapeut Jürg Willi lässt sich
zuerst ein Wochenende schildern. Und warnt vor zu
viel Harmonie,
in: Tagesspiegel v. 02.06.
- Kommentar:
Der Schweizer
Paartherapeut
Jürg WILLI - einst
ein Verfechter der Institution Ehe -
sieht mittlerweile in der Ehe keinen Wert
an sich mehr:
"Man
kann heute gleichwertig verheiratet sein
oder unverheiratet, man kann in einer
Wohnung leben oder in getrennten
Wohnungen. Jede Form hat gewisse
Vorteile, gewisse Nachteile. Ich bin
inzwischen davon überzeugt, dass es
Menschen gibt, für die die Ehe keine
geeignete Lebensform ist. Das ist ja
nicht schlimm, wenn wir uns das
eingestehen können."
Der
Gesinnungswandel ist jedoch nur ein
strategischer, denn WILLI geht davon aus,
dass heutzutage die Ehe als Lebensmodell
- im Gegensatz zu den 70er Jahren -
unangefochten ist.
Beim
Zusammenziehen von Paaren vertritt WILLI
den Standpunkt, dass der Bezug einer
neuen Wohnung dem Einzug eines Partners
in eine vorhandene Wohnung vorzuziehen
ist.
Dieses wichtige
Thema ist bisher in den
Sozialwissenschaften vernachlässigt
worden: Warum bzw. wie ziehen Paare
zusammen? Ausnahmen sind u.a.
Jean-Claude
KAUFMANN,
Günter
BURKART und
Karl LENZ. Dagegen
ist Trennung und Scheidung ein Thema mit
dem sich ganze Bibliotheken füllen
lassen.
LEBERT, Stephan
& Tanja STELZER (2002): "Zum Heiraten gehört ein gewisser
Leichtsinn".
George W. Bush, Siegfried Unseld, Adolf Hitler: Jeder
Mensch trägt das Erbe seiner Familie. Helm Stierlin ist auf
diesem Gebiet ein Meister. Er sagt: Man sollte wissen, ob
man ein Lieblingskind ist,
in: Tagesspiegel v. 15.12.
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Klappentext
"In jenen Jahren, als man mehr das Für als das Wider
der freien Liebe erörterte, als freizügige Bilder in
den Illustrierten Begehrlichkeiten weckten, als
viele junge Leute in eheähnlichen Verhältnissen
lebten, den Gang zum Standesamt aber vermieden, in
jenen Jahren publizierte die Münchner Journalistin
Ursula Lebert in der größten deutschen
Frauenzeitschrift „Brigitte“ eine Serie über junge
Menschen, die beschlossen hatten, nach alter Väter
Sitte die Ehe einzugehen. Diese Serie schlug ein,
obwohl sie dem Geschmack der Zeit zuwiderlief. Mit
fast vierzig jungen Paaren in allen Teilen der
Bundesrepublik sprach die Autorin, mit jungen Leuten
aus den verschiedenartigsten gesellschaftlichen
Schichten, und alle Gespräche kreisten um stets
wiederkehrende Fragen: Wie sieht die gute Ehe aus?
Wird jede Ehe Bestand haben? Bei den meisten
Interviewten überwogen die Sorgen. Wie wenig sie ihr
Gefühl trog, stellten wir fest, wenn wir ihre
damaligen Aussagen mit ihrem Leben heute
vergleichen. Im Jahr 2001 nämlich suchte Stephan
Lebert viele jener Leute auf, die seine Mutter
dreißig Jahre zuvor getroffen hatte, und führte mit
ihnen intensive Gespräche. Einige Ehen starteten
grandios und scheiterten eklatant, andere blieben
über Jahrzehnte lebendig.
Immer wieder reflektiert der Autor die Frage, ob es
ein Rezept für eine glückliche Partnerschaft gibt,
und ob die Ehe noch immer eine zeitgemäße Form des
Zusammenlebens ist."
Pressestimmen
"Gibt es ein Geheimrezept für die
glückliche Ehe, das sich aus diesen verschiedenen
»Lebensläufen in Sachen Liebe« herauslesen ließe?
Schön wär's, doch so eindeutig lässt sich die Frage
leider nicht beantworten. Die eher konservativen
Reschkes aus dem Märkischen Viertel, er Polizist,
sie Hausfrau, verstehen sich trotz mancher
Streiterei noch genauso gut wie vor 33 Jahren; die
offene Ehe der Koplins, in der jeder dem anderen
seine Freiheit lässt, hat ebenfalls die Jahre
überdauert, wenn auch nicht ohne Blessuren.
Dem Bergarbeiter aus Recklinghausen ist seine Rosi
weggelaufen, und das gleichberechtigte
Studentenehepaar aus der WG, das immer alles brav
ausdiskutierte, hat sich auch getrennt."
(Marion Lühe im Rheinischen Merkur
vom 05.12.2002)
"Was ist aus den Träumen und Hoffnungen
junger Menschen geworden, die sich vorgenommen
haben, es miteinander zu probieren? Einige starteten
mit großen Erwartungen und scheiterten früh und
kläglich, andere leben mittlerweile stumm
nebeneinander her, wenige bleiben über die lange
Zeit hinweg lebendig. Am glücklichsten scheinen die
Baaskes, deren Ehe vor dreiundzwanzig Jahren durch
Computervermittlung zustande kam. Die Frage, ob es
Rezepte und Therapien für eine glückliche
Partnerschaft gibt und ob die Ehe noch eine
zeitgemäße Form des Zusammenlebens ist, wird
gestellt – und erwartungsgemäß nicht beantwortet."
(Franziska Sperr in der
Süddeutschen Zeitung vom 21.12.2002)
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Rezensionen
- LÜHE, Marion (2002): Der
Liebesschwur weicht der Blessur.
Ehe. Wie lebt es sich nach 30 Jahren?,
in: Rheinischer Merkur Nr.49 v. 05.12.
- SPERR, Franziska (2002): Mut
zum Ja.
Das Eheglück, empirisch betrachtet,
in: Süddeutsche Zeitung v. 21.12.
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Das Buch in der Debatte
- BRIGITTE-Dossier:
"Lebenslange Liebe?"
Was die Zeit aus einem Paar macht.
Hanni und Joseph Gubisch aus München waren Ende zwanzig
und hatten zwei kleine Kinder, als unsere Autorin Ursula
Lebert sie 1976 für eine große BRIGITTE-Serie porträtierte.
Sind die beiden noch immer ein Paar? Und wenn ja, sind sie
glücklich? Stephan Lebert, der Sohn unserer Autorin, machte
sich auf die Spurensuche,
in: Brigitte Nr.19 v. 04.09.
- LEBERT, Ursula (2002): "Ich
hätte gern ein wenig mehr Freiheit".
München 1976. Die Gubischs haben zwei Kinder, 1800 Mark
brutto und eine 80-Quadratmeter-Wohnung - eine typisch
deutsche Durchschnittsfamilie,
in: Brigitte Nr.19 v. 04.09.
- LEBERT, Stephan (2002): "Mehr
hätte ich aus meinem Leben nicht machen können".
München 2002. Die Kinder sind längst aus dem Haus, die
Gubischs - inzwischen Großeltern - haben es zu bescheidenem
Wohlstand gebracht. Trotzdem trägt Joseph neben seiner
Arbeit noch jeden Morgen Zeitungen aus,
in: Brigitte Nr.19 v. 04.09.
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