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Susanne Leinemann: Die 89er - Eine Generation im Wartestand

 
       
     
       
   
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    Susanne Leinemann in ihrer eigenen Schreibe

     
       
    • LEINEMANN, Susanne (2000): Den Waren zum Trotz,
      in:
      Welt v. 06.03.
    • LEINEMANN, Susanne (2000): Und läuft und läuft und läuft.
      Willkommen im After-Generation-Club: Die Jugend verabschiedet den Generationenkonflikt,
      in: Welt v. 29.05.
    • LEINEMANN, Susanne (2000): Generation Wende.
      Die Generation Golf könnte langsam damit anfangen die Erinnerung an die Wende zu bergen,
      in: Welt v. 02.10.
    • LEINEMANN, Susanne (2002): Porträt einer ratlosen Generation.
      Das Lachen ist ihr vergangen. Die Generation der Dreißigjährigen, die in den neunziger Jahren zu einer nie da gewesenen Leichtigkeit des Seins gefunden zu haben schien, kommt in Bedrängnis.
      in: Welt v. 16.08.
      • Kommentar:
        LEINEMANN weiß nicht so recht, ob sie nun zur "Generation Golf", zur "Generation Berlin" oder zu den "89ern" gehört.
              
          Auf alle Fälle gehört sie jedoch der Neuen Mitte an und ihre Zielgruppe sind alle jene, die sich einer dieser Generationenetiketten zugehörig fühlen.
              
          Das generationenprägende Ereignis ist für LEINEMANN der Fall der Mauer - und somit ist sie eine 89erin.
              
          Mit Florian ILLIES wartet sie ungeduldig auf das "politisierende Ereignis", damit aus der Generation im Wartestand eine agierende Generation wird.
              
          Bereits der "Jahrgang 1902" hat auf den großen Moment gewartet, der war aber dann 1933 und wo das hinführte, das kann man nachlesen...
    • LEINEMANN, Susanne (2002): Wer sich bewegt, verliert.
      Der rot-grüne Koalitionsvertrag fördert das Gestern und das Morgen. Das Heute bekämpft er,
      in: Welt v. 18.10.
    • LEINEMANN, Susanne (2002): Mauer weg. Wieder eingeschlafen.
      Es war eine große, friedliche Revolution. Damals, im November 1989, sorgten junge Menschen dafür, dass die Grenze geöffnet wurde. Aber die Generation der inzwischen um die 30-Jährigen wird nicht mehr beachtet. Es fehlt ihr etwas Entscheidendes: eine Haltung,
      in: Frankfurter Rundschau v. 09.11.
    • LEINEMANN, Susanne (2003): Wir um Dreißig.
      Nie war eine junge Generation weiter von den Gewerkschaften entfernt als heute. Dabei hätte gerade sie es bitter nötig: die meisten sind inzwischen überqualifiziert und immer noch arbeitslos. Ein Bericht aus der Zwischenzeit,
      in: Ver.di Publik Nr. 7-8, Juli/August
      • Inhalt:
        Susanne LEINEMANN plaudert über die Mentalität der Generation Golf in der Jobkrise:

              
           "Wer irgend kann, der mauschelt sich in diesen Tagen durch und versucht seinen beruflichen Lebenslauf so lückenlos wie möglich weiterzuführen - und sei es auf dem Papier. Hier ein Praktikum, dort ein Werkvertrag oder eine Pauschale. Umschulen, dazulernen, weiterbilden. Hunderte Kilometer in eine andere Stadt zurücklegen, von Ost nach West umsiedeln, um ein Angebot anzunehmen. Mals ins Ausland gehen. Schwanger werden. Selbständigkeit wagen. Zur Not Jobs annehmen, die kurzzeitig Geld bringen. Gelebt wird auch von Abfindungen, Erbteilen, Erspartem, Elternunterstützung. Als gelte es nur eine kurze Durststrecke hinter sich zu bringen."
    • LEINEMANN, Susanne (2004): Ich fühle mich alleingelassen,
      in:
      Emma, Nr.3, Mai/Juni
      • Kommentar:
        LEINEMANN reagiert auf den EMMA-Artikel von Susie REINHARDT, die u.a. angesichts der Probleme von berufstätigen Müttern für bewusste Kinderlosigkeit plädiert. LEINEMANN erwidert darauf mit dem Pathos der spätgebärenden Mutter:

              
          "Meine eigene Tochter war das erste Neugeborene, das ich jemals real sah und hautnah spürte. Warum sollte ich mir diese Erfahrung abschneiden? Nur um meinen Status als emanzipierte Frau um jeden Preis zu halten? Da versuche ich lieber, gegen die »herrschenden Umstände« anzuleben."
    • LEINEMANN, Susanne (2010): Alles Liebe - und sehr viel Arbeit.
      Wir treten vor den Altar, um Sicherheit zu haben. Nicht materielle, sondern emotionale. Ein Lob der Ehe,

      in:
      Welt am Sonntag v. 04.04.
    • LEINEMANN, Susanne (2010): Elterngeld abschaffen!
      Ein Wunschprogramm für Väter können wir uns nicht leisten,
      in: Welt v. 28.06.
    Neu:
    ZEITmagazin-Titelgeschichte: Hier wurde am 29. April eine Frau überfallen und fast erschlagen.
     
           
       

    Interviews von Susanne Leinemann

     
         
           
       

    Der Liebespakt (2010)
    München: Diana Verlag

     
       
     
     

    Klappentext

    "Ein Ehepaar. Eine Geliebte. Und eine Abmachung, die es in sich hat ...

    Ein Mann, der eine andere liebt. Eine Frau, die dafür Schweigegeld erhält. Ein Paar, das die Bedeutung der Liebe erst lernen muss. Entlarvend, amüsant und mit großen Gefühlen schmiedet Susanne Leinemann einen Liebespakt zwischen Mann und Frau, der es in sich hat.

    Vier Jahre Ehe — und das soll alles gewesen sein? Auch wenn Toni ihren Job und ihre Unabhängigkeit manchmal mehr zu lieben glaubte als ihren Mann, fällt sie aus allen Wolken, als Georg ihr kaltherzig ein Angebot zum Ehe-Aus unterbreitet: Für eine halbe Million Euro soll sie stillschweigend akzeptieren, dass er eine Geliebte hat, und so lange die glückliche Ehefrau spielen, bis er in vier Monaten zum Vorstandsvorsitzenden gewählt wird. Toni willigt ein. Bis sie merkt, dass Geld allein tatsächlich nicht glücklich macht. Sie liebt Georg — trotz allem. Und zieht alle Register, um ihn daran zu erinnern ...

    Vier Monate im Leben einer Frau, die auf sehr ungewöhnliche Weise um ihre Ehe kämpft."

     
     
     
           
         
           
       

    Warteschleife (2007)
    München: Diana Verlag

     
       
     
     

    Klappentext

    "Von Affären, Heiratsanträgen und anderen Kleinigkeiten

    Nina fällt es wie Schuppen von den Augen: Auch diese Affäre, die gleich beginnt, wird enden wie alle zuvor. In einer Sackgasse. Mit 35 wird das Wort Torschlusspanik zu einer echten Bedrohung, doch was tun? Ninas amerikanische Freundin weiß Abhilfe: Um einen funkelnden 1-Karäter an den Finger zu bekommen, gilt es, bestimmte Regeln einzuhalten. Der Erfolg gibt ihr recht – trotz herber Rückschläge beim Dating-Marathon ist Nina bald in festen Händen. Zweifel, ob der Auserwählte der Richtige ist, übertönt sie mit pompösen Hochzeitsvorbereitungen.

    Da taucht am Vorabend der Feier ein Gast auf, der Nina irgendwie bekannt vorkommt. Und plötzlich hat sie wieder Schmetterlinge im Bauch …"

     
     
     
           
       
    • Rezensionen

      • fehlen noch
     
           
       

    Aufgewacht. Mauer weg (2002)
    Stuttgart:
    Deutsche Verlagsanstalt

     
       
     
     

    Klappentext

    "Wer hat 1989 in Leipzig demonstriert? Wer hat auf der Mauer getanzt? Schon vergessen? Eine, die dabei war, erinnert sich und erzählt Geschichten, die den Blick auf die Verwirrung öffnen, in die der Mauerfall die Deutschen gestürzt hat.
    9. November 1989: Die Mauer ist weg, und keiner findet den richtigen Ton. Er hätte ja nach »Nation« klingen können. Da trafen sich die Deutschen aus Ost und West und meinten, voneinander alles schon zu wissen. Schade, denn sie wußten so wenig - von der Lust auf Neues im Westen nach den Jahren des Stillstandes; von Lust auf Leben im Osten nach den Jahren der Lähmung. Wer in den 80ern als junger Mensch Freunde in der DDR besuchte, fuhr hinter den Mond. Und mußte sich fast dafür schämen, so erinnert sich Susanne Leinemann. Und dann - 1989 - war plötzlich alles anders, alles möglich. Man wurde aufgeweckt, feierte unschuldig, verlegen - und sie gelang nicht recht, die Einheit, auch nach über zehn Jahren nicht. Warum nicht? Unter dem Schutt ideologischer Vor- und Nachhutgefechte der 80er und 90er Jahre findet Susanne Leinemann einen Teil unserer Geschichte, dem keine Chance gegeben wurde: Dem Glück der Deutschen in ihrer neuen Nation. Sie schreibt ein Buch, das die deutsche Einheit denen zurückgibt, die sie möglich gemacht haben."

     
     
     
           
       
    • Rezensionen

      • GASCHKE, Susanne (2002): Die verpasste Revolution.
        Kein Ausland, erst recht kein Inland: Susanne Leinemanns unkonventioneller Blick auf die entschwundene DDR,
        in: Die ZEIT Nr.43 v. 17.10.
        • Inhalt:
          Susanne GASCHKE lobt das Buch "Aufgewacht. Mauer weg" ihrer Generationsgenossin Susanne LEINEMANN.
      • RULFF, Dieter (2002): In der elendigen Ironiefalle.
        Im historischen Moment der Vereinigung wollten die "89er" weniger einen politischen Traum verwirklichen als vielmehr ihr privates Glück. Nun versucht Susanne Leinemann, diese Generation abseits aller Klischees zu beschreiben und zu verteidigen,
        in: TAZ v. 26.11
        • Inhalt:
          RULFF geht zuerst auf die Erfindung der 89er durch das Neue-Mitte-Feuilleton ein, die ihren zeitgeistigen Nachhall im Buch "Die 89er" von Claus LEGGEWIE gefunden hat.

                
            Die "89er" waren ein Zahlenspiel, das bereits seinen Antagonismus in sich trug: 1968.
          RULFF charakterisiert diesen Abgrenzungsversuch folgendermaßen:

                
            "Nationalistisch statt internationalistisch, partikular statt universal, freiheitlich statt egalitär, rechts statt links".
                
            Dieser Feuilleton-Geburt der "89er" stellt er nun Susanne LEINEMANNs Buch "Mauer weg. Aufgewacht" als authentisches Dokument gegenüber. Seine Behauptung:
                
            "Es hat sie gegeben. Doch sie war anders, als es sich die Denker von damals erdachten. Die wirklichen 89er wurden nicht wahrgenommen, weil sie beharrlich schwiegen".
                
            Den Anspruch des Buchs beurteilt er zuerst überschwenglich:
                
            "»Aufgewacht. Mauer weg« ist der Appell, den immer währenden Tanz auf der Mauer zu beenden, bevor er zu Nostalgie gerinnt - und stattdessen die Verhältnisse ein wenig zum Tanzen zu bringen."
                
            Später wird eher der defensive Charakter dieses Re-Modeling der "89er" deutlich:
                
            "Mit der bedrohlichen Möglichkeit konfrontiert, in den Zeitläufen vergessen zu werden, gräbt Leinemann nach einer Identität, die sich über mehr definiert, als In-Klamotten und Szeneclubs."
                
            Zum Abschluss präsentiert RULFF noch den Hoffnungsträger jener, die eine Repolitisierung des Lebens herbeisehnen:
                
            "Aus ihrer Ironiefalle konnte sich diese Generation bislang nicht befreien. Dass danach jedoch ein virulentes Bedürfnis besteht, dafür spricht das Interesse, das dem jungen amerikanischen Autor Jedediah Purdy derzeit zuteil wird. Er hat ein heftiges Plädoyer verfasst, »Das Elend der Ironie« zu überwinden - durch Rückbesinnung auf grundlegende Werte des guten Lebens und vor allem durch die Restaurierung der Öffentlichkeit als Ort des Disputs über die allgemeinen Belange. Beides bedeutet allerdings, eine Haltung einzunehmen und sich auch den Sachaspekten der Gesellschaft zu widmen."
      • BISKY, Jens (2003): Party in den Ruinen des kalten Krieges.
        Jammerossi und Westzicke: Susanne Leinemann schließt die Kinderzimmertür fest zu,
        in: Süddeutsche Zeitung v. 27.01.
        • Kommentar:
          Jens BISKY protegiert das "sympathische", aber bislang erfolglose Unternehmen von Susanne LEINEMANN, die mit "Aufgewacht. Mauer weg" nach Meinung von BISKY ein "Anti-Illies"-Buch geschrieben hat.

                
           Der "Selbstgerechtigkeit wie Nostalgie", die er bei den erfolgreichen ostdeutschen Jana HENSEL, Jakob HEIN usw. vorfindet, stellt er den berechtigten Hass auf die DDR und die gleichzeitige Liebe zur ostdeutschen "proletarischen Kultur" als vernünftigen Gefühlsmix gegenüber.
     
       
    • Das Buch in der Debatte

      • LEHNARTZ, Sascha (2002): Aufgewacht - Wähler weg.
        Nach der Wahl rätseln die Verlierer, warum junge Menschen in den Städten sie nicht wählen. Susanne Leinemanns Buch könnte da weiterhelfen,
        in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 06.10.
        • Kommentar:
          Großer Katzenjammer im alten bürgerlichen Lager und vor allem beim Poptheoretiker LEHNARTZ!

                
            Damit in 4 Jahren nicht das Gleiche passiert, propagiert LEHNARTZ das Buch "Aufgewacht - Mauer weg" von Susanne LEINEMANN. Die Angehörige der Generation Golf beschreibt die Motivationslage ihrer "Skeptischen Generation" und fordert von ihren Generationsgenossen die Umkehr. Als Erweckungserlebnis gilt ihr der Fall der Berliner Mauer. Jetzt muss es nur noch jemand ins Bewußtsein ihrer Generation hämmern. LEHNARTZ unterstüzt sie dabei.
                
            Das Problem ist nur, dass der Wahldebakelforscher LEHNARTZ seine Zielgruppe zwar als "jung" und "städtisch" definiert:
                
            "Mit 'junge Menschen' sind alle unter 44 Jahren und mit 'großen Städten' alle Metropolen gemein, die mindestens so groß wie Kaiserslautern sind", 
                
            übersetzt LEHNARTZ das Jägerlatein der Profis,
          - Ansprechen möchte er jedoch nur die YUPPIES. Diese Gruppe ist zwar in den Neue Mitte-Medien sehr präsent, aber bevölkerungsstatistisch ist sie IRRELEVANT!

                
            Und noch schlimer: Sie schrumpft, weil sie derzeit ausgemustert wird. Einige werden auf immer zu den Überflüssigen der Erwerbsarbeitsgesellschaft zählen. Andere wird man in den Reihen des "neuen Dienstleistungsproletariats" (Paul NOLTE) wieder finden. Was übrig bleibt, damit beschäftigt sich der Poptheoretiker.
                
            LEHNARTZ erzählt die Popmythen vom situationistischen Wechselwähler.
          Tatsächlich sind Wähler viel weniger durch momentane Stimmungen zu beeinflussen. Die Meinungsforschungsinstitute sind keine neutralen Beobachter, sondern Teil des Politik-Medien-Verbundes. Ihre Ergebnisse sind deshalb wenig aussagekräftig.

                
            Und LEHNARTZ glaubt offenbar selbst nicht an seine These, denn er geht von einem milieuspezifischen "Hang zu Romantizismen in gesellschaftspolitischen Fragen" aus.
                
            Vaterlandsinteressen statt Coolness,
          vor diese Alternativen stellt LEHNARTZ die Leser. Sein Feindbild ist der "Wohlfühl-Wähler" der Spaßgesellschaft, der die Bürgerlichen aufgrund ihres "Coolness-Defizits" nicht gewählt hat. Wie Jedediah PURDY verkündet er das "Elend der Ironie" und preist den "unternehmerischen Einzelnen" (Heinz BUDE).

                
            Ärgerlich nur für LEHNARTZ, dass Rot-Grün eine Sprache gefunden hat, die "nichts sagt, aber seltener nervt und gelegentlich das Gefühl trifft". Friedrich MERZ (kennt den noch jemand?) spricht er dagegen den Sex-Appeal eines vormaligen Straßenkämpfers ab:
                
            "Es nützt nichts, als Halbstarker in Brilon mit einem fast geklauten Mofa um die Pommesbude herumzubrausen, wenn man zum Zeitpunkt der Tat bereits Mitglied der Jungen Union war".
                
            Schluss mit Typen wie "Herr Lehmann" (Sven REGENER) fordert LEHNARTZ, stattdessen propagiert er das Motto "Grow up - get real" von Susanne LEINEMANN. Die Haltung schreibt er im Stil der Popliteraten nicht vor, aber der Artikel hat klargemacht, was er erwartet.
                
            Der Titel ist falsch gewählt. Nicht "Aufgewacht - Wähler weg" droht in Zukunft, sondern: Aufgewacht - Neue Mitte weg!
     
       

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    Bernd Kittlaus
    webmaster@single-generation.de Erstellt: 19. August 2002
    Update: 02. Dezember 2010