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Tanja Dückers: multilokales Wohnen

 
       
     
       
   
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    Tanja Dückers in ihrer eigenen Schreibe

     
       
    • DÜCKERS, Tanja (2001): Die "Utopia" sinkt.
      Vor den Kameras von CNN rücken die USA nach den Anschlägen zusammen. Backstage sieht es anders aus,
      in: Jungle World Nr.52/01 v. 19.12.
    • DÜCKERS, Tanja (2004): Abschied vom Aktionismus.
      Die Literatur ist politischer als ihr Ruf,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 24.03.
      • Inhalt:
        Tanja DÜCKERS sieht im "Verlust von Eindeutigkeiten" einen Grund für den Mangel an politischer Entscheidungsfreude im Sinne einer engagierten Literatur, wie sie die 60er Jahre hervorbrachte:

              
           "Die Bipolarität des Kalten Krieges wurde durch eine neue Unübersichtlichkeit ersetzt."
              
           Im zweiten Anlauf wird DÜCKERS noch konkreter:
              
           "Nicht die Ignoranz, sondern die Literarisierung des Politischen lässt sich konstatieren. Und daraus folgend: Die Verarbeitung des Politischen in der Literatur hat seit den Sechziger Jahren eine solch grundlegende Veränderung erfahren, dass politische Inhalte oft gar nicht mehr als solche wahrgenommen werden! (...). Anstatt zu provozieren, wird erinnert."
    • DÜCKERS, Tanja (2002): Stil und Styling.
      Der Literaturbetrieb fördert und fordert den narzisstischen Autor. Was passiert mit all den Jungschriftstellern, wenn das Young-and-Pretty-Image bröckelt?,
      in: Jungle World Nr.12 v. 13.03.
    • DÜCKERS, Tanja & Anton LANDGRAF (2004): Halbe Miete, doppelter Spaß.
      In der Krise wirken Liebe und Zweisamkeit Wunder. Pärchen arbeiten weniger, haben mehr Sex und leben länger,
      in: Jungle World Nr.32 v. 28.07.
    • DÜCKERS, Tanja (2005): Neue Bilder alter Prägung.
      Ein Pokal im Leiden ist nicht zu gewinnen: Wie junge Generationen auf den 8. Mai reagieren,
      in: Welt v. 07.05.
      • Kommentar:
        Für Tanja DÜCKERS steht der Zeitgeist mittlerweile rechts von der Mitte:

              
          "Mit der Verabschiedung des Ideenguts der 68er fand gerade für die Jüngeren und die ganz Jungen ein Paradigmenwechsel statt. Während die Älteren sich oftmals aus ganz persönlichen Gründen von einem zeitgeistverhafteten Habitus der 68er lossagen wollten, war die Wirkung dieses tiefgreifenden Werte-Wechsels auf Teile der jüngeren Generation nicht ganz absehbar gewesen. Die ganz Jungen in Deutschland haben nämlich nun auf eine frappierende Weise ein »unverkrampftes« Bild von Deutschland, das sowohl den in der gesellschaftlichen Mitte angelangten Ex-68ern entgegenkommt als auch zunehmend affin zu den Ideologien der Neuen Rechten ist."
              
          Der Angriff auf den Habitus der 68er kam für DÜCKERS in erster Linie mitten aus der Ex-Linken und 68er-Generation.
              
          Ihre Generation beschuldigt DÜCKERS, dass sie keine eigenständige gesellschaftliche Vision hervorgebracht und somit dem neuen Zeitgeist Vorschub geleistet habe:
              
          "Schuld an der neuen politischen Unbedarftheit der ganz Jungen, die in manchen Regionen bei den Wahlen eher für die Rechtsextremen als für eine gemäßigt-bürgerliche Partei wie die Grünen stimmen, haben natürlich auch die 30- bis 45jährigen selber - die Teilhaber der politischen »Sandwich-Generation«, die keine eigene gesellschaftspolitische Vision hervorgebracht hat außer »Friede, Freude, Eierkuchen«, dem Love Parade-Motto von Dr. Motte.
              
          Was diese Generation gesellschaftspolitisch statuiert und hinterlassen hat, ist eine Art grelles Biedermeier: Ein Biedermeier, das selbstverständlich keine Schwulen, Lesben, Polygamen etc. ausgrenzt, also kein sexuelles Biedermeier wie in den fünfziger Jahren, auch kein ethnisches, das Ausländerfeindlichkeit propagiert, aber dennoch - bei allen lärmenden, bunten und hedonistisch-experimentellen Aspekten - eines des enorm verengten Blickfeldes: Privatismus und Stagnation.
              
          Diese an sich harmlose Generation hat das Individuell-Verschiedene, Schlaglichtartige in Abgrenzung zum penetranten Wir-Gefühl der Älteren geradezu zum neuen Kult erhoben und politische, also die Allgemeinheit betreffende Fragen so unbeantwortet gelassen. Dadurch hat sich hier ein Vakuum für die noch Jüngeren, denen aber zunehmend der ethisch-moralische Background der 68er-geschulten pc-Partygänger der Achtziger und Neunziger fehlt, aufgetan."
    • Neu:
      DÜCKERS, Tanja (2005): Die Kinderliebe in Zeiten von "24/7".
      Moderne Arbeitsverhältnisse fördern keine Tugend,
      in: Frankfurter Rundschau v. 17.09.
      • Inhalt:
        Tanja DÜCKERS kritisiert die wertkonservativen Vorstellungen von Udo Di FABIO ("Die Kultur der Freiheit"). Für DÜCKERS sind junge Kinderlose potentielle Eltern, die mit paradoxen Anforderungen konfrontiert sind:

                  
        "Prekäre Arbeitsverhältnisse betreffen nun genau diejenigen, von denen eigentlich »erwartet« wird, daß sie Nachwuchs zeugen. Während früher Akademiker mit 30 in Lohn und Brot standen und mit 40 ein eigenes Haus beziehen konnten, warten Uni-Dozenten jetzt oft noch bis weit übers 50. Lebensjahr hinaus auf einen geregelten Arbeitsvertrag. Wer dann endlich fest im Sattel sitzt, ist aus dem Alter heraus, in dem er - in Verantwortung für Kinder - ein verläßliches Einkommen und eine gewisse Vorhersehbarkeit der beruflichen Situation vonnöten hätte. Doch bei di Fabio - er selbst nicht gerade von prekären Arbeitsverhältnissen betroffen - scheint die Zunahme von Patchworkfamilien, Kinderlosigkeit und so etwas wie »mangelndem Gemeinsinn« lediglich auf eine korrigierbedürftige »Haltung« zurückzuführen zu sein. Als gäbe es zum Beispiel keine ungewollte Kinderlosigkeit (...)."
     
           
       

    Tanja Dückers: Gespräche und Porträts

     
       
    • SORRENTO, Aureliana (2001): Lauter Liebeshäscher, die nach Nähe grapschen.
      Stadtgestalten: Die Berliner Erzählerin Tanja Dückers,
      in: Berliner Zeitung v. 15.12.
    • HABERL, Tobias (2003): Meine Version ist die richtige.
      Tanja Dückers hat ein Buch zum selben Thema geschrieben wie Günter Grass,
      in: Berliner Zeitung v. 22.03.
     
           
       

    Luftpost (2001)
    Gedichte Berlin - Barcelona
    Köln: Tropen Verlag

     
       
     
     

    Klappentext

    "Orte in Dückers Heimatstadt Berlin werden zum Gegenstand der poetischen Betrachtung: die eigene Wohnung mit dem Arbeitsplatz am Rechner und dem morgendlichen Straßenlärm, kranke Großstadttypen in der U-Bahn, Unentschlossenheit im Supermarkt, die neue (inszenierte) Mitte. Die Beobachtung der Umwelt und persönliche Empfindungen vermengen sich zu einem Gesamtbild aus Großstadttristesse, schnellen Liebesabenteuern und Szenebeschreibungen. Barcelona und Katalonien sind Schauplätze des zweiten Teils. Es geht um mediterranes Sich-Treibenlassen, um flüchtige Kontakte, Sommernächte im Zelt und heiße Tage am Meer. Fieberhaft saugt Tanja Dückers Eindrücke von Neuem und Fremdem auf, ihre Verse zeugen vom intensiven Erleben des Augenblicks und der Sehnsucht nach Freiheit. Tanja Dückers literarische Streifzüge führen abschließend in unterschiedliche, manchmal abgelegene Gegenden der Welt. Tokyoter Schaufenster, einsame finnische Wälder, Zugfahrten in Asien oder in namenlosen Flughäfen eingefangene Atmosphäre liefern Mosaikstücke, die sich, vermengt mit Erinnerungssplittern an Freunde, Geliebte oder Reisebekanntschaften, zu den Gedichten des letzen Teils zusammenfügen."

     
     
     
           
         
       

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    © 2002-2007
    Bernd Kittlaus
    Bernds@single-dasein.de Erstellt: 25. Dezember 2001
    Update: 07. Dezember 2007
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