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Thomas Steinfeld: Pop für die Normalfamilie der neuen Mitte

 
       
     
       
     
       
   

Thomas Steinfeld in seiner eigenen Schreibe

 
   

STEINFELD, Thomas (1999): Man muss auf allen Fronten angreifen,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 12.10.

Eine Lobeshymne auf Michel Houellebecqs Roman "Elementarteilchen"

STEINFELD, Thomas (2000): Der flatternde Reiter.
Eine Heimkehr: Peter Schneider zum sechzigsten Geburtstag,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 20.04.

STEINFELD, Thomas (2000): Der Reiter auf der Stahlgitarre.
Da leuchtete die Skala in Hüfthöhe: Peter Handke und die lange Suche nach der verlorenen Jukebox,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 02.09.

STEINFELD, Thomas (2001): Alles Susi.
"Der Lebenslauf der Liebe": Martin Walser besteigt die Zugspitze des Mittelmaßes,
in: Süddeutsche Zeitung v. 20.07.

Eine Rezension zu Martin Walser: Die Flakhelfer-Generation und die Liebe in den Dienstleistungsmetropolen

STEINFELD, Thomas (2001): Aber dann, aber dann: Kreuzberger Hosenträger sind lang.
Der Einzug des guten Onkels in die neueste deutsche Literatur: Sven Regener kehrt bei Herrn Lehmann, dem Zapfer, ein und spendiert ihm einen Roman und zwanzig Biere
in: Süddeutsche Zeitung v. 17.08.

Sven Regener - Single in Berlin-Kreuzberg vor dem Fall der Mauer

STEINFELD, Thomas (2001): Gib mir einen Namen, Amerika.
Erst hat die Kritik Salman Rushdies neuen Roman vernichtet, dann das Attentat: Ein Buch, das man nicht mehr lesen mag,
in: Süddeutsche Zeitung v. 14.09.

  • Wenn man STEINFELD glauben darf, dann hat sich Salman RUSHDIE sein New York-Bild für den Roman "Fury" (zu deutsch: Wut) u. a. anhand der Yuppie-Serie "Sex and the City" zusammengesetzt.

STEINFELD, Thomas (2001): Schatten.
Die Frankfurter Buchmesse und der Krieg,
in: Süddeutsche Zeitung v. 10.10.

STEINFELD, Thomas (2001): Die Schere ist das Prinzip der Verwirrung.
Warum Haruki Murakami seine Deutschlandreise abgesagt hat: Ein Brief und ein Buch über die Welt im Untergrund,
in: Süddeutsche Zeitung v. 17.10.

Infos zu: Haruki Murakami - Autor der Single-Generation

STEINFELD, Thomas (2001): Gumborama.
Auch Joachim Bessing verschärft die Frage nach dem Stil,
in: Süddeutsche Zeitung v. 08.11.

Infos zu: Joachim Bessing - Autor der Generation Golf

STEINFELD, Thomas (2002): Im Großraumbüro der deutschen Literatur.
Über die Unfähigkeit zum Vatermord und die Kunst, mit bescheidenen Talenten auskömmlich zu leben: Eine Bestandsaufnahme,
in: Süddeutsche Zeitung v. 20.03.

STEINFELD, Thomas (2002): Die Meute der Deuter.
Der doppelte Skandal um Martin Walsers Manuskript,
in: Süddeutsche Zeitung v. 04.06.

  • STEINFELD verteidigt Martin WALSERs Tod eines Kritikers gegen den Modernisierer Frank SCHIRRMACHER.

STEINFELD, Thomas (2002): So grausam ist dieses Gesicht.
Und doch wie weich! - Heute erscheint Jonathan Franzens großer Roman "Die Korrekturen",
in: Süddeutsche Zeitung v. 24.06.

  • Der Gegenmodernisierer STEINFELD, der auch Autoren wie Michel HOUELLEBECQ verehrt, jubelt über FRANZENs Roman  Die Korrekturen, der die Korrekturen der Kinder korrigiert und damit alles beim Alten lässt:

    "am Ende gibt es, in einer radikalen Abwendung von der Tradition des Familienromans, keine Abrechnung, sondern ein zartes, schwaches, den ultimativen Verfall mit stoischer Weisheit hinnehmendes Vergeben und Verzeihen".

    Amen.

STEINFELD, Thomas (2003): Epoche: Neuer Luftgitarrismus.
Weine! Lass es raus! Das Melodram ist von der Literatur zur Oper zum Film zur Popmusik und wieder zurück zur Literatur gewandet. Über die Rückkehr des Epischen und das Schmelzen der getrösteten Frösche, 
in: Süddeutsche Zeitung v. 25.01.

  • Thomas STEINFELD betätigt sich einmal weniger als Literaturkritiker und einmal mehr als Imagedesigner. Sein Lieblingsobjekt ist Michel HOUELLEBECQ,
    den er zwar für einen schlechten Autor hält, an dessen Image er jedoch desto mehr feilt. Nicht das Werk, sondern der Autor steht deshalb im Mittelpunkt des Interesses:
             die melodramatische Kunstform ist wie geschaffen für

    "Untergeher, für Leute, die ungeschickt, aber doch gerade heftig genug strampeln, um nicht ganz im Sumpf des Lebens zu versinken, für schöne, traurige Seelen, die nur noch mit gebrochener Stimme von ihren Hoffnungen erzählen können, für Frösche, denen schmerzhaft deutlich ist, dass keiner mehr kommen wird, um sie zu küssen – und die sich im vollen Bewusstsein ihrer Unansehnlichkeit auf eine Bühne setzen. Merkwürdig genug, wird diese Spannung zwischen Dasein und Ideal nicht nur als etwas Dramatisches und Anrührendes, sondern sogar als etwas Schönes und Edles wahrgenommen. Diese Spannung begründet das Melodram in seiner zeitgemäßen Form."

STEINFELD, Thomas (2003): Sennestadt.
Deutsche Landschaften (13). Pepitahut mit Anspruch auf Besonnung.
Ein mildes Licht liegt heute auf der Stadt: Auf dem ostwestfälischen Sand wurde vor fünfzig Jahren ein Gemeinwesen für die ganze Familie errichtet. Eine Erinnerung an eine soziale Utopie,
in: Süddeutsche Zeitung v. 12.04.

STEINFELD, Thomas (2003): Damenwahl.
Zwei Drittel aller Leser sind heute Leserinnen. Die Frauen haben viel nachzuholen. Und die Männer viel zu verlieren,
in: Süddeutsche Zeitung v. 27.09.

Thomas STEINFELD schreibt:

"Die Statistik sagt vorläufig nur dieses: In einer Wohnung ohne Bücher lebt meistens ein allein stehender Mann."

Falls dies stimmen sollte, dann liegt das sicher nicht an single-generation.de, denn hier werden jene Bücher vorgestellt, die auch alleinstehende Männer interessieren müssten.

STEINFELD, Thomas (2003): Kinder der Nacht.
Das Reformdrama hat ein Vorbild: Adalbert Stifters "Bergkristall",
in: Süddeutsche Zeitung v. 16.12.

STEINFELD, Thomas (2004): Das Wieselwort.
Einspruch gegen die Unsitte des Wir-Sagens,
in: Süddeutsche Zeitung v. 12.01.

  • Es gibt viele gute Gründe, der Generationenrhetorik zu misstrauen, der Image-Designer STEINFELD kennt jedoch nur schlechte Gründe. Heutzutage gilt es dem falschen WIR der Statistik etwas entgegenzusetzen. Jürgen LINK nennt die moderne Methode, ein statistisches Wir zu etablieren, Normalismus. Dagegen polemisiert STEINFELD gegen ein anderes Wir:

    "Die Wir-Sager haben sich die Dinge, von denen sie klagend schwärmen, redlich verdient, vom widerlich klebrigen Brotaufstrich über den Ziegenbart bis zu Arbeitslosigkeit und Altersarmut. Denn Wir-Sager sind Opportunisten. Sie sind Fanatiker des Mitmachens, Apologeten des Dabeiseins, Angehörige einer obskuren Stammeskultur, begeisterte Untertanen."

    Im Gegensatz zum modernen Normalismus, der die Interessen mittels Statistik verobjektiviert, handelt es sich hier um die lebensweltlichen Reaktionen jener, die dem aufoktroyierten IHR ein eigensinniges WIR entgegensetzen. Das Wir ist dann lediglich ein Angebot, das erst bei Nachfrage überhaupt wirkungsmächtig werden kann. STEINFELD greift deshalb zu kurz, wenn er "Wir-Sager" mit jenen gleichsetzt, die an die Macht der Generationen glauben.  Wenn STEINFELD dieses Genre der Generationenerzählungen mit Florian ILLIES ("Pionier des selbstironischen Veteranentums") beginnen lässt, dann ist dies nichts anderes als ein eigener generationeller Abgrenzungsversuch. STEINFELD positioniert sich als Angehöriger der Single-Generation und der individualisierten Gesellschaft gegen "falsche Kollektive":

    "Im Englischen gibt es eine Metapher für das moderne »Wir« und alle anderen scheinbar freundlichen Bezeichnungen für falsche Kollektive. Man nennt sie »weasel words«, nach einer Formulierung von Shakespeare in »Wie es Euch gefällt« (II, 5). Denn sie sind zutraulich, vereinnahmend und sentimental wie die süßen kleinen Pelztiere – und wie diese sind sie Räuber. Wiesel, so heißt es, könnten ein Ei ausschlürfen, ohne die Schale zu verletzen",

    doziert STEINFELD. Für einen Image-Designer, der sich dem Image einer konkreten Person verschreibt, mag es eine Bedrohung darstellen, wenn andere am Image ganzer Personengruppen arbeiten. Letzteres ist effizienter...

STEINFELD, Thomas (2004): Skandal.
Alle zwei Wochen neu: Das obszöne Buch und sein Verlag,
in: Süddeutsche Zeitung v. 04.02.

  • "Seit fast zwei Jahren, seit der Auseinandersetzung um Martin Walsers kleinen Roman »Tod eines Kritikers«, gehört der Skandal zur Normalität des Verlagswesens wie der Literaturkritik", leitet der Imagedesigner Thomas STEINFELD, eine Vorverurteilung von Thor Kunkel ein.
          
       Offenbar in Unkenntnis des Textes nennt er KUNKEL einen "manischen Spekulanten auf den Zeitgeist":
          
       "Das moderne Trüffelschwein forscht die Skandalpotentiale der Gesellschaft mit großer Sorgfalt und Beflissenheit aus, es drängt mit Macht in jeden dunklen Winkel, und was dabei herauskommt, verhalten noch bei Maxim Biller, deutlicher schon bei Alban Nikolai Herbst, in brutaler Aufdringlichkeit bei Thor Kunkel, gehorcht vor allem dem Diktat des Widerlichen und des Spektakulären."

STEINFELD, Thomas (2004): Knieübung.
Stilsicher: Die Bayerische Akademie und der Prinz,
in: Süddeutsche Zeitung v. 21.02.

  • Weil sich nicht jeder an LUHMANNs "Gesetze" hält, schon gar nicht die neuen Reaktionäre, echauffiert sich STEINFELD:

    "Die Akademie hat den Rahmen der Literatur, das ästhetische Spiel mit reaktionärem Gedankengut, das durchaus erlaubt und manchmal notwendig ist, gesprengt und will die Gesellschaft verändern. Distanzlos schwärmt sie von einem König der Könige, träumt sie von glücklichen Untertanen und dem strengen Zeremoniell gerechter Herrscher."

    Katharina RUTSCHKY hat den reaktionären Gehalt des Buches als einzige angeprangert, das Zeitgeistfeuilleton dankte es ihr nicht. Jetzt nachträglich zu jammern, das ist scheinheilig!

STEINFELD, Thomas (2005): Die Taschenpropheten.
Laqueur & Co.: Wider die demographische Apokalypse,
in: Süddeutsche Zeitung v. 10.08.

  • Im Jahr 2002 hat die SZ die demographische Zeitenwende eingeleitet. Davon will Thomas STEINFELD nichts wissen. Anlässlich des Artikels Europa im 21. Jahrhundert von Walter LAQUEUR beklagt er die "Pedanten der Vorhersehbarkeit":

    "Es ist, also ob es von heute an keine Geschichte mehr gäbe, als ob die kommende Zeit nichts anderes sein könnte als die Eskalation des Immergleichen.
              Alle Apokalyptiker der Demographie reden so, alle von kommendem Unheil beseelten Theoretiker der alternden Gesellschaft, der Vergreisung, der Überfremdung. Sie alle tun so, als gäbe es keinen Unterschied zwischen Gegenwart und Ewigkeit."

    Von Horst KÖHLER bis Joschka FISCHER beobachtet er einen Mangel an Phantasie. STEINFELD beklagt jedoch nicht etwa das Malen von Horrorszenarien an sich, sondern den ihnen innewohnenden "Idealismus mit umgekehrten Vorzeichen. STEINFELD malt dafür andere Schreckensszenarien:

    "Dabei könnte man, wenn man sich wirklich selbst erschrecken wollte, an ganz andere Ereignisse denken: an eine echte Weltwährungs- und Wirtschaftskrise etwa, ausgelöst durch China, an einen radikalen Populismus zum Beispiel, der in Europa zum ersten Mal die Sprachgrenzen der Nationalstaaten überspringt, an umstürzende Auswirkungen der neuen Technologien auf die mentale Verfassung der nachwachsenden Generationen, gerade der so genannten zukünftigen Eliten - das Feld ist weit, der Vorstellungskraft keine Grenzen gesetzt, aber unseren Apokalyptikern fällt immer nur das Naheliegende ein."

STEINFELD, Thomas (2005): Der Narr verlässt die Kampfzone.
Am Ende: Michel Houellebecq und sein Roman "Die Möglichkeit einer Insel",
in: Süddeutsche Zeitung v. 24.08.

  • HOUELLEBECQs deutscher Imagedesigner, Thomas STEINFELD, erklärt uns zuerst, dass zur Authentizität des Clowns das Scheitern gehört, und dann verhilft er ihm zum Scheitern:

    "Die große Schwäche dieses Romans: er ist ein Lamento, ein einziges großes Dokument der Wehleidigkeit (...). Diesem Lamento ist der wüste Zorn gewichen, der Michel Houellebecqs frühe Romane auszeichnete, der Wille zum Skandal, der wütende Aufstand gegen die Normalität, das Korrekte und den radikalen Individualismus, der in der sexuellen Freizügigkeit den letzten Rest individueller Würde der freien Marktwirtschaft überantwortete.
              Rückblickend betrachtet, ist diese verzweifelte Wut Stück für Stück, Buch für Buch aus dem Werk von Michel Houellebecq verschwunden (...). Das Aufbegehren gegen eine gigantische, so politische wie soziale Zumutung ist fort, und damit die Dringlichkeit, das Fahrige, Disparate und doch unglaublich Insistierende, das (...) Ausdruck einer Gemeinsamkeit war zwischen dem, was er als Schicksal empfand, und dem, was diese Gesellschaft als ihr Los erkannte."

    Selbstreferenziell, fasst STEINFELD nochmals das Dilemma zusammen:

    "An die Stelle des Aufbegehrens ist in »Die Möglichkeit einer Insel« die Science-Fiction getreten. Das ist problematisch, denn der Leser spürt die Absicht in diesem Gestus von »eines Tages werden wir auf diese Welt als auf eine einzige Katastrophe zurückblicken«."

STEINFELD, Thomas (2005): Gebildete gegen Ungebildete.
Der große Graben (5). Helena und ihre Ritter: Was wir nicht mehr wissen werden,
in: Süddeutsche Zeitung v. 31.08.

STEINFELD, Thomas (2006): Die Vorlautsprecherin.
Ein Produkt der Emanzipation: Eva Herman und ihr Buch "Das Eva-Prinzip",
in: Süddeutsche Zeitung v. 13.09.

STEINFELD, Thomas (2007): Die Desperado-Tomate.
Moppel-Ich, Runzel-Ich: Nach Figurformslip und Sonnenbrille bleibt dem Leser der aktuellen Sachbuch-Besteller nur das verzweifelte Ich. Ein Blick in die Liste der Verkaufsschlager,
in: Süddeutsche Zeitung v. 08.05.

  • Der Image-Designer Thomas STEINFELD mokiert sich über die neueste Mode der Frauenbücher von Susanne FRÖHLICH/Constanze KLEIS bis Iris RADISCH:

    "Die eigentliche Aufgabe dieser Bücher scheint in einer Art zugespitztem, pointierten Wiedererkennen zu liegen, in einem Gefühl, sich mit der Autorin in einer gemeinsamen Lage zu befinden, und also an ihrer Eroberung des Lebens teilzuhaben".

    Die Brüder LEBERT haben mit ihrer "Anleitung zum Männlichsein" mittlerweile die Männerbuch-Variante auf den Markt gebracht. STEINFELD beklagt das Ethos dieser neuen Ratgeberliteratur. Diese "voluntaristische Munterkeit" sei jedoch  nur die

    "Kehrseite eines Bewusstseins, das so unglücklich ist wie eh und je. Wenn nicht noch unglücklicher".

    STEINFELD vermisst in diesen Büchern

    "Aufklärung über die eigene Lage, zusammenhängende Argumente, Theorie".

    Leider vermisst man die Einlösung dieses Anspruches auch beim Image-Designer, denn die bloße Aufzählung kulturpessimistischer Schlagworte wie jenen von der kinderlosen Gesellschaft, den scheiternden Ehen oder des allgemeinen körperlichen Verfalls setzt ebenfalls nur auf  das zugespitzte, pointierte Wiedererkennen. Der Alarmismus ist schließlich nur das E-Pendant zum beklagten U-Ethos. Die neubürgerliche Identität braucht sein Feuilleton so wie der kleine Mann seinen Stammtisch.

STEINFELD, Thomas (2007): Entfesseltes Geplapper.
Eva Herman ist mit ihren freundlichen Bemerkungen zur nationalsozialistischen Familienpolitik keineswegs aus ihrer Rolle gefallen,
in: Süddeutsche Zeitung v. 11.09.

STEINFELD, Thomas (2007): Mythos 1968.
Es wäre Zeit, ihn zu beerdigen. Stattdessen wird er immer größer. Das Jahr 1968, das Kai Diekmann, Johano Strasser, Eva Herman - und viele andere - meinen, ist ein phantastischer Leuchtturm,
in: Süddeutsche Zeitung v. 27.10.

Thomas STEINFELD, der in der Vergangenheit die Legende Michel HOUELLEBECQ designte, die ohne den Mythos 1968 kaum möglich gewesen wäre, meint nun:

"Die große Revolte ist zu einer Angelegenheit für Exorzisten und Angeber geworden".     

STEINFELD, Thomas (2008): Feinde der Menschheit.
Mankell und der entfesselte Moralismus de Kriminalromans,
in: Süddeutsche Zeitung v.  21.07.

STEINFELD, Thomas (2009): Augenblicke des Glücks.
Positive Psychologen versprechen die Aufhellung der Welt,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 06.08.

STEINFELD, Thomas (2009): Der mitschreibende Mönch.
Die Buchmesse beginnt - Rainald Goetz sagt: "Loslabern". Sein Buch erzählt von der Buchmesse 2008,
in: Süddeutsche Zeitung v. 14.10.

STEINFELD, Thomas (2009): Über die Wirtschaftskrise und ihre böse Chance.
Neulich, der Deutsche Auswahlindex ("Dax") war nach langer, langer Zeit wieder einmal jenseits der 6000 Punkte angelangt, ging eine erstaunliche Nachricht durch die Wirtschaftsmeldungen. Die "Kleinanleger", wer immer das sein mag, hätten den Aufschwung der Börsen "verschlafen",
in: Süddeutsche Zeitung v. 03.11.

STEINFELD, Thomas (2010): Ich bin in Berlin. Es geht um meinen Wahn.
Die Autorin von Axolotl Roadkill war gezwungen, abzuschreiben: Nur so konnte sie verbergen, was ihr fehlt. Dieses Buch ist Pornographie, keine Literatur,
in: Süddeutsche Zeitung v. 11.02.

STEINFELD, Thomas (2010): Sich selbst rationalisieren.
Deutschland und sein imaginärer Verwalter: Die Verwandlung eines Volks in eine Humanressource,
in: Süddeutsche Zeitung v. 31.08.

STEINFELD, Thomas (2010): Der Volksverbesserer.
Thilo Sarrazin und das Erbe der Sozialdemokratie,
in: Süddeutsche Zeitung v. 01.09.

STEINFELD, Thomas (2010): Gewaltige Selbstüberhebung,
in: Süddeutsche Zeitung v. 10.11.

Neu:
STEINFELD, Thomas (2011): Die Legende vom großen Draußen.
Was tut die Kritik, wenn sie keine Kritik mehr sein will? Sie erzählt vom wilden, echten, wahren Leben,
in: Süddeutsche Zeitung v. 23.03.

Image-Designer Thomas STEINFELD ist schwer beleidigt. Ganze  zwei Zeitungsspalten müllt er mit seinem Gesülze über das wahre Leben - sozusagen sein Vorgarten - voll. Georg DIEZ hatte zuvor  am Beispiel von Richard KÄMMERLINGS Literaturgeschichte Das kurze Glück der Gegenwart den akademischen, also weltfremden, Literaturbetrieb verspottet. Nun echauffiert sich der Feuilletonchef über Krebsliteratur und meint eigentlich das Buch Der Tod meiner Mutter von Georg DIEZ, zieht über den Hipster und Empathiker her: Ironie dieser Geschichte ist, dass KÄMMERLINGS, den er gegen DIEZ verteidigen muss, zu den Empathikern zählt. Aber als Wutfeuilletonist kennt STEINFELD weder Freund noch Feind, sondern verheddert sich in seinem Rundumschlag, der mit dem Satz endet: "Das Leben ist ein Glaube für Spießer". Das war zum Schluss dann noch ein  Eigentor, denn das SZ-Feuilleton hat an vorderster Front den Spießer salonfähig gemacht. Was Thomas STEINFELD für das wahre Leben hält, das lässt sich an seinen Lobeshymnen auf Michel HOUELLEBECQ ablesen.
            
Angesichts der Normalität der Katastrophe in Japan, fragt man sich allerdings, ob unsere Edelfedern keine anderen Probleme haben.
 
       
   

Thomas Steinfeld in der Debatte

 
   

RIPPLINGER, Stefan (2004): Im Dutzend billiger.
Alle wollen Elite sein,
in: Jungle World Nr.4 v. 14.01.

Die Wochenzeitung widmet dem Thema "Die Elite will's wissen" eine Titelgeschichte. RIPPLINGER hat die anderen Medien beobachtet und verteidigt den Elitenbegriff der Neue-Mitte-SPD gegen die humanistischen Verächter:

"Die späteren Eliten außer mit Langeweile und Leere auch in Cash für ihre Ausbildung zahlen zu lassen, ist keine unbillige Forderung. Es befremdet an den Studentenprotesten, dass diejenigen, die nach oben streben, noch nicht einmal den Aufzugführer entlohnen wollen.
Noch befremdlicher ist der Aufschrei gehätschelter Humanisten, die ahnen, dass die SPD mit »Elite« sie gewiss nicht meint. (...).
Mancher Humanist ist peinlich berührt, dass ausgerechnet Durchboxer und Putzfrauensöhne wie Scholz und Schröder von einer Elite zu sprechen sich erdreisten. Thomas Steinfeld in der Süddeutschen: »Eine ›Elite‹ ist eine heikle Angelegenheit. Denn solange es sie gibt, ist von ihr nicht die Rede. Sie leistet etwas und spricht wenig darüber.« Sie ist, meint Dr. Steinfeld wohl, so bescheiden und selten wie er selbst. Dabei scheint der Tag nicht fern, an dem die Nanotechnologie so weit ist, solche wie ihn im Dutzend zu erzeugen, und alle passen auf eine Nadelspitze.
"

BARTELS, Gerrit (2004): Trommeln mit dem Teufel.
Nach den Buchskandalen der letzten Zeit: Das Haltbarkeitsfeuilleton schlägt zurück. Es verdammt den Zeitgeist, erkennt den Gesamtzustand der Literatur unserer Gegenwart als erbarmungswürdig und wartet seinerseits mit Büchern und Autoren auf, "deren Namen man auch in zwanzig Jahren noch kennt"
in: TAZ v. 10.02.

Gerrit BARTELS beschäftigt sich mit den Verfechtern eines "Haltbarkeitsfeuilletons", zu dem Thomas STEINFELD und Helmut BÖTTIGER in letzter Zeit Feuilletonbeiträge lieferten, die sich vor allem durch einen antipopkulturellen Affekt auszeichneten. It's hip to be square!

LENTZ, Michael (2004): Was ist skandalös?
Fragen eines Schriftstellers,
in: Süddeutsche Zeitung v. 11.02.

Michael LENTZ kritisiert Thomas STEINFELD:

"Brauchen wir eine (neue) Tabupolizei? Brauchen wir ernsthaft ein moralisches Richten über die Kunst? Dann kann es nur heißen: lieber Skandal als Restauration und Reaktion."

 
       
   

Das Phänomen Houellebecq (2001)
Köln:
DuMont

 
   
     
 

Pressestimmen

"Steinfeld kreist das Faszinosum ein - rigider Moralismus, Abrechnung mit Pseudo-Humanismen der 68er - und würdigt, Houellebecq habe dem »poète maudit« zu neuem Ansehen verholfen."
(Jochen Förster in der Welt vom 29.09.2001)

"Bevor im Jahr 2002 die deutsche Übersetzung des soeben in Frankreich vorgelegten und - natürlich - umstrittenen Romans »Plateforme« bei DuMont herauskommen wird, versammelt nun ein Redakteur der »Süddeutschen Zeitung« 26 Beiträge (...), unter denen drei Interviews mit dem Autor zu finden sind, werden eingerahmt von einer kenntnisreichen und überlegten Einleitung Steinfelds und einem Text von ,Houellebecq himself', »Cléopâtre 2000«, einer Art protokollartigem Tagebuchauszug über die Erlebnisse in einer Nudistenkolonie. Innerhalb dieser disparaten Klammer legen Lektoren, Übersetzer und Kritiker wie Wolfgang Matz und Andreas Isenschmid oder Schriftstellerinnen und Schriftsteller wie Sibylle Berg und Norbert Niemann beredt Zeugnis ab über ihre Lektüreerfahrungen mit den Büchern des ‚Skandalautors'."
(Gunnar Kaiser in Literaturkritik.de vom Januar 2002)

 
     
 
       
   

Die Beiträge zum Sammelband

STEINFELD, Thomas - Einleitung

KRAUSE, Tilman - Der Dreckspatz von Paris

SCHAUB, Mirjam - Die Feigheit des Affekts

ISENSCHMID, Andreas - Roman und antiliberales Manifest

FETZ, Bernhard - Wer schnell scharf schießt

KRAUSE, Tilman - Schafft den Menschen ab

ZWEIFEL, Stefan - Depressive Dekadenz

NIEMANN, Norbert - Korrekturen an der Schönen Neuen Welt

WELLERSHOFF, Marianne & Rainer TRAUB: "Überall Bilder von perfektem Sex" (Interview)

STEINES, Susanne - Man muss den Tod abschaffen (Interview)

MATZ, Wolfgang - Vor der Abschaffung des Menschen

VOSWINKEL, Gerd - Der Abstammungsromancier

MÜLLER, Burkhard - Engel, besät mit Krause-Endkolben

JÄHNER, Harald - Das Ich als Bankier der Sexualität

RATHGEB, Eberhard - Kein Himmel auf Erden

LEICK, Romain - "Ich genieße es, mich zu langweilen"

LILLA, Mark - Nachtgedanken

SEIBT, Gustav - Belecktes Unglück

VILLIGER-HEILIG, Barbara - In der Gummizelle

BLUMENSTEIN, Gottfried - Großer Roman - kleines, feines Stück

IRMER, Thomas - Elementarteilchen verkeilen

RÄKEL, Hans-Herbert - Michel Houellebecq, der Dichter

BERG, Sibylle - Suche nach Glück

GRÄF, Dieter M. - tote Zeit, tote Fliegen - Leben ist selten

ZELTNER, Gerda - Das andere Gesicht der Fun-Generation

BEAUVALLAT, J. D. - Der Blues ist ein schönes Genre (Interview)

BEUSE, Stefan - Dann nimmt man alles hin

HOUELLEBECQ, Michel - Cléopâtre 2000 

 
   

Rezensionen

FÖRSTER, Jochen (2001): Romantiker! Poet! Existentialist!
Lernen aus Kritiken: "Das Phänomen Houellebecq" gibt enorm viel her,
in: Welt v. 29.09.2001

KAISER, Gunnar (2002): Esse est percipi.
Über die Aufsatzsammlung "Das Phänomen Houellebecq" von Thomas Steinfeld,
in: Literaturkritik.de, Januar

 
       
   

Riff - Tonspuren des Lebens (2000)
Köln: DuMont
(2003 als Dtv-Taschenbuch erschienen)

 
   
     
 

Pressestimmen

"Thomas Steinfeld erinnert in seinem Buch »Riff« an die Pop- und Rockmusik der 60er- und 70er-Jahre. Mit einem poetisch collagierenden Verfahren sichert er »Tonspuren des Lebens«. Gleichzeitig entwirft er eine Landkarte der Gegenwartskultur. Das Augenmerk gilt einem unmerklich Übergroßen – die populäre Kultur gleicht einer geografischen Bezeichnung, die nicht gesehen wird, weil sie mit ihren Lettern die ganze Landkarte überzieht.
Steinfeld kartografiert ein Terrain, das spätestens seit Peter Handkes »Versuch über die Jukebox« in entspannter Weise begehbar ist."
(Reinhard Olschanski in der neuen musikzeitung 11/2003)

 
     
 
       
   

Berichte von der Lesereise

DIEHL, Alexander (2000): Musikologische Plaudereien.
Liest heute: Thomas Steinfeld auf den Tonspuren des Lebens,
in: TAZ Hamburg v. 14.12.

 
   

Rezensionen

KELLER, Thorsten (2000): Pop und Literatur.
Steinfeld über ein Grundgeräusch,
in: Kölner Stadt-Anzeiger v. 02.12.

REENTS, Edo (2000): Die Musik macht's.
Thomas Steinfeld begibt sich auf die "Tonspuren des Lebens",
in: Süddeutsche Zeitung v. 02.12

JUNGHEINRICH, Hans-Klaus (2000): Der mutierte Bildungsbürger.
Thomas Steinfeld gibt sich begeistert und lässt Musik und Literatur ineinanderfließen: "Riff - Tonspuren des Lebens",
in: Frankfurter Rundschau v. 07.12.

DOTZAUER, Gregor (2000): Rock it.
Wo die Musik in Büchern spielt,
in: Tagesspiegel v. 09.12.

Infos zu: Gregor Dotzauer - Autor der Single-Generation

HÜBNER, Klaus (2000): Pauken und Poesie, Science Fiction und Saxophon,
in:
titel-magazin

BARTELS, Gerrit (2001): Die Barmherzigkeit des guten Geschmacks.
Eine Frage der Sichtweise: Thomas Steinfeld zeigt mit dem Buch "Riff - Tonspuren des Lebens", wie die Popmusik in die Literatur eingegangen ist,
in: TAZ v. 15.01.

TERKESSIDIS, Mark (2001): Die besten Rocksongs aller Zeiten.
Thomas Steinfeld schreibt über seine Lieblingsplatten,
in: Literaturen Nr.2, Februar

Infos zu: Mark Terkessidis - Autor der Generation Golf

NENTWICH, Andreas (2001): Das große Jetzt.
Thomas Steinfeld arrangiert Stimmen und erforscht die Songlines der Literatur,
in: Die ZEIT Nr.6 v. 01.02.

PILZ, Michael (2001): Soundtrack unserer Zeit.
Vom Versuch, mit Popmusik die Literatur und die Kunst, das Leben sowie die Welt zu verstehen,
in: Welt v. 17.02.

PAPST, Manfred (2001): Tonspur des Lebens.
Thomas Steinfelds Essaysammlung "Riff",
in: Neue Zürcher Zeitung v. 04.04.

OLSCHANSKI, Reinhard (2001): Die Binnenverhältnisse dieser Welt.
Thomas Steinfeld untersucht die Rolle der Rock- und Pop-Musik,
in: neue musikzeitung, H.11

 
   

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Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 21. Dezember 2000
Stand: 23. März 2011