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Thor Kunkel: Born to be alive & Subs

 
       
     
       
     
       
   

Thor Kunkel in seiner eigenen Schreibe

 
   

KUNKEL, Thor (2000): Ein Mädchen namens Barbara.
Wie Thor Kunkel in Malibu durch eine sinnenberaubende Behandlung vom Sonnenbrand geheilt wurde,
in: Die Woche Nr.34 v. 18.08.

KUNKEL, Thor (2003): Öffne deine Tür.
Geldverdienen ist abartig und kinderleicht: Marcus Starck erzählt in "SexDotCom" wie's geht,
in:
Literaturbeilage der jungen Welt v. 08.10.

 
       
   

Thor Kunkel im Gespräch

 
   

LOICHINGER, Stephan  (2002): "Ich hatte hier nie etwas zu tun".
Thor Kunkel verarbeitete seine Jugenderinnerungen im Gallus in einem Roman,
in: Frankfurter Rundschau v. 12.10.

Stephan LOICHINGER geht anhand des Romans "Schwarzlicht-Terrarium" der Frage nach, warum der Frankfurter Stadtteil Gallus im Volksmund "Kamerun" heißt:

"Warum die Gegend Kamerun heißt, dafür gibt »Schwarzlicht-Terrarium« mögliche Erklärungen: wegen der kaffigen Zustände, der Schändung von Frauen durch ein »Mohren-Bataillon«, weil jenseits der Galluswarte letztlich der Pfeffer wachse."

ALANYALI, Iris (2004): "Es wurde unter ideologischen Gesichtspunkten lektoriert".
Der Autor Thor Kunkel zur Rücknahme seines Romans "Endstufe" über die NS-Pornoindustrie durch den Rowohlt,
in:
Welt v. 04.02.

Thor Kunkel verteidigt seinen Roman: "Der Roman hat eine visionäre Dimension. Wenn man Behauptungen darüber aufstellt, was gentechnisch in 50, 60 Jahren möglich sein wird, dann befürwortet man doch diese Entwicklung nicht auch automatisch. Ich verstehe mich als Mahner, deshalb fühle ich mich moralisch im Recht. Wir können doch nicht den Spielraum, mit Gedanken zu experimentieren, den der Roman als vielleicht letztes Medium im 21. Jahrhundert noch bietet, auch noch den Regeln der Konformität unterwerfen."

MROZEK, Bodo (2004): Die Heidi aus der Zigarrenschachtel.
In einer alten „Playboy“-Ausgabe stieß er auf die erste Spur. In einem Film auf die zweite, es wurden immer mehr. Seit zehn Jahren forscht der Schriftsteller Thor Kunkel angeblichen Nazi-Sexfilmen hinterher – Stationen einer Suche,
in: Tagesspiegel v. 24.03.

LÖSCH, Conny & Christof MEUELER (2004): "Meine Figuren verhalten sich ignorant".
Ein Gespräch mit Thor Kunkel über seinen neuen Roman "Endstufe", über interne Verlagsprobleme und öffentliche Vorwürfe, über Pulp Fiction und Körpermanipulation,
in: junge Welt v. 10.04.

Es geht u.a. über die peinliche Berührtheit von Bildungsbürgern wie Tilman KRAUSE.

 
       
   

Subs (2011)
Heyne Verlag

 
   
     
 

Klappentext

"Die neuen Sklaven sind da

Eine »provokante Petitesse zum selbstgefälligen Amusement« – so nennt Claus seiner Frau gegenüber seine Annonce für die neue Putzfrau. Zu ihrer Überraschung melden sich auf die Anzeige dann tatsächlich Menschen, die sich ernsthaft als »Sklave « bewerben. Als sich Claus für Bartos, einen promovierten Altphilologen, und dessen Frau Svetlana entscheidet, ahnt er nicht, wie schnell er von seinen »Subs« abhängig werden soll. Bald bieten immer mehr Sklaven ihre Dienste an.

Die Rechtsanwältin Evelyn und ihr Mann Claus, ein Schönheitschirurg, führen ein sorgenfreies Leben in einer schmucken Villa in Grunewald. Der Alltag der beiden gerät durcheinander, als die polnische Haushaltshilfe spurlos verschwindet und sich auf Claus’ augenzwinkernd gemeinte Stellenanzeige plötzlich Langzeitarbeitslose, Asylanten und überqualifizierte Akademiker ernsthaft als »Sklaven« bewerben. Zunächst sind sie überrascht und schockiert, doch warum sollten sie auf die Annehmlichkeiten verzichten? Sie haben das nötige Geld, und in der liberalen Spaß-Gesellschaft der Hauptstadt ist das »erlaubt, was man sich leisten kann«. Also entscheiden sie sich für Bartos, einen promovierten Altphilologen, und dessen Frau Svetlana. Eines Tages regt Bartos den Bau eines Schwimmbads auf dem ungenutzten Rasen vor der Villa an, ein teures Vorhaben, das durch den Einsatz von illegalen Arbeitskräften bewältigt werden soll. Und so rücken eines Nachts weitere Familien an, die seit Jahren ein Leben in selbstgewählter Sklaverei führen. Doch bald kommt es zu ersten Unstimmigkeiten in der »Solidargemeinschaft nach römischem Vorbild« . . ."

 
     
 
       
   

Rezensionen

CORDSEN, Knut (2011): Düsterer Zukunftsentwurf,
in: DeutschlandRadio v. 27.05.

SCHACHINGER, Christian (2011): Neue Sklaven braucht das Land.
Der deutsche Trash-Autor Thor Kunkel hat einen unterhaltsamen Roman über den Niedergang der Lohnerwerbsgesellschaft geschrieben,
in: Der Standard v. 04.06.

Neu:
HARMSEN, Torsten (2011): Sklaven für den Grunewald.
Thor Kunkel schildert in seinem neuen Roman "Subs" einen durchaus naheliegenden Ausweg aus der Hartz-IV-Misere,
in: Berliner Zeitung v. 08.06.

 
       
   

Thor Kunkel und die Debatte um "Endstufe"

 
   

WEIDERMANN, Volker (2004): NS-Pornographie.
Die Nackten und die Toten,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 01.02.

MELLER, Marius (2004): Falten und Fallen.
Thor Kunkels Roman „Endstufe“ handelt von Nazi-Pornos. Kurz vor Druckbeginn trennt sich Rowohlt nun vom Autor,
in: Tagesspiegel v. 01.02.

"Sensationsgier ist Thor Kunkel mit »Endstufe« (...) nicht zu unterstellen, kennt man Werk und Autor. Das neue Buch soll auf realen Begebenheiten basieren und ist thematisch wohl eine Fortsetzung seiner früheren Bücher: Sein Projekt ist die Kritik von Wissenschaft, wenn sie zur inhumanen Ideologie wird. Ein höchst aktuelles Thema. Der Blick dieser Art von Wissenschaft auf die Natur, so der Autor, sei im Grunde pornographisch. Um die symbolische Engführung von biologistisch-naturwissenschaftlicher Nazi-Ideologie und Pornographie gehe es in »Endstufe«. Keine schlechte Idee für einen Roman, möchte man meinen", merkt Marius MELLER an.

BEHRENS, Manfred (2004): Sieg geil.
Warum ein Roman über Nazis und ihre Pornos nicht erscheinen soll,
in: Titel, Thesen, Temperamente. Sendung der ARD v. 01.02.

SPIEGEL, Hubert (2004): NS-Porno.
Rowohlt liefert Thor Kunkels Roman "Endstufe" nicht aus,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 02.02.

Hubert SPIEGEL schreibt zum Thema des Romans:

"das Verhältnis zwischen NS-Ideologie, den aus ihr hervorgegangenen Perversionen und dem Bereich der Sexualität stellt das wohl letzte Residuum der nationalsozialistischen Geschichte dar, das nicht auf die eine oder andere Weise ausgeschlachtet wurde".

SPIEGEL hält den Autor Thor KUNKEL für am Thema gescheitert, was der Leser glauben kann oder auch nicht, lesen darf er es jedenfalls nicht wie geplant. Wäre Thor KUNKEL ein Martin WALSER, dann gäbe dies einen Sturm der Entrüstung, aber so handelt es sich nur um einen Nachwuchsautor, der der Verlagsraison geopfert wird. In Zeiten, in denen der Umgang mit dem Nationalsozialismus normalisiert werden soll, um z.B. eine nationalkonservative Bevölkerungswissenschaft ohne Widerstände etablieren zu können. In Zeiten, in denen neue Werteeliten ihren Führungsanspruch anmelden und Patriotismus den Sozialstaat ersetzen soll, da kommt ein Roman ungelegen, der sich mit dem Menschenbild der NS-Zeit beschäftigt, in der eine Elite den Mythos Jugend benutzte, um ein menschenverachtendes Herrschaftssystem zu errichten.

BARTELS, Gerrit (2004): Lesen in Reinbek.
Der Rowohlt Verlag cancelt kurz vor Drucklegung die Veröffentlichung von Thor Kunkels neuem Roman "Endstufe",
in: TAZ v. 03.02.

DANICKE, Sandra (2004): Platte Reifen.
Thor Kunkel hat ein Buch über Nazis und Sex geschrieben und ist dem Nervenzusammenbruch nahe, weil Rowohlt es nicht druckt,
in: Frankfurter Rundschau v. 03.02.

ESCH, Christian (2004): Die Mühen der Endstufe.
Die Kataloge waren längst verschickt, im März sollte das Buch erscheinen. Jetzt zieht Rowohlt einen Roman über Nazi-Pornos zurück. Die Werbung war schneller als das Lektorat,
in: Berliner Zeitung v. 03.02.

KRAUSE, Tilman (2004): "Sodom und Gomorrha".
Schillernde Lebenswirklichkeit des Dritten Reiches - eine ästhetische Falle für den Erzähler Thor Kunkel?
in:
Welt v. 03.02.

MICHALZIK, Peter (2004): Felsenfest,
in: Frankfurter Rundschau v. 04.02.

STEINFELD, Thomas (2004): Skandal.
Alle zwei Wochen neu: Das obszöne Buch und sein Verlag,
in: Süddeutsche Zeitung v. 04.02.

"Seit fast zwei Jahren, seit der Auseinandersetzung um Martin Walsers kleinen Roman »Tod eines Kritikers«, gehört der Skandal zur Normalität des Verlagswesens wie der Literaturkritik",

leitet der Thomas STEINFELD seine Vorverurteilung von Thor Kunkel ein. Offenbar in Unkenntnis des Textes nennt er KUNKEL einen "manischen Spekulanten auf den Zeitgeist":

"Das moderne Trüffelschwein forscht die Skandalpotentiale der Gesellschaft mit großer Sorgfalt und Beflissenheit aus, es drängt mit Macht in jeden dunklen Winkel, und was dabei herauskommt, verhalten noch bei Maxim Biller, deutlicher schon bei Alban Nikolai Herbst, in brutaler Aufdringlichkeit bei Thor Kunkel, gehorcht vor allem dem Diktat des Widerlichen und des Spektakulären."

KOTHENSCHULTE, Daniel (2004): Professionell.
Der Sammler Werner Nekes über Pornofilme aus der Nazizeit,
in: Frankfurter Rundschau v. 07.02.

M., Uschi (2004): Familienbande.
Wie die Sache mit Fest, Kunkel und Mosebach wirklich lief,
in: Frankfurter Rundschau v. 07.02.

BOEDECKER, Sven (2004): Sieg geil.
Alle reden drüber, wir haben ihn gelesen: Thor Kunkels Roman über Nazis als Pornofilmer,
in: Sonntagszeitung v. 08.02.

MELLER, Marius (2004) Unter Verdacht.
Der Streit um Thor Kunkels Nazi-Roman "Endstufe" eskaliert,
in: Tagesspiegel v. 08.02.

Im elitären Kulturbetrieb wird mit zweierlei Maß gemessen. Ist sich das Establishment beim Manieren-Buch über das Motto einig: "Ein bisschen Spaß muss sein", kennt man bei Thor KUNKEL keinen Spaß. Image-Designer wie Thomas STEINFELD, die HOUELLEBECQ ("ein schlechter Autor", aber offensichtlich ein Autor, der den richtigen Kampf kämpft) vehement verteidigen, kennen plötzlich nicht mehr den Unterschied zwischen Romanfiktionen und Sachbüchern. Sie verwechseln dann schon einmal Marketingsprüche in Verlagsprospekten mit Romaninhalten. Henrik M. BRODER hat im Spiegel nun die Vorwürfe gegen KUNKEL auf die Spitze getrieben, wie MELLER berichtet.

BRODER, Henryk M. (2004): "Steckrüben der Stalinisten",
in: Spiegel Nr. 7 v. 09.02.

SPIEGEL ONLINE (2004): Autor Kunkel über Spiegel-Artikel
"Rufmord in Reinkultur",
in: Spiegel Online v. 09.02.

MÜLLER, Lothar (2004): Vorstufe.
Schweigen wäre Gold gewesen: Alexander Fest und Thor Kunkel,
in: Süddeutsche Zeitung v. 10.02.

SPIEGEL, Hubert (2004): Neue Stufe im Streit um Thor Kunkels "Endstufe",
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 10.02.

Hubert SPIEGEL kann das Verhalten von Rowohlt-Verleger Alexander FEST nicht mehr nachvollziehen: "Daß ein Verleger aus einer gestrichen Manuskriptpassage zitiert, um seinen Autor zu diskreditieren, hält Kunkel für unredlich: »Ich finde Alexander Fests Verhalten grauenvoll.» Fest räumt im Gespräch ein, daß sein Vorgehen nicht den Verlagsusancen entspricht und gibt den Vorwurf zurück: »Thor Kunkel hat das Vertrauensverhältnis als erster zerstört.«
Endstufe? Ja, leider. Denn schlimmer kann die Form, in der hier im Namen der Literatur gestritten wird, nicht mehr werden. Sie läßt den Betrachter fassungslos zurück.
"

LENTZ, Michael (2004): Was ist skandalös?
Fragen eines Schriftstellers,
in: Süddeutsche Zeitung v. 11.02.

Michael LENTZ ("Liebeserklärung") kritisiert Thomas STEINFELD:

"Brauchen wir eine (neue) Tabupolizei? Brauchen wir ernsthaft ein moralisches Richten über die Kunst? Dann kann es nur heißen: lieber Skandal als Restauration und Reaktion."

MARTENSTEIN, Harald (2004): Zusammenbruch an der Sexfront.
Gibt es eine Literatur nach dem Skandal? Heute erscheint Thor Kunkels Nazi-Porno-Roman Roman "Endstufe",
in: Tagesspiegel v. 30.03.

Harald MARTENSTEIN skizziert KUNKELs Vorstellungen zum Stellenwert des Dritten Reichs im Rahmen der Moderne: "Der Berliner Autor Thor Kunkel versucht in seinem Roman »Endstufe«, die Nazizeit als einen Schritt auf dem Weg des modernen Kapitalismus zu sich selbst zu beschreiben. Denn Moderne bedeutet auch Barbarei: Egoismus, Recht des Stärkeren, Fall der ethischen und moralischen Grenzen, der Mensch als Objekt, das aussortiert wird, wenn es wertlos erscheint oder stört. »Wille und Macht stehen über Geist und Recht« – ist das ein Nazisatz, oder einfach nur modernes Denken?
Dies also ist Thor Kunkels Grundidee: 1933 fand kein Zivilisationsbruch statt, sondern die vorübergehende Zuspitzung einiger Prinzipen, die auch heute noch gelten. Die Nazis waren moderner, als wir glauben."

BARTELS, Gerrit (2004): Der Porno, der verpuffte.
Heute erscheint Thor Kunkels Roman "Endstufe". Was schon im Vorfeld über den Inhalt zu erfahren war, sorgte für hitzige Debatten in den Feuilletons - und machte vor allem neugierig. Doch nach Lektüre der kruden Story um Nazis, Pornografen und Wissenschaftler bleibt nur Irritation - und von der Empörung nicht viel übrig,
in: TAZ v. 30.03.

  • Gerrit BARTELS widmet sich dem Trash- und Kolportage-Aspekt: "während der Lektüre von »Endstufe« hat man über weite Strecken eher den Eindruck von einem durchaus unterhaltsamen und wirren Trash-und Kolportage-Roman. Ein Roman, den man als Kritik an einer Wissenschaft verstehen kann, die aus dem Ruder gelaufen ist, ein Roman, der aber immer wieder ins Groteske, Absurde und Komische kippt und den eigenen Irrsinn gegen den Irrsinn des Nationalsozialismus setzt. Und der nicht zuletzt einigermaßen schlüssig komponiert ist, zugleich aber auch überladen wirkt mit seiner Einteilung in große, mittlere und zahlreiche, stets mit einem politischen oder literarischen Zitat versehenen kleinen Kapitel"

KRAUSE, Tilman (2004): "Wir sind schon Schweine".
Thor Kunkels NS-Porno ist eine Orgie der Geschmacklosigkeit,
in: Welt v. 29.03.

Aus bildungsbürgerlicher Sicht empört sich Tilman KRAUSE und findet Geschmacklosigkeiten über Geschmacklosigkeiten bis zum "Herrenwitz". Ganz zum Schluss dann doch noch etwas Lob für den Autor (aber in einem Genre, das Bildungsbürger eigentlich höchstens ganz verschämt genießen dürfen):

"Dass der Autor Talent hat, merkt man übrigens ab circa Seite 400. Hier liefert er mit grell inszenierten Verfolgungsjagden in der libyschen Wüste satte Pulp Fiction. Auch das ist freilich weniger Thomas Pynchon als Mickey Spillane. Aber es ist wenigstens gekonnt."

CORSTEN, Volker (2004): Unverbesserlich: Thor Kunkel.
Nazis und ihre Pornos - ein Skandalautor liest,
in: Welt am Sonntag v. 28.03.

VOGEL, Sabine (2004): Ausgebremster Randalefaktor.
Thor Kunkel las aus seinem umstrittenen Roman "Endstufe",
in: Berliner Zeitung v. 27.03.

Sabine VOGEL bemerkt geschlechtsspezifische Vorlieben bei der Lesung auf der Buchmesse:

"Höchstens ein Fünftel der Zuhörer war weiblich. Vielleicht ist Kunkels Buch über Nazis, die Pornofilme drehen, ja ein Männerroman?"

KELLERHOFF, Sven Felix (2004): Der schmutzige Sex der Nazis.
Der Autor Thor Kunkel wühlt mit seinem umstrittenen Roman "Endstufe" in einem äußerst attraktiven Sündenpfuhl,
in: Welt v. 26.03.

DETJE, Robin (2004): Sieg Geil.
Leider doch ein Skandal: Thor Kunkels Roman "Endstufe",
in: Süddeutsche Zeitung v. 01.04.

Robin DETJE greift hauptsächlich die Feuilletonisten von der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung an, denn

"der Skandal der Veröffentlichung des Kunkel-Buchs wäre nicht ohne die tatkräftige Unterstützung von Kulturjournalisten der FAS-Schule entstanden, die sich als smarte Marketingassistenten und Karrierebetreuer verstehen."

Ansonsten findet er revanchistische Ressentiments:

"Die Verwandlung des Tagebuchs der »Frau in Berlin« in schmierige Kolportage war nur eine Frage der Zeit."

SCHRÖDER, Christoph (2004): Die Hand in der Gummi-Lakune.
Thor Kunkels umstrittener Roman "Endstufe" ist soeben im Eichborn Verlag erschienen. Man mag ihn geschmacklos nennen. Ein Skandal ist er nicht,
in: Frankfurter Rundschau v. 02.04.

KÄMMERLINGS, Richard (2004): Ein Ekelreigen.
Keine Geschmackssache: Thor Kunkels Roman "Endstufe",
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 03.04.

Richard KÄMMERLINGS wirft dem Autor vor, die Rollenprosa als Deckung für revisionistische Gedanken zu benutzen. Dazu hat er Belege aus seinen früheren Romanen gesammelt.

MELLER, Marius (2004): Deutschland, einig Pornoland.
Nachdem Thor Kunkels Nazi-Porno-Roman "Endstufe" bei der Kritik durchgefallen ist, sollen auch noch die "Sachsenwald-Filme" Fälschungen sein,
in: Tagesspiegel 15.04.

VOGEL, Sabine (2004): Das Sexte Reich,
in: Berliner Zeitung v. 15.04.

jW (2004): Kunkel.
Trash-Literat ("Endstufe") ist kein Faktenhuber,
in: junge Welt v. 15.04.

AREND, Ingo (2004): Der Geist kehrt wieder.
Thor Kunkels aufschlussreicher Roman "Endstufe". Rechte Steilvorlage,
in: Freitag Nr.17 v. 16.04.

Ingo AREND hat Parallelen zwischen Michel HOUELLEBECQ und Thor KUNKEL entdeckt: "Was in Michel Houellebecqs Elementarteilchen der Nachlass des fiktiven Wissenschaftlers Michel Djerzinski ist, der die »Bedingungen zur Möglichkeit der Liebe« wiederherstellen möchte, sind bei Kunkel Lottes Vermächtnis, die den Zusammenbruch überlebt hat, in den USA zur Tingeltangel-Queen mit NS-Appeal aufgestiegen ist und schließlich als tote Göttin einer rechten Sekte aufgebahrt wird. Ihr unterlegt Kunkel die Vision einer Zukunft, in der der »Eros als geistige Macht gilt« und das »Geld als Statthalter der toten Materie« überwunden ist. Ähnlich wie sein französischer Kollege reanimiert Kunkel die antiwestlichen, antizivilisatorischen und antimaterialistischen Ideologeme der Zwischenkriegszeit."

 
       
   

Das Schwarzlicht-Terrarium (2000)
Reinbek:
Rowohlt Verlag

 
   
     
 

Klappentext

"Frankfurt am Main, 1979, eine Stadt im Abklingen des Disco-Fiebers. Der neunzehnjährige Kuhl fristet nach dem Abbruch seiner Fernsehtechniker-Lehre ein Schattendasein als Nachtwächter in einem unterirdischen Parkhaus. Sein Leben hält er für einen »drittklassigen biologischen Film«, in dem er den Kulissenschieber gibt. Natürlich will er das ändern. Nur wie? Seine Freunde können ihm kaum helfen: Da sind der weggedriftete LSD-Astronaut Rio und Fußmann, ein größenwahnsinniger Chemielaborant, der mit Rio herumexperimentiert, und Eddie, ein in Frankfurt stationierter GI, der davon träumt, in Germany als Black Elvis Karriere zu machen. Nebenbei handelt er auch noch mit Waffen aus Armeebeständen, und eine davon fällt eines Tages auch für Kuhl ab. Der Ärger kann losgehen..."

 
     
 
       
   

Rezensionen

BLANK, Gunter (2000): Futtern und begatten.
In seinem drastischen Debüt-Roman erzählt Thor Kunkel von gescheiterten Existenzen aus der Frankfurter Disco-Szene Ende der Siebziger,
in: Die Woche v. 07.04.

PANIC, Ira (2000): Protzende Primaten.
Drogen, Disco, Drüsenstau: In seinem Romandebüt "Das Schwarzlicht-Terrarium" erzählt Thor Kunkel von den Verlierern der aufgedrehten 70er Jahre,
in: Stern
Nr.25 v. 15.06.

WEIDERMANN, Volker (2000): Generation Kadett.
Disco, Frankfurt und Verzweifelung: Thor Kunkels erster Roman beschreibt heitere Hoffnungslosigkeit in Südhessen am Ende der 70er Jahre,
in: TAZ v. 20.06.

LEHNARTZ, Sascha (2000): Nachtschichten im Parkhaus der Siebziger,
in: Welt v. 22.07.

HERRMANN, Karsten (2000): Mit "absoluter Ignoranz und Zuversicht" zum Durchbruch,
in: Titel-Magazin

WEIDERMANN, Volker (2001): Der Gentext-Virtuose.
Füchse zähmen, Welt verbessern, Geheimgesellschaften des guten Lebens gründen: Der Schriftsteller Thor Kunkel schreibt Zukunfts-Roman aus dem Frankfurter Elend und Neid-Thriller aus Hawaii,
in: TAZ v. 25.04.

WEIDERMANN, Volker (2002): Thor Kunkel: Das Schwarzlicht-Terrarium,
in: Faz.net v. 17.03.

 
   

Thor Kunkel im WWW

www.thorkunkel.com
 
   

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webmaster@single-generation.de Erstellt: 31. Januar 2001
Update: 29. Juni 2015