"Die Werbetexterin Sonja beneidet ihren
Freund Paul, den sie für einen Schriftsteller hält.
Aber Paul schreibt nicht und weiß auch sonst nicht
so recht, was tun. Er ist süchtig nach
Fernsehbildern, die per Videobeamer über seine
Rauhfasertapete flimmern. Dann bestimmt plötzlich
eine anderes Bild Pauls Leben: Der 19-jährige David
taucht am Fenster gegenüber auf, und Paul verliebt
sich. Aber David lässt sich auf ein Verhältnis mit
Sonja ein ."
Pressestimmen
"Tim Staffel (...) schreibt über die große
Einsamkeit der Gegenwart und über das "böse Berlin"
als Kehrseite zum "Neuen Berlin", über die Stadt aus
Eis, in der sich nicht mehr Menschen treffen,
sondern überindividualiserte Monaden, die
zwangsläufig scheitern"
(TAZ Berlin vom 01.10.2002)
"Interessant sind seine Bücher nicht wegen ihrer
modischen Seiten. Staffels Qualitäten liegen in den
Dialogen. Die schlängeln sich unangestrengt und
richtungslos dahin und machen die Figuren
gleichzeitig transparent. Das klingt nach Straße,
aber man kann alles, die ganze Hoffnung und
Sehnsucht, die Misere und die Aussichtslosigkeit
nicht nur herauslesen, sondern mitspüren. (...)
Aber Staffels Romane leiden daran, dass er sie als
Weltentwürfe und Sinnmaschinen betrachtet, die uns
nicht nur unseren Zustand erklären, sondern auch
noch seinen Kulturpessimismus schultern müssen.
Sehnsucht ist in diesen Romanen immer eine Anklage
gegen die Verhältnisse, mit denen sich die Figuren
und ihr Autor nicht abfinden wollen."
(Peter Michalzik in der FR vom
27.11.2002)
"Paul lebt sehr komfortabel von der
Lebensversicherung seiner verunglückten Eltern.
Dieser melancholische Frühpensionär erscheint wie
eine Symbolfigur der übersättigten Erbengeneration,
die ausreichend Mittel und Muße hat, ihren diffusen
Weltschmerz auf die papafinanzierte Rauhfasertapete
zu projizieren. Man verspürt durchaus die Lust, dem
Ich-Erzähler den Strom für seinen Video- Beamer
abzudrehen und ihn zu einer geregelten Arbeit zu
verpflichten. Nach der ersten erfolgreich
ausgefüllten Steuererklärung könnte seine Welt
gleich viel rosiger aussehen."
(Stephan Maus in der SZ vom 11.01.2003)