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- WINKELMANN, Ulrike (1999): Your
generation, Baby,
in: TAZ v. 23.03.
- WINKELMANN, Ulrike
(2001):Unüberschaubare Generationenlage.
Der Streit um Joschka Fischer wird zur
Generationendebatte hochstilisiert. Doch warum, für wen? Am Ende
fühlen sich nette Aufsteigergrüne und andere Streber noch bemüßigt,
ihre Durchschnittsbiografien als Generationenphänomen darzustellen,
in: TAZ
v. 12.03.2001
- WINKELMANN, Ulrike (2001): Uns hat
das Heulen nicht geschadet.
Viele Jungs um die 30 leiden am Weltschmerz und
an schlechter Laune. Die Armen sind falsch orientiert,
in: TAZ v. 07.12.
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WINKELMANN,
Ulrike (2002): Siegerurkunde für Verweigerer.
Wenn Männer um
die Dreißig sich heute Kinder aufbürden, dann wollen sie ganz doll
gelobt werden,
in: TAZ vom 30.03.
- Kommentar:
WINKELMANN beschäftigt sich - aus Gründen der
Gleichberechtigung - mit kinderlosen Männern:
"Mittlerweile
unterscheide ich zwei Arten von Möchtenichtsogern-Vätern, die ihr
Befinden, sie seien noch zu jung für Nachwuchs, mitteilen möchten.
Entweder setzen sie auf die 'Es ist mein Recht, kein Kind zu
wollen'-Tour und mimen die Unterdrückten. Das ist dann
anstrengend, gerade weil sie sich gleichzeitig in die Brust
werfen, das Selbstbewusstsein zu haben, einer Frau zu
widersprechen. Puh. Alles künftige Mitglieder dieser
Diskriminierte-Väter-Selbsthilfegruppen.
Die Version für den aufgeklärteren Mann scheint aber die Masche
'echter Frauenfreund' zu sein. Freimütig bekennt er sich dazu, nun
einmal keine biologische Uhr ticken zu hören,
noch nicht alle Bars
der Stadt gesehen zu haben und überhaupt auf so viel
Verantwortung eigentlich keinen Bock zu haben."
- WINKELMANN, Ulrike (2002):
Böse Menschen haben keine Glasreiniger.
Der Akt des Putzens
ist viel mehr als bloß Mittel zum Zweck, er zeugt von einer
außerordentlichen Liebe zu den Dingen
in: TAZ v. 27.04.
- Inhalt:
WINKELMANN plädiert fürs Selberputzen als Distinktionsmerkmal:
"Ich schlage vor, eine
Interessengemeinschaft zur Würdigung des Putzens zu gründen. Gab
es nicht letztes Jahr diese Riesenkampagne zum Ehrenamt?
Wenn Rita Süssmuth oder Heiner Geißler (oder wer hat da nicht noch
alles Ehrenerklärungen fürs Ehrenamt abgegeben?) sich jetzt
hinstellten und sagten: Ohne Putzen wäre weniger Liebe in der
Welt, dann würden sie zeigen, wie ernst sie es meinen. Was für
eine schöne Aktion im familienzentrierten Wahlkampf! Man könnte
der SPD-Kampa anbieten, ein kleines Konzept zu schreiben, wie man
Putzen als sozialdemokratisches Alleinstellungsmerkmal verkauft.
'Putzen wie bei Muttern - nur mit der SPD.'"
- WINKELMANN,
Ulrike (2002): Die tollen
Tipps der Mittelstandseltern.
Praktikum statt Kinder machen hieß die Devise. Das rächt sich
jetzt - mit Kindern wären unsere Jobs sicherer,
in: TAZ v. 26.08.
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WINKELMANN, Ulrike (2003): Perfekte Paare heiraten.
Auch Männer müssen jetzt begreifen: Hochzeiten sind progressiv,
in: TAZ v. 31.01.
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WINKELMANN, Ulrike (2003): Frühlingsgefühle.
Die Wirtschaft darbt, die Motte frisst, und der Hammer lärmt
dazu,
in: TAZ v. 24.05.
- Inhalt:
Ulrike WINKELMANN hat Gründe gegen den
Untergang Deutschlands gesammelt:
"Erstens gibt es immer noch
ausgesprochen viele Leitartikelschreiber mit 14 Monatsgehältern,
die dazu noch die Muße haben, sich wöchentlich neues
Untergangsvokabular aus dem Archiv besorgen zu lassen -
auch die »geistig-moralische Wende« (nötig beziehungsweise
kommend) lachte mich neulich wieder von einer Titelseite an.
Zweitens könnte man doch zur Abwechslung mal behaupten, die
Regierung habe Witz und Verstand und mache das Beste aus ihrem
Handlungsspielraum. Wieso nicht? Ok, mir fällt jetzt auch nichts
Konkretes ein. Müsste man die Pressemitteilungen der letzten
Wochen noch einmal durchschauen.
Drittens aber hat es doch auch was für sich, wenn die ganzen
arbeitslosen Spitzentalente um die 30 in die USA gehen. Dort
machen sie einen guten Eindruck und überzeugen so wenigstens das
Ausland, dass die deutschen Schulen und Hochschulen noch etwas
taugen. Viertens sind wir neulich durch süddeutsche Ortschaften
gefahren, in denen ausschließlich BMWs vor Doppelgaragen standen.
Die Straßen waren rot angemalt und die Straßenränder mit Blumen
gesäumt, die anderen Leuten zu teuer sind für ihre Balkonkästen.
Fünftens macht die Bahn ihre Preisreform wieder rückgängig. (...).
Das Gefühl von Untergang oder Aufstieg, so stellte sich bei dieser
kleinen Analysearbeit bald heraus, hängt von einer Reihe
miteinander verbundener Faktoren ab: Was trägt die Verwandtschaft
bei Familienfesten? Hat man bereits ein Bahnticket mit der neuen
Bahncard erwerben müssen? War man in jüngerer Zeit im
Süddeutschen? Arbeitet man noch für Geld, und wenn ja, in welcher
Entfernung zur nächsten Baustelle?
Der Presslufthammer draußen vorm Fenster dröhnt, ihm in den Takt
fällt ein rhythmisch aufheulender Bohrer. Wir können die Fenster
nicht öffnen, weil wir uns sonst nicht mehr verständigen könnten.
Ich finde, die Wirtschaft boomt."
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WINKELMANN, Ulrike (2003): Es gibt keinen Generationenkampf.
Die Rentner schröpfen den Sozialstaat, darum kündigen die Jungen
ihm die Solidarität. Diesen Spruch kann man noch so oft wiederholen
- richtig wird er dadurch nicht,
in: TAZ v. 17.07.
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WINKELMANN, Ulrike (2003): Hüften als Gelenk in der
Demografie-Debatte.
JU-Chef Mißfelder trifft mit seinem Vorschlag zwar nicht ins
Schwarze, aber mitten in drei aktuelle Fragen: Sollen medizinische
Leistungen für Alte begrenzt werden? Wen trifft die Schrumpfung der
Sozialsysteme? Werden die Politiker der demografischen Herausforderung
gerecht?
in: TAZ v. 08.08.
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WINKELMANN, Ulrike (2003): Auf Wiedersehen, Kinder,
in: TAZ v. 13.09.
- Kommentar:
Ulrike WINKELMANN lässt das Who-is-Who der
deutschen Bevölkerungswissenschaft zu Wort kommen. Überraschungen
sind dadurch nicht zu erwarten.
Internationale
Experten sind dagegen Fehlanzeige.
Kritik
soll gar nicht erst aufkommen. Bevor die anstehenden Reformen
nicht durchgepeitscht worden sind, wird in Deutschland kein
Widerspruch zu hören sein. Dafür garantieren die Mitte-Medien...
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WINKELMANN, Ulrike (2003): Jetzt nicht, Schatz,
in: TAZ v. 13.09.
- Kommentar:
Vor einiger Zeit durfte
Susie REINHARDT ihre Gebärstreikthese vortragen.
Jetzt
kontert Ulrike WINKELMANN mit ihrer Zeugungsstreikthese.
WINKELMANN kann sich damit u.a. auf Florian ILLIES Buch
"Generation
Golf zwei" berufen:
"Die
Ungleichzeitigkeit von Liebe und Vaterschaft ist total im Trend,
hat mir mein Bruder erzählt, da gibt es sogar ein französisches
Buch dazu,
Alain Finkielkrauts Die neue Liebesunordnung. Und wenn
es zu irgendetwas ein französisches Buch gibt, ist das immer ein
gutes Zeichen. Mein Bruder ist da Experte, er hat jetzt nämlich
eine supernette, junge Lehrerin aus dem Osten kennengelernt. Die
hatten da ja alle schon mit achtzehn ein Kind. Na ja, und jetzt
hat er eben eine Freundin und ein elfjähriges Kind gleich mit
dazu, und er findet es super, dass er die Phase mit
Nachtsrumtragen und Windelwechseln einfach übersprungen hat und
gleich einsteigt bei Fußball und Computerspielen" (2003, S.127).
Was
für jedoch für
Susie REINHARDT (siehe dort) gilt, das gilt auch für
WINKELMANN. Monokausale Erklärungen der Bevölkerungsentwicklung
sind zwar politisch korrekt, aber sie werden der Vielfalt der
Ursachen nicht gerecht. Eine Politik, die sich monokausale
Erklärungen zu eigen macht, wird scheitern. Probleme werden
verschoben, aber nicht gelöst.
"Kinder
der Freiheit" so lautete Ende der 90er Jahre ein Buchtitel aus
Ulrich BECKs Zweiter Moderne-Edition. Bei WINKELMANN sind nun
damit jene Kinder gemeint, die aufgrund einer liberalen
Gesellschaftsordnung nicht geboren werden.
Die
Sehnsucht nach einer autoritären Ordnung nimmt nun auch bei der
TAZ zu:
"Vielleicht
hat das Modell Liebe-Beziehung-Kinderkriegen zurzeit keine Chance.
Nicht, wenn alle so frei sind, nicht zu wollen. Vielleicht gibts
das gar nicht: Kinder der Freiheit."
Der
Unterschied zwischen Neuer Rechte und Neuer Linke (mittlerweile
auch: Neue Mitte) besteht damit nur noch darin, dass die Rechte
mit egoistischen Frauen argumentiert, während die Neue Mitte den
egoistischen Mann entdeckt hat.
Mit
der Übernahme rechter Argumentationsmuster wird die
Individualisierungs-Linke jedoch zum Steigbügelhalter eines
Kanzler Roland KOCH. Warum sollte der Wähler Rot-Grün wählen, wenn
er das Original haben kann? Die Neue Mitte arbeitet insofern an
ihrer Selbstabschaffung...
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WINKELMANN, Ulrike (2005): Nachwuchssorgen seit 125 Jahren.
Aber jetzt wirds ganz
schlimm, sagen die Statistiker. Doch sie vergessen ältere Mütter,
in: TAZ v. 21.01.
- Kommentar:
Der zentrale Punkt des Artikels zeigt die
absurde Logik der Argumentation deutscher
Bevölkerungswissenschaftler auf:
"Mit
(...) spitzen Fingern sollte die
Angabe »ein
Drittel aller Frauen bleibt kinderlos« angefasst werden, die
seit der jüngsten Allensbach-Umfrage (taz, 12. 1.
2005) wieder kursiert. Hier sind die Wiesbadener Schätzer auch
schon vorsichtiger geworden. Im jüngsten Bevölkerungsbericht heißt
es etwa: »Die um 1965 geborenen Frauen werden zu ca. 20 Prozent
kinderlos bleiben.« Das ist ein Fünftel."
Die Schätzung, dass ein Drittel
der 1965 geborenen Frauen lebenslang kinderlos bleiben werden,
stammt aus einer Publikation um den
nationalkonservativen
Bevölkerungswissenschaftler Herwig BIRG.
1993 wurde sie bereits veröffentlicht.
Seitdem geistert diese Zahl durch die Medienberichte der
Sozialpopulisten.
Bereits 2001 hat der Bevölkerungswissenschaftler Jürgen DORBRITZ
diese Zahl auf 27 % heruntergesetzt.
Nun also nur noch 20 %. Es handelt
sich dabei jedoch immer noch nicht um die endgültige Zahl
lebenslang Kinderloser dieses Frauenjahrgangs!
Einzig
single-dasein.de und
single-generation.de haben immer wieder auf die Praxis
hingewiesen, dass die deutschen Bevölkerungswissenschaftler die
Gebärfaulheit der Generation Ally
überschätzen.
Es geht hier aber nicht nur um einen
einzigen Frauenjahrgang, sondern darum, dass die Geburtenraten in
Deutschland zu niedrig ausgewiesen werden.
D.h. die Zahl von 1,3 Geburten
pro Frau liegt möglicherweise jetzt schon bei 1,5 oder noch höher.
Deutsche
Bevölkerungswissenschaftler weigern sich jedoch beharrlich
internationale Standards bei der Berechnung der Geburtenzahlen
anzuwenden.
Der unsägliche Missstand, dass
uneheliche Geburten nicht richtig den Müttern zuordenbar sind, ist
durch die noch weit höheren Unehelichenzahlen in den neuen
Bundesländern unerträglich.
Aber wo sind die mutigen
Journalisten, die diesen Skandal aufgreifen?
Offenbar haben wir in Deutschland
keine Journalisten mehr, die der Wahrheit verpflichtet sind,
sondern politisch korrekte Berichte sind angesagt. Armes
Deutschland!
Kinderlose werden mittlerweile
in dieser Republik systematisch diskriminiert.
Das Bundesinstitut für
Bevölkerungsforschung ist bedenklich nahe an den Praktiken eines
Reichspropagandaministerium.
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WINKELMANN, Ulrike (2005): Neues Humankapital entdeckt.
Familienfreundlichkeit ist
ein harter Standortfaktor, sagt Renate Schmidt bei der Vorstellung
des "Familienatlas" - eines doppeldeutigen Dokuments,
in: TAZ v. 21.01.
- Kommentar:
"Der
Familienatlas kennt etwa für Düsseldorf, Frankfurt am Main und
München die Kategorie »Singlestadt«. Ihnen wird empfohlen,
familiengründungswillige junge Leute besser zu binden",
erläutert WINKELMANN.
Singlestadt, das soll so etwas
wie ein neues Schimpfwort sein.
Single-generation.de wird in
der
neuen Serie "Alleinlebende in Deutschland"
auch diese Single-Lüge in ihrem skandalösen Kern aufzeigen. Denn
wenn ein
Methusalem-Komplott dringend
notwendig ist, dann verschleiert die Kategorie "Single-Stadt"
diesen Grund.
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SCHMITT,
Christian & Ulrike WINKELMANN (2005): Wer bleibt kinderlos?
Was sozialstrukturelle Daten über Kinderlosigkeit bei Frauen und
Männern verraten,
in:
Feministische Studien, Thema Kinderlosigkeit, Heft 1, Mai
- Inhalt:
SCHMITT & WINKELMANN beschäftigen sich in dem
Artikel u.a. mit der Kinderlosigkeit von Akademikerinnen, deren
Kinderlosigkeit seit einiger Zeit im Brennpunkt der
öffentlichen Debatte um die Geburtenkrise
steht.
Die Autoren widerlegen anhand von
Lebenslaufdaten die gängigen hohen Kinderlosenzahlen:
"Unter den Akademikerinnen
(Fachhochschul- und Universitätsabschluss) liegt der Anteil
an dauerhaft Kinderlosen in der Kohorte der 1950 bis 1960 geborenen
unter 25 Prozent. (...). Für die Kohorte der 1960 bis 1965
geborenen Akademikerinnen und Akademiker liegt der Anteil an
dauerhaft Kinderlosen geringfügig höher, aber immer noch unter 25
Prozent"
- Anmerkung:
Manfred SCHAREIN & Rainer UNGER, beide
Mitarbeiter des Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, haben
die Richtigkeit dieser Berechnungen in den hauseigenen
BIB-Mitteilungen vom 30.06.2005
bestätigt und damit gravierende Mängel der amtlichen
Geburtenstatistik eingeräumt.
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Neu:
WINKELMANN, Ulrike (2005): Die Akademikerinnenprämie,
in: TAZ v. 06.07.
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Die Karriere des Generationsbegriffs
"Als
provokant genutztes Etikett, als Differenz produzierende
Debattenvokabel und als multifunktionale
Selbstverständigungskategorie hat die »Generation« in den
neunziger Jahre eine beachtliche Karriere gemacht"
(TAZ, 23.03.1999)
Der Reiz des Generationsbegriffs
"So vage die
Definitionen der Generationen daherkommen, so vielseitig
erscheint der Generationsbegriff jedoch, wenn er auf seine
Einsatzmöglichkeiten hin untersucht wird. Der Individualisierung
von Lebensläufen setzt das Wir des Generationsbegriffs die
geteilte Erfahrung von Jahrgangsgruppen entgegen. Dem diffusen
Epochengefühl einer »Postmoderne« hilft der Generationenbegriff
mit der Behauptung von Zeitgenossenschaft auf die Sprünge."
(TAZ, 23.03.1999)
"Inmitten von
Wahlverwandtschaften, Wahlnationalitäten und Wahlidentitäten
überhaupt ist die Generation der Parameter des Schicksals. Seine
Schicksalshaftigkeit macht den Generationenbegriff so
mythentauglich".
(TAZ, 12.03.2001)
Die Funktionalität des Generationsbegriffs für Debatten
"Kurzfristig
kann die Behauptung, ein Streit handele im Grund von einem
Generationskonflikt, die Fronten verschieben; als ein Aspekt von
anderen wären in Debatten die unterschiedlichen
Generationserfahrungen zu berücksichtigen; vorübergehend können
den unübersichtlichen Zeitläufen ein paar Subjekten
untergeschoben werden."
(TAZ, 23.03.1999)
Die Grundlage erfolgreicher Generationsbegriffe
"Wer will
sich schon in die Entwürfe einordnen, womöglich zum
Erfüllungsgehilfen irgendeiner wirren Generationenaufgabe machen
lassen? Ausnahmen gibt es dann, wenn Autorenschaft und Rezeption
zusammenfallen, wenn also die Möglichkeit besteht, zum eigenen
Ruhm am Generationenbild mitzustricken. Publikumslieblinge sind
hier nach wie vor ein paar Dutzend Akademiker, im Folgenden ohne
Gänsefüßchen 68er genannt, aber in jüngerer Zeit auch die
Bewegung zur ästhetischen Aufarbeitung der 80er-Jahre, die in
Florian Illies einen Dokumentator fand (...). Doch diese beiden
publizistischen Erfolgsgeschichten fechten die Regel nicht an:
Eingemeindung findet freiwillig-individuell statt oder gar
nicht"
(TAZ, 12.03.2001)
Generationengerechtigkeit als Label für einen Klassenkampf von
oben
"Der Kampf
um die Sozialsysteme ist nur ein eingebildeter Kampf der
Generationen. Der Generationenbegriff wird zum politischen
Vehikel, um Kosten zu entgesellschaften.
(...).
Ungenannt bleibt dabei, dass es vor allem nur zwei Gruppen
gibt, die von den Einschnitten in die Sozialsysteme wirklich
dauerhaft betroffen sein werden: Die, die nichts zu vererben
haben - und deshalb auch kein Kapital, um etwa Pflegekosten
abzudecken -, und die, die weder erben noch Vermögen bilden
können. Unschwer zu erkennen, dass zu diesen Gruppen Jung und
Alt gehören."
(TAZ, 17.07.2001)
Stimmen
zu Ulrike Winkelmann
"Wir konnten
es erst nicht glauben, dass die deutsche »Sozialauswahl« dafür
sorgt, dass die gehen müssen, die dem Unternehmen am kürzesten
angehören und die wenigsten Kinder haben. Ulrike Winkelmann hat
in der taz in ihrer schönen, bösen »Golf«-Kolumne dazu
lapidar bemerkt, wie verrückt es sei, dass alle, die immer
gehört hätten, dass sie sich durch ein Kind die Karriere
zerstören würden, jetzt plötzlich auf der Straße sitzen, weil
sie keine Kinder haben"
(aus: Florian Illies "Generation Golf zwei",
2003, S.64)
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