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Uwe Timm: Single in den swinging Sixties

 
       
     
       
     
       
   

Uwe Timm: Gespräche und Porträts

 
   

MICHEL, Gabriele (2001): "Für mich sind die 68er eine wichtige Zeit".
BZ-Interview mit dem Schriftsteller Uwe Timm über seinen jüngsten Roman "Rot", das Erzählen und die Vergangenheit,
in: Badische Zeitung v. 04.12.

BARTELS, Gerrit (2003): "Ich wollte das in aller Härte".
Ein Interview mit dem Schriftsteller Uwe Timm über sein Buch "Am Beispiel meines Bruders" und die Aufarbeitung deutscher Vergangenheit am Beispiel seiner eigenen und überaus normalen Familie,
in: TAZ v. 13.09.

KRAFT, Thomas (2005): Die Entdeckung des Alltags.
Subversiv. Zum 65. Geburtstag des Schriftstellers Uwe Timm,
in: Freitag Nr.12 v. 25.03.

CORSTEN, Volker (2006): "Es hätte Anlässe gegeben".
Der Schriftsteller Uwe Timm hat die Geschichte seines Bruders aufgeschrieben. Karl Heinz Timm meldete sich freiwillig zur SS, starb im Krieg - aber sein Schicksal lastete über Jahrzehnte wie ein Schatten auf der Familie. Ein Gespräch über Scham, Verdrängung und den Versuch, Günter Grass' Schweigen zu verstehen,
in: Welt am Sonntag v. 20.08.

KÖNIG, Jürgen (2007): Freundschaft unter Literaten.
Uwe Timm zum 40. Todestag Benno Ohnesorgs,
in: DeutschlandRadio v. 01.06.

KÄMMERLINGS, Richard (2011): "In guten Novellen wird gegessen".
Uwe Timms neues Buch heißt "Freitisch". Ein Gespräch über Fremdgehen, die 68er und "Mad Men",
in: Welt kompakt v. 24.02.

 
       
   

Uwe Timm in der Debatte

 
   

RAULFF, Ulrich (2003): 1945.
Ein Jahr kehrt zurück. Tausche Geschichte gegen Gefühl,
in: Süddeutsche Zeitung v. 30.10.

Ulrich RAULFF verteidigt u.a. Uwe TIMM gegen Günter FRANZEN: "Im Spiegel hat diese Woche der Schriftsteller Günter Franzen seinem Kollegen Uwe Timm (»Am Beispiel meines Bruders«) und mit ihm der gesamten rot-grünen Koalition der bundesrepublikanischen Altlinken Gefühlskälte vorgeworfen. Unter dem Titel »Links, wo kein Herz ist« rechnet er mit denen ab, die den »tausend in einer Nacht verbrannten Kindern von Heilbronn«, den »erstarrten Säuglingen, deren kleine Körper die vereisten Fluchtwege säumten« und der »namenlosen Legion der sich unter den Kolbenstößen der Soldateska windenden halbwüchsigen Nachrichtenhelferinnen in Ostpreußen« das »Recht auf unsere Gefühle und Erinnerungen« verweigern.
Wie man sieht, hat Günter Franzen den Gegensatz von links und rechts, den er hier so wundersam bilderreich beschwört, hinter sich gelassen. Geblieben ist der Gegensatz von Kitsch und Kunst. Wenn das die Sprache des Gefühls ist, in der fortan Geschichte geschrieben werden soll, dann wissen wir, was zu tun ist. Morgen gehen wir auf den Markt, mit einem großen Schild, darauf steht geschrieben: Tausche Hans-Ulrich Wehler gegen Heinz G. Konsalik."

 
       
   

Freitisch (2011)
Köln: Kiepenheuer & Witsch

 
   
     
 

Klappentext

"Sind wir die geworden, die wir sein wollten?

»Damit hatte er nicht rechnen können, ausgerechnet hier, am Mare Balticum, von seinem Vorleben eingeholt zu werden.« Uwe Timm erzählt vom späten Wiedersehen zweier Männer, die in den frühen Sechzigern, noch vor dem großen Aufbruch, als Studenten in München ihren Weg suchten.

Am Freitisch saßen sie mittags beieinander, in der Kantine einer spendablen Versicherung, und ihre Gespräche kreisten um Gott und die Welt und einen gemeinsamen Bezugspunkt: Arno Schmidt. Als sie sich in Anklam wiedertreffen, prallen zwei Lebensentwürfe aufeinander. Der Erzähler hat hier als Lehrer gearbeitet, Deutsch und Geschichte, und führt seit seiner Pensionierung ein Antiquariat. Der andere, Euler, damals Mathematiker mit literarischen Ambitionen, kommt als Investor und sondiert das Terrain, um eine Mülldeponie zu bauen.

Beide helfen sich und der Erinnerung auf die Sprünge, geben Anekdoten zum Besten, zitieren ihre Lektüren und landen immer wieder bei dem Dritten im Bunde: Falkner, der damals schrieb, ohne jemals einen Text vorzuzeigen, und mittlerweile ein bekannter Schriftsteller ist. Und bei jener merkwürdigen Reise, die sie in die Heide, zu Arno Schmidts Grundstück führte.

Wie man wurde, was man ist, und was man vielleicht hätte werden können – davon handelt Uwe Timms geistreiche, gewitzte, glänzend geschriebene Novelle, die voller Anspielungen steckt und der existenziellen Frage nachgeht: Was lässt sich umsetzen von den Wünschen und Hoffnungen, mit denen man angetreten ist?"

 
     
 
       
   

Rezensionen

ROTHSCHILD, Thomas (2011): Grünkohl mit Pinkel.
Uwe Timms Novelle "Freitisch" ist eine verschmitzte literarische Liebeserklärung an die 1960er-Jahre in Deutschland - mit vielen spöttischen Beobachtungen und trefflichen Formulierungen, die oft beiläufig des Weges kommen,
in: Die Presse v. 26.02.

ALBATH, Maike (2011): Uwe Timm - Freitisch,
in: Cicero, März

MAGENAU, Jörg (2003): Wiedersehen zweier Arno-Schmidt-Fans.
Uwe Timm erzählt vom späten Wiedersehen zweier sehr verschiedener Männer, die in den frühen Sechzigern, noch vor dem großen Aufbruch, als Studenten in München ihren Weg suchten. Beiden gemeinsam ist die Begeisterung für Arno Schmidt,
in: DeutschlandRadio v. 01.03.

STERNBERG, Judith von (2011): Als wir Arno Schmidt lasen.
Uwe Timm erinnert sich in seiner neuen Novelle an die Zeit am "Freitisch", die lange her ist. Sanftmut und Unverlogenheit gehen selten so stimmig Hand in Hand wie hier,
in: Frankfurter Rundschau v. 04.03.

BARTELS, Gerrit (2011): Muntere Sechziger.
Von München über Bargfeld bis Anklam: Uwe Timms Erzählung "Freitisch",
in: Tagesspiegel v. 06.03.

HALTER, Martin (2011): Mühe in Halbtrauer.
Uwe Timm hat den epochalen Sprachspieler und Prosakauz Arno Schmidt ins Zentrum einer Novelle gerückt. "Freitisch" ist eine kritische Danksagung,
in: Literaturbeilage der Frankfurter Allgemeinen Zeitung v. 12.03.

HARTWIG, Ina (2011): Junge Männer in Halbtrauer.
Uwe Timms Novelle "Freitisch" erzählt von einer Wallfahrt zweier Studenten zu dem Einsiedler Arno Schmidt und vermisst die gefühlte und die politische Landschaft der sechziger Jahre zwischen München, Bargfeld und Anklam,
in: Literaturbeilage der Süddeutschen Zeitung v. 15.03.

Neu:
MAIDT-ZINKE, Kristina (2011): Gefühle gab es damals kostenlos.
Uwe Timm erinnert an die Zeit, als Literatur noch was galt,
in: Literaturbeilage der ZEIT Nr.12 v. 17.03.

 
       
   

Der schöne Überfluss (2005)
Texte zu Leben und Werk von Uwe Timm
(herausgegeben von
Helge Malchow)
Köln: Kiepenheuer & Witsch

 
   
     
 

Klappentext

"Am 30. März 2005 wird Uwe Timm 65 – Schriftsteller, Kritiker und Weggefährten zeigen, was er und sein Werk ihnen bedeuten.
Dieser Geburtstag eröffnet die Möglichkeit, einen der bedeutendsten und anregendsten Schriftsteller der Gegenwart auf neue Weise zu sehen: mit den Augen derer, die ihn und sein breites literarisches Schaffen begleiten.
Die Bedeutung und die Wirkung eines Schriftstellers lassen sich neben seinen Büchern auch daran ablesen, wer sich auf welche Art und Weise mit ihm beschäftigt. Indem dieser Band viele der wichtigsten Autoren, Kritiker, Publizisten und Literaturwissenschaftler unserer Zeit mit ihren persönlichen Beiträgen zum Werk und der Person Uwe Timms versammelt, belegt er genau dies: dass Uwe Timm seit fast 35 Jahren mit seinen Romanen, Kinderbüchern und Drehbüchern, aber auch mit seiner Persönlichkeit und seinem Auftritt Menschen bewegt, anregt und begeistert.
Die Beiträge stammen von: Wolfgang Balk, Keith Bullivant, F.C. Delius, Liane Dirks, Ulrich Dittmann, Manfred Durzak, Gerd Fuchs, Mattheo Galli, Mathias Greffrath, Ulrich Greiner, Detlev Grumbach, Peter Härtling, Sven Hanuschek, Ludwig Harig, Hartmut von Hentig, Martin Hielscher, Joachim Kalka, Michael Krüger, Dagmar Leupold, Paul-Michael Lützeler, Helge Malchow, Renate Matthaei, Klaus Meyer-Minnemann, Reinhold Neven Du Mont, Olaf Petersenn, Hermann Peter Piwitt, Günther Rohrbach, Joachim Sartorius, Michael Schneider, Egon Schwarz, Jens Sparschuh, Tilman Spengler, Hartmut Steinecke, Martin Walser und Dieter Wellershoff."

 
     
 
       
   

Rezensionen

fehlen noch
 
       
   

Am Beispiel meines Bruders (2003)
Köln:
Kiepenheuer & Witsch

 
   
     
 

Klappentext

"Karl Heinz Timm, geboren 1924 in Hamburg, gestorben 1943 in einem Lazarett in der Ukraine – Erst nach dem Tod von Mutter und Schwester fühlt Uwe Timm sich frei genug, über seinen sechzehn Jahre älteren Bruder zu schreiben, der sich 1942 freiwillig zur SS-Totenkopfdivision gemeldet hatte und nicht mehr zurückkehrte.
Der Neunzehnjährige lebt weiter in der Trauer der Eltern, ihren Erzählungen, den sprachlichen Wendungen, die für sein Schicksal bemüht wurden, aber auch in den Träumen des jüngeren Bruders, der kaum eigene Erinnerungen an ihn hat.
Warum wurden diese Träume nach einem halben Jahrhundert immer drängender? Der Impuls, über den Bruder zu schreiben, sich ein Bild von ihm zu machen, von seiner Generation im Nazikrieg, erwächst bei Uwe Timm auch aus der Notwendigkeit, über die Voraussetzungen der eigenen Biographie Klarheit zu gewinnen. Es ist die Frage nach familiären Prägungen, nach Werten und Erziehungszielen, nach Liebe, Nähe und Respekt unter den Bedingungen des nationalsozialistischen Zivilisationsbruchs. Warum hat sich der Bruder freiwillig zur SS gemeldet? Wie ging er mit der Verpflichtung zum Töten um? Welche Optionen hatte er, welche Möglichkeiten blieben ihm verschlossen? Wo ist der Ort der Schuld, wo der des Gewissens bei den Eltern, die ihn überlebt haben?
Uwe Timms neues Buch ist ein bewegender und nachdenklicher Versuch über den Bruder, über Schuld und Erinnerung, es ist auch ein Porträt der eigenen Familie und eine Studie darüber, welche Haltungen den Nationalsozialismus und den Krieg möglich machten, was das mit uns zu tun hat und wie man darüber sprechen kann. Ein schönes, kluges und trauriges Buch, das einen nicht loslässt.
"

 
     
 
       
   

Rezensionen

LEBERT, Stephan (2003): Im Keller der Familie.
Uwe Timm erfand das Rennschwein Rudi Rüssel, schreibt Roman, Drehbücher - und nun auch über die eigene Familie. Über den Bruder, der bei der SS war, den Vater, der dessen Tod nie verwand, die Schwester, die mit 70 ihre Liebe fand,
in: Tagesspiegel v. 03.09.

ATZE, Marcel (2003): Er war anständig.
Uwe Timm zeigt am Beispiel seines Bruders, wie fest uns die NS-Vergangenheit im Griff behält,
in: Literaturkritik, Nr.9, September v. 04.09.

MÜLLER, Lothar (2003): Bruder ist in großer Not.
Und wie die Tür aufging: Uwe Timm erzählt die Kriegsgeschichte seiner Familie,
in: Süddeutsche Zeitung v. 05.09.

HÖRISCH, Jochen (2003): Abwesend und doch anwesend.
Uwe Timms Familiengeschichte "Am Beispiel meines Bruders",
in: Neue Zürcher Zeitung v. 09.09.

SIBLEWSKI, Klaus (2003): Die schwierigste aller Fragen.
Warum ausgerechnet zur Waffen-SS? Uwe Timm erzählt vom Tod und fürchterlichen Nachleben seines Bruders,
in: Frankfurter Rundschau v. 17.09.

MÄRZ, Ursula (2003): Gespenstervertreibung.
In einer anrührenden autobiografischen Erzählung nimmt Uwe Timm Abschied von seinem Bruder,
in: Die ZEIT Nr.39 v. 18.09.

SCHMITZ, Michaela (2003): Wer warst du, Kain?
Uwe Timm zeichnet am Los des gefallenen Bruders die Frage von Schuld und Verstrickung nach,
in: Rheinischer Merkur Nr.39 v. 25.09.

REINHARDT, Stephan (2003): Uwe Timm: Am Beispiel meines Bruders,
in: Büchermarkt. Sendung des DeutschlandRadio v. 01.10.

KRAUSE, Tilman (2003): Ein deutscher Junge weint nicht.
Ohne Zorn und Eifer: Wie die Familie von Uwe Timm die Kriegs- und Nachkriegszeit erlebte,
in: Welt v. 04.10.

 
       
   

Rot (2001)
Köln:
Kiepenheuer & Witsch

 
   
     
 

Klappentext

"Rot erzählt vom Jazzkritiker und Beerdigungsredner Thomas Linde, von seiner Liebesaffaire mit der Lichtdesignerin Iris, von Aschenberger, der tot ist und die Siegessäule sprengen wollte, von den Hoffnungen und Wünschen der 68er, von der Farbe Rot, von Lebensläufen und ihren Geheimnissen, von den Utopien und Verbrechen unserer Geschichte und von der Kostbarkeit des Lebens."

 
     
 
       
   
  • Rezensionen

GREINER, Ulrich (2001): Der Wiedergänger.
Uwe Timm erzählt in seinem Roman "Rot" von der Liebe, vom Älterwerden und vom Sterben und erinnert an die Geschichte der verlorenen Utopien,
in: Die ZEIT Nr.41 v. 04.10.

RATHGEB, Eberhard (2001): Die Gans in der Revolte.
1968 hat Uwe Timm geprägt,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 09.10.

MÄRZ, Ursula (2001): Archiv in der Zeitfalte.
Uwe Timms Roman "Rot" ist ein richtig schönes 68er-Ding,
in: Frankfurter Rundschau
v. 10.10.

REICHART, Manuela (2001): Wer aber trauert um den Begräbnisredner?
Wenn das Zäpfchen im Rachen schlaff wird und kein Licht-Design die Gespenster vertreibt: Uwe Timms Roman "Rot" bestattet die 68er-Revolutionäre,
in: Süddeutsche Zeitung v. 10.10.

GRUMBACH, Detlef (2001): Grabrede auf die Generation Rot.
Aber die politische Literatur lebt weiter - Uwe Timms Roman "Rot",
in: Berliner Zeitung v. 20.10.

STEINERT, Hajo (2001): Ach, Iris, ich weiß zu viel.
Uwe Timm denkt über Rot nach,
in: Welt v. 20.10.

MAZENAUER, Beat (2001): Rot wie die vergängliche Jugend.
Uwe Timm, Jahrgang 1940, erzählt in seinem neuen Roman «Rot» von einer Generation, seiner, den 68ern. Daraus erwachsen ist ein melancholisches wie ironisches Begräbnis erster Klasse.
in: Der Landbote v. 05.11.

RÜDENAUER, Ulrich (2001): Der alte Schwung ist hin.
Uwe Timm beschäftigt sich in "Rot" einmal wieder mit der 68er-Generation,
in: Literaturkritik.de, Nr.11, November

HAUSER, Sascha (2001): Exrevolutionäre Schraubzwinge.
Mit "Rot" will Uwe Timm einen Wucht-Komplex in den Griff bekommen,
in: Literaturen, Nr.12, Dezember

GENERAL, Regina (2002): Die geplatzte Revolution der Engel.
Doppelte Totenrede. Uwe Timms Roman "Rot" ist ein Liebes- und ein Geschichtsroman,
in: Freitag Nr.2 v. 04.01.

HÖRISCH, Jochen (2002): Die Asche glüht noch.
Uwe Timms polit-theologischer Roman "Rot",
in: Neue Zürcher Zeitung v. 16.01.

Jochen HÖRISCH hält den Roman durchaus für gelungen. Es stört ihn einzig, dass der Hedonist Thomas Linde zu sympathisch gezeichnet ist.

SCHMITZ-ALBOHN, Thomas (2002): Junge Frauen werden angeblich bei Hegel schwach.
Uwe Timm verzettelt sich in seinem Roman "Rot" über das Leben eines Alt-68ers und Leichenredners,
in: Gießener Anzeiger v. 01.02.

 
   

Bericht von Lesungen

TUSCHICK, Jamal (2001): Marx & Charlie.
Uwe Timm liest aus "Rot",
in: Frankfurter Rundschau v. 29.10.

BARTYLLA, Eva (2001): Wir hatten Glück, die Antibabypille und kein Aids.
Große Resonanz bei der "Rot"-Lesung von Uwe Timm,
in: Nordbayrischer Kurier v. 06.12.

 
       
   

Heißer Sommer (1974)
München: AutorenEdition
(als
dtv-Taschenbuch 1998 erschienen)

 
   
     
 

Klappentext

"»Heißer Sommer« ist eines der wenigen literarischen Zeugnisse der Studentenrevolte. Heute, dreißig Jahre danach, ist das Buch selbst ein Stück Geschichte, das uneingeholte politische Erwartungen wachhält und die Atmosphäre eines bewegenden historischen Moments mit all seinen Spannungen, Aufbrüchen, beschleunigten Entwicklungen unvergessen macht."

Zitate:

"Geschichte von dem Schramm (...). Der wohnte auf Untermiete in der Schellingstraße, natürlich durfte er keine Frau raufholen. Die Wirtin, die schlecht schlief und direkt neben der Wohnungstür ihr Schlafzimmer hatte, war leider nicht schwerhörig, obwohl sie schon weit über siebzig war. Der Eingang war also der neuralgische Punkt, denn zwischen dem Schlafzimmer der Wirtin und dem Zimmer lag ein langer Korridor. In seinem Zimmer konnte sich Schramm frei entfalten. Er mußte also die Frauen nur unauffällig in sein Zimmer bringen. Darum schulterte er die Frauen, wenn er in die Wohnung kam, und trug sie dann über den Korridor in sein Zimmer. So konnte die Alte nur ein Schrittpaar hören. Das ging so lange gut, bis der Schramm mit einem Mädchen auf der Schulter, das er gerade irgendwo aufgerissen hatte, über den Korridor ging, und die Wirtin aus ihrem Zimmer kam und sagte, Guten Abend, Herr Schramm, Sie müssen morgen hier ausziehen.
      
Einer von den Untermieterwitzen."

"Er hatte von seiner kleinen Mansarde (...) erzählt. Da mußt du raus, sagten sie, da packt dich der Frust.
(...) Raus aus der Isolation."

"Er hätte jetzt gern gewußt, wie Conny und Erika in ihrer Kommune lebten. Er nahm sich vor, so schnell wie möglich auszuziehen."

 
     
 
       
   

Rezensionen

BECKER, Peter von (1974): Thema versimmelt,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 05.10.

GREINER, Ulrich (1974): Allem Anfang wohnt ein Zauber inne,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 08.10.

SCHULTZ-GERSTEIN, Christian (1974): Wetterberichte von der Apo-Front,
in:
ZEIT v. 01.11.

KISTER, Kurt (2008): Ullrichs allmähliche Bewußtwerdung,
in: Süddeutsche Zeitung v. 19.07.

 
   

weiterführende Links

 
     
   
 
   

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webmaster@single-generation.de Erstellt: 06. Februar 2001
Update: 04. Juli 2015